flcmot di«
»LrttlM.b0Pf.
28. Jahrgang.
Iuk-a, Freitag, den 22. November 1901
JIH 268.
9
t
e
*
find m der ,FÄtz.^ Ztg.' von sicherer Wirksamkeit.
N'
b
t
Bw« M» SntK bn »itto« XrttrttlnsikTO' n». « fltaiwM
setzen »erden.
Gehr eigenartig ist der Gedanke, den ein japanischer Politiker bei der Brurtheilung dieses BahnnuternehmevS von sich gegeben hat: er hat die sibirische Bahn eine »Menschenpumpe" ge- uannt, eingesetzt in das überfüllte chinesische Menschenbecke». Er ist also der Ansicht, daß von 6$™ aus die „gelbe Raffe" mit Hilfe dieser Bah» tn großen Mafien nach Sibirien sich ergieße» und dorr die Arbeitskräfte liefern werde, die jetzt noch fehlen. Nun, unmöglich ist das nicht. Aber erfreulich würde das nach unserem «uroväische« Geschmack« auch Nichtsein. Wenn .... ------
der Zna der Mongolen »ach dem Westen einmal ich aus dem andern Koupee. erst begonnen hat, dann könnte er am Ende in „St A 8"
eine Ponte große Völkerwanderung auSarten; I der Draußenstehend?.
und wenn wir später einmal auf den Gütern in den östlichen preußischen Provinzen und auf den Zuckerrübenfeldern Mitteldeutschlands „Sachsengänger" mit Zöpfen arbeiten sehen würden, würden wir sicherlich sehr geringes Behagen dabei empfinden. Außerdem würden solche Ar- beitskräfte in hohem Maße lohndrückrrisch wirken und unsere eingeborene» Industrie-Arbeiter wahrscheinlich schwer schädigen. Und ferner ist zu berücksichtigen, daß die Landwirthschaft und dir Industrie in Sibirien und im europäischen Rußland mit Hilfe der billigen mongolischen Arbeits- kräfre gefährliche Mitbewerber für unser Erwerbs- leben werden könnten.
Den Ruffen würde man es nrcht verdenke« können, wenn sie dieser Gelegenheit sich bedienen würden, viele und wohlfeile Arbeitskräfte zu erlangen für die Nutzbarmachung ihrer asiatischen Besitzungen. Aber wenn sie merken werden, daß die mongolische Einwanderung überhand nehmen und den russischen Charakter Sibiriens bedrohen sollte, dann werden sie der mongolischen Hoch- fluch wohl von selbst einen Damm entgegensetze».
im Werthe von vierzigtausend Mark. Muß ei» gewiegter Hallunke sein, hat sich nur die werth- vollsten Sachen herausgesucht, vor allem eine Anzahl Brillantringe. Uebrigens hat es mit dem Signalement doch eine» Haken. Da steht nur, daß Abends vorher ein Herr den Lade» besucht bat, der sich Brillastringe vorlegen ließ, ohne eine» zu kaufe«. Der Juwelier, de« da? Ge-1 rausch der zufallenden Thür erweckt hat, sieht gleich den Ringkasten nach und findet einen Wachs- abdruck, der auf Nachschlüssel deutet. Natürlich heftet sich der Verdacht auf den Pseudokäufer, der als auffallend schwarzhaariger Mensch ge- schildert wird. Haar, Bart und Augen sollen geradezu pechschwarz sein, der reine Gottseibeiuns!" |
„Das ist immerhin ei« Erkennungszeichen," ! entgegnete der Rheinländer, „denn in unser« gute» Deutschland find von hundert Eingeborenen immer fünfundfiebzig Prozent blond. Hoffen wir also, daß der arme Mann bald wieder zu seinem Etgenthum kommt," schloß er das Gespräch und beide Herren vertieften fick in ihre Zeitung.
Der Zug sauste unterdessen dahin, Städte und Dörfer hinter sich lastend und »ach anderthalb- stündiger Fahrt war man in Küstrin. Ein Schaffner spähte in de» Wagenabtheil. „Hier ist noch Platz, mein Herr!" hörten unsere Reisenden ihn | sagen. „Steige» Sie nur ein, Ihren Koffer hole
* * — amSavm Oaima»» u
Ich möchte lieber allein fahren," entgegnete " ‘ . „Können Sie das nicht
#hr H» Xrtättiee »«*«. fW JwfcHt« xy«fSeU«f hl »UM.
zeichnete.
