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mit Zlnlerhattungs -Meitage „Iltuflrirte Sonntags-Zeitung" Petersraffe Nr. 2 (ibarmouie).

M 259.

□ Hüudelsminister Möller über die Landwirthschaft.

Die Krefelder Handelskammer hat am Freitag einen Neubau für ihre Zwecke in Gebrauch genommen. Zu den vir- schiedenen Veranstaltungen bei dieser Gelegenheit gehörte auch ein Festmahl, und bet diesem Fest­mahl hat Handelemimster Möller eine Rede politischen Jrhalts über Landwirthschaft und In­dustrie gehalten, die sehr beherzigens werth ist. Die brmerkenswrrthesten Sätze mögen hier wört­lich angeführt sein:

Meine Herren! Wir dürfen nicht vergeffen, was die Grundlage unserer Kraft gewesen ist: die Landwirthschaft . . . Wir dürfen in Deutschland nicht den Weg gehen, den England gegangen ist. Wir dürfen die Landwirthschaft nickt fallen lasten. Wir wüsten ihr die Möglichkeit der Existenz schaffen, und zwar innerhalb der Grenzen, in denen auch Industrie. Handel und Gewerbe bestehen vermöge». Diese letzteren Faktoren haben daS Recht um so mehr, auf dieser Be­dingung zu bestehen, als sie heute in der Mehrheit sind. Wir würden aber einen Fehler machen, wenn wir, wie England, die Landwirthschaft falle« ließen. England war vor etwa 50 Jahren in derselben Lage wie heute wir; nur ein Sechstel des Bedarfes an Brodgetrerde brauchte es einzuführen, fünf Sechstel baute es noch auf eigener Scholle. England ist seitdem .... zu dem entgegen­gesetzte« Standpunkte gekommen. Nur noch ein Sechstel des Brodgetreides wird gebaut, fünf Sechstel werden eingeführt. Dazu darf es bei uns nicht kommen; das verbietet die Rücksicht auf unsere nationale Ver- Iheidiguvg, die Rücksicht auf die Wichtig­keit der landwirthschaftltchen Bevölkerung für die Ergänzung unseres HeereS, abge­sehen von anderen, auch ideellen Gesichts­punkten. Also: wir wüsten den Mittelweg, den Ausgleich finden . . .

Dir gesunden Anschauungen deS Herrn Minister- finden natürlich den Beifall der geschworenen Freihändler und der liberalen Preffe nicht. Das freisinnige und sreihändlertsche »Berliner Tage­blatt' beispielsweise ertheilt dem Herrn Minister sofort eine Verwarnung. Aber das ist ja für Herr» Möller der beste Beweis, daß er auf dem rechten Wege ist. Nur müßte man mit seiner Erlaubniß nicht sagen, daß die Landwirthschaft die Grundlage unserer Kraft gewesen sei; sondern man muß ihr zugestehen, daß sie es nach wie vor ist. Das gesteht in den späteren Sätzen der Herr Minister selbst zu in dem Hin- -weise auf die Erhaltung unserer Wehrkraft, und somit kann man ihm den volle« Beifall nicht versage». Als der Herr Minister noch Abge­ordneter war, hat er in einer Versammlungsrede in Bielefeld fick dahin ausgesprochen, daß man in dem neuen Zollgesetze einen Doppel-

L« tau tot» eines Urnschmfeindes.

Rach dem Französtsche» von Heuri Cauvain.

16) ------ (Nachdruck verboten.)

Der Graf liebte seine Ottilia, weil diese neue Lebensweise ihn mit unaussprechlicher Freude er­füllte und weil er ihr ein Glück verdankte, das ihm bis zur Stunde unbekannt gewesen war. — Wenn sie durch die reichvergoldeten Säle feines Schlosses schritt, leuchtend und strahlend, so betrachtete er sie mit jener melancholisch süßen Freude, die ein Wanderer fühlt, der vom langen Umherirren müde und erschöpft wieder de« Kirchthurm seines Dorfes und sein heimath- liches Haus erblickt, daS er niemals hätte ver- laste» sollen.

