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paozelte, i« Saite. * mit Zlnterhattungs Beilage „Zssukrirte Sonntags-Zeitung" wi^».T£Sr*"

M 251.

Jutöa, Donnerstag, den 31. Oktober 1901.

28. JahrgMg.

Antialkoholkongreß.

cpc. Breslau, 28 Oktober.

I.

Die diesjährige Tagung des Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke wurde einge­leitet mit einer in der Aula der Universität ab- gehaltenen Konferenz der Trinkerheilanstaltendes deutschen Sprachgebietes.

Der Vorstand dieser Vereinigung wird ge­bildet von Pastor Martins-Freienbeffingen als Vorsitzenden, Dr.med. Calla-Finkenwalde, Pastor Kruse-Lintorf, Dr. med. Waldschmidt-Eharlotten- bürg und dem Vorkämpfer der Mäßigkeitsbewe- gung in den katholischen Kreisen Rektor Neu­mann-Honnef. In das Präsidium der Kon­ferenz wurde noch gewählt Pastor Goebel- Sienowitz.

Unter de» Anwesenden, deren Zahl 50 nicht überstieg, war der katholische Klerus der Pro­vinz durch Erzpriester Schmidt-Breslau und Pfarrer Kapitza-Tischen vertreten. DaS Kultus- Ministerium entsandte den Geh. Medizinalrath Pistor-Berlin. Weiter seien genannt Prof. Dr. Kamp-Frankfurt a. M. und Geh. Rath Falck- Stuttgart.

Auf der Tagesordnung stand zunächst die Berichterstattung aus der Praxis.

Es refertrte zuerst Dr. med. Wald sch midt- Charlottenburg über die Aufnahmrfragen, die de» Personen vorgelegt werden, die in der Trinkerheilanstalt Waldfrieden bei Fürstenwalde geheilt zu werden wünschen. Durch diese Frage- bogen soll festgestellt werden, was bei den Patienten die Trunksucht erzeugt hat, welcher Art die Trunksucht ist, durch welche Getränke sie hervorgerufen ist, welche Folgen auf Geist und Körper des Trinkers eingetreten sind rc. Red­ner betont, daß bei alle» Trinkern Geistes­störungen nachzuweisen und daher der Entmün­digungsparagraph avzuwenden sei. Die Behand­lung der Patienten müffe eine indtoidualifirende sein. Speziell müffe versucht werden, der Ver­erbung der Trunksucht auf die Kinder durch Be­lehrung der Eltern vorzubeugen.

Der Referent verbreitete sich hierauf über die Hausordnungen, denen sich die Patienten zu unterwerfen haben. Der Aufenthalt in den Heilanstalten müffe mindestens ein halbes Jahr betragen, meistens sei ein einjähriger Verbleib nothwendig. Die Patienten kämen fast aus­nahmslos freiwillig in die Anstalten; Trinker­entmündigungen auf Grund des § 6 des Bürger!. Gesetzbuches seien aber sehr selten und es sei auch nicht wahrscheinlich, daß sich dies ändern werde. Von den Patienten und dem Personal müffe unbedingte Abstinenz beachtet und eine scharfe Disziplin — wie in den Irrenanstalten — beobachtet werden. Ebenso sei für eine regelmäßige Beschäftigung zu sorgen. In der Diskussion wurde die Frage erörtert, ob eS an­gezeigt sei, in den Heilanstalten alkoholfleie Ge- tränke zu verabreichen. Von einzelne« Herren wurde befürwortet, kohlensäurehaltige, mit Effenzen hergestellte Getränke zu geben; von anderer Seite wurde es als Unfug bezeichnet, überhaupt reizende Getränke zu verabreichen; das Setränkequantum müffe möglichst herab­gedrückt und auch alkoholfreies Bier, Wein rc. ferngehalten werden. Der Vorsitzende resumirte als Ergebniß der Besprechung, daß man in der Einführung alkoholfreier Getränke in den An­stalten eine gewisse Gefahr erblicke und deshalb davon abrathe, ein absolutes Verbot könne aber nicht ausgesprochen werden.

