W FuldaerMZettung
wtrberti
»eiu ob«r »ewt R.umISPf^»- Hamen die P«tiS» |dU26$fg.; **
mit Anterhaltungs-Meilage „Illukrirte Sonntags-Zeitung" “ petewgef« Hw. « (W«wweU).
JuLöa, Dienstag, den 22. Oktober 1901.
M 243
WWWMMWWWWWMSWW r
28. JahrgMg.
a—»
G Minister von Körber und die Handelspolitik.
Am letzten Donnerstag hat der österreichische Reichsrath wieder mit seinen Sitzungen begonnen, genau nach der vorher erfolgten Ankündigung, daß das alsbald nach den beendeten böhmischen Landtagswahlen geschehen solle. Da hat nun zunächst der Finanzmtntster ausführliche Mitthe.lungen gemacht über die staatlichen Vermögensverhältnisie: -sie sind nicht schlecht, besser, al» Mancher vorher angenommen hatte; freilich auch nicht gerade glänzend. Nachher hat Ministerpräsident von Körber eine Rede gehalten, die sich mit dem neuen deutschen Zolltarife in der Form des vorliegenden Regierungsentwurfe« beschäftigte. Diese Rede hat zuerst das Schicksal gehabt, das nach einer kürzlich in Schlesien gefallenen Aeußerung des preußischen Landwirthschaftsmintsters v. Pod- btelski häufig Ministerreden trifft. Sie ist nämlich vielfach gründlich mißverstanden und falsch ausgelegt worden, theilweise darum, weil die aus der Rede mitgetheilten drahtlichen Auszüge höchlichst ungeschickt angefertigt waren; so ungeschickt, daß man fast auf den Gedanken verfallen könnte, böse Absicht habe dabei ihr Spiel getrieben.
Erst jetzt kann man sich ein bestimmtes Urtheil darüber bilden, auf der Grundlage der wörtlichen Wiedergabe dieser Rede. Angeblich sollte Herr won Körber am Ende seiner Rede gesagt haben: „Der Friede des Welttheile», durch feste Bünd- „nisse und wohl ausgerüstete Heere gewähr- . „leistet, findet in einem wirthfchaftlichen Gleich- „gewichte der Staaten seine natürliche Be- .»grenzung. . ."
Wunderliches Mißverständniß: das letzte Wort 'soll „Ergänzung" heißen; und damit ist den Muthmaßungen der Boden entzogen, als habe Herr von Körber gegen das Deutsche Reich vom Leder ziehen und uns Reichsdeutschen die Drohung zurufen wollen: macht nur euern Zolltarif nach dem vorliegenden Plane, dann ist unser Bündntß mit euch, dann ist der Friede Europa» an der äußersten Grenze angelangt; dann wird da« Eine wie da» Andere in schwere Gefahr gebracht! Eine große freisinnige Zeitung verstieg sich sogar bi» zu der spitzfindigen Vermuihung, Herr v. Körber sehe da« Ende seiner Ministerschaft vor sich, und nun habe er sich mit einem kräftigen Donnerwetter einen guten Abgang sichern wollen . . .!
Die ganz? Sache ist die: Herr von Körber hat über die Handelspolitik und über den deutschen Zolltarifentwurf wie ein österreichischer Mi- nifter gesprochen, der diesen Entwurf einzig und allein von dem Standpunkte eine« Oester- reicher» au» beurtheilt. Und das ist so selbstverständlich, wir nur irgend etwa« auf der Welt. „In jedem Falle — sagte der Minister — gebe ich dem Hause die V rsicherung, daß wir die Interessen der im R-ichsrathe vertretenen Königreiche und Länder mit aller Energie wahrzunehmen und eine Klärung herbeizu- -führen entschlossen sind, welche dem Dunkel der früheren Zeit ein Ende bereitet." Dai allein ist der rechte Standpunkt für einen österreichischen Staatsmann. Kein Mensch kann verständigerweise von Herrn von Körber verlangen, daß er über der Neigung, HandelSver» -a——mmm— WM»
Hit ArmkllhauspnusHs.
Roman von O. Elster.
33 ------ (Nachdruck verboten.)
(Schluß.)
„Du bist es, Else, meine Tochter — mein liebes Kind! Ich habe Dir einst sehr wehe gethan — verzeihe mir, verzeihe einer kranken, alten Frau, daß sie sich noch immer nicht frei von der Welt, von dem Leden machen konnte. Erst der Tod Hal mir diese Freiheit gelehrt und im Tode noch will ich Euch glücklich mache», meine Kinder."
