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Inserate! Dl« einspaltige Petit« zeile oder bereit Raum löPfg.,Re­klamen die Petit« zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprech end. Rabatt gewährt.

verantwortlich: Liir die Redaktion Jof. Baute, für Jnfcrate 3. parzeller in Fulda.

mit Mrüerhattungs -Anlage „Mustrirte Sonntags-Zeitung" petersgaAe Nr. 2 (Harmonie).

28. ZahrgmG-

Vertreter des Kanzlers hat am Dienstag den Vorsitz im BundeSrathe bei der Beraihung der Zollgesetz« Entwürfe geführt. Irgend welche Schlüffe beson« derer Art aus diesem äußerlichen Umstande zu ziehen, ist man nicht berechtigt. Die Sitzung hat 3 Stunden gedauert; die Erörterung soll sich be« sonders um die Fragen der Mindestzölle für die lsndwirthschastlichen Erzeugnisse und deS Jn« krafttretens des Zolltarifes gedreht haben. Beide Bestimmungen sind unverändert bestehen geblieben. Gegen die Mindsstzölle sollen Baden und einige kleine Bundesstaaten gestimmt haben, darunter die Hansastadte. Der Entwurf alL Ganzes ist der.Deutschen Tagesztg/ zufolge mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Mehrheit an genommen worden.

X Dom grotzS-nzo-kich Hessischer» Asse. Die Thatsache — so berichtet die .Wormser Zeitung' aus Darmstadt — läßt sich nicht weiter verschweigen, daß es trotz gewifferhafter Be­mühungen nicht möglich gewesen ist, das Ehe- verhältniß zwischen dem Großherzog und seiner hohen Gemahlin zu einem derart harmonischen zu gestalten, wie es für das Lebensglöck und eine segensreiche Regierung des Landes erforderlich ist. Die Trennung der großherzoglichen Ehe wird also wohl demnächst in die Wege geleitet werden. Großherzog Ernst Ludwig vermählte sich mit der Prinzessin Viktoria von Sachsen- Koburg-Gotha am 13. April 1894. Der Groß­herzog ist 33, die Großherzogin 25 Jahre alt.

• Avg. Ar. Lehr f. I» der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist der nationalliberale Reichstagsabgeordnetr Dr. Lehr in Berlin ge­storben. " Dr. Lehr war, wie bekannt, der Ge­schäftsführer des Alldeutschen Verbandes und vertrat im Reichstage den sächsischen Wahlkreis Döbeln. Er war i. I. 1839 in Wiesbaden geboren.

+ Keine Aesdrrrmg des AKttenge- setzes l In einer offenbar offiziösen Darlegung wird gesagt, es „liege der Regierung fern, die Klinke der Gesetzgebung zum Zwecke eines Ge- legenheitSgesetzes zu ergreifen. Die Erfahrungen, die mit dieser Art der Gesetzgebung gemacht seien, mahnten dringend zur Vorsicht ..." Aber schlimmen Vorgänge bei den Banken und Aktiengesellschaften mahnen noch viel dringlicher zur Einführung von Reformen und gesetzlichen Schutzwehren gegen Wiederholungen solcher Er- eigniffe. Das kann die halbamtliche Stimme auch nicht einfach ableugnen. Deswegen wird auf eine spätere Zeit vertröstet: „wenn in der Folgezeit an eine Revision der Aktiengesetzgebung gegangen werden sollte, so werde das erst dann geschehen, wenn die Frage nach allen Seiten hi« völlig ausgereift sei". Wann wird wohl daS sein? Aber vielleicht werden wir es doch noch erleben!

O Der Meßende OerichtsKaud de» Dresse. Von neuem wird bestätigt, daß de« Reichstage demnächst eine Vorlage zugrhen werde, um die Mißstände zu beseitigen, die sich aus dem fliegenden Gerichtsstände der Pr.ffe ergeben. Die Verhandlungen darüber zwischen den Ver- bündeten Regierungen gehen, wie berichtet wird, ihrem Abschluffe entgegen.

