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mit Ilnterhaktungs-Anlage „Muflrirte SoMtags-Seitung. -»°.-

~ jK 246. Juwa, Freitag, den 25. Oktober 1901. 28- Z-hrg-m^

aufstellen.

(Nachdruck verboten.)

3)

Ais »rm lede» eins UrWaMks

Nach dem Franzöfischen von Henri Cauvain.

sein.

Was fordert er denn in seiner Entschließung? Tinen Zoll von 6 Mark.für die vier Hauptge- rreide.Lrten, wobei ausdrücklich betont wird, daß ein Mindestzoll von 7-8 Mark für Weizen und Roggen begründet sei. Gesetzlich festgelegte Mindestzölle auch für die übrigen Erzeugniffe der Landwirthschaft; einen Hopfenzoll von 70 Mark, Aufhebung der gemischten Trar-.sitlager.

Kürzlich hat unser Abgeordneter Herold in einer BersammlungSrede ganz genau dieselben Forderungen ausgestellt. Die Entschließungen deS Rheinischen Bau«nwereins, des Hessischen Bauernvereins, die Forderungen einer großen Versammlung von Landwirthen in Baden, der Westsälische Bauernverein — sie alle stehen aus demselben wirthschaftlichen Boden, und ganz kürzlich hat der Reichstagsabgeordnete Prinz Alexander zu Hohenlohe in seinem elsässischen Wahlkreise von seinen Wählern vernommen, daß dieselben ebenso denken. Daß die Landwirthe in Oftelbien von ihrem Standpunkte aus noch weiter gehen und zumeist einen gesetzlich sest- zulegenden Mindestzoll von 7,50 Mark wenig­stens für Roggen und Weizen fordern, ist nicht minder bekannt.

Was folgt daraus? Daß die gesammte Landwirthschaft des Reiches wie ein Mann dastehi und inallenHauptgrund. sähen vollkommen geschlossen urtheilt und ihre Forderungen danach bildet. In Bayern wird daS besondere Verlangen nach einem stärkeren Hopsenzoll erhoben. In der Pfalz betont man die Nothwendigkeit eines höheren Einfuhrzolles für Tabak. Am Rhein

hat man ebenfalls einige besondere Wünsche,! aber in der Hauptsache besteht bereits jetzt, noch 1 bevor die parlamentarischen Verhandlungen über die Zollfragen begonnen haben, durch das ganze Reich eine vollkommene Einigkeit der Land- j wirthe in der Beurtheilung der Dinge, auf die > es hauptsächlich ankommt, und das ist die Thal- i fache, die nicht mehr abzuleugnen und deswegen ; der Freihandelsprefse so außerordentlich un- angenehm ist. Man kann nicht mehr behaupten, diese oder jene Entschließung einer einzelnen landwirthschaftlichen Körperschaft beruhe auf der Wühlerei des Bayerischen Bauernbundes, oder j des Rheinischen Bauernvereins, oder des Bundes । der Landwirthe; die deutsche Landwirthschaft hat bewiesen, daß sie in ihren Hauptforderungen ein einheitliches Ganzes bildet, und ein solches Ganzes kann man unmöglich zusammenbekommen durch Agitation. Eine solche Einmülhigkeit, eine | so vollkommene Geschlossenheit kann nur heraus-1 wachsen aus dem Boden der Wahrheit, und das ist eS, was den großen Eindruck auf diejenigen macht, die durchaus der Landwirthschaft nicht | zugeftehen wollen, was sie wirklich und norh» i wendig braucht — sei es nun, daß sie über­haupt gegen Verstärkung des deutschen Zoll­schutzes sind, oder sei es, daß sie im besonderen der Landwirthschaft das nicht geben wollen, was nach ihrem einseitigen Wunsche anderen Erwerbs­ständen gegeben werden soll.