„Na, das ist doch klar. Seit der Nacht hat der Kerl schon mindestens ein dutzendmal Gelegenheit gehabt, auf einem der viele» Bahnhöfe zu entkomm-n, während er sicher sein durste, daß ihm das heute früh nicht mehr möglich fei» würde. Doch sehen wir einmal zu, was das Blatt eigentlich darüber meldet!" ,
Da habe» Sie's," begann «ach einer klei-en Weile der Berliner wiedkr, „ein immenser Ein-
einrichten?" „Ist keine Möglichkeit! Alles besetzt! Wenn Sie nicht einsteigen, geht eS weiter!" Damit schob der Schaffner den Fremden vorwärts und erschien eine Sekunde später schon mit dem Lederkoffer desselben. Es war die höchste Zett, denn noch ehe der Fremde Platz nehmen konnte, fuhr der Zug weiter.
Die beide« Jnsaffen, namentlich der Berliner, betrachteten den Neuangekommenen verstohlen über ihr? Zeitung hinweg. Das hartnäckige Anstarren des letzteren schien den Fremden zu belästigen, w?i lastens wandte er verdrießlich den Kopf zum Fenster und blickte angelegentlich hinaus.
Unterdeffen bemühte sich der Berliner vergebens, di« Aufmerksamkeit seines bisherige» Reisegefährten auf sich zu testen, und als ihm dies nicht gelang, verlnß er dasKoupre und stellte sich draußen in dem kleinen Gange auf. Nach kurzer Zeit gesellte sich der jmge Mann zu ihm:
„Was ist so Interessantes an dieser Gegend, daß Sie nicht genug davon bekommen können?"
taffen. Ob ich's wage und aussteige?" Er sah sich nach dem Verdächtigen um, der eben mit allen Geberden der Verzweiflung auf und ab lief. Refignirt blieb ich fitze«. Das Abfahrtszeichen war schon gegeben, da stürmte der junge Herr, ein Packet mit Butterbroden in der Hand athem- loS heran.
„Entschuldigen Sie. Verehrtester, aber es war unmöglich, Sie abzulösen. Bedienung miserabel, einfach nichts zu bekommen, bis ich zu guterletzt einen Kellner erwischte, der mir auch für Sie etwas besorgte."
„Danke," knurrte der ältere Herr, „es ist doch wenigstens etwas. Fünftausend Mark Be- lohnung kann man sich auch einigermaßen sauer werden kaffen. Ich wollte doch, wir wären am Ziel." Der Kontrolleur, der die Fahrscheine re- »tdirte, unterbrach das Gespräch: „Die Herren fahren sämmtlich nach Danzig!" Und erleichtert sahen die Verschworenen sich an.
In wenig Stunden hat die verantwortlich« Fahrt ihr Ende erreicht. Während der älter« Herr sich einem sanftm Schlummer hingab, hielt sein Kamerad die Wache. Der Verdächtige be- nahm sich immer absonderlicher. Nach entern I scheuen Blick auf seine Mitreisenden nahm er I seine« kleinen Koffer und begann, ihnen den Rücken kehrend, eiftig in demselben zu kämen. Es ! klirrte und raffelte und der jüngere Mann hätte I für sein Leben gern einen Blick hineingethan. Gewiß führte der Verbrecher feine Beute mit. Bald darauf machte fich ein scharfer Psefferminz- geruch bemerkbar. Wohl ein Likör, der arm« i Teufel mußte ja dem Verschmachten nahe fein, denn während der ganzen Fahrt hatte er noch
«offen zu.
„Station Kreuz!" Der Schaffner erschien und fragte nach den Wünschen der Herren, das Mittagessen betreffend, da auf der nächsten Station Schneidemübl genügend Aufenthalt dafür vorgesehen war. Während unsere beiden Herren ihr Kouvrrt bestellte», antwortete der Fremde unwirsch, „ich mag nicht effen!" und erstaunt zog fich der Schaffner zurück.!
„Was ist zu thun?" fragte der junge Mann, rathlos zu seinem erfahrenen Begleiter aufschauend. „Müßten wir nicht dem Stationsvor- stkhrr unseren Verdacht melden?" |
„Dam.t der uns alles verdirbt, und den Kerl am Ende noch frei ausgehen läßt," war di« Antwort. „Wir begleiten unfern Man» bis zu seinem Bestimmungsort, lege» beim Aussteigen | | Beschlag auf ihn und lassen ihn durch die Polizei festnehmen."
