28. Jahrgang.
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»nut mx» Berta« in Jaltaer XrttenintaerM peter»«affe Ul. t Otarwak).
Wegen des Feiertags Allerheiligen wird die nächste Nnmmer unseres Blattes erst am Samstag ausgegeben.
Räche, die Treuhändler der Berliner Hypotheken» banken und der Bankinspektor, sowie al- Sachverständige mehrere Direktoren von Hypothekenbanken theünahmen. Da- Ministerium unterbreitete eine Reihe von Vorschlägen, die gutge»
s Allerheiligen — Allerseelen.
(Nachdruck verboten.).
ES ist eines ihrer höchsten Feste, das die Kirche am 1. und 2. November mit Allerheiligen und Allerseelen feiert; und cS ist gleichzeitig ein sehr alte» Fest. Die Kirche will an Allerheiligen aller derjenigen gedenken, die selig gestorben und vom Herrn ausgenommen find in die Wohnungen ewigen Friedens, ewiger Freude und Seligkeit — ob fie nun der Welt als Heilig« bekannt geworden find oder nicht. Biele Millionen und Aber- millionen find im Laufe der Jahrhunderte gestorben, die ein stilles und zurückgezogene- Leben geführt haben, unbeachtet in ärmlichen Verhält« niffen oder in der verborgenen Zelle des Klosters — ein zurückgezogenes Leben, aber nichtsdestoweniger ein Leben im Dienst« deS Herrn und reich an Tugenden und unvergänglichen Verdiensten. Nur der allwissende Gott kannte ihr Seelenleben, vernahm ihr tnnigeS Gebet und sah die ergebene Gesinnung, mit der fie getreulich das Kreuz ihres ErdenlebenS trugen. An alle diese denkt die Kirche bei ihrem Allerheiligenfeste. „Und ich sah — berichtet der Apostel Johannes in der Offenbarung — eine große Schaar, die Niemand zählen konnte, auS allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen. Sie standen vor dem Throne und vor dem Lamme, angethan mit weißen Kleidern und hatten Palmen in den Händen".
Könnten wir bin Einen oder den Andern aus dieser großen Schaar fragen, wie sie es gemacht haben, um die ewige Seligkeit zu erlangen, so würden wir wahrscheinlich zur Antwort bekommen, daß eS nicht ganz leicht sei, zu diesem herrlichen Ziele zu gelangen, schwerer, als die meisten Mensch« n anzunehmen pflegen. Aber mir brauchen unS auch nicht abschrecken zu lasse« davon. Der Pfad, der unS zur ewigen Herrlichkeit führt, ist steil, unbequem und dornenvoll. Aber er steht Allen rffen, Menschen auS jedem Aande, von jedem Alter und von jedem Geschlechte. Und wenn wir an bte Größe der Schaaren denken, denen eS vor uns gelungen ist, diesen rechten Weg zur ewige« Seligkeit zu finden, schöpfen wir wieder Muth zu dem Vollbringen deS schwierigen Werkes. WaS so viele Menschen
Deutsches Detch«
Berlin, 30. Oktober.
+ Zfapst ttttb Kaiser. Einen wohlthuenden Gegensatz gegen die „Voce della Verita“ und ibre UaltebenSwürdigketten gegen Deutschland und gegen die deutschen Katholiken bildet die Nachricht von einem Empfange deS preußischen Gesandten beim hl. Stuhle, deS Frerherrn v. Roten-
klamen bte PetM jtilt 26 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend»
vor unS vermochten, warum sollten nicht auch wir eS vollbringen können? Sie waren auS dem- selben armseligen Stoff« gebildet, wie wir Alle. Sie hatten zu kämpfen mit denselben Versuchungen, mit denselben Leidenschaften, wie wir, vielleicht in noch viel heftigerer Weise, als wir. Und wenn nu.r die Gnade Gottes allen Jenen zu Theil geworden ist, warum sollte sie nicht auch uns fich zuwenden? Warum sollten nicht auch
heißen wurden.
