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mit Anterhaltungs-Anlage „Ilkustrirte Sonntags-Zeitung"

$re< mh» Verlag der Fuldaer ActiendruOe»» peteregaffe Nr. 8 lldaruumtel.

S3

28. Jahrgang.

IutLa, Montag, den 2. Dezember 1901

M 276.

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38)

Lis tm Lkdr» eines UeGaMls

Nach dem Französtschen von Henri Cauvain.

Äk DieFrauenunddieSozialresorm.

Die Gesellschaft für soziale Reform ist mit ihrer ersten Eingabe an den Reichstag herange­treten. Die Gesellschaft wollte auch Frauen die Mitgliedschaft ermöglichen. Aber das preußische Vereinsgesetz verbietet das. Die Satzungen der Gesellschaft würden nicht die Genehmigung der Behörde gefunden haben, wenn in ihnen die Be­stimmung fich vorfände, daß auch Frauen Mit­glieder sein können. Und da nun der Sitz der Gesellschaft Berlin ist und auch aus einleuchtenden Gründen sein muß, war dieses preußische Vereins« gesetz mit seinen Bestimmungen nicht zu umgehen. Aber die Theilnabme der Frau an der Sozial- reform ist durchaus nothwendig, so sehr und so anerkannt nothwendig, daß das noch näher zu er­läutern nicht mehr nöthig ist; und so beschäftigte sich der Vorstand der Gesellschaft für soziale Reform im März dieser Jahres sehr eingehend mit der Frage, welche Schritte zu thun seien, um den Frauen die Theilnahme an der Gesellschaft für soziale Reform zu ermöglichen. Im Anschlüsse daran beschloß sodann der Ausschuß der Gesell­schaft am 4 Mai einstimmig, um eine Aenderung des Vereinsrechtes durch Reichrgesetz einzukommen; sanb jetzt liegt die entsprechende Eingabe an den Reichstag vor, unterzeichnet unter anderen von den Professoren Hitze, Paasche, Sombart,

Francke.

Der Staat (io liest man darin) verbietet die '.Theilnahme von Frauen an sozialpolitischen Ver­einen. Er thüt das noch dazu in besonders ver­letzender Gleichstellung der Frauen mit Minder­jährigen, Schülern und Lehrlingen, in manchen - Ländern auch noch mit Bankerotteuren und bürger­lich Ehrlosen, die gleichfalls von politische» Ver­einen ausgeschloffen werden. Allerdings widerfährt nicht in allen deutschen Einzelstaaten den Frauen eine solche Behandlung. . . Bayern hat neuer« diugS Vereine sür Berusszwecke, Unterrichts- und Wohlfahrts-Bestrebungen den Frauen zugänglich gemacht. Aber der größte und volkreichste Bundes­staat Preußen hält heute noch an dec vor mehr als einem halben Jahrhundert erlaffenen Vor­schrift fest, deß Frauen von politischen Vereinen auch dann auszuschlüßen find, wenn diese Vereine lediglich sozialpolitische Zwecke verfolgen und sich in den Dienst der Sozialreform stellen, deren Förderung die Botschaften zweier Kaiser als eine der wichtigsten Ausgaben des Reiches verkündet haben. Diese Buntscheckigkeit der Bestimmuügen . . . muß nothgedrungen zu der Forderung füh­ren, auf diesem Gebiete durch Reichsgesetz ebenso eine einheitliche Regelung herbeizu­führen, wl« es vor 2 Jahren durch die Aufhebun,; des Verbindungs-Verbotes für politische Vereine bereits geschehen ist. . .

So weit der Wortlaut der Eingabe der Ge­sellschaft für soziale Reform. In der That steht die Regelung aller sozialpolitischen Fragen dem Reiche zu. Die einzig richtige Schlußfolgerung daraus ist die. daß auch durch 'Reichsgesetz die Theilnahme der Frauen an sozialpolitischen Vereinen und Ge­sellschaften geregelt wird.

In den Zeitungen aller Parteien ist von einem Widerspruchs gegen die Forderung der

stch vielmehr nur um neue Bestimmungen für! die Ehrenräthe und Ehrengerichte handeln.

x An» Ar«»»twei«Ketter • Novelle! schreibt die .Deutsche Tages-Zeitung':'Man gibt in Reichstagskreisen die. Hoffnung nicht auf, daß die dritte Berathung des Branntweinsteuergefetzes noch vor der Weihnachtspause fortgesetzt werde. Diese Fortsetzung kann nach der Lage der Dinge nuc den Zweck haben, den Entwurf wieder an eine Kommission zu verweisen .... Die Regierung scheint geneigt zu sein, die Erledigung der Angelegenheit zu fördern. Sie war .... bereit, den Reichstag im August oder Septem­ber zu diesem Zwecke einzuberufe», Hal aber die Abficht aufgegeben, da . . . ein beschlußfähiges Haus vermuthlich nicht zu erzielen gewesen

sehr segensreich wirken.