Die nächsten Referate betrafen die Beschäfti­gung der Pfleglinge im Sommer und im Winter. Ein Referent erzählte von einem Patienten, der die meiste Zeit seines Aufenthalts geschlafen und sich gesund geschlafen habe. (Heiterkeit.) Wäh­rend von einer Seite betont wurde, es sei un­bedingt nothwendig, die Kranken zur Arbeit zu erziehen, wurde auf der anderen Seite gemeint, es dürfe kein Zwang auf die Pfleglinge ausge- übt werden; sie müßten selbst zu arbeiten ver­langen, wenn sie arbeiten sollten. Den Leitern der Anstalten wurde empföhle», die Landräthe zu veranlaffen, de» Schankbefihern in der Um­gegend der Anstalten zu verbieten, den Patiente» Alkohol zu verkaufen. I» der Diskussion hier­über wurde betont, juristisch sei dies Vorgehen nur dann zulässig, wenn die einzelnen Jnsaffen der Anstalt als Trinker öffentlich bekannt gemacht würden.

Es folgte hierauf eine Besprechung darüber, wie man die Patienten lange genug in der An- statt zurückhalten könne.

Das nächste Thema war: „3)ie Landesoer- ficherungsanstalten und die Trinkerheilu»g", über

das Pastor Kruse-Lintorf refrrirte. Er be­dauerte, daß bisher von diesen Stellen die Trinkerheilanstalten sehr wenig i» Anspruch ge­nommen seien. Nur von den Landesverstcherungs- anstalten in Kiel, Westpreuße», Ostpreußen, Berlin, Thüringen, Rheinprooinz, Brandenburg und Lübeck seien an die Anstalten Kranke zur Heilung überwiesen und Darlehen für die Er­richtung von Trinkerheilstätten g-währt worden. Redner erwähnte z. B., daß dem kath. Kamillus- Haus bet Werden von der Anstalt der Rhein- provinz Darlehen von 110,000 Mark zu 31/« pCt. und 50,000 Mark zu 4 pCt. gegeben seien. Die Abneigung der Landesverstcherungsanstalte», auf diesem Gebiete mehr zu thun, gehe davon aus, daß die Patienten, um geheilt zu werden, mindestens ei» halbes Jahr in den Anstalten bleiben müssen und daß überhaupt infolge Man­gels an Einsicht bei den Arbeitern die Trunk­sucht schwerer zu heilen sei, wie bei den Trinkern aus den befferen Ständen. Eine weitere Schwie­rigkeit, die sich zeigt, ist der große Widerstand, den die Trinker und ihre Familien der Anstalts­pflege entgegensetzen und der insofern erklärlich ist, als es für die Familien sehr schwer ist, so lange des Ernährers zu entbehren. Es muß deshalb hier eine sorgsame Unterstützung der Familien durch die Armenverbände eintreten. In den Trinkerhellanstalten find die Verpflegungs­sätze meist niedriger, wie bei den Lungenheil­stätten, so daß der Widerstand der Versicherungs­anstalten aus finanziell-« Gründen nicht berech­tigt ist. Zu wünschen wäre, wenn die Aerzte sich davon allgemein zu überzeuge» suchten, wie die Heilerfolge der Trinkerheilanstalten derarttge seien, daß ste den Berficherungsanstalten gegen­über die Unterbringung von Trinkern in diese Häuser empfehlen könne». Redner bittet um An­nahme folgender Resolution:

„Die Konferenz der Vorsteher und Leiterder Trinkerheilanstalten des deutschen Sprachgebietes begrüßt mit Befriedigung, daß eine Reihe von LaudeSversicherungsanstalten in ihrer auf Grund des Jnvaliden-VerstcherungSgesetzes in einem aus­gedehnteren Maße geschehenden Krankenfür sorge auch den Trinkerheilanstalten, wen» auch erst in vereinzelten Fällen, Pfleglinge zum Heilversuche überweisen, auch die Begründung und Erweite­rung der genannten Heilanstalten durch Dar- lehnSbewilligunge» gefördert haben und spricht die Erwartung und Bitte aus, daß die La»deS- versicherungsanstalten den Trinkerheilanstalten auch weiter in erhöhtem Maße auf die oben er­örterte zweifache Weise ihre Theilnahme zu­wenden und von deren Diensten Gebrauch machen möchten."

Die Resolution wurde einstimmig angenommen.