x Das preußische FaubesHekorromis- Kolkeginm und der Zolltarif. Am letzten Dienstag hat der Ständige Ausschuß des Landes - Oekonomte»Kollegiums über den Zolltarif berathen und ist einstimmig zu Beschlüffen gelangt, die denjenigen am nächsten stehen, die neulich die große Bauernversammlung in Regensburg gefaßt hat. Ein Mitglied hat fich der Stimmabgabe enthalten. In dem Beschlüsse des Ausschusses wird zwar gesagt, daß «r den voraufgegangenen Entschließungen des AuSschuffeS des Deutschen Landwirthschafts- ratheS „mit Einschränkungen" beitrete; in der That aber liegen ganz andere Beschlüsse vor. Erstens hält die Kommission „nach wie vor ihr? Beschlüsse vom 9. und 10. August 1900 für richtig" — d. h. nämlich einen Zoll von 7.50 Mark für die hauptsächlichen Getreidearten; zweitens „kann die Ständige Kommission des Oekonomie-KollegiumS das Heruntergehen unter einen Minimalsatz von 7,50 Mark für Roggen und Weizen ... nur unter der Bedingung anerkennen, daß durch Ausdehnung deS Doppeltarifs aus alle landwirthschaft- lich en Zölle und speziell durch auSreichytdr Bteh-, Pferde- und Flesschzölle (für lebendes Vieh Sewichtszölle) ein gewisser Ausgleich geschaffen wird". Von hervorragender Bedräng ist ebenso der dritte Punkt der Entschließung, die die Ständige Kommission deS Oekonomie- KollegiumS gefaßt hat. Er lautet wörtlich wie folgt: „Sollte auf Seite« der RrichSregieWng oder des Reichstages die Absicht zu Tage treten, mit de« Roggen- und Weizenzoll noch unter den Satz von sechs Mark herunterzu- gehen, dann erachtet die Ständige Kommission eine Kompensation auf anderen Gebieten nicht mehr für möglich und würde dann die gänzliche Ablehnung deSneuen Zolltarif-Gesetzes als im Jntereffe der Landwirthschaft liegend erklären." Man ersteht auch daraus wieder, daß die gefammte deutsche Landwirthschaft in den Grundzügen ihrer zollpolitischen Anschauungen vollkommen einig ist. An tifc Kunsterzeugniß, hervorgerufen durch mehr pder minder geschickte Agitation, ist dabei gar nicht mehr zu denken. Die Zollgegner agitire« nut gemachten Schlagworten, wie „Brodwucher" und dergleichen. Die Landwirthschaft hat sich ähnlicher Verfehlungen nicht schuldig gemacht.
h Avg. Dr. Schön!««», Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion deS Reichstages, ist Mittwoch früh in Leipzig gestorben. Er war eS, der den häßlichen Stteit mit den Setzern seiner Zeitung hatte. Dr. Schönlank hat e.n Alter von nur 42 Jahren erreicht.
ft Die iuteruationake Au cker Konferenz sollte nach verschiedenen Meloungen demnächst wieder zusamm-ntreten. Diese Meldungen find indessen fragwürdiger Natur, worauf auch In einer anscheinend) halbamtlichen Darlegung der ,Berl. Pol. Nachr.' hingewiesen wird. Au gwi-
Muköa, Donnerstag, den 31. Oktober 1901.
wir hoffen dürfen, dermal einst zu den großen Scharen zu gehören, die mit der SiegeSpalme in der Hand vor dem Throne deS Allerhöchsten stehen? „Warum sollte ich nicht vermögen, was fie vermocht haben?" — sagt ja auch der große hl. AugustiuuS.
Und der Sensenmann kann bei uns anklopfen, viel eher, als wir eS unS gedacht haben. Wir können vor den höchsten Richterstuhl berufen werden, ehe wir unS dessen versehen, und da mahnt unS die Stimme deS Herrn in dem Coan- gelium deS Allerseelen - TageS: ES kommt die Stunde, in der Alle, die in den Gräbern find, die Stimme deS GohneS Gottes hören werden. Und eS werden hervorgehen, die Gutes gethan haben, zur Auferstthung deS ewigen Lebens; die aber BöseS gethan haben, zur Auferstehung deS Gerichtes — also zur Verdammung. Die furcht- bare Mahnung an die Möglichkeit deS unver- muthet nahen Tode- muß unS ein desto schärferer Antrieb dazu fein, denen nachzustreben, deren Angedenken der Aller heil! gentag gewidmet ist. „Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Ge- wtnn. Ich habe Verlangen, aufgelöst zu werden, um mit Christo zu fein." — Diese ideale Lehre, bte unS ber Apostel Paulus in seinem Briefe an bte Philippen gibt, muß uns immer als höchste Auffassung von Lebe« unb Tod vor Augen stehe«. Wir dürfen, wenn wir recht leben, keine Furcht vor dem Tode haben, denn dann bringt der Tod uns Gewinn!