Sie liebte die Welt leidenschaftlich, weil sie in derselben herrschen konnte. Der Graf, der leinen anderen Willen mehr kannte, als de» seiner Frau, keiue anderen Vergnügen, als die ihrigen, öffnete wett die Thüre» seiner Säle zu Festlichkeiten jeglicher Art, und wen» nur seine Keine Königin die schönste, die bewundertste und gefeiertste war, so fühlte er sich glücklich.

Vernünftige Menschen zuckten darüber die Achsel».

„0 mein lieber Vetter," rief Ottilia, sich an meiner Seite niederlaffend und meine beiden Hände ergreifend, „was find Sie doch liebens­würdig, uns diesen bewunderungswerthen Tänzer mitgebrackt zu habe». Ich habe soeben eine Partie Walzer mit ihm getanzt. Niemals in

Iul'üa, Montag, dm 11. November 1901.

28. Jahrgang.

tarif einführen solle für alle landwirth» schaftlichen Erzeugnisse. Auch diese That- sacke hat die liberale Preffe bisher mit großer Beharrlichkeit verschwiegen. Jetzt wüsten wir abwarten, wie der preußische Herr Handelsminister weiter seine Grundsätze über den Ausgleich zwischen Landwirthschaft und Industrie ausführen wird; die Ansichten über die Bethätigung dieses Aus­gleiches weichen ja noch recht sehr von einander ab. Wen» aber die Zeitungen vom Schlage des »Berliner Tageblatt' und Genoste» den Minister wegen seiner Krefelder Rede grundsätzlich onareisen, so beweisen sie damit, daß sie grund­sätzlich auf dem Boden des Unrechtes stehen unö einen Ausgleich überhaupt nicht wolle», sonder« eine Unterdrückung der Landwirthschaft. Das ist ein recht offenes, aber keineswegs schönes ZugeständniH!

G Bodenwucher in den Städten.

Daß die Berliner Dtadtverordneten-Versamm- lung in ihrer letzten Sitzung das Vorhandensein einer Wohnungsfrage überhaupt abzelruznet hat, ist berichtet worden. Der von der Stadtver- ordneten-Versammlung eingesetzte Ausschuß hatte vorgeschlagen, die Stadt Berlin möge wenigstens Wohnungen bauen für die Beamten und Arbeiter, die in städtischen Diensten stehe». Aber die frei» sinnige Mehrheit der Versammlung hat auch da­von nichts misten wollen und sich ganz unver­froren auf den Standpunkt gestellt. Laß es so etwas wie Wohnungsfrage oder Wohnungsnoth einfach nickt gebe.

Man könnte mit schweigendem Achselzucken über den Berliner RathhauSfreistn» und über die fast unglaubliche Rückständigkeit seiner Anschau­ungen zur Tagesordnung übergehen, wenn nicht dieselbe ablehnende Haltung gegen Allis, waS Wohnungsreform heißt oder wie Verbefferung der städtischen Wohrmngsverhältniffe ausfieht, im allgemeinen von den städtischen Haus- und Grund- besitzervereinen eingenommen würde. Man kann »och weiter gehe» und unmittelbar die Behaup­tung ausstelle«, daß der Verband dieser Vereine eine lebhafte Agitation gegen alle Resormbestre- bunge» auf dem Gebiete der Wohnungsfrage entfaltet. Man mußte eS erleben, daß dieser Verband gegen die gemeinnützige« Baugenoffen- schaften als „gemeingefährlich" vorging, und daß er in maßlos heftigen Ausdrücken gegen preußische Ministerialerlaste Widerspruch erhob, die bekannt- lich vor einigen Monaten zur Wohnungsfrage erginge». Ganz neuerdings hat der Ver­band der Haus- und Grundbefitzervereine eine Eingabe an de» Bundesrath gerichtet, die in demselben Fahrwaffer segelt. Die deutschen Festungsstädte machen in einer Darlegung, die vorher ebenfalls an den BundeSrath gerichtet wurde, einen ganz vernünftigen und gerechten Vorschlag, nämlich den, daß die Steigerung deS Grundstücks- wertheS in Folge der Beseitigung der Rayon-Be­schränkungen auch in der Steigerung der Beitrags­pflichten der Grundeigenthümer zu den Kosten zum AuSdrucke gelange, welche die Gemeinden bei der Beseitigung dieser Beschränkungen zu tragen haben. Die Grundbesitzer erfahren dadurch eine erhebliche Bereicherung, ohne dabei die geringste Mühe oder daS allerkteiaste Wagniß zu habet-; der Vorschlag

meinem Lebe« schwebte ich so leicht dahin; is war mir, als hätte ich Flügel. Sagen Sie, bleibt er »och lange in Paris?"

