Mb Bestellgeld in Krfta und an«« wärtrlMLOPf.
MG-iut täglich, x. Aul nähme der und Feier» teflt. Bierteljthrl. D»I«,»Preis
^WDO /LÄ
klamrn dir
Wiederhol wtrdentspr Rabatt g<
J«f«wtU X »awiclU» t* JWM. * mit Unterhaltungs -Anlage „MuArirte Sonntags-Zeitung"
M 254.
Jutöa, Dienstag, den 5. November 1901.
28. Jahrgang.
Mit rim MmtMsßr. ||
O England, Deutschland und die Buren.
Es fehlt sicherlich nicht an allerhand Be- mühungen hinter den Stuliffen, eine vernünftige Vermittelung zwischen England und den Buren zu Stande zu bringen, hat nicht gefehlt von alle» Anfangs an, bevor noch überhaupt ein Schuß in Südafrika gefallen war. Die Engländer aber waren halsstarrig und habe« die vielen leer« bietungen guter Maklerdienste zurückgewiese«; Und wenn man jetzt auf die Wiederholung solcher Anerbieten verzichtet, thut man den Buren einen Gefalle», nicht aber den Engländern. Diese Letztere» würden vielleicht recht froh sein, wenn sie eine willkommene Gelegenheit finden würden, ihren großen Verlegenheiten in Südafrika ein Erde zu machen; am meisten und am härtesten gestraft für ihre endlosen Ungerechtigkeiten gegen die Buren würden fie im Gegenthetl dann sei«, wen» fie selbst um die Einleitu«g von Friedens. Verhandlungen bitten müßten, und wer ihnen diese Strafe wünscht, der kann nicht gleichzeitig wünschen, daß neutrale Mächte nochmals zu vermitteln versuchen. Gerade jetzt, nach der britischen Niederlage bei Berkenlaagtr, ist jede«, falls ein ganz ungeeigneter Zeitpunkt für diplo- matische Vorstellungen zu Gunsten der Bure« bei der britischen Regierung. Durch solche Vor« stellungen würde« die Buren ja nur als schwach und friedensbedürftiggekennzeichnet werden; und das könnte unmöglich zu ihrem Borthetl sein.
Verwunderlich ist es und bleibt es, daß der britische Kolonialminister gerade einen solchen Zeitpunkt britischer Mißerfolge fich ausgesucht hat für seine Edinburger Rede, in der er Deutschland, seine Bundessürsten und sein Heer in so nichtswürdiger Weise verleumdet hat. Lord Salt»- bury, der englische Ministerpräsident, soll darüber geäußert haben, Herr Chamberlain habe in Eoin- burg doch nur al« „Privatmann" gesprochen. Wir möchten einmal hören, wa« Lord Salisbury sagen würde, wenn der Leiter de« deutschen Kolonialamtes in öffentlicher politischer Versammlung ebensolche Verleumdungen gegen England fich erlauben würde; ganz bestimmt würde alsdann der edle Lord nicht geneigt fein, die Auffassung von der „privaten" Aeußerung auch hier anzuwenden!
Zn England besteht vielmehr nach wie vor eine starke politische Strömung, die un« Deutschen so feindlich wie möglich ist. Der Deutsche mit seinem versöhnlichen Charakter vergißt derlei leicht, wenn gerade kein öffentlicher Anlaß mehr vorliegt, daran zu denken. Thatsächlich ist diese britische Gegnerschaft gegen da« aufstrebende deutsche Reich stet« dieselbe geblieben, auch wenn fie fich zeitweise «ehr in« Verborgene zurückgezogen hat; da« kann man von Steuern ersehen au« einer Leistung der .National Review' in London, einer angesehenen politischen Wochenschrift.
