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KuldaerMZeitung W

HHdUf1 te Sxü*. '** mit Ilnterhaktungs -Beilage „Mustrirte Sonntags-Zeitung" --

JS 269.

Jutöa, Samstag, den 23. November 1901.

28. Jahrgang.

[] Der „Fall Spahn" und die Umverfitäts-Prosefforen.

Der GeschichtSprofeffor Theodor Momm­sen in Berlin ist ein großer Gelehrter. Aber er ist ein schlechter Politiker. Wenn Theodor Mommsen römische Geschichte lehrt, glauben wir ihm gern. Aber wenn er de» «Fall Spahn" beurtheilen will und aller dar, war im Zusammenhänge damit steht, dann haben wir er nicht mehr mit dem großen Gelehrten zu thun, sondern mit einem recht «inseitigen, recht voreingenommenen Manne au8 einer politischen Schule, die man bald genug nut noch aus der Vergangenheit kennen wird. Herr Profeffor Mommsen be­kennt sich nämlich zu den «Freifinnigen", die ihren «freien Sinn" auch dadurch zu bethätigen pflegen, daß sie mit großem Eifer alles das anzufeinden und zu verunglimpfen suche», was auf dem Boden des positiven Christenthums steht. Ob eS sich dabei um etwas Katholisches oder Protestantisches handelt, ist ziemlich gleich- giftig; aber alle- Katholische ist de» Leuten von den «freisinnigen" Partei-Ueberresten ge­wöhnlich noch mehr böhmisches Dorf, alS alles Andere, was zum Christenthum sich zu be­kennen wagt in unserer glaubenslosen zersetzen­den Zett.

Profeffor Theodor Mommsen hat, wie be­kannt, an mehrere Zeitungen einen offene« Brief gesandt, in dem er Widerspruch erhebt gegen die Ernennung deS Dr. Marti« Spahn zum Profeffor der Geschichte in Straßburg mit dem ausdrücklichen Hinweise darauf, daß er Katholik ist. Alle Forschung, sagt Mommsen, müffe «vorauSsetzungSloS" sein, nicht abhängig von bestimmten Bedingungen; ein Forscher also könne nur dann sachgemäß zu Werke gehen, wenn er allen Parteiungen und Meinungen «ubecheiligt gegenüberstehe. DaS klingt sehr gut. Aber die Anwendung des an sich richtigen Grundsätze- ist falsch.

Erstens ist eS ganz und gar nichts Neues, daß bestimmte Profeffuren mit Katholiken besetzt werden sollen. ES gibt solcher Profeffuren in Deutschland mehrere, wie Profeffor Freiherr von Hertling in einem offenen Schreiben an den Rektor der Münchener Universität, Profeffor Lujo Brentano, dargethan hat. ES handelt sich dabei um Profeffuren der Philosophie und der Geschichte, und wer noch einen Funken non ge­teerter und unparteiischer Beurtheilungsweise sich bewahrt hat, wie sie gerade Profeffor Mommsen für die gelehrte Forschung verlangt, der muß ohne Weiteres zugeben, daß eS etwas ganz Anderes ist, ob diese Fächer von Männern ge­lehrt werden, die auf katholischer Grundlage stehe«, oder von solchen, die der Kirche alS Gegner gegenüberstehen. Chemie oder Mathe­matik hat mit diese« Dingen sicherlich nichts zu thun, und eS kann für jeden Studenten gleichgiltig fein, ob die Lehre von der

Lis dem lede» eines MMeifMes.

Nach dem Französischen von Henri Lauvain.

26) ------ (Nachdruck verboten.)

Diese Enttäuschung nahm mir indeß den Muth nicht, ich sann nach einem Mittel, wie ich am sichersten in daS Zimmer gelangen könnte, ohne die Spuren eines Einbruches zurückzulaffen.

Während ich so in Gedanken vertieft war — gleich einem andern Robinson auf dem Baume sitzend —, erhob ich zufällig meinen Blick und gewahrte links von diesem Fenster eine andere kleine Oeffnung von viereckiger Gestalt, welche ein an das Zimmer anstoßendes Gemach zu er- Hellen schien.

