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mit Aitterhattungs -Aeilag« „Illüflrirte Sonntags-Zeitung" w ptitti-öi B». * (tawiii).
Jfä 258.
JuLöa, Samstag, den 9. November 1901.
28. Jahrgang.
|| Drittes Matt. ||
£ Aus dem dunkelsten Armenien.
Ein Tag ebuchblatt.
Der Schriftsteller Paul Rohrbach, der vor einigen Jahren eine Reise durch Armenien gemacht hat und im Begriff ist, seine damaligen Eindrücke in einem eigenen Buche festzuhalten, veröffentlicht soeben einen Abschnitt aus seinen Reiseerinnerungen, der auf besonderes Interesse rechnen darf. Die armenische Frage bildet ja leider unausgesetzt den Gegenstand der Beunruhigung und kann jeden Augenblick in den Vordergrund der politischen Diskussion rücken. Hören wir, was der kundige Armenienreisende im »Tag' erzählt:
Surp Karapet bei Musch, 5. September 1897.
„Bon dort marschirten sie drei Tagereisen, zwölf Parasanßen durch öde Gegenden am Euphrat." Das steht in Xenophou's Anabasis über den Zug der Griechen durch die Landschaft zu lesen, d»e wir seit heute Nachmittag betreten haben. Mitten in dieser öden Gegend, auf hohem Berggipfel, liegt heute das armenische Kloster des heiligen Johannes (des Täufers) — Surp Karapet. Als die Zehntausend sich vor 2300 Jahren hier durch den winterlichen Schnee des Hochlandes hindurchkämpften, mag ein Altar der Ahura Mazdas oder der Anahita da gestanden haben, der bergentstammenden Artemis der Perser und Armenier. Spät Abend- kamen wir gestern ans Klosterthor. Unser Zug war mit Dienern, Eskorte und Gepäck zehn Pferde stark; es gab ein großes Getrappel, Klirren und Stimmengewirr vor der feftgeschloffenen Pforte, und oie Mönche wollten uns nicht ein* lassen, weil sie einen Kurdenüberfall fürchteten. Endlich überzeugten sie sich von unserer durchaus r.ichtkurdischen Natur, und der Riegel ging in die Höhe. Ein Thor, dann noch eins; vor dem zweiten mußte abgesessen werden, weil seine Höhe selbst Fußgänger nur gebückt einließ. In einem hohen Gewölbe erhielten wir beide unser Lager; mächtige Flammen, mit trockenem Dung in einem rohen Kamin genährt, erwärmten und reinigten bald die feuchte, dumpfe Kellerluft.
Wir sind im Lande Taron, im Herzen von Hocharmien, einer der Kernprooinzen des alten Reichs, wo das Heidenthum und der stolze widersetzliche Feudaladel ihre Hochburg hatten, als König Tiridates und der Apostel Gregor Lusaworitsch („Erleuchtet") das Ehristenthum ein führten. Die Könige von Armenien haben zu Beginn des vierten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung, als erste unter allen Herrschern der damaligen Welt, das Ehristenthum zur StaatSreligion gemacht, und mit einer bewunderns werthen Zähigkeit hielt diese schwergeprüfte Nation den damals empfangenen Glauben als nationales Palladium inmitten der rings umbrandenden Wogen des Islam, ohne Zusammenhang mit anderen christlichen Staaten und Völkern, bis heute fest. Hier dieses Kloster deckt nach dem Patriarchenfitz Etschmiad. sin, am Fuße des Ararat, in Rußland das heiligste und verehrtest? Stück armenischer Erde; in silbernem Schrein soll es die kostbarste Reliquie des Landes bergen: Den Leickmam des Täufers vom Jordan.
Vorgestern um die Mittagszeit erreichten wir nach zweitägigem Ritt von Bittis her unsere letzte Station vor dem Kloster, die Stadt Musch. In Bittis war der Bali (Generalgouverneur) gestorben, derselbe, der vor einem und zwei Jahren das Armeniergemetzel in der Stadt und Provinz geleitet hatte. Gegen die Christen hatte er solche Grausamkeiten auf dem Gewissen, daß feine beiden überlebenden Töchter kein Stück des Hausraths mitzunehmen wagten, aus Furcht, es möchte von einem Vorübergehenden irgend ein schrecklicher Fluch darauf geworfen werden und sie verderben. So zerschlugen und verbrannten ffe alles vorher und schlichen dann bei Nacht und Nebel aus der Stadt. Unsere Eskorte von Bittis aus hatte strengen Befehl, Niemanden unterwegs mit uns sprechen zu lassen, damit nichts von den Ereignissen der Maffakrezeit zu unseren Ohren dringe; die Sorge war überflüssig, denn oie verbrannten Dörfer und das hungernde «lend der Bewohner sprachen lauter, als irgend eine menschliche Erzählung eS hätte thun können.
