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mit Anteryattrmgs -Aeikage „Mußrirte Somüsgs-ZttÄnrs"

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JK 271.

81 Deutschland und England.

Die Lundgebungen in Deutschland gegen die Verleumdungen de» brDschen Kolonialminister» Chamberlain haben ihr« Wirkung nicht verfehlt: schließlich hat auch die Berliner,Norddeutsche All­gemeine Zeitung' al» da« anerkannte Organ de» Auswärtigen Reichsamte» sich zu einer Kundgebung gegen Herrn Joe Chamberlain entschließen müssen, und dieser Letztere selbst wurde gezwungen, anzu­erkennen, daß etwa« bei seiner Rede in Sdinburg nicht in Ordnung war. Die Auffassung dieser Rede, di« eben in nothwendiger Weise zu den deutschen Pr«testkundgebungen führte, sollte angeb­lich auf eine« Mißverständnisse beruhen — auf wo« für einem, hat Herr Chamberlain ver­schwiegen. Er kann e« ja auch nicht sagen, denn e» handelt sich um kein Mißverständniß. Den Eng­ländern im Allgemeinen ist endlich zu Gemüthe geführt worden, daß der deutsche Michel denn doch in so gewaltthätiger Weise nicht auf sich herum- trampeln läßt; und heut» hat die überwiegende Mehrzahl der Engländer infolge dessen die Er- kenntniß dafür gewonnen, daß ihr Kolontalmtnister wieder einmal eine große Dummheit gemacht hat.

Wieder einmal! Denn solche rednerische Entgleisungen sind bei ihm freilich nicht- Neue« mehr. Diesmal trieb er eS zwar auch für seine Verhältniffe ein wenig arg, denn er verletzte Deutschland, Rußland, Frankreich und Oester- reich-Unzarn in einem Atbemzuge. Aber viel bester war e« auch nicht, als er bei der Behandlung des bekannten Fafchoda - Streite- mit Frankreich diesem unsagbare Grobheiten in- Gesicht schleuderte und ein ander Mal Rußland in ganz unfläthizer Weise angriff, al- diese- Porr Arthur am Gelben Meere im fernen Ost- asten besetzt hatte. Bei -er Edinburger Rede war die Sache deswegen so schlimm, weil Deutschland in einem Punkte verletzt wurde, in dem e- sehr empfindlich ist: Der Krieg von 1879/71 galt der V^rtheidigung gegen unge­rechte Angriffe; de-wegen erhob sich auch der Widerspruch in so ungemein kräftiger Weise.

Wie ist e- möglich, daß ein Mann, der seiner Zunge so wenig Herr ist, wie Herr Chamberlain, so lange britischer Minister bleiben kann? Nun, man glaubt in England angenscheinlich, man müffe ihn haben, um die Wirren in Südafrika in gedeihlicher Weise zu behandeln; man häll ihn sür unentbehrlich, so lange nicht Friede mit den Buren geschloffen ist oder diese sich unterworfen haben. Auf andere Weise ist da- nicht zu erklären.

Die deutschen Kundgebungen de- Wider­spruche- gellen der Person d»S Minister- Chamberlain und nicht der ganzen britischen Regierung, geschweige denn dem brittschen Volke in seiner Gesammtheit. Niemand denkt dabei daran, mit solchen Kundgebungen den Eng­ländern al- Volk den Fehdehandschuh hin- zuwerfe». Aber daß da- Verhältniß zwischen den Deutschen und den Engländern nicht bester dadurch geworden ist. versteht sich von selbst. Wenn die britische Regierung eine- ihrer Mit- glieder in solchen Fällen unterstützt, macht sie bi- zu einem Grade gemeinsame Sache mll thm; und da- ist geschehen. Denn kein einzige- der Londoner Regierungsblätter hat eS für nöthig

Les tont eines

Nach dem Französischen von Henri Cauvain.

28) --(Nachdruck verboten.)

Vor dem Dorfe begegnete ich Johann Maria, der ein wahre» Freudengeschret erhob, al» er mich sah. Er hob seine kleine Schwester, die ihn be­gleitete, in die Höhe und wollte, auch sie sollte mir guten Tag sagen.

Ich stieg vom Pferde und nahm den Knaben bei Seite.

„Du steigst jetzt mit mir auf'« Pferd", sagte ich zu ihm, „und wenn wir beim Schlosse stnd, dann führst Du dasselbe dem Vater Klau« zurück."