Ich stieg noch höher den Baum hinauf, bis «ein Auge durch die Oeffnung sehen konnte. DaS Grün der Zweige war jedoch so dicht über meinem Haupte, daß ich nichts unterscheiden konnte.

Ich bog die Zweige, welche am meiste« das Licht abhiefte», auseinander und schaute von Neuem.

AlS nach einer Weile mein Auge sich etwas an daS Dunkel gewöhnt hatte, erkannte ich, daß meine Ahnung richtig war. DaS kleine Fenster erhellte ein kleines Gemach von etwa sechs Fuß im Quadrat. Ich meinte sogar, auf der linken Wand eine große dunkele Stelle zu bemerken, welche die Thür fein mußte, die das Gemach mit dem Zimmer verband.

Bald zog meinen Blick ein anderer Heller Gegenstand aus sich, der aus einer dunklen Ecke sich erhob und eine ganz merkwürdige Gestalt

Heüung der Knochenbrüche von einem katholische« oder protestantischen Gelehrten der Heilkunde vor­getragen wird. Auch die Geschichte de« alten Rom, die da« besondere Fach Theodor Mommsen'« ist, erfordert in diesem Sinne nicht die Zuge­hörigkeit zu einer besonderen Konfeffion oder reli­giösen Richtung. Aber bei Philosophie und Ge­schichte handelt e« sich doch eben nicht nur um die reine sachgemäße Forschung, sondern auch um be­stimmte Anschauungen, um ganz bestimmte Beur- theilungen der einzelnen Forschungsergebnisse, und wenn nun Theodor Mommsen und mit ihm viele andere UniverfitätSprofefforen eine Kundgebung veranstalten gegen die Ernennung eines katholischen Universitätsprofeffors an der Straßburger Uni­versität, dann beweisen sie damit nur das Eine, daß sie nicht das sind, wofür sie sich aus­geben, nämlich Bertheidiger der freien Forschung, sondern da» Gegentheil davon. Denn sie stehen auf dem vollkommen unfreien und außerordentlich engherzigen und parteiischen Standpunkte, daß sie der katholischen Auffassung philosophischer und historischer Gegenstände mit Gewalt Thür und Thor versperren wollen.

Thatsächlich hat ja auch Professor Mommsen wenig Glück mit seinem Felozuge gegen die Ernennung Spahn's zum Professor der Geschichte in Straßburg. Zustimmungen hat er bisher nur aus München unv au» Heidelberg erhalten. An seiner eignen Universität Berlin ist keine solche Zustimmungsadreffe für ihn zu Stande gekommen, und man weiß bereits, daß daraus überhaupt nichts werden wird.

Es ist ganz falsch, wenn liberale Blätter die Behauptung aufstelle», es handele sich hier um katholische Parttätsbestrebungen. Wenn daS der Fall wäre, dann würden auch alle einsichtsvolle» Katholiken Widerspruch dagegen erheven. Denn bei der Besetzung von Profeffuren, bei denen konfessionelle, dogmatische und dergleichen An­schauungen überhaupt nicht in Frage kommen, soll und darf nur die Tüchtigkeit und die Leistungsfähigkeit deS Kandidaten in sein-m Fache entscheide», ohne Rücksicht auf feine K -nfessio«. Aber die Katholiken haben durchaus das Recht zu dem Berlangen, daß sie in denjenigen Fächern, in denen eS sich um verschiedene Ar i hauunge» bei der Beurtheilung der Dinge ha -belt, an allen Universitäten auch Vertreter ihrer An­schauungsweise finden, nicht allein an dieser oder jenen Universität; und vor allen Dingen muß dies dort der Fall sein, wo auch katholische Theologen ihren Studien obliegen. DaS ist nichts weiter al» eine Forderung der Gerechtigkeit. Daß die Erfüllung dreser Forderung in einem einzigen Falle einen gegnerischen Feldzug unter de» Professoren wachruft, ist ein trauriges Zeichen für deren einseitige Verranntheit und ihre Gelüste, alles positive Christeuthum zu unterdrücken, aber durchaus nicht für rechte Anfichten über daS, waS freie Forschung in Wahrheit sein soll!

Deutsches Keich.

Berlin, 22. November.

X Der bisherige deahche Botschafter io Fondon Graf Aatzfeld ist gestorben. Mit ihm ist einer der tüchtigsten, gewandtesten, arbeit«

hatte. Man hätte denselben mit einem ungeheuren Spinnengewebe vergleichen können.