„Nein, liebe Ottilia, er verreist in einigen Tagen. Ich bi» gewiß, et wird eS lebhaft be­dauern, wenn er die ausgezeichnete Meinung er­fährt, die Sie von ihm haben."

Eie machte eine kleine Verneigung und ver­schwand dann hinter einer Wolke von Mouffelin- Neidern.

Fünf Minuten später kam Maximilian zu mir. Er lächelte, als ich ihm erzählte, mit welcher Be­geisterung die Ballkönigtn von ihm gesprochen habe; dann sagte er plötzlich mit leiser Stimme:

„Da kommt er; Achtung!"

In der That, Doktor Wickson betrat soeben den Saal.

Der Graf von Breant eilte ihm entgegen und drückte auf'S Freundlichste seine Hand. Der Doktor hatte vor zehn Jahren einer Schwester des Grafen das Leben gerettet und dieser bewahrte ihm seit­her ein dankbares Andenken.

Als sich das Gerücht im Saale verbreitete, Doktor Wickson sei angekommen, wollte Jeder diesen einst so gefeierten Mann in der Nähe sehen. Seine wunderbaren Heilungen hatten so viel Auf­sehen in Paris gemacht, daß man sich nach zehn Jahren noch derselben erinnerte.

Das Tanzen hörte auf und alles drängte sich um den Doktor.

Lächelnd und mit de« Stolze eines Triumpha­tors schritt dieser durch die glänzende Versamm­lung.

des „Vereins deutscher Festungsstädte" ist darum durchaus gerecht. Aber er ist ganz und gar nicht »ach dem Geschmack- der Haus- und Grundbesitzer- Vereine, denen es wohl recht ist, wenn der Werlh von Grund und Boden in den Städten fortgesetzt wächst und mit ihm die Erträge der Grundbesitzer, )ie aber sofort Widerspruch erheben, ro:nn nach den Grundsätze» der ausgleichenden Gerechtigkeit nun auch die städtischen Grundbesitzer ein wenig mehr als bisher zu den allgemeinen Lasten heran­gezogen werden sollen.

Eine herooragende Leistung im schlechten Sinne ist namentlich dir Schrift, die der Central- vkrband der Grundbefitzervereine gegen die Bau­genoffenschafte« vom Stapil gelassen hat. Da findet sich diese Anschauurrg, die sich am letzte« Donnerstag in der Berliner Gtadtoerordneten- Versammlung breit machte: daffeibe Ableugne» eglicher Wohmmgsftaae, dasselbe starre Nein im Gegensätze zu der längst sonnenklaren That- fache, daß es in sehr vielen, und namentlich in den großen Städter:, an kleinen Wohnungen fehlt, und daß diejenigen kleinen Wohnungen, dis vor­handen sind, zu einem nichts weniger als gering­fügigen Tbeile in jämmerlichem Zustande sich befinde».»Ja noch mehr: in dieser 'Sdbrtft wird in hochfahrendem Tom auf die „Macht" ver­wiesen, die die stäötischeu Gmndbisitzer all-n Vrrbefferungsbestrebungen auf dem Gebiete der Wohnungsfrage entgegensetze» können — eine geradezu brutale Herausforderung der weitaus überwiegenden Volksmehrheit, der Parlamente und der Regierungen, die summt und sonders die leidige Thatsache anerkennen müffe», daß bei u«S sehr mangelhaft gesorgt ist für die WohnungS- bedürfniffr der kleinen Leute in den Städten.