DaS machen die besonderen Verhältnisse in unserem Reichstage. Gerade während der letzten Jahre mußte» wir es wiederholt erleben, daß der schwache Besuch unseres ReichkparlamenteS die traurigsten und bedenklichsten Folgen zeitigte, daß unsere ganze Grsetzgebungsmaschine ins Stocken gerieth durch die gewaltsamen Eingriffe widerwilliger Minderheiten, ohne daß dieser un­botmäßigen Gewalt die ordnende Macht der parlamentarischen Mehrheit mit Erfolg entgegen- gesetzt werden konnte. Die Mehrheit stand nur auf dem Papier! — so höhnten die Gegner. Die Mehrheit stand zur Verfügung, aber trotz oller möglichen Bemühungen konnte sie nicht zusammengebracht werden. Der Reichstag er­wies sich immer und immer wieder als arbeits­unfähig, weil ein großer Theil seiner Mitglieder seinen Benutzungen fortgesetzt fern blieben, viel­leicht auch wirklich fern blecken mußten. ge> zwungen durch unüberwindliche berufliche und anders Verhältnisse.

Jetzt aber dürfen die Rufe der Parteiführer nicht mehr ungehört verhallen. Jedes Mit­glied des Reichstages, das der Einführung eines wirksamen Zollschutzes geneigt ist, muß sich klar machen, daß eine ungeheuere Ver­antwortung auf ihm lastet, bi» Verant­wortung für das wirthschaftliche Gedeihen seiner Heimath, seines Wahlkreises, seines Landes, des ganzes Reiches, für das Wohlergehen des ye= sammten derchchkÄ Volkes und damit auch für seine politische Machtstellung unter den Kultur- staateu. Unter dem Drucke dieser Verantwor­tung muß alles übrige in den Hintergrund treten, bis der Kampf um unsere Handelspolitik aus­gekämpft, bis der neue Zolltarif geborgen sein wiro. Tonst wird jeder Wähler daS Recht haben, dem Manne seines politischen Vertrauens den Zeigefinger auf die Brust zu legen und ihm zu sagen: Du trägst die Schuld daran, daß ich mit aller meiner Arbeit, mit aller meinet Sorge und Mühe dem Ruin entgegengehe!

Deutsches Ustch«

Berlin, 13. November.

X Aschmats da« A«sterS«rger Irrest. Wie gewöhnlich in solchen Fällen, fehlt auch Über den unglückseligen Zweikampf in Insterburg jegliche zuverlässige Aufklärung amtlichen Cha­rakters. Das ist zu bedauern. Die Zurück­haltung ist für militärische Kreise im allgemeinen ja durchaus angebracht. Aber in solchen Aus- nahmefällen sollte bester auch eine Ausnahme in der Behandlung beS Gegenstandes gemacht und eine amtliche Darstellung der geschehenen Dinge gegeben werden, und zwar im Interesse der Betheiligten selbst. Denn wenn solche zuver­lässige Aufklärungen unterlassen werden, tst ja der Legendendildung Thür und Thor geöffnet, und diese Legendenbildung pflegt nicht zu Gunsten der beteiligten Osfizierskreift auszu« fallen. Man ist bei der Beurttzellung deS Jnsterburgcr Falles also nach wie vor auf einzeln verstreute Zsitungsmeldungen angewiesen, die alle von einander abweichs». Erwähnens-

Jch weiß nicht, wie lange meine Abwesenheit dauern wird. Vielleicht kehre ich nie wieder zurück! Ich ernenne Sie daher zu meinem Te- fiammtsoollstrecker. Ich vermache Ihnen alle meine Papiere und alle meine Bücher. Wenn ich sterbe, verbrennen Sir meine Manuskripte, ohne dieselben zu lesen. Es liegt mir vor Allem daran, daß Sie jenen Stoß Papiere beseitigen, den ich Ihnen linkerhand in meinem Zimmer ge­zeigt habe und der die Geschichte meines traurigen Lebens enthält.

Also noch einmal Adieu! Ich werde Ihnen häufig schreiben und Sie über Alles, was ich thue und entdecke, auf dem Laufenden erhalten.

Benachrichtigen Sie mich gleichfalls, wenn Sie etwas Neues erfahren sollten.

Ich drücke Ihnen herzlich die Hand.

Maximilian Heller."