Man könnte die »National Review' schreiben
lassen, was fie will. Aber viele britische Zeit- tungen drucken diese Leistungen mit augenschei»- lichem Behagen ab, und dadurch gewinnen diese Letzteren an Bedeutung. Dir liebenswürdigen Pläne bestehen in einem Zusammenschlüsse Großbritanniens mit Rußland und einer daraus her- vergehenden Vereinzelung Deutschlands, einer Auftheilung Asien- zwischen Rußland und Eng. land mit gebührender Beachtung der französischen Interesse» usw. usw.; und das alles auS Rache dafür, daß Deutschland dem Britischen Reiche „das Szepter auf dem Meere entwinde» will"! Die »National Review' möchte, wie gesagt, schreiben nach Lust und Gefallen. Hunde, die so kindlich unverfroren solche Riesenpläne in die Welt hinanSbellen, beißen zuallerletzt; aber auch die »TimeS' und andere Londoner Zeitungen spielen mit Behagen mit diesen politischen Träumereien Fangball, und die .Times' nenn „unabweisbar die Frage, ob eS noch einen Zweck habe, das so lange von vielen Engländern erstrebte Ziel eines durchgreifenden Einverständ« niffrS Englands mit Deutschland zu verfolgen".
Und thatsächlich ist die gesummte englische Presse nicht ehrlich genug, im Gegensätze zu dem Lügenvergleiche des Ministers Chamberlain zwischen den britischen Rohheiten jetzt in Südafrika und dem Auftreten der Deutsche» in Frankreich in dem Kriege von 1870 und 71 festzufielle», daß damals alle Engländer daS Verhalten der Deutschen in Frankreich gan; außerordentlich gelobt haben, so weit sie als Kriegsberichterstatter englischer Zeitungen oder in anderer Eigenschaft Gelegenheit hatten, an Ort uno Stelle eigene Beobachtungen zu mache«. Herr Chamberlain hat durch die Verleumdungen, die er in Edinburg auSstieß, nicht nur einer vorher unglaublichen Beleidigung Deutschlands sich schuldig gemacht, sondern auch zu gleicher Zeit eine Unken» t»iß der vornehmsten und anerkannt besten englischen Geschichtsschreiber ver« rathen, die für einen Minister höchst be. schämend ist!
Die Antwort, die die deutsche R.gierunt dem britischen Kolonialminister »och «richt ge. gegeben hnt, erhält dieser in der G italt von VolkSkundgeounge». Eine Student- oersamm- lung in Greifswald hat unter Fürrung von Professoren der Universität eine einstimmige Entschließung gefaßt, in der „mit Entrüstung die Beschimpfung zurückgewiesen wird, die der englisch« Minister Chamberlain .... auSzu« sprechen gewagt hat;" und sehr richtig hat DivifionSpfarrer Schlömann in Freiburg im BretSgau bei einer Sedächtnißfeier an Kriegs- gräbern diese Verunglimpfungen mit der Be. merkung zurückgewiesen: Wäre« Chamberlain'S Worte wahr, so hätten wir kein Recht, am Grabe unserer Tobten zu stehe«.
I« einem pommerschen Blatte wird die Frage aufgeworfen: Wo bleiben unsere «riegervereine? An diesen ist eS sicher, lich zu allererst, fich die Verleumdungen zu verbitten, mit denen Herr Chamberlain die deutsches Krieger verunglimpft!
■HÄHHHHBBeeeHeeBesBBMeessM
Xm den ledk» eires «ershcifcadrs.
Rach dem Fran-östschrn v»n Henri Tauvain.
U) ------ (Nachdruck verboten.)
xn.
Er ließ fich eher tobt als lebendig auf den Stuhl nieder. Sein stierer Blick war bald auf die Pistole, bald auf mich gerichtet, und auf seinem Gesichte war Furcht und Wuth zu lesen.
„Sie sehen," begann ich mit großer Ruhe, „Sie find in meiner Hand. Sie können weder fllehen, noch durch ein Verbrechen fich meiner entledige«. Dieses kleine Spielzeug, da- Sie in meiner Hand sehen, kann Ihnen eine Kugel ins Herz etnqaartiren, ohne viel Lärm zu machen und ohne Ihne« die Zeit zu verstatten, um Hilfe zu rufe». UebrigenS ist eS durchaus nicht meine Absicht, Ihnen ein Leis zuzufüge». wofern Sie wir mit Offenheit die wenigen Frage« beantworten wollen, die ich an Sie stelle."
„Nennen Sie mir alle Fremden, die äugen» blicklich in Ihrem Gasthofe wohnen!"
