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JK 272.
[] Aufstand und Ministerwechsel wegen der Heiligen Schrift.
Mit sehr geringem Verständnisse hat der Zeitungsleser während der letzten Tage die Drahtmeldungen aus der griechischen Hauptstadt verfolgt. Man begriff nicht recht, wie es möglich sein konnte, daß Unruhen auSbrechen und Minister stürzen können wegen einer Uebersetzung der Evangelien in die neugriechische Sprache.
Bis jetzt hat eS in Griechenland gar keine Uebersetzung der Heiligen Schrift in die moderne griechische Umgangssprache gegeben. Dis Griechen erblicken darin ein besonderes Vorrecht für sich, daß die altgriechische Ursprache der Evangelien die Sprache ihrer Vorfahren ist. Allen gebildeten Griechen ist die altgriechische Sprache geläufig. Deswegen wurde eine Uebsrtragung ins Neugriechische für überflüssig gehalten, aber nicht nur für überflüssig, sondern auch geradezu als ein Frevel angesehen gegen geheiligte Volksüber- lieferungen.
Mit der Unioersttät in Athen ist ein orthodoxm Priesterseminar verbunden — Theologie-Schule lautet eigentlich die Uebersetzung der griechischen Bezeichnung dafür. Das Lehrerkollegium dieser Anstalt wehrte sich lebhaft gegen den Plan, die Eoangelreu inS Neugriechische zu übertragen. Es wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, daß „bie Uebersetzung des Neuen Testamentes aus der altgriechischen Sprache in eine von mehreren Gelehrten als neugriechische Umgangssprache ausgearbeitete Vvlkrmundart als Entweihung des Evangeliums zu bekämpfen sei". Die Uebersetzung wurde dennoch vorgenommen und veröffentlicht. ^Einflußreiche Kreise, an ihrer Spitze die Königin Olga aus dem ruffischen Zaren Hause, beförderten das Unternehmen, das von einem griechischen Gelehrten im Auslande geleitet wurde, dem Professor PaütS in Liverpool; und alsbald erschien die Uebersetzung in fortlaufenden Fortsetzungen in den Athener Zeitungen.Akropolis' und ,Asty'.
Nun griffen die Studenten ein. Die Schüler der Theologieschule begannen mit Entrüstungskundgebungen und sehr bald hatten sie beinahe die ganze Studentenschast der Universität auf ihrer Seite. Es wurden Protestversammlungen veranstaltet und aus einer dieser Versammlungen zog die studirende Jugend nach den Häusern der vorgenannten beiden Zritungen und richtete in deren Geschäftsräumen und Druckereien arge Verwüstungen an.
Die ganze Angelegenheit hat aber noch einen tieferen Sinn. Es handelt sich nicht allein um die Uebersetzung des Neuen Testamentes ins Neugriechische, sondern um eine ganze Richtung, die man die neuhellenische nennen könnte. Deren Bestreben geht dabin, Griechenland und die ganze griechische Bildung von dem altklassischen Griechenthum frei zu machen und zu modernistren. Man will die altgriechischen Dichterwerke durch Uebertragungen ins Neugriechische ebenso wie das
Lis dm ton rims Wenschnifeindcs.
Nach dem Französischen von Henri Cauvain.
29) ------ (Nachdruck verboten.)
Jetzt nahm ich meine Lampe, welche ich hinter dem Bettvorhänge verborgen hatte und streckte dieselbe dreimal durchs Fenster.
Ich wartete einige Minuten. Mein Herz schlug zum Zerspringen.
„Wenn nur Johann Maria auf seinem Posten ist!" sagte ich besorgt zu mir und wiederholte daS Signal.
Ein kläglicher Laut tönte durch die stürmische Nacht; derselbe kam vom Hügel her.
Dec nämliche dumpfe Ton wiederholte sich noch viermal.
Hierauf sah ich von meinem hohen Be- obachtungSpoiten aus in der Entfernung von beiläufig einer Stunde einen rolhrn Feuerstrahl die Nacht durchzucken. Es war daS mit dem Untersuchungsrichter verabredete Signal, welcher in einem Wirthshause zu Lokahr den günstigen Augenblick abwartete.
Ich schloß mein Z mmer und blies die Lampe aus.
Ich wollte mich übrigens vergewiffern, ob es wirklich der Bandit sei, der soeben das Schloß betreten.