+ Zur Zolltarif-Mariage. Die mehrfach erwähnten Besprechungen beim Reichskanzler Grafen Bülow über die bevorstehende Behand­lung der Zolloorlagsn im Reichstage finden nicht gleichzeitig mit und zwischen Vertretern verschiede­ner politischer Parteien statt. Der Reichskanzler hat eine Rühe von Mitgliedern des Reichstages in einzeln gesonderten Gruppen empfangen, nur immer die Vertreter einer Fraktion auf einmal. I Die Vertreter der Centrumssraktion begeben sich

rechnen. ,

Ich verbrannte rasch das Packet, welches nur Papier enthielt, und legte mich dann unter das Bett, um die günstige Stunde abzuwarten.

Herr Brehat-Lenoir legte sich um neun zu Bett. Ich hörte von meinem Verstecke aus, wie er Guerin schalt, weil er kotz ausdrücklichen Der- botes es gewagt habe, sein Zimmer zu betreten.

-f- Der Glat wird im Reichstage gegen Ende dieser Woche erwartet, also bis zum 5. oder 6. Dezember. Bis zu diesem Zeitpunkte hofft man die Berathungen im Bundesrothe beendigen zu können. Wenn diese Verzögerung auf dem Be­streben beruht, an den Ausgaben jo viele Abstriche wie möglich zu machen, dann wird sie ohne Zweifel

etwas wußte, so ereiferte er sich sehr gegen den Bedienten und schwor ihm, daß er ihn am nächsten Morgen vor die Thüre jagen werde.

Eine Stunde später empfing Herr Brehat- Lenoir die furchtbare Wunde, deren blitzähnliche Wirkung Sie kennen.

Als er todt war, verließ ich mein Versteck und begann den Sekretär zu durchsuchen.

Ich brach denselben gewaltsam auf, um der Vermuthung eines Diebstahls Raum zu geben.

In der geheimen Schublade fand ich dar Testament, das ich sofort verbrannte. Dann warf ich einige Arie-ckkörnchen in eine Taffe, welche auf dem Tische stand und legte mich wieder unter daS Bett.

Eie sehen, mein Plan war gut durchdacht.

Die Scene, welche am anderen Morgen vor sich ging, ist Ihnen bekannt. Ich verlor mich unter dem Gedränge, den« eS waren so viele Leute in das Haus zusammrngeströmt, daß meine i Gegenwart gar nicht beachtet wurde.

„Ihr Bericht ist nicht ganz genau," sagte ich. al« der Angeklagte zu Ende war, „ich erlaube mtt denselben zu vervollständigen."

Er war überrascht und warf mir. einen Blick zu, in dem ich einige Unruhe zu lesen meinte.

„Ja wohl," fuhr ich fort, „Sie haben un« verschwiegen, Saß Sie aus Furcht, gesehen zu werden, nicht durch das Thor, dar nach der Casettenstraße führt, sondern durch die kleine Gartenthüre, die dem Gasthof zum blauen Fuchs entlang auf die Vaugirardgasse führt, des Abend« ein- und am andern Morgen auch hinausgegangen find."

über dir Zolltarifoorlage. Nach der Aussicht Traeger's kann die Erledigung derselben kaum noch im gegenwärtigen Reichstage erfolgen. Die freisinnigen Abgeordneten „werden den Kampf gegen die Zollvorlage mit den schärfsten Mitteln führen und mit de« verwandten Gruppen ge­meinsam vorgehen." Herr Traeger fühlt sich also bereits de» Sozialdemokraten verwandt. Im Reichstage sehen übrigens die Dinge die oft ganz anders aus als in einer freisianizen Volksversammlung.

h 300000 Mar» für evaugettsch-kirch- liche Zwecke. Rach einer Mitthetlung des ,Posener Tageblatts', von dem man annehmen kann, daß es richtig darüber unterrichtet sei, sollen die bereits mehrfach besprochenen 300 000 Mark in dem preußischen EtatSentwurfe dazu verwandt werden, „die in einzelnen evangelischen Paro- chteen geradezu unerträglichen Kirchensteuern zu mildern". Wir haben noch nicht einen Augenblick daran gezweifelt, daß die Gelder evangelischen | Zwecken dienen sollten. Wie viel Geld wird nun iür katholische Gemeinden mtt hohen Kirchen­steuern vom Staate bezahlt?

