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mit Zlnterhallungs-Meikage „Mustrirte Sonntags-Zeitung" “’Äl'fXS

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JK 247.

A Die deutsche Auswanderung.

Heutzutage weiß man im allgemeinen kaum „och etwa- von der Zeit, in der die Aus» «Änderung aus Deutschland im Laufe eines ein­zigen Jahres auf Hunderttauseude sich belief — 220902 im Jahre 1881! Mit wenigen Ausnahmen ist seitdem die Auswanderung regel­mäßig gesunken. Das lrtztvrrsloffene Jahr 1900 hat mit 16690 auSgewanderten Personen die «llerniedrigste Auswanderungsziffer gehabt, feit» dem das Deutsche Reich besteht. Die Aus- «auderungsfrage ist gegenwärtig also nicht ge. rote brennend, denn auch die Ausweise über die Auswanderung während der einzelnen Abschnitte dieses laufenden Jahres lauten noch immer recht günstig. Aber erstens ist es die Frage, ob das so bleiben wird bei dem herrschenden wirthschast- lichen Niedergange. Und zweitens wird es ohne Zweifel vorzuziehen sein, Einrichtungen für die Auswanderung in ruhige» Zeiten zu treffen, um sie in anderen Zeitabschnitten mit stark bewegter Auswanderung zu haben, als umgekehrt.

ES ist für daS deutsche Mutterland von we­sentlicher Bedeutung, wohin seine Auswanderer sich wenden. Bisher ging der Hauptstrom stets nach den Vereinigten Staaten von Amerika, und damit ging uns immer ebenso viel verloren. Ein großer Theil der deutschen Auswanderung nach der nordamerikanische» Staatenunion verliert sei» Deutschthum überhaupt vollkommen und geht gänzlich im Hankeechum unter. Der andere Theil aber bringt unS auf wirthschaflichem Ge­biete ebenfalls nicht den geringste» Nutzen — eher sogar noch Schade» durch neue» Mitbewerb auf verschiedene» Gebiete». Wen» eS also ge- liogrn würde, die Auswanderung aus Deutsch» land, oder wenigstens einen großen Theil der­selben, nach Punkten hiazulenke», wo ihre Ange­hörigen nicht vollständig dem Mutterlande ver­loren gehen würden, müßte» wir daS als einen sehr ersreulichen Fortschritt und als einen na­tionale» Gewinn in mehr als einem Ginne preisen.

Am 1. April 1898 ist ein Auswanderungs­gesetz in Kraft getreten, dar zum Theil aus solchen Erwägungen heraus entstanden ist. Nach dem vierte» Artikel der Reichsverfassung unter­liegt nämlich dar Aurwanderungswesen der Reichr- gesetzgebung. Dar Reich hatte sich aber bis zum Achre 1897 auf die Bestellung eine« Aurwande- Nlngr-KommtffarS beschränkt, dem die Ueberwachung der Sicherheit und der gesundheitlichen Verhält­nisse der Auswanderer oblag. Sonst blieb alles beim Alten; das heißt, man glaubte genug zu thu», wenn man das Gewerbe der Auswanderungs- agenten und der Schiffsunternehmer, die auf die Beförderung von Auswanderern sich verlegten, von der Ertheilung einer besonder» Konzession ab­hängig machte. Das neue Gesetz soll nun die Auswanderer vor gewissenloser Ausbeutung jeg­licher Art schützen, die Auswanderung nach Mög­lichkeit in Gebiete lenke», wo sie dem Deutsch­thum erhalten bleibt, und ver frevelhaften Ver-

lis tem Ittel tiits Mtifötiftiti®.

Nach dem Französischen von Henri Lauvain.

<) ------ (Nachdruck verboten.)

IV.

Der Kommissar ließ sich jedoch nicht ent- muthtgen; mit verdoppelter Sorgfalt mußten nun seine Gehilfen die Steinplatten untersuchen, mit denen der Boden des Zimmers belegt war; er ließ die Füße und Lehnen der Stühle entzwei- brechen, ob nicht vielleicht das Holz ausgehöhlt worden sei, um darin daS Geld zu verbergen; der Tffch wurde auSeinandergehobeu, die Wände mit de« Hammer untersucht, ja selbst die Asche im Kamine durchgewühlt. Nachdem man so eine volle Stunde mit dieser eingehenden Unter­suchung hingebracht hatte, hietten die GerichtS- dienrr endlich inne und sahen einander an, wie Jäger, die einen ganzen Tag Feld und Wald durchstreifte», ohne die Spur eines Wildes ent­deckt zu haben.

