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FuldaerMZettung

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Lonn- und Frier- Lage. Vierteljährl.

A»i«g»prei» ah« Bringerlohn smd Bestellgeld in Fnlda und aus- wärt« IM.Sv Pf.

Dd» einspaltige Petit« »eile oder bete» RaumlSPfg.Me« Hamen die Petit- »eile 25 Pfg.; bet Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

fto Juferat» 3. p-rzeller in L-lta. mit Zlnteichallungs-Anlage „Issukrirte SoMlags-Zeilung" "" "Sä"

M 263.

Jut-a, Freitag, den 15. November 1901.

28. Jahrgang.

Deutsches Keich.

Berlin, 14. November.

x Der .Reichsanzeiger' und die .Nordd. "Allgem. Zeitung' find in der Lage, die wes ent. lichften Aenderungen deS Ende Juli d. I. Veröffentlichten Entwurfs eines Iosstartfche- fetze» nebst Zolltarif mitzutheilen, welche oer Bundesrath beschloffen hat. Darnach habe» eine ganze Anzahl Paragraphen des Gesetzes Aenderungen erfahren. Im Tarifentwurf werden die Zollsätze erhöht u. a. für gebrannten Kaffee von 50 auf 60 Mark, für roh-baumwollene Ge­webe der erste» Stafftl von 50 auf 60, für leinene Tischtücher der zweiten Staffel von 140 auf 145 Mark, für Meerschoum-Waaren, soweit -fie mit natürlichem oder künstlichem Bernstein verbunden sind, von 200 auf 400 Mark. Er­mäßigungen von Zollsätzen haben u. a. statt­gefunden für Quebiachoholz und anderes Gerb- Holz von 2 aus 1 Mark, für Reis (polirt) von 6 auf 4 Mark, für Buchdruckerschwärze von 10 auf 5 Mark, für Goldwaaren von 500 und 800 auf 300 und 600 Mark. Zoll Freiheit ist vor­geschlagen u. a. für Blumenzwiebeln, Knollen und Bulben, für Kleie, Reisabfälle, für Schiefer- stifte. Zu den abgeänderten Paragraphen des Zolltarif-Sesetzls gehört auch ver dritte Absatz deS § 1, der folgende Fassung erhalten hat: Aus die Srzeugniffe der deutschen Zollausschüffe ssindet die vertragsmäßige Zoll-Befreiung und Zoll-Ermäßigung Anwendung, soweit nicht der BuudeSrath Ausnahmen vorschreibt. Den Er­zeugnissen der deutschen Kolonnen und Schutz­gebiete kann die vertragsmäßige Zollbefteiung »und Zollermäßtgung durch Beschluß oeS BundeS- rathes eingeräumt werden.

fl Dem am 21. November zu einer mehr- tägigen G tzung hier zusammentretenden Liolo- »talrath werden außer dem jetzt festgestellten Etat der sämmtlichen Schutzgebiete noch mehrere größere Vorlagen ton allgemeinem Interesse zugehen. Dazu zählen vor Allem eingehendere Berichte der Ausschüsse, welche vor etwa vier­zehn Tagen einerseits über die Frage der Ab- schaffung der Sklaverei *u*b andererseits über Die Arbester-Ordnung für Kamerun brrathen haben.

h Aer sächsische Aeichstagswahlüreis AS Selo, j-tzt erteoigt durch Den Tod des nativ- 1 nalliberalen Abg. D. Lehr, war lange Zeit Hindurch konservativ vertreten, nämlich von 1887 biS 1898. Bei der letzte» Hauptwahl im Jahre 1898 wurden abgegeben 9758 sozialdemokratische, ; j t 5938 nationalliberale und 5406 konservative Stimmen. In der Stichwahl errang Dr. Lehr i de» Sieg mit 11925 gegen 10681 Stimmen, die Der Sozialdemokrat erhielt.

i | + S-rsor-oog der ÄrSeitslosen. .Die

. 'i । Industrie muß für ihre Arbeitslosen selbst

sorgen. Hat fie die Leute vom Lande in die ' Stadt gelockt, hat fie sie verleitet, die wirth- ' i | schastliche» Fähigkeiten des Landlebens zu ver-

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i ‘ 1» d!« ledc, eines Aeischerseirdes.

' Nach dem Franzöfischen von Henri Eauvain.

' 11 20) --(Nachdruck verboten.)

