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Bwautwartlich: 51« die Redaktion Jos. »au«, fSf Inserat« 2. Parzelle» in Allda.

mit Anterhaktungs -Meilage „Issufirirte Sonntags-Zeitung" peterszatle Nr. 2 (Darmontes.

28. Jahrgaug

Jutöa, DüMerstag, den 21. November 1901.

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wirken können, daß leichtere Kampsbedingungen »estimmt wurden. Das Kriegsgericbt hat durch ein Urtheil bekundet, daß es den Oberleutnant . Hildebrandt als sehr wenig belastet ansteht. ES muß also durch die verschiedenen Zeugenaussagen iii der Ar schauung gelangt sein, daß der er» choflene Leutnant Blaskowitz durchaus nicht in Zolge deS genossenen Alkohols seine Urtheilskraft und seine Unterscheidungsoermögen eingebüßt, daß er vielmehr die Beleidigungen und Thätlichkeiten liegen die beiden Artillerie-Offiziere, die ihn zu Bett bringen wollten, in einem Zustande begangen habe, in dem er als theilwetse verantwortlich sür eine Handlungen angesehen werden mußte. Nach rer Aussage des Oberleutnants Rein icke von demselben Jnfanterie-Regimente, dem BlaSkowitz angehörte, soll dieser Letztere seit Wochen „merk» lieh nervös" gewesen sein und stch „manchmal einen Ruck gegeben haben, um nicht harmlose Bemerkungen beleidigend zu beantworten". Solche Zustände gibt es ja ohne Frage. Aber wenn Jemand zu dieser Jahreszeit schnarchend in einer offenen Hausthür hockt und nicht aller» seinen Weg heimwärts findet, so muß man doch uu» weigerlich einen sehr hoben Grad der Betrunken­heit annehmen. Der Oberleutnant Hildebrandt hat ja selbst zu Blaskowitz gesagt: „Sie find ja betrunken wie ein Schwein". Also auch Hilde­brandt muß diesen wenig angenehmen Eindruck von Blaskowitz gehabt haben, so daß man durch­aus nicht begreifen kann, wie diese Widersprüche sich zusammenreimen sollen. Ueber den Ehren­rach und seine Haltung bei diesem Duell erfahrt man nichts aus den Zeitungsberichten über die Verhandlung des Kriegsgerichtes, so daß die ganze Angelegenheit nach wie vor sehr dnngend der nachdrücklichsten Besprechung im Reichstage bedarf. Die verlaffene Braut des Leutnants Blaskowitz ist in Folge d-r Aufregung schwer erkrankt!

Und wenn dann mit dem wiederum erneuten Abgeordnetenhause wiederum nichts anzufangen ist, was dann? Armes Oesterreich!

An Bemühungen, den RetchSrath wieder arbeitsfähig zu macken, fehlt es nicht, und wen» es auch nur für einige Zeit fein sollte; und die Obmänner« Konferenz der deutschen Parteien hat in diesem Sinne ganz lobenswerthe Bischlüffe gefaßt. Lrider konnte man stch aber auch nicht der Erkemttniß verschließe», daß es in der wirthschaftlicken Entwickelung Oesterreichs kaum jemals einen kritischeren Augenblick gegeben

als wüste und gewaltsame Erpreffung, die von den Tschechen getrieben wird, ohne Rücksicht darauf, ob der österreichische Staat darüber Schaden oder schließlich sogar Schiffbruch erleidet oder nicht. Angenommen auch, jetzt würde sich ein vorübergehender Ausweg finden laffen, so daß die EtatSberathung ihren Fortgang nehmen könnte, so würde eS gar nicht lange dauern bis zu der Wiederholung derselbe» Schwierigkeiten. Bei der ersten besten Regierungsvorlage, deren Er­ledigung wiederum recht dringlich nothwendig sein würde, würden die Radauhelden aus dem Lande der Wenzelskrone ihr alteS Spiel von neuem beginnen: wiederum würden sie ihre par­lamentarische Mitarbeit von der Bewilligung ihrer alten beiden Forderungen abhängig mache», oder aber mit Obstruktion drohen, und dann würde ! >er parlamentarische Karren wieder genau ebenso m Sande fest gefahren sein, wie jetzt und wie chon so oft vorher — also Krisen ohne Ende! Itib nun stelle man sich vor, daß die Italiener akselbe grausame Spiel der Katze mit der Maus beginnen, nachher vielleicht auch die Polen, und dann wieder einmal die Deutschradikalen — wo und wie soll das enden?

