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KuldaerMZeitung

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Ausland.

sie sich verrannt haben, herauSkommen wollen.

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(Nachdruck verboten.)

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Nach dem Französischen von Henri Cauvain.

Verkleidung zu bedeuten? Ist Ihnen die Polizei auf der Spur?" , „

„Ha, ha, ha", antwortete er mit seinem ruhigem Lächeln; „Sie halten mich von Tag zu Tag für verrückter, nicht wahr? und diesmal werden Sie sich wohl dazu entschließen, mich nach Charenton zu Meinesgleichen zu schicken? ... Ich will Ihnen mein Benehmen erklären, da», ich be­greife es, Ihnen auffallen muß, um so mehr, da wir noch nicht in der Faschingszeit leben. So, wie Sie «ich hier sehen, bin ich im Dienste. Sperren Sie nur die Augen nicht so weit auf! Diese Bedtentenkleider sind der Fuchspelz, In den ich mich hüllen muß .. . Sie werden wohl bereit« errathen haben, daß ich bet Herrn Brehat-Ker- guan im Dienste bin."

Dieses Zusammenhangslose in seinen Worten und dieser sonderbare Blick ließen mich wirklich einen Augenblick daran zweifeln, ob er nicht that- sächlich verrückt geworden sei. Er fuhr fort:

„Erschrecken Sie nicht zu sehr und hören Sie mich an; Sie wiffen, ich setze Vertrauen in Sie. Ich will Ihnen Alle« sagen, wa« ich entdeckt habe. Aber schwören müffe« Sie mir, daß Sie da« 1 größte Stillschweigen beobachten wollen.....

Nebligen«, wenn ich Ihnen die« Geheimniß an­vertraue, so geschieht e« einzig darum, weil ich in Iber Folge Ihres Beistandes bedarf; wäre da« | nicht der Fall, so sollte Niemand aus der ganzen Welt die sonderbaren Dinge erfahren, die ich weiß."

Ich gab ihm da» verlangte Versprechen. Er schritt zur Thür, schob den Riegel vor und setzte sich dann zum Kamin hin. Nach einigen Augen- I blicken de« Stillschweigens, al« hätte er sich erst

Ich hatte Maximilian Heller seit vierzehn Tagen mit keinem Auge mehr gesehen. In den Strudel der tausenderlei Geschäfte und Beschäfti­gungen, au« denen sich das Leben zusammensetzt, hinetngeriffen, dachte ich kaum »ehr an diese« sonderbare Ereigniß, al« eine« Morgen« gegen acht Uhr mein Diener in'« Zimmer trat und mir meldete. Jemand verlange mich dringend zu sprechen.

Ich befahl ihm, die Person «inzuführen.

Ein großer, junger Mensch mit blondem Haar, verblüfften Lugen und halb lachendem, halb ernstem Munde trat in «ein Zimmer.

Ich fragte, wa« ihn zu mir führe.

„Mein Herr", sagte er mit winselnder Stimme, „ich suche einen Dienst; ich möchte gerne an- fragen, ob Sie keinen Diener brauchen."

„Und wer hat Euch hierhergewiesen? Habt Ihr ein Empfehlung« . . ."

Ich konnte nicht vollenden, ein Schrei der Ver­wunderung entflog meinen Lippen, al« dieser tölpelhaft thuende Bauer plötzlich seine blonde Perrücke, die ihm bi« auf die Augen herabhing, vom Kopfe nahm und darunter die hohe Stirn en» da« schwarze Haar meine« Freunde« Maxl- «ilian Heller sich enthüllte.

„Wie? Wae? Sind Sie e«?" rief ich voll Ueberraschung au«. „Wa« in aller Welt hat diese

noch sammeln wollen, begann er ungefähr folgen­dermaßen:

„Sie werden sich erinnern, daß ich da« letzte Mal, al« wir unr sahen, — am Tage der Unter­suchung — Ihnen sagte, das Verfahren, durch welcher ich zur Lösung diese« blutigen Räthsel» zu gelangen hoffte, sei ganz verschieden von dem, welche» die Gerechtigkeit gewöhnlich zu befolgen pflege.

