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M 269.
Juköa, Samstag, den 23. November 1901.
28. Jahrgang
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i| Drittes Akatt. |
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Wochen-Wunöschau.
(Nachdruck verboten.)
X Fulda, 23. November.
In der bayerischen Abgeordnetenkammer ist bei der Berathung des Landeshaushaltes auch die leidige Frage der Reichsfinanzen zur Sprache gekommen. Die fetten Jahre sind vorüber. Magere Jahre haben begonnen und haben in recht unleidlicher Weise den Herren Unrecht gegeben, die vor zwei Jahren vom Tische des Bundesrathes aus im Reichstage immer und immer wieder versicherten, uns könne es niemals fehlen; die Ueberschüsse im Reichshaushalte würden sicherlich nicht aufhören, sondern unausgesetzt wachsen. Ja, wenn eine neue Flottenvorlage durchgedrückt werden soll, gibt es nach den Versicherungen der Regierungsmänner immer heidenmäßig viel Geld — bis es dann auf einmal ganz anders kommt. Auch die Herren Finanzverständigen im Bundesrathe und die Finanzminister der einzelnen Bundesstaaten haben sich von dem trügerischen Gold^chimmer der Zukunft bethören lassen und zu allen Forderungen der Reicksregierung Ja gesagt. Jetzt wo sie helfen sollen, die Rechnung, die sie mit aufmachen halfen, aus den Staatskassen ihrer Bundesstaaten zu bezahlen, ist die Stimmung auf einmal ins Aschgraue umgeschlagen. Es soll nun auf einmal nach der Versicherung des bayerischen Herrn Finanzministers nicht mehr auszuhalten sein! Das hilft nun aber nichts. Und Abgeordneter Dr. Pichler vom Centrum hat es in der bayerischen Abgeordnetenkammer wiederum festgestellt, die Reichsfinanzen und die Landesfinanzen nickt gänzlich von einander zu trennen, sondern im Zusammenhänge mit einander zu behandeln. Das ist die beste Bürgschaft für eine gesunde Finanz- wirthschaft des Reiches! Anfänglich hieß es, das Reichsdefizit, für das die einzelnen Bundesstaaten aufkommen müssen, werde im Uatsvoran- schlage für 1902 hundert oder gar hundertundvierzig Millionen Mark betragen. Aber Freiherr v. Riedel hat uns getröstet: Das wäre ausgeschlossen, sagte er. Indessen soll doch die Summe von rund achtzig Millionen herausgekommen sein in dem Entwürfe des Etatsgefttzes, wie er in diesen Tagen dem Bundesrathe zugegangen ist. Der Bundesrath wird einfehen, daß auch das nicht geht nnd Abstriche an den außerordentlichen Ausgaben vornehmen; und nachher wird der Reickstag in diesem löblichen Thun fortfshren. Das Rezept das in diesen Tagen ein Berliner Offiziosus empfahl, nämlich die Pumpwirthschaft mit immer neuen Reichs- Anleihen ins Unendliche fortzusetzen, darf auf keinen Fall befolgt werden!
Im bayerischen Landtage sind auch die Verleumdungen herangezogen worden, deren der brittische Kolonialminister Chamberlain gegen das deutsche Heer sich schuldig gemacht hat. In sehr auffälliger Weise haben die Hauptleitungen der Kricgervercinsverbände an die Vereine das Ersuchen gerichtet, keine Protestkundgebung gegen den Verleumder zu veranstalten, und wirklich sind bereits mehrfach entsprechende Versuche in Versammlungen von Krieger- und Beteranenvereinen kurzer Hand unterdrückt worden. Das ist keine gesunde Politik und dem deutschen Volkssinne fremd. Wäre ein deutscher Staatssekretär oder Minister in ähnlicher Weise gegen England vorgegangen, dann würden die Engländer wüthen gegen ihn. Warum sollen wir uns solche Anrempeleien gefallen lassen von einem britischen Minister, der im eigenen Lande wenig wirkliche Freunde besitzt? Dem deutschen Volksgeiste entspricht der Protest dagegen; das ersieht man aus allen Veranstaltungen in diesem Sinne. Unter diesen ist zu erwähnen eine Protestversamm- lnng gegen Herrn Chamberlain, die von der katholischen Studentenschaft in Bonn veranstaltet worden ist. Mehr als tausend Personen haben daran theilg'enommen, und einstimmig ist eine Entschließung angenommen worden, in der „der Unwille und die Entrüstung ausgedrückt werden über die Verleumdungen des deutschen Heeres durch den englischen Minister Chamberlain". Die Dresdener Stadtverordneten wollen in einer besonder» Sitzung eine ebensolche Kundgebung veranstalten. Die Reichsregierung aber ist bei ihrem Schweigen geblieben. Daß dieses Schweigen ein Fehler war, mag den Spitzen der Regierung inzwischen aber doch klar geworden sein; und so wird in Berliner Regierungsblättern verkündigt, die Reichsregierung nxtbe sich im Reichstage in geeigneter Weise über den Fall äußern, wenn ein Vertreter de- deutschen Volkes die Rede darauf bringen würde. Daran wird es ganz bestimmt nicht fehle»!