Kaiser Franz Joseph hat zu dem Baron Wasfilko au» der Bukowina gesagt, es fehle vielen Abgeordneten an der nöthigen Courage. Aber zeigt denn die österreichische Regierung diese Courage? So viel man weiß, hat sie im Stillen den Italienern bereit» die italienische Universität versprochen; und gerade der Manael an Courage, den die früheren Ministerien den Tschechen gegen­über sich zu Schulden kommen ließen, trägt die Hauptschuld an den unglückseligen politischen Zu­ständen, unter denen Oesterreich jetzt leidet. Und Herr von Körber? Er sei zugegeben, daß er ein klein wenig mehr Courage besitzt als sein« Vor­gänger. Aber das Maß davon, das uöthig ist zur Wiederherstellung dauernd geordneter Zustände in Oesterreich, scheint doch auch ihm zu fehlen. Sonst müßte seine allererste Sorge die sein, daß das Parlament durch eine veränderte Geschäftsordnung vor der Vergewaltigung durch Minderheiten be­wahrt und dadurch wieder arbeitsfähig werde. Die Mehrheit de» österreichischen Volkes würde er dafür auf seiner Seite haben. Denn im Volke hat man diese parlamentarische Lotterwirthschaft gründlich satt — kein Wunder! Denn das ganze Land leidet darunter unsäglich.

Sollte der aufs Neue versuchte Ausgleich unter den streitenden Parteien nicht glücken, dann würde das nach übereinstimmenden Ver­sicherungen eine erneute Auflösung deS öster­reichische« Abgeordnetenhauses, nicht aber de» Rücktritt des Ministeriums Körber bewirke«.

habe, als den gegenwärtige«, und daß darum alle noch so lebhaften nationalen Gefühle die Sorge und die Verantwortung für die wirth- schaftliche Zukunft nicht ausschließen. Die nationalen Forderungen dürfen nicht mit de» wirthschaftlichen Fragen verquickt werde«; aber wenn ma» weiter kommen will, muß eine Grundlage geschaffen werden, auf der alle Parteien sich zusammenfinden können. Die soge­nannte« „Alldeutschen" und die Tschechen haben aber bisher noch nicht zu erkennen gegeben, daß sie sich dieser Nothwendigkeit fügen wollen. Auf die „Alldeutschen" kommt eS weniger an. Aber die Tschechen bilde« leider das Zünglein a« der Wage. Nun ist nur noch zu hoffen, daß der Gedanke einer erneuten Auflösung des Abgeordnetenhauses die Tschechen schreckt und sie zu den Zuqeständniffen zwingt, die sie aus gutem Wille« nicht machen wollen.

• Neue Krisen in Oesterreich.

Die Parlamentrarbeit in Oesterreich stockt schon j wieder. Vor einigen Wochen sah es so au», als ließe sich die neue Krise leicht überwinden. Da- 1 mal» handelte es sich um die Zurückstellung der j vielen Anträge aus dem Hause zu Gunsten der ■ Durchberathung des Etatsvoranschlager, und es ' gelang wirklich, dieses Ziel zu erreichen. Aber dabei ist es auch geblieben. Das Abgeordneten­haus arbeitet bereits seit einem Monat, und bis­her ist noch nicht» weiter erledigt worden, al- einige Titel im Handelsbudget. Was aber nützt es, wenn ein Parlament wohl tagt und auch Sitzungen abhält, dabei aber doch nicht arbeitet? Wenn die Sache so weitergehen sollte, dann würde die Erledigung des Etat» in eine uferlose Ferne hinausgerückt werden, und auf diese Weise kann natürlich nicht regiert werden. „Die parlamen­tarische Lage ist wiever sehr ernst, da« geht so nicht weiter. E» ist zum Verzweifeln. Vielen Abgeordneten fehlt der gute Wille und dis Courage. Das muß anders werden, so geht es unmöglich weiter" —so hat Kaiser Franz Joseph zudem Abgeordneten Baron Wassilko gesagt, den er am letzten Montag in Audienz empfing.

