Einzelbild herunterladen
 

-WrtSeint tSglrch, ' W. Ausnahme der I Sonn- und Feier« ' fege. Bierteljährl.

ß»,ng-prei» ohneBrinzerlohn «ch Bestellgeld in Fulda und aus« LärtSlM.bOPf.

uldaerMZeitung

Inserat», Di» einspaltige Vettt« geile oder beten Raum 15 Pfg.,Re­klamen die Petit­zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

mit Unlerßattungs -Meikage „Zfluflrirte Sonnlags-Zeitung"

Druck aut Verla« bet Luldaer LcUendrucke,««

Peteregaffe Nr. 2 CfcartKonie).

Jia 234.

JuLöa, Freitag, den 11. Oktober 1901.

28. Jahrgang.

Entschädigung von Jagdunsällen.

Bon Dr. jur. @. Weyer.

------ (Nachdruck verboten.)

„Der gemeine Hase, auch Lampe, geht durch den größten Theil Europas" lesen wir beim Jagdschriststeller v. Riesenthal,- und entsprechend dieser großen Verbreitung zieht auch keine andere Wildart einen solchen Schwarm von Jagdlieb­habern jeden Alters — Jugend hat keine Hühner- äugen, und Alter schützt vor Rheumatismus nicht — und jeden Standes hinter sich drein, wie Lampe. Viele Leute gibt es unter den Waid­gesellen, denen eine Dunggabel, die Elle oder der Aichstrich oder ein sonstiges friedliches Werk­zeug besser anstünde, als eine Flinte, aber alle ziehen sie jetzt mit dem mehr oder weniger ver­rosteten Schießprügel aus, den Krummen zu be­lauern — meine Kollegen im Amateur-Photo- graphiren seien auf die dankbaren, wenn auch nicht gefahrlosen Aufnahmen aufmerksam gemacht. Daher nimmt es auch kein Wunder, daß wir uns in der Rechtsprechung so viel mit Jagd­unfällen der verschiedensten Art zu beschäftigen haben.

In der öffentlichen Unfallversicherung ist die Jagd, ebenso wie die Fischerei, der land- und forstwirthschaftlichen Versicherung mit unter­worfen, wenn sie Theil- oder Nebenbetrieb eines landwirthschaftlichen Betriebes ist. So wurde die örtlich zuständige landwirthschaftliche Berufs- genoffenschast vom Reichs-Versicherungsamt auch zur Entschädigung eines Jagdunfalles — ein Pferdejunge mußte den Hund eines der Jagd- theilnehmer führen, er hatte hierbei bei einem Standtreiben längere Zeit auf derselben Stelle im Schnee stehen müffen und sich den linken Fuß erfroren — verurtheilt, der sich nicht auf den Ländereien des betreffenden Landwirches selbst, sondern auf einem von ihm hinzugepachteten Jagdbezirke ereignet hatte, weil der landwirth- schaftliche Betrieb des Jagdpächters gegenüber der Ausübung der Jagd als der wirthschaftliche Schwerpunkt des GesammtunternehmenS erschien und die Ausübung der Jagd einen Nebenbetrieb der Landwirthschaft bildete. Ebenso wurde rin Landwirth entschädigt, welcher zur Abwendung von, Wildschaden Mitpächter der Gemeindejagd geworden war, ferner ein solcher, welcher ohne Jagderlaubniß zu haben, zum Schutze des Feder­viehes seines Bauernhofes einen Raubvogel ab­schießen wollte und dabei verunglückte. Daß sich der Verunglückte hierbei vielleicht eine unerlaubte und strafbare Handlung hat zu Schulden kommen lassen, kommt für die Entschädigung nach den Unfalloerficherungsgesetzen nicht in Betracht. Die Treiber auf den Jagden der Landwirthe sind auch hinsichtlich derjenigen Unfälle bei der land- wirthschaftliche» Berufsgenoffenschaft versichert, welche ihnen durch die Schuld von Jagdgästen zugefügt werden.

Dagegen fällt die Ausübung der Jagd, welche auf einem fremden Jagdgebiete des Vergnügens halber stattfindet, nicht in den Rahmen der land- wirthschastltchen Betriebsthätigkeit, und zwar auch dann nicht, wenn die Ausbeute derselben an den Jagdherrn abgeliefert wird und somit den Ertrag seines land- und forstwirthschaftlichen Beiriebes steigert, mag auch die Erlaubniß des Jagdherrn nur unter dieser Voraussetzung ertheilt worden sein. Die Jagdgiste bei einer Treibjagd sind da­her nicht versichert. Ist die Jagd an einen an­dern Jagdliebhaber verpachtet und nicht in den Händen deS landwirthschaftlichen Unternehmers, so bildet sie einen Neber betrieb der Landwirth­schaft nicht und ist deshalb nicht versichert; trotz­dem können aber einzelne dabei beschäftigte Per­sonen versichert sein, wenn sie von dem Land- wirjhe im landwirthschaftlichen Interesse, z. B. zur Vermeidung von Flurschäden, gestellt find.

Der staatlichen Versicherung bei den land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenoffenschaften unter­stehen somit im Wesentlichen nur die gegen land­wirthschaftliche Unfälle selbst versicherten Land­wirthe, alle landwirthschaftlichen Beamten und Arbeiter; alle übrigen Nimrode, und darunter gerade die Zunft der Sonntagsjäger, die eS eigentlich am meisten nöthig hat, müffen sich schon an eine private Unfall- oder Haftpslicht-Verfiche- rungs-Gesellschaft wenden. Aber was wird ihnen da auch alles geboten, wenn wir einem unS vor­liegenden Prospekte folgen! Sie können sich und ihre Nachbarn und die Treiber gefährden, Kühe, Ziegen, und Hunde tobt« und Scheunendächer in Brand schießen. Auch ist im Hinblick auf bissige Jagdhunde an den gefährlichen § 833 des B. G.-B. gedacht, nach welchem bekanntlich, wenn durch ein Thier ein Mensch getödtet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine

Sache beschädigt wird, derjenige, welcher das Thier hält, auch wenn ihn keinerlei Schuld trifft, ver­pflichtet ist, dem Verletzten den daraus entstehen­den Schaden zu ersetzen. Allerdings versichern die Privatgesellschaften nicht um der schönen Augen der Jäger willen, sondern sie rechnen mit einem empfindlicheren Organe, dem Geldbeutel. Die Versicherung kostet einen schnöden Mammon und der beim Wildprethändler „erlegte" Hase wird um einige Nickel theurer; auch wird der Jünger des Hubertus, der sich in Jagdunfällen zu frucht- bar erweist, aus der Versicherung entfernt und zur Warnung der anderen Gesellschaften auf die schwarze Liste gesetzt. Immerhin ist aber diese Versicherungs-Art, da ein Nnglücksfall die ganze wirthschaftliche Existenz vernichten kann, als eine segensreiche zu betrachten. Wer allerdings, wie der Berfaffer, nicht versichert ist, bei dem geht t8, um mit dem bekannten neumärkischen Parla­mentarier zu reden, „auch so", wenn ihm nur vorher in aufrichtiger Weise Hals- und Beinbruch angewünscht ist und kein altes Weib von links nach rechts über den Weg läuft. Waidmannsheil!

Mn Wiedersehen.

Bus dem Leben Napoleons I.

Die Kaiserin Josephine von Frankreich, wegen ihrer Herzensgüte und Liebenswürdigkeit allgemein geliebt, pflegte besonders seit ihrer Thronbesteigung sich das Vergnügen zu machen, nach französischer Sitte am Neujahrstage die Kinder der Hofbeamten und anderer dem Hofe nahestehender Persönlich­keiten mit Spielsachen und Süßigkeiten zu be­schenken.

Eine zahlreiche Kinderschaar hatte sich während der Vormittagsstunden im Schlöffe von Saint Cloud eingefunden, um an der Bescheerung theil- zunehmen. Die Kaiserin ließ es sich nicht nehmen, ihre Spenden an die Kleinen eigenhändig zu ver- theilen, und, um deren Freude voll zu machen, gab sie ihnen die Erlaubniß, mit dem erhaltenen Spielzeug in den Vorzimmern und Korridoren des Schlaffes zu spielen.

Wie sich leicht denken läßt, war die Stimmung der Kinder eine sehr gehobene. Die Knaben, welche mit kleinen Säbeln, Flinten, Helmen, Trommeln, Trompeten und sonstigen Kleinigkeiten beschenkt worden waren, hatten sich von den Mädchen abgesondert, in zwei Gruppen getheilt und begannen unter selbstgewählten Anführern ein­ander eine Schlacht zu liefern, welche bald in einen wahren Höllenlärm ausartete.

Der nie rastende Kaiser Napoleon, welcher sich in seinem Arbeitskabinet, da» in der Nähe des Kampfplatzes lag, befand, wurde durch das kind­liche Schlachtgetöse aus seiner Beschäftigung auf­gestört. Er trat hinaus und übersah mit einem Blick die Situation. — Leise, um die Kinder in ihrem Spiele nicht zu stören, schlich er sich auf den Zehen herbei und sah belustigt eine Zeit lang dem lebhaften Treiben zu. Bald jedoch klopfte er einem der kleinen Anführer, einem hübschen Knaben mit feurigen, braunen Augen und ausdrucksvollen Zügen auf die Schulter und rief ihn zu sich.

„Wie heißt Du, mein Kleiner", fragte der Kaiser, während er den Knaben auf sein Knie setzte.

„Achille Zaluski, Sire!"

Bei Nennung dieses Namens heiterte sich das Gesicht Napoleons noch mehr auf. General Za­luski, der Vater des Knaben, einer jener vielen polnischen Offiziere, die in französische Dienste ge­treten, in dem Wahne, daß da» Heil ihres Vater­landes nur durch den Anschluß an Napoleon und Frankreich zu erreichen sei, gehörte zu jenen Män­nern, welche ganz nach des Kaisers Sinn waren und die er so vortrefflich zu benutzen verstand. Blinde Ergebenheit, ein fast fatalistischer Glauben an den nie untergehenden Stern Napoleons, strengste Pflichttreue und Tapferkeit zeichneten Za­luski aus.

„Wie alt bist Du?" war die weitere Frage des Kaisers.

„Sieben Jahre!"

„Was willst Du werden?"

„Was der Vater ist — ich will dicke, goldene Epauletten und einen scharfen Säbel haben und alle Feinde niederhauen."

„Wenn Du erwachsen bist, werden wir keine Feinde mehr haben," bemerkte lächelnd der Kaiser, „denn in zwanzig Jahren" . . .

„Der Vater meint, in neun Jahren könnte ich schon Osfizier sein," fiel ihm der Knabe ins Wort.

„Er schließt von sich," entgegnete Napoleon, „hier hast Du etwas, kaufe Dir dafür einen anderen Säbel, wenn dieser da zerbrochen ist."

Und er gab Achille ein Vierzigfranksstück.

* *

Neun Jahre waren dahin gegangen.

Die Völker hatten sich von dem Joch, mit welchem sie der korsische Eroberer belastet, all­

mählich befreit, und wie ein reißender Strom ergoffen sich die siegreiche» Armeen Rußlands, Oesterreichs, Preußens und des übrigen Deutsch­land in die ftanzöstschen Lande.

Es war am 7. März 1814. Die Sonne leuchtete auf ein blutgetränktes Schlachtgefilde. Am Tage vorher war Napoleon bei Berry en Bac über die Aisne gegangen, hatte Craonne und den Wald von Corbry, wö die russischen Truppen unter Tschernitschew standen, besetzt und letztere vertrieben. Am darauffolgenden Tage kaw > s bei dem Dorfe Craonne zwischen dem russischen Korps von Sacken und Winzingerodr und den Franzosen zu einer heftigen Schlacht, tn welcher die Ruffen nach tapferem Widerstande mit einem Verlust von 5000 Mann an Todten und Verwundeten zum Rückzüge »ach Laon ge- nöthigt wurden. Doch auch die Franzosen hatten furchtbar gelitten, ihr Verlust an Mannschaften war noch größer als der der Besiegten, denn er betrug 8000 Mann, und die Marschälle Viktor und Grouchy befanden sich unter den Verwundeten.

Der Kampf hatte seit dem Morgen gewüthet und blieb lange unentschieden. Erst nachdem die Dunkelheit hereingebrochen war, kam ein Adjutant herangesprengt, stieg bei dem Kaiser ab und meldete, daß die Schlacht gewonnen sei.

Der blutjunge Osfizier schien sich schon wäh­rend seiner Meldung nur noch mit Mühe auf­recht erhalten zu können. Kaum hatte er sie beendet, als er wankte und sterbend zu Boden sank.

Als der Kaiser dies sah, sprang er vom Pferde, beugte sich zu dem todtwunden Jüngling hernieder, nahm sogleich das eigene Kreuz der Ehrenlegion von der Brust und heftete es eigen­händig dem Sterbenden an.

Mit seligem Lächeln auf de» bleichen Zügen empfing der junge Held diese Auszeichnung. Dann machte er noch eine gewaltsame Bewegung, und mit dem Aufgebote feiner letzten Kräfte flüsterte er mit gebrochener Stimme:

„Sire, — ich — sterbe — zufrieden! — Schon vor — neun — Jahren — als Sie zu dem Kinde — in Saint Cloud sprachen, — ahnte ich — daß ich — einmal würdig fein werde, — dieses Kreuz zu tragen! — Erkennen Sie mich — Sire? — Ich bin — Achille Zaluski! — Sage» Sie — meinem Vater — daß ich — seiner — würdig sterbe — und meine — arme Schwester....."

Weiter vermochte er nicht mehr zu sprechen. Mit einem Seufzer hauchte er feine jugendliche Heldenfeele aus.

Schweigend verharrte der Kaiser einige Augen­blicke an der Leiche des jungen Offiziers. Man sah auf dem starren Marmorantlitz des finsteren Korsen eine Thrär.e glänze».

Am nächsten Tage wurde Achille ZaluSki mit alle» kriegerischen Edren zur Erde bestattet.

Bald darauf sah Napoleon den alten General Zaluski und sagte zu ihm:

„Ihr Sohn ist auf dem Felde der Ehre ge­fallen, roiffen Sie eS?"

„Ja, Sire!"

„Ec hat eine Schwester, nicht wahr?" „Ja — sie hatte nur ihn und mich." „Und mich," fiel der Kaiser rasch ein, „sie soll m mein kaiserliches Stift zu Econen ausge­nommen werden, und ihre Ausstattung Übernehme ich auch. Ihrem Sohne gab ich das Kreuz, und Sie sind zum Großoffizier der Ehrenlegion er­nannt."

„Ich danke, Sire," entgegnete ZaluSki traurig, „aber ich habe keinen Sohn tmh--."

Ein heißer Thränenstrom rann Über die blaffen, abgehärmten Züge des alten Polen.

Napoleon, dies bemerkend, schwang sich rasch aus dem Sattel, breitete die Arme aus und sagte:

„Komm, mein armer ZaluSki, und umatme Düren Kaiser, denn auch er ist sehr unglücklich!"

Der Vater Achilles sank an die Brust Napo­leons und ließ seinem Schmerze freien Sauf.

Zur Wege der Kampe«.

Mit Beginn der längeren Abende fängt auch wieder die ständige Klage an, „die Lampe brennt nicht hell" und dem Hausherrn ist es nicht zu ver­denken, wenn er seiner Unzufriedenheit darüber Aus­druck verleiht, aber auch die Hausstau und die Kinder leiden darunter, denn nichts wirkt nachtheiliger auf das Augenlicht, als eine schlecht brennende Lampe.

Nicht blos die Verwendung eines reinen, unver­fälschten Pettoleums, sondern auch die peinliche Rein­haltung der Lampe sind Grundbedingungen. Die Leichtigkeit, mit welcher die beim Brennprozeß be­rührten Theile einer solchen Lampe in Folge der immer mehr vervollkommneten Konstruktion derselben auseinander zu nehmen, und zum Zwecke der Reini­gung zu zerlegen sind, unterstützen die letztere auf alle mögliche Weise. Deswegen ist da, wo die Hausstau die Besorgung der Lampen nicht in den Kreis ihrer eigenen wirthschaftliche» Thätigkeit zieht, mit aller Strenge darauf zu achten, daß die täglich im Ge­brauch sich befindenden Lampen auch täglich — und

das mit peinlicher Genauigkeit und Regelmäßigkeit ge­reinigt werden. Bei nur seltener in Gebrauch kommen­den Luxuslampen thut man gut, nach jedesmaligem Gebrauche das Petroleum auszuleeren, das Bassin mit heißem Wasser zu reinigen und ganz klar zu spülen, diese Prozedur ist so oft zu wiederholen, bis das Wasser zuletzt ganz rein und geruchlos abläuft. Er­leichtert wird die Reinigung, wenn man dem Wasser etwas Pottasche zusetzt.

Eine ganz besondere Sorgfalt beansprucht die Reinigung des Brenners, aus welchem die Flamme hervortritt, und in dessen unterem, beckenartigem Theile die während des Brennprozesses sich absetzen­den Fetttheile und Dochtfasern sich niederschlagen. Der Brenner muß in seinen einzelnen, zerlegten Theilen blank geputzt, der Docht herausgezogen wer­den, damit der innere, sich während des Ärennpro- zesses verunreinigende Theil mittelst eines Pinsels von seinen rußigen Niederschlägen vollständig gereinigt werden kann. Auch reinigt man die Brenner hin und wieder mit heißem Sodawasser; man löst für diesen Zweck rüchlich Soda mit kochendem Wasser auf, legt die Brenner kurze Zeit hinein und reinigt sie dann gut.

Der Docht muß rein, trocken und im Gewebe nicht zu locker sein; beim Abschneiden desselben ist be­sonders darauf zu achten, daß die bandförmigen Dochte in einer geraden Sirte, die röhrenförmigen in ihrem Kreisumfang gleichmäßig abgeschnitten werden. Bringt man einen frischen Docht in di- Lampe, so schraubt man denselben herab, damit er gehörig mit Petroleum durchziehen kann, und schraubt ihn dann wieder hinauf.

Nie soll man das Bassin überfüllen und Petro- leuin immer aus einem kleinen Kännchen eingießen, das eine lange Gießröhre hat. Das Glas der Lampen reinigt man mit einer Cylinderbürste und reibt es so­dann tüchtig mit einem reinen Tuche oder weichen Leder ab. Wichtig ist es, die Lampen gleich des Morgens nachzusehen, nachzufüllen, auszupinseln und wo das Metall in Frage kommt, auf ein ebenso regel­mäßiges Putzen zu achten.

Um das Rauchen der Lampen zu verhüten, so­fern dasselbe nicht etwa von falscher Schraubenstellung des Brenners oder unregelmäßigem Abschneiden des Dochtes herrührt, empfiehlt ein Hausmittel den Lampendocht vor dem Gebrauche mit starkem Wein­essig zu tränken, ihn darauf aber völlig austrocknen zu lassen. Auch die Petroleumkannen müssen öfter ge­reinigt werden, da sich stets nach längerer Zeit ein Satz bildet.

Befolgt man die angegebenen Rathschläge, so wird man immer an der Lampe seine Freude haben, und die Hausfrau sich unnöthigen Verdruß ersparen.

NremifchteK«

△ Bei der Auswahl von Spielsachen für die lieve Jugend sollte man vor allen Dingen den Zweck derselben tm Auge behalten. Das Kino will spielen, es will sich unterhalten, und deshalb bevorzugt es vor allem anderen Spielzeug solche Sachen, die sich bewegen können oder bewegen lasten, die gewissermaßen lebendig find und mit denen das Kind sich unterhalten kann. Die Puppe für das Mädchen darf daher nicht allzu fein sein, