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KuIdaerMZeitung

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I.P-ezelle» in S-tta. mit Zlnterhallungs -Meikage „Zü'ufirirte Sonntags-Zeitung" PekmaUe N». 8 («amaeuie).

Jutöcr, Mittwoch, den 4. Dezember 1901.

M, 278.

28. Jahrgang.

85)

(Nachdruck verboten.)

Im dm leite tims UMtestiedts

Nach dem Französischen von Henri Eauvain.

„Die können nicht verhindern, daß Ihr Name öri dieser wichtigen Angelegenheit genannt werde, in der Sie die erste Rolle gespielt haben."

„Was wtffen Tie davon? . . . Nehmen wir an, ich hätte bei dem Untersuchungsrichter eine« salschen Namen angegeben! . . . Nur ein Ein» tiger in der Welt kennt die ganze Wahrheit «nb der sind Sie. Ich habe Sie gerufen, auf daß

mir Ihr Ehrenwort geben, so lange ich lebe, das Gehetmniß nie oerrar Heu zu wollen."

»Ich verspreche es Ihnen," sagte ich zu ihm und ergriff seine Hand. „Aber wenn die Ver­handlung zu Ende sein wird, wenn der Schuldige !"ne Strafe erhalten haben und die ganze Ge­richte allmählich vergessen sein wird, erlauben ®te auch dann Ihrem Freunde nicht, sich Ihnen r, "atzen? Muß rch diesen Abend für immer von Anen Abschied nehmen?"

, 34 war sehr bewegt bei diesen Worten. Maxi- utUian war dies nicht entgangen; er war selbst von der aufrichtigen Theilnahme, die ich W bewies.

Er drückte mir gleichfalls die Hand und sagte Eünstelt^ $°.Be' b£r iu hart war, um nicht er« o. "Collie der Zufall wollen, daß wir uns eines begegnen, so werde ich Sie mit Freuden «leverseh-n." —

Franz Branchard, genannt „Rothe-Kugel",

G Der Zolltarifberathuug zweiter Tag.

Der heutige Dien-tag als der zweite Tag der ersten Lesung der Zollvorlagen gehörte der Regierung und dem Centrum. Staatssekretär Posadowsky hielt eine Rede von sieben Viertel­stunden, reich an intereffanten Punkten und be­lebenden Redewendungen, einmal auch wild von der Linken unterbrochen — die eigentliche Ein- sührungsrede der Zollvorlagen. Und dem Centrumsabgeordneten Dr. Spahn und seiner kürzeren und ruhigen Rede lauschte Alles voll Spannung, weil alle Welt außerordentlich be­gierig darauf war, zu erfahre«, was der erste Redner des Centrums zu den Zallvorlagen zu sagen haben würde; denn auch hier in diesem Falle bildet das Crntrum das Zünglein an der Waage. Herr Eugen Richter sprach zwar als dritter Reoner auch nicht ohne Erfolg, und er machte eine Reihe von Witzen, die seine Freunde sehr gut gefunden haben mögen. Aber was Richter sagen würde, wußte man dem Sinne »ach schon im voraus ganz genau, und Herr Richter hätte darum klüger in seinem eigenen Jntereffe gethan, weniger lange zu sprechen. Das Jntereffe für seine Ausführungen nahm sichtlich während derselben ab.

Graf Posadowsky gab zunächst einen Ueberblick über die geschichtliche Entwickelung des neuen Zolltarifs. Mehrfach war in der Presse behauptet worden, im Auswärtigen Amte bestehe ein Widerstand gegen die neuen Vorlagen. Graf Posadowsky wies nach, daß die Wahrheit gerade umgekehrt liege: das Auswärtige Amt war von Anfang an die treibende Kraft dabei, und Graf Posadowsky bezeichnete sich heute selbst alS daS ausführende Organ deS Auswärtigen Amtes. Rtt großem Erfolge wies er darauf hin, wie nothwendig es gewesen sei, die großen Sammel- Positionen des gegenwärtigen Zolltarifs in ein­zelne Nummern aufzulösen, und zwar namentlich im Jntereffe gedeihlicher Verhandlungen über die neuen Handelsverträge; und treffend wieS er die verkehrte Behauptung zurück, daß der amerika­nische Schutzzolltarif seine Spitze gegen das Deutsche Reich im besondern richte — nein, gegen die ganze Welt!

