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*M*Wr JttiwateJ. Parzelle» in SxtW«. *’ mit Zinterhaktungs Beilage „Muffrirte Sonnlggs-Ieilung"
JK 246.
Iueöa, Freitag, den 25. Oktober 1901.
a Stadt oder Dors?
Die Entwickelung hat es mit sich gebracht, daß daS Anwachsen der Einwohnerzahl der meisten Orte sich heutzutage schneller vollzieht, als vordem, wo die Errungenschaften der modernen Technik noch nicht so gewaltig in das Wirtschaftsleben eingriffen wie heute. Das kürzlich im Verlage von E, H. Petzold in Bischofswerda erschienene Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reichs*) verzeichnet heute „Dörfer" mit einer Einwohnerzahl, wie sie früher nur ganz vereinzelt bei den hervorragend- sten Großstädten zu finden war, während das in gleichem Verlage soeben erschienene Städte- Lexikon des Deutschen Reichs als Ueberlieferung aus der „guten alten Zeit" noch eine Reihe von „Städten" nachweist, die selbst als „Dörfer" noch recht klein sein würden.
Eine im Gesetz begründete Beantwortung der Frage, wann ein Dors zur Stadt wird, gibt es in Deutschland nicht. Auch die preußischen Ge- meindeverordnungen besagen in dieser Beziehung nichts. Nur der § 6 der meisten derselben bestimmt, daß „Veränderungen in den Gemeindeverbänden nur mir Unserer (d. i. Allerhöchsten) Genehmigung vorgenommen werden dürfen." Diese Bestimmung läßt einen so klug, wie man zuvor schon war. Man ersieht aus ihr nur, daß /ine feste Norm nicht existirt, daß vielmehr eine Entscheidung in den Händen des Königs liegt, der natürlich nur, von besonderen Fällen abgesehen, auf Anregung aus den betheiligten Kreisen, auf Gemeinderathsanttäge, Wünsche der Negierungen rc„ von diesem Recht Gebrauch machen wird. Eine generelle Regelung der Angelegenheit ist, da in verwaltungstechnischer Beziehung nur in besonderen Fällen Anlaß dafür vorliegt, niemals versucht worden, und so findet man in Deutschland neben „Städten" von nur einigen Hundert Einwohnern „Dörfer", deren Bewohner nach Zehntausenden zählen, ja solche, die, wenn ihnen der Charakter der Stadt verliehen worden wäre, das Recht hätten, einen eigenen Stadtkreis zu bilden. In Preußen -können Städte, sobald sie mehr als 1OOOO Einwohner haben, die Städteordnung einsühren, d. h. sie können ihre Verwaltung in derselben Weise einrichten wie die großen Städte. Ferner sieht den Städten mit 30 000 bezw. 40 000 Ein- wohnern das Recht zu, einen eigenen Stadtkreis einzurichten und für die leitende Persönlichkeit in der Verwaltung den Titel „Oberbürgermeister" zu beantragen.
Vom Standpunkte dieser gesetzlichen Bestimmungen aus betrachtet, ergibt sich aus den Feststellungen des Petzold'schen Städte-Lexikons sür Deutschland die Thatsache, daß 83 Dorfgemeinden, sobald ihnen der Titel „Stadt" verstehen sein würde, daS Recht der Einrichtung einer Verwaltung unter Zugrundelegung der preußischen Städteordnung haben würden, während 6 von ihnen sogar die Bildung eines Stadtkreises und die Bestellung eines Oberbürgermeisters beantragen könnten. Das größte dieser „Dörfer" ist nach dem Ergebniß der letzten Volkszählung die industrielle Landgemeinde Borbeckim Ruhrkohlenrevier mit 47217 Einwohnern. Nach der Volkszählung von 1895 beanspruchten noch die Berliner Vororte Schöneberg mit 62695 Einwohnern und RIxdorf mit 59 945 Einwohnern die ersten Stellen unter den „Dörfern". Seit diese beiden Dörfer nun zu Städten erhoben worden sind, und Altendorf bei Effeu, das 1895 bereits 40280 Einwohner hatte, am 1. August d. I. aus der Zahl der selbständigen Gemeinde- verbände ausgeschieden und mit Effeu vereinigt worden ist, ist Borbeck an die erste Stelle gerückt. Vor ca. 15 Jahren bezeichnete man allgemein daS Dorf Langenbielau im Eulengebirge als das größte Dorf. Inzwischen ist dasselbe aber bereits an die 20. Stelle gerückt. Außer Borbeck kaffen, nach den Feststellungen des er- wähnten Städte-Lexikons, noch Lichtenberg im RegierungSbkzirk Potsdam mit 43 372, Löbtau
*) Gemeinde- und Orts-Lexikon des Deutschen Reichs, Berzeichniß sämmtlicher Gemeinden und GutS- bezirke, 1186 Seiten, Preis geb. in 2 soliden Leinenbänden 15 Mark.