„Und wenn er unterwegs entwischt?"
„Dafür find wir ja da, freilich darf er keinen Augenblick allein bleiben. Rabiat wie der Mensch ist, dringt er eS fertig und stürzt fich heraus, wen« er eS merkt. In Schneidemühl gehen Sie zuerst zum Effen und ich bewache ihn und dann lösen Sie mich ab."
j Der Eintritt des Fremde« machte der Be- sprechuxg ein Ende. Er war von einer unglaub- lichen Rastlosigkeit. Bald lehnte er den Kopf zurück, als wolle er schlafen, um nach wenigen Minuten wieder aufzufprixgen und die Stellung zu verändern. Dazwischen rannte er immer wieder in dem Gange hin und her.
Schneidemühl! Aus alle» Thüren quoll der Strom der Reisenden. Nur der Fremde und fein Wächter bliebe» zurück.
„Senden Sie mir Bier her, recht viel Bier," bat Letzterer den Rheinländer. Nach kurzer Zeit brachte der Kellner das Gewünschte. „Nehmen Sie nicht auch ein GlaS Bier?" fragte der Berliner in einer Anwandlung von Mtlleid seinen Gefährten.
„Ich nehme nichts," war die unfteundlich ge-
mit Nnterhaltungs -Aeikage „Muflnrte Somttags-Zeittmgi'
Entlarvt.
Humoriske von Marie Prigge Brock.
„.Berliner Tageblatt!' .Nationale!' .Kölnische Volkszeitung!' .Fliegende Blätter!'" rief ber Zeituxgsverkäuser aus, der feilbietend an dem V.Zuge Berlin-Eydtkuhnen auf- und abschritt. | „Hierher", rief eine Stimme aus dem Wagen- abtheil der zweiten Klaffe und aus dem Fenster schaute das Gesicht eines joviale«, korpulenten älteren Herrn.
„Geben Sie mir die.Nattonalzeitung'," „und mir," sagte «eben ihm ein bedeutend jüngerer Herr, „dis .Kölnische Volkszeitung'."
„Habe hier das neueste Extrablatt über einen \ diese Nacht verübten Juwelendiebstahl in der! Leipziger straße," prieS der Zeitungsjunge seine Waare.
„Steht alles drin! Auch das Signalement des Einbrechers!" „Dann gib mal her, mein Jungchen, das ist ja hochintereffani," meint der ältere Herr, der sich durch seinen Jargon als । Berliner kennzeichnete. Der Verkäufer entfernte | । sich dann und die Herren • nahmen ihre Plätze wieder ein.
„Was sagen Sie zu der Fixigkeit," eröffnete der Berliner das Gespräch, „mit der man bei uns zu Werke geht. Wird da in der Nacht ein- \ gebrochen und wenige Stunden später geht schon das Extrablatt mit genauer Beschreibung des ThäterS in alle Welt, spielt schon der Telegraph «ach allen Windrichtungen und ich weite, mehr | wie ein Geheimpolizist ist schon unterwegs, dem Spitzbuben nach." •
„Und woher vrrmuthen Sie, daß dieser so. fort dar Weite gesucht," erwiderte der Ange- redete, den seine Sprache als Rheinländer kenn-
Verwunderung. _ .
„Reichen Sie mal dem Monsieur das Extra- blatt mit seinem Steckbrief!"
Schon hielt der Berliner den Steckbrief dicht vor die Augen des erstaunt Lesende«, der i« ei« lautes Gelächter ausbrach.
„Nun wird'S Tag. Jetzt möchte ich die Herren bitte«, mit mir zum Stationsvorsteher zu kommen. Damit schritt der schwarze Herr elastisch voran und beide folgten verlegen und bedrückt.
„Guten Tag, Herr Direktor," grüßte der Vor- steher den zu ihm Eintretenden. „Haben Sie eine gute Reise gehabt?"