Ueberall in den verwüsteten Ortschaften fehlen die Jünglinge und Männer im kräftigen Mer, außerdem auch nicht wenige junge Mädchen und Frauen. Die Kurden hatten Befehl, umzubringen, was zeugungskräftig war; die
Frauen, die ihre Begierde reizten, schleppten sie dann auf eigene Rechnung mit sich und haben sie jetzt noch in ihren Dörfern im Gebirge bei sich. In der Gegend von Musch kamen wir durch ein Dorf, in dem die eingedrungene Kurdenbande alles, was weiblich war, bis herab zu den fünfjährigen Mädchen geschändet hatte. Den Priester banden sie dazu auf ein liegendes Kreuz, ließen ihn zusehen und rissen ihm dazu die Bart- und Körperhaare aus. Anderes, was geschehen ist, läßt sich nicht wiedergeben.
Kurden und Armenier wohnen hier durcheinander, die einen als Viehzüchter in den @e« birgsthälern des Taurus und der von Bingöl- dagh ausgehenden Erhebungslinien, die anderen in den dazwischengetagerten, zum Ackerbau geeigneten Hochebenen. Der Kurde verachtet die Lebensarbeit hinter dem Pfluge und hängt an dem rwmadifirenden Hirten- und Räuberleben; beliebt eS ihm, so bricht er in die armenischen Anbaudistrikte ein und raubt Schafe und Korn, Hausgeräth und Mädchen. Im Wesentlichen hat dies Verhältniß zwischen den beiden Völkern hier immer so bestanden, feit das Land unter türkischer Herrschaft steht; die Metzeleien der beiden letzten Jahre waren nur eine besonders akute und plötzlich emporschnellende Steigerung der feit Jahrhunderten chronisch gewordenen Zustände. Daß die Ordre hierzu von Konstantinopel gekommen ist, ist völlig außer Zweifel; mir haben es angesehene Türken selbst bestätigt. Der Sultan ist es, auf den die Metzeleien höchstpersönlich zurückgehen.
Abdul Hamid, der übrigens selbst der Sohn einer armenischen Sklavin aus dem Harem seines Vaters Abdul Medschid ist, hat ein deutliches Gefühl dafür, daß die Existenz seines Reiches auf dem Osmanenthum beruht, und daß namentlich die Verluste, die die Türkei während des letzten Jahrhunderts an Territorium und Au- sehen erlitten hat, auf die massenhafte Durch- setzung ihres Staatsgebiets mit christlicher Bevölkerung zurückzuführen ist. Jrn Verlauf meiner Reise von der türkisch-russischen Grenze am Ararat über Wan und Bittis bis in die Landschaft von Musch habe ich mich täglich überzeugt, daß die Zahl der Christen wenigsten- hier in Armenien im Verhältniß zu den Mohammedanern kurdischen wie türkischen Stammes doch erheblich größer ist, als sie „offiziell" angegeben wird. Dazu kommt das ununterbrochene Vordringen der armenischen Emigration in die westlichen Theile des Reiches und der bedeutend größere Kiuderreichthum der christlichen Familien gegenüber der islamischen. Es soll daher diese ständig fließende Quelle der Gefahr für den türkisch, mohammedanischen Charakter der Reiches mit Hunderttausenden von Armenierleichen auf lange hinaus verstopft werden. In Musch und Bittis hörte ick, daß auf der anderen Seite des Taurus, im Gebiet der syrisch- jakobittschen Christengemeinden, von den Kurden ebenfalls mafsakrirt und geplündert worden ist, und auch die Nestorianer im Gebirgsdistrikt an der persischen Grenze, südlich von Wav, sind heimgesucht worden, aber gegen die Armenier herrscht in Stambul noch deshalb besondere Erbitterung, weil ihnen durch die Berliner Kongreßakte von 1878 „Reformen" garantirt worden sind und sie nun durch eine beständige Agitation in Europa, gelegentlich auch mit Dolchen und Drohbriefen in der Türkei an die Erfüllung dieses Versprechens mahnen.