Natürlich handelt es sich wieder um den un­seligen, unheilvollen, unendlichen Völkerzwist; und dieser ist noch dazu in eine neue EntwickelungS- stuse eingetreten, die seine Lösung nicht etwa leichter, sondern im Gegentheil noch schwieriger macht. Denn zu den Tschechen mit ihren theilweise vollkommen unerfüllbaren Forderungen find nun auch die Italiener in Südtirol und in Istrien gekommen, die ungestüm die Errichtung einer ita­lienischen Universität oder allermindestens italie­nische Vorlesungen in allen Fächern an der Uni­versität Innsbruck verlangen, widrigenfalls sie gleich den liebenswürdigen Tschechen mit der planmäßigen Verweigerung aller parlamentarischen Arbeit drohen. Die Tschechen aber haben sich auf zwei Forderungen verrannt, von denen sie unter keiner Bedingung abgehen wollen: e» sind dies die Er­richtung einer tschechischen Universität in Brünn und die tschechische Sprache als Amtssprache im inneren Verkehr der Behörden. Diese Forderungen kann und darf die Regierung nicht bewilligen. Sie würde sich damit geradezu in eine tschechische Parteiregierung umwandeln, und damit würde jeglicher Verständigung auf alle Zett hinaus ein Ende bereitet sein. E» fragt sich nur, ob andere Mittel und Wege zu finden sein werden, um die Tschechen für einige Zeit wieder zu beruhigen und dadurch zur Mitwirkung an der parlamentarischen Arbeit zu bewegen. Ministerpräsident von Körber hat deswegen neue Verhandlungen mit den ver­schiedenen Parteien begonnen, und am Montag ist auch die Obmänner-Konferenz der Parteien der Linken versammelt gewesen, um über diese Fragen zu berathen. Sie rst, wie nicht ander» zu er­warten war, zu dem Ergebnisse gelangt, daß eine unmittelbare Annäherung der Deutschen an die Tschechen vollkommen ausgeschlossen ist, so lange diese Letzteren an den beiden vorgenannten For­

derungen festhalten.

Man hat ganz richtig in dieser Obmänner- Konferenz von einer „Erpressungspolitik der Tschechen" gesprochen. Denn eS ist nicht» weiter

lich sein.

X Instervnrger Duell. Oberleutnant Hildebrandt, der Duellgegner des getödteten Leutnants Blaskowitz, ist, wie berichtet, von dem Kriegsgerichte in Insterburg zu zwei Jahren Festungshaft verurtheiltworden. Das Straf­gesetzbuch bestimmt, daß der Zweikampf mi Festungshaft von drei Monaten bis zu fün Jahren und mit Festungshaft nicht unter zwe Jahren bestraft wird, wen» der Gegner getödtet wird. Die Strafe, die dem Oberleutnant Hilde­brandt zugesprochen worden ist, bedeutet also das überhaupt zulässige Mindestmaß der­selben ; und nach dem herrschenden Brauche wird Hildebrandt vermuthltch bald genug begnadigt werden. Aus den Berichten über die Verhandlung vor dem Kriegsgerichte in Insterburg gebt hervor, daß ein A u S g l e i ch zwischen den Gegnern versucht worden ist durch den Unpart tischen beim Duell, den Hanvtmann Beuedix; aber dieser hat nur be-

4- Die Mr-scheuer SchulSrawalle vor Gericht. Der Prozeß wegen der sogenannten Schulkrawalle in W resch en in der Provinz Posen vor der Strafkammer de» Landgerichte» in Gnesen ist beendet: die Angeklagten find zum Theil zu harten Strafen verurtheilt worden, »n Strafen, die zwischen kleineren Haststrafen, vier Wochen Gesängniß und einem Jahre Zuchthaus schivavkcn. Eine Frau wurde zu 2V2 Jahren Ge» fängniß v-rurihM. Die Schulkinder der Volks» schule in Wreschen haben sich nach der Einführung der deutschen Sprache in dem Rellgions- unterricht wiederholt geweigert, auf deutsche Fragen zu antworten, sodaß die Lehrer schließlich die Hilfe de« Kreisschulinspektors in Anspruch nahmen. Dieser ist sofort mit den strengsten Maß­regeln vorgegangen, zu denen auch schwere körper­liche Züchtigungen gehörten. Das hat dann schließ­lich auch die unterwürfige Bevölkerung in Wreschen wrmaßen aufgeregt, daß sich eine« Tages etwa fünfzig Wreschener Einwohner zusammenthate« und in da» Schulzimmer eindrangen, um sich an dem Haupllehrer zu rächen. Schließlich mußte die Polizei gegen die empörte Menge vorgehen, und nun hatten sich die Theilnehmer an den Ruhe­störungen vor Gericht zu verantworten. Die kon- fervative, also keineswegs für polnische« oder katho­lische« Wesen voreingenommene ,Kreuz-Zeitung

Denlschrs Keich«

Berlin, 19. November.