• Ersatzwahl im Sies-Kreise. Die Ersatzwahl zum Reichstage an Stelle deS aus- geschiedenen Abgeordneten Dr. LingenS ist auf I den 9. Januar anberaumt.

» MsrSadett, 1. Dez. Bei der gestrigen Reichstagserfatz-oahl haben bis jetzt er- halten: Quarck (soz.) 9398, Crüger (stets. Volks- partei) 6185, Fuchs (Centr ) 5701, Bartling (natl.-kons) 5275 und außerdem zirka 600 zer­splittert oder für Hatzmann (Bund d. Landw.) I abgegebene Stimmen, sodaß Crüger und Quarck in die Stichwahl kommen. Es fehlen noch einige kleine Ortschaften, deren Stimmen an dem i Wahlergebnisse nichts ändern können.

Gesellschaft für soziale Reform nichts zu lesen gewesen, ausgenommen die Presse einer einzigen Partei — der sozialdemokratischen! Man ist es zwar schon gewöhnt, daß die Sozial­demokratie allen möglichen Sozialreformen als Hinderniß im Wege steht. Hat doch ehedem die Sozialdemokratie sogar gegen die Arbeiter­versicherungsgesetze gestimmt! Aber die geradezu wilde Art und Weise, mit der das Berliner sozialdemokratische Centralorgan gegen die Ein­gabe der Gesellschaft sür soziale Reform los­zieht, ist doch zu auffallend, als daß man still­schweigend darüber hinweggeben könnte. DaS genannte sozialdemokratische Blatt nennt diese Eingabe „sozialreformerischen Quark" — „Un­sinn" und dergleichen mehr. Warum? Das wird verschwiegen. Der Grund liegt wohl in dem Aerger darüber, daß die Grundgedanken gesunder Sozialreform nun einmal nicht auf den sozialdemokratischen Beeten wachsen, sondern aus der geistigen Arbeit von Mitgliedern der bürgerlichen । „KapitalistemGesellschast" hervorzugehen pflegen. Daß die Sozialdemoksütie sich darüber ärgert, kann man ja begreife». Es ist nicht angenehmr | für die „Genossen", wenn immer und immer! wieder andere Leute kommen müssen, um der Sozialreform vorzuarbeilen, die die Sozial­demokratie ihren Mitgliedern und Mitläufern zwar stets mit ungeheuerem Redeschwall verspricht, aber nümals bringt. Nichtsdestoweniger ist es ein Zeichen außergewöhnlicher Verbohrtheit, wenn die Sozialdemokratie unanfechtbar gute Anregungen auf dem Gebiete der Sozialreform deswegen a!s „Quark" und „Unsinn" bezeichnet, weil sie die Erfindungen Anderer und nicht auf ------------------------,

dem Mistbeete der Herren Singer und Bebel am heutigen Samstag zum Kanzler. Die Frak- zewachse« sind. tionen des Centrums und der Nationalliberalen

Man darf sich wohl der Hoffnung hingeben, haben gestern (Freitag) und heute (Samstag) daß der Reichstag die Forderung der Gesell- eingehende Berathungen über die Zollvorlagen chaft für soziale Reform gut heißen, und daß abgehalten. Das Centrum wird dieselben im alsdann auch der Bundesrath gegen ihre Er« Lause der neuen Woche noch weiter fortsttzen. iüllung nichts einzuwende« haben wird. Die > Daß eS sich bei den Besprechungen im Reichs- Thätrgkeit der Frau auf sozialpolitischem Gebiete! kanzlerhause nicht um bindende Abmachungen ist in unseren Tagen so ausgebrerttt, daß es I dem Kanzler und der Parteien handeln wirklich eine schreiende Ungerechtigkeit sein i versteht sich von selbst. Nur das Sine

würde, ihr grundsätzlich die Theilnahme an | fteljt bereit« im voraus fest: daß nämlich dis sozialpolitische« Vereinen zu verschließen, nicht ~ ~ " " ' * - " — -"

würdig deS zwanzigsten Jahrhunderts!

