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mit Anterhalkmgs-Beilage „Zflustrirte Sonntags-Zeitung" ptitiwg« Ui. t OifWMit).
28. Jahrgang.
JE 255,
18)
(Nachdruck verboten.)
Lis dm jltbe» eiirs WriHnfwidrs
Nach dem Französtfchen v»n Heuri Eauvaiu.
„Gut, ich werde kommen," sagte ich topf» schüttelnd und stieß dabei einen wehmüthigen Seufzer au«. „Ach, wa« haben wir armen Leute für Rühe, unser Brod zu verdienen!"
Al« ich eben weggehen wollte, ertönte laut die Glocke.
,He! warte er," rief der Verwalter mir nach, ,^a» ist' am Ende Brehat-Kerguen."
Er war e» in der Thal Sie erinnern sich wohl noch, daß wir ihn am Tage der Untersuchung schon gesehen haben, al» er unter den Fenstern »orübereilte.
Herr Brehat-Kerguen kann fünfzig Jahre iähle». Er ist fest gebaut, hat eines Hals wie rin Ochs, Arme von fabelhafter Länge und breite, haarige Hände.
Es liegt etwas Rohes und Wildes in seiner ssanze« Erscheinung. Man sieht, daß er stets fern woi den Städten auf seinem Schloß in der Bretagne gelebt hat, in Mitte seiner Wälder, gleich wie ein Eber in seinem Brrhaue.
Seine grauen Haar« sind sehr borstig. Ei» langer Hoarbüsche! fällt ihm schief über die Stirne herunter und verwächst gleichsam mit den dichten, schwarzen Augenbrauen, die zwei graue, funkelnde Augen überschatten. Seine Gtfichts- färbe ist stark geröthet, seine Lippe« find dick, ein grauer, bürstenförmig zugeschnittener Bart bedeckt Lrn übrigen Thril des Gesichtes, und beim
G Frankreich im Orient.
Er segelt also doch nach den türkischen Ge- wäflera, nämlich der französische Kontreadmiral Eaillard. Herr Delcasss hat schon die er» wünschte Gelegenheit erhalten, in der französischen Abgeordnetenkammer sich über den Fall auszu» spreche«. Sein Drang dazu mag wohl sehr stark gewesen sein; be’« eigentlich hat doch Frankreich mit dem Lorando-Falle und seiner Behandlung der Welt ein sehr schwieriges Räthsel zu rathen aufgegeben.
Die Ursachen der sranzösifchen Flotten-Kund- gebusg in den türkischen Gewäffern find äußerst geringfügig. Man kann sich kaum eines Falles erinnern, bei dem so nebensächliche Dinge als Vorwand hätten herhalten müffen für eine so ge» harnischte Kundgebung. Der Geoanke läßt sich «Iso gar nicht abweisen, daß die sranzösische Regierung ihre eigentlichen Beweggründe verschweigt und daß fie mit der Entsendung des Admirals Eaillard Ziele verfolgt, vo« denen fie auf keinen Fall reden mag.
Was für Ziele könnten das sein? Der Minister Delcaffs hat auf die Ausrage des Abgeordneten Sembat eine Antwort gegeben, die man «icht erschöpfend nennen kann. Herr Delcafi« meinte, er habe die armenische Frage niemals aus den Augen gelassen und niemals unterlassen, für die materiellen und ideelles Interessen Frankreichs einzutreten; vielmehr sei er bemüht gewesen, für Frankreich im Orient daS zu beanspruchen, was ihm Kraft Jahrhunderte langer Uebrrlieferung zukomme .... Frankreich habe Geduld gehabt; und wen« eS diese so lange bewiesen habe, so sei dies geschehen, um desto besser zu zeigen, daß ihm andere Mittel zu Gebote stehen." Di« Telegramme, die über den Verlauf dieser Kammerfitzung berichten, verzeichnen an dieser Drelle „Bewegung". Man ersteht daraus, daß Herr Delcasss die rechte Tonart angeschlagen hat, um eine starke Kammermehrheit für stch und die Flottenkundgebung zu gewinne«. Für Alles, waS in daS Gebiet des „Prestige" gehört, ist und bleibt der Franzose nun einmal außerordentlich empfänglich, ob er nun Monarchist oder Republikaner oder Sozial- . drmokrat ist; und so hat auch diesmal daS Kabinet Waldeck Rousseau «icht umsonst an diese schwache Seite der Franzosen fich gewandt. Das Abgeordnetenhaus hat mit 302 gegen 241 Stimmen eine Tagesordnung, nach unserer deutschen Ausdrucksweise eine Resolution angenommen, in der der Regierung da» Vertrauen des Parlaments ausgesprochen wird: „Im Vertrauen darauf, daß die Regierung den Jntereffen und der Ehre Frankreichs Achtung verschaffe« wird, geht die Kammer zur Tagesordnung über." Eine andere, vo« dem Adge- ordneten Sembat vorgeschlagene Entschließung paßte Herrn Waldeck -Rossrau »icht; darin war von einer „wirksamen Au-Übuug
der Schutzes der Armenier" die Rede und von einem „Zusammengehen mit den Mächten um diesen Schutz zu erreiche«."