Leise öffnete ich mein Zimmer und schlich längs der Mauer voran, um zu hören, ob ich nicht ein Geräusch in seinem Zimmer vernehme.
Als ich, am Ende des Ganges angelangt, weinen Fuß auf die Treppe fitzte, hörte ich im
Iut-a, Mittwoch, den 27. November 1901.
28. Jahrgang.
Neue Testament allen Griechen zugänglich machen, auch den minder Gebildeten, die das Alt- griechische nicht beherrschen; und man begann mit der Uebertragung der Evangelien. Die Studentenschaft steht aber mit ihren Lehrern dieser ganzen Bewegung feindselig gegenüber und deswegen gestaltete sich auch die Kundgebung gegen die Bibelübersetzung ganz besonders feindselig.
Diese Vorgänge mußten um so mehr im Parlamente zur Sprache kommen, als die Studenten einen förmlichen Krieg begonnen haben. Sie haben sich in der Universität festgesetzt und leisten bewaffneten Widerstand gegen alle Versuche, sie mit Freundlichkeit oder aber mit Gewalt zum Aufgabe« ihrer feindseligen Haltung zu bewegen. In der Kammer ging es nun mehr als lebhaft her. Denn natürlich hat die altgriechische Richtung auch dort zahlreiche Vertreter. Aber schließlich wurde eine Abstimmung erzielt, die dem Ministerium Theotokis mit 109 gegen 87 Stimmen das Vertrauen aussprach. Wie es dabei zu zu- gangm sein mag, kann man aus dem Umstande entnehmen, daß die Nerven des Ministerpräsidenten Theotokis bis zum Weinen erschüttert wurden, und daß dieser trotz seines parlamentarischen Sieges das Mmistersein fett bekam. Unter dem Vorwande, ein anderes Ministerium als das Semige müffe die Untersuchungen über die statt- gefundenen Unruhen führen, erbat er vom Könige die Entlassung, und dieser hat Herrn Zarmis mit der Neubildung des Äabmets beauftragt. Das neue Ministerium ist sehr schnell zusammengesetzt worden. Am Montag hat es dem König den Eid geleistet. Seine erste Maßregel soll sein, daS Parlament auf einige Zeit zu vertagen und alsdann wieder Ruhe und Ordnung zu schaffen. Die Studenten beharren hartnäckig auf ihrer Forderung, daß die Uebersetzer der Evangelien sxkommunizirt werden und verharren auch äußer- kch noch auf ihrer widersätzlichrn Haltung. Gerade leicht wird es Herrn ZaimiS nicht werden, den Widerstand der Altgriechen zu brecb>-n und sie mit der neuen Richtung zu versöhne..!
Deutsches Deich
& Berlin, 26. November.
+ DieZSsyrhett LS-r„L,Ovott Asm". Nicht nur die katholrfche Presse hat immer wiederholt aus die Thatsache aufmerksam gemacht, daß die sogen. Los von Rom-Bewegung nicht allem als eine konfessionelle Sache aufzusaffen ist. Es handelt sich gleichzeitig um ein Los von Oest r- reich — Los von Habsburg; alle Ableugnungen können daran nichts ändern. In ganz besonders brutaler Weise ist dies wieder einmal in oiesen Tugen zum Ausdruck gekommen; 22 „ Deutsch- Oesterreicher" unter der Führung des bekannten Radaumachers Schönerer hatten eine Reise nach Friedrichsruh gemacht, um dort Kränze am Grabe BiSmarck's niederzulegen, und Fürst Bismarck hat ihnen auch die Ehre anqethan, fie durch einen Sekretär empfangen zu laffen. Fürst Bismarck, der Kanzler, hat für diese besondere Art der Deutfchnationalen in Oesterreich niemals etwas Anderes als kräftige Abwehr und bittern Spott gehabt; ab^r auch im Grade hat er noch feine
ersten Block; eine Thüre schließen, und gleichzeitig hallte ein langsamer und ungleicher Schritt durch die todtenstillen Gänge.
Zum Glück hatte ich meine Schuhe ausgezogen und konnte mich so geräuschlos in mein Zimmer flächten.
Etwa nach einer Minute ging der nächtliche Spaziergänger an meinem Zimmer vorüber, ohne stkhrn zu bleiben. Bald darauf hörte ich ihn die Thür seiner Gefährtin öffnen.