„Wie kann ich daS auswendig wissen," sagte er in mürrischem Tone und die Achseln zuckend, ohne mich anzusehen. „Lassen Sie mich daS Fremdenbuch holen. Es kommen gar viele Fremde; sie bleiben ein, zwei Tage, und bann Lehen sie wieder fort. Ich kann dir Name» meiner Gäste unmöglich auS dem Gedächtnisse hersagen."
„Gut, wenn dem so ist, will ich Ihrem Gedächtnisse nachhe'fen. Zuerst, wer wohnt im dritten Stock?"
„Ich weiß es nicht."
„Ist eS eine Frau?"
„Nein."
„Also ein Man«? und allein?"
Sr zögerte eine Sekunde.
«Ja"
»Und Sie wissen nicht, wer derselbe ist?"
„ES ist ei« Handlungsreisender . . . glaube ich Er kam gestern Abend an."
„Und im zweite» Stock?"
„Ein Rechtsgelehrter und ein Beamter von Luxemburg."
„Weiter Niemand?"
„Nein."
„Vortrefflich! Und wen habe« Sie im ersten Stock?"
„Einen Klavierprofessor."
„Nur ihn?"
' »Ja."
„Sie lügen!"
DaS rothe Gesicht deS Wirthes entfärbte fich.
„Heraus mit dem Namen deS Fremden, dessen Anwesenheit Sie mir verheimliche« wollen."
„Wollen Sie mein Fremdenbuch sehen?"
„Nein, ich will, daß Sie reden. Sie kommen mir von hier nicht fort. Ich kenne Sir, Sie würden nut zu entwischen suchen."
Der Wirth drehte sich unruhig ans seinem Stuhle hin und her. Mein Blick, den ick nie. malS von ihm abwandte, schien ihn zu Tode zu foltern.
„Ich Habs Ihnen gesagt, daß ich eine Hnt. wort verlange."
»Und wenn eS mir nicht gefällt, eine solche zu geben?"
Derrtfches Keich.
Berlin, 4. November.
h Das Kaiser!. Koflager wird diesen näch. sie» Winter hindurch der Stadt Berlin voraussichtlich ganz fern bleiben und im Neue« Palais bei Potsdam verbleiben. Aus Rücksicht auf den Gesundheitszustand der Kaiserin soll dies geschehe«, damit dieselbe von allem geräuschvolle« Treiben nach Möglichkeit verschont bleibe. Ehedem gal: der Winteraufenthalt im Neuen PalaiS als ge- sundheitSfchädlich wegen der «mndwafferverhält- »iffe. I« Folge der Trockenheit dieser JahreS sind die Kellerräume deS Neuen PalaiS vollkommen von Wasser frei geblieben. Trotz dieser ge- naue« Angabe der Gründe wird der Hinweis au die Thatsache nicht auSbleiben, daß zwischen dem Hofe und der Berliner Stadtvertretung nicht Alles so ist, wie eS sei» sollte. Die Berliner Stadtverordneten haben sogar den GeburtSraa der Kaiserin ohne Glückwunsch vorübergehen lassen. Eine von einem Komitee aufgelegte Adresse zum Geburts- tage der Kaiserin hat dafür desto zahlreichere Unterschriften aus der Bevölkerung erhalten.
• Aie axgevliche „Meuterei" auf de« Kreuzer „chazeKe" beschäftigte in diesen Tage« mehrfach das GeschwaderkciegSgericht in Kiel. Zuerst stand der ehemalige Kommandant der „Gazelle" vor dem Kriegsgericht, weil er über eine angebliche Meuterei nicht den erforderlichen Bericht an die vorgesetzte Behörde gesandt hatte; er wurde in geheimer Verhandlung des Kriegsgerichtes freigesprochen. Am heutigen Montag verhandelte dasselbe Gericht gegen die Obermatrosen Geuz und Schuld und sprach auch diese frei von der gegen sie erhobenen Anklage deS militärischen Aufruhrs oder deS thällichen Angriffes auf den Maat Fiencke in Cuxhaöen.