Ich blieb einen Augenblick im Nachdenken ver­sunken stehen, nachdem ich diesen Brief gelesen, der mit fester Hand geschrieben war. Mühsam suchte ich mir dte sonderbare Absicht zu erklären, die den Philosophen bewog, sich auf solche Weise an die Ferse dieses Verbrechers zu fesseln Welche Geheimniffe hoffte er noch zu entdecken? Wäre es nicht einfacher und weniger gefährlich gewesen, ihn beim Gerichte zu verklagen und diesem es zu Über­iaffen, das geheimnißvolle Dunkel aufzuhellen? Konnte ein so gefahrvolle« Unternehmen richt ein schlimmes Ende nehmen? Diese Verkleidung und diese fortwährende Verstellung schienen mit mensch­liche Kräfte zu übersteigen. Herr Brehat Kerguen brauchte ihn nur eines Tages zu überraschen, es bedurfte nur seines leisesten Verdachte«, und es war um Maximilian'« Leben geschehen. Er wat

wetth ist eine Darstellung, die die ,Tägl. Rundschau' von angeblich bestunterrichteter Seite erhalten hat. Danach ist der nunmehr er- schossen- Leutnant Moskowitz nach der Leerung der AdfchiedSbowle noch in ein anderes Lokal gegangen, um Grog zu sich zu nehmen, und davon soll er so schwer betrunken geworden fein. Als die Artillerie-Offiziere den Trunkenen fanden, soll dieser sie mit Schimpfreden empfan­gen, durch Nennung ihrer Namen bekundet haben, daß er sie kenne und dann zwei der um ihn be­mühten Artillerieoffiziere mit voller Kraft ins Gesicht geschlagen haben. Danach soll hernach der Ehrenrath nicht angenommen haben, daß Blaskowitz sinnlos betrunken gewesen fei. So weit die Darstellung der ,Tägl. Rundschau/ Möglich würde auch fein, daß der Edren- rath des Artillerie - Regiments einen Zwei­kampf nicht als unbedingt nothwendig be­zeichnet, der Oberleutnant Hildebrandt sich aber nicht danach gerichtet, sondern auf dem Duell bestanden hat. Der Offizier kann ja trotz des Abratheus vom Zweikampfe drrch den Ehren- rath das Duell ausfechten. Nur macht er sich alsdann nach den herrschenden Auffassungen in höherem Grade strafbar, lieber alle diese Mög­lichkeiten befindet man sich im Unklaren; denn die Zriturrgsdarstellungen stürmen in der Kenn­zeichnung beS Sachverhaltes so wenig miteinander überein, daß man keine davon als zuverlässig betrachten kann. Der Durllgegnet des ge- tö Meten Leutnants Blaskowitz, der Oberleutnant Hildebrandt, ist um die Versitzung in ein anderes Regiment eingekommen und hat sich einstweilen beurlauben kaffen. — Von anscheinend berufener Seite wird Folgendes veröffentlicht:

„Erstens: Leutnant Blaskowitz hat sich den Rausch nicht im Offizierskasino, sondern in einem Jnsterburger Hotel geholt. Offiziere waren nicht zugegen. — Zweitens: Der Ehren- rach wie der Regimenttkommandeur haben über die Duellaffäre als solche nicht zu ent­scheiden gehabt und nicht entschieden. — Drittens: Eine Ehrenerklärung seitens beS Leutnants Blaskowitz hat nicht flattgefunden. Sie war auch nach Sage der Dinge vollständig ausgeschlossen. ~ Bedingt war einmaliger Kugelwech,ek. — Viertens: Weder der Re­gimentskommandeur noch der Ehrenrath waren bei dem Duell zugegen."

Leider ist man auch nach dieser sogenannten Richtigstellung nicht viel klüger als vorher. Sollte damit gesagt fein, daß der Ehrenrath nicht süe die Rotywendigkeit deS Duells eine Entscheidung abgegeben habe, sv würde ihm daS sehr zum Vortheil gereichen. Aber zum vollen Verständnisse der traurigen Angelegenheit reicht, wie gesagt, diese Darstellung ganz und gar nicht guS. Daß in Insterburg nach militärischen Ehrbegriffen ein Duell nicht nothwendig war, wird von den allermeisten Offizieren als richtig anerkannt werden müssen. In diesem Sinne brachte auch die konservative,Kreuz-Zeitung' eine Zuschrift auS der Feder eines alten Kavallerie- Offiziers.

+ Dor Zolltarif imK««desrathe. Nicht Reichskanzler Graf Bülow, sondern der Staats- stkretäc Graf Posadowsky als berufener Stell­

ganz in seiner Gewalt auf diesem fernen Schlosse tn der Bretagne, und der Verbrecher würde nicht vor einem neuen Verbrechen, das ihm Straflosig­keit sicherte, zurückschrecken. Wäre Maximilian tobt, so stürzte mit ihm das ganze Gerüst der so mühsam gesammelten Beweise zusammen und Louis Guerin bestiege das Schaffot!