Es war ein Skelett!

Diese Entdeckung verdoppelte meinen Eifer und gab meiner Neugierde neue Nahrung. Ich wollte um jeden Preis in dieses geheimnißvolle Gemach etnk,ringen. Nach wenige» Minuten des Nachdenkens fand ich ein Mittel, das mir de» Eintritt ermögliche« konnte, ohne eine Spur zurückzulassen.

Ich schnitt mit meinem Messer einen harzigen Zweig der Tanne ab, der mir der trockenste zu ein schien, und zündete denselben an. Alsdann »efestigte ich diese brennende Fackel neben mir. DaS Fenster bestand aus vier in Blei gefaßten Scheiben. Ich hielt die Klinge meines Messers in den brennenden Zweig, bis diese weißglüheud war und begann, das Blei zu durchschneide«.

Erst nach lange«, unfruchtbare« Versuche« tonnte ich endlich eine Scheibe abheben. Vor- ichttg nahm ich dieselbe und legte sie auf eine« Mauervosp'ung.

Ich hatte diese Arbeit mit der Gewandtheit eine- erfahrene« Spitzbuben vollbracht. Jetzt leckte ich meine Hand durch das Loch, griff nach >em Fensterriegel, der ganz eingerostet schien, und »rächte denselben endlich zum Weichen. Das Zensier ging auf und ein scharfer Geruch, ähnlich dem einer Todtengruft, drang mir entgegen.

Ich nahm meine Harzfackel, schlüpfte durch das enge Fenster und betrat das so ersehnte Ge­mach. Dasselbe war etwas länger als breit, und seine nackten Wände rochen stark «ach Feuchtigkeit.

samsten und umfichttgsten deutschen Diplomaten geschieden. Geboren wurde Graf von Hatzfeld- Wildenburg am 8. Oktober 1831. Nachdem er von Anfang der 60er Jahre ab Botschaftssekretär in Paris gewesen war, wurde er 1868 in das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten be­rufen, wo er alS Wirklicher LegationSrath und vortragender Rath in enge Beziehungen zu BiSmarck trat, dem er auch im Jahre 1870/71 bei de« schwierigen Geschäften im Hauptquartier zur Seite stand. Er blieb bis 1874 als vor­tragender Rath im Auswärtigen Amte und wurde ban« als deutscher Gesandter nach Madrid geschickt, wo der Carlistenkrieg einen geschickten Diplomaten erforderte. Sr blieb bis zum Oktober 1878 in Madrid und wurde dann Botschafter in Konstantinopel, wo er sich ebenfalls schwierigen Lagen gewachsen zeigte. Im Sommer 1881 wurde Graf Hatzfeld bis auf Weiteres mit Wahrnehmung der Geschäfte deS Staatssekretärs beauftragt und am 13. Oktober 1882 endgiltig zum Staatssekretär des Aus­wärtigen und zum preußischen Staatsminister er­nannt. Sr wurde in dieser Stellung eine große Stütze des Fürsten Bismarck, der seine Er­nennung zum Staatssekretär nicht ohne Wider­stand durchgesetzt hatte. Im Herbst 1885 wurde Graf Hatzfeld zum Botschafter in London ernannt, wo in Folge der von Deutschland ein« geschlagenen Kolonialpolitik und der Ausdehnung des deutschen Handel« die Anwesenheit eines be­sonders geschickten Diplomaten «öthig wurde. In den letzten Jahren hatte ihn andauernde Kränk­lichkeit vielfach längere Zeit an der Ausübung seiner Geschäfte verhindert. Er mußte oft längere Monate Urlaub nehmen und war während dieses Urlaubs von dem preußischen Gesandten in Hamburg Grafen Wolff-Meternich vertreten worden, der jetzt zu seinem Nachfolger ernannt ist. Gras Hatzfeld war katholisch und hat vor seinem Tode die hl. Ct-rbesakramente empfangen.

X Der ehemalige Gesandte beim Vatikan, Htto v. Aülow, ist in Rom in Folge eines Herzschlages plötzlich gestorben.