Was hier geschehen ist, spottet aller Beschreibung. In Musch erzählte mir ein vornehmer Türke, man habe damals einen armenischen Kaufmann auf der Straße gefangen, geschlachtet, am Metzgerhaken aufgehenkt und sein Fleisch pfundweise als Hundsfutter verkauft. Der Pascha der Stadt empfing uns als Deutsche wegen der gleichzeitig im Gange befindlichen Kaiserreise nach Konstantinopel und Jerusalem mit den größten Ehren und Erweisen der Gastfreundschaft, aber die Furcht der offiziellen Persönlichkeiten, daß durch solch eine Reise eines Europäers Details von den geschehenen Scheußlichkeiten im Westen bekannt werden könnten, ist trotz aller Freundschaftsoerficherungen so groß wie nur möglich. Ich machte natürlich auch dem armenischen Bischof von Musch, als der ersten christlichen Persönlichkeit in der Stadt, meinen formellen Besuch; kaum waren der Kaffee und die Zigaretten gereicht und die Konversation hatte begonnen, so stürzten in voller Uniform der Gendarmeriechef und zwei Polizeikommtffäre, indem sie unangemeldet die Thürrn auftiff en, ins Zimmer!
Dergleichen Erlebnisse wird eS ja wohl noch mehr geben, bis wir über den Taurus und ans Mittelmeer kommen. Aber welch eine Thorheit ist es das eigene Land mitten im Frieden auf diese Weise zu entvölkern, zu plündern und zu verwüsten!
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l - - V
Dir geschossene,! Austern.
Humoreske von Adolf Thiele.
„Fatale Geschichte, Herr Müller!" referirte der Küchenchef seinem Prinzipal, dem Inhaber des „Restaurants 1. Ranges", Alfred Müller, Friedrichstraße. „Alle Hände voll zu thun, und da wird mir jetzt der erste Gehilfe, der Reuber, krank!"
„Hm!" entgegnete Müller. „Nun, ich kann Ihn n den neuen Hausdiener für heute zur Verfügung stellen; er scheint ein ganz geschickter Bursche zu sein, der nur die nöthige Anleitung braucht.'
Bald darauf meldete sich der allerdings nicht gerade intelligent aussehende neuengagirte Hausdiener beim Küchenchef.
„Wso sehen Sie einmal" — mit diesen Worten leitete der Koch einen Auftrag ein, den er dem jungen Mann ertheilte. Dieser löste seine Ausgabe mit einer solchen Geschicklichkeit, daß der Koch an feiner Menschenkenntniß irre wurde.
„Versuchen wir es einmal mit dem Spicken!" sagte er dann und zeigte dem jungen Manne, wie ein Hose mit Speck verziert werden mußte. Auch dieser Aufgabe entledigte sich Karl mit Gewandtheit.
Nachmittags führte der Küchen - Chef, der ordentlichen Respekt vor diesen geschickten Händen bekommen hatte, seinen Schützling in ein Nebenzimmer, in dem ein großer Anrichte-Tisch stand. Hier befanden sich zahlreiche Delikatessen, wie sie in einem eleganten Restaurant stets zur Verfügung stehen müssen: Geflügel, Frikadellen, Austern, verschiedene Käse, Backwaareu, Obst und anderes mehr.
Der Küchrn-Chef holte au8 einem Kasten ein Bohr-Instrument und eine Schachtel hervor, in der sich eine Anzahl kleiner bleierner Kugeln befand. Sodann nehm er einen gerupften Vogel, der einem Sperling sehr ähnlich sah, bohrte ein Loch hinein und, nachdem er eine Echrotkugel darin verborgen hatte, schloß er die Oeffnung wieder.
Nachdem er es dem jungen Manne zweimal gezeigt hatte, machte es dieser sofort vortrefflich nach, qnd als ihm der Koch noch eine Weile zusah, wie er einige andere Vögel in dieser Weise behandelte, wußte er, daß die Arbeit in guten Händen war.
„Nun machen Sie es mit den übrigen auch so," sagte er, „aber immer so, daß Niemand das Loch sieht; dasselbe muß immer zugemacht werden."
Darauf begab er sich in die Küche zurück. Hier ging es heute heiß her. Der eine Gehilfe krank, tie erste Magd schmollte und machte Alles verkehrt, unendlich viel Arbeit, schließlich kam auch noch privater Seiger hinzu, indem die Frau des Küchenbeberrschers auftauchte und ihm etwas Über eine unangenehme Scene mit einer Nachbarin vor- lamentirte, und so ging es ein paar Stunden lang . . .
Den Hausdiener hatte er ganz vergessen, bis dieser zufällig einmal durch die Küche ging.