* $er N-rk-tzr im Kaiser -Milhelm - Kaual war in diese« Sommer auffallend gering. In vielen Monaten hat er kaum die Höhe be« vorigen Jahres erreicht, und in den Monaten August und September ist, wie bie amtlichen Listen ergeben, denselden Monaten be« vorigen Jahre» gegenüber sogar ein Rückgang festzustellen. E« haben nämlich 876 Schiffe weniger den Kanal benutzt al« im August und September 1900. Der Raumgehalt ist um 23,362 Netto-Reg.-To. gefallen und die Einnahme um 9768 Mk. Vorau«sichtlich wird die Gesammt-Frequenz und -Einnahme hinter der für 1900 zurückbletben; bisher find Frequenz und Einnahme dauernd gewachsen. Der Rückgang be« Verkehr« ist ein deutlicher Seroei« von der allgemein ungünstiger gewordenen Geschäftslage.
• Dis Ausfiihruu-svestimmuugeu zum IleifchSefchuugefetze fehlen bekanntlich noch immer. Am 12. Oktober hat darüber wieder eine Berathung im RetchSgrsundheitSamte stattgefunden, zu der auch Sachverständige auS Fleischerkreisen hinzugezogen wäre«. Mehreren Blättern zufolge sollte dieS nur Herr Moritz Schmidt sein, der Obermeister der Berliner Fleischrrinnung. Diese Angabe ist aber »ach einer halbamtlichen Mitthetlung der ,Nordd. Allg. Ztg.' falsch. Es rosten auch Vertreter des FleischergewerbeS aus Chemnitz und Yrann- schweig geladen und erschienen.
„Ich schieße Sie nieder wie einen Hund!" erwiderte ich kalt.
Ec sprang vor Schrecken ans; sofort aber faßte er fich wieder und mit der Frechheit eKeS Pariser GaunerS mich anblickend sagte er:
,O, Sie hätte» ja den Muth nicht, ich spotte Ihrer Drohung.... Sie wollen mir Furcht mache« . . . Ein Pistolenschuß macht einen zu lauten Lärm .... Nein, nein, Sie hätte» be» Muth nicht, loszudrücken."
„Hier," sagte ich zu ihm mit unveränderter Ruhe, indem ich mit dem Finger eine der Rosen zeigte, welche auf de« Tapete» gemalt waren, „sehen Sie diese Rose?"
Ich wich einige Schritte zurück und schoß meinen Revolver auf die Mauer ab Man hörte ein Geräusch, kaum lauter als ein P itschenknall und auf der Rose war ein schwarzer Punkt.
„Diefer schwarze Punkt ist eine Kugel," sagte ch; „und wenn Du nicht schnell antwortest, so age ich Dir die zweite mit derselben Schnelligkeit und ohne größere« Geräusch zu machen, durch de» Leib. Elender! Noch einmal, willst Du mir antworte« ?"
Der Wirth war todtenbleich geworden. Sei» erkünsteltes Ungestüm hatte einer unbeschreiblichen Furcht Platz gemacht.
Er öffnete de» Mund, um zu spreche», aber plötzlich hielt er inne, erhob die Faust und schlug mit derselben zornig auf den Tisch.
„Nein," schrie er, „ich kann es nicht sagen."
„Ah. Du kannst e« nicht sagen? Du weigerst Dich, mir zu antworten? Nun gut, ich kenne de» Namen diese« Menschen. E« ist der Bruder jene« Elenden, der mit Dir auf der Anklagebank saß
.x Die JoK Aorkage» werden im Plenum des BundeSrathes nicht mehr viele Umstände verursachen. Auf allen Seite» wird in Folge dessen der Wunsch laut, die Regierung möge die Sache so einrichten, daß die erste Lesung der Zollgesetzentwürfe vor der ersten Lesung deS Etats stattfinden kann. Im andern Falle würden nämlich viele Reden doppelt gehalten werde« müssen, zuerst bei der ersten EtatSlesnng und dann noch einmal bei der ersten Lesung der Zollgesetzent- würfe. Und dabei hat der Reichstag vor Weihnachten kaum mehr als vierzehn Tage Zeit für seine Berathunge»! Sine sehr gute Anregung ist diejenige der »Freisinnigen Zeitung', nämlich mit der Vertheilung der entsprechende« Drucksachen a« die Mitglieder des Reichstages nicht bis zur Eröffnung der Sitzungen zu warten, sondern diese Drucksache» schon vorher