„Diese ftagt nach dem Jntereffe, da« den Verbrecher geleitet haben konnte, und sucht auf diese Weise, ich möchte sagen vom Unbekannte« auf da« Bekannte zu schließen. Ein solches Vor­gehen ist wesentlich mangelhaft; die Festnahme Suerin's ist dafür ei« schlagender Beweis. Ich schließe vom Bekannten auf'« Unbekannte, ich forsche nach de« Thatsachen, ei«zig und allein nach den Thatsachen, ohne mich um den Beweg- gründ zu kümmern, der dabei leitend war, noch um den Arm, der das Verbrechen vollführt. Diese Thatsachen sammle ich sorgfältig, so wider- sprechend sie auch scheinen möge«, und ein Augen- blick kommt, wo sie Licht verbreiten werden.

Diese Thatsachen besitze ich heute fast alle, einige wenige ausgenommen, die ich bald er­mitteln werde. Aber wie mich der Zufall — dieser große Meister — bet allen diesen Um- ständen mächtig unterstützt hat? Erinnern Sie sich noch, wie Sie beim Herangehen aus dem Hause Ihre Cigarre anstecken wollten? Da wegen deS feuchten Wetters der Zunder nicht brennen wollte, gab Ihne« Herr ProSper, der würdige Verwalter, ein Stück Papier, daS er aus der Tasche gezügen."

I „Ich erinnere mich d-ffen sehr gut."

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wahre«. Ich verspreche auch, weder im Jnlande «och im Auslände ein Einverständ- |mi6 zu pflegen, einer Berathung betzu-

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Unter solchen Umständen war eine amtliche Klarstellung nöthig geworden. Es erschien zwar in der Presse mit dem Anscheine des offi- ziösen Ursprunges die Notiz, der Kaiser lehne e« durchaus ab, für Aeußerungen verantwortlich ge­macht zu werden, die er im Prioatgespräch thue, und die auf dem Wege de« Vertrauen»bruche« und der Klatscherei an die Oeffentlichkeit gelangen. Aber nachträglich ist e« ander« beschlossen worden. Der amtliche ,Reich«anzeiger' brachte Donnerstag - Abend folgende, nachdrücklich gehaltene Richtig­stellung: t , ..

„Von der Presse werden angebliche kaiser­liche Aeußerungen über wirthschaft- „liche Fragen verbreitet und besprochen. „Wir haben von diesen Ausstreuungen bisher „keine Notiz genommen, weil die sogenannten „kaiserlichen Aeußerungen so unwahrscheinlich „klangen, daß e« sich nicht verlohnte, dieselben „ernst zu nehmen. Da jedoch aus den Kom- „mentaren selbst ernsterer Blätter hervorgeht, „daß sie die Seiner Majestät in den Mund ge- „legten Aussprüche für echt halten, so sind wir „in der Lage, zu erklären, daß diese von An- lang bis zu Ende erlogen sind."

DaS ist erfreulich deutlich genug. Was meinen denn nun diejenigen dazu, die das Er­finden und Erlügen besorgt haben — und die­jenigen Anderen, die sogar behauptet hatten, das „wüßten sie schon seit Wochen"? Man sollte meinen, daß fie für lange Zeit stumm gemacht sein und nunmehr da» Lügen ganz gewiß fein lassen müßten. Leider lehrt die Erfahrung, daß die widerwärtige Unfitte des Klatsche« und Tratsche«, der mit angeblichen oder doch mindesten« ganz privaten Monarchenäußerungen getrieben wird, niemals vollkommen auszurotten ist. E» werden ein paar Wochen ins Land gehen; dann wird der alte Unfug von Neuem anfangen. Und sollten daun die Erfindungen noch so dumm sein, so werden fie doch ihr Publikum finden.

Daß aber mit dieser einen Erfindung so frisch und fröhlich aufgeräumt wurde, ist ein lebens« werthe« und erfreuliche» Beginnen gewesen. Es ist wirklich erstaunlich, wie auch bebeuunbe und sonst vorsichtig und klug urthetlende Zen ange« den Erfindern und Verbreitern des „kurz and klein Schlagens" auf den Leim gehen konnten._______

„wohnen oder eine Verbindung zu unter» „halten, welche der öffentlichen Sicherheit „gefährlich fein könnten; und sollte ich inner- „halb meiner Diözese oder anderswo etwas „von einem Anschläge zum Nachtheile des „Staates erfahren, so werde ich es zur Kennt- „niß der Regierung bringen."

> Diese Aufklärung wird hoffentlich auch die hartnäckigste» Zweifler überzeugen.