„Ach, da find Sie ja!" rief der Küchenchef. „Tragen Sie gleich einmal diese Schüssel hinauf!"
Karl tbat, wie ihm geheißen, und als er oben ankam, mußte er einen eiligen Weg für den Wirth besorgen.
Der Küchenchef untersuchte indessen das Geflügel, das der junge Mann in Behandlung genommen hatte, und fand Alles bestens besorgt; seine kundige Hand fühlte die hineinprakticirten Schrotkörner, er sah jedoch keine Spur einer Verletzung.
Wie gewöhnlich herrschte am Abend ein reger Verkehr in der Restauration.
Drei Herren, die an einem Tische Platz genommen hatten, machten Bemerkungen über die Wachteln, die ihnen soeben servirt wurden.
„Meine Herren", sagte der Wirth hinzutretend, „ein exquisites Gericht, diese Wachteln!"
„'n bischen klein", erwiderte einer der Herren.
„Run ja, das kommt vor", tröstete der Wirth. „Es ist nicht leicht, diese Vögel immer zu bekommen. Diese hier find frisch geschossen; sehen Sie, Sie finden ja gleich eine Schrotkugel."
„Herr Müller", rief da ein Stammgast, der diese Worte gehört hatte, von einem benachbarten Tische herüber, „seit wann werden denn bei Ihnen die Frikadellen geschossen?" Dabei hob er ein Schrotkorn in die Höhe, das er soeben in dem Fleischklößchen gefunden hatte.
„Sie auch?" rief es sofort von einem anderen Tische, wo zwei Herren bei Austern und der dazu gehörigen Flasche Chablis saßen. „Die Austern hier find auch geschaffen."
„Kellner," tönte eS au« einer Ecke, „geben Sie mir noch eine Portion Chesterkäse; die Schrotkugeln geben dem Käse wirklich eine pikante Würze."
Der Wirth bekam einen feuerrothen Kopf, der Oberkellner zuckte ganz entsetzt mit den Achseln, die anderen Kellner liefen wie gescheuchte Hühner hin und her, indessen die amüfirten Gäste die Situation allinntzten.
„Meine Herren," stotterte endlich der Wirth sehr verlegen, „ein Mißverständniß,--Ent
schuldigen Sie, ich eile zum Küchenchef," damit verschwand der gequälte Wirth.
„Um Himmelswillen," mit diesen Worten stürzte er in die Küche, „wie geht denn daS zu, überall, in den Frikadellen, dem Käse, den Austern stecken Schrotkkörner!"
„Ach du gütiger Himmel," stöhnte der Küchenchef und sank auf einen Stuhl, „da hat der Kerl von Hausknecht nicht nur die Sperlinge, sondern auch die ganze andere Geschichte auf dem Anrichtetische — mit Schrot gefüllt!"
Ker mischten
(*) kleine Machrichten. Solingen. Die or- ganifirten Scheerenschleifer von hier haben bei 9 Firmen die Arbeit eingestellt, weil ihnen die Ent- lohnung nach dem alten Preisverzeichniß verweigert wurde, bezw weil zwei jener Firmen Maßregelungen gegen Schleifer vornahmen. — Kierberg. Durch hrrabfallende Kohlenmafs-n wurde ein Arbeiter auf dem Gruhlschen Braunkohlenbergwerk verschüttet und ge- tödtet. — Mannheim. Bei den Nothstands- arbeiten in Mannheim sollen nach einer ausdrücklichen Zusicherung der Minister Eisenlohr und Dusch nur Arbeiter aus Mannhlim und der näheren Umgebung beschäftigt werden. Außerdem soll, um Lohndrückern aus Anlaß des Nothstandes zu verhindern, die Arbeib nicht in Submission vergeben werden. — Lörrach. Der Fabrikant Konrad Hausamann, Theilhaber der in Konkurs befindlichen Mechanischen Buntweberei Stetten, Heinrich u. Hausamann, wurde wegen betrügerischen Bankerott? in Waldshut verhaftet und ins hiesige Gefängniß eingeliefert. — AuS Bayern. Auf der Bahn Murnau-Ober- ammergau ist feit Samstag Abend der Verkehr eingestellt. Bedenkliche Dammrutschungen sind nächst der Station Murnau ausgetreten, auch die dortige Bahnbrücke scheint gefährdet. — New-Park. Die Errichtung eines „Unfall-Museums" wird in New- Iork wird geplant. Der Plan wird von einer privaten Vereinigung für soziale Arbeit betrieben. Zum Muster soll das seit Jahren in Holland bestehende Museum für Unfallverhütung dienen.