-j- Die IsKvarlage« tat Aeichstage. Aller Voraus st »t «ach wird die erste Lesung der Zollvorlagen noch vor Weih­nachten im R-üchStage erledigt werden. DaS würde auch da» einzig richtige Verfahren fein und vermuthlich von keiner Seite ernsthaften Widerspruch finde«. Herr Eugen Richter sucht «ach wie vor in seiner ,Freifin«ige« Zeitung' nachzuweise«, daß eS «höchst einfach" sei, gewiffe Theile der Zollg,setze ohne Korn- misfionSberathung sofort im Plenum des Reichs­tage» zu erledige«. Die Anstchte» find bekannt­lich getheilt. Daß es parlamentarisch möglich ist, so zu verfahren, unterliegt freilich keinem Zweifel. Eine Verständigung darüber kann doch aber erst erfolgen, nachdem die einzelnen Fraktionen über die Marschroute schlüssig ge­worden find, die fie einschlage« wollen.

+ Die wirthschafttiche Bereinigung im Reichstage, genauer gesagt die Gründung einer solchen, wird von dem Partei Organ der Konser- natUen, der.Konservativen Korrespondenz', nicht ohne weiteres gutgeheißen. Die ,Kons. Korr.' meint, eS könne ja gar nicht richtig sein, daß Versuche gemacht würde», eine neue wirthschast-

Ich näherte mich zuerst dem Skelette, daS am meiste» meine Neugierde erregte.

ES war das Skelett eines Menschen von hohem Wüchse und solidem Baue. Ich unter­suchte dasselbe genau und wunderte mich am meisten Über die sonderbare Form der Füße, die an der oberen Seite eine sehr merkliche Erhöhung trugen.

Sie werde» fich erinnern, daß ich die näm- liche Beobachtung am Tage der Sektion bei Herrn Brehat-Lenoir gemacht habe, als ich die Decke aufhob, welche die beide» Füße verhüllte.

Dieses Zusammentreffen überraschte mich. Ich »ahm genau daS Höhenmaß des Skelettes und setzte bann meine Untersuchung fort.

Ich entdeckte in ber Mauer nicht die geringste Spalte, bie mich hätte vermuthen lassen können, baß ein Versteck angebracht fei.

Dieselbe war mit Hartern Kalkmörtel über- Irichen, der überall vollkommen zusammenhing.

AIS ich eben bie Untersuchung ber Wände liefet feuchten Gruft beendigt hatte, stieß mein Fuß gegen etwas an. Ich näherte meine Fackel >em Boden und bemerkte, daß einer der Ziegel­leine, mit welchen der Fußboden deS Gemaches mSgelegt war, von meinem Fuße ein wenig in )ie Höhe gehoben wurde. Ich ließ mich auf )ie Knlee nieder und hob mit einem Finger ziem­lich leicht den Stein hinweg.

Ein tiefes und sehr enges Loch befand fich an dieser Stelle, und ich zog au» demselben einen langen, dünnen, oben zugebundenen ledernen Sack.

In diesem Sacke sand ich mehrere Gegen-

liche Vereinigung wie diejenige von 1878 zu bilden, da die Auktionen noch nicht versimmelt feien. Dieser Einwand hat seine Berechtigung. Auch in diesem Blatte ist bereits darauf hinge- wiese« worden, daß die Versuche, eine solche Bereinigung aufs neue zu bilden, vorläufig noch sehr im Verborgene« angestellt worden feste müssen. Vorläufig könnte eS fich ja in der Thal nut um ausgestreckte Fühler gehandelt habe». Dan» schreibt bie ,Ko»s. Korr.' weiter:

ES ist überhaupt fraglich, ob bie Fraktionen zur Bildung einer so starken Vereinigung ge­neigt fei» werden. Ei« kleinerer inter­fraktioneller Ausschuß würde vielleicht B-essereS leisten. Jedenfalls wird aber dje Sache erst reiflich zu erwägen fein, und eS dürfte fich empfehlen, diesen Erwägungen nicht störend vorzugreifen.