Ich hörte eine eiserne Thüre aufgehen und wieder zusallen, und einige Schritte näher tretend, sah ich, wie mein Herr in diese Art von Käfig , J; eingetieten war und auf'S Zärtlichste einen ge- I k wolliger. Bären umarmte.

Das Thier begann freudig zu winseln, t j r Diese rührende Szene dauerte ungefähr eine 1 j Minute.

Dann trennte sich mein Herr von seinem - j Wilden Freunde und sprach vor sich hin: ' 11 »O ja, Jakob ist ein guter Kerl, wenn man , 11 ihn nur kennt---wenn aber ein Anderer

. I | als ich ihm einen Besuch machen wollte, so würde

- 'M ■ er ihn mit Haut und Haar verschlinge»." t | I Dieses schien für mich gesagt zu sein. Aber

. I | da ich keine große Lust verspürte, dem Jakob

r i I «inen Besuch zu machen, so erschreckte mich die , [ Drohung nicht.

. s e Herr Brehat-Kerguen stieg die steinernen . : Stufen empor und verabschiedete den Gärtner, e M der in einem alten Schuppen neben der (Sanem thüre wohnte.

Er steckte einen dicken Schlüflel in das Schloß; die Thüre drehte fich dumpf in ihren Angeln und fiel mit einem Stoße zu, der die alten Mauern erbeben machte.

Der Schloßherr schlug Feuer und zündete «ine Laterne an, die er aus einer Mauen cke »ahm.

peffen, daß sie nur noch von der Hand in den Mund zu leben verstehen, so darf sie die Arbeiter nicht einfach auf die Straße setzen, wenn sie einmal weniger als zehn oder zwanzig Prozent verdient und die Fixer an der Börse einmal mit ihrer Weisheit zu Ende sind ... ES ist ei» förmlicher Wahnsinn, von de» auf diese Weise entstandenen hungernden Massen die Ordnung in Staat und Gesellschaft gefährden zu lassen" — so und mit ähnliche» Sätzen mehr beurtheilt das .Deutsche Adelsblatt' die Frage der herrschen­den Arbeitslosigkeit. Staat und Gesellschaft find zwar von den Arbeitslosen noch nicht be- droht. Aber ohne allen Zweifel steckt ein sehr guter Kern in diese» Ausführungen; denn eS ist offenbar gerecht, daß diejenigen in erster Reihe für die industrielle» Krisen und ihre unheilvollen Folgen auszukommen habe», die vorher von dem Aufschwünge de» größte» Nutzen zogen und die nachher diese Krisen verursachten. Im Interesse der Arbester, die in guten Jahren von der Großindustrie aus ihrer Heimath fortgelockt, i» schlechten Jahren da»» ganz einfach wieder ab» gestoßen werden, ohne daß jemand danach fragt, was nun aus ihnen werden soll, liegt eS durch­aus, daß die Gesetzgebung fich möglichst bald mit dieser Frage beschäftige.

* Die,Nordd. Allg. Ztg.' meldet: Im Reichs- versicherungSamie fand am st. November die konstituirende GenoffenschastSoerfammlung der vom BundeSrathe errichteten neuen Aernfs Genossenschaft für Gewerbebetriebe statt, welche sich auf die Ausführung von Schmiedearbei­ten erstrecken. ES nahmen 43 Vertreter des Schmiedehandwerks auS allen Theilen Deutsch­lands theil. Nach eingehender Bcrathung ge­langten die Vorschläge des Reichsverstcherungs- amtS in allen wesentliche» Punkten zur An­nahme. Die neue, das ganze Deutsche Reich um­fassende BerufSaenofsenschast erhielt den Namen „Schmiede-Berufsgenosse»schäft". Sie wird ihren Sitz in Berlin Haden. Es wurde beschlossen, vorläufig die Verwaltung der Be- rustgnnoffenschaft einem Gesammtvorstande von 20 Mitgliedern zu übertrage». Die Ausdehnung der Verstcherung auf Unternihmer wurde in dem weitest gesetzlich zuläsfigen Umfange beschloffen.