Also auch darüber besteht in ganz Deutich- land keine Meinungsverschiedenheit mehr bei allen Männern vom Fach, daß Getreidezölle von 7 dis 8 Mark nothwendig sein würden, wenn auf dem | Wege der Zollpolitik dem Getreidebau zu seiner Rechnung verholsen werden sollte. Wenn nun landwirthschaftliche Körperschaften erklären, daß sie dennoch mit einem kleinen Zolle zufrieden sein wollen, so beweisen sie dadurch, daß sie । gegen ihr eigenes Interesse opferfreudig sein wollen. Diejenigen aber, die auf der Forderung des höchsten Zolles beharren, Übertreiben nach | der einmüthtgen Anschauung der gesammten deutschen Landwirthschaft von Memel bis zum j Elsaß und von Friesland bis zur Zugspitze noch immer nicht. Kaan man nun noch länger von „überagrarischen" Forderungen reden? Unmöglich! Denn sonst könnte es bei uns im ganzen Deut- chen Reiche überhaupt ja nur noch solche „lieber- Agrarier" in der Landwirthschast geben, und .diese Behauptung wird im Ernste kein vernünf­tiger Mensch aufstellen wollen.

I« Bayern ist die Einmüthigkeit aller Bauern ohne Unterschied der Partei und des Bekennt­nisses durch die Regensburger Versammlung öffentlich dargethan worden. Was in Boyern geschah, sollte daS nicht auch in den übrigen Theilen des Reicher möglich und wünschenswerth fein? — wünschenswerth auch für diese» izen, die vorläufig noch anderer Ansicht sind? Durch solche Kundgebungen würde der letzte Rest der noch herrschenden Unklarheit beseitigt und Jeder männigltch darüber aufgeklärt werden, daß nicht nur einige „Ueberagrarier", sondern alle Ange­hörigen der deutschen Landwirthe e$ sind, die die noch vielfach angefeindeten Zollsorüerungen

X Ai- „I«d«stri-nlistr««s de» Hst-««" ist ein Thema, daS lange Zeit hindurch eine große Rolle gespielt hat. Namentlich die Pro- vinz Weftprevßen hatte man dabei im Auge; ihr I Oberprästdent von Goßler hat sich unsägliche Mühe um die Verwirklichung dieses seines Lieb- lingsplanes gegeben; aber die Fachautoritäten wollten nichts davon wiffen. Auch der Handels­minifier Möller hat noch im Lause dieses letzten Sommers gelegentlich feiner Reise nach der Pro­vinz Preußen sein Urtheil dahin abgegeben, daß man von einer künstlich ausgepäppelten Treib- Haus-Jndustne keine günstigen Erfolge sich ver­sprechen könne. Daß mehrere große westdeutsche Jndustriefirmen abgelehnt haben. Zweignieder- laffungen im Osten zu gründen, ist bekannt ge­nug. Jetzt wird nun Herr von Goßler vielleicht ganz froh sein, daß aus seinen Planen nichts ge- woroen ist. R o t h st a n d herrscht in Westpreußen mehr, als in irgend einer andern preußischen Provinz; und so hat der Herr Oberprästdent ! zum 28. Oktober eine Nothstands-Konferenz nach | Danzig einberufen, zur Beralhung über die all- | gemeine Nothlage auf den verschiedenen wirth- schastlichen Gebieten. Allein in Danzig gibt es nicht weniger als 600 Arbeitslose. Hätte man dort eine „Treibhaus-Jadustrie" geschaffen, dann würde die Zahl der Arbeitslosen jedenfalls noch

einen Antrag eingebracht, wonach die österreichi­sche Regierung mit dem Deutschen Reiche unter­handeln soll, um außer möglichster Herabsetzung der Zölle auch eine Aenderung der bestehenden Viehseuchen-Uebereinkunft zu erreichen, damit der Handelsverkehr mit Vieh erleichtert werde. So verständlich und vom österreichischen Standpunkte aus richtig der An trag in seiner Grundidee ist, so ist doch von vorn herein eine Abschwächung der Seuchen - Kontrolle an den deutschen Reichs­grenzen vollkommen ausgeschloffen. Das wird auch die österreichische Regierung der deutschen Volks­partei klar machen müssen, wenn deren Antrag zur Berathung gelangen wird.

4- A« bett -abisch-tt La«bLagswatzl-tt bemerkt die ,Rationalliberale Korrespondenz' nachträglich in einer längeren Betrachtung, daß ein „direktes Wahlrecht ohne die berühmten undurchsührbaren Kautelen eine gute Wahl­parole war". O gewiß; aber die Wahl­parole war doch wahrhaftig keine Erfindung der Nationalliberalen. Diese Erfindung hatten andere vor ihnen gemacht. Nachher meint das national- liberale Partei-Organ:

„Die Hoffnungen, die man im badischen Ministerium hegte, find zu «ichte geworden. Auch in Baden hatte man mit dem sich ver­stärkenden Einflüsse des Centrums gerechnet. Die Ultramontanen die stärkste Fraktion in

der Kammer und ein ultramontaner Kammer­präsident: das war der Moment, in welchem man Frieden zu schließen gedachte mit dem Centrum . . ."