StSdte-Lexiko» des Deutschen Reichs, 146 Seiten, elegant in Leinen gebunden 2 Mark. Verlag: E. H. Petzold in Bischofswerda. Beide Bücher find auf Grund amtlicher Unterlagen bearbeitet und bieten ein sehr eingehendes Material über die Verhältnisse der einzelnen Orte. Für Behörden und Gewerbetreibende dürste» dieselben unentbehrlich sein. Im Städtelextkon find außer den Angaben über die VerwaltungS. und Gerichtszuständigkeit und BerkehrSverhältniffe bei den einzelnen Orten noch dke Namen von Rechtsanwälten, Bankgeschäften, Spediteuren rc. verzeichnet. Prospette über beide Werke versendet der Verlag gratis.
bei Dresden mit 33 807; Hamborn bei Ruhrort im Regierungsbezirk Düffeldorf mit 32598, Neuweißensee bei Berlin mit 31944, Deutsch-Wil- mersdorf bei Berlin mit 30671, Alteneffen mit 28 678, Buer mit 28500, Neunkirchen bei Trier mit 27695, Schalke bei Gelsenkirchen mit 26 074, Bottrop mit 24 851, Wanne mit 33 663, Aroß- Lichterfelde mit 23175, Zaborze bei Zabrze im Regierungsbezirk Oppeln mit 22592, Urckendorf mit 21886, Pankow bei Berlin mit 21529, Steglitz bei Berlin mit 21423, Bismarck in Westfalen mit 21177, Beeck bei Ruhrort mit 20489 und Langendreer bei Dortmund mit 19931 Einwohnern, das „größte Dorf" Sangen« bielau mit „nur" 19127 Einwohnern hinter sich.
Natürlich sind die 83 Dörfer, die mit ihren mehr als 10,000 Einwohnern ein Recht auf die Einführung der Städteordnung haben, keine Dörfer in der früher gebräuchlichen Bedeutung dieses Wortes im Gegensätze zur Stadt. Die Thätig- keit ihrer Bewohner hat mit der ursprünglichen Thätigkeit der eigentlichen Dorfbewohner, der land- wirthschaftlichen Beschäftigung, nichts mehr zu thun. Die Bevölkerung setzt sich zum allergrößten Theile aus Industrie-Arbeitern zusammen, die in den in dem betreffenden Orte gelegenen industriellen Anlagen oder in der Nähe des Ortes ihre Beschäftigung finden. Anderseits aber stnd auch die kleinen „Städte", wenn man ihren Charakter nach der Beschäftigungsart ihrer Bewohner beurteilt, nichts weniger wie „Städte". Sie stammen zum größten Theile, wenn nicht ausschließlich, aus dem Mittelalter und haben in der Regel ihren Charakter als „Stadt" dem Wunsche irgend eines mittelalterlichen Grundherrn nach einem Marktorte innerhalb seines Gebietes zu verdanken. Ein solcher Markt steigerte die Absatzmöglichkeit und damit den Preis der Produkte des Landes und ermöglichte auf der andern Seite einen billigeren Einkauf der ausländischen, sowie der industriellen Handelsobjekte. Aus diesem Grunde finden sich die kleinen Städte vor Allem in den Gegenden, in denen das Ritter thum eine sehr hohe Macht besaß; so vor Allem in Polen, dann in Süddeutschland. Die jetzige preußische Provinz Pofen hat allein 46 Städte mit nur 1—2000 Einwohnern und 9 mit weniger wie 1000 Einwohnern. Die Provinz Posen ist wegen dieser Erscheinung vielfach der Gegenstand des MitzeS gewesen und die Verzweiflung manchen großstädtischen Referendars, den das Schicksal in die polnische Kleinstadt verschneit hatte, hat ja auch die hübsche Zusammenstellung: „Schrimm, Schroda, Bomst, Meseritz, Krotoschin, Schönlanke, Filehne" hervorgebracht; aber die ganz kleinen Städte finden sich doch in Posen nicht. Die kleinste Stadt ist dort Mieltschin im Kreise Wttkowo mit 525 Einwohnern. Deutschland hat aber nicht weniger als 13 „Städte" aufzuweisen, die weniger als 500 Einwohner haben. Als allerkleinste Stadt kann, wie das Petzold'sche Städte - Lexikon ausweist, wohl das „Städtchen" Hauenstein bei Waldshut in Baden mit 191 „Städtern" angesehen werden. Dann kommt das