Die Meldungen von einer Vermittelung europäischer Mächte zwischen England und den Buren waren trügerischem Grunde entsprossen, wie man sich vorher denken konnte. Minister Graf Crailsheim hat im bayerischen Landtage vom Neuem auf die diplomatische Unmöglichkeit einer solche« Vermittelung gegen Englands Willen ginge« wiesen; und die holländische Regierung selbst hat in einer schriftlichen Erklärung an das niederländische Parlament darauf hingewiesen, daß sie in der südafrikanischen Frage für den Augenblick die Politik der Neutralität wahren müsse, die durch die Noihwendigkeit unerbittlich vorgezeichnet sei. Natürlich will sie die Sache der stammesverwandten
Buren nicht aus dem Auge verlieren und keine Gelegenheit versäumen, um für die Wiederherstellung des Friedens eivzutreten. Damit muß man sich leider zunächst begnügen; und ob beider Berathung des burischen Sch edsantrages durch den Ausschuß des Haager Schiedsgerichtshofes etwas herauskommen werde, ist ebenfalls sehr zu bezweifeln. Zunächst übrigens handelt es sich nach dem burischen Wunsche nur darum, der britischen Regierung den Schieds- gerichtsantrag der Buren zur amtlicken Kenntniß zu bringen. Der Ausschuß hat vorläufig also nur zu entscheiden darüber, ob er dazu berechtigt ist — eine recht bescheidene Aufgabe!
Vom Kriegsschauplätze in Südafrika selbst liegen keine neuen Meldungen von Wichtigkeit vor. Dagegen hat der Draht die Kunde von einer neuen Rohheit der Engländer übermittelt, begangen an einer wehrlosen Frau und ihren Kindern: Die Frau des Präsidenten Steijn vom Oranjefreistaat ist mit ihren fünf Kindern ohne jede Begründung mit einem Schiffe nach Europa verschickt worden, obwohl ihre Gesundheit sehr erschüttert ist!
In diesen Tagen ist von einer wichtigen Kundgebung des Kaisers an die Avresse der Vereinigten Staaten von Nordamerika berichtet worden. Der deutsche Botschafter in Washington, Dr. von Holleben, hat im Auftrage des Kaisers dem Präsidenten Roosevelt die freundlichsten Grüße und besten Wünsche für seine Regierung entboten. Der Kaiser — so lautete werter der Auftrag des Botschafters — bewundert aufrichtigst die Fortschritte Amerikas und hegt die aufrichtigste und herzlichste Gesinnung für Amerika. Amtlich ist der Botschafter zu der Erklärung ermächtigt worden, daß Deutschland nicht daran denke, eine Kohlenstation ober einen Stützpunkt sonst in Westinbien ober in Südamerika zu erwerben ; der Kaiser erkläre ein für allemal die entgegengesetzten Meldungen dieser Art für falsch. Man kann sich ohne Weiteres denken, daß Herr Roosevelt sehr angenehm berührt war von dieser Botschaft des Deutschen Kaisers.