Zollvorlagen als geschlossenes Ganzes einer: | Kommission zur Vorberathung überwiesen^ werden, möglicherweise durch einen einstimmigen Beschluß des Reichstages. Man hört niemanden mehr davon sprechen, dies nur mit einem Theile der Gesetzentwürfe zu thun, die anderen Theile aber sofort im Plenum des Reichstages zu er- ledigen. Die «Deutsche Tageszeitung' des Bundes der Landwirthe schreibt:

„Uns interesfirt vor allem, ob die Regierung „(bei der ersten Lesung der Zolloorlagen) „durchblicken laffen werde, daß sie eventuell zu weiterer Berücksichtigung der berechtigten

i „landwirthschaftlicheu Forderungen bereit sei. „Thut sie das nicht, lehnt sie von vornherein „die Berücksichtigung weiter gehender Wünsche „und Forderungen ab, so ist . . . das Schick­sal deS Entwurfes besiegelt — so, wie er „ist, wird er dann nicht angenommen

--(Nachdruck verboten.) XIV.

Deutsche» Keich«

Berlin, 30. November.

e Matzrratzm-rr -ege« das Duell? Die i Gerüchte erhalten sich, daß der Kaiser Ver­ordnungen zu erlaffrn beabsichtige gegen den Zweikampf zwischen Offizieren. Neuerdings wird nun auS Wien berichtet, es seien während des Besuche« deS Erzherzogs Franz Ferdinand in Berlin Verabredungen getroffen worden über gleichartige Maßnahmen im deutsche» und im österreichischen Herre. Gerade in diesem Letzteren sind während der letzte» Jahre häufiger Duelle vorgekommen, als im deutsche« Heere. Eine solche Verabredung an sich würde ja durchaus lobenswerth sein. Leider aber hat man schwerlich ein grundsätz« liches Verbot des Duells zu erwarten. ES soll einmal vernichtet, dann war mir die Erbschaft ge»

Ans drm Reichstage.

101. Sitzung öetr. 30. November.

Die Fülle der ersten Tage hat stch verloren. Schon gestern war das Haus schwach besucht. Am heutigen Samstag hatte indessen die übermäßig lang ausge- zogene zweite Berathung der Seemanns-Ordnun, rhre volle Wirkung «ethan: die Redner sprachen mit­unter vor fast leeren Bänken!

Heute setzt die Berathun, ein ber § 42, demzufolge da? Seemannsamt auf Antrag eines Sch'ffSmanneS die demselben bei der Abmusterung zu zahlende Heuer an dessen Angehörige oder an Sparkassen usm zu über« Mitteln hat. Nach kurzer Debatte wird der Paragraph angenommen mit einem von dem freikonservativen Abg. Stockmann beantragten Zusatze, daß das «e< büarenfrei geschehen soll. Im Verlaufe dresir Ausem- andersetzung rügte Präsident ®taf ^^ßremd«! ! so>d Abg. Metzger, rotil dieser den Antrag Stock­mann als „Regielungsantrag" bezeichnete.

Eine längere Debatte entsteht wieder bei 8 46. Dieser regelt den Fall, daß sich wahrend der Reise die Zahl der Mannschaft des Deck- und Maschmendienste« verringert, ohne daß die Arbeit Springer wird. Die ersparten Heuereelder sollen dann unter die Zurückge­bliebenen vertheitt werden, aber nicht, wenn die Manu« schaflsvermmderung durch Entweichung herbeigeführt ist und die Sachen des Entwichenen nicht an Bord ver­blieben sind. Die Sozialdemokraten wollen diesen Pa- ragraphen gestrichen sehen, dem sie die Absicht eener Bereicherung der Rheder unterlegen.

Senator Akügmann und Ab«. SemUt (natl.) widersprechen dieser Auffassung lebhaft. Der antrs. Abg »an« möchte wenigstens die letzte Bedingung gestrichen sehen. Es bleibt aber bei der ursprünglichen Fassung.

sichert. .

Die Umsiände begünstigten «ich wunderbar, denn dieser alte Wolf von einem Kerguen war niemals au» seinem Schlosse herausgegangen. Nie­mand wußte, wie er aussah. Und zudem verstand ich mich, wie dieser Herr da, stets trefflich auf'« Verkleiden. Ich habe ungefähr die Größe des Verstorbenen; feine große graue Perrücke und sein schmutzige« Bärengesicht waren leicht nachzumachen.

