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Juk-a, Mittwoch, den 23. Oktober 1901.

Vwwetwwtii*: Für die L-o-ktia- Jet »«■*, für 3afrrak I. v-»L«lle» t» Sei»«.

Sonntags-Zeitung"

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28. Jahrgang.

M»e Brr «aer lohn »ch VesteLgeld in Weida und aus«

G DerNiedergang desLiberalismus.

Dreißig Jahre besteht der Deutsche Reichstag, und welcher Wandel in seiner Zusammensetzung während dieser verhältnißmäßig kurzen Zeit! Die Wahlen von 1874 ließen 155 Nationalliberale aus der Urne hervorgehen; jetzt muffen sich die Nationalliberalen mit 45 Parteimitgliedern und 6 Hospitanten im Reichstage begnügen. 49 Fort­schrittler wurden damals gewählt; heute ist die Freisinnige Volkspartei herzlich froh, daß sie durch die Hilfe, die ihr bei den Stichwahlen von anderen Parteien zugewandt wurde, im Jahre 1898 noch 27 Mandate für den Reichstag retten konnte. Es ist also mit dem Liberalismus furchtbar abwärts gegangen, und zwar nicht nur bei uns in Deutsch­land, sondern genau ebenso in vielen anderen Ländern: in Oesterreich, in England, in Belgien, in Holland — und was in Ungarn sich heutzutage liberal nennt, hat mit den Grundzügen dieses Be­griffes verzweifelt wenig gemein.

Gemeinhin wiegen sich die liberalen Blätter und Politiker von heute in der Hoffnung, der Liberalismus müsse wieder aufkommen und zur Herrschaft gelangen. Manche stellen sich wenigstens nach außen hin so an, als ob sie es glaubten; aber es gibt unter den Liberalen wirklich auch noch hoffnungsfreudige Gemüther, die im Ernste an diese Möglichkeit glauben und danach ihre Politik ein­richten. Es sei hier nicht mit ihnen gerichtet. UeberzeugungStreue muß man bei jedem Menschen achten, also auch bei einem Liberalen von heute. Aber gerade die UeberzeugungStreue fehlt den modernen Liberalen zumeist. Der Liberalismus früherer Zeiten ist im überwiegenden Theile zu einer öden Gefchäftspolitik herabgesunken oder in überlebter Schablone erstarrt; und diejenigen unter den liberalen Zeitungen, die der Wahrheit die Ehre geben, machen kein Hehl mehr daraus, daß es wirklich und wahrhaftig schlimm mit dem Liberalismus bestellt ist.

Interessante Betrachtungen dieser Art hat in den letzten Tagen ein angesehenes liberales Blatt angestellt, nämlich die,Weser« Zeitung" in Bremen, der man zum Unterschiede von vielen ihrer Ge- finnungSgenossinnen UeberzeugungStreue und vor­nehme Anschauungsweise nicht abstreiten kann. Die ,Weser-Zeitung" räumt ein, daß die liberalen Parteien fast überall im Niedergange sich be­finden, zumal in Deutschland; und daß auch der hoffnungsvollste Optimist diese Thatsache nicht be­streiten kann. Dann aber macht sich die ,Weser- Zeitung" einen Unterschied zurecht zwischen dem Liberalismus als Lehre und Gesinnung und dem Liberalismus als Partei: Jener Liberalismus sei nicht zurückgegangen; der Partrilideralismus aber sei bei: materiellen Interessen geopfert worden.

O gewiß I WaS gut und edel war an dem Liberalismus früherer Zeiten und noch ist bei einem kleinern Theile der Jungliberalen, hat seine Lebenskraft behalten und wird sie bewahren noch lange Zeiten; wenn man nämlich darunter versteht die Duldsamkeit gegen Menschen, die anderer An­schauung huldigen, insofern es sich um gutartige

116 dem lebe« eims KMkOisdis.

Nach dem Französischen von Henri Cauvain.

1) --(Nachdruck verboten.)

Am 13. Januar 1845 um die achte Abendstunde sah ich zum ersten Male Maxi­milian Heller.