Das ist ja ungeheuer interessant; schade nur, daß das badische Ministerium von der ganzen interessanten Geschichte selbst am meisten über­rascht sein wird. Aber wenn die »National- liberale Korrespondenz' noch ein paar Jahre warten will, dann könnte das Centrum ja sv weit sein, und dann können wir ja wieder über den oortresflichen Vorschlag des nationalliberalen Partei-Organs reden. Das Land Baden würde sich nachher jedenfalls erheblich besser dabei stehen, als jetzt. Spaßhaft ist die burschikose Sprache der .Nationaüiberalen Korrespondenz' gegen die badische Regierung; noch ein paar Wochen, dann wird man wiederum sagen können: und in den Armen lagen sich beide und weinten vor Schmerz und vor Freude!

• Potsdam, 24. Oki. Der neugewahlte Bischof von Metz legte heute Mittag in die Hände des Kaisers den Homagialeid ab. Hoch- derselbe war schon gestern hier eingetroffen und bei Herrn Pfarrer Jende abgestiegen; heute kurz vor 12 Uhr wurde er von einem königlichen Hof­wagen ins Neue Palais abgeholt. Dort hatten sich eingefunden der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, der Reichskanzler Graf Bülow, der Statthalter von Elsaß-Lolhringen, Fürst Hohen­lohe, der UnterstaalS,ekrelär von Koeller, ferner der Ches des Marine-Kabinets v. Senden-Bibron, Hofmarschall Gras Friedrich Solms, Minis^: des königlichen Hauses v. Wedel, Chef des Zivil- fabinetS v. Lucanus. General v. Hülsen Häseltt, Uaterftaatssekrelär im Ministerium M Elsaß- Lothringen Dr. Petri, Graf Zeppelin, Bezirks- Präsident von Metz. Der Kaiser hacke aus dem Throne Platz genommen. Er trug die Uniform der Gar de-du-Corps mit dem Bande des

Em krampfhaftes Zucken erfaßte den Ange- > Gott, o Gori

„Haben Sie die Güte, mein Herr, mir zu folgen," erwiderte höflich der Kornmsssar. „Wir werden Sie so wenig als möglich Hinhalten; aber Ihre Leugenichaft ist uns unumgänglich nothwendig."

Maximilian willfahrte. Er war aber so schwach, daß ich die Amtsperson um Vergünstigung bat, den Kranken begleiten zu dürfen, um ihn mit meinem Arme zu unterstützen.

Herr Wohlsitz (so hieß der würdige Repräsentant der Obrigkeit) gab bereitwillig seine Zustimmung.

Wir durchschritten den langen, dunkeln Ganx und kamen vor eine Thür, die in der Dunkelheit kaum sichtbar war.

Ein Polizeiagent nahm die kleine Lampe und hielt dieselbe vor das Schloß, das ein Schlosser, den der Kommissar mit sich geführt hatte, im Handumdrehen aufbrach.

Eine eisig kalte Lust wehte uns entgegen.

„Hol's der Kuckuck", brummte ein Diener der Gerechtigkeit hinter mir, „er hatte auch das Fenster schließen können, ehe er fortging."

„Gustav!" rief Herr Wohlfitz, sich an einen der Männer aus dem Gefolge wendend, „zünde eine Kerze an und schließe diese Fensterladen."

Der Angeredete that, wie ihm befohlen war. Wir betraten ein Zimmer, das noch kleiner war, als jenes Maximilran's. Die ganze Einrichtung bestand in einem Tische, zwei Stühlen und einer Bettlade, in welcher ein schlechter Strohsack lag.

Er faltete feine in Handeifen geschlagenen Hände und versuchte, dieselben zum Himmel zu heben . . . bann plötzlich schien ihu die Kraft wieder zu verlassen. Ec stieß einen heftigen. Seufzer aus und knickte ohnmächtig zusammen. Wenn die Gerichtsdiener ihn nicht gehalten hätten, wäre er umgesuuken.