Aber wir Alle hängen trotzdem viel zu sehr an unserem irdischen L,ben. Vor allem die Jugend, die das Leben vor fich zu sehen wähnt wie ein Freudenptatz ohne Grenzen! Aber auch der alte Mensch kann fich so häufig gar nicht in den Gedanken hinein finden, von diesem Leben zu scheiden, obwohl eS ihm, wenn er es richtig besteht, nichts gebracht hat als Enttäuschungen, obwohl eS tn seinem Herzen eigentlich nur Leere und Kälte zurückgelafftN hat. Noch immer ist sein Sinn erfüllt von den Gaben, die die irdische Zukunft ihm bringen könnte: noch mehr Glanz, noch mehr Geld, roch mehr Ehre — ranitae, vanitalutn vanitas! „Zum eigentli* n Leben gelangen wir durch daS, was der N -gläubige Tod nennt. Uns ist dieser Tod erst orS rechte Ostern, denn wir sterben nur der Wei, um vollkommen für und mit Gott zu leben" — lehrt uns der heilige Bernhard. Geien wir bestrebt, uns diesem edel« Ideale zu nähern!
Am Alletfeelentage gedenken wir unserer lieben Verstorbenen in frommer Fürbitte. Aber der Tag mahnt unS auch in ernster Weise an unfern eignen Abgang vom irdischen Leben. Vergessen wir niemals, alles zu thun, um unS einen glückseligen Abgang zu sichern!
Han, beim Papste. Im Auftrage deS deutschen Kaisers Überreichte ber Gesanbte dem hl. Vater den ersten Band eines illustrirten Prachtwerkes Über die Sixtinische Kapelle, das Dr. Steinmann auf eine Anregung der deutschen Regierung hin ausführt. Dr. Steinmann selbst wurde bei dieser Audienz dem Papste vorgestellt, der fich von ihm genauere Ausschlüsse über das Werk ertheilen luß. Der Papst empfing die Herren aufs freundlichste und unterhielt fich mit ihnen in außer- ordentlicher Frische und Lebhaftigkeit, die alle Theilnehmer an ber Audienz in Erstaunen setzte. Von dem angeblichen Krästeyerfall des hl. VaterS war auch bei dieser Gelegenheit nicht daS Geringste zu bemerken. — Bei dieser Gelegenheit sei den früheren Mittheilungen über den „Fall Spahn" ergänzend hinzugefügt, waS daS leitende katholische Blatt im Elsaß, ,Der Elsässer', darüber zu sagen weiß: das genannte Blatt stellt auf Grund genauester Informationen fest, daß an Niemande« ein Verbot irgend welcher Art weder von Rom auS, noch von der Bischöflichen Behörde betreffs Besuches der Vorlesungen Professor Spahn'S ergangen ist."
EG. In dem Zolltarif-Entwürfe ist auch eine KrhSyuvg des KierzoKes von 2 bezw. 3 .Mo. auf 6 Jh. pro Doppelcentner vorgesehen. Gegen diese Erhöhung haben die Eier-Großhändler der Rheingegend eine Petition an den Bundesrath und den Reichstag beschlossen, der wir folgende Angaben entnehmen: Deutschland hat eine so geringe Geflügelzucht, daß es nur etwa ein Zwanzigstel seines EierverbrancheS selbst erzeugt und daS Uebrige vom Ausland« einführen muß. Die Enfuhr entzog unS im Jahre 1897 eine Summe von 67 Millionen Mark; im vorigen Jahre stieg diese Summe auf mehr als 103 Millionen und wird im laufenden Jahre 110 Millionen Mark erreichen. — Von der Gesammt - Einfuhr wird etwa ein Drittel, nämlich 4800 DoppelwoggonS, von den an bem Eier-Import beteiligten Urmett der Rheingegend (inKöln, Mainz, Frankfurt a.M., Mannh-t»!, Düsseldorf, Aachen, Elberfeld, Essen, Bochuw zc) vermittelt. Der projektirte Zoll von 6 JL für 100 Kilo Brutto (nach Belgien, Holland England werden die Eier zollfrei eingesühri) würde 7 J6. 2o H Netto bedeuten, da die Tara 2O°/o ausmacht und eine Verteuerung von */» W pro Stück bedingen. — Ob nun, wie die Petenten meinen, durch einen solchen Preisaufschlag der Konsum alsbald wesentlich einge>chränkt und also die Mehreinnahme an Zöllen durch die Mindereinnahme an Fracht wieder eingebüßt werden würde, möge dahingestellt bleiben; jedenfalls aber liegt eS im national ökonomischen Interesse, die Einfuhr von Eiern au8 Italien, Oesterreich und Rußland allmählich ein- zuschränken, bugegen bte in länbische Hühnerzucht mehr und mehr zu heben und zu fördern. DaS wirb auch wohl Ziel unb Absicht ber Zoll- erhöhnng fein.