Nicht lange und ich hörte ihn wieder von der Tobten zurückkommen.
Er st.ckle leise den Schlüffe! in meine Thüre, öffnete dieselbe, trat an mein Bett heran, und ich fühlte, wie die Strahlen seiner Blendlaterne aus meine geschloffenen Augenlider ficken.
Dann lies er einige Augenblicke im Zimmer auf und ab und schien genaue Musterung zu halten.
Endlich hörte ich meine Thür wieder schließen, und glaubte, er fei hinausgegangen, aber so aufmerksam ich auch lauschte, es war mir unmöglich, Schritte im Gange zu vernehmen.
Todtenstille herrschte, die nur das Heulen des Windes von Zeit zu Zeit unterbrach.
Aus Furcht, es könnte ihm einsallen, noch einmal zmückzukommen, blieb ich liegen.
Da fühlte ich plötzlich, wie eine Hand unter meine Becke gleitete, mein rechter Fuß wurde gefaßt und im gleichen Augenblicke empfand ich einen Stich in der Ferse.
Ich stieß einen Schrei aus und fiel in Ohnmacht.
Ruhe vor der hündischen Liebedienerei dieser Gesellen. Sie gebrauchen den Bisrnarck-KultuS zur Volksoerhktzung in Oesterreich! Die Hauptsache der ganzen Geschichte kam indeffen erst nachher in Hamburg. Dort wurde im patriotischen Hause eine Versammlung abgehalten, bei welcher der „alldeutsche" österreichische Abgeordnete Franko Stein eine seiner berüchtigten Reden vom Stapel ließ. Man soll (so sagte Stein) doch ja nicht glaube«, daß die Los von Rom-Bewegung religiös sei, jedenfalls nicht für reichsdeutfche Männer, höchstens für Frauen. Für den reichsdeutschen Mann müffe diese Bewegung eine rein politisch-nationale sein. Der Ultramontanismus mit öem Centrum an der Spitze sei der schlimmste Feind der Deutschthums; deswegen müffe das ganze Deutsche Reich protestantisch gemacht werden, und nachher würde die Vereinigung aller Deutschen im Reiche und in Oesterreich stattfinden. Es find zwar nur tolle Hirngespinnste, was Herr Franko Stein in Hamburg geredet hat. Aber fie kennzeichnen von neuem die Macher und Führer der Los von Rom-Bewegung i« ihrer ganzen Größe. Die Herren wollen ja vom Christenthum überhaupt nichts mehr wiffen, auch nicht vom protestantischen. Deswegen ist es doppelt unbegreiflich, daß je 'änger, desto mehr protestantische Prediger sich finde», die sich von dieser Bewegung als Rslseredner und Hetzapostel in Dienst nehmen laffen.
+ Herrernl Hrsf Imk »o« Iiuüeu- stei« verabschiedet! Der tommanbirenbe General des ersten Armeekorps, Graf Fink von Finkenstein, ist um seinen Abschieb eingekommen. Die Ursachen dieses Abschiedsgesuches liegen klar zu Tage: Der Mordprozeß in Gumbinnen und bas Duell in Insterburg! Bei jenem Prozeffe wegen der Ermordung des Rittmeisters von Krosigk find bekanntlich mehrere Verstöße gegen die militärische Strafprozeßorb- nung vorgekom en; und daß bei der traurigen Duellangeleger heit in Insterburg nicht nach den Vorschriften d s kafferlichen Kabinetsbefehls vom 1. Januur 1897 gehandelt worbe« ist, weiß Jede? morn. rmuttstich wird niemals gesagt werden, war: m der General seinen Abschied nimmt; es würde dies a len militärischen Gepflogenheiten entsprech« Aber nichtsdestoweniger wird man jenen vorgenannten Zusammenhang der Dinge als vorhavd n anzunehmen haben.
G Der neu« M ri«e Klar soll nach übereinstimmenden Zeaangsmelbungen in der Ausgabe 209 Millionen Mark betragen und damit um 3,4 Millionen Mark hinter dem Voranschläge von 1901 zurück Für das Rechnungsjahr 1901 sollen nenn«-, sBerthe UeberschreitURgen des Voranschlages n>ch zu erwart'« fein. DaS ist auch sehr zu wünschen!