Wenn also auch Herr Delcasss die gemiß- »andelten Armenier vorschob, so wollte er die armenische Frage nichtsdestoweniger nicht tragisch genommen wissen. Die Regierung will nur haben, >aß man ihr zutraue, ganz allgemein „die Interessen und die Ehre Frankreichs" zu wahren; aber fie will durchaus nicht in irgend eine bestimmte Marschroute sich hineingezwängt sehen. Das könnte ihr gelegentlich höchst peinlich werden! Auch hat e« ja wirklich einen komischen Anstrich, wenn die Republik Frankreich gerade jetzt, unmittelbar nach ihrem gewaltthätigen Vorgehen gegen katholische Einrichtungen und die katholische kirche, in der Gloriole einer berufenen Be- chützertn der Kirche und der Christenheit erstrahlen wollte, diese Republik mit dem sozialdemokratischen Herrn Millerand in ihrem Kabinet, das sich auf )ie Radikalen und einen Theil der Sozialdemokratie stützt; diese Republik mit einem Parlamente, dessen Budgetausschuß die Summen für rie diplomatische Vertretung beim Vatikan und alle die Ausgaben streicht, die stch auf den Zu- ammenhang zwischen kirchlichen und staatlichen Einrichtungen beziehen! Eine solche Heuchelei mag auch Herrn Waldeck-Rousseau und Herrn Delcasss zu grob erschienen sein, sodaß fie fie nicht mitmachen mochten.
Also warum reizt gerade jetzt die sranzösische Regierung die nationale Eitelkeit ihrer Lands- leute? Run, im Innern hat sie Verlegenheiten, und die Neuwahlen stehen bevor! Es kann also für die Regierung nur vortheil- haft sei«, ein wenig im AuSlande auf Abenteuer au-zugeben, um das Volk und seine Aufmerk- samkeU von den Vorgängen im Jnlande abzulenken; und wen» nun dar abenteuer glückt, welche vorzügliche Einleitung des WahlfeldzugeS für die Regierung! Solche Manöver können freilich recht unangenehm enden; davon weiß gerade Frankreich ein Sieb zu singen: dos mexikanische A*»c «teuer und der Krieg von 1870/71! Aber man muß gestehen, daß der gegenwärtige Augenblick für ein Abenteuer im Mtttelmccnichts weniger als schlecht gewählt ist Mit Italien hat man stch in Toulon „d ^rädert". England aber ist durch seinen südaft. konischen Raubkrieg für alle anderen Dinge lahm gelegt und muß Frankreich in den türkischen Gewäffern ruhig gewähren kaffen. Und den übrigen Mächten kann eS gleichgilti,, wenn mcht ge- radezu angenehm fein, wenn das politische Gleichgewicht im Mittelmeere et« wenig verschoben wird zum Schaden Englands und zum Vortheile Frankreichs, vorausgesetzt, daß ihre eignen Jutereffen nicht geschädigt werden!
G England und der Krieg in Südafrika.
Die landesübliche Annahme von dem un- geheuren und unerschöpflichen Retchthum Englands hat einen kräftigen Stoß erlitten durch die Meldungen von den langen Soldrückstände« verschiedener englischer Tr^ppentheile. Daß eS mit den englischen Staatsfinanzen in Folge deS gU« «! ........
Gehen schleppt er ein wenig daS linke Bein nach. Also im Großen und im Ganzen ein ziemlich gemeines Individuum.
Sein erster Blick fiel auf mich.
„Heda!" sag» er mit der Stimme eines Bären zum Verwalter, „wer ist denn diefer da?"
Herr Proiper verbeugte stch drei bis vier Mal und sagte ihm dann, was mich herführe.
„Sin B-dienter?" rief der Bretone ver- ächtlich. „Und was will er, daß ich mit ihm mache? Ich hebe schon mehr Bediente, als mir lieb ist."
Er kehrte uns den Rücken und schickte fich an, die Treppe emporzusteigen. Ich fürchtete bereits sehr, mein Unternehmen möchte mir mißlingen, als Herr Brehat-Kerguen fich besann und dann, ohne fich umznkehren, rief:
„Komme er einmal mit herauf."
Ich folgte ihm. Im zweiten Stock ange- kommen, zog er einen Schlüssel aui der Tasche und steckte denselben in das Schloß einer der LHüren. Bevor er jedoch öffnete, drehte er wenigstens fünf oder fechS Male den Schnüffel auf und ab. um sich zu vergewissern, ob Niemand während seiner Abwesenheit gekommen sei, stieß dann gegen die Thüre, öffnete dieselbe und schloß sie dann hinter mir zu.
Ich befand mich in einem sehr einfachen Zimmer, das nach dem Hofe ging.
Am Fenster ein Schreibtisch, am Ende deS Zimmers ei« großes Baldachin-Bett, einige Stühle und zwei Armseffel, mit Utrechter Dämmt überzogen, — daS war die ganze Einrichtung. Neben dem Kamine stand ein großer lederner R istkofftr.
JuLöa, Mittwoch, den 6. November 1901.
Deutsches Deich.
Berlin. 5. November.,
tt Apostolischer Anr-tins ht München sollte nach voraufgegaugenen Zeitungsmeldungen
Inzwischen habe ich in Erfahrung gebracht, daß Herr Prosper hinter diesem Koffer den Brief mit der Unterschrift „Rothe Kugel" ge- funben hat.
Herr Brehat-Kerguen stieß bie Laden zurück, die halb geschloffen waren, und eS würbe hell im Zimmer.
Er rückte einen Stuhl vor da« Fenster und hieß mich fitze«. —
Er selbst lehnte fich mit dem Rücken gegen daS Fenster und begann nun, mich über meine Berga«geuhkit, meine Gewohnheiten, meinen Umgang auszuforschen und das mit einer Genauigkeit, die jedem Untersuchungsrichter Ehre gemacht hätte. Doch ich hatte mir unterwegs eine Lebens- geschichte außgedacht, dir ich ihm sun des Langen und Breiten erzählte; und je bestimmter seine Fragen wurden, desto schlagfertiger erwieS fick mein Geist in der Durchführung bet Rolle, bie ich spielte.
DaS Ergebuiß brS Verhörs schien ihn be« friedigt zu haben, denn nachdem er einige Augenblicke nachdenklich im Zimmer auf- und abge- saugen war, blieb er vor mir stehen und sagte:
„Es ist gut, ich nehme Sie in Dienst. Wir reifen sobald wie möglich nach der Bretagne ab. Gehr« Sie hinunter und sagen Sie dem Vrr- »alter, daß ich ihn sprechen wolle."
Ich war sein Diener.
XII.
Nach drei Tagen erfuhr ich von Herrn Prosper, der mich mit einer Art vornehmen Mitleids behandelte und mir weife Raihfchläge ertherlte, fo oft ich mir durch eine bäuerische Unbeholfenheit den Unwillen meines Herrn zugezogen hatte, —
Msgr. Tarnassi werden. Es ist nicht voll- lammen ausgeschlossen, daß so verfahren werde. Thatsache ist aber, daß bisher der Münchener Nuntiatur noch nichts davon bekannt ist, und ebensowenig daS Ministerium des Aeußern in München Kenntniß davon erhalten hat. Vor- äufig ist also von einer bereits erfolgten Neubesetzung deS wichtigen diplomatiichen Postens noch nicht die Rede.