In Paris angekommen, brachte ich beinahe acht Tage damit zu. Ort und Stelle in Auge»- fchein zu nehmen und mich mit den Gewohnheiten Herr« Brehat-Lenoirs bekannt zu machen. Ob­wohl er sich von allen Geschäften zurückgezogen hatte, so ging er doch täglich zwischen zwei und 4 Uhr auf die Börse, um sich zu zerstreuen.

Ich kaufte die Kleider eines Dienstmannes, nahm ein Packet unter den Arm und begab mich gegen drei Uhr zu seinem Hause.

Ich machte mir den Augenblick zu Nutze», wo Herr ProSper ebe« ausgegangen war, den» ich traute dem kleinen Verwalter nicht.

Ich traf nur Sueri», der mit den Händen in der Tasche unter der Thüre stand.

„Herr Brehat-Lenoir?" fragte ich.

„Er ist nicht zu Hause," antwortete der Bauer mit einem tiefen Bückling.

„Ich weiß wohl, daß er nicht zu Hause ist," fuhr ich lachend fort, „ich wollte nur fragen, ob er hier wohnt. Er selbst schickt mich her. Er I botes es gewagt habe, sein Zimmer zu veireren. traf mich vor der Börse, Sie wiffen neben der Dieser stotterte eine Entschuldigung hervor, in Weinschenke und gab mir dieses Packet, ich solle welcher ich wiederholt bie Worte .Bri^ und es ihm auf den Kamin in seinem Zimmer legen. „Packet" vernahim Aber da der Bankier Wollen Sie mir sein Zimmer zeigen? ... Das ! weder von einem Briefe noch von einem Packet

„werden....

In einer Berliner Versammlung sprach Freitag Abend der fteifinnige Abg. Traeger

Packet ist schwer und vo» der Börse bis zur Cassettenstraße ist ein weiter Weg." I

Guerin stieg mit mir hinauf und führte mich in das Zimmer seines Herrn, zu dem er den Schlüssel hatte.

Ich legte mein vorgebliches Packet auf den Kami». „ , , ,

„Ach," sagte ich, mich schnell umkehcend, als ftde mir plötzlich etwas ein, und griff in meiste Westentasche, — „hier ist ei« Brief von Ihrem Herrn, de» ich Ihnen einhändigen soll, auf daß Sie ihn so schnell wie möglich an seine Adresse tragen, ohne eine Minute zu verlieren.....

schnell sage ich Ihnen, sonst könnte Herr Brehat- Lenoir zürnen.

Ich schob ihn mit beiden Händen zur Thür hinaus und er sprang in zwei Sätzen die Treppe hinunter. , ,

Ich trat an das Fenster, um zu untersuche«, ob ich im Augenblicke der Gefahr dahinaus meine Flucht nehmen könnte. Aber das Fenster war mit einem festen eisernen Gitter ^ersehe«. Auf j die Rettungsplanke konnte ich also gar nicht

„Sie müssen jetzt dem Gerichte erklären," unterbrach Herr Donneau, „was Sie zu dem Entschluß bewogen hat, Herrn Brehat-Lenoir zu ermorden, und wie Sie den Entschluß ausgeführt haben."

„Das ist sehr einfach," antwortete der Ange- Aagte mit feiner unverwüstlichen Ruhe. Ich fand in den Papieren des tobten Brehat-Kergue«, daß er in Paris einen steinreichen Bruder habe, und vor Kurzem fand ich einige Briefe, die mir bewiesen, auf wie gespanntem Fuße die beiden Brüder lebten. Aus einem dieser Briefe erfuhr ich, daß Herr Brehat-Lenoir geschworen habe, den Bretonen zu enterben.

Doch ich fand diese Papiere erst vor etwa drei Monaten. Bis dahin hatte ich immer ge­glaubt, der, dessen Stelle ich einnehme, habe keine Verwandten. Ich habe neun Jahre lang in allen Ecken und Winkeln des Schlosses nach seinen Pa­pieren gesucht. Endlich fand ich dieselben hinter dem großen Spiegel im Waffensaale.

Mein Entschluß war bald gefaßt. Die Ent­erbung wäre mir im Augenblicke um so unlieber gewesen, al« ich einiger Millionen bedurfte, um da» große Unternehmen zu beginnen, von dem ich -Ihnen so eben gesprochen und zu dessen Theil- nahme ich bett Herrn da gewinnen wollte.

Ich reifte also nach Paris, um das Testament mir zu verschaffen, da« mich enterbte. Was dieses