• rmd Aechkswissetr-
schäft Die B rhMdtuflgen wegen Zulassung der Schüler der Rralaostalten zrm Studium der Rrchtswiffinschaften u d zu den juristischen Prüfungen haben der ,8 uz Zig/ zufolge zu jiner E nigung der belherl'gten VerwaltungSzweige geführt; aber istan weiß noch nicht, zu welcher.
* Der ,R':ch^arz'iger' schreibt: Vom 1. April 1901 bis Schiutz des Monats Oktober gelangten sollende KtrmaHmerr Stt Zöller» und g;meir.schaftt>chen Verbrauchssteuern zur IMMEIW—MWI WII1IW—MMT1IW MW—
XI.
Diese O -nmacht, in welche ich in Folge der Bestürzung o fi?l, und welche sich aus der ent- jetzttchrn Aufregung, in oer ich seit zwei Stunden mich be and, leicht erküren ließ, rettete mir das L dm.
Denn als der Mörder mich blaß und ohne Äthern sah, hielt er mich für tobt und vertu ß sas Zimmer.
Nachdem ich wi der zu mir g kommen war, sprang ich sofort zur Thüre und v-rrammelte dieselbe.
Dann untersuchte ich die Wunde meiner Ferse. Einige Tropfen Blutes floffen heraus, die mi. tiner braunen Flüssigkeit otrmen, t wa en. . . . Nach genauerer Prüfung erkannte ich in deffelben das unschädliche Gemisch, das ich an Stelle des furchtbaren Giftes bereitet hatte »
Ich nahm hierauf meine beiden Prstolen und fiedie sie in bie Tasche, fest entschlossen dem Mö:ber, falls er zurückkäme, eine Kugel durch den Kops zu jagen, hätte ich dadurch auch Herrn Donneau des Ruhmes berauben sollen, den furchtbaren Banditen lebendig festzunehmen.
Meine Uhr zeigte elf. Bereits eine Stunde war verstrichen, seitdem ich das Signal gegeben. Der Augenblick nahte, wo der entscheidende Kampf entbrennen sollte zwilchen dem Mörder und demjenigen, den er zu seinem Opfer gemacht zu haben glaubte. Ich zitierte vor Ungeduld und Herr Donneau schien mir entsetzlich lange auszubleiben.
Ich öffnete mit äußerster Vorsicht ein Fenster und lauschte; aber bei dem Brausen des Sturmes war es mir nicht möglich, da« Zeichen zu hören,
Ausschreibung: Zölle 305 559257 (g. b. V. Plus 17615 214), Tabaksteuer 6 521879, (Plus 62140). Zucker steuer und Zuschlag 6t 792 824 (Minus 10021440), Salzsteuer 27 404556 (Plus 267815), Maischbottichsteuer 2000483 (Minus 1207 682), Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag 79746 950 (Plus 1212416), Brennsteuer 1335 581 (Minus 525 937), Brausteuer 19436 486 (Minus 202 507), Uebergangsabgabe von Bier 2097 372 (Minus 193 227), Summe: 499 323 360 (Plus 7 066 792). Stempelsteuer sür a) Werthpapiere 8641668 (Minus 6738946), b) Kaufs- und sonstige An- schaffangsgeschäfte 7177408 (Minus 764296), Post- und Telegraphenverwaltung 239613444 (Plus 12 251212), Reichseisenbahnverwaltung 50991000 (Minus 4630000) Mark.
• Die internalionsle InLer- Konferenz soll nun also wirklich am 16. Dezember in Brüffel zusammentreten, obwohl es noch zweifelhaft ist, ob auch Rußland daran theilnehmen werde. Rußland ist jedenfalls gegen die Abschaffung der ZuckerprLmien, während Frankreich entgegen seiner frühem Haltung sich vorausstchtlich zur Abschaffung der Prämien bereit fiirden lassen wird. Eiugeladen sind Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Belgien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Holland, Schweden-Norwegen, Italien, Rumänien.
• Kdrrard AerrrKeirr Reichstags-Kandidat ! „Genosse Ede" ist von den Sozialdemokraten für die Ersatzwahl an Stelle des verstorbenen Dr. Schönlank im Reichstagswahlkreise Brest au-West ausgestellt worden. Das ist eine pfiffige Taktik der Parteileitung: Innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion des Reichtages wird fie den widerspenstigen Genoffen am aller- ehesten mundtodt machen können. Außerdem findet dessen Ehrgeiz Befriedigung!