• • Die religiöse Ar zieh««- ve« Schnl- llinder« wird in einem Erlasse behandelt, der mit dem Einverständniffe des Kultusministeriums vom preußischen Justizministerium ausgegangen ist. Danach haben von jetzt an die Vor­mundschaftsgerichte de« Schulaufsichts­behörden Anzeige zu machen von ihre« Anord­nungen bei Streitigkeiten über die religiöse Er­ziehung von Schulkindern.

X Aerfor-««g vo« ArLeitslofe«. Don den tausend Arbeitslosen in Danzig haben sich bisher etwa siebenhundert bei der neu eingerich­teten ArbeitSvermittelungsstelle gemeldet. Von außerhalb sind bei derselben Stelle ebenfalls etwa siebenhundert Nachfragen nach Arbeits­kräfte« eingegangen, so daß vermuthlich sehr bald der hauptsächlichen Noch gesteuert fein wird. Die Zahl der Arbeitslosen in Berlin wird gegenwärtig auf rund 80,000 geschätzt. Dabei muß natürlich berücksichtigt werden, daß es in Berlin immer viele beschäftigungslose

„Hie überreichten mir alsdann das brennende Papier, und in dem Augenblicke, da ich dasselbe meiner Cigarre näherte, konnte ich meine Be­stürzung nicht bemeistern und lief hastig davon. Sie, ohne Zweifel sehr betroffen über dieses mein sonderbares Benehme», zurücklaffend."

„Das ist wahr."

Er zog aus seiner Westentasche ei» Stück Papier, daS zur Hälfte verbrannt war, u»d gab es mir. Ich drehte und wendete dasselbe «ach alle« Seiten. Der Philosoph beobachtete mich mit einem heimlichen Lächeln.

„Sie finde» nichts Auffallende» daran, nicht wahr? und Vie mflfien wohl nicht wenig erstaunt sein, wenn ich Ihnen sage, daß dieser kleine Fetze« Papier mir zum größten Theile de« Schlüffe! zur Lösung deS ganze« RäthselS ge­liefert hat. Bitte, nehmen Sie dasselbe mit einem Zäugelche« und halten Sie es einige Se­kunde« über ihr Kaminfeuer; sehen Sie dabei genau zu, und die Bestürzung, die ich neulich zeigte, wird Ihnen klar werden."

Ich that, wie er mir gesagt. DaS erhitzte Papier rollte sich spiralförmig aus. Ich entrollte dasselbe und entdeckte darauf Zeichen, die mit blauer Tinte deutlich auSgeführt waren.

Zunächst erblickte ich ein große« lateinische» P und B., dann die Rückseite eines versiegelte« Briefumschläge«, ein von einem Schwert durch- stochene« Herz, weiter die latemlschen Buchstaben D und Z, dann ein in eine Klammer eingeschloffene« (V) und endlich 2 übereinander stehende Kreise der obere ein r, der untere die Zahl 10 zeigend.

I (Fortsetzung folgt)

etadBringttletn «t>»est-Sg-ltz in »«ida *nb an«- S£«lSt.öO$f.

4- Mari», 31. Oktober. Ein Geschwader von sieben Schiffen hat sich von dem franA fischen Mittelmeergeschwader abgezweigt und ist unter dem Befehle des Kontre - Admirals Caillard nach den türkische» Gewässer« abgedampft. Daß eS sich dabei um eine Maß- regel handelt, die gegen die Türkei gemünzt ist, versteht sich von selbst. ES fragt sich nur, wie weit die französische Regierung damit zu gehe« entschlossen ist. Gerüchtweise verlautet, eS solle ein bedeutender türkischer Hafenort und ein größeres Gebiet besetzt werden, um die von der Pforte geforderten Geldbeträge in kürzester Frist iy erlangen; aber daS sind vorläufig eben nur Gerüchte. Admiral Caillard soll seine Instruk­tionen auch erst in de« türkischen Gewässer« er­halten. In Paris ist man sehr besorgt darum, nicht die Annahme aufkommeu zu lasse», als thue die französische Regierung etwas gegen den Willen Rußland». Im Segenthetl herrscht nach den Mittheilungen der Pariser RegiernngSpresse vollkommenes Einverständnlß darüber, und auch Graf Soluchowski, der österreichische Minister des Auswärtige», soll angeblich erklärt haben, I Frankreich würde allen Mächten einen großen I Dienst erweisen, wenn eS bei diesem Anlässe vollen Ernst zeige. Bald wird man ja er- fahre«, ob Frankreich wirklich zu diesem ^vollen Ernste" entschlossen ist. (vergl. Depeschen. D. Red.)