„Das ist unbegreiflich! DaS ist wirklich un­erhört!" brummte Herr Wohlfitz, den Kopf mit beiden Hände» stützend. „WaS mag nur auS diese« Seide geworden sein? Dieser Mensch hat doch keine Bekannte» in Paris, keine Helfers­helfer, daS ist klar . . . Das Verbreche» wurde gestern verübt, wir arretirten ihn vor einer Stunde und doch ist es unmöglich, deS ge­stohlenen Geldes habhaft zu werden."

Der Philosoph schien dem Selbstgespräche des PolizeilmmnissarS keine Aufmerksamkeit zu schenken; sein Blick war auf Guerin geheftet,

MuLöa, Samstag, bett 26. Oktober 1901.

leitung zur Auswanderung entgegentreten. Da» neue Gesetz schränkt außerdem sehr erheblich die Bedingungen ein, unter denen Auswanderungs- Unternehmer und ihre Agenten die Erlaubniß zur Ausübung ihres Gewerbes erhalten; und außer­dem ist als eine seiner wichtigsten Neuerungen die Einsetzung eines Berathers zu nennen, der d-rn Reichskanzler zur Regelung des AurwanderungS- wesen« an die Seite gestellt ist. Um sich auch etne Einwirkung zu verschaffen auf das Ziel der Auswanderung, darf nach dem neuen Gesetze die Erlaubniß zur gewerbsmäßigen Beförderung von Auswanderer» stet« nur für bestimmte Länder, Landesthe'le und Orte ertheilt werden. Das Gesetz besteht noch nicht lange genug, um ein einigermaßen sicheres Urthetl über seine Wirkungen zu gestatten.

Jetzt ist, wie bereits kurz berichtet, ein neuer Vorschlag zu erfolgreicher Einwirkung auf die Auswanderung ergangen; nämlich der Vorschlag der Deutschen Kolonialgesellschaft, am 1. April 1902 eine Auskunftsstelle für die Deutsche Auswanderung einzurichten. Diese „Auskunfts­stelle für Auswanderer" soll in Gemeinschaft mit den zuständigen Behörden und unter der Oberaufsicht des Reichskanzlers arbeiten; ihr Vorstand soll der Bestätigung durch den Reichs­kanzler unterliegen. Nach der anderen Seite hin soll diese Auskunftsstelle in steter Verbin­dung bleiben mit allen Vereinen, die sich dem Auswandererwesen widme», unter denen der katholische St. RaphaelSverein bekanntlich eine sehr hervorragende Stelle einnimmt. Die Aus­kunftsstelle soll im Wesentlichen aus Reichs­mitteln erhalten werden; ihre Gründung unter­liegt darum der Genehmigung des Reichstages. Auf diese Genehmigung wird von der ReichS- regierung und von der deutschen Kolonialgesell­schaft mit Sicherheit gerechnet; denn der zur Leitung der Auskunftsstelle ausersehene Herr ist bereits seit dem 1. Oktober in Thätigkeit. Seine Aufgabe besteht zunächst In der genauen Aus­arbeitung eines Planes für die Errichtung der neuen Anstalt.

Darüber darf man sich nicht täv-che», daß allein die Ertheilung von AuskÜnnen an die Auswanderer wenig Einfluß auf du Auswan­derung ausüben wird in dem vw her an- gedeuteten nationalen Sinne, zur Erhaiiuna der deutsche» Auswanderung im Deutschthum. Wenn man die deutsche Auswanderung nach bestimm- ten Punkten leiten will, dann muß man in der Lage fein, de» Auswanderern greifbare Vortheile zu gewähren: freie oder billige Schiffsfahrt, freies oder sehr billiges Anfiedelungsland und dergleichen mehr. DaS wiffen natürlich auch die Gründer der Auskunftsstelle. Aber diese weiteren Ziele will man für spätere Zeiten im Auge be­halten; die Gründung der Auskunfrsstelle soll nur ein Anfang sein, ein erster Schritt zu um­fangreicheren Unternehmungen.