Nächster Gegenstand ist daS Referat des StadtrathS Ma rtinS-BreSlau über die Frage: „Ist im Sinne des Bürger!. Sefetzb. zur Ent­mündigung der Trinker die ärztliche Feststellung einer Erkrankung am AlkoholtSmuS erforderlich oder nicht?" Der Referent verbrettet sich aus­führlich über den Meinungsstreit bezüglich des eigentliche» Sinnes deS 8 6 deS Bürger!. Gesetz­buchs, der bei „Trunksucht" Entmündigung für zulässig erklärte und spricht sich entschieden dahin aus, daß eS der Wille des Gesetzgebers war, die Entmündigung nicht von der ärztlichen Feststellung der „Erkrankung" abhängig zu machen. Es sei äußerst verderblich, den medizinisch-technische» Begriff von Trunksucht in den Vordergrund zu schieben. Die Trunksucht sei ein Laster. Stelle mau sie als Krankhett hin, dann ermuntere man die Zechfreunde und fördere die Auffassung, daß daS Zechen etwas recht entschuldbares sei.

Der Vorsitzende bat, die Diskussion über diesen Punkt, da eine Entscheidung in dieser Ver­sammlung doch nicht erfolgen könne, auf 10 Mi­nuten zu beschränken. Die Versammlung beschloß demgemäß.

Dr. Wald sch midt-Charlottenburg betonte, man könne nicht unterscheiden zwischen einem krank­haften Zustand in medizinischem Sinne und einem in nicht medizinischen. Im Wetteren erwähnte er, daß es in Deutschland noch keine konzrssto- nirte Trinkerheilanstalt mit dem Rechte der De- tention gab; die Kranke» hätten jeder Zett die Möglichkeit die Anstatt zu verlasst».

Dr. Preiß-Teupnitz gab dem Referenten in- öfer» Recht, als er erklärt, das ärztliche Attest ei juristisch nicht nothwendig bei Entmündigungen, »och müsse man die Kompetenz deS UrtheilS des Arztes nicht zu sehr einschränken. Der Arzt müffe auch schon dann gehört werden, wenn die Krankheit noch nicht akut sei — ob ein Laster zur Krankheit geworden oder nicht, sei nicht die ausschlaggebende Fragt, sondern, ob die Existenz­bedingungen des AlkoholiSmuS die Anstnltrpflege und Entmündigung erfordern.

Der Referent betonte, eS habe ihm fern ge­legen, gegen die Aerzte anzukämpfen; er halte so­gar die Herbeiführung eines ärztlichen Ältestes für die Regel, um Entmündigungen durchzuführen.

aber es sei prinzipiell festzuhatten, daß das Ge­setz nicht ein solches Attest fordere. (Beifall.)

Damit war die Besprechung dieses Punktes erledigt.

Den letzten Vortrag hielt RittergutSpächter Smith-Niendorf, der Leiter einer Trinkerhell- anstalt ist, über die Behandlung vor, während und nach dem Aufenthalt in einer Trinkerhell­anstalt. Redner bedauerte, daß die Familien der Trinker so selten erkennen, wann die Unterbringung in einer Anstalt nothwendig ist. Die Heilung in diesen Anstalten sei nur möglich, wen» die Pfleg­linge ihnen Offenheit und Vertrauen auf den Heilerfolg entgegen brächten. I» den Anstalten müßten die Patienten in völliger Abstimmung gewöhnt werden. DteS sei meist erst in 6—8 Monaten möglich. Bei der Rückkehr in die früheren LebenSgewohnheiten müßten die Fami­lien sorgen, daß sich die Geheilten an die Fa­milie gewöhnten und sich nicht in die Gefahr der Nöthigung seitens der früheren Zechgenoffen be­gäben. Sehr nothwendig fei auch, daß sie sich an eine reizlose Kost gewöhnten. Junge allein­stehende Leute müßten angehalten werden, dem Mäßigkeitsvereine beizutreten. Redner erwähnte in erster Linie die Vereine vom blauen Kreuz und die katholische» Mäßigkeitsvereine.

Die Versammlung zollte dem Redner reiche» Beifall. Nachdem durch Akklamation der Vor­stand wiedergewählt war, schloß die Sitzung.

Heute Abend findet eine große öffentliche Versammlung statt.

• Ohne Arbeit.

Als man vor einigen Tagen las, eS gebe in Danzig etwa eintausend arbeitslose Menschen, mag Mancher einen Schreck bekommen haben. Was für Ziffern muffe es geben, wenn man nun die Arbeitslosen im ganzen Reiche zu­sammenzählen wollte!