W London, 1. Noo. Privat - Nachrichten einer deutschen Zettung ans Kapstadt zufolge be- findet sich die Kap - Kolonie im Zustande einer regelrechten organisirte« Empörung. Das Standrecht regiere überall mit maßloser Rück­sichtslosigkeit; die zahllosen Hinrichtungen hätten die Aufregung auf'S Höchste gesteigert. Durch Bewaffnung der Eingeborenen fühle« sich die Schwarzen clS Vertheidiger de« Landes gegen ihre frühere» weißen Herren und bereiten bezüg­lich der Disziplin und Ordnung die größten Schwierigketten. Gegenwärtig seien bereits ganze Regimenter farbiger Soldaten formtet. Letztere würden von weißen Offizieren tomman» bitt. Zur Beleuchtung dieser Lage ist auch die Nachricht von Jntereffe, daß die Buren das Hauptpferde»Depot der brittschen Armee- Verwaltung mttTausenben von Pferde» in unmittelbarer Nähe Kapstadts aufge- > hoben haben. Die englischen Standgerichte setzen i unterdessen ihre HenkerSarbeit fort. In Vryburg 11 wurden am Dienstag zwei „Aufrührer" hin­get ich t et, 18 wurden zu Strafen von 5 Jahren bis zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt.

G AewAor», 1. Noo. Ein hiesiges Blatt meldet aus Kolumbien, daß eine Verschwörung

Deutsches Deich.

Berlin, 1. November.

mit Nuterhattungs-Beilage „Mustrirte Sonntags-Zeitung!'

pttewart««». t (tamMM.

DeutLen Kaifit Treue und Gehorsam zu dürste anderer Ansicht fein, so daß zunächst voll- —r—i.. —.j. —«x.« i-, I kommeue Unklarheit darüber herrscht, wie die Ber­liner Stadtverordneten auS der Sackgasse, in der

O „Erlogen."

Sett Wochen, eigentlich schon seit Monaten, gehen gewisse Leute hausiren mit der kaiserlichen Autorität. Immer unbimmer wieder wurde behauptet, der Kaiser sei nicht ein­verstanden mit dem Grundsätze der erhöhte» Schutzzölle, wie er in dem Entwürfe eines neuen Zolltarifks zum Ausdruck gelangt; er befinde sich nicht bei der Beurtheilung dieser Dinge in Urbereinstimmung mit dem Reichskanzler Grafen Bülow; früher wurde gar behauptet, der Zoll- tatifentwms fei eigentlich nur eine Prtoatarbett des Staatssekretärs Grafen Posadowsky ufw. ufro. DaS alles muß ma» sich im Ge- dächtniß zurückrufe«, wen» man dem späteren EntwickelungSabschnitte der Sache daS rechte | Verfländniß entgegenbringen will.

Jener erste Abschnitt sand seinen Abschluß durch die Thatsache, daß der Zolltarifentwurf im Bundesrathe vom Reichskanzler ringe- bracht wurde „im kaiserliche» Auftrage". Damit war jener Schwindelperiode ein Ende bereitet. Nun folgte die gndere Periode, die wiederholte Erfindung angeblicher Aeußerungen des Kaisers über und sogar unmittelbar gegen die Zollgesetze. Es sollte so auSsehen, als habe der Kaiser diesen Entwürfen aus Gründen der Staats Weisheit zwar äußerlich seine Zustimmung gegeben, ober als sei er für feine Prr,on dennoch ein Gegner derselben. So sollte er gesagt haben: „Der Doppeltarif ist Uafirm" — und in Königsberg sollte angeblich das Wort gefallen sein: „Wenn keine Handelsverträge zu Stande kommen, schlage ich alles kurz und klein."