Wenige Tage zuvor war mir auf der Straße einer meiner Freunde begegnet und nach ausgekauschtem Gruße richtete derselbe folgende Bitte an mich:

„Bereits seit Langem wollte ich Dich auf­suchen, lieber Doktor, und Dich bitten, mir einen großen Dienst zu erweisen. Einer meiner alten Kollegen, Herr Heller, befindet sich in einem sehr oeunruhigenden Gesundheitszustände- Meine Freunde und ich glaubten anfänglich, seinllebel sei vielmehr ein moralisches, als physisches. Wir erschöpften daher alle nur erdenklichen Zerstreuungsmittel, wir gaben uns Mühe, seinen Muth auizurichten, und suchten seinem Geist, den wir von früher her als edel und lichtvoll kannten, einige Nahrung zu verschaffen. Aber ich muß gestehen, all unsere Anstrengungen blieben erfolglos. So erübrigt miß denn nut noch, die Arzneikunst zu Hilfe zu rufen. Was unsere Freundschaft nicht vermochte, wird viel­leicht Dein ärztliches Ansehen vermögen. Maxi­milian hat einen energischen Charakter, und nur eine der seintgen überlegene Vernunft kann ihn beeinflussen. Gehe also an einem dieser Abende zu ihm, lieber Freund, und siehe zu, roaS Du

Menschen handelt; die Aufopferungsfreudigkeit für das Gemeinwohl; das verständige Maßhalten in der Anwendung der Macht und Gewalt von oben her. Aber diese vortrefflichen Grundsätze gehörten schon ehedem doch wahrhaftig nicht allein den Liberalen an; und wenn man sich jetzt die Libe­ralen genauer auf diese Grundsätze hin ansieht, so findet man, daß gerade sie diese herrlichen Lehren nicht in hervorragendem Maße berück­sichtigen. Die Ideale sind von ihnen gegangen; zum Teufel ist der Spiritus, das Phlegma ist ge­blieben. Die Liberalen von heute haben sich sammt und sonders ganz bestimmten wirthschaft- lichen Interessen dienstbar gemacht. Mit den Sozialdemokraten zusammen bilden sie die Schutz­truppe der Börse; und auch zum Theil in Ge­meinschaft mit der Sozialdemokratie sträuben sie sich vielfach gegen einen nachdrücklichen Schutz für die Erzeugnisse deK arbeitenden Volkes, und zwar ganz ausgesprochen in dem einseitigen Interesse des internationalen Handels. Dar ist sicherlich nicht die edelste Seite, auf die sich die Liberalen von heute verlegt haben; in dieser Art von Po­litik fehlen die idealen Züge gänzlich, und auf Gründen dieses Schlages beruht auch wohl in der Hauptsache der Niedergang des Liberalismus.

Auch dis Duldsamkeit gegen andere Meinungen und andere Anschauungen ist gerade bei den Liberalen nicht zu finden. Davon wissen die deutschen Katho­liken ein langes und garstiges Lied zu singen; denn gerade eine Ausgeburt der sogenannten Liberalen-Aera war bei uns der häßliche Kultur­kampf, und bei dem Liberalismus von heute findet man die heftigste Anfeindung der wirklich und im wahren Sinne des Wortes liberalen Bestrebungen, wie sie in dem Toleranzantrage des Centrums ihren Ausdruck finden. Die Liberalen von h-ute find das Gegentheil geworden von dem, was ihr Name besagt: in sehr vielen Stücken engherzig und unduldsam, in sehr wenigen Dingen getragen von dem Idealismus, der viele liberale Führer vergangener Zeiten beseelte. Eins Partei, be» die Pflege der Herrschaft des Großkapitals vor allen Dingen am Herzen liegt, kann unmögOcy darauf rechnen, volksthümlich zu fein.

Wie schwach die Beweisführung s vorher genannten liberalen Blattes ist — nd damit nicht nur dieses einzelnen Blattes, sonor rn weiter liberaler Kreise! — geht sofort aus seiner eigenen Ausführung selbst hervor. Wenn man nämlich sagt, daß der Liberalismus als Lehre und Ge­sinnung noch ebenso verbreitet sei, wie früher, nur nicht als Politik, so gibt man ja selbst das zu, was mit anderen Worten in den bevorstehen­den Zeilen ausgeführt wurde: daß nämlich das, was am Liberalismus gut und edel war, von ihm gewichen und auf andere Par­teien übergegangen ist. Spottet feiner selbst, und weiß nicht, wie!

Deutsches Keich«

Berlin, 22. Oktober.

+ Die Krrichkrmg eines Iksichsaröerts- «Mtes befürwortete der bekannte Sozralpoiitik-r Prof. Dr. Franke-Berlin in der jüngst abge­haltenen Generalversammlung des Bundes der Industriellen. Er bezeichnete die Errichtung einet

für den Menschen lhun kannst. Ich verspreche Dir meine ganz besondere Erkenntlichkeit für alles Gute, was Du ihm erweisest.'"

Um dem Wunsche zu willfahren, den mein Freund mir gegenüber geäußert hatte, begab ich mich in Der folgenden Woche zu meinem neuen Patienten, jedoch nicht, ohne ein gewisses inner« liches Widerstreben zu fühlen, denn ich hatte öfters schon von Maximilian Heller sprechen hören, als von einem sehr exzentrischen und widerwärtigen Menschen.

Das Haus, welches er bewohnte, stand in einet jener Winkelgaffen deS Sankt Rochus- Hügels. Dasselbe war eng, hatte nur zwei Fenster in bet Breits und war Dabei unverhält- mHmäßig hoch; es zählte fünf Stockwerke und zwei Dachkammern.

Zu ebener Erde war ein Obstlad-n, grün augestrichen und nach der Straße zu offen.

Eme niedrige Thürs, oben mit einem ver< S tierten Fenster versehen, führte in das Innere des HauseS.

Man durchschritt einen langen, engen dunkeln Gang, dessen steinerner Fußboden unter jedem Tritte wankte und stieß am Ende auf zwei alte, wurmstichige Treppenstufen, die man in der Dunkelheit nicht sehen konnte und über die man daher unfehlbar stolpern mußte.

Das dadurch entstehende Geräusch war für den Thürhüter ein Züchen, daß ein Besuchet Eintritt verlange. Gewiß ein geistreiches Mittel, die Kosten einer Glocke zu ersparen.

Ich hatte mich von dem Schrecken, bet einem in der Dunkelheit gethanen Fehltritt zu

solchen Behörde als nothwendig zur Ausgleichung der sozialen Gegensätze; auch verspricht er sich davon die wohlthätige Folge, der sozialdemo­kratischen Wühlerei erfolgreicher als bisher ent« gegentreten zu können. Mit Recht wies der Redner darauf hin, daß die meisten anderen Staaten diese Einrichtung bereits haben. Die Versammlung erklärte sich einverstanden mit den von Prof. Franke entwickelten Grundsätzen und nahm einstimmig eine entsprechende Ent­schließung an. Eine Kommission wurde einge­setzt, die die Frage studiren und der nächsten Generalversammlung geeignete Vorschläge machen soll.

x Botschafter i« London wird an Stelle des erkrankte» Grafe» von Hatzfeldt vermuthlich Graf von Wolff-Metternich werde», gegen­wärtig Gesandter in Hamburg. Als muthmaß- licher Nachfolger dieses Letzter» wird Freiherr von Reischach genannt, der Hofmarschall der verstorbenen Kaiserin Friedrich. Dieser ist bisher auf diplomatischem Gebiete noch nicht thätig ge­wesen.

X Mo* den Kandelsverlragen. Offiziös schreibt die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung": „In verschiedenen Blättern begegnen wir der Behauptung, daß die deutsche Regierung beabsichtige, die Handelsverträge über­haupt nicht zu kündigen. Es ist nicht recht verständlich, wie eine solche Auffassung entstehen konnte, wo ein neuer Zolltarif ausgearbeitet und allgemein bekannt ist, daß die deutsche Regierung mit Hilfe dieses Zolltarifs zu einer neue« Regelung der handelspolitischen Beziehungen zum Auslands, insbesondere unter stärkerem Schutze her beimischen Agrarprodukte, zu gelangen be» zweckt. Der Entschluß, die geltende» Handels­verträge überhaupt nicht zu kündigen, wäre zw°ck< widrig und würde nur eine Stärkung der Po­sition der ausländischen Staaten bedeuten, mit denen wir Handelsverträge auf neuer Basis ab­schließen woll n. Die deutsche Regierung muß sich also selbst v ^stündlich freie Hand vorbehalten, im geeigneten Z atpunkte die bestehenden Han­delsverträge z kündigen. Ob und wann dieser Zeitpunkt -intt tt hängt von dem weitere» Ver­laufe der Ding. insbesondere von dem Zustande­kommen des m->-i Zolltarifs und von den Ver­handlungen mit b-n anderen Staaten ab." So weit der Offiziöses Was er damit eigentlich sagen will, ist fein Gsheimniß. Das bekommt nur ein Osfiziosus fertig, zuerst zu versichern, daß die bestehenden Handelsverträge „selbstver­ständlich" gekündigt würden, und hinterher es als ungewiß hinzustellen, ob das überhaupt ein­mal geschehen werbe.