Sie legte die zitternde, welke, kalte Hand auf daS Haupt ElseS.
„Mache meinen Sohn glücklich, mein Kind, und aus Eurem Glück erblühe dos Glück Eures Volkes! — Der Herr behüte Euch und gebe Such Frieden — Frieden!"
Schwer sank ste in die Arme ihres Sohnes zurück. Die Oberhofmeisterin tief die Aerzte und die Hofdamen, daß Zimmer füllte sich, die Aerzte stellten den Tod der Fürstin fest.
Else und der Herzog knieten weinend an ihrem Lager.
In dumpfen, klagenden Tönen klangen die Glocken des alten Domes der Residenz, den vor fast tausend Jahren ein Vorfahr deS Herzog- erbaut, über Stadt und Land dahin. Die helleren Klänge der kleineren Glocken in den Städten und den Dörfern mischten sich wimmernd darein, und in gewaltigen metallenen Akkorden schwebte die Klage um die aus dem Leben ge-
träge abzuschließen, seine Pflicht vergißt oder auch nur in einem einzigen Punkte vernachlässigt, nämlich die Pflicht, in allererster Reihe die wirth- schaftltchen Jutereffen Oesterreichs wahrzunehmen und die nationale österreichische Arbeit so gut wie nur irgend möglich gegen schädlichen Mitbewerb von außen her zu schützen. Und daß Herr von Körber dem Abschlüsse weiterer Handelsverträge durchaus geneigt ist, hat er unmittelbar nach jenem Satze ausgesprochen, in dem er die Em faltuug aller Energie bei der Wahrung der österreichischen Jntereffen zusagte. Wer vermag daran etwas auSzusetzen?
Herr von Körber hat weiter betont, daß er den Abschluß eines neuen Handelsvertrages mit dem Deutschen R-tchs als „den Ausgangspunkt aller wetteren Vereinbarungen dieser Art betrachte"; und mit diesem Grundsätze können wir Deutschen erst recht zufrieden fein. Wrr erwidern ihn; denn wir betrachten ja das gute bandelSpolitffche Verhältniß zu dem Bruderstaate Oesterreich.Ungarn nicht minder als eine der wichtigsten Grundlagen unserer ganzen Handels- Politik, genau in dem Sinne des österreichischen Ministerpräsidenten, daß nämlich unser gegen- fettiges politisches Verhältniß „seine natürliche Ergänzung finde in dem wirthschastlichen Gleichgewichte d.r Staaten".
Sicherlich ist der Abschluß neuer Handelsverträge keine leichte Arbeit — vielmehr „sehr schwierig", um die Worte Körber's zu wiederholen. Ehedem hat man sich den Abschluß solcher Verträge ohne Zweifel zu leicht gemacht, namentlich auch bei uns in Deutschland. „Fordert man nur Opfer von uns und will man unS dafür keine Vortheile gewähren, so werden wir die Rolle des geduldigen LammeS ablehnen . .." — so Herr von Körber. Ganz unser Fall! Wenn wir in Deutschland nach demselben und einzig richtigen Grundsätze handeln, io werden wir nicht der Gefahr ausgesetzt fein, unsere Haut zu Markte zu tragen zu Gunsten ausländischer Jntereffen. Bei der Handelspoltttk müssen wir erst drei mal unS selbst bedenken, ehe rott dem Auslande Zu- gestandniss? machen. Hier handelt es sich nicht um hohe Ideale, denen Opfer zu bringen rotr verpflichtet wären; hier bandelt es sich um wirth- schaftlicheS Geld und Gut. Und wenn dabei auch noch nicht alle Gemüthlichkeit aufzuhören braucht, so ist und bleibt der eigene Vortheil die Hauptsache, dem der Abschluß neuer Handelsverträge untergeordnet werden muß, auf keinen Fall Übergeordnet werden darf.