Es ist ohne Zweifel recht traurig, daß eS in Danzig mit der ArbeitSlage so schlecht bestellt ist. Aber erstens steht eS nicht überall so auS wie in Danzig; und zwettens scheint man auch in Danzig verhättnißmäßig leicht der Nothlage Herr zu werden. I» Danzig hat man während der letzten Jahre allerlei industrielle Experimente gemacht. Man wollte dort durchaus eine In­dustrie in großem Stile heroorzaubern. Man gründete dort allerlei industrielle Unternehmen, ohne viel danach zu frage», ob diese auch sähig sein würden, eine industrielle Krisenzeit zu über- stehen; und nun die allererste» rauhen Lüste diese Treibhauspflanze» anblase», knicke« ste zu­sammen und hauchen ihre« schwache« Seist aus. Alle die Versuche, mit einigen Millionen der preußischen Seehandlung und der Stadt Danzig die jungen Unternehmungen in und bei Danzig zu „sanken", find ohne Erfolg geblieben.

Daher kommt eS nun, daß gerade in Danzig recht viele Arbeitskräfte der «ährenden Beschäfti­gung entbehre«; daß eS also gerade dort schlimmer auSfieht, wie anderwärts. Aber auch in Danzig ist die Lage nicht verzweifelt. Der Oberpräfident der Provinz Westpreußen hat in diesen Tagen eine NothstaudSberathung in Danzig abgehalten, an der die Regierungspräfi- denten, die Landräthe einiger Kreise, Ver­treter der Stadt Danzig, Mitglieder der Land- wirthschaftS- und der Handwerkskammer und mehrere Industrielle theilgenommen haben, und die Ergebnisse dieser Berathuna werden als sehr glücklich geschildert. Diese Ergebnisse sollen nach übereinstimmenden Berichten „durchaus befriedigend ausgefallen sein und die Ausficht eröffnet haben, daß die zur Zeit vorhandene« tausend Arbeitslose» le ich t Beschäftigung finden werden und einer weitern Ausdehnung der Arbettslofigkett wird vorgebeugt werden können". Die Betriebe deS Staates erklärten, größere Arbeite» in Angriff nehmen zu können, die bis­her noch nicht auf dem Programm standen; als» die kaiserliche Werst, die Sewehrfabrik, die Artillerie-Werkstatt und die Sisenbahndirektion. Und ebenso wirb die Stadt Danzig ihr Mög­liches thun, alle denkbare Arbeitsgelegenheit zu erschließen und schon jetzt städtische Unter­nehmungen beginnen, die nach der ursprüng­lichen Abficht erst für spätere Zeit geplant waren. Außerdem hat der Magistrat in Danzig eine Stelle für Arbeitsnachweis eingerichtet und in gedeihlicher Verbindung mit der Landwirth- fchastSkammer schon jetzt einen Theil der Arbeits­losen auf dem platten Lande untergebracht. Die Danziger Eisenbahndirektion gewährt freie Fahrt auf der Bahn bis zu dem Orte der neuen ländlichen Arbeit in der Weise, daß der Magistrat einstweilen den Betrag der ver- theilten Gutscheine sür die Bahnfcchrt auSlegt und später der Arbeitgeber diesen Bekag an den Magistrat zurückerstattet.

Vielleicht schildern bte Danziger Berichte die Ergebnisse dieser NothstaudSberathung ein wenig

zu rostg. Manche Leute mag ihr Gewissen be- unruhigen, weil ste stch sagen, daß ste durch die halb gewaltsamen Jndustriegründungen und in Folge dessen durch die Maffenanlockung von Arbeitern einen Theil der Schuld an der gegen« wärtigen Nothlage dieser Letzteren tragen; unb nun ist es ihnen nichts weniger als angenehm, ben Danziger Nothfland an die große Glocke gehängt zu sehen. Immerhin kann man wohl die Maßregeln, die dort gegen die ArbeitSnoth ergriffen werden, einigermaßen als vorbildlich brkachten: die Reichs- und Staatsbetriebe, die Gemeindeverwaltungen und die Landwirth- schäft werden überall in der Lage fein, ben größten Theil der Arbeitslosen, wenn nicht alle, in hinreichend lohnender Weise zu beschäftigen, wenn ste sich gegenseitig in zweckmäßiger Form in zdie Hände arbeiten. Namentlich werden überall unter den Leuten, die zuletzt Arbett in der Industrie fanden, viele erst vor kurzer Zett vom Lande und auS ländlicher Arbeit zugewandert sein; und alle diese Leute werden verhättnißmäßig leicht wiederum auf bem platten Lande uutergebracht werden können, wenn die ArbeitSnachweisung nur in der geeigneten Weise organistrt und durchgeführt wird. Schon daraus ergibt sich, daß gegenwärtig die Roth an Arbett keineswegs verglichen werden kann mit den früheren Periode» der ArbeitSlostgkeit. Man darf vielmehr heute schon die bestimmte Hoffnung hegen, daß die Er­hebungen über die Ausdehnung der ArbettÄostg. kett, die in Preußen, Bayern und Baden ange­ordnet worden sind, trotz aller an stch bebauet» üchen Thatfachen fein wirthschastlicheS Bild liefern werden, das ähnlich traurig auSfalleu werde, wie die Bilder früherer WkthschaftS- kriseu.