(St gehorchte und setzte sich zu mir in den Sattel. Weiler rettend sagte ich zu ihm:

„Johann Maria, ich werde jetzt bald fort­gehen. Weil Du immer mit so viel Eifer und Verständigkeit die Aufträge verrichtet hast, die ich Dir gegeben habe, so sollst Du vor meiner Ab­reise noch ein Andenken bekommen. Aber Du mußt mir noch einen letzten Dienst erweisen. Merke jetzt wohl auf und behalte, wa« ich Dir sage. Heute Abend gehst Du um neun Uhr auf diesen Hügel dort und bleibst bi« Mitternacht; Du kleidest Dich warm an und nimmst Dein Kuh­horn mit Dir, und wenn Du in dem Schloß­fenster, da« dort über der hohen Tanne sich be­findet, ein Licht leuchten siehst, dann stößt Du au» Leibeskräften mehrere Male in Dein Horn."

Der Knabe drehte sich auf dem Sattel um Und schaute mich mit großen Augen und offenem Munde an.

Iutöa, Dienstag, den 26. November 1901.

28. Jahrgang.

befunden, auch nur mit einer Silbe anzudeuten, daß Chamberlain- Ungehörigkeiten nicht den Beifall seiner Ministerkollegen hätten. Auch dafür hat man in England theilweise da- rich­tige Gefühl. So stellte am letzten Sam-tag der Londoner ,Daily Telegraph' warnende Betrach­tungen darüber an, was wohl werden sollte, wenn zwischen Deutschland und England ein regelrechter Zwist zum Ausbruch kommen möchte. „Da« leiseste Anzeichen einer ernstlichen Ge­fährdung der frirdlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern würde eine finanzielle Krise zur Folge haben, wie sie in der Neuzeit nie schlimmer vorgekommen ist. Man müßte an­nehmen, daß dem Germanenthum die ihm bis­her eigenthümliche Verstandeskraft und klare Urtheil-fähizkeit abhanden gekommen seien, wen» nicht die verständigen Elemente in Deutschland sich anschicken würden, dem Urberhaudnehmen der jetzigen englandfeindlichen Bewegung Einhalt zu thun" — so läßt sich da- genannte Blatt vernehmen, und der deutsche offiziöse Draht war brfliffen, die Aeußerung weitet zu verbreiten.

Bor Urbereifer zu warnen, ist immer gut. Aber wenn die ausgesprochenen Berliner Re­gierungsblätter auch aut ein einzige- Wort der Abwehr alsbald nach der Edinburger Rede Chamberbain'r gesagt und nicht hätten Wochen ins Land gehen lasse«, bis sie sich endlich dazu entschloffen, dann würde die Volksbewegung gegen den brittschen Minister gar nicht entstanden fein. Die Schuld daran tragen also sur Herr Chamber­lain selbst und die Berliner Oifizösen; und wer nur ein wenig offene Auge« für diese deutsche Volksbewegung hat, der weiß ganz genau, daß sie mit einer VolkSfeindschaft gegen daS Briten- thum nicht- zu thun haben, obwohl da- Briten« thum der Geduld der Kulturvölker durch die in Südafrika begangenen Gewaltstreiche und Roh­heiten wirklich ausnehmend starke Proben aufer« legt. Im deutschen Volke weiß man eS sehr genau, daß Deutschland keinen einzigen Bundes« gesoffen finde» würde, wen» er für die Buren gegen England in die Schranken rette - wollte. Da- weiß man nicht nur in Drutschla^. sonder« auch in dem den Buren so naherr wandten Holland. De-wegen brauchen die bett mten Be- ichrvichtigmrgS'Hostäthe in Berlin noch mge nicht in Angst zu gerathen, wegen des Verhältnisse- zwischen Deutschland und England. Diesem Letzteren find gerade in der neueste» Zett von deutscher Seite so unendlich viele LrrbenS-cürdig- kette» erwiese» worden, daß eS gar nicht- schadet, wenn die Engländer auch einmal gewahr werden, daß man der deutschen Gutmüthigkeit nicht gar zu viel zumuthrn darf.