„Tragt ihn auf dieses Bett," sagte Herr Wohlfitz, indem er nach dem Strohsack wie-, der in oer Ecke des kleinen Zimmers lag.

Maximilian legte feine große, hagere Hand auf die Schulter des Kommissars und mit einem Lächeln voll Bitterkeit sagte er zu ihm:

„Sie sagen, mein Herr, daß dieser Mensch ein Mörder sei?"

Herr Wohlfitz wandte sich ein wenig betroffen um, bann das Haupt schüttelnd, sagte er so leise, daß wir nur ihn verstehen konnten:

„®8 sind schwere Verdachtsgründe gegen chn - vorhanden. Und doch hat er nicht das AuS» I sehen eines Uebelthäters. Ich muß mich wohl I darauf verstehen, Herr, was meinen Sie? — — Von Zweien Eins: entweder ist dieser Mensch vollkommen unschuldig, ober aber er ist ein abscheulicher Verbrecher und ein entsetzlicher Heuchler." , ,

Herr Wohlsitz gab noch einmal einem Diener i ein Zeichen, ein wachsames Auge auf den An­geklagten zu haben, dessen Ohnmacht leicht Ver- strllung fein konnte. Sich alsdann an den Schlosser wendend, der neben ihm stand und feiner Befehle harrte, sagte er:

„Oeffnet diesen Koffer, aber eilen wir I uns!"

weit größer sein.

+ Kry-vnug-rr Sver die ArS-ttslostg- k-it find nunmehr, wie schon gemeldet, auch vom Ministerpräsidenten Grasen von Bülow für Preußen angeordnet worden. Die Er­hebungen sollen durch die Oderpräsi deuten der Provinzen angestellt werden, und zwar Über die Ausdehnung der Arbeitslosigkeit, über die bereits hervorgetretenen und noch zu erwarten­den Mißstände und über die Maßnahmen, die man dagegen ergreifen könnte, insbesondere auch unter Mitwirkung der kommunalen Verbände, «ehr richtig bemerkt dazu die nationalliberale Berliner .National-Z-itung': „Zunächst wird I in erheblichem Umfange noch Abhilfe zu schaffen sein durch ausgedehntere Pflege des Albeits- nachweiswesens, insbesonbe-e unter Berück-1 sichtigung des ländlichen Arbeiterbedarss. Durch eine Zurückführung der Arbeiter in die Land- wirthschaft muß noch auf geraume Zeit hinaus ] einem ernsten, durch Arbeitslosigkeit her or- gerufenen Nothstande abgeholfen werden können. Die Zurückführung auf daS Land zu begünstigen, dürfte also fürs erste die Hauptaufgabe sein, die sich aus den Resultaten bet angeordneten Erhebung ergeben wird." Sehr richtig! Diese | Wahrheit ist von anderen Blattern schon öfter l ausgesprochen worden, leibet noch immer ohne Erfolg. Die erwünschte Mitwirkung der „kommu­nalen Verbände" wird schwerlich allzu weit reichen, wenn man nach früheren Erfahrungen urtheilen will.

& Die Attsfttyr vo« Sieh aus Oesterreich. Ungarn nacy Deutschland ist eine Frage, mit der I man sich innerhalb d-r habsburgischen Monarchie gegenwärtig lebhaft beschäftigt. Die deutsche Volks­partei hat nach einem am Donnerstag verbreiteten Telegramme im österreichischen Abgeordnetenhaufe

Kentsches Krich-

Berlin, 24. Oktober.

In einer Ecke des Zimmers stand ein schwarzer | Koffer, mit einem Vorlegschlosse versehen.

Der Kommissar fetzte sich an den Tisch, nahm aus einem großen Taschenbuchs mehrere Papiere hervor, die er entfaltete, und nachdem er Maxi­milian gebeten hatte, sich ihm zur Seite auf einen Stuhl niederzulassen, winkte er einem Agenten und befahl ihm mit lauter Stimme:

„Führ' den Angeklagten herein."

Ich stand hinter Maximilian Heller.

Schritte hallten von dem Gange her; einen Augenblick später sah man an der Thüre einen Mann erscheinen, bleich, die Haare wirr durch­einander, die Augen verstört; mühsam schritt er zwischen zwei Agenten einher, die ihn mehr schleppten alt führten.

