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•TÄÄSÄ.’Äi“' mit Anterhaltungs-Anlage „Zllustrirte Sonntags-Zeitung" -- iktertfligr üi. * (fetnunie).
M 235. Jut-a, Samstag, den 12. Oktober 1901. 28. Jahrgang.
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G Frauenrechte.-
Der Kampf des jüngsten Kongreffes der „fortgeschrittenen Framnvereine" mit der Ber« liner Polizei hat wieder einmal dem alten Thema Don den Frauenrechte« neues Leben eingeharcht. Diese „fortgeschrittenen Frauen vereine" können der Polizei dankbar fein für deren wiederholtes Eingreifen; denn ohne dieses Letztere würde ver- muthlich kein Hahn um diesen ganzen Frauenkongreß gekräht Haden.
Nachher hat sich noch eine Berliner Volksversammlung mit der Angelegenheit beschäftigt, in der die freisinnigen Abgeordneten Träger und Kopsch das große Wort führten. Diese Versammlung hat eine wunderliche Entschließung angenommen. In ihr wird als „Mißbrauch der Polizeigewalt" das Verlangen deS Berliner Polizeipräsidiums bezeichnet, den Fcauenkongreß überwachen zu wollen, der doch im Reichstagsgebäude tagte, also gar nicht auf preußischem Boden .... Die Entschließung ist höchst wunderlich; denn so ist doch die Ausübung der Polizei im Reichstage durch deffen Präfi>enten nie gemeint gewesen, daß nun dort Versammlungen ohne Polizeiaussicht tagen sollen, die sonst zweifellos dieser Aufsicht nach den geltenden ge< schlichen Bestimmungen unterliegen. Von einem „Mißbrauche der Polizeigewalt" kann durchaus nicht die Rede sein; denn es ist dem Berliner Polizeipräsidenten gar nicht eingefallen, an jenes Recht des Reichstagspräsidenten tippen zu wollen. Der Pslizeiprästdent bä te zwar die „fortgeschrittenen" Damen getrost im Reichstage sich ihren Zakunftsträumereien hingeben lassen können, ohne vaß daraus irgendwelche Gefahr für den Staat entstanden wäre; aber in seinem Rechte befand er sich unbedingt, als er die Ueber- wachung dieser Versammlung forderte.
Es ist nicht ohne Jntereffe, einen Blick gerade auf diese „fortgeschrittenen" Fcauenvereine zu werfen, wie sie sich nennen. Der Name soll schon andeute«, daß sie in ihren Forderungen west gehen. Außerdem soll wohl in diesem Namen auch ein Hinweis liegen auf das Gefühl der Zusammengehörigkeit dieser Frauenvereine mit der Freisinnigen Volkspartei, der ehemaligen Fortschrittspartei. Darauf ist auch auS dem Umstande zu schließe«, daß die Abgeordneten Träger und Kopsch von der Freisinnige« Volks- Partei es waren, die jene wunderliche Entschließung gegen das Berliner Polizeipräsidium zu Stande brachten.
Nun steckt in der moderne» Frauenbewegung ohne Zweifel ein gutes Tyeilchen Berechtigung, daS auch bereits in besonderen Entschließungen von Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands anerkannt worden ist. Darüber braucht man für verständige Menschen kein Wort mehr zu verlieren. Aber trott den Forderungen dieser „fortgeschrittenen" Frauen schießt der allergrößte Thetl weit über die Grenze des Verständigen hinaus. Um das recht klar einzu- sehen, braucht man nur ein Wort der Vorsitzenden dieses KcongreffeS sich ins Gedächtniß zurückzu-
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Vir ArmnihMPtMstsfi«.
Roman von O. Elster.
25 ------ (Nachdruck verboten.)
Dem kühnen Unternehmer prophezeite man den Bankerott; er mußte sich sicherlich „verbaut" haben. Woher sollte er denn das viele Geld nehmen? Und nun kam ein junges Mädchen und baute in einigen Monaten ein hübsches Landhaus mit Stallung und Waschhaus und Garten! Das kostete ja ein Heidengeld! Die Tapeten die Möbel kamen alle aus der Residenz. Und der Dekorateur, welcher die Gardinen aufschlug, war auch aus der Residenz. Und der herrliche Flügel — er wurde von einer Firma aus der Residenz geliefert. Ein richtiger Flügel war eS, nicht ein Pianino.