Der Reichstagsabgeordnete Graf Dönhoff- Friedrich st ein sollte diese Aeußerung gehört habe«. Ein freisinniger ReichStagSabgeord- neter verbreitete die Meldung davon i» einer von ihm herausgegebrnr« Zeitungskorresponoenz. Die freisinnige ,Voffische Zeitung' i« Berlin be­hauptete darauf hl?., daß sie eS bereis seit Wochen wisse, daß der Kaiser diese Aeußerung getha« habe. Eine lange Reihe von Blättern nahm darauf hin an, daß es sich wirklich so verhalte; darunter auch ernsthafte, große Zeitungen. Ma» meinte, eS fei ja gar nicht möglich, daß ein Mit- «lieb des Reichstages die Frechheit habe« sollte, solche Dinge zu erfinde« oder ohne die Bürg­schaft für die Wahrheit der gefallene» Aeußerung zu verbreiten; und so folgerte ma» nun weiter, baß bet Kaiser daS Wort wirklich gesprochen haben und sogar einverstanden damtt fei« könnte, daß bas Wort weiter verbreitet werbe. Die Legendenbildung ging immer weiter. Die Berliner .StaatSbürger-Zettung' erblickte in der Reise des Reichskanzlers zum Kaiser nach dem Eulenburg- Schlosse Liebenberg ein sicheres Anzeichen für das Bestehen einer Kanzlerkrise und wollte auch schon de» angeblich kommenden Mann kennen: den Grafe« Dönhoff - Friedrichstein, der mehrfach in Verbindung mit dem Wort von dem „kurz und klein schlagen" genannt worden war.

Leute gibt, namentlich junge Kaufleute, Schreiber, ungelernte Arbeiter. Immerhin ist die Zahl ungeheuer groß, und mit allen Mittel« sollte namentlich die Berliner Stadtbehörde darauf hinarbeiten, den weiteren Zuzug von Arbeitskräf­ten von außerhalb fern zu halten. Augenschein- lich ist i« diesem Sinne noch nichts geschehe». Auf sozialpolitischem Gebiete find die Berliner Stadtbehörde« keine Helden. Der Andrang zu bett ausgeschriebenen Stellen ist so stark, daß mehrfach schon die Polizei eingreifen mußte, um Ruhestörungen zu verhindern. Trotz aller amt­liche« Ablengr-ungen erhält sich nicht nur in Berlin, sondern auch an einer Reihe anderer

I Orte die Behauptung, daß die Staatsbahn Arbetter gerade jetzt entläßt und dadurch dir Zahl der Arbr>.-slosen noch vermehrt. Gleich­lautende Nachrichten liegen darüber vor auS Berlin, auS Dortmund, Bochum,Brom­berg und Arnsberg i. Westf. Man kann kaum annehmen, daß diese ganz bestimmt aus­tretenden Meldungen ohne thatsächliche Grund­lage sein sollten. Aber wie sind sie in liebet» einstimmung zu bringen mit den Verfügungen dM preußischen EisenbahnministerS im entgegen- geatzt« Emne? Abhilfe und Aufklärung thun dringendst noth!

ft >« Berliner Kfirgermeiflerfrnge. Oberbürgermeister Kirschner von Berlin hat ausdrücklich in einem Gespräche mit einem Zei- tungSmonne bestätigt, baß nach seiner Ansicht die beste Lösung deS Bürgermeister - Konfliktes der I Verztchl deS aus'« Neue gewählten Stadt-

X Der GrenAid des Aifch-fs N-«zler »o« Wetz ist von ben kulturkämpferischen Blättern zum Gegenstände vo» allerhand Nörge- leien gemacht worben. Angeblich sollte die Eidesformel so charakterlos fein, baß fie eigent- lich von bem Gelöbnisse ber Treue gegen ben Kaiser unb dergleichen mehr gar nichts enthalte. Das ist eine durchaus unrichtige Behauptung, wie unzweifelhaft auS dem nun nachträglich mitgetheilten Wortlaute des CldeS hervorgeht. ^*Jch* schwöre und verspreche zu Gott auf die I rathe« Kauffmann auf das Amt deS zweit«»

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Iutöa, Samstag, den 2. November 1901.

28. Jahrgang.

• Mo« der Anstedelnng»-A-«misk-n. Dr. von Wittenburg, der Präsident der Ansiedelungs-Kommission ist bisher noch nicht zurückgetreten, wie un Gegensätze zu vorauf- gegangenen Meldungen festgestellt werdm muß. Ob eine längere Beurlaubung des Präsidenten oder Ausscheiden aus dem Amte bevorsteht, ist ungewiß. Die anderweite Nachricht ist i'den- fallS unrichtig, daß Herr Witting, der Ober- bürgermeister der Stadt Posen, zum Nachfolger ausersehen sei. _____