„Wie man's nehmen will," erwidttte dieser. „Jq habe in meinem ganzen Leben «och nicht fe mörderische Zahnschmerzen gehabt und war nahe daran, den Verstand zu verlieren. Daß ich wieder »u mir gekommen bin, verdanke ich diesen beiden ! Herren hier, die mich mit ihrem Verdachte, sie hielten mich nämlich für einen Juwelexdieb, den einzige« vergnügten Augenblick an diesem für mich so unangenehmen Tage verschafften. Sie habe» wohl die Güte, den Herren zu sagen, «er ich bi«! Ich empfehle mich Ihnen und wünsche glückliche Reise!" Damit verließ er das Zimmer. 8 „Und wer war derHerr?" fragte« beide wie auS einem Munde.
„Unser Ober-Werstdirektor!"
Beschämt schlichen die beide« von danue«.
nichts zu sich gencum-en.
Karze Zeit war es stell im Koupee. Dan« aber stöhnte der Fremde, der bis dahin geschlafen zu haben schien, laut auf, stürzte hinaus und raste wieder hin und her „Wären wir doch in Danzig," seufzte der Rheinländer, der erfchrocken in die Höhe fuhr. „Noch eine Stunde," sagte sein eben erwachter Reisegefährte, seine Uhr ziehend. „Hören Sie noch einmal, was zu thun ist. Sie verlassen zuerst das Koupee und halten draußen unfern Mann, den ich vorlaffr, auf. Ich komme Ihnen dann, mit dem Extrablatt versehen, zu Hilfe und wir führen ihn gemeinsam zum Starions- Vorsteher, der das Weitere veranlassen wird.
Endlich war der ersehnte Moment da und der Zug fuhr langsam in den Bahnhof ein. Rasch war der Rheinländer draußen und mit einem stummen Gruße, seinen Koffer in der Hand, folgt« der schwarze Herr. t „
„Halt, mein Herr!" Damit legte der Erster« dem Fremden di« Hand auf die Schulter. „Wir werden Sie begleiten."
„Ich wünsche Ihre Begleitung nicht und bitt« Sie, mich ungeschoren zu taffen." \
„Oho, mein Bürschchen, sitzest Du so hoch zu i Roß," spottete der unterdeffen herbeigekommene Berliner. „Warte nur, bis wir Dich in Gewahr- I fam gebracht haben, auf der Polizei wirst Du ! schon anders werden." ,, ...
„Ich soll auf die Polizei, ja, bin ich denn verrückt, oder find Sie's?"
| „Machen Sie keine Geschichten, Ma«», fiel jetzt der Rheinländer ein, „Sie find erkannt uxd wir laffen nicht wieder von Ihnen ab."
„Ja, was ist denn vorgefallen? Von was reden Sie?" rief der Angesprochene tn höchster
£ Ein Riesenwerk.
Die ungeheure Bahnstrecke ist im Großen und Ganzen beendet, welche die Länder am Pazifischen Weltmeere int fernsten Ostafien mit Europa und mit dem Atlantischen Ozean verbindet. Ein Jahr- zehnt ist seit dem Tage vergangen, a» dem Zar Nikolaus als Großsürst-Thronfolger in Wladiwostok die erste Schiene dieser riesige« Bahnlinie lege« ließ; seitdem haben die Ruffen von Wladi- wostock im Amurlande bis zum Baikal-See einen Schienenstrang von mehr als 2500 Kilometer Länge vollendet, und man rechnet, daß nicht mehr zwei Jahre nöthig fein werden, um den Durchgangs- Verkehr vom europäisch:» Rußland nach Wladiwostok am Pazifischen und Port Arthur am Gelben Meere einzurichten. Es müffen noch zahlreiche Verbeffernngen angebracht werden, namemlich an dem Oberbau einzelner Strecken, um dis volle Leistungsfähigkeit der Riesenbahn zu erzielen. Außerdem ist die Verbindungsstrecke noch nicht gebaut, die südwärts um den Baikal-See herum- ührt; vorläufig vermittelt den Verkehr von einem lfrr des Baikal-Sees zum andern «och die Dampf-
chifffahrt.