* Die getzeimnißvokke Mothüremse. Man schreibt aus Tondern: Sitzen da vor einigen Tagen ein paar Herren im Zuge und fahren ihrer Heimathstadt Tondern zu. Die Unterhaltung dreht sich um die Noth- bremse und ihre Anwendung. Der eine Herr geht an die im Abtheil befindliche Bremsvorrichtung und macht dem andern durch einige blinde Handgriffe klar, wie man dieselbe im Nothfalle zu bedienen hat. Dieser steht nun auch auf und da ihn die Sache interesstrt, so macht er, aber auch ohne die Bremse zu berühren, die blinden Handgriffe nach. Da mit einem Male machen die Räder der Wagen — schurr, schurrr — die Lokomotive pfeift, der Zug hält Todtenblaß steht der Bremsen- Mimiker da, er glaubt, daß die Vorrichtung schon durch die bloße Mimik in Thätigkeit getreten ist. „Na, na, Mensch, wat ward bat nu blots warr'n," stotterte er hervor. „Ja, dat kost't hunnert Mark," erwidert sein Genoffe mit großer Gemüthsruhe, „wenn Du nid) genoch bi Di yest, so kann ick Di athelpen." — Mittlerweile kommt ein Schaffner vorbeigelaufen. „Wat is denn eegentlich los?" fragt der gemüthsruhige Herr zum Wagen hinaus. „Wi hemmen drei Schaap äwerföhrt," lautet die Antwort. — So nach und nach bekommt der andere Herr seine gesunde Gesichtsfarbe wieder, er trocknet sich mit einem erleichterten Seufzer den Angstschweiß von der Stirn und meint: „Mensch, hero ick mi ängst, bat Ding," damit zeigt er auf die Bremse, „kiek ick von hür af an ntch mit een Dog mehr an." —
* Kine „Universität" in Aamvurg. In einer ihrer letzten Sitzungen hat die Bürgerschaft der Stadt Hamburg ein Gesetz, wttches die Zusammenfassung der wissenschaftlichen Anstalten zu einem gemeinsamen Körper nach Art einer Universität bezweckt, angenommen. D e Direktoren der wissenschaftlichen Anstalten sowie die mit Abhalten von Vorlesungen beauftragten Gelehrten, welche den Titel „Professor" führen, bilden den „Professorenkonvent oer wissenschaftlichen Anstalten". Der Professor enkonvent wählt sich alljährlich einen Vorsitzenden. ®:e Aufgaben deS Profefsorenkonvents sind die Erstattung von Berichten und Gutachten, die von der Oberschulbehörde über allgemeine, die wissenschaftlichen Anstalten betreffende Fragen verlangt werden, die Herausgabe des Jahrbuches der w ssenschaftlichen Anstalten und die Ausstellung eines Planes für bte jedes Jahr zu haltenden Vorlesungen und praktischen Uebungskurse. Für das begonnene Wintersemester sind Vorlesungen von 147 Hamburger und auswärti en Gelehrten, darunter 20 Hochschulprofessoren, in Aussicht Summen. Die gemeinsamen Aufgaben aller hamburg- en wissenschaftlichen Anstalten bestehen nach dem neuen Gesetz in der Förderung der Wissenschaft durch eigene yorschungen sowie in Unterstützung anderer Gelehrten bei Durchführung der von diesen aufgestellten Untersuchungen und Erlheilung von Rath und Auskunft in wissenschaftlichen Angelegenheiten. Diese Zusammenfassung simm'licher wissenschaftlichen Anstalten kann man als einen Schritt zur Gründung einer hamburgischen Universität betrachten, die seit langer Zeit angestrebt wird.
* Auf der Sekundärbahn. Passagier: „Aber der Zug fährt ja wieder zurück?" — Kondukteur: „Ja der Zugführer hat auf der letzten Station seine Cigarre liegen lassen!"
* Stilßliithe. Als er sie so Strümpfe strickend vor sich sah, machte sie einen überaus bestrickenden Eindruck auf ihn.
Reklamen- und Anzeigenthett.
Wo herrscht Keuchhusten? Ägjx SSäääÄ roertyofet ®HtteI oder schädlich» Geheimmittel Schwächezustände durch Rückgang der «örberlräste eingetreten sind, gebrauche man mit »allem Vertrauen den seit 35 Jahren unübttttoffen und einzig bewährten, dabei hachlöftlichen und billigen «hetnisch«, ttUltn Brug»4>#iiia, echt unter Garantie allein bei
■■C*rai(aeU^ Carl Feely.