Um dem Wunsche, den Maximilian Heller mir ausgesprochen, zu willfahren, begab ich mich in feine Wohnung, ließ feine Bücher und Manuskripte zusammenpacken, und in meine Wohnung tragen. Ich nahm den Stoß Papier, der seine Lebensge- schichte enthielt und verschloß denselben in einer Schublade meines Schreibtisches.

Zweite Abtheilung.

I.

Ich lasse von jetzt an Maximilian Heller das Wort.

Er schickte mir fast täglich den Bericht seiner Erlebnisse und Beobachtungen. Ich habe diese Briese aufbewahrt und veröffentliche dieselben in der Reihenfolge des Datums, das fie tragen, denn sie scheinen mir eine richtige Idee von dem Charakter dieses sonderbaren Philosophen zu geben.

„Chartres, den 17. Januar.

Wir sind gestern Abend um acht Uhr abgereist. Das Wetter war abscheulich. Der Sturm heulte so fürchterlich, daß ich die ganze Nacht kein Auge schließen konnte. Herr Brehar-Kergurn lobte unfein Wagen sehr, und ich mußte an feiner Seite Platz nehmen ... Er ließ mich keinen Augenblick au« dem Auge. Gestern mußte ich mich einer List be­dienen, um die paar Worte, die ich Ihnen ge-

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Ink-G Donnerstag, den 14. November 1901.

G Die Berathung der Zollvorlagen hat das Plenum des BundeSrathes nicht lange beschäftigt. Nach einer Dienstag Abend ver­breiteten Meldung deS offiziösen Drahtbureaus hat der Bundesrath „bem Ausschuß-Antrage zur Vorlage betreffend den Entwurf eine« Zoll­tarif-Gesetzes nebst Zolltarif die Zustimmung ertheilt". Man ersieht-daraus von neuem, daß irgendwelche Meinungsverschiedenheiten über dte Behandlung der Zollvorlagen zwischen den Ver­tretern der einzelnen Bundesstaaten nicht mehr cheroorgetreten find. Auch irrt man sich sicher nicht mit der Annahme, daß dis von den Aus- ffchüffen des BundeSratheS beantragten Ver- änderungen nicht einschneidender Natur find; man hat vielmehr anzunehmsn. daß der Ent­wurf in allen wesentlichen Zügen ebenso aus dem BundeSrathe herauskommen werde, wie er diesem zu gegangen war. Bis zum Beginne der Reichstags Verhandlungen ist nun noch so viel Zeit, daß den Mitgliedern des Reichstages der fertige Entwurf ganz gut schon vor der Wieder­eröffnung der parlamentarischen Verhandlungen zugestellt werden könnte, um die erste Lesung so früh wie nur irgend möglich vorzunehmen.

Selten sind die Verhandlungen deS Reichs­tages mit solcher Spannung erwartet worden, wie eben jetzt, und zwar nicht nur wegen der Wichtigkeit und der außerordentlich hohen Be­deutung der Gegenstände, deren Berathung bevorsteht. Es ist ja ohne Zweifel ein sehr großes Werk, auf eine längere Reihe von Jahren durch gesetzliche Bestimmungen die Handels­politik und die wirthschaftlichen Bedingungen eines ganzen Reiches festzulegen. Aber die Spannung, mit der den Berathungen der deut­schen Volksvertretung entgegenßesehen wird, gilt nicht dieser außerordentlichen wirthschaftlichen Bedeutung der Zollvorlagen allein. Seit langer Zeit ist eine Verhetzung des deutschen Volkes betrieben worden, wie fie zum Glück selten bei uns vorkommt. Herr Bebel hat eS mit brutaler Offenheit bei dem sozialdemokratischen Parteitage in Lübeck gerade heraus gesagt: DaS Volk muß ausgestachelt, muß mit allen Mitteln aufgehetzt werden gegen die Bestrebungen, die heimische Arbeit und baS deutsche Erwerbs­leben durch entsprechende Zölle zu schützen gegen den Mitbewerb beS Auslandes, das in vielen Stücken unter viel günstigeren Bedingungen ar­beitet als Deutschland. Und in Gemeinschaft mit der Sozialdemokratie Hetzen andere Politiker von dem Schlage derer, die sich die Freisinnigen nennen; Leute wie der Abgeordnete Dr. Barth betrachten eS seit Jahr und Tag als ihre einzige Aufgabe, diese Hetze mit Wort und Schrift in einer Leidenschaftlichkeit zu betreiben, als gelte eS die Abwendung der schrecklichen Gefahr von unserem deutschen Vaterlande, und der traurige Erfolg dieser Unterwühlungen ist nicht ausge- blieben. Wie feindliche HeereShaufe« stehen die Freunde und die Gegner eines erhöhten Zoll- schutzes für die Erzeugnisse der deutschen Arbeit einander gegenüber; und obwohl seine Freunde -en Gegnern in der Zahl bei weitem Überlegen find, ist der AuSgang der Kämpfe zweifelhaft genug.