Die Bedeutung der Landwirthschaft hat am Dienstag eine Beleuchtung sowohl durch den Staats­sekretär als auch durch den CentrumS - Redner Dr. Spahn erfahren, die endlich einmal neue Gesichtspunkte in diese Debatte brachten: nämlich durch den Hinweis auf die ungemein vielen selb­ständigen Elemente, die sie in sich birgt. Graf Posadowsky machte das durch einen Vergleich Kat: in der Landwirthschaft entfallen auf einen Selbständigen durchschnittlich 2,2 Abhängige, beim Hüttenbetriebe mehr als hundert. Graf Posa­dowsky und Dr. Spahn bezeichneten das überein­stimmend als sozialpolitisch sehr bedeutsam und «ls ein weiterer Grund für die unbedingte Noth- wendiakeit, die Landwirthschaft vor dem Unter­

gänge zu bewahren. Im Gegensätze zu früheren Aeußerungen des Staatssekretärs selbst äußerte dieser aber heute Zweifel an der Möglichkeit der Getreide-Versorgung Deutschlands aus sich selbst heraus. Die Versorgung mit Fleisch durch die deutschen Landwirthe allein hält er dagegen' für leicht, wie sie es auch ist.

Lebhaft wurde die Szenerie, als Graf Posa­dowsky auf die nationalen Gesichtspunkte der Zolloorlagen zu sprechen kam, und stürmische Unterbrechungen kamen von der Linken, als er sagte: Was andere Staaten gethan haben, das können wir auch; und wer daS nicht zugeben will, dem fehlt der nöthige nationale Stolz;

Abgeordneter Dr. Spahn wurde mit der größte» Aufmerksamkeit angehört. Der Reichs­kanzler, Handels Minister Möller und viele nicht minder hervorragende Mitglieder des Bundes- rathes gruppirten sich dicht um ihn herum, und unten im Sitzungssaale drängten sich die Abge­ordnete» dicht vor der Rednertribüne Kopf an Kopf. Dr. Spahn wies aufs Neue überzeugend nach, daß die Erhaltung der Landwirthschaft nothwendig ist für die Erhaltung des Staates, daß aber gerade die Landwirthschaft während der letzten Jahre stiefmütterlich behandelt worden ist im Vergleiche zu anderen Erwerbsständen; nur sollte man in der Erhöhung der Zölle nicht weiter gehen, als unbedingt nothwendig sei. DaS festzustellen, müffe die Aufgabe der Korn- miffion sein; und Vieser müffe alles Material aus dem Wirthschaftlichen Ausschuffe zugänglich gemacht werden. Den Mehrertrag an Zöllen will Dr. Spahn sfür soziale Zwecke verwendet sehen, namentlich für die Versorgung von Wittwen und Waisen derer, die unter unsere sozialen Für« sorgegesehe fallen.

Am tnterejbefcften war der Schluß der heutigen Sitzung, al» Reichskanzler Graf Bülow dem Abg. Eugen Richter antwortete. Richter hatte in seiner Rede den Witz gemacht, Graf Bülow habe in der Kanalpolitik vor den Agrariern „Kotau machen müssen". Treffend antwortete Gr«' Bülow, er habe Herrn Richter für koristitutt-, eller ge­halten. Sollte es denn etwa bei uns »ach Herrn Richter heißen: der Eine befiehlt, die Anderen gehorchen? Und dann verbreitete sich de Kanzler in höchst markiger, vom Beifall häufig unter­brochener Redeweise über die Grundsätze, nach denen er die deutsche Handelspolitik behandeln wolle: Handelsverträge sind wünschenswerth, sind vielleicht sogar nothwendig. Aber wir werden den Abschluß solcher Verträge nicht er­kaufen auf Kosten unserer eigenen In­teressen. Wir werden nicht bluten für Andere; wir sind Herr im eignen Hause, und die Art und Weise, wie die Herrn Richter befreundete Presse uns Angst zu machen sucht vor dem Auslände und damit die Interessen des Aus­landes verficht, ist würdelos! Herr Richter ist auch hier wieder „der Geist, der stet« verneint". Aber — so rief der Kanzler unter großer Heiter­keit de« Hauses au» — „Mephisto unterliegt, die Engel Regen I"

Am Mittwoch wird die Berathung fortgesetzt.

wurde am 25. März 1846 auf bet Barriere Sankt Jakob vor einer zahllos herbeigesttömten Menge htngerichtet.