Leider eignen sich die deutschen Schutzgebiete in nur sehr geringem Maße zur Aufnahme deS Auswandererstromes. Und wen» eS so fort geht mit der Ertheilung von Landkonzesfionen an Ge­sellschaften von Großkapitaliste» und Spekulanten, wird ja ohnehin das Reich bald gar kein Land mehr in seinen Schutzgebieten zu vergeben habe«!

dessen verwirrte Züge er mit Theilnahme be­trachtete.

Nach einigem Nachdenken schien Herr Wohlfitz fich zu entschließen, den Angeklagten einem aber­maligen Verhöre zu unterziehen.

„Das Ergebniß unserer Untersuchung scheint zu Euren Gunsten auszusallen," sagte er zu ihm. „Indessen glaubet nicht, daß da« Gericht seine Nachforschungen einstell,. Eine bedeutende Summe wurde in der Nacht de« Morde« entwendet; die­selbe muß fich finden, und fie wird fich finden. Die schwersten Verdachtgrüade lasten auf Euch; alle« bezeichnet Euch al« den Mörder de« Herrn Brehat-Lenoir; die Beweise find handgreiflich, zwingend. E« bleibt Euch nur ein Mittel zur Rettung Übrig: die Offenheit. Gestehet Euer Verbrechen ein, nennt den Ort, wo Ihr da« ent­wendete Geld verborgen habt, gebt die Name» Emer Helfershelfer an; da« Gericht wird Eurer Offenheit Rechnung tragen und Ihr könnt so der Todesstrafe, die Euch droht, entgehen."

Der Angeklagte jammerte mit zitternder Stimme:

„Ich bi» unschuldig!"

„Ueberlegt wohl! Morgen ist e« vielleicht zu spät; da« Gericht könnte morgen enthüllt haben, was Ihr heute ihm verheimlicht, und Euer Ge- ständniß wäre nicht von Nutzen."

„Ich bin unschuldig!"

„Gut! Jetzt spreche ich nicht mehr mit Euch; der Untersuchungsrichter wird wiffen, was er zu thun hat."

Herr Wohlfitz wandte sich hierauf an Maxi­milian Heller.

Deutsch-- Deich»

Berlin, 25. Oktober.

x Die Berliner Aürgermeiflerfrage ist einer der Berathungsgegenstände gewesen i« der Sitzung der Berliner Stadtverordnete» am Donnerstag Abend. Die Versammlung ist mit starker Mehrheit dem Vorschläge ihres Ausschusses beigetreten: d. h. die Versammlung ist nicht ein­verstanden mit dem Verhalten deS Oberpräfisenten von Brandenburg, der es ablehnte, nach oben hi» amtliche» Bericht zu erstatte» über die er­neute Wahl des StadtralheS Rauffmann zum Bürgermeister. Die Stadtverordneten stellen sich auf den Standpunkt, daß eine königliche Ent­scheidung über diese Wahl von neuem »othwen- big, aber noch nicht erfolgt fei, und daß sie bis zum Eingänge einer königlichen Entscheidung die Vornahme einer weiteren Neuwahl ablehnen müsse. Na, denn nicht! — wird die Regie­rung sagen und die Berliner Stadtverordneten warte» lassen. Vielleicht verliert auf diese Weise die Stadt Berlin für immer ihren zweiten Bürgermeister. SBe* kann's wiffen? Der Ober­bürgermeister und die Mitglieder des Magistrats find der Verhandlung über diesen Gegenstand fern geblieben, was einigermaßen auffällt. In dem nunmehr angenommenen Beschluffe der Stadtverordneten-Verfammlung wird der Magi­strat unmittelbar aufgeforbert, über de» Ober« Präsidenten beim Minister des Innern Beschwerde zu führen. Dazu hätte doch eigentlich einer der Herren auch etwas sagen müffen. Daß der ab­lehnende Bescheid bc8 Oberpräfidenten den Be­stimmungen der preußischen Städteordnung ent­spricht, hat in der Stadtoerordueten-Verfammlung am 10. dS. Ms. Professor Mommsen den Berliner Stadtvätern sehr klar und bestimmt auS- einandergesetzt. „Genosse" Stadthagen und An­dere dünken fich aber erheblich weiser, als der genannte (gelehrte, und suchte« am Donnerstag mit allerhand Spiegelfechtereien daS Gegenthell nachzuweisen. Es soll vor der Oeffentlichkeit so auSsehe», als betrachte fich die Stadtverordnetem Berfammlung als gar nicht berechtigt zur Vor­nahme einer weiter» Neuwahl. Wer 's glaubt, zahlt einen Thui-r!