Die guten Benneckensteiner wurden nicht müde im Bewundern und die merkwürdigsten Ver- muthungen tauchten auf. Aber Else wußte nichts von all den Märchen und unsinnigen Geschichten, die die geschäftigen Leute in Umlauf setzten, sie hätte sich nur höchstens darüber recht amüsirt.
Die Frau Rendantin und die Frau Apothekerin und die Frau Revierförsterin warteten vergebens auf • den Besuch Elses. Diese verließ ihr HauS und ihren Garten nur, um weite Spaziergänge in dem Gebirge und in den Wäldern zu unternehmen. In die Stadt kam sie sehr selten. Da« ärgerte dann die Leute und sie schalten Else eine „hochnäsige Person", die keine Lebensart besitze, die nicht wisse, was sich zieme.
rufen: „Wir Frauen gehören nicht mehr ins Haus, sondern in dieses Haus, nämlich das Reichstagshaus!" Also weg mit der Hausfrauenschürze, fort von den Kindern und hinein in den Reichs- tag als gleich berechtigte politische Genossinnen neben den Herren Eugen Richter, Munckel, Knörckr und fo weiter . . .! Was wohl Herr Eugen Richter sagen würde, wenn jetzt neben ihm im Reichstage Frau Dr. Cauer oder sonst eine der „Fortgeschrittenen" als „Kollege" austauchte? Der freisinnige Gewaltige hat zwar noch in > einem späten Lebensabend daS Heim des Junggesellen mit dem Hafen der Ehe vertauscht; aber in dieser Form würde ihm das Ewig-Weibliche vermulh- lich im höchsten Grade lästig und verdrießlich sein. Die Sozialdemokratie hat es erfahren, was es heißt, politische Weiber in ihrer Mitte zu haben, weswegen man neuerdings auf die Entsendung von weiblichen Vertrauenspsrsonen zu den sozialdemokratischen Parteitagen nach Möglichkeit Verzicht leistet. Darum kann man es als ein Anzeichen höchster Altersschwäche bei den Helden des Freisinns betrachten, daß diese auf einmal in besagter Weise um die Gunst der politischen Damen sich bewerben, namentlich der politischen Damen von dieser Nummer. Und gerade im Jntereffe des Guten und des Berechtigten in der gegenwärtigen Frauenbewegung muß man unbedingten Widerspruch erheben gegen die öffentliche Belheiligung der Frau am parteipolitischen Leben.
Dorthin gehört ste nicht. Das widerspricht dem guten Geschmackr, dem Gedeihen deS häuslichen Levens und damit auch dem Gedeihen des ganzen Volkes!
Derrtsches Keich«
Berlin, 11. Oktober.
X Ai- Zitrone itttb die Stadl Aertm. Die Berliner Stadtverordneten wollen sich augenscheinlich auch in der Behandlung der Bürgermeisterfrage mit dem Klugen berathen. Diese Frage ist in der letzten Stadtoerordnetensitzung zur erneuten Vorberathung an einen besonderen Ausschuß verwiesen worden, sehr zum Verdruffe der Sozialdemokraten, die gar zu gern einen Konflikt zwischen der Krone und der Stadt herbeigeführt hätten dadurch, daß der Stadtrath Kauffmann sofort zum dritten Mal zum Bürger- meister gewählt worden wäre. Geradezu kindffch lesen sich einige Ausführungen des sozialdemokratischen Stadtverordneten Stadthagen, bekannt durch seine unübertroffene Fertigkeit, den Sitzungssaal des Reichstages dadurch zu leeren, daß er das Wort ^greift. Er sagte Donnerstag Abend in der Staotverordnetenversammlung: „Der Bürgermeister Kauffmann bleibt Bürger- meister, wenn er auch nicht bestätigt ist!" Der freisinnige Professor Mommsen hat dagegen den Stadtverordneten den Rechtsstandpunkt klar gemacht, wie er wirklich maßgebend ist. Er hat den Stadtverordneten dargelegt, daß der Ober- prästdent der Provinz Brandenburg es gar nicht mehr nörhig hatte, die zum zweiten Mal erfolgte Wahl der nicht bestätigten Stadtrathes Rauff« mann der Krone zu unterbreiten; daß er im Gegentheil berechtigt war, die erledigte Stelle sofort mit einem Regierungskommiffar zu besetzen,
Um all den Klatsch und Tratsch kümmerte sich Else nicht im Geringsten. Sie aihmete auf, als ihr Werk vollbracht war, sie richtete sich ein, in aller Stille und Einfachheit ihr Leben an der Seite ihres Vaters dahinzuleben. Frau Dorette besorgte die Wirthschaft, der Vater den Garten, und Else fühlte sich znm erstenmal in der Heimath, al« ste auf der Veranda ihres Häuschens stand und die Augen traurig-froh Über den Garten, über das Städtchen zu ihren Füßen, über Wiesen und Feld, Berg und Wald schweifen ließ. Ruhe und Frieden — hier waren sie zu finden! Wenn auch die Menschen schwatzten und spotteten und flüsterten und lachten, ihr Schwatzen und Spotten, ihr Flüstern und Lachen drang nicht herauf in da» „Armenhaus".
Der erste Abend im neuen, eigenen Heim! Milde Sommerdüfte strömten durch die offene Thür der Veranda in das in Dämmerung gehüllte Zimmer. Von Weitem klang da» Rauschen des Waldes, ferner Glockenklang zitterte in der leicht- bewegten Luft. Elfe saß an dem Flügel und ließ die Finger wie träumend über die Tasten gleiten. Aus den einzelnen Akkorden formte sich die Melodie und mit halblauter sehnender Stimme sang sie da« Lied, da« sie einst ihm gesungen, der jetzt so fern!
Leise verhallte die letzte Strophe:
O hauche sanft sie an. Daß grün' und blüh' die Erde! Breit' deine Arme au«. Damit es Frühling werde. —
Das Haupt Elses sank auf den Arm, der sich auf den Rand des Instrumentes stützte. In
und daß man ihm Dank dafür schulde, daß er das nicht gethan habe. Profeffor Mommsen fügte sehr richtig hinzu, die Selbstverwaltung der Stadt werde viel bester dadurch gewahrt, daß man auch die unzweifelhaften Rechte der andere« Seite wahre, nämlich der Krone, und sich in das Unabänderliche füge. Ganz anders faßt der Abgeordnete Eugen Richter, „Freisinnige Zeitung", die Sache an. Sie bleibt eigensinnig dabei, die Stadt Berlin müste gegen die „Ksbinetsregierung" ankämpfen und dürfe nicht Gegnetschäft gegen den Monarchen und am letzten Ende gegen das monarchistische System scheuen, wenn diese aus den Mißbräuchen einer solchen Kabinetsregierung hervorgingen . . . Das ist die Erwiderung der .Freisinnigen Zeitung' auf das Entgegenkommen des Oberpräsidenten und auf den Empfang de« Berliner Oberbürgermeisters Seim Kaiser! Der von der Stadtverordnetenversammlung eingesetzte Ausschuß wird wohl aber schwerlich die leidige Bürgermeisterfrage nach den Richterschen Rezepten behandeln wollen, sondern schließlich „in das Unabänderliche sich fügen" und der Versammlung die Wahl eines anderen Bürgermeisters empfehlen.
X IoMischsr Katzenjammer herrscht in den Reihen der Berliner Souialöemotratie nach dem Parteitage von Lübeck. Nach altem Brauche wurde in sechs Berliner Parteioersammlungr« über den Parteitag Bericht erstattet, und dabei kam die katzenjämmerliche Stimmung recht klar zum Ausdrucke. Von der Behandlung der Hamburger Aktordmaurer-Frage hatte bekanntlich schon Herr Auer in Lübeck gesagt, man werde, wenn man nach einigen Jahren diese Verhandlungen Nachlese, zu der Annahme geneigt sein, daß alle Redner im Delirium gesprochen hätten. Ganz ähnlich lauteten die Bemerkungen darüber in diesen Versammlungen: überall war man der Ansicht, daß die Entschließungen des Parteitages über die Akkordmaurer-Frage und ebenso über die Budgetbewilligung nur Verwirrung in der Sozialdemokratie stifte. Die Entschließung über Budgetbewilligungen widerspricht in ihrem letzten Thetle bekanntlich dem, waS in ihrem ersten Theile gesagt ist: Budget bewilligen darf ein Sozialdemokrat grundsätzlich nicht —aber „unter besonderen Umständen" darf er es doch thun. Da mag sich nun Jeder feinen Vers darauf machen, wie es ihm beliebt. Daß die Behandlung der Bernsteinerei und die Auseinandersetzung Bebel's mit Bernstein in den Berliner Versammlungen als ein „faulet Friede" bezeichnet wurde, wird im ganzen Reiche tiefstem Verständniste begegnen. Dieser Friede ist in der That recht faul!
* Das „herzliche" DerhalLttiß zwischen den Sozialdemokraten und dem Berliner Kommunal-Freisinn kommt recht drastisch in einem Artikel zum Ausdruck, in welchem aus Anlaß der bevorstehenden Stadtverordneten-Wahlen der ,Vorwärts' die Genoffen zum Kampfe gegen den Freisinn auffordert. Da wird der letztere u. A. folgendermaßen geschildert: „Die Frosch- molluSken-Breinatnr des Freisinns, die „Gesell- schäft, die weder Fleisch noch Fisch ist", ängstlich um ihre Privilegien und ihren Geldfack besorgt; „zu geriffen, zu skeptisch wiederum, um an dem frömmelnd.seudalen Hokuspokus, wie er in hohen ihrem Herzen quoll eine heiße Sehnsucht empor, in ihre« Lugen brannten die Tbränen. Vor- über — vorüber! Die Zeit des Glückes, die Zeit der Liebe konnte nimmermehr zurückkehren. Die Lirbe, das Glück hatten in ihrem Herzen zu tiefe Wurzeln geschlagen, daS gewaltsame Herausreißen dieser Wurzeln hatte ihr Herz mit zerriffen, die Wunde konnte sich niemals wieder schließen, das Herz, das Leben mußte verbluten — mußte sich zu Tode sehnen und grämen. In ihr Herz, in ihr Leben zog der Frühling nicht wieder ein, die Ruhe, die Grabesstille des Winters war das einzige Glück, waS ihrem Herzen deschieden.
14.
Aus Winter und Sommer ward ein neues Jahr. Als der Herbstwind^tbermals über die blaßqelben Stopp« lfelder wehte, da trafen sie wieder zusammen die Jugendfreunde, die Kindheitsgespielen auS dem Rektorshause und dem Armenhause von Beneckenstein. Sie wußten es selbst kaum, wie lange Zeit verfioffen, seit sie unter der breitästigen Buche am Rande des Waldes, angesichts des Heimathstädlchens zu ihren Füßen Abschied von einander genommen hatten. Jahre waren dahingeschwunden!
AuS beiden, die damals so hoffnungsfroh, so erwartungsvoll, so glückahnend von einander geschteden, waren ernste, wortkarge, Hoffnungsleere Menschen geworden. Der Märchendust, welcher ihre Kindheit und erste Jugend gleich dem Glück bringenden Schleier der Maja umgaben. war verflogen; die rauhen Wirklichkeits
Regionen ernsthaft beliebt wird, Gefallen zu finden." Der L.bera!ismus sei „der Achtung bar, die auch der ernsthafte, konsequente Gegner fordern darf." Dann ist von dem „kläglichen Verholten", bett „byzantinischen Sünden" und den „servilen Reverenzen" der Freisinnigen die Rede, und so geht es weiter. DaS ist ganz der feine Ton des Genossen Stadtbagen. Aber darum „keine Feindschaft nicht": Herr Singer bleibt doch „Chef von's Janze".
* Zar Landiagswahl im Kreise Schleswig schreibt der Korrespondent des Bundes der Landwirthe:
Wie wir erfahren, richtet sich die Animosität, die im Schleswiger Wahlkreise augenscheinlich gegen die Kandidatur des Herrn Landraths von Alten obwaltet, und zwar durchaus nicht etwa nur in bündlerischen Kreisen, nicht gegen die politischen Gesinnungen des Herrn Land- raths, von denen man übrigens noch wenig weiß, sondern gegen die Art und Weise, wie er selber die Agitation für seine Kandidatur betreibt. Wie wir erfahren, ist der Herr Landrath von Alten in der nachdrücklichsten Weise im Wahlkreise für seine eigene Kandidatur thätig. Eine Landrathskandidatur, die auS der freien Entschließung der Bevölkerung hervorgegangen wäre, würde derartigen Widerpänden nickt begegnen, wie die hier vorliegende Kandidatur des Herrn Landraths von Alten. Ein solches Eintreten eines Landraths für seine eigene Kandidatur können wir mit unseren Freunden im Schleswiger Wahlkreise unmöglich billigen. Bei derartigen Kandidaturen gerathen Bürgermeister und Gemeindevorsteher naturgemäß in die aller- peinlichste Lage. Es sollten sich alle Parteien, die auf politische Selbstän digkeit halten, in dem Wunsche vereinigen, Amts- und Gemeindevorsteher nicht in solche Situtationen kommen zu lassen und gegen derartige Kandidaturen von Landräthen Front zu machen.
Alle« sehr schön und richtig gefaßt; aber sind „derartige Kandidaturen" mit derselben Art und Weile, wie Landrath von Alten sie betreibt, so selten? Hat nicht auch der Bund der Landwirthe solche Kandidaten vielfach unterstützt? — Im klebrigen verzeichnen wir gern dieses Urtheil der offiziellen Bundes-Korrespon- denz über Landrathskandidaturen und empfehlen es zur gefälligen Beachtung allen, die es angeht!
+ Die goldene« Iünfmarkstücke haben, wie bekannt, mit dem letzten ersten Oktober auf« gehört, Münzen zu sein. Von dieser Münzlorte sind f. Zi. im Ganzen für rund 28 Millionen Mark ausgeprägt worden. Die Einziehung hat indessen nur eine Summe von 24 Millionen Mk. ergeben, sodaß also ungefähr für 4 Millionen Mk. goldene Fünfmarkstücke in privatem Besitze geblieben find al« Schaustücke, oder verarbeitet zu Schmucksachen.
X Der Personenverkehr auf der Eiseu- vatzn. Die preußische Staatrbahnverwaltung denkt einstweilen nicht an die Einführung weiterer Erleichterungen für den Personenverkehr — da« ist der kurze Sinn einer langen Ausführung der in diesem Falle wohl offiziösen ,Berl. Polit. Nachr/. Im Ernste wird schwerlich Jemand daran gezweifelt haben, daß es so sei.
ft Kiue AusSunftrstelke für Auswanderer will die Deutsche Kolonialgefellschaft mit d«m 1. April 1902 einrichten, wenn der Reichstag die nöthigen Mittel dazu bewilligt. Die genannte Gesellschaft scheint diese Bewilligung als ganz selbstverständlich anzusehen. Wenigstens ist der in Aussicht genommene Leiter der AuS- knnftSstelle bereits verpflichtet und mit den Vorarbeiten beauftragt worden.
stürme hatten den Schleier entführt und die Welt und daS Leben zeigte sich in feiner wahre« poesielosen, nüchternen Gestalt. Hinübergerettet auS der großen Enttäuschung ihrer hoffnunaS- feligen Jugend, hatten sie nur eines: die Erinnerung! Und diese Erinnerung warf einen goldenen Schimmer auf ihr Leben, das die Arbeit ausfüllte, die ruhelose Arbeit um daS tägliche Brot.
Sie erschraken nicht, sie zeigten nicht einmal Erstaunen, als sie sich an dem schönen, sonnige« Herbstnachmittage unter der breitästigen Buche wieder begegneten. Sie reichten sich die Hand und fragten einander: „Wie geht es?" als wenn sie erst gestern von einander geschieden wären.
„Sie wollen jetzt in Ihrer Heimath bleiben, Paul?"
„Ja," erwiderte er, „meine Elter« wünschen, daß ich mich hier als Arzt niederloffe. Meine Neigung geht freilich nach einer anderen Rich- tung. Ich hatte mich schon für eine Expedition «ach dem Innern Afrikas einschreiben kaffen, aber meine Eltern baten so sehr, und meine Eltern sind alt, meine Mutter kränklich, ich wollte ihnen die vielleicht letzte B'tte nicht abschlagen. Man kann ja auch überall seine Pflichten erfüllen, namentlich der Arzt findet überall, selbst im kleinsten Erdenwinkel, Noch und Elend genug, um arbeiten zu können. Es kommt ja im Leben nicht darauf an, auf welchen Platz man gestellt ist, sondern, daß man den Platz, den Zufall oder eigene Neigung uns ein- nehmen läßt, ausfüllt."