„Trete er näher! . . ." sagte Herr Wohlfitz, indem er aufmerksam den Hereintretenden über seine goldene Brille hinaus musterte.

Der Mann, unterstützt von seinen beiden Führern, that einige Schritte in das Zimmer.

„Sie heißen Johann Ludwig Guenn?" fragte Herr Wohlfitz.

Der Unglückliche heftete seinen stumpfen Blick aus den Kommissar und antwortete nicht.

„Sie find seit acht Tagen bei Herrn Brehat- Lenoir im Dienste?"

Keine Antwort. Der Kommissar fuhr mit

® „UeLeragrarisch" ?

Der Regensburger Bauerutag ge- Mllt den Liberalen und Freihändlern ganz und gar nicht. Sie begnügen sich in ihrer Presse mit einer ganz kleinen Miltheilung darüber an irgend einer versteckten Stelle, in der Hoffnung, der verehrte L-ser werbe sie dort übersehen. Aber „gebracht" muß man es doch haben, bamit die „Ueberagrarier" nicht be­haupten könn-n, man sei stillschweigend über diese • großartige Einigkeits - Kundgebung der bayerischen Landwirthschast hinweggegangen. Ein wenia „agrarisch" will ja schon ein Jeder sein; daS heißt, niemand mehr getraut sich, die ölte unwahre Behauptung fort und fort zu wiederholen, daß es der Landwirthschaft nicht schlecht gehe, daß sie Staatshilfe gar nicht brauche, sondern ganz gut sich selbst helfen könne. Haben doch jogar Führer der Sozialdemokratie, hat doch auch der fteifinnige Abgeordnete Goth ein. ge­genwärtig Letter der Geschäfte des Handelsoer- Irags-Vereins, festgestellt, daß die Landwirth- schäft Roth leide und ihr auf irgend eine Art geholfen werden müsse, wenn man sie nicht in ihrem ganzen Bestände ernstlich gefährden wolle!

Da hat man nun den Ausdruck „Über- agrarisch" erfunden; und auch der Regensburger Bauerntag soll eine Überagrarische Kundgebung

Ruhe fort:

Weiß er, welchen Verbrechens man ihn be-, —........ . ___.

schuldigt? Er steht im Verdachte, seinen Herrn ich bin nach Parts gekommen, um em we rg vergiftet zu haben. Was hat er darauf zu er-1 *" hpnH ,ft ’*!Dads anb fonn

Geld zu verdienen, denn sie ist schwach und kann nicht mehr arbeiten. Ich ein Mörder! . . . o

klagten. Zwei bis drei Mal öffnete er den Mund, um zu sprechen, aber der Schrecken schnürte ihm die Kehle zusammen und er vermochte nur einige unverständliche Saute zu stammeln.

„Run, Guerin," begann wieder der Kom­missar, indem er seinen Blick vom Angeklagten ab wandte und die Papiere musterte, die vor ihm lagen und die er zu ordnen schien; „mir sind weder Richter noch Henker, sprecht ohne Furcht, sagt, was Ihr wollt, aber sprechet! ES ist möglich, daß Ihr unschuldig seid, obschon der Verdacht, der auf Euch lastet, schwer und ernster Natur ist. Ich mache Euch ausmerksam, daß Euer Schweigen und Sure Verwirrung schlecht ausgelegt werden und als Beweise Euerer! Schuld bienen könnten. Gesteht Ihr ein, vor-1 gestern beim Kräuterhändler Gras Arsenik ge- rauft zu haben?"

Der Gestagte machte eine verzweifelte An­strengung, um sich der Hände zu entledigen, die iyn festhielten, doch umsonst. Als er sah, daß feine Bemühungen unnütz und d e Flucht un­möglich fei, da stürzten die Thränen aus feinen Augen und mit schluchzender Stimme rief er:

„O lasset mich! lasset mich! . . . Ich dm unschuldia! O, Ihr Herren, ich bin ein recht- schaffEr M^n, ich schwöre es Such'. Ich komme aus meiner Heimath, und Ihr könnt dort I nachfragen . . . ich bin ein rechtschaffener \ Mann! . . . Ich habe eine arme, alte Mutter,