* Die Aerfchärfmeg ber Stanlsanfficht Bei de« preußische« Kypotheke«va«keo soll endlich durchgeführt werden. Zu vorgestern war nach dem landwirthschaftlichen Ministerium behufs Btrathung dieser Frage eine Konferenz einberufen worden, an der außer dem Land« wirthschaftSminister v. PodbielSki verschiedene
■ Fuldaer
TJX.” 'ü"' mit Flitterhattungs -Meikage „Mustrirte Sonntags-Zeitung
In brüt übe» eines SlnschnMes.
Nach dem Französischen von Henri Eauvain.
8) ------(Nachdruck verboten.)
Der Vorhang, hinter welchem fich Maximilian Heller verborge« hielt, machte eine leichte Br- wegung. Ich erschrak, denn eS schien mir, als blickte der Engländer einen Augenblick mit offenbarer Unruhe nach dieser Seite.
Doch dies dauerte nur einen Augenblick, dann nahm er wieder sein frostiges Lächeln a« und an die Richter sich «endend, sprach tr:
„Was meinen Sie, meine Herren? Diesmal dürfte die Untersuchung wohl entscheidend sein. Und beobachten Sie wohl," fügte er in triumphirenden Tone hinzu, „ich habe mich beS «pparates teS Doktor- B . . . bedient."
„Ich habe nichts mehr zu erwidern," ent» Segnete ich, nicht wenig verstimmt über den so »«erwarteten Mißerfolg.
„Also mein Herr," begann ber Königliche Prokurator, der jetzt zum ersten Male wieder daS Wort ergriff. „Sie erklären fich bereit, das Protokoll zu unterzeichnen, baS tn diesem Salle Vergiftung konstatirt?"
Ich verneigte mich zustimmend.
„Schreiber," fuhr der hohe Beamte fort, »lege er bas Protokoll zur Unterzeichnung vor."
Doktor Wickson unterschrieb — ohne seine Handschuhe auSzuziehen —; ich setzte meinen Namen unter den (einigen.
Der Engländer unterdrückte mit Mühe seine m«ere Freude.
Ar grüßte mich vornehm unb ich erwiberte
seinen Gruß sehr kühl. Beim Fortgehen bat er mich noch einmal, Herrn Doktor B . . . feines auftWigen Wohlwollens zu versichern.
„Herr von Lyberak," sagte im Weggehen ber Untersuchungsrichter zu |einem würdigen Kollegen, „Sie ftühstünen mit mir, nicht wahr? ich sterbe vor Hunger."
Die UniverfitätSstubenten, welche an biesem Tage das Kolleg des Herrn B . . . besuchten, wußten nicht, welchem Umstande sie bas beständige Zerstreutsein, die fieberhafte Ausreaung und den üblen Humor threS alten ^Professors zuschreiben sollte«.
IX.
Ich begleitete die Herren die Treppe hinunter unb grüßte ein letztes Mal.
Herr Prosper führte dieselben bis zum Thore und kehrt« dann eilends zu mir zurück; er brannte vor Begierde, zu erfahren, was geschehen sei; doch ich fand es für gut, ihm vorläufig nichts zu sagen.
„Ich habe noch einige Maßregeln zu treffen," sagte ich zu ihm, bte Treppe hinaufsteigend. „Lassen Sie mich eine halbe Stunde allein in dem Zimmer, in dem die Leiche liegt."