benachbarte Württemberg mit dem Städtchen Zavelstein bei Calw, daS 293 Einwohner hat. Die 3. Stelle beansprucht Fürstenberg im badischen Kreise Villingen mit 304 Einwohnern; dann folgen: 4. Fürstenberg in Waldeck mit 321, 5. Berneck bei Nagold im württembergischen Schwarzwaldkreise mit 344, 6. Lißberg bei Büdingen in Oberheffen mit 347, 7. Neufreiheit bei Offenburg in Baden mit 364, 8. Lagow bei Frankfurt a. d. Oder mit 393, 9. Staden bei Friedoerg in Oberheffen ebenfalls mit 393, 10. Blumenfeld bei Konstanz in Baden mit 419, 11. Teichel in Schwarzburg - Rudolstadt mit 460, 12. Hering am Fuße des Otzbergs in der hessischen Provinz Starkenburg mit 456, und endlich an 13. Stelle Waldeck im waldeckschen EderkreiS, eine frühere Residenz, mit 483 Einwohnern. Unter 1000 Einwohnern bleiben im ganzen Deutschen Reiche 135 „Städte", die sich auf alle Gegenden ziemlich gleichmäßig vertheilen. (Die kleinste Stadt im Reg.-Bez. Kassel ist Niederstein mit rund 650 Einwohner.)
Im allgemeinen läßt sich gegen den „Stadt"- charakter solcher Oertchen nichts einwenden und >a eine gesetzliche Handhabe zur Beseittgung rief es eigenartigen Zustandes nicht gegeben ist, so können die Regierungen nur nach und nach einen Ausgleich der Verhältniffe, sofern dieser wünschenswerth ist, erstreben. Daß dies vielfach mit gutem Erfolge geschehen ist, beweist das Beispiel der oben erwähnten Provinz Posen. Man darf annehmen, daß die Provinz Posen, als sie an Preußen kam, noch 2000 „Städte" hatte. 1866- waren noch 146 vorhanden und inzwischen hat sich ihre Zahl 131 vermindert. Wenn Posen auch noch in Bezug auf das Ser» hältniß der Zahl der Städte zur Einwohnerzahl an erster Stelle steht, so sind dort die ganz kleinen Städtchen doch gänzlich verschwunden und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß wenigstens
die preußische Regierung bestrebt ist, die Zahl der ganz kleinen Städte, soweit thunlich, nach und nach zu vermindern.
Kri Bellachini.
Eine lustige Geschichte erzählt Karl Stangen, der Vielgereiste, von einer Fahrt ins — Zauberreich In einem überaus anregenden und feffeln- den Buche „Aus allen Welttheilen", das er eben erscheinen läßt, führt Karl Stangen auch zu Bellachini. Hören wir ihm zu:
„Können Sie heute Abend einen Gang für mich besorgen?" fragte ich eines Nachmittag« Anton, den Hausdiener des Berliner Hotels, in dem ich seinerzeit gewöhnlich abzusteigen pflegte und in dem damals auch Bellachini fein Quartier aufgeschlagen hatte.
„Bedaure", war die von einer sehr stolzen Miene begleitete' Antwort, „ick arbeete heile mit den Herrn Profeffor."
„Wie das?"
„Ja, bet wer'n Se ja sehen! Ick und Fritze, wat mein Freind ist, wir sind nämlich von't Hotel aus Bellachinin attachirt, na und da find wir doch allemal diejenigen, welche!"
Ich fragte den guten Mann weiter, wie dieses kuriose Attachement auszusaffen sei, erhielt aber immer nur die Antwort: „Ja, bet wern Se ja seh'n !" Natürlich würbe meine Neugierde dadurch nicht wenig aufgestachelt und ich be- schloß deshalb, der Zaubervorstellung beizuwohnen, um dis Räthsels Lösung durch eigene Anschauung zu ergründen.
Ich fand mich zur rechten Zeit ein und bemerkte denn auch sofort vorn im Parkett meinen Hausknecht und zwar in elegantester Toilette. Aha, dachte ich, er wird nachher auf das Podium treten und dem medaillengeschmückten Meister helfen. Aber es kam anders. Mehrere Experimente gingen vorüber, ohne daß mein Mann in Aktion getreten wäre, bis endlich eine im Programm besonders hervorgehobene Glanznummer meine Ungeduld in glänzendster Weise befriedigte.