V ZSerN«, 26. Nov. Der Kaiser begab sich, rote auS Kiel gemeldet wird, heute Bormittag an Bord des demnächst nach Ostasten abgehenden kleinen Kreuzers „Thetis", um stch von den Offizieren unb Mannschaften zu verabschieden. Dann besuchte der Kaiser die kaiserliche Werft und besichtigte mehrere Kriegsschiffe, die Aacht „Hohenzvllern" und Werft-Anlagen. Später verweilte der Monarch im kaiserlichen Iacht-Klub. — Der Besuch des Kaisers in Posen ist, wie die .Posener Zig.- meldet, für den kommenden Herbst mit Sicherheit zu erwarten. Der Kaiser wird vorausstchtlich am 7. September in Posm eintreffen und im neuen Provinzialmuseum absteigen. Er wird der Enthüllung des Kaiser Friedrichdenkmals und der Einweihung der Kaiser Wilhelmbibliothek bewohnen. — Kronprinz Wilhelm ist seit einigen Tagen unpäßlich und hütet das Simmer; er mußte die Theilnahrne an dem sogenannten ekkoratseffen beim Rektor der Unioersttät absage«. Es handelt stch um ein katarrhalisches Unwohlsein, das jedoch bald behoben fein dürste. - Ein neues Muster- Statut für (Sewerbegerichte ist dem Vernehmen nach im preußischen Handelsministerium in Ausarbeitung begriffen und soll in einigen Wachen veröffentlicht werden. — Der Zweck der deutschen Flottendemonstration vor La Guapara, dem Hafen von Carracas, der Hauptstadt Venezuelas, umfaßt außer dem Schutze der deutschen Reichsangehörigen auch noch die Be- oleichung alter Beschwerden mit der venezolanischen Regierung. Es handelt stch dabei lediglich um private Entschädigungsansprüche deutscher Reichsangehöriger. — Der bereits angekündigte Besuch des Erzherzogs Franz Ferdinand vor^Oesterreich bei unserem Kaiser stebt unmittelbar bevor. Der präsumtive Thronfolger trifft übermorgen im Neuen Palais ein, wo zu Ehren des Gastes am Abend in der Jaspisgalerie eine größere Tafel veranstaltet wird. Freitag früh reist der Erzherzog mit dem Kaiser nach der Göhrde zu den i—tsa. wr ______A L2.!.' WWMUISHS! .MAH.M nw
welches mir bie Ankunft des Untersuchungsrichters und seiner Genoffen ankünoigte.
Eine Viertelstunde verging.
Endlich in dem Augenblicke, da das Wüthen des Sturmes weniger heftiger war, meinte ich einen halblauten gedehnten Pfiff zu vernehmen.
Derselbe wiederholte sich noch drei oder vier Mal und kam von jener Seite der Gartens, wo der Fischteich sich befand. Es war kein Zweifel mehr mögl ch, Herr Donneau war mit seinen Leuten da.
Ich nahm rasch eines meiner Betttücher und preßte dasselbe zusammen, um eine Art Tau daraus zu Machen, befestigte dasselbe dann an der Eisenstange meines Fensters uub ließ mich langsam an der Mauer hinab, bis ich mit der Hand einen Ast bet Tanne erreichen konnte.
Ich klammerte mich an den Ast unb befestigte jetzt das albere E-idr des Betttuches möglichst nahe am Stamme. Auf diese Weise hatte ich eine Art Hängebrücke zwischen dem Baume und meinem Z mmer errickml.
Dann stieg ich vom Baume herunter unb eilte rasch der Gartenmauer zu.
Auf dem halben Wege hielt mich ein fürchtet- lichks Heulen auf. Es war Jakob, der unter einem dichten Grb.üsche gelegen hatte, bei meiner Ankunft aber sich erhob uns mit den Weg verlegte.
Ich versuchte leise mit ihm zu sprechen unb ihn zum Schweigen zu bringen; doch oer Bär war ungehalten, tn seiner Ruhe gestö.t zu sein und antwortete auf meine Schmeicheleien, indem er sich aus seine Hinterbetne stellte und auf mich zuschritt, um mich in seine furchtbaren Arme zu schließen.