Man muß fich nur immer wieder klar machen, wie denn eigentlich der Werth städti­scher Grundstücke zu seinem Wachsthum gelangt Ihre Besitzer thun in den allermeisten Fällen nichts dazu, aber auch rein gar nichts. Die Bevölkerung der Städte nimmt unausgesetzt zu. Die bebaute Grundfläche wird damit ebenso un­ausgesetzt größer. Wer nun ein Stückchen Land in bet Nähe der Stadt hat, der besitzt in diesem Stückchen Land von einem Jahre zum and reu mehr, und wen» er es dann als Bau­platz verkauft, bekommt er dreißig ober fünfzig mal oder noch mehr dafür bezahlt, als das Land ursprünglich für ihn werth war. Auf der einen Seite nicht die geringste Mühe, keine Spur eines WagniffeS oder geistiger Arbeit — auf der anderen Seite eine außerordentliche Bereicherung, gerade so, als ob der Grundbe­sitzer mit einem hohen Gewinne in der Lotterie herausgekommen wäre!

Nichts in der Welt kann gerechter sei», als dementsprechend eine Heranziehung solcher Grund­stücke zur Steuer nach ihrem Verkehrswerthe; aber nur in ganz vereinzelten Fällen ist bisher dieser allereinfachsten Forderung der Gerechtig­keit genügt worden. Und soll nun gar die Besserung in den städtischen Wohnungsverhält- niffen der kleinen Leute auf die Dauer den städtischen Körperschaften fibetlaffen bleiben, die zum weitaus überwiegenden Theüe aus städtischen Grundbesitzern bestehen, so wird das kaum etwas anderes bedeuten, als eine Hinaus­schiebung solcher dringend nothwendigen Reformen

Der Graf stellte ihm Ottilia vor, die er mit affettirter Höflichkeit grüßte. Alsdann begab er sich In den Saal, wo gespielt wurde.

In einer herrlichen, duftenden Blumenhalle waren drei Spieltische aufgestellt.

Die Spieler saßen hinter dichten Rhododen­drons, Camelieen und Oleandern. Der übrige Theil der Halle war für die Tänzer freigelaflen, und von Zeit zu Zeft sah man durch die grünen Zweige und Blätter hindurch ein Tänzerpaar, das tn diesem künstlichen Frühling ein wenig Kühle und Erfrischung suchte.

Doktor Wickson fetzte fich bald an einen Spiel­tisch. Als er sich auf den Stuhl niederließ, ent­schlüpfte ihm ein leiser Aufschrei de« Schmerzes.

„Sie sind leidend, Doktor?" fragte sei» Gegen­über, der Niemand anders war, als der uns schon bekannte königliche Prokurator, Herr von Riber­grack.

„Ach ja," antwortete der Engländer, „bren­nende Schmerzen in der linken Hüfte. Wir Dok­toren, lieber Herr, heilen unsere Mitmenschen; aber handelt es sich einmal darum, uns selbst zu luriren, so sind wir die allergrößten Dummköpfe."

Ich sah, wie die Blätter eines dichten Rhodo­dendrons, das Ijintir dem Doktor stand, sich leise bewegten. Maximilian war auf seinem Posten.

Ich kehrte tn de« Saal zurück.

Mei» Freund, Herr Robert Zernay, kam soeben an. Er bildete den Mittelpunkt einer Damengruppe, die sehr erregt schien. Einige Fräulein halte« sich der Zahl der älter» Damen beigesellt und von allen Seite« hörte man rufen:

bis ins Unberechenbare. Wenn die staatliche Gesetzgebung hier nicht bald Abhilfe schaffe« wird, wird die Abhilfe in den meisten deutsche» Städten überhaupt niemals eintreten können!

Arntschrs K-ich.

Berlin, 9. November.

* Iss kaiserliche Koflager war während rer letzten Tage mehrfach der Gegenstand von Miitheilungen tn der Preffe. Uebereinstimmend mit der Bemerkung, die kürzlich in der Huld. Z»g.' gemacht wurde, schreibt die konservative ,Kreuz-Zeitung': „Der Kaiser und die Kaiserin werden dem Vernehmen nach den kommende» Winter vielleicht ganz im Neuen Palais (bei Potsdam) wohnen bleiben, also wahrscheinlich in Berlin keinen Aufenthalt nehmen. . . Im königliche» Schlöffe (in Berlin) wird die Neujahrscour und das Krönung«- und Ordensfest tn herkömmlicher Weise abgehalten werden." Eine olche Einschränkung der Hoffestltchkeitrn wird schon ledingt durch die Familientrauer des kaiserlichen Hause« um die Kaiserin Friedrich.