Von großer Bedeutung für die internationale Politik und für das gute Verhältniß Deutschlands zu anderen Staaten ist eine Rede, die der Ministerpräsident von Szell am letzten Dienstag im ungarischen Reichstage gehalten hat. Die Rede handelt vom Drei- bunbe unb sagt etwa Folgendes: Dieses innige Bünd- niß mit Deutschland und Italien liegt im Interesse Ungarns und hat auch ein großes Interesse für Deutschland unb Italien. Außerdem bat das Bünd- niß einen solchen Charakter, daß es ein vollkommen gutes Einvernehmen mit ben anberen Mächten nicht ausschließt. Das Gerücht ist falsch, baß Ungarn für ben Dreibunb rüsten muffe. Die alldeutschen Bestrebungen aber, bie der ungarischen Regierung feindlich gegenüberstehen, genießen keine Unterstützung der leitendeu deutschen Kreise; am entferntesten steht ihnen die preußische Regierung. So weit der ungarische Ministerpräsident. Man ersieht daraus, daß die Behauptungen der Freihändler ganz falsch sind, als herrsche in Ungarn wegen der neuen deutschen Handelspolitik Mißstimmung gegen Deutschland.
Die weiteren Nachrichten von dem E h e z w i st des großherzoglich hessischen Paares ergeben, daß an einen Ausgleich der Gegensätze leider nicht zu denken, vielmehr eine Auflösung der Ehe nicht zu umgehen ist. Die Großherzogin weilt mit ihrer jungen Tochter in Koburg.
Die deutschen Katholiken betrauern in dem dahingeschiedenen Kreisarchivar Dr. Jörg in Landshut in Bayern einen theuern Freund und Führer. Dem Reichstage gehörte der Verstorbene von 1874 bis 1878 an als ein lebhafter und temperamentvoller Politiker des Centrums. In den Kreisen dieses Letzteren und weit darüber hinaus war er außerdem rühmlichst bekannt als der Herausgeber der vortrefflichen .Historisch- Politischen Blätter'. Auf der Todtenliste dieser Woche steht leider auch Domkapitular Schaeffer in Köln, der Generalpräses der katholischen Gesellenvereine Deutschlands. Neben seiner Thätigkeit als Generalpräses leistete der Verstorbene eine ausgebreitete schriftstellerische Arbeit. R. i. p.
Vor einiger Zeit ging die Nachricht durch die Presse, die badische Regierung wolle zwei Männerklöster in Baden genehmigen: Für Benediktiner auf der Insel Reichenau und für Kapuziner in Walldürn. Nach einer Meldung der /Bad. Landeszig.' soll bie Nachricht falsch fein. Die Rede ist jedenfalls davon gewesen. Es ist die Frage, ob nun der Widerruf der Doraufgegangenen Meldung vollkommen begründet ist.
Der Reichstag wird einen anderen Vize- präfidente n wählen müssen: Der konservative Abg. Dr. von Fr ege hat sich aus Gesundheitsrücksichten auf sechs Monate als Mitglied des Reichstages beurlaubt und sein Amt.als Vizepräsident niedergelegt. Als Nachfolger wurde der schlesische Abgeordnete Graf Stolberg genannt; ob mit Recht, ist noch unbekannt.
Das Kriegsgericht hat sein Urtheil gesprochen über das unglückselige Offiziersduell in Insterburg: Oberleutnant Hildebrandt, der den Leutnant Blasko- witz im Zweikampfe töbtete, ist zu der geringsten zulässigen Strafe von zwei Jahren Festungshaft ver- urtheilt worden. Sein Gegner, der Leutnant Blasko- witz, soll ihm angeblich die Beleidigung nicht in vollkommen betrunkenem Zustande zugefügt haben. Im Reichstage wird mehr davon die Rede sein: inzwischen hat schon wieder ei» Pistolenduell zwischen einem Offizier unb einem Chemiker in Hannover ftattgefunben, wobei der Offizier durch ben Arm, ber Chemiker burch die Brust geschossen wurde. Der Chemiker wird wahrscheinlich sterben.
Königin Wilhelmine von Holland war nicht unbedenklich erkrankt. Jetzt hat sie die Gefahr überstanden, so daß die Königin-Mutter das Krankenbett ihrer Tochter wieder verlaffen konnte.
Der Ausstand der französischen Kohlenbergleute ist nun doch zu Stande gekommen.