* Charakteristisch für dteLage der katho­lischen Kirche im deutschen Bundesstaate MeekIroVor- ist folgender Vorgang: Vor einige» Tagen wurde der verstorbene katholi­sche Pfarrer Ludwig Brinckwirth von Rostock in seiner Heimath Metelen in Westfalen zur letzten Ruhe bestattet. Ueber 25 Jahre hat derselbe in der Missionspfarrei Rostock, die ihm ungeheuer viel zu verdanken hat, unter den schwierigsten Verhältnissen gewirkt und auch bei der protestantische» Bevölkerung fich große Hoch­achtung erworbk», die sich durch eine zahlreiche Betheiligung bei der Ueberführung der Leiche zum Bahnhofe kundgab. Bezeichnend aber für die recht­liche Stellung der katholischen Kirche in Mecklen­burg ist es, daß an den protestantischen Pfarrer und Kirchendiener in Rostock 80 A Be- gräbniß-Gebühren bezahlt werden mußten, obschon dieselben mit dem Begräbniß nichts zu thun hatten. Dazu kommt noch, daß der ver­ewigte Pfarrer Brinckwirth auch Seelsorger für das katholische Militär in Rostock war, das

Wir befanden uns in einem langen Gange, an dessen Ende man die Stufen einer großen steinernen Treppe erblickte.

„Folgen Sie mir", sagte Brehat-Kerguen in barschem Tone. —

Wir stiegen zwei Stockwerke empor. Die Ge­mächer dieses allen Schlosses schienen mir ganz merkwürdig eingethetlt zu sein.

Zu beiden Seiten eine» Treppenabsatzes lief e ein enger Gang aus, in dem rechts und links in gleichmäßiger Entfernung die Zimmerthüren waren.

Z | Man hätte glauben können, man fei in einem Kloster mit dunkeln Gängen und engen Zellen.

„Hier haben Sie Ihr Zimmer," sagte Herr Brehat-Kerguen, indem er eine der kleinen niedrigen Thüren aufstieb und mich in ein feuchles, schlecht eingerichtetes Gemach einführte. „Holz werden Sie in jener Ecke da finden."

Er ließ das Licht seiner Laterne auf mein Gesicht fallen und durchbohrte mich fast mit seinen kleinen braunen Augen.

„Sie sind in meinem Dienste," fuhr er mit Nachdruck fort. „Sie werden fich bereit halten und jeden Augenblick bei Tag und bei Nacht meiner Befehle darren ... Ich beanspruche ein unbe­grenztes Recht über Ihre Person . . . Ihre Ar­beit wird nicht anstrengend sein; aber ich verbiete Ihnen auf'S Strengste, den Fuß aus dem Garten zu setzen, und fall« Sie mein Verbot übertreten, so weide ich Sie mit eigener Hand strafen. Wenn Sie dagegen mir gehorchen und mich zuftieden stellen, so sollen Sie auf» reichlichste belohnt wer­den, wie vielleicht Niemand Sie belohnen könnte."

nehmen auch nicht jede» auf, ihre Versamm­lungen sind nur do» den Mitgliedern besucht, sie habe» einen abgeschlossenen Wirkungskreis. Der DolkSverei» hinaegen will ein Eroberungs­verein fein; zu feinen Versammlungen kann jeder komme», auch der Gegner, er wirkt öffentlich und soll vor allem auch jene Katho­liken sammel», die nicht in die anderen Vereine eintreten. I.» Gemeinden, wo nun schon katho­lische Männer- Bürger- oder Ar­beiter-Vereine 2C. bestehen und die Ein­führung deS Volksvereins deshalb im Allge­meinen auf ernstliche pekuniäre Schwierigketten stoßen würde, ist zunächst wenigstens ein Stamm von Katholiken nöthig, welcher mit dem BolkS- oerein in Verbindung steht. Vielleicht läßt sich in solchen Gemeinden aber doch eine weitere Ausbreitung des Volksvereins in der Weise erreichen, daß sich die betreffenden Vereine in ihrer Gesammt heit aufnehmen lassen. Ein bestimmter Prozentsatz der Ver­einsbeiträge wäre in diesem Falle a» den Volksverein abzuliefern, wogegen für jede gezahlte Mark ein Exemplar der Vereinszeitschrift geliefert wird, die dann unter den Vereins- Mitgliedern zur Vertheilung kommen. So wett es sich um diese Werbung von Mitglieder» in den schon bestehenden Vereinen handelt, haben sich die Vertrauensmänner des Volksvereins in Baden z B. auf den Vorschlag geeinigt, daß jeder katholische Verein fich dem Volksverein mit einer seiner Mitgliederzahl entsprechenden Pausch al­summe anschließt. Für 100 Mitglieder sollen etwa 10 biS 15 Mark an den BolkSverei» ge­zahlt werden; dann erhält der betreffende Verein eine gleiche Anzahl Hefte; außerdem bezieht er die Flugblätter des DolkSvereinS, benutzt die soziale Auskunftstelle :c. Neue werthoolle An­regungen werden ihm dadurch zugeführt. Wohl­habende Mitglieder deS Vereins, die Interesse für soziales Wirke» besitzen, müssen natürlich an- gehalten werden, außerdem für ihre Person dem Volksverein beizutreten, um diesen zu unterstützen und die Zeitschrift zu eigen zu besitze». Diese Form der AuSbreitu»g des DolkSvereinS kann zwar nur als Nothbehelf gelten dort, wo die Leute einzeln nicht zu gewinne» sind; wenn der VolkSveret» fich lediglich a» bestehende Vereine anllhnen wollte, könnte er ja seine Aufgaben nicht vollkommen löse». Aber für die dringend nothwendige Verstärkung deS DolkSvereinS ist auch dieses Mittel unentbehrlich und den katho­lischen Vereins vor ständen sehr zur Beachtung zu empfehle».