Ein wichtiger anderer Punkt in den Ausführungen Körber's ist der, daß er den Hauptton auf die Wahrung der Interessen derJndustrie legte. „Bor allem haben wir — so sagte er — bei den bevorstehenden Verhandlungen auf den wirksamen Schutz der Industrie bedacht zu fein"; und damit meinte er ganz unzweifelhaft die Förderung der industriellen Ausfuhr aus Oesterreich. Von den landwirthschaftlichen Zöllen, wie sie bei uns in Deutschland angestrebt werden, hat er kaum gesprochen; diese haben Herr von Körber ganz augenscheinlich blSher noch nicht beunruhigt. Daß daS österreichische Abgeordnetenhaus in seiner großen Mehrheit einverstanden ist mit den handelspolitischen Grundsätzen deS Ministerpräsidenten,
schiedene edle Fürstin zum grau verhangenen Herbsthimmel empor. Die fürstliche Dulderin, die feit Jahrzehnten an das Lager oder den Krankenstuhl gefesselt gewesen, war nicht mehr. Ein Herzschlag hatte ihr Leben und ihr Leiden geendet; ein Herzschlag, eine einzige, kurze, schrnerzhafteMtnute hatte dem jahrelange»Leiden ein Ende gemacht, wie ein plötzlicher Windstoß den morschen Baum niederoeschmettert, wie ein Blitzstrahl die hochragende Tanne zersplittert, wie ein eisiger Hauch die Blume knickt.
Mit Hoffnungen und Plänen beschäftigte sich die edle Frau bis zur letzten Stunde threS Lebens. Wer hegte nicht noch Hoffnungen, wer baute nickt noch Pläne und Entwürfe selbst, wenn er aus dem Sterbelager ruht? Unermeß- lich, unermüdlich, ewig ist die Seele deS Menschen, unvergänglich, unsterblich, nie ermattend! Und doch wohnt diese starke, muthige, unvergängliche Seele in dem schwachen, menschlichen Leibe, den eine kurze Minute vernichten, zerschmettern kann! Mit dem vergänglichen Leibe aber zerfallen auch die Pläne der vergänglichen Welt, mit dem Tode der edlen Dulderin zerfielen ihre Entwürfe, ihre Hoffnungen in nichts und Taufende klagten nm den Tod der hochherzigen Frau, die Tausenden geholfen und Tausenden noch zu helfen gewillt war.
DaS alles hatte die eine kurze Minute des Tode- vernichtet und deshalb klagten die Glocken, groß und klein, in Stadt und Dorf, und deshalb weinten Taufende am Sarge der Ent- fchlafenen, deshalb folgte die Liebe von Taufenden der Verblichenen nach an die Gruft im alten, tausendjährigen Dom, wo sie nun ruhen
beweist die beifällige Aufnahme, die deffen Ausführungen fanden.
Deutsches Keich.
Berlin, 21. Oktober.
+ Die sozialdemokratische Wühlerei im Aeere findet ernstliche Beachtung und Bekämpfung bei der Bundesregierung der Schweiz. Unsere Leser erinnern sich noch der Ausschreitungen, die das sozialistische Blatt in Genf sich erlaubte, ,Peuple de Genöoe' (Genfer Volk) Die genannte Zeitung forderte in einem Artikel mit der Ueberschrift „Militarismus" die Soldaten auf, im gegebenen Falle von bet Waffe gegen die vorgesetzten Offiziere Gebrauch zu machen; und das geschah in einer Sprache, die an Rohheit alles bisher Dagewesene übertraf. Aber kein einziges Sozialdemokrate«blatt fand ein Wort des Tadels dafür. Der Bundesrath der Schweiz hat das nicht vergessen. In feiner letzten Sitzung hat er an das Mitilärdepartement die Aufforderung gerichtet, schleunigst eine Vor- läge zu machen über Aenderung der fraglichen Bestimmungen der Militär-Strafgerichts" Ordnung. Nach der ,N. Zür. Ztg' handelt es sich um eine Aenderung der Stelle, an der von „Cioil- Personen" die Rede ist, die „Militärpersonen im aktiven Dienste zur Verletzung wichtiger militärischer Obliegenheiten verleiten ober zu verleiten suchen." Man will diese Bestimmung so abändern, daß fie auch die Verleitung nicht aktiver Wehrpflichtiger strafbar macht und das Wort „wichtiger" weggelassen wird. DaS würde gleichzeitig den Bestimmungen entsprechen, die auch schon früher bestanden und erst im Jahre 1889 ab geschwächt wurden. Diese wüste Soldatenhetze des Genfer Sozialdemokraten- blatteS erinnert ebenso wenig an eine sogenannte „Mauserung" der Sozialdemokratie, wie die Vertheilung von Gewehren an die sozialdemokratischen Bergarbeiter in Frankreich und die Bewaffnung der belgischen „Genossen" mit guten Revolvern durch bie Verwaltung des leitenden Sozialiflenblattes in Brüssel.