4- SämmMche thüringischen Mrivat- Sahne» sollten nach der Versicherung einiger Zeitungen demnächst tndiepreußis cheStaats- verwaltung übernommen werden. Von ande­rer Seite wurde das Gegentheil behauptet; es sollte nichts davon wahr fein. Nach einer Mel- düng der ,Nat.-Ztg." ist beides unzutreffend. ES gibt Verhandlungen,, aber nur wegen der von Salzungen abzweigenden schmalspurigen Felda- babn. Diese ist von Preußen übernommen worden und soll bis Vacha normalsvurig aus- gebaut werden zum Anschlüsse «n die geplante Bahn Gerstungen—Vacha—Hünfeld. Es bandelt

folgen pflegt, noch nicht erholt, alS ich eine kreischende und widerliche Stimme ver­nahm, die aus einer Treppenkammer zu komme» schien.

„Was wollen Sie? Zu wem gehen Sie?" rief mir der unsichtbare Cerberus zu.

„Ist Herr Maximilian Heller zu Haufe? antwortete ich, mich nach dem Fragenden wendend.

„Sechs Treppen hoch, Thür rechts!" ant­wortete lakonisch der seltsame Thürhüter.

Ich stieg die Treppe empor.

Sei es aus Uvkmntniß, fei es. um sich die Arbeit zu vereinfachen, der Baumeister hatte be» Treppen nicht die gewundene Form ge­geben, wre das sonst wohl gebräuchlich ist. Dieselbe» bestanden aus einer Reihe steiler Leitern, deren jede in einen engen Raum auslief, von welchem aus man in die Zimmer gelangt«.

Endlich war ich im sechsten Stock ange­langt.

Ein matter Lichtalanz, den ich im Hinter­grund« eines engen Ganges wahr»ahm, biente mir als Führer. Dieser matte Schimmer kam von einer kleinen rauchenden Lampe, die an einem Nagel neben der ersten Thür rechts auf­geh ängt war.

„Das muß wohl die Thüre sein," dachte ich.

Ich klopfte leise an.

„Herein," antwortete mir eine schwache Stimme.

Ich öffnete die Thüre und trat in das Zimmer Maximilian Heller's.

sich dabei um einen Staatsvertrag mit Sachsen- Meiningen.

X Mvssischer Iloggeu. Die Freihändler lieben e8 bekanntlich über die Maßen, gegen einen geeigneten Zollschutz für die Erzeugnisse der deutschen Arbeit mit angeblichen Beweis­mitteln zu Felde zu ziehen, die nach den Inte­ressen und Gesichtspunkten des Auslandes einge­richtet sind. Zu diesem ihrem absonderlichen Rüstzeug« gehört auch die Behauptung, Ruß­land könne es sich ja gar nicht gefallen lassen, daß der dents che Einfuhrzoll für Roggen erhöht werde. In einer Ausführung, die wohl aus Berlin herstammt, erinnert im Gegensätze dazu die.Kölnische Zeitung' daran, daß die russische Roggeneinfuhr nach Deutsch­land viel höher als jetzt in der Zeit war, als ebenfalls ein höherer Einfuhrzoll auf Roggen erhoben wurde. Der Werth der russischen Roggeneinfuhr nach Deutschland betrug in den Jahren von 1888 bis 1891 nach einander 42,3 — 98,5 — 82,6 und 99 Millionen Mark. Als dann der Zoll von 5 auf 3,50 Mark für den Doppelzentner herabgesetzt wurde, nämlich in den Jahren von 1895 bis 1899, ist dieselbe Einfuhr niemals bis zu 70 Millionen aufgeftiegen. Sie betrug in den zuletzt bezeich­neten fünf Jahren nacheinander 69 — 63 —- 55,6 — 67,9 — 52,7 Millionen Mark. Die Behauptung, eine Erhöhung des Roggenzolles bedeute den Zollkrieg mit Rußland wegen einer gleichzeitigen Grenzsperre gegen de» russischen Roggen, ist durch diese unanfechtbaren Zahlen vollkommen wiederlegt.