In Rußland verspricht man fich Außerordentliches von dieser Bahn. Sie soll eine Pulsader des Welthandels, eine Welthandels- straße allererstem Ranges werden. Daß der Bahn für Rußland selbst eine ungemein hohe | Bedeutung zukcmmt, wird niemand bezweifeln, hat auch noch niemand bezweifelt, so wenig wie irgend jemand der Energie seine Bewunderung versagen wird, mit der der Bähnbau gefördert und durchgeführt worden ist. Ebenso wenig kann man natürlich leugnen, daß diese Bahn die kürzeste Verbindung ist zwischen Ostafien und Europa. Es fragt sich indeffen, ob diese äußerlich kürzeste Verbindung auch die beste fei» werde. Vor allen Dingen kann man fich nicht recht vor-1 stellen, daß die fibirische Bahn die Güter ebenso billig befördern sollte, wie die Dampfer, die zwischen Ostafien und Europa verkehren, und autzerdem endet die Bahn durchaus nicht in demjenigen T jeile Ostafiens, mit dem der regste Güteraustausch stattfixdet. Ferner ist zu berück-1 sichtigen, daß die Bah« für längere Zeit hinaus noch recht beschränkte Gütermengen sortfchaffen wird, winzig im Vergleiche zu denen, die durch die Schifffahrt befördert werden. Tausend Kilogramm Fracht werden von Bremen aus für etwa dreißig Mark bis nach Shanghai befördert; wird das die Sibirische Bahn auch nur annähernd nachmachen können? Schwerlich — oder vielmehr sicherlich nicht! Und deswegen ist nicht anzunehmen, daß diese Bah« berufen sein könnte dazu, den Schiffsverkehr nach Ostasten auch nur zu einem kleinen Theile zu ersitze».
Aber sür das Zarenreich selbst wohnt dieser Riesenbahn eine ungemein hohen Bedeutung bei, ebenso in mllttärischem wie auch in wirthschaft- lichem Sinne. Bisher sehlte zwischen dem euro- päischen Rußland und den russischen Gebieten in Ostafien jede engere Verbindung. Erst durch diese Bah« ist sie erreicht. Erst durch diese Bahn politische» und im militärischen Sinn« zutrifft, stimmt ebenso für das wirthschaftliche Gebiet. Die Bevölkerung von Sibirien und der Mandschurei ist nicht mehr so dünn gefäet, wie ehedem. St» beträgt fünfzehn Millioue», und allein die Verbindung dieser sibirischen Menschenmillionen mit dem europäischen Rußland ist von großer Wichtigkeit. Die eigentliche Entwickelung dieser ungeheueren Landstrecke» Ian» aber erst auf der Grundlage auSgebreiteter Verkehrsmittel vor fich gehe«; fie können wirthschaftlich erst erschlaffe» und auSgebeutet werden mit Hilfe dieses Schienen- strange« längs durch ganz Asten, an de» fich dann im Lause der Folgezeit seitliche Zweig« an«
geben« Antwort.
„Na, bann nicht, mein Bester," dacht« bet a«bere, „wirst schon noch zahm werd««."
Die Zeit verging uttb leine Ablösung kam. Hungrig unb mißmuthig sah unser Freunb in baS lebhaft« Treiben unb ärgerte fich. „Läßt er mich hier verhungern! DaS ist boch stark," sagte er zu fich selbst. „Mich einfach fitzen zu
meinte er launig.
„Pst," machte der andere gehtimnißvoll, „folgen Sie mir," und er zog ihn bis i» bie äußerste Ecke des Ganges und blieb dort stehen.
„Haben Sie sich den Mann angesehen, den uns der Schaffner in Küstrin hsreingebracht hat?"
„Gewiß habe ich das," war die Antwort. „Was ist mit ihm?"
„Haben Sie ferner bemerkt, daß er in Küstrin nur umstieg, während er in Berlin abgefahren ist?"---
„Vielleicht war - ihm zu voll in dem anderen Koupee, vielleicht alte Weiber 05er schreiende Kinder, wer kann das wiffen!"
„Oder Bekannte und es wurde ihm zu heiß darin," vollendete der Berliner mit bedeutungsvoller Mene. „Mann, merken Sie denn gar- nichts? Gehen Sie doch einmal hinein und sehen fich de» B"i?er etwas näher an."
Der junge Mann gehorchte und kehrte nach einigen Augenblicken mit allen Anzeichen des Entsetzens zurück. „Um Himmelswillen, er ist's, da ist kein Zweifel möglich," sagte er athem- los. „Hab ich doch in meinem ganzen Leben nicht so etwas von pechschwarzem Haar und Bart gesehen. Und ein paar Augen hat der Kerl im Kopf, daß man fich fürchte« könnte."
Ehe beide weiter reden konnten, trat der Fremd« heraus und begann unruhig auf unb ab zu schreiten.
„Der hat mehr auf dem Gewiffen wie einen Einbruch," flüstert« der Berliner seinem Ge-