* Gegenüber vielfach verbreitete» pessimistische» Gerüchte» über das Befinden des Grase« Walder see kann ein Berliner Blatt auf Grund durchaus zuverlässiger Mittheilungen erklären, daß es mit der Gesundheit des Generalfeldmar­schalls, wen« auch langsam, so doch stetig zum Bessern geht. Er sährt täglich spazieren und muß fich nur noch int Geben einige Beschränkung auferlegen. Er selbst hofft, wie er sich in einem Privatbrief ausgedrückt hat, Ende dieses Mo­nats „wieder gefechtsfähig" zu sei».

* Der frühere langjährige Vertreter von Hohen- zollern im preußischen Landtage, AmtsgerichtSrath a. D. Fidelis Graf (Centrum), ist »ach län­gerem Unwohlsein im Alter von 74 Jahren ge­storben. R. I. P.

ft DerIieichstsg beginnt seineBerathunge« nach der Sommerpause am 26. November mit folgender Tagesordnung: 1) 8®eite Berathung der Novelle zur Strandungs-Ordnung; 2) zweite Berathung der Seemanns - Ordnung mit ihren Nebengesetzeu. Dazu liege» verschiedene Anträge der Sozialoemokrate» vor, die keine Aussicht aus Annahme haben.

x Kriegsgerichtliche Aerhattdlmtgei» Bei der Marine. Jüngst haben, wie bekannt, mehrfach Verhandlungen des GeschwaderKriegS- gerichtes zu Kiel stattgefunde«, namentlich wegen der vielfach besprochenen Vorkommniffe auf dem Kreuzer „Gazelle". DaS Kriegsgericht wurde an Bord des Linienschiffes Kaiser Wilhelm II. ab­gehalten, und mit dem Hinweise auf die be- schränkte» Räumlichkeiten an Bord dieses Schiffes ist Vertretern der Preffe bedeutet worden, daß fie nicht zu den Verhandlungen zugelaffe« werben könnten. Die Neigung zum Ausschluffe der O Öffentlichkeit ist bei allen Kriegsgerichte» sehr groß; darüber braucht kein Wort weiter verloren zu werden. Man brauchte fich also auch nicht zu wundern, daß in der Preffe die Bemerkung gemacht wurde, man habe sich wohl deshalb auf daS genannte Schiff zurückgezogen, um eben die Oeffentlichkeit unmöglich zu machen. Dagegen wird nun in einer offiziösen Darlegung der

„O ja, eine Räubergeschichte! . . . das ist köstlich . . . Erzählen Sie, erzähle» Sie!"

„Nein nein," sagte ab wehrend Robert, „da­würde Sie für mindestens zehn Nachte der Ruh«

berauben." , .

„Ach nein, erzählen Sie," sagte etn junge« Mädchen mit blonden Locken; «hören Sie nicht, Mama bittet auch darum."

„Ja, ja, laffen Sie hören," sagte her- beieilenb meine Nichte .... „Die Damen find ermüdet, das böte ein willkommenes Inter­mezzo." ,, _

„Ihre leisesten Wünsche find für mich Be- fehle, Madame," entgegnete Robert der kleinen Herrscherin, „und ich will ohne Zöger» meine Geschichte beginnen." t „

„Ah, bravo, bravo!" schallte eS und alle Auge» strahlten vor Freude.

XVI.

„Uebrigens, werthe Damen, erwarten Sie ja nicht Räuber, wie man fie heute wohl tn tn unfern Opern sieht, mit spitzen Hütchen und einer lange« Feder daraus, mit gewichStem Schnurrbart und weichen Stieselchen. M-i» Räuber, — denn die ganze Bande bestand nur auS einem einzigen — hatte, ich schwöre eS Ihne», nicht die aeringste Poesie a r sich.

E« war ein Riesenkerl von gemeinem Aus­sehen, einem schmutzigen Bären vergleichbar, oer sich in einen langen Pelzrock ein gewickelt hatte. Sei« Gesicht war mit einem groben Tuche und einer bis auf die Augen herabgezogenen Mütze unkenntlich gemacht.