ft Ausweisungen ans Pose«. Die frei­sinnige .Posener Zeitung' stellt fest, daß wirklich Ausweisungen stattgefunden haben und daß auch Juden davon betroffen worden sind. Nur die anfängliche Bezeichnung bestimmter Personen war irrthümlich. Es handelt sich um jüdische Han­delsleute und außerdem um einen jüdischen Ingenieur im Dienste der Stadt Posen. Von amtlicher Seite ist noch keine Aufklärung Über die Gründe erfolgt, die maßgebend für diese Aus­weisungen waren.

ft Die Wahl itt Mesöadea. Daß das Centrum es ablehne, gemeinsam mit den Konser­vativen und Nationalliberalen bei der Ersatzwahl zum Reichstage für den Prinzen von Ratibor zu stimmen, ist bereits bekannt. Als Centrums­kandidat ist nunmehr Gymnasialprofessor Wede« wer in Wiesbaden ausgestellt worden. Damit ist es fraglich geworden, ob di« Konservativen und Nationallideralen an der Kandidatur des Prinzen von Ratibor festhalten werden.

-f- Ikegensvnrg, 22. Okt. Der von 5000 Personen besuchte bayerische Bauerntag, an welchem auch zahlreiche Reichstags- und Landtags- Abgeordnete theilnahmen, hat heute folgende Re­solution angenommen: „Der bayerische Bauern­tag erklärt, die künftige Gestaltung des Zolltarises sei eine Lebensfrage der Landwirthschaft. Die bayerischen Bauern verlangen von den Verbün­deten Regierungen, besonoers der bayerischen Re­gierung, daß die Sen Landwirthen wiederholt ge­gebenen Versprechungen auf verstärtten Zollschutz der landwüthschaftlichen Produkte etnaelflft wer­den. Der Bauerntag verlangt gleiche Verzollung der vier Getreidearten, einen Mindestzoll von 6 Jfe.

Dieses Zimmer bot eine» seltsamen Anblick.

Die Wände waren nackt und stellenweise mit einem Stück gewöhnlichen Papiers beklebt.

Links hing an einem hohen Rechen ein Vorhang von blaßrother Farbe, der wahrschein­lich ein Bett verhüllte, welches in einer Mauer­nische angebracht war.

Ein Torf-Feuer brannte traurig in dem kleine» Kamine.

Auf einem Tische, der in her Milte dieser bescheidenen Zelle stand, lagen Papiere und Bücher in schönster Unordnung neben und über­einander.

Maximilian Heller saß m einem großen Stuhle neben dem Kamme.

Sein Kopf war rückwärts auf die Lehne ge­bogen, während seine Füße auf der Feuerstange des Kamins ruhten. Em langer Schlafrock um­hüllte seinen skelettartigen Leib.

lieber der Gluth vor ihm brodelte eine kleine Kasserolle aus Blech, auf deren Singsang von Zeit zu Zeit ein Heimchen antwortete, das im Herde sein Versteck hatte. Maximilian trank un­gemein viel Kaffee.

Eine dicke Katze saß, die Füße eingezogen, die Augen halb geschloffen, neben ihm auf dem Boden und schnurrte.

Bei meinem Eintritt erhob sich dieselbe und krümmte zornig den Rücken; ihr Herr rührte sich nicht.

Maximilian Heller blieb unbeweglich, die Augen beständig auf die Decke des Zimmers ge­heftet, seine weißen, mageren Hände auf die Arm­lehne des Stuhles gelegt.