-j-Zwischen der Reichs-Postverwaltung und der königlich württembergischen Post- Verwaltung ist ein N^liereinkomme« abge- chloffen worden, wonach vorn 1. Avril 1902 ab ür das Gesammtgebiet der beiden Verwaltungen einheitliche Postwerthzeichen zur Ver- Wendung kommen werden. Der.Reichs-Anzeiger' st in der Sage, den Wortlaut des Urbereiu- lammens wiederzugeben. Auf den Pofiwerth- eichen wird sich der Vordruck „Deutsches Rerch" »kfindeu. Die jetzigen Marken tragen bekanntlich den Aufdruck „Reichspost". Die Einrichtung fall -erart durchgeführt werden, daß die reichsver» faffungsmäßige Selbständigkeit der württem- bergischen Postoerwaltung insbesondere in finanzieller Beziehung erhalten bleibt. Die besonderen Werthzeicben Württembergs für den amtlichen und Bezirks-Verkehr werde« beibehalten. DaS Uebereinkommen ist bis zum 31. März 1906 unkündbar. Von diesem Zeitpunkt an steht irder der beiden Verwaltungen ein einjähriges Kündigungsrecht je zum Schluß eines Rechnungsjahres zu. Vom 1. April 1902 an werden die seit- herigen Postwerthzeichen der beiden Verwaltungen außer Kurs gesetzt. t
+ Aurmerrvriefe n«b Sozialdemokratie. In Stuttgart ist, wie bekannt, vor einige« Tagen der erste Hunneubrief-Prozeß geführt worden. Der Redakteur Freund vom demokratlschen ,Stuttgarter Beobachter' ist wegen zweier Beleidigungen des Generalkommandos und der deutschen Offiziere und Mannschaften in China zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt, der Chefredakteur desselben Blatter, LandtagSabg.Schmidt, frei- gesprochen worden. Die Sache wird noch einmal vor Gericht verhandelt werden, da der Staatsanwalt bereits Berufung gegen das Urtheil eingelegt hat; doch dies nur nebenbei, um den Sach- nerhalt wieder ins Gedächtniß zurückzurufen. Die sozialbemokratische und demokratische Presse errtblödet fich nun nicht, ihren Lesern vorgaukeln zu wollen, daß sie eigentlich doch mit ihren „Hunnenbriefen" recht behalten habe, obwohl in dem gefällten Urtheil ausdrücklich festgestellt wirb, baß „der Wahrheitsbeweis in keiner Weise geführt worden ist; und baß Mein den Artikeln enthaltenen Beleidigungen geeignet waren, daS Ansehen der beutsche« Armee im Inland- unb im Ausland« in hohem Maße zu schäbigen." Der Chefrebakteur Schmidt hat bie Verantwortung für bie Artikel cbgelebnt mit bem Hinweise darauf, daß er vor deren Drucklegung keine Einsicht in dieselben nehmen konnte. Herr Schmidt selbst hat also die Dache dieser Artikel vollkommen verloren gegeben und Unkenntmß vorgeschützt; und Herr Freund ist nur deswegen mit einer so gelinden Strafe davongekommen, weil man ihm als mildernden Umstand seine Unerfahrenheit in den Redaktionsgeschäften anrechnete
ich erfuhr, sagte ich, von diesem würdigen Verwalter, daß auf Ansuchen des Herrn Brehat-Ker- guen und des Herrn Castille, der beiden nächsten Verwandten des Verblichenen, bie Siegel erbrochen werden sollten.
In der That, des Abends gegen acht Uhr kam der Friedensrichter in Begleitung seines Schreiber«, um das wichtige Geschäft zu vollführen und zugleich das Inventar aufzunehmen.
Ich hatte mich nach diesem Augenblick mit einer unbeschreiblichen Ungeduld gesehnt. Ich sollte als» endlich diese« Zimmer betreten dürfen, in welchem das Verbrechen verübt wurde. Ich sollte theil- weise wenigstens, bereits jenes Ziel erreichen, dem zu Liebe ich mich dieser demüthigen Stellung unterzogen hatte. Nachdem ich in der Nähe den Mann beobachtet, sollte ich nun auch in der Nähe die Dinge prüfen können.