Einige Monate nach dieser letzten traurigen Scene de» Drama», da» den Inhalt dieser Mit­theilungen bildete — e« war um die Mitte de» Monat» Juli — schritt ich über den Münzhaus­platz und erblickte vor der Bude eines Antiqui­tätenhändler» einen großen, schlanken und mageren Mann, der meine Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Er trug einen langen Rock, der ihm bis auf die Ferse herabhing und dessen emporgestülpter Kragen seinen ganzen Kopf einhüllte. Ein breitkrämpiger Hut beschattete die obere Hälfte des Gesichte». So sehr er sich aber auch bemühte, sein Gesicht zu verbergen, ich erkannte doch bald in ihm meinen alten Freund Maximilian Heller. Ich pries den Zufall, der mich in seinen Weg führte. Seit Wochenfiist bereits war ich bemüht, ihn zu suchen und hatte schon manche» Stadtviertel von Pari» durchlaufen, um ihn zu finden.

•s Man wird bald sehen, welche Gründe mich bewogen, sobald wie möglich meine Bekanntschaft mit dem Philosophen wieder zu erneuern.

Er hielt ein bestäubte« alte» Buch zwischen seinen hageren Fingern, da» er aufmerksam zu prüfen schien. Da er mich nicht bemerkte, war ich genöthigt, ihm auf die Schultet zu klopfen.

Mein Anblick schien ihn weder in Staunen noch in Verlegenheit zu versetzen. Et legte fein Buck auf den Tisch des Antiquars, drückte mir die Hand und sagte:

„Ach, Doktor, es freut mich, daß Sie Ihre alten Freunde auch wieder erkennen."

Ein Reichsarbeitsamt

ist schon lange der Wunsch aller einsichtigen und aufrichtigen Sozialpolitiker. Im Reichstage ist die Einrichtung einer solchen Anstalt wiederholt angeregt worden. Man hat Ministerien oder Ministerialabtheilungen für Landwirthschaft, Han­del und Gewerbe usw. usw., die sich mit bett An­gelegenheiten dieser Erwerbszweige zu befaffen, ihre Lage und Bedürfnisse zu beobachten und ihnen ihre Fürsorge zuzuwenden haben. Der zahlreiche Erwerbsstand ist der der gewerblichen Arbeiter. Für diese gab es bisher ein besonderes Staats- oder Reichsamt nicht, wenngleich es an Fürsorge für sie ja nicht fehlte. Wir hatten nur die Kommission sür j Arbeiterstatistik, die gewiß viel Gutes geleistet hat, aber sich mit der Lage der Arbeiter doch mehr gelegentlich als beruss- mäßig beschäftigte.

In anderen Ländern, z. B. in England, hat man dagegen längst ei» Arbeitsamt einge­richtet, und die Erfahrungen, die man damit gt« macht hat, sprechen durchaus zu seinen Gunsten. Nunmehr will man auch im deutschen Reiche an die Errichtung eines solchen herantreten. Die Berufung deS Geh. Ober-Regierungsrathes Wil- helmi, der sich auf sozialpolitischem Gebiete be­reits vielfach bewährt hat, an die Spitze deS Statistischen Amtes, hat die Sache in Fluß ge­bracht. An Stelle der Kommisston für Arbeiter­statistik soll, wie der ,Berl. Rott/ mictheilt, eine neue ständige Einrichtung zur Pflege der Arbeiterstatistik geschaffen werden. Man will im Statistischen Amte eine besondere, unter der unmittelbaren Leitung des Präsidenten stehende Abtheilung errichten, die zur Ausführung der bisher der Kommission für Arbeiterstatistik zugewiesenen Obliegenheiten durch einen Beirath verstärkt werden soll. Die Mitglieder sollen gleich denen der bisherigen Kommission durch Wahlen des Rui-desrathes und des Reichstages berufen werde», und zwar soll jede dieser Körper­schaften 5 wähle».