Die deuttchen Volkskundgebungen gegen Herrn Chamberlain find als» durchaus am Platze ge­wesen und haben ihre volle Wirkung gethan. Und Niemand hat dabei dem deutschen Reichs­kanzler Maßregeln für seine Politik vorschreibgu wolle», wie ängstliche politische G^müther behaupten möchten!

Deutsches Keich.

Berlin, 25. November.

X Krane und Stadl Merlin. In entern Schreiben an den Magistrat von Berlin bestättgt

„Du weißt, ich verlange von Dir die größte Verschwiegenheit. Versprichst D» mir also, zu thnn, wa« ich von Dir verlange, ohne irgend Jemanden etwa« davon zu sagen?"

„Wa« für einen sonderbaren Einfall haben Sie da? Doch sich habe versprochen, ich wolle alle« thun, wa« Sie verlangen; Sie können also auf mich zählen. Ich will mir beim Michel da« große Horn holen, da« man bei gutem Wetter eine Stunde wett hört. Um neun Uhr schlüpfe ich daun durch da« Stallfenster und springe auf den Hügel. Dort will ich dann immer auf da« Schloß Hinschauen. Seien Sie ohne Sorge, ich habe gute Augen und werde da» Licht schon sehen."

Wir waren am Ende der Kastanienallee an- gelangt.

Ich sprang vom Pferde und hob dann Johann Maria herab.

„Da", tagte ich, „gib die« dem Later Klau» für sein Pferd und die» gehört Dir- Wenn Du dar, wa« ich Dir jetzt aufgetragrn, gut »errichtest, so gebe ich Dir zur Belohnung noch zehn solche Stücke."

Der Knabe fand kein Ende mit seinen Danker­bezeugungen und den Betheuerungen seiner An- hängttchkeit.

Ich trat in'« Schloß.

X.

Loknevinen, Sonntag.

Gerichtshof erster Instanz von Loknevinen.

Zimmer de« Untersuchungsrichter».

Gestern war ein abscheuliche« Wetter. Der Wind blie« heftig und die Schneeflocken, vom

der preußische Minister des Inner», daß der Oberpräfident brr Provinz Brandenburg voll­kommen richttg mit seiner Weigerung gehandelt habe, über die zum zweiten Male erf»lgte Wahl des StadtratheS K a u f s m a n n zum Bürgermeister au die Krone zu berichte». Ziemlich gleichzettig hat der Oberpräfident- dem Magistrat eine neue Belehrung angedeihen lassen. Der Magistrat hatte im Mai d. I. beschlossen, den 14 ältesten Magi- strats«Assessoren den Titel MagistratS-Rath zu verleihen. Sehr bald danach wurde ihm vom Oberpräfidium die Kunde, daß der Titel „Rath" nur rou höherer Stelle aus verliehe» werden könne. Der Magistrat wandte sich an da- Ministerium de- Innern mit der Anfrage, ob die Sache sich so verhalte, und hat nunmehr den entsprechenden bejahenden Bescheid bekommen: Der Magistrat hat nicht da- Recht zur Ernennung von Rathen ttn Dienste der Stadt Berlin.

• Der Aro»prinz sollte angeblich eine Weltreise machen wollen. Im Gegensätze dazu schreibt die offiziöse ,Notdd. AllZem. Zig.', daß die Nachricht erfunden sei.

+ Spaß« ««d leite K«de. Ein Straßburger Professor, der Senior der dortigen philosophischen Fakultät, hat in der Hamburger Wochenschrift ,D«r Lotse' die ganze preußische UniverfitätSoermaltung der letzte« Jahrzehnte einer absprechenden Äritil unterzogen, und zwar namentlich von dem Gesichtspunkte aus, daß den Universitäten daS Selbstbestimmungsrrcht über die Neubesetzung von Professuren allzu sehr ver­kümmert werde. Dis Kritik richtet sich nament­lich gegen den Ministerialdirektor Althoff als de» Leiter der Univerfität-verwaltung. Dieser läßt nun dem Straßburger Profeffor durch die ,Nordd. Allgem. Zeitung sagen: er werde nicht verfehlen, den Artikel (im Hamburger «Lotse»') in be« nächsten Tage» . . . einer so eingehenden Beleuchtung zu unterziehen, wie er eS verdiene". — Direktor Asthoff ist nicht durch allzu große Höflichkeit bekannt. Die Erwiderung kann also unter Umstände» recht kräftig au-fallen!