Gegen acht Uhr kam Herr Prosper zu mir und sagte in ärgerlichem Tone:
„Der Herr fragt nach Euch. Der Friedensrichter und Herr Castille sind da. Ich bot mich an, die Herren zu bedienen und ihnen zu leuchten, aber der Herr hat meine Dienste abgewiesen unb mir befohlen, Euch zu rufen. Nehmt diese Lampe da . . . nicht so, anders! Ach, sieh doch einer den Tölpel an, Ihr verschüttet ja das Oel! So jetzt lauft geschwind, der Herr wartet.
Der Untersuchungsrichter, sowie Herr Castill^ des Verstorbenen Neffe, waren angekommen. Ich , warf einen flüchtigen Blick nach dem alten Bre- : tonen, und es wollte mir scheinen, als veniethen i feine Augen eine geheime Freude, die er nur schlecht l verbergen konnte.
(Fortsetzung folgt )
üdafrikanische« Krieges wirklich nichts weniger ilS glänzend bestellt ist, geht aus dem Jahres- »erichte der englischen Staatsschuldenverwaltung hervor, der kürzlich erschienen ist. Dieser Bericht ist besonders deswegen intereffant, weil er gleichzeitig einen Ueberblick gestaltet über bie Entwickelung der britischen Staatsschuld seit bem Jahre 1863. Dieses Jahr bebeutete einen i Vendepnnkl: von 1835 bis 1863 hatte fich bie Staatsschulb Englands beständig vermehrt und »etrug damals 16'/» Milliarden Mark. Von da ab verminderte fich bie Staatsschuld. Am Ende des JahreS 1898 machte sie 12'/, Milliarden Mark ans. Aber nachher wuchs bie Staatsschulb wieder durch bie reißend ansteigenden Ausgaben für daS Heer unb für bie Kriegs- lotte. Im Jahre 1899 würben nur noch 40 Millionen Mark für bie Schuldentilgung auf- jeroanbt, seitdem in Folge der Ausgaben für )en südafrikanischen Krieg nichts mehr. Für >as Rechnungsjahr 1901/1902 wird bie Ge- ammtfumme ber Staatsschuld wieder mit 15*/» Milliarden Mark angesetzt; daS bedeutet also so viel, baß ber Burenkrieg bie Verringerung ber britischen Staatsschulb eit 37 Jahren fast vollkommen auf« jebt unb vollkommen auslöschen wird, wenn er noch einige Zeit anbauert. In blefem letzteren Zolle würben vermuthlich bie britischen Staats- rnanzen einen Tiefstand erreichen, wie er seit bald einem Jahrhundert nicht mehr vordanbe« war! Das Parlamentsmitglied Chamberlain hatte recht, als es fich um bie Besprechung des Jameson - Raubzuges im britischen Unterhaus« handelte: „Ein Krieg
in Südafrika — so sagte damals ber Abgeordnete Chamberlain — würde einer der ernstesten Kriege sein, die überhaupt geführt werden können unb er würbe den Charakter eines Bürgerkrieges haben. Es würde ei« langer, ei« erbitterter Krieg und ein kostspieliger Krieg fein. Ein solcher Kampf würde einen Eindruck hinterlassen, Mr, wie ich glaube, in Generationen nicht wieder cu^ gelöscht werden könnte." Der Minister CH mbetlain kagn unmöglich die Einficht verloren wben, die er fich bereits vorher, als Abgeordnet 7, «geeignet hatte; um so unverantwortlicher aber ist seine Handlungsweise als Minister — als „interesfirter Minister", wie ber jetzige Oberbefehlshaber in Südafrika, Lorb Ritdiener, einmal sagte, bevor er Oberbefehlshaber war — „als interesfirter Minister, der einen Krieg für eine Börfenclique führt". Schärfer als durch diese Aussprüche kann der Burenkrieg, den die Engländer führen, nicht ge» brandmarkt werden. ES ist aber sehr erfreulich, daß nu« auch in Deutschland die Protestkundgebungen Leden bekomme« gegen die Verdächtigungen Deutschlands durch denselben Herrn Chamberlain. Eine lebhafte Protestkundgebung durch das ganze Reich würde ihren Eindruck sicherlich nicht verfehlen!