+ Der Kharitasvervand für da« »altz. Dentschkand ist nach dem AuSweiS des Mit­gliederverzeichnisses, welches zu Agitationszwecken kostenlos von der Geschäftsstelle zu Freiburg im BreiSgau zu beziehe» ist, auf 2106 Mitglieder gestiegen. Darunter find 8 Hochwürdigste Bischöfe, 10 Mitglieder regierender Fürstenhäuser, 143 Adelige, 773 Geistliche, 202 katholische In- stitute und Vereinigungen und 61 lebenslängliche Mitglieder. Der Klerus stellt also 38 pEt. der Mitglieder, die katholischen Jnftttute und Ver­einigungen (Vivcrnzkonferenzen, Elisabethenvereine, Männervereine, Studentenvereinigungen) 10 pEt. und der karholische Adel 7 pEt. Noch nicht einmal die Hälfte der Mitglieder entfällt dem-

nebst dem OifizieriorpS deS Regimentes fich zahl­reich an der Leichenfeier in Rostock beteiligte. Als katholischer Pfarrer bet Sivil- und Militär- Gemeinde gehörte Brinckwirth also nach meckle». burgischen Gesetzen zur — protestantische» Pfar­rei! Daher auch die Begräbniß - Gebühre» an den protestantischen Pfarrer und Kirchendiener. — Eine» schon mehr heitere» Anstrich hat folgendes Vorkommniß: In dem erste» Bei- blatte zu Nr. 264 deS .Rostocker Anzeigers' vom 10. November d. IS. findet fich folgende Anzeige:

____Ich bedauere, daß ich dem Arbeiter Hermann Böse in Sülze »achgeredet habe, derselbe führe einen falschen Namen und sei katholisch gewesen; ich nehme diese» zurück und erkläre, daß ich von dem­selben nur Ehrenhaftes und Gate» weiß.

Sülze. Th. Hintze.

Diese Anzeige entspricht dem üblichen öffent­lichen Widerruf von Beleidigungen. Herr Böse muß eS demnach wohl als eine Be­leidigung aufgefaßt haben, daß ihm nachge- sagt wurde, er fei katholisch gewesen, und Herr Hintze hat fich demgemäß zu einem öffent­liche» Widerruf veranlaßt gesehen. Auf die Anschauungen, welche über die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche in Mecklenburg herrschen, wirft diests ein eigenartiges, aber kein erfreu­liches Licht. Aber woher empfängt das evan­gelische Volk in Mecklenburg solche gehässige Anschauungen? — Im Anschluß hieran theilt die ,Germania' »och mit, daß man in Mecklen­burg vielfach noch Zweifel darüber auSsprechen hört, ob die katholische Kirche überhaupt den christlichen Kirchen zuzuzählen sei.