Zu seinem Groß Vezier hat der Sultan schließlich Said Pascha ernannt, einen gewiegten alten Politiker, ber biefe höchste türkisch- Würde schon einmal bekleidet hat. Said Pascha ist Reformen nicht abgeneigt. Es ist nur die Frage, ob er die gewollten Reformen auch wirklich wird durchführen können!
Inwieweit erhalten Ehefrauen UnftÜentschädigung?
Von Dr. jur. G. Weyer.
(Nachdruck verboten.)
Nach den Ufffallversichrrungszesetzkn find alle in einem versicherungspflichtigen Betriebe beschäftigten „Arbeiter" versichert; es fallen daher auch Familienmitglieder des Unternehmers, Eltern, Geschwister, Kinder u. s. ro„ wenn ihnen ein bestimmter Arbeitsposterr übertragen ist, ohne Rücksicht darauf, ob sie Lohn oder Gehalt beziehen, mit unter die Versicherung. Eine Ausnahme hiervon b Iben nur die Ehefrauen der Unternehmer. Bezüglich dieser ist das Reichs.Versickerung? amr bei der Handhabung der Unfalloersicherungsgesktze von der Auffassung ausgeganaen, daß es den über die Sh« bestehenden grundsätzlichen Anschauungen nicht entspreche, die Beziehung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer als zwischen Ehegatten rechtlich möglich avzuerkemien. Die sittliche Auffassung der Ehe als des Verhältnisses zwürr zu unge- theilter Lebensgemeinschaft berufener Personen vertrage sich nicht mit den das soziale Veihälk- niß des Arbeitgebers sowie des Arbeitnehmers beherrschenden Begriffen, welche in das Ber- dältniß der allgemeinen Gleichberechtigung der Ehegatten den damit nicht vereinbaren Gegensatz ! wirthschaftlicher Abhängigkeit des einen vom anderen h.nemtragen würden. Demgemäß hat das Reichs -Veisicherungsamt in feststehender Praxis obgelehnt, den in einem unsallverfiche- rungspflichtigen Betriebe des einen ©begatten beschäftigten anderen Ehegatten als versicherten Arbeiter zu erachten und Betriebsunfälle derselbe« als entschäbigmrgrpfljchtig anzuerkennen.
Zu derselben Auffassung ist auch das Ober« verwaltungsgericht bei einer Entscheidung im Verwaltungsstreitverfahren über die Klage der Ehefrau eines Ackerbürgers gegen eine Stadtgemeinde auf Erstattung von Kosten des Heil- verfahrens gelangt.
Es fragt sich nun, ob, soweit durch Statut der Berussgenoffenschaften für Betriebsunternehmer, deren Jahresarbeitsverdtenst dreitausend Mark nickt übersteigt, welche regelmäßig mehr als zwei Lohnarbeiter beschäftigen, die Selbst- oersicherurg ist, diese Möglichkeit der Versicherung auch den Ehefrauen zu Gute kommen kann. Hier ist zwischen dem G'werbe-U^falloersicherungs' gesetz und demjenigen für Land- und Forstwirth- schaft zu unterscheiden.
Nach dem Gewerbe - Unfallversicherungsgesetz ist die Ehefrau eines Betrt.bSunternrhmers dann berechtigt, sich bei der Berussgenoffenschaft gegen Betriebsunfälle zu versichern, wenn sie thatsächlich Mitunternehmerin des Betriebes ihres Ehemannes ist; es ist hier also erforderlich, daß dieselbe einen Antrag auf freiwillige Selbstversicherung bei der Genoffenschaft stellt.
Auf dem Gebiete des Unfallversicherungsgs- fetze» für Land- und Forstwirthfchaft hat das Reichs-Verficherungsamt der Thatsache Rechnung getragen, daß die Ehefrauen in der Regel in der Landwirthschaft Mitarbeiten und dahin entschieden, daß dieselben al« den Betriebsunteruehmern rechtlich gleichgestellt zu behandeln sind. Demgemäß erstreckt sich die statutarisch eingeführte Versiche- rungrpflicht der Unternehmer, sofern das Statut der landwirthschaftlichen Berufsgenoffenschaft nicht ausdrücklich Gegentheiliges bestimmt, ohne Weiteres auch auf die Ehefrauen.