+ A-rfehlie Spursamkeitsmaßregel» »et Staat-vahrr. Bereits vor einiger Zeit wurde der,Fuld. Ztg/ berichtet und getadelt, baß die Verwaltung der preußischen StaatSeisen- bahnen ihren an und für fich lobenswerthe» SparsamkritStrieb auch darin zu betätige» suche, daß sie die Einkünfte vieler Angestellte» zu ver- ringer» trachte. Neuerdings find nun in der Presse genauere Mittheilungen über eine Reche von Sinzelsälle» dieser Art erschienen, die die öffentliche Kritik in noch höherem Grade herauS- forbern. So sollen in Bromberg die Löhne der bei der Eisenbahn beschäftigte» Arbeiter und Handwerker um nicht weniger als ein Fünftel herabgesetzt und außerdem den Leuten ihre Ent- lassung in Aussicht gestellt worden sei». Es sollen bei allen möglichen und unmöglichen Ge­legenheiten ganze oder halbe Feiertage einge­schaltet werden, für die die Leute keinen Lohn erhalte» usw. usw. Es klingt fast unglaublich, waS im Einzelnen darüber in den Zeitungen be­richtet wird: danach sollen die Arbeiter einen

„Ich bitte Sie um Vergebung, mein Herr, Sie zu dieser Scene zugezogen zu haben . . . Aber Ihre Zeugenschaft kann uns von großem Nutzen sein, und ich bitte Sie jetzt, mir Alle» zu sagen, was Sie von dem Angeklagten wiffen. Er hat acht Tage in Ihrer unmittelbaren Nachbar­schaft gewohnt, ehe er einen Dien» gesunden. Haben Sie in seinem Benehmen niemals etwas Verdacht Erregendes bemerkt?"

„Ach, darum haben Sie mich gerufen?"

„Ja wohl; denn wohnt man einige Zeit mit einem Menschen zusammen, so betrachtet man feine Gewohnheiten und feinen Umgang. I» während feines kurzen Aufenthalte» Jemand zu ihm ge­kommen? . . . Haben Sie niemals das Geräusch von Stimmen vernommen? . . - Ging er oft während des Tage« ober am Abend au»?"

Der Philosoph erhob fich, ohne zu antworten, und näherte fich Guerin, den er einige Augen­blicke mit seinem ruhigen und tiefen Auge be­trachtete.

„Ihr wolltet Euch »ach der Rückkehr in die Heimath verheirathen," sagte er zu ihm, „nicht wahr?“

„Ja Herr," erwiderte der Angeklagte und seine großen Auge» rollten verwirrt umher.

„Nun gut! Ihr könnt Eure Hochzeitskleider machen lassen; und „Ihr," fuhr er mit seiner gemessenen Stimme fort, sich an die Gerichts» diener wendend, die ihn mit offenem Munde au schauten, „bewachet diese« Mann gut, denn bevor zwei Monate herum sind, wftd derselbe in Freiheit sein."

Und sich in feinen weiten Rock einwickelnd.

28. Jahrgauz.

halben Ruhetag erhalten haben, um fich den amerikanischen Zirkus von Barnum und Bailey anzuseden, einen ganzen, als Prinz Albrecht von Preuße» in Bromberg fich aufhielt usw. »sw. Die Sparsamkeit an fich ist, wie gefügt, zu loben. Aber diese Art und Welse ihrer Bethätigung ist durchaus zu tadeln, die Zuverlässigkeit jener Zeitungsberichte vorausgesetzt; und hoffentlich wird dieser Tadel zu geeigneter Zeit auch in» preußischen Abgeordnetenhause zum Ausdrucke gelangen.