Jetzt ist nicht die Zett, eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit als Hilfsmittel anzupreifen. Dieses große Problem darf man für die Zukunft nicht aus dem Auge verlieren; aber gerade jetzt kann es aus einer langen Reihe von Gründen nicht ge- fördert werden. Die sozialdemokratische Presse ergeht sich in ebenso langen wie unsinnige» An­griffen gegen die „kapitalistische GefellschaftS-Ord- nung", der sie in unsäglicher Heuchelei oder Ver­blendung die Schuld beimißt. Thatsächlich fehlt eS kaum an Arbeit. Nur muß ste anders ver- theilt werden. Diese „kapitalistische Gesellschaftk- Ordnung" ist also durchaus fähig, die Arbeiter auch in einer wtrthfchastlichen KrisiS zu ernähre». Dan» aber fällt im Segenthetl auf die Sozial- bemofratie ei» großer Theil der Schuld an der gegenwärtige» Nothlage vieler Arbeiter. Was hat sie getha», um die Arbetter anzuhalten, in der fetten Zeit an magere Jahre zu denken, die Nach­kommen könnten? Nichts, rein gar nichts! Die Arbetter sollen ja gar nicht sparen nach de» Re­zepten der Sozialdemokratte; den» spare» könnte zufrieden mache», und zufriedene Leute kann die Sozialoemokratte nicht gebrauchen. Und jetzt hat die gefammte Sozialdemokratie auch noch nicht einen einzigen, einigermaßen vernünftigen Vor­schlag zur wirklichen Bekämpfung der Noch heraus- gebracht. Sie versagt wieder einmal vollständig: und wenn die Arbeiter sich auf die sozialdemo­kratischen Verführer verlaffen sollten, die ihnen doch immer den Himmel auf Erden versprechen, würden ste elend verhungern.

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(')Zttoir» Nachrichten. Hamburg. Die Ost­märker unter Führung bei österreichischen ReichSraths- Abgeorbneten von Schönerer werbe» am 22. November »on Eger auS eine Fahrt nach bem Trabe BismarckS in FriedrichSruh unternehme». — Stettin. Professor Schuchardt, der Vorsteher mtb Direktor ber chirurgischen Nbtheilung bei städtischen Krankenhauses, starb infolge einer Vlutvergiftung, bte er stch bei einer Ope- ration zugezoae» hatte. — Aachen. Der älteste Be- wohner des Regierungsbezirk! Aachen ist der mehr oll hundert Jahre alte Wilhelm Heinrich Dewierl in Keyenberg bei Erkelenz, welcher stch trotz seines Alterl einer guten Rüstigkeit und GeifteSfrische erfreut. Die Kinder bei »enannien sind bejahrte Leute im Alter »on 60 bil 70 Jahre». - Zürich. Der mit vier Jahren Zuchthaus vorbestrafte Zahntechniker Sigmund entmann in Berlin, der von der Staatsanwaltschaft in Frankfurt und »on der Polizeidirektton in Wien wegen Betruges steckbrieflich verfolgt wird, ist hier verhaftet worden. — London. Aus Durban wird gemeldet! Lord Mil»er ist hier eingetroffen und beabsichtigt, einige Tage hier zu verweilen, dr wird die ttoncen« trattonslager besuchen sowie Untersuchungen über die Nützlichkeit des HafenS von Durban für den Handel Transvaals anstelle». — Melbourne. Gerüchtweise verlautet, der Premierminister von Neu-Seeland ©ebben werde demnächst zum Touoerneur der Orange-Kolonie ernannt werden.

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