Ebenso ist bei freiwilliger Versicherung der landwirthschaftlichen Unternehmer, zu welcher eine besondere Anmeldung erforderlich ist, wenn diese Anmeldung auch nur den Unternehmer selbst bezeichnet, doch deffen Ehefrau von der Versicherung ohne Weiteres al« mtterfaßt zu betrachten, sofern da« Statut nicht besonders etwa« Abweichendes bestimmt. So mußte die Ehefrau eine» statutarisch versicherten landwirthschaftlichen Unternehmer«, die auf der Landstraße, vom Felde nach ihrem Gehöfte gehend, verunglückt war, entschädigt «erden und es wurde hierbei auch der Einwand der landwirthschaftlichen Berufrgenoffenschaft, daß e« sich um einen Unfall auf dem Heimwege handele, der nicht mehr unter die Versicherung falle, vom Reichr- VerficherungSamt mit der Begründung zurückgewiesen, daß im Gegensatz zu den für andere Arbeiter geltenden Grundsätzen für dar ständige Personal eines landwirthschaftlichen Betriebe» davon au»zugrhen fei, daß die Betrieb»thätigkeit desselben nicht erst mit dem Betreten der einzelnen Arbeitsstelle beginne und nicht schon mit dem Ver
laffen derselben aufhöre, daß jenes Personal eiet“ mehr regelmäßig auch während de« Gange« von einer Arbeitsstelle zur andern, vom Hofe zum Acker und umgekehrt, als im Betriebe beschäftigt zu gelten habe. EbeHso wurde die Ehefrau eine« versicherten LandwirtheS durch Entscheidung de« Reichs-VersicherungSamt« entschädigt, welche sich von ihrem Wohnorte nach der etwa eine Meile entfernten Stadt begeben halte, um daselbst Kohlen zu kaufen, die zu einem erheblichen Theile im landwirthschaftlichen Betriebe, namentlich für eine Dampfdreschmaschine, verwendet werden sollten, und die auf dem Rückwege, den sie unter Benutzung bes Fuhrwerks ihre« Oheims zurücklegte, durch Scheuen der Pferde einen Unfall erlitt.
KsrMischteK«
* Yo« Kaiser Miltzek« II. erzählt der .Figaro' seinen Lesern folgende Anekdoten: Der Kaiser wohnte jüngst einem Be,etarianer-Festmahl bet. Er ließ sich das Essen gut schmecken, denn der deutsche Kaiser ist ein sehr starker Esser Und beim Nachtisch richtete er an seine Gastgeber folgende kleine Ansprache: „Meine Herren, Ihr Essen ist vollkommen, alle diese Gemüse waren in der feinsten, schmackhaftesten Weise zubereitet. Ich werde befehlen, daß man mir auch an meiner Tafel solche Gemüse servire .... aber mit Fleisch!" Kaiser Wilhelm liebt nämlich, obwohl er em großer Feinschmecker ist, vor ollem das „Substantielle. Wünscht er doch sogar für alle seine Untertanen noch Besseres als das lerüfcmte Huhn im Topfe unseres guten Königs Heinrich, das saftige unb viel nahrhaftere Beefsteak nämlich Während seines letzten Aufenthalts in England sagte er eines Tages im Laufe einet intimen Unterhaltung zu dem Grafen Lansdale: „Es gibt drei Dinge, die Deutschlands Größe und Stärke gemacht haben: Beef, beer and Bismarck!" Der Kaiser scheint eine besondere Vorliebe für derartige Formeln zu haben, in welchen sich Worte mit denselben Anfangsbuchstaben zusammenstellen lasten.