Als Aufgabe der neuen Abtheilung wird besonders bezeichnet: 1) Sammlung, Zusammen­stellung und ÄUröffentlichung arbeitsstatistischer Daten und fontr-ger für die Arbeiterverhältniffe bedeutsamer Mitt Teilungen; 2) die Vornahme be­sonderer Untersuchungen mit Hilfe mündlicher und schriftlicher Erhebungen, sowie die Erstattung von Gutachten.

An statistischen Ermittelungen der gewerblichen Arbeiterverhältniffe hat es ja auch bisher nicht gefehlt. Das Reich hat Gewerbe- und Berufs­zählungen vorgenommen; es hat Untersuchungen Über Lehrlinge, Gesellen und Fabrikarbeiter, Über Frauen- und Kinderarbeit in Fabriken, Über Sonntagsarbeit, Handwerksoerhältniffe, über die Lage der Handlungsgehilfen, die Angestellten in Gast- und Schankwirthschaften usw. oeranstallet. Die Fabrikinspektoren haben mancherlei sozial- statistische Untersuchungen angestellt. Das Gleiche haben viele Städte, Handelskammern, Vereine von Sozialpolitikern, Berufsorganisationen usw. gethan. Das reichhaltige Material ist aber theüs der Allgemeinheit wenig zugänglich und verständ­lich, theils zu umfangreich oder zerstreut, als daß eS für weitere Kreise bei der Erörterung sozialer Fragen von dem Nutzen wäre, den es haben

„Und ich muß Ihnen mit Bedauern gestehen, daß Sie bte Ihrigen ganz vergessen zu haben scheinen. Schon seit einigen Augenblicken stehe ich hier an Ihrer Seite und . . ."

„Verzeihen Sie," entgegnete er lebhaft, „ich war ganz in mein Nachforschen vertieft."

„Philosophische Fragen ohne Zweifel?"

„Nein, nein,- antwortete Maximilian, gleich als hätte er eine unangenehme Erinnerung von seinem Geiste abweisen wollen, „der Philosophie habe ich entsagt. Ich beschäftige mich jetzt mit der Geschichte."

»Oho!"

„Ich habe ein großes Werk über die historischen Denkmäler Frankreichs in Angnff genommen."

„Dieses Studium zwingt Sie wahrscheinlich zu häufigen Reisen?"

„Sie wissen wohl, wie ungern ich au-meinem Stillleben kerausgehe. Ich bin für's Reisen nicht geschossen. Der einzige AuSfluq, den ich je mit Vergnüg?» gemacht habe, ist der, den Xaver de Maifire so wundervoll beschrieben hat."

„Wenn Sie sich aber darauf beschränken, nur in den vier Wänden Ihres Zimmers herum­zureisen, so müssen Sie gerade nicht oft eine Aussicht genießen, die Sie für Ihre Arbeit be­geistern kann."

„Ich ziehe jene zu Rathe, die sich die Mühe gegeben haben, für mich die Nachsuchungen an­zustellen. Ich studire ihre Bücher."

„Da tbaten Sie nicht recht, lieber Freund," erwiderte ich in meinem Doktorton, „Sie sollten

könnte. Andererseits ist es unvollständig; «8 muß bedeutend ergänzt werden. Die Kommission für Arbeiterstatistik, die nur wenig Sitzungen im Jahre abhalten kann, ist nach ihrer Einrichtung nicht im Stande, die dazu nöthige Arbeit zu leisten. Deshalb soll eine ständige Abtheilung beim Statistischen Amte mit der Aufgabe betraut werden.

Im Großen und Ganzen sind die Obliegen­heiten der neuen Abtheilung ja vorläufig diesel­ben, welche die Kommission hatte, aber es ist ein bedeutender Fortschritt, daß nun eine besondere amtliche Stelle sich damit befassen soll. Sie kann die Sache weit gründlicher in die Hand nehmen. Haben wir da auch noch kein eigentliches Arbeits­amt, so doch den erfreulichen Anfang desselben. Der Ausbau mit Erweiterung der Aufgabe wird schon folgen. Der Reichstag wird gern seine Zu­stimmung zu dem Plane geben. Zeigt sich doch gerade in dem gegenwärtigen Augenblicke, wo die Arbeitslosigkeit täglich zunimmt und man nicht weiß, wie man der drohenden Noty begegnen soll, das Bedürfniß nach einem Arbeitsamte besonder- deutlich. Hätte man eS schon, so würde man z. B. nicht so im Dunkeln tappen bezüglich des Umfanges der Arbeitslosigkeit.