• Sie preußische Ka««?ysrl«-se kann in gewissen Blättern noch immer keine Ruhe finden. Jetzt hat wieder einmal die ,Kölnische Zeitung' die Weisheit u?n sich gegeben: e« könne „mit Sicherheit daraus hingewiesen werden, daß eine neue umfassende Kanalvorlage demnächst den preußischen Landtag wieder beschäftigen werde." Wa« heißt „demnächst"? Im nächsten Tagungr­abschnitte wird der preußische Landtag verschont bleiben, da« steht nun einmal fest.

* cheae» da» A«eL wendet fich i» einem scharfen Artikel im .Reichsboten' der bekannt- protestanttsche Pastor o. Bodelschwingh in Bethel bei Bielefeld. Er erzählt, wie vor 55 Jahren sein Bruder im Duell erschossen wurde, stellt dann de» Tod im Duell mit dem Tod aus dem Schlachtfelde gegenüber und fährt dann fort: „Ich kann e- nicht ttef genug bedauern, daß auf der Generalsynode Stimmen laut wurden, auch von edlen Lippen, die de» Tod im Duell mit dem Tode für das Vaterland so ziemlich in gleiche Linie stellen wollten." Die Haupt­schuld am Duellelend trage die Kirche, so lange sie nicht eine ebenso klare, mannhafte Stellung der Duellfrage gegenüber angenommen habe, wie es diesmal der Gumbinner Geistliche

Stur« gejagt, drangen bei den Fenstern herein und wehten mir in’« Gesicht.

E« war Abend» sieben Uhr, al« ich «einen Beobachtungtpvsten bezog.

Meine Auge» gewöhnten fich allmählich an die Dunkelheit und ich konnte bald da« Gartengttter unterscheiden.

Jakob lief heulend um da« Hau« herum. Glücklicherweise hatte ich in der Speisekammer noch ein Stück Fleisch entwenden können, da» ich ihm hinwarf, um seinen Hunger in etwa zu stillen.

Die Zeit verging langsam. Jede Minute kam mir m>te ein Jahrhundert vor. Eine schreckliche Aufregung bemächtigte fich meiner mehr und mehr.

Ich ließ an meinem Geiste den Plan vorüber­ziehen, den ich ouigefonnen hatte, um den Banditen festzunehmen. Der ganze Plan schien mir schlecht und ungeschickt. Ich fürchtete, derselbe werde miß­lingen und der Mörder noch einmal der Gerechtig­keit entgehen.

Wenn er nicht zurückkäme! . . . Wenn diese Reise nur eine List gewesen wäre, um der Ver­folgung zu entgehen, von welcher er fich be­droht sah!

Vielleicht hat er, statt den Weg nach Kerguen zu nehmen, den nach Brest eingeschlagen. Biel­leicht trägt ihn in diesem Augenblicke, wo ich seiner harre, um ihn zu ergreifen, ein Schiff über den Ozean.

Alle diese Gedanken umflatterten meinen Geist und ließen mit die Stunden be« Harren» nur länger und grausamer erscheinen.

E« schlug zehn Uhr.

gethan. Die katholische Kirche hat zu allen Zette» i» der schärfsten Weise gegen da- Duell Stellung genommen — wa- der ,Reichsbote' zwar sehr wohl weiß, aber seinen Lesern ver­schweigt, damit dieselben nur ja nicht auch ein­mal etwas Gutes von der katholische» Kirche er­fahren.

x Arl-tt-it-t- ist glücklicherweise wirklich nicht so schlimm, wie sie im ersten Schrecke« vo» vielen Behörden, Gemeindever­waltungen und Städte» dargestellt worden war. In diesen Tagen hat der Ausschuß bei Ver­bände- deutscher Arbeitsnachweise unter dem Vorsitze de- Dr. Freund in Berlin be- rathen und ist auf der Grundlage der eiugegan- gene« Berichte zu verhältnißmäßig erfreulichen Ergebnissen gelangt. Danach ist es freilich „un­bestreitbar, baß eine über den gewöhnlichen winterlichen Umfang hinausgrhende Arbeitslofig- kett besteht; aber baß sie den Charakter eine- Roth st andes angenommen habe, findet in den vorliegenden Nachrichten keineBegründung. Die Arbeitslosigkeit ist vielmehr über die rer- schiedenen Theile des Reicher ungleich vrrth-ttt. Ein wesentlicher Theil der arbeit-lo- Gewordruen ist anscheinend von solchen ErwerbSzweig?« aus­genommen worden, zu bene« bisher ein Z-Mang von Arbeitskräften nicht stattfand." Natürlich muß man diesen Dinge« fortgesetzt bU regfte Aufmerksamkeit zürnenden; eS könnte ja noch schlimmer werden!