an die Abgeordnete» gelangen zu lassen. Die Tagung ist ja im Frühjahr nicht geschloffen, sondern nur unterbrochen worden; eine solche Versendung der Drucksachen würde also gegen den parlamentarischen Brauch nicht verstoßen. Im übrige« kann die Regierung gar nicht genug darum angefleht werden, doch um alles in der Welt alles zu vermeiden, das geeignet fein könnte, die Berathunge« des Reichstages in überflüssiger Weise zu verzögern. ES ist noch so viel ArbeitSstoff aus dem letzten Winter Übrig geblieben, daß man schon jetzt, ohne irgendwelche neue Vorlagen, die Dauer des bevorstehende« Tagungsabschnittes als eine vermuth- lich recht lauge einschätzen muß. Unter den obwaltenden Umständen ist die Haltung der Na- tioualliberalen zu den landwirthschaftlichen Zöllen von besonderem Interesse. Die Zentralleitung der Partei, die am Sonntag vor acht Tage» in Berlin versamroelt war, hatte eine Entschließung gegen die Doppeltarife gefaßt. Im Gegensätze dazu hat fich der Hauptredner einer national- liberalen Versammlung in Stuttgart, ohne Widerspruch zu erfahren, zu Gunsten eines gesetzlich festgelegten MindesttarifeS für Getreide ausgesprochen. Der Redner war Prof. Mezger. Der Abg. Augst, württembergisches Mitglied der demokratische« Partei, hat sich in einer Versammlung zu Gerabronn für einen erhöhten Schutzzoll der Landwirthschast und gegen die Er- böhung der Jndustriezölle erklärt, unter den Letzteren diejenigen allein ausgenommen, deren Rohstoffe durch die landwirthschaftlichen Zölle versteuert werde» würde».
* Kastz, 3. Nov. Gegen den Boykott der englischen Handelsmarine spricht sich entschieden Paul Müller, der Vorsitzende deS deutschen SeemannS-VerbandeS, ans. Der Artikel trägt die Ueberschrift „Eine Utopie" und betont u. a , der von ihm geleitete Verband erachte es für unzulässig, daß ein bestimmter Industrie- ober ErwerbSzweig eines Landes für die politischen Verbrechen einer Landesregierung blute« solle. Ferner heißt eS i» dem Artikel: „Die Regierung, die Milliarden für den Krieg geopfert und England bis über die Ohr-n i« Schulden gestürzt hat, würde fich i« ihrer Politik auch durch eine derartige materielle Schädigung
und der in Toulon entwichen ist. Er heißt Joseph Pichet!"
„Das ist nicht wahr!" schrie Lanseigne, dessen Auge plötzlich ein Blitz durchzuckte, „er heißt Loui» Rugnav."
Die Antwort Lanseigne« bewies mir, daß meine List gelungen war.
Meine Vermuthung war also richtig. Loui« war der Name de« Banditen. Mit einem einzigen Sprung warf ich mich auf den Wirth, packte ih« est beim Kragen und stieß ihn mit Wucht in eine §cke des Zimmers. Ehe er fich von feiner Be« iürzung erholt hatte, war ich zum Saale hinaus, »essen Thürs ich hinter mir abfchloß.
Ich eilte nach Haufe, um meine Verkleidung abzulegen und mich wieder auf« neue kampfbereit zu machen.
Maximilian hatte fich bei diesem Berichte sv ehr ereifert, daß er einen Augenblick inne hielt, um Athem zu holen.
„So wäre also nach Ihnen," sagte ich nach einer kurzen Pause, „der Urheber diese« Verbrechen« dieser alte Banbitenhauptmann?"
„Da« weiß ich nicht, ba« weiß ich nicht . . erwiderte er lebhaft; „ich suche bie Thatsache» kennen zu lernen, bie Schlüffe ziehe ich später.
Die erste Thatsache, bie feststeht, ist nur diese:
In bem Zimmer be« Herrn Brehat-Kergue« rouroe ein Brief gefunden, der bie Unterschrift Rotbe Kugel trug.
Ohne Zeit zu verliere», setzte ich meine Nach- pürungen fort. Ich kaufte bei einem Trödler einen Bamruanzug, schnitt mir bie Haare ab, bie ich mit einer blonden Perrücke ersetzte, unb rafirte meinen Schnurrbart.