In der Scharfmacher-Presse regt sich natür­lich gleich die Besorgniß, das Reichs-Arbeitsamt könnte mit „sozialpolitischen Experimenten" „Beun­ruhigung" Hervorrufen, d. h. einen kräftigen An­trieb zur Fortführung der Sozialreform geben. Die.Post' glaubt aber der Hoffnung auf das Gegentheil Ausdruck geben zu dürfen. Die «Frank- ttreur - Eigenschaft" der Kommission für Arbeits- Statistik, die, statt das Hauptgewicht auf die Er­mittelung der thatfächlichen Verhältnisse zu legen, sich in erster Linie dazu berufen fühlte, anregend zu wirken und mit Vorschlägen die Reichsregie­rung und die gesetzgebenden Körperschaften des Reiche- zu Aktionen anzutreiben, höre, meint sie, „auf in dem Augenblick, wo sie dem ordentliche« Behörden-Organismus ungegliedert werde und in Reih und Glied mit den anderen Verwaltungs- Stellen des Reiches stehe." Unser Wunsch tst selbstverständlich, daß die Befürchtungen und nicht die Hoffnungen der Scharfmacher sich erfüllen mögen.

De«tsche» Keich«

Berlin, 3. Dezember.

X K-n-rak - Leutnant v. Alten soll die Absicht haben, demnächst um seinen Abschied ein­zukommen ; die Genehmigung des Abschieds-Ge­suches soll zu erwarten sein. Die Meldung, die erst ganz vereinzelt austauchte, erscheint jetzt in mehreren Blättern, so daß man wohl an ihre Wahrheit glauben muß. Der Division-- Kom­mandeur v. Alten spielte die bedeutungsvolle Rolle des Gerichtsherrn bei dem Prozeffe wegen der Ermordung deS Rittmeisters v. Krosigk, und zu seiner Division gehört auch daS Inster- burger Infanterie - Regiment. Die Vermuthung liegt gar zu nahe, daß dieses Abschieds - Gesuch ebenso mit diesen beiden Angelegenheiten zusam­menhänge, wie der bevorstehende Abschied deS Korps-Kommandanten Generals Grasen Fink zu Finkenstein. Ewe kräftige grundsätzliche Ent­schließung gegen ven Zweikampf hat der prote­stantische ostpreußische Pfarrer-Verein angenom-

stch «ich! so m der Einsamkeit verschließen. Die Pariser Luft thut Ihnen nicht gut, glauben Sie mir. Sie sollten einige Monate auf dem Lande zubringen, am Meere, im Norden oder Süden, gleichviel ... Ich habe den günstigen Einfluß noch nicht vrrgeffen, den jenes obschon mühsame Unternehmen sowohl auf Ihren moralischen als physischen Zustand ausgeübt hat."

Er machte eine abwehrende Bewegung.

„Sagen Sie mir nicht daS Gegentheil, mein Blick hat mich nicht getäuscht und ich kann Ihnen nicht sagen, wie glücklich mich dieser Wechsel gemacht hat, den ich damals an Ihne« wahrgenommen. Hören Sie, da ich nu« einmal das Glück hatte. Ihnen zu begegnen, so benütze ich die Gelegenheit und nehme Sie mit . . .*

„Wie? waS?' rief er uftb wich mit einer Behendigkeit zurück, über die ich lachen mußte.

„Ich habe voriges Jahr in der Normandie ein reizendes kleines Dors entdeckt, wo ein braves Fischervölklein lebt. Der Boden ist noch jungfräulich, «och kein Pariser bat denselben entweiht. Ich habe dort einige Monate in un­aussprechlichem Glück verbracht. Dahin will ich Sie führen ..."

Ich sah, daß dieser Vorschlag chm nicht mißfiel. Gleichwohl suchte er sich zu wider­setzen.

„Aber," sagte er, nach einem Einwande suchend, „Sie bedenken nickt! . . . Nein, nein, unmöglich, ich will die Arbeit nicht unterbrechen, die ich unter der Hand habe. Ich bin im ersten Feuer der Begeisterung und Sie begreifen . . ."

„Wer hindert Sie, da drunten zu arbeiten?"