+ Aufklärung- - Gefechte. Reichskanzler Nraf Bülow will die Mitglieder des Reichs­tages alsbald «ach deffe« Zusammentritt zu einem »arlamentarischen Abend im Reichstags« »ause einladen. Augenscheinlich handelt es sich darum, in angenehmer und zwangloser Form den Schlachtplan sür die Behandlung der Zollvorlage tm Reichstage zu besprechen. Von anderer Seite wird berichtet, man wolle ebenso wie bei der Be- rathung desZolltarifes von 1878/79 eine wirth- chaftliche Vereinigung innerhalbdeSReichs- ages zu Stande bringen, die aus Mitgliedern verschiedener Parteien besteht. Die Vermuthung wird richtig sein, daß dieser Plan an dem arge- kündigten parlamentarischen Abend besprochen werden solle. Der Gedanke ist keinesfalls schlecht. Jene frühere wirthschaftliche Vereinigung hatte einen Haupssörderer in dem Abg. Dr. Windt- horst; und jetzt kann man alle Maßnahmen mit Freude begrüßen, die dazu geeignet sind, die Erledigung der Zollvorlage zu be­schleunigen und zu erleichtern. Erne solche freie Vereinigung von Reichstags - Abgeordneten würde diesem guten Zwecke sicherlich nur fürder»

Am dm jlkbe« einte WeiWfeiider.

Rach dem Französischen von Henri Cauvain.

34) --(Nachdruck verboten.)

Ich wich unwillkürlich zurück und verbar mich. Eine unbeschreibliche Aufregung hatte mich befallen; ich zitterte am ganz»« Leibe und — warum sollte ich es nicht sagen? — ich hatte Furcht. Ja, bei dem Gedanke«, daß dieser Mensch, der den leichten Schlaf der Mörder haben mußte, plötzlich erwachen sollte, stch dieser Unglücklichen gegenLbsrsehe, bei dem Gedanke« an die schreckliche Scene, die stch vielleicht unter «einen Augen vollziehen werde, fühlte ich mich von einer entsetzlichen Furcht gepeinigt. Trotz­dem entschloß ich mich zu bleiben. Die Neu­gierde siegte über die Furcht und ich wollte als unsichtbarer Zeuge diesem nächtlichen Besuche zweier Bösewichte beiwohnen. Ich hoffte aus ihrem Munde endlich die schrecklichen Ent­hüllungen zu vernehmen, um deretwillen ich allen diesen Gefahren mich unterzog.

Sie trat an das Bett heran und schob den Vorhang zurück, deffe« Ringe nur schwer über die rostigen Stangen glitte«; dann neigte sie sich zu dem Kopfkiffen herab und schien zu lauschen.

Ohne zu überlegen, von Neugierde getrieben, streckte ich den Kopf nach dieser Sette vor. Welche Ueberraschung! Das Bett war leer. Leinentücher und Decken lagen in Unordnung durcheinander.

Ich trat neben meine Begleiterin, welche noch immer unbeweglich über dem vermeintlichen

Schläfer lauschte. Zu meinem größten Erstaunen sah ich, daß die Betttücher ganz durchlöchert und zerriffen waren; man hätte meinen könne«, die­selben hätten seit Jah-en einer Legion von Mäuse« zur Nahrung gedient.

Die Frau richtete sich langsam empor und flüsterte mir ins Ohr:

„Er schläft fest . . . der Trank, den wir ihm bereitet haben, war gut."

Dann ergriff sie schnell meine Hand, und unter das Bett zeigend, rief sie:

„Verstecke Dich da und mach schnell!"

Die Wahrheit, die furchtbare Wahrheit fing an, mir zu dämmern. Ich that, wie sie mir befohlen, ich legte mich neben daS Bett. Sie «ahm jetzt die Laterne, welche sie auf de» Nacht- tisch gestellt hatte, verbarg dieselbe unter ihrem Shwal und zog sich in eine dunkle Ecke des Zimmers zurück.