+ Ki«e wichtige AnfgnSe Katholischer AereiA»1Hätigüeit bleibt für die nächste Zeit die weitere Ausbreitung deS Volksvereins für das katholische Deutschland. Nicht nur i» sozialpolitischer Hinsicht, auch als gemein­same Abwehrorganisation gegenüber den neueren kirchen- und glaubensfeindlichen Angriffen habe» wir deutsche Katholiken einen solchen um» fass'nden Verein nöthiger denn je. Hoffentlich werde» daher die eindringliche» Mahnungen der Osnabrücker Generalversammlung, insbesondere die vom Abg. Dr. Lieber auSge. sprochene Parole: „Wenn Du alle» mögliche» katholische» Vereine» angehörst und Du gehörst dem Dolkrverein nicht a», so haft Du die Pflichten eines deutsche» katholischen Mannes in gegenwärtiger Zeit nicht erfüllt!" — ihre Wirkung für die in den Wintermonaten wieder lebhafter einsetzende Agi­tation nicht verfehlen. Insbesondere dürfen die Vorstände anderer katholischer Vereine über ihren spezielle» Verei»Sauf«aben nicht das höher liegeade Ziel einer einheitlichen Organisation des ganzen katholischen Deutschlands übersehe», sonder» ge­rade sie müssen die Hindernisse, welche im Vor­handensein anderer katholischen Vereine sür die wettere Ausbreitung des DolkSvereinS liegen, möglichst zu Überbrücken suchen. Wenn in einem Orte jeder katholische Mann einem katholischen Vereine angehörte, dann wäre allerdings der Volksverein dort weniger röihig. Aber die Mitgliederzahl dieser Ver­eine stellt nur einen geringen Prozentsatz der katholische» Männer dar; diese Vereine

Bei diesen letzten Worten kam mir sein Blick noch leuchtender und durchdringender vor; hierauf kehrte er mir den Rücken und verließ da» Zimmer.

II.

„Rerguen, Mittwoch Abend.

----Außer dem Gärtner, von dem ich Ihnen gesprochen und der entschieden ganz kindrsch ist, hat H.rr Brehat-Kerguen »och eine alte Frau in feinem Dienste, die kein Wort Französisch versteht. Mein Herr ißt und trinkt entsetzlich. Sein Wein ist Übrigens ausge­zeichnet.

Nach dem Mittageffrn, das er gewöhnlich um zwölf Uhr nimmt, schloß er sich in feine Ge­mächer im ersten Stock ein. Während dieser Zeit ging ich in den Garten.

Als ich über den Hof schritt, sah ich Meister Jakob feiner ganzen Länge nach ausgestreckt und fich an den matten Strahlen der Januar- sonne wärmend.

Es ist ein dunkler, stattlicher Bär, der sehr wild zu fein scheint. Er hielt zwischen den Vordertatzen ein großes blutiges IStück Fleisch, das er mit einer Gier hinunterschlanz.Adie ■ den Zuschauer nachdenklich machen konnte.

Als er mich vorübergehen sah, hob er seinen dicken Kopf in die Höhe und stieß ein dumpfes Gebrüll hervor.

Ich spazirte ungefähr eine halbe Stunde im Garten aus und ab und sann vergebens nach einem Mittel, wie ich Ihnen die Briefe zu- kommen lassen könnte, die ich täglich zu schreiben versprach.

Dieser Spaziergang in der reinen frische» Lust hatte mir recht gut gethan. Der kalte Nordwind, welcher weyte, kühlte meinen heißenKopf.

Wenn ich wieder in Paris fein werde, so will ich Sturzbäder nehmen.

Ich benutzte diese SpaziergangSstunde, um genau die ganze Einrichtung dieses düstere» Schlosses mir anzusehen.

Die Vorderseite hat acht Fenster.

Bald konnte ich das Fenster meines Zimmer- erkenne», da ich dasselbe offen gelassen. Es ist das dritte, von recht« angefangen.

Soviel ich au8 dem alten Gärtner herans- bringen konnte, scheint daS Zimmer meines Herr» unter dem meinigen zu sei«.

Eine schöne norwegische Tanne ragt mit ihrem hohe» Gipfel bis über mein Fenster empor.

Ich machte die Rur de um das Haus, aber nach der Südseite waren alle Läden geschloffen. Diese Gemächer scheinen niemals bewohnt zu werde».

Als ich wieder ins Haus zurückkehren wollte, fiel mein Auge plötzlich auf einen glänzende» Gegenstand, der langsam die Gartenmauer em» porstieg. Sie wissen, ich habe ein • äußerst scharfes Gesicht.

Ich näherte nfich leise, um dieses neue Ge- heimniß zu entdecken.

An dreser Stelle des Gartens befindet sich ein schöner Fischteich nit tkrem Wasser; hart am jenseitigen Ufer zieht sich ore Gartenmauer hin, die hier etwas schadhaft ift.

Ich blieb ungefähr fünf Minuten stehen und beobachtete.