„Recht gerne, bester Herr! Bleiben Sie, so lange Sie wollen," entgegnete ber Verwalter mit honigsüßer Stimme. „Ich gehe unterdessen in da« Zimmer de« Herrn Brehat Äerguan ... um nachzusehen, ob ihm nicht« fehlt. Er hat den Schlüssel zweimal herumgedreht unb eingesteckt, ber alte Schlaukopf, unb ich mußte ihm schwören, daß ich keinen Schlüssel habe ... ha, ha", fuhr er fort und zog einen Schlüsselbund au« der Tasche, „ich habe «« ihm versichert, muß aber doch
einen Blick in’« Zimmer werfen: Herr Castille hat mir aus'« Gewissen gebunden, die Erbschaft nicht beschädigen zu lassen."
Im Augenblicke, da ich die ZimmerthÜr öff- «ete, that der Alte, dessen Hauptfehler nun einmal eine unglaubliche Neugierde war, einen verstohlenen Blick in daS Zimmer, um zu sehen, ob MoximUtan Heller noch immer da sei, schüttelte bann den Kops wie Einer, ber zu sich selbst sagt: „Ich hatte einen närrischen Einfall" — unb kletterte bann hurtig bie Treppen hinauf in ben zweiten Stock.
Der Philosoph hatte sein Versteck verlassen unb prüfte aufmerksam bie Gläser und daS Fläschchen, die zur Untersuchung gedient hatten.
Er erhob langsam fein Haupt und sagte mir mit einem sonderbaren Lächeln:
„Nun, Herr Doktor, Sie hatten kein Glück, und bie Vergiftung ist jetzt eine ausgemachte Sache . . Ab-r zum Henker, warum haben Sie ihn auch nicht genöthigt, seine Handschuhs abzulegen?"
Erstaunt über die Frage sah ich ihn stumm an. „Kommen Sie hierher," sagte tr mir.
Er zeigte mir mit dem Finger ben Rand beS Tische«.
„Nun?"
„Ei, so sehen Sie nur!. . . Näher!. . . Sehen Sie nichts?"
Ich entdeckte auf dem Tische einige Körnchen feinen, weißen Staubes.
„Arsenik!" ries ich betroffen auS.
„Gar nichts Anderes," erwiderte Moximilian; „wie kommt dtesrS Gift auf den Tisch? Nicht Sie sind es, der es darauf gelegt hat, nicht wahr? Also . . . ist er eS."
Ein sonderbarer Verdacht. .
„Haben Sie nicht bemerkt, daß er währens ber ganzen Operation seine Hanbschuhe anbehiell?"
„Ja."
"Haben Sie nicht bemerkt, baß er zu wieder- holten Mitten mit seiner rechten Hand diese Stelle berührte, auf welcher Sie de« weißen Staub entdeckten? Daß er einmal die Hand ben Lippen nähern wollte, unb bann dieselbe mit einer schnellen Bewegung entfernte?"
„Nein."
„Nun, man steht, Sie spielten nicht den Be- obachter. Aber ich habe eS gesehen und noch manches andere Sonderbare, z. B. warum Mlltt er selbst die Gläser aufdecken? Warum hat er selbst bie Eingeweide abgeschnitten mit ber Scheere, die er auS feiner Tasche nahm? Sie, lieber Doktor, haben sich auf bte Redlichkeit dieses Menschen zu viel verlasset!?, was Ihnen zwar zur Ehre gereicht, hier indeß schlecht am Platze war.
„So glauben Sie wirklich?"
„Ich glaube, oder vielmehr ich bin überzeugt, daß Sie unb bie Gerechtigkeit in eine Falle ge- rathen find. Dieser Mensch hatte Arsenik in seine Hanbschuhe gethan, bereu Fingerspitzen wahrscheinlich durchlöchert waren; er vergiftet» Alles, was er berührte."
„Aber ich sehe nicht, welcher Jttereffe er haben konnte, uns auf eine so unwürdige Weit» zu täuschen."
„Jntereffe? Welche- Interesse? Sie sprechen wie ein Untersuchungsrichter!" rief ber seltftune Mann unter Achselzucken. „WaS liegt mir am Jntereffe? Ich well demselben nicht nachsorfchrn, denn eJ ist der dunkele Pfad, den die Berechtig'