* Krtzevtiche Mehr««Agave» für das Aeichsyeer sind der ,Voff. Ztg/ zufolge im nächsten ReichshauShaltSetat zu erwarten. Unter anderem sollen allen Jäger-Bataillonen MaschinengewehrabtHeilungen in einer Stärke von je 70 Mann und 56 Pferde» bei­gegeben werden. Die nöthlgen Neubauten für je eine solche Abthellung in jeder Jägergarnison sollen zwar zunächst nur provisorisch aufgeführt werden. Trotzdem würden, wenn fich die Nach­richt bestätigt, solche Forderungen erhebliche Auf­wendungen verlangen, da in den fraglichen Gar­nisonen, soweit fie bisher nur Fußtruppen um» fassen, auch Räumlichkeiten zur Ausbildung be­rittener Mannschaften geschaffen werden solle».

* Eine stärkere ztekrntenansh-önng soll nach einer Berliner Korrespondenz in diesem Jahre stattgefunden haben zum Ersah sür die Inanspruchnahme von ausgebildeten Mann­schaften, Unteroffiziere» und Kapitulanten für die ostasiatischrn Besatzung Struppen. — Jedenfalls wird die Sache bei de» Reichstagsverhandlungen zur Sprache kommen.

* Die Aatzk der IttchlersteKe« ft» Preuße« beträgt nach den Angaben des im Bureau des Justizministerium- bearbeiteten Deckerschen Terminkalenders für 1902, der die Perso- nalllften der Justizbeamten enthält, zur Zett 3991 gegen 3493 im Jahre 1601, ist also um 498 oder 14,3 pCt. gestiegen. Die Zahl der Gerichtsafsessoren (1820), die [im Jahre 1899 in Folge der zahlreichen Anstellungen au» Anlaß der Abgänge alter Richter bei Einführung des Bürgerliche» Gesetzbuches erheblich abge» nemmen hatte (1754) und im Jahre 1900 fast unverändert gewesen war, ist jetzt wieder im Steigen und nähert fich der Höchstzahl deS JahreS 1892 (1848); fie ist nur um 13 geringer als vor 10 Jahren. Die Zahl der Referen­dare (4954) steigt ganz bedenklich; fie ist zur Zeit erheblich höher als in einem der Vorjahre und übersteigt die deS Jahres 1891 um 1994 oder 67,4 v. H.

♦ Einen blutigem Hohn auf die „wiße* fchaftttche Sozialdemokratie", als der,Vor» wär«' (Nr. 248) ihn auSgießt, kann man sich gar nicht denken. Am Schluß eines Artikel!» über den „Professor des Kaiser»" (Spahn) heißt e»: „Die Freiheit und der Fortschritt der Wissen­schaft ruht sicher in den Händen des Proletariers". Und daS feinen Lesern zu bieten, findet der ,Vorwärts' den Muth »ach dem Lübecker Parteitag, auf dem unter Führung der wissen­schaftlichen Leute Bebel in dem unglücklichen Eduard Bernstein die Wiffenschast, die Freiheit und der Forschritt derselbe», todtgefchlage» worben ist! Wie „hoch" muß doch da» sozialistische Centralorgan die blindgläubigen Nachläufer der BBgggHBggggBgBBSBMBeBBBBHHBH» verließ Maximilian Heller daS Zimmer mit der stolzen Stirne eines Don Quixote, wie er der Windmühle spottete.

Ich schaute de» Kommissar an, der seine Popiere rasch zusammenraffte und in den Bart hinein brummte:

„DaS ist sonderbar! AlleS dies ist wahrlich sehr sonderbar!" . . .

„Entschuldige» Sie mein Herr," sagte ich mit einiger Verlegenheit, „entschuldigen Sie da- Benehmen meines Freundes, derselbe ist leidend. Sie begreifen ..."

„Ihr Freund, mein Herr, wird fich, wie ich hoffe, vor dem Untersuchungsrichter verant­worten," erwiderte der Kommissar in etwas gereiztem Tone: „was mich betrifft, so habe ich meine Aufgabe erfüllt und werde meinen Bericht einsenden."

Nach diesen Worten verließ er mit seinem Gefolge, das den Angeklagten in feine Mitte nahm, da» Zimmer; bald verhallte» ihre Tritte und eine tiefe Stille trat ein.

V.

Ich beeilte mich, Maximilian Heller anfzn- suche».

Ich fand ihn in feinem Lehnstuhl fitzend, beschäftigt, die Gluth zu schüre», die dem Ver- glimmen nahe war.

„Nun," sagte ich, „was denke» Sie von alledem?"

Er zuckte die Achsel» und.

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