A« dm ftbti thu« UerschkistiidkS.

Nach dem Französischen von Henri Cauvain. 69) ------ (Nachdruck verboten.)

XVIII.

Am folgenden Tage erhielt ich gegen Mittag nachstehenden Brief:

„Mein lieber Doktor!"

Wir reifen diesen Abend um acht Uhr nach der Bretagne ab.

Diesen Morgen hat mich H-rr Brehat-K-rguen zu wiederholten Malen scharf in'S Ange gefaßt, was mir als schlimmes Vorzeichen erschien. Dann hieß er mich in sein Zimmer kommen und ich mußte ein neues Verhör brst-hen, das nicht weniger genau war, als das erste. Ich habe mich jedoch gleich ehrenhaft aus demselben ge- zogen, bas heißt, immer an meiner Erdichtung sesthaltend.

Sollte er einen Verdacht hegen? Ich bin um so mehr geneigt, das Gegentheil zu glauben, als in Folge aller seiner Frage» er mit schließ­lich bestimmt erklärte, daß er mich in seinen Dienst nehme und daß ich mich bereit halten müsse, noch heute Abend mit ihm auf sein Schloß in brr Bretagne zu reifen.

ES thut mir leid, daß ich nicht mehr münd­lich von Ihnen Abschied nehmen kann, den« mein Herr überwacht mich nist äußerster Strenge. Es ist mir unmöglich, auszugehen

Sie haben sich stets so nachsichtig und wohl- wollend erwiesen gegenüber meinen Sonderlich- ieiten, daß ich eS wage. Sie um einen neuen Dienst anzugehen.

schrieben habe, auf die Post zu bringen. Diesen Morgen legte sich mein Herr in unserem Gasthofe toblmübe auf ein Bett und ich schreibe Ihnen in aller Eile, jeden Augenblick fürchtend, er möchte erwachen.

Antworten Sie mir nicht vor dem 25. d. M. Sie werden alsdann meinen Brief an den Post- schalter von Lekahr (bei Loknevinen) adressiren; ich werde schon ein Mittel finden, denselben zu bekommen.

Gerne möchte ich erfahren, ob Doktor Wickson noch in Paris ist, und ob man von neuen, ebenso frechen Diebstählen hört, wie wir bei der Gräfin von Breant welche erlebt haben.

Was letztere betrifft, so haben Sie die Güte, dieselbe zu beruhigen. Die fünf silbernen Bestecke, welche ihr entwendet worden, die Ringe, die Arm­spange, die Uhr usw. ihrer Gäste, werden den EigenthÜmem zurückgegeben sein, ehe . . .*

Der Brief war hier plötzlich abgebrochen. Herr Brehat-Kerguen war ohne Zweifel erwacht und Maximilian fand keine Zeit mehr, denselben zu vollenden.

Ich zog die Erkundigung ein, um welche mich der Philosoph gebeten. Doktor Wrcksoa war nicht mehr in Paris und von nächtlichen Ueberfällen und Plünderungen hörte man nicht mehr sprechen.

, „Kerguen, den 22. Januar.

------Das Schloß Kerguen liegt am Saume eines großen Tannenwaldes, zwei Kilometer vom Dorfe Lekahr entfernt. Gestern begab ich mich mit Herrn Brehat-Kerguen dorthin. Wir fanden das Haus und den Garten gut ver­schlossen und verwahrt. Brehat-Kerguen klopfte mehrmals heftig an eine Gartenihür, wobei er