-f- Sslenthxm Ur Hr-rfchlefit». Dis Gemeindewahlen in der obers^fisch-n Stadt Beuthen haben be» Polen klar brw^ftn, baß daS Centrum feinen Wähler« richt allzu viel znmuthen darf; denn sehr viele kaü o! >che Wähler in der genannten Stabt Hatzen mcht nach derjenigen Kandidatenliste gewählt, die zwischen den Parteileitungen des CentrumS und der Pole» vereinbart worbe» war. Schlüffe daraus auf Wahlen zum Reichstage zu schließe, ist nicht zulässig. Bei Gemeindrwahlm em- scheide« nicht nur Parteischlagworte, sofern auch viele örtlichen Interessen; deswegen pfl-ge.« dabei die Parteiparole« nicht so genau inn - ge­halten zu werden, wie bei rein politischen Wahlen. Au- diesem Beuthener Fall-: mögen aber immerhin die Polen die Warnuvg ziehen, de« Bogen doch ja nicht zu straff zu fpinreu. ES kösnte sie sonst gereuen. Denn nochmals sei eS gesagt: im Kriegsfälle zwischen Centrum und Pole« würben diese Letzteren die Krie^skosten zum allergrößten Theile zu tragen habe« nicht das Centrum. Nichtsdestoweniger rvoklm die polnischen Hetzapostel auch Oberschlesien nicht in Ruhe lassen: der Verlag de- bekannten Posener BlatteS ,Praca' will nächstbem auch in Ober­schlesien ein radikal-polnische- Blatt heran-gebe« I

V Merkt«, 25. No». DerKaiser ist heute vor. mittag 81/! Uhr mittelst vonberzugeS in Kiel eine-e. troffen und am »ahnhofe vom Prinzen Heinrich und der Admiralität begrüßt morden. Mittags wohnte der R.ifer der Rekruten-Vereidigun, bei und hielt bet dieser Gelegenheit eine Ansprache, in welcher er auf die jüvOeu Ereignisse in China hinwieS und die jungen Soloaten ermahnte, dem Beispiel der zurück,etehrten fir-g eichen Kämpfer zu folgen und oen Fahneneid treu zu h Ulen. Mch Beensigung der Feier, welcher auch Deputatwr-en der in Kiel anwesenden russischen und türkisch"' Seb ffr beiwohnten, nahm der Kaiser mit den Flagz-Orfiz-errn

Plötzlich meinte ich durch da« Stchre Dunkel hindurch ein kleine-, schwache Licht z« scheu, das näher kam.

Ich beobachtete aufmerksam; daS L cht war verschwunden.

ES »ar eine Täuschung, dachte ich, und ein Seufzer der Entmuthigung entrang fich meiner Brust.

Ich hatte indeß die Steve, wo ich da- Licht verschwinden sah, nicht aus dem Auge ge­lassen.

ES kam mir jetzt vor, al- wäre das Dunkel au dieser Stelle dichter. Ich bemerkte auf dem Schnee einen großen, schwarzen F eck.

Dieser Fleck schien sich dann i« zwei zu theilen.

„Er hat einen Gefährten," sagte ich zu mir, „alles ist verloren!"

Ein lautes, andauerndes Brummen, da- an mein Ohr drang, beruhigte mich endlich.

Der Gefährte war Jakob, der dem Herrn seine Aufwartung machte.

Bald darauf sah ich wieder das Licht der Blendlaterne, da- sich näherte.

Dasselbe kam durch die HofthÜr und ging «ach der dunklen Ecke, in welcher sich der Käfig des Bäre« befand.

Er sieht nach, .dachte ich, ob seine Befehle auSgeführt wurden und Jakob wirklich drei Tage über nüchtern geblieben sei.

Endlich näherte fich das Licht immer mit derselben Behutsamkeit und derselben Vorsicht dem Hause, und ich hörte, wie die Schloßthüre mit kaum vernehmbarem Geräusch geschloffen wurde. (F. f)