• Däuem-Ausweifunge«. Aus dem Dorfe Kjöbenhoved in Schleswig, nahe an der dänischen Grenze, sind elf Personen anS- gewiesen worden, weil bei einer Hochzeit Lieder gesungen wurden, die den Wunsch nach einer Bereinigung mit Dänemark aüSdrÜcken. Auch eine Rede war in diesem Sinne gehalten worden.
+ Laudwirthfchaft und Zolltarif. Am 29. b. Mts. soll der ständige Ausschuß deS Preußischen L andökon o miekolle- giumS zusammentreten, um zu dem vorliegenden Entwürfe eines ZolltarifeS Stellung zu nehmen. Die Berathungen werden im preußi- scheu landrirthschaftlichen Ministerium abae« halten werden, und zwar unter dem Vorsitze des Grafen von Schwerin-Löwitz und in Anwesenheit der Vorsitzenden aller preußischen Landwirthschaftskammern. Sckon im vorigen Jahre hat sich dieselbe Körperschaft mit bemjelben Gegenstände befaßt und hat damals ihre Ansicht dahin ausgesprochen, daß ein
sollte an der Sette ihres Gatten, inmitten zweier Söhne, die im Kampfe für Deutschlands Einheit den Heldentod erlitten, inmitten all' der Vorfahren ihres Geschlechtes, die feit tausend Jahren fast über daS kleine Land geherrscht hatten, in guten und bösen Tagen, die Leid und Freude mit dem Volke getragen, die dem Volke milde und gerechte Herrscher gewesen waren.
Wohl nie wurde eine Fürstin so beweint, so beklagt. Es hatte mächtigere, größere, klügere Fürstinnen gegeben, aber keine gerechtere, mitleidigere, wohlthätigere Fürstin, keine bessere Frau, keine beffere Mutter. Und gibt es einen größeren Ruhm auf dieser Welt? — Irdische Größe, irdische Macht, irdischer Glanz — sie vergehen in Nichts, fie bauen sich nicht immer auf auf Gerechtigkeit, auf Güte und Milde. Selbst der größte, der mächtigste, der ruhmreichste Für» hinterläßt Feinde und Gegner. An der Gruft des größten Fürste» stehen immer solche, die glauben, es sei ihnen unrecht geschehen. Aber der Ruhm der Frau, der Mutter, der Freundin deS Volkes, er zeigt nicht den geringsten Flecken, er strahlt hell wie die blinkende Frühlingssonne, er besitzt keine Gegner, keine Neider, er ist unvergänglich, unsterblich, wie die Seele.
Mit großer Pracht wurde die Beisetzung der Entschlafenen gefeiert. Von allen Höfen Deutschlands tarnen die Fürsten oder ihre Vertreter. Der gefammte Adel, die Vereine uno Korporationen deS Landes, die Städte und Dörfer, die Kirchen und Schulen, die ganze Bürgerschaft der Restdenz und Tausende und Abertausende aus
Mindestzoll von 7,50 Mark für Brodgetreide das Mindestmaß dessen darstelle, das die Land- wirthfchast mit Recht fordern könne. Der ständige Ausschuß des Deutschen Land- roirthschastsrathes steht grundsätzlich auf demselben Standpunkte, hat aber, wie bekannt, unlängst „auS Rücksicht auf die Agitation gegen hohe Getreide Me" auf einen Mindestzoll von sechs Mark für die Hauptgetreidearten sich zu- rückgezogen. Der große Bayer ische Bauerntag, der an diesem Dienstag in Regensburg sich versammelt, wird voraussichtlich folgende Forderungen aufstellen: Gleiche Mindestzölle von sechs Mark für alle vier Getreidearten, außerdem namentlich auch ein festgelegter Mtnd esttarif für andere landwirth- fchaftliche Erzeugnisfe, z. B. Vieh Hopfen, Tabak, Obst, Quebracho u. f. w. Diese letzte Forderung hat unter anderen ganz kürzlich auch der Centrumsabgeordnete Herold aufgestellt in einer Verfammlungsrede in Datteln; und da dieselbe Forderung als berechtigt früher ebenso von dem nationalliberalen Abgeordneten, jetzigen preußischen Handelsminister Möller anerkannt worden ist, sollte man annehmen, daß ste im Reichstage eine stattliche Mehrheit finden müßte, wenn sie ernstlich erhoben und vertreten würde.
• Avg. Ar. vo« Siemens, das bekannte Mitglied der Frersinntgen Vereinigung und Präsident des „Handelsvertrags - Vereins", ist seit einiger Zeit krank Wie neuerdings berichtet wird, soll die Erkrankung sehr schwerer Art fein, die zu ernsten Besorgnissen Veranlassung gibt.
• Die Zahl der denlschen predigten wird in der Provinz Posen fortgesetzt vermehrt. Die neueste Verordnung deS Herrn Erzbischofs Dr. von Stablewski betrifft die Stadt Jnowrazlaw. Dort wurde bisher nut jeden ersten Sonntag int Monat deutsch gepredigt; von jetzt ab wird regelmäßig alle vier- zehn Tage deutsch gepredigt werde«, und außerdem sollen noch weitere deutsche Predigten gehalten werde» an einer Reihe genau bestimmter Sonntage und Festtage.
X Der Aerkine» AArgermeister Streit wird leider fortgesetzt. Die Stadtverordneten- Vet sawmlung hatte, rote bekannt und berichtet, die Frage zur wiederholte» Vorprüfung nochmals an einen besonder» Ausschuß verwiesen, und dieser Ausschuß hat einstimmig einen Beschluß gefaßt, wonach der Stadtoerordneten-Versammlung vorgeschlagen wird, den Magistrat um die Erhebung der Beschwerde gegen den Oberpräfidenten der Mark Brandenburg beim Minister des Innern zu ersuchen, weil der Ober Präsident es abgelehnt hat, der vorgesetzten Behörde amtliche Mittheilung von der Wiederwahl des Staürrathes Rauffmann zu machen. Die Stadtverordneten-Verfammlung soll sich nach dem Vorschläge des Ausschusses an die Wahl Rauffmanns gebunden erachten und die Vornahme einer Neuwahl bis zum Eingänge einer Entscheidung deS Königs ablehnen. Der Ausschuß glaubt, für diese Auffassung den § 33 der preußischen Städteordnung in'S Feld fügten zu können. Aber daS eine weiß man schon j-tzt, daß die Stadtverordneten-Verfammlung diesem Vorschläge nicht einstimmig beitreten wird. Pros. Momm-
Stadt und Land folgten dem Sarge und weinten eine stille Thräne bei den erschütternden Worten des Geistliche», der der hochherzigen Dulderin daS letzte Lebewohl ihres Volkes nachrief.
Die Menge verlief sich, die ehernen Todten- grüße der Glocken verhallten, nur zwei Leidtragende blieben in der Fürstengruft zurück: der Herzog und Else. Und sie knieten nieder an dem mit Kränzen bedeckten Prurksarg Hand in Hand und sie wiederholten den Schwur, den fie am Sterbelager der hier Ruhenden gethan: Treue zu halten immerdar, Treue zu halte» ihrem Volke, Liebe und Glück auszustreuen zum ewigen Gedächtniß derjenigen, die fie in ihrer letzten Stunde vereint, die ihnen in ihrer letzten Stunde Glück und Liebe zurückgegeben.
An Stelle des einrachen Landhäuschens Elfer erhob sich nach Jahresfrist ein schmuckes Schlößchen, dessen weiße Zinnen und TtzÜrmchen sich freundlich von dem dunklen Hintergründe deS Hochwaldes abhoben. Ein prächtiger Park ver- band daS Schlößchen mit dem Walde und hoch oben auf dem alten Benneckenstein ragte eine nach Art des frühen Mittelalters gebaute Heute Ritterburg zu den Wolken auf.
DaS herzogliche Banner flatterte auf dem wiederhergestellten alten Burgsried, wenn der Lande!Herr drunten im kleinen weißen Schloß weilte. Dann blickten die Einwohner deS Städtchens und der Dörfer weit und breit froh lächelnd zu dem alten Benneckenstein empor und nickten sich gegenseitig zu und sprachen: „Unser Herzog ist wieder bet seiner Gattin. Glück und Friede» sei beiden bescheert!"
Und der Wunsch des Volkes ging in Er-