Ob die Vorbereitung gegenseitigen Berständ- ntsses innerhalb einer wirthschaftlichen Vereinigung nach dem Muster derjenigen von 1878 getroffta wird, oder in einem kleinern, auS Mitgliedern mehrerer Fraktionen gebildeten Ausschuffe, dürste im Grunde genommen gleichgiltig sein. Die Hauptsache ist, daß überhaupt etwas Der- artiges zu Stande kommt, um eine Verständigung über die Höhe der Zollsätze innerhalb der Mehr­heitsparteien so schnell wie möglich in die Wege zu leiten.

fc Aeuderung des Nörsengesetzer. Amt­lich wirb bestätigt, daß der Entwurf z» einer Ab­änderung bei Börsengesetzes fertig gestellt ist und demnächst zur Begutachtung an die Einzelregie- rungen abgehen soll. Das Klügste, was nunmehr die Einzelregierungen damit machen können, würde sein, den Entwurf des preußischen Handels­ministerium» einstweilen ad acta zu siegen, bi» e» zu spät geworden sein wird, noch im Laufe dieses bevorstehenden Tagungsabschnittes den Reichstag damit zu belästigen.

+ Der Bofletal ist von dem großen Ny- bekannten wieder an einige Zeitungen verschachert worden. Mit de« anderen Entwürfen deS ReichShaushalteS wird eS nun vermuthlich der Reihe nach wieder so gemacht werden — ein nichts weniger als würdiges Schauspiel! lieber diesen krummen Weg gelangt unter andere« Folgendes au8 dem künftige» Postetat a» die Oeffentlichkeit: 183 Post- und Telegraphen- Inspektoren werde« gefordert zur Entlastung der Direktoren. Neu gefordert werden ferner 43 Stellen für Kassirer, 51 Stellen für Ober­sekretäre, und 100 Sekretärstelle« sollen in Asfistentenstellen umgewandelt werde«. Dann aber sollen außerdem «och 3900 Stellen für Asfistenten neu eingerichtet werden — im Ganze» also 4000. Die abgeänderte Besoldung der Assistenten ersordert einen Mehraufwand von 1853800 Mark. Die Sätze der Assistenten- bezüge sollen sich von jetzt ab bewege» wie folgt: 1500 — 1800 — 2000 — 2200 — 2400 — 2600 —2800—3000 Mark. Für neue Telephonein- richtungen werden auS Anleihemitteln 17345000 Mark gefordert.

ft Der nationalsoziale Zfastor Aan« mnn« soll angeblich Profeffor an der UmversiiA in Jena werden. Solche Leute, die selbst noch nicht wissen, was fie wellen, sollte man aber beffet nicht zu Lehrern der Volkswirthschast für die

stände. Ich will einen nach dem andern einzeln anführen und auS dieser einfachen Aufzählung wer­den Sie den Werth meiner Entdeckung erkenne».

1) Eine Anzahl Schneideinstrumente englischer Fabrikation. Trotz meiner Unerfahrenheit t» diesem Fach schienen mir dieselben doch wunder­voll gearbeitet.

2) Ein rundeS Futteral auS rothem fieber welches fünf sehr spitze unb sehr starke Nadel« enthielt, bereit Spitzen braun gefleckt waren. Der untere Theil des Futterals ließ fich ab­schrauben. Ich fand barin ein kleines Krystall» fiäfchchen, mit einer dicken, braunen Flüssigkeit angefüllt.

Ich steckte daS Futteral sorgfältig in meineTasche.

3) Fünf silberne Bestecke mit den Buchstaben G. v. B. und einer Grafenkrone darüber.

4) Einen Ring mit einem kostbaren Brillanten.

5) Eine goldene Ubr mit einem umkränzten Zifferblatte und einem Ritterhelm darauf.

Andere Kostbarkeiten fand ich nicht. Der Mörder hatte wahrscheinlich nur diese mitgebraD, weil er dieselben in Pari« nicht verkaufen konnte, ohne in Gefahr zu laufen, entdeckt zu werben, unb er rechnete jedenfalls darauf, dieselben irgend­wo zu veräußern.

Ich war bei meiner Untersuchung glücklicher gewesen, alS ich anfänglich selbst gehofft hatttz. Diese letzte Entdeckung gab mir endlich den Faden in die Hand, der mich unfehlbar und sicher durch iaS Labyrinth dieser Verbrechen leiten mußte. Uno kannte ich auch noch nicht alle die ver­schlungene» Pfade, so wußte ich doch, wohi» die­selbe» geführt haben.