Nach einigen Augenblicken trat ich wieder zu ihr uno sagte:

„Es ist gethan!*

„Schon!" rief sie und stieß einen schweren Seufzer aus.

Sie näherte sich noch einmal dem Bette, fuhr mit ihrer mageren Hand über die Decke«, hielt dieselbe da«n auf eine Stelle, welche sie ohne Zweifel für die Brust des Schläfers hielt und verharrte so ängstlich und regungslos.

Endlich sagte sie mit hohler Stimme;

„Sr ist tobt . . . das ist gräßlich, daS wirkt besser als ein Messerstich . ... das läßt keine Spuren, nicht wahr?"

Diese Worte sprach sie abgebrochen und nach Athem ringend. Die Unglückliche schien von

einer schweren Last gedrückt. Ein Schaudern schüttelte ihren ganzen Leib.

Endlich preßte sie noch einmal meine» Arm zwischen ihre beiden eisernen Hände und sagte:

„Jetzt müssen wir ihn fortschaffen ... Du trittst an seinen Platz ... ich werde Deine Frau ... ich werde reich werden."

In diesem Augenblicke fiel mein Auge auf die Zeitung, welche auf dem Nachttische lag. Ich wand meinen Arm sachte los uab hielt die Zeitung an die Laterne. Sie war vom 25. Januar 1836; es war heute der 25. Januar 1846.

Ich begriff Alles; dies« merkwürdige Scene, bei der ich soeben eine Rolle spielte, war ohne Zweifel die Wiederholung deS Dramas, das vor zehn Jahren gespielt worden war, am gleiche» Tage, int gleichen Zimmer, am gleichen Bett.

Seit zehn Jahren war also Herr Brehat- Kerguen tobt, ermordet von einem frechen Ban­diten, bet es bann gewagt hatte, seinen Namen anzunehmen, sich in de» Besitz seines Vermögens zu fetzen und selbst die Züge seines Gesichtes nachzuahmen.

Dieses Weib war seine Helfershelferin und war die Gattin des Mörders geworben.

Erinnern Sie sich noch, wie bei bet Sektion des unglücklichen Bankiers in der Kaffettenstraße Serr Prosper, der Verwalter, uns gesagt hat, err Brehat-Kerguen habe seine Magd ge- heirathet?

Inzwischen habe ich erfahren, daß die Frau Zoonne heiße. —

V.

„Loknevinen, Gasthof zum französischen Thalrr, Freitag, elf Uhr Abends.

Ich mußte meinen letzten ohnehin schon sehr langen Brief abbrechen. Die Erlebniffe während jener Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch haben mich über alle Maßen ermüdet. Kaum konnte ich mich gestern bis zur Gartenmauer schleppe», um Johann Maria meine Aufträge »u gebe«.

Ich bi» entzückt über meinen Boten; er scheint mir sehr verständig und verschwiegen z« sein. Ich habe dem Posthalter sagen laffen, er möge gefälligst die Briefe, die an mich an» kommen, dem Kleinen übergeben. Uebrigens ge­denke ich nicht mehr lange hier zu bleiben. Mein Unternehmen geht seiner Vollendung entgegen und lebendig oder tobt werden Sie mich in Bälde Wiedersehen.

Doch will ich meinen Bericht fortsetzen.

Die Somnambule zog mich mit Gewalt anS dem Zimmer und schloß die Thür ab.

Sie lief jetzt schnell, so daß ich ihr kaum folgen konnte, stieg wieder die enge Treppe hinauf, und als sie auf der obersten Stufe an­gelangt war, blieb sie plötzlich stehen, wandte sich zu mir und sprach mit halberstickter Stimme:

„Hörst Du? . . . hörst Du? ... Sie find uns auf der Spur . . . Man hat uns gesehen . . . Wir find verloren!"

Dann begann fie wieder zu lausen, gebückt, zitternd, voll Verzweiflung. Ich folgte ihr bis in ihc Zimmer, in welches sie sich und mich ein schloß. Eine entsetzliche Angst war auf ihrem blassen Gesichte gemalt. Endbch legte sie sich wieder zu Bett, schloß die Augen, zog die Decken bis an den Mund hinauf u d bch krampf, haft in dieselben. (F f)