- Denliche Bezeichnung der Aml-räum«. Die Zeitschrift des deutschen Sprachvereins theilt als einen neuen Beweis für die fortschreitende Rein gung unserer Muttersprache von Fremdwörtern die Bezeichnung der Amtsstuben und Räume in dem neuerbauten prächrrgen Ralhhause zu Stolp i. Pom. mit. Bei der Besichtigung der Einweihung ist e? den vom Ersten Bürgermeister Mathes geführten Gästen angenehm ausgefallen, folgende Aufschriften an den Thüren zu lesen. Armen- Amt (statt Armen-Bureau), RecknungSamt (Kalkulatur), Steuer-Einnahme (Steuer-Rezeptur), Berathungszunmer (Kommisfionszimmer), Bücherei (Bibliothek), Bauamt (Bau-Bureau« mit Plankammer, Schreibstube (Kanzlet), Eingangshalle (Vestibül), H .uptflur (Korridor). Nur Registratur, Sekretär und Inspektor konnten nutzt beseitigt werden. Dieses Beispiel verdient Gemeindeverwaltungen zur Nachahmung empfohlen zu werden.
* Ein begeisterter Leser. „Kinder, ich spendtre heut' ein paar Flaschen Sekt! Der Held des Romans, den ich eben lese, hat eine Millionenerbschaft gemacht!
• Aus einem Sekundanerbrief. „Liebe Thekla! . . . Verzeih' mir, daß ich zum gestrigen Rendezvous nicht kam — ich hatte geraucht . . . Dein tiefbe- trübter Heinrich." .
* Die neugierige Kleine. „Papa, was ist eigentlich ein Junggeselle?" — „Ein sehr glücklicher Mann — sag's aber ja nicht der Mama!"
* Moderne Kultur. A.: „Du hast keinen Haus- schlü''el? Stehst Du so unter dem Pantoffel?" — B.: „Das nickt, aber meine Frau braucht ihn selber!
GottesdierOordnuns in Fulda.
Sonntag, 24 Nov. Dom. !'/.«,« und 7 Uhr heilige Messen. 8 Uhr Pfarramt und Predigt, MO Uhr Kathedralamt, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr heiiiae Messe, 1'- Uhr Andacbt und Christenlehre, 4 Uhr Predigt und Michaels -Brudcrschast, 7 Uhr achte JuoiläumsRosenkranzandacht. Montag um 4 » Ubi ist die neunte Jubiläums - Rosenkranzandacht. — KtadtpfarrkttÄr. 5». Uhr heilige Messe und Predigt, 6 Uhr heilige Messe, 7 Uhr h-iltze Meste und Kommunion der christenlehrpflMigr^ Jungfrauen, 8 Uhr heilige Messe und Predigt, 9*/i Uhr Amt und Predigt, 11 und 1 ’/« Uhr Christenlehre, 3 Uhr Michaels-Bruderschaft. - Micharlrkwtz«. Uhr Predigt und Biuderschast von den sieben Schmerzen Marias. — Pfarrkirche;um hl. Grifte. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 4 Uhr Andacht "üt «egen. - Kodalitöt. ‘MO Uhr. - Iungfrauen-Zodaüiat 6‘/. unb 2»/« Uhr Marienkapelle. - Dirnftmadchrn-Konrrr- Mion. 3‘/a Uhr Andacht. - Kraurubrrg. Jpelige Meffen um 5 und ’/»7 Uhr, 8 Uhr Bruder- schaftsmeffe, um 9 Ubr Hochamt. Nachmittags 2 Uhr feierliche Vesper mit sakramentalen Segen.
Evanaekischer HottesdienK. Bonn. 9‘/i Uhry: Herr Pfarrer Hattendorfs. Abends 6 Uhr: Herr Superintendent Ruhl.
Reklanex- «»» A«zeige«theil.
der putze nur mit La val~Wi cnse»
Ueberall zu haben.
Fabrik Geter. Meyer, Ricklingeu-AllNIIirrr.
Wo herrscht Keuchhusten? Ä
— blauer Husten,
Sjeiierteit, Katarrh, Hals,, Brust, unb Lungenleiben, Jnfluema?
an,n Ställen, auch ba, wo bereits in Folge Bebrauch kleinlicher, «erthloser Mittel ober schLblicher «eheimmitiel SchwLchezustänbe burch Rückgang ber Itöryerträfte eingetreten flnb, gebrauche man mit vollem 8ertrauen ben seit 35 Jahren unübertroffen unb em,,g be- wllhrten, babei hochköstlichen unb billigen »hetmsch«« xtewetn« »r«ft-H»nig, echt unter Garantie allein bet
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