Mit einer seiner graziösesten Handbewegungen setzte Bellachini auf den Wundertisch einen kleinen Käfig mit einem Täubchen, bedeckte beide mit einem Tuche, schwang seinen Zauberstab und — Hokuspokusfidibus: Fort war der Käfig mitfammt feinem girrenden Bewohner.
„Ahl" staunte das Publikum, dem Bellachini nun mit feinem unwiderstehlichsten Lächeln und folgender Ansprache sich zuwandte: „Meine Damen und Herren! Wie Sie sehen, ist die Taube, meinem Zauberstabe gehorchend, durch den Aether davon geflogen. Aber feien Sie unbesorgt, Profeffor Bellachini. der vor die gekröntesten Häupter Europas brillirt hat, wird sie wiederfinden. Einer von den anwesenden Herren hat daS Thierchen in seiner Tascke. Ich brauche nur hineinzugreifen, und meine kleine Schülerin flattert wieder aus die Hand ihres Meisters."
Mit diesen Worten verließ der Künstler daS Podium, schritt mit siegesgewiffer Miene auf unfern Freund Anton zu und ersuchte ihn in verbindlichster Weise, seinen Rock zu öffnen.
Aber der brave Hausknecht schien auf diese Aufforderung ganz und gar nicht vorbereitet zu sein und martirte die Verlegenheit mit solcher Echtheit, daß ich seiner schauspielerischen Begabung meine Bewunderung nicht versagen konnte.
Auch Bellachini war zusehends hoch erfreut Über die Tüchtigkeit seines „Attachirten" und suchte die Wirkung noch durch folgende Be- fänstigungSrede zu erhöhen: „Ah, es ist Sie schenant, mein Herr, aber fürchten sie nichts. Sie können ja nichts davor, daß gerade Ihre Tasche eine so große Attraktion auf der Taube ausgeübt hat." Damit griff er.kühn unter den nur mit Widerstreben geöffneten Rock.
Entsetzt starrte Anton den Meister an, bis seine Lippen sich endlich austhaten, um folgenden, in ziemlich vernehmbarem Flüsterton gesprochenen Warnungsruf hervorquellen zu laffen: „Aber Herr Profeffor, ick habe ja bet Karnickel — die Taube i« ja drüben bei Fritzen!"
Ich wußte nun, weshalb Anton den Verlegenen so überzeugend echt gemimt hatte. Für den großen Zauberer aber war das WarnungSfignal leider zu spät gekommen. Unzweifelhaft sicher, wie er seiner Sache war, hatte er energisch zugegriffen, und hielt jetzt zu nicht geringer Verwunderung des Publikums ein eifrig zappelnde« Kaninchen in die Höhe.
Eine Katastrophe schien unvermeidlich.
Aber der berühmte Tausendkünstler wußte auch diesmal das Prestige seines gefeierten Namen« zu wahren. „Meine Damen und Herren", ließ er sich mit dem „unentwegtesten" Lächeln, das je ein Meister der Selbstbeherrschung, ein Diplomat von Gottes Gnaden aufgesteckt hat, vernehmen: „Dieser Herr kann mehr wie ich; er hat die Tacke J«
28. Jahrgang.
einem Kaninchen verzaubert; ich muß mich mit ihm affocliren."
Ein schallendes Gelächter beantwortete diese geistvolle Wendung. Der Name „Bellachini" war gerettet. Die durch den Aether davon geflogene Taube aber beließ der weise Herr Profeffor an diesem Abend doch in der Brusttasche des Herrn Fritz, seines anderen „Attachirten".
Keemifchles.
(*) Nachrichten. St. Johann a. S. Wie bte ,St. Johanner Zeitung' vernimmt, hat der Eisenbahnminister zur alsbaldigen Vornahme von Bahn- Hofs-Erweiterungsarbeiten dahier, der Eisenbahndirektion St. Johann-Saarbrücken die Summe von 1,700,000 Mark überweisen lassen; weiter find zum Zweck der Ausführung von Bauten im Bezirk der genannten Eisenbahndirektion 6—7 Millionen Mark in Ausstcht gestellt. — Stuttgart. Einen irecht leichtsinnigen Stretch, der ihm seine Zukunft kostet, hat ein junger Postpratti- kant auf dem Postamt No. 1 begangen. Er entwendete einem Beamten einen Geldbrief mit 3300 Mk. und versteckte das Geld in der Nähe eineS Hotels. Die Sache kam sofort heraus, der junge Mann wurde verhaftet und das Geld wurde betgebrscht. — Aus Elsaß- Lothringen. Am 21.d.M.wurde dieEisenbahn- linie Eolmar-Enfishetm-Bollweiler eröffnet. Dieselbe hat eine Länge von34,300Meter. — Ischl. Ein Sohn de« Altbürgermeifters Koch ist auf einer Fußtour von Schaarnstein nach Molln abgestürzt und tobt geblieben. — Lemberg. In der Stadt Jaworow stnd über 40 Wohnhäuser niedergebrannt. — New' Tork. Die Universität Aale ,hat au? Anlaß ihrer zweihundertjährigen Jubelfeier Roosevelt zum Ehrendoktor ernannt, ebenso ben Berliner Profeffor Walbeyer und Staatssekretär Hay.
• Herbköniginnen. In letzter Zeit haben, wie amerikanische Zeitungen melden, manche anglo-amerika- nische Damen fich königliche Rronen als Diademe Herstellen lassen. Die der Frau Bradley Martin soll 5000000 Mark werth sein. Frau Charles Derks hat stch eine Nachbildung der Krone der Königin-Regentin von Spanien machen laffen. Frau Howard Gould trägt ein Diadem, das nach den Regalien der Königin von Italien angefertigt ist. Frau John Jakob Astor und Frau Clarence Mackay tragen Nachahmungen der Krone der Königin von England.
* HVNgalorische Abzeichen für EhemSnuer. In New-Jersey gibt es ein Gesetz, in dem steht, eS sei ein Vergehen für einen Mann, „eine andere Frau alS feine Gattin zu lieben oder fich als ledigen Mann auS- zugeben." Die Legislatur von New-Jersey hat demnächst auch über einen Gesetzantrag zu berathen, durch den verheirathete Männer gezwungen werden sollen, Abzeichen zu tragen, die ihren verheiratheten Zustand anzeigen. ________
Landwirthschaftliches.
„Wie die Saat so die Ernte"; deshalb ist die Herstellung eines guten Saatgutes zur Erreichung einer guten Ernte eine der wichtigsten Vorbedingungen. Das Samenkorn muß von voller und fester Beichaffen- heit sein, den seiner Gattung eigenthümlichen Glanz befitzen und eine frische Farbe zeigen. Die auskeimende Pflanze entnimmt ihre erste Nahrung dem Samenkorn, bezw. der Samenknolle. Ein schwaGz- Samenkorn ist naturgemäß auch eine schwache NfMyuelle und in Folge dessen nicht im Stande, die junge Keimpflanze so lange ausreichend zu ernähren, bis fie fich ihre Nahrung durch das Wurzelsystem selbständig beschaffen kann. AuS einem schwachen Samenkorn entsteht daher nur eine schwächliche Pflanze. Letztere aber bringt, sofern fie nicht von vornherein vom Unkraut unterdrückt wird, auch nur geringe und minderwerthige Erträge. — Bei den Knollen find es nicht die ganz großen, sondern die mittelgroßen, von fester, voller Beschaffenheit, welche die höchsten Erträge liefern. Man sieht, die Auswahl eines guten Samenkornes, bezw. einer guten Samenknolle ist ein sehr wesentlicher Punkt; fie ist die Grundlage aller Samenverbefferungen, sofern nicht Kreuzungen in Betracht gezogen werden.
Die Kompostbereitung kann in der Weise geschehen, daß man Schichten von Unkräutern mit Schichten von Boden abwechseln läßt. Ehe ein solcher Komposthaufen gar wird, bedarf es aber längerer Zeit und mehrfachen Umstechens desselben. Schneller erreicht man das gewünschte Ziel, wenn man an Stelle des Bodens zwischen die einzelnen, gut festzutretenden Schichten der grünen Pflanzenmaffe gebrannten, ungelöschten Kalk bringt. Ist der Haufen fertig, so find die Seilenwände und die oberste Schicht gut mit Erde zu bedecken
Beim Anlegen der Kartof felmiethen vergeffe man nicht, die Kartoffelhausen vorläufig offen zu lassen, und fie bei der Ernte nur jeden Abend mit trockenem Stroh, welches man am Tage entfernt, bedecken, und so die Hausen biS zur Beendigung der ganzen Ernte liegen zu lassen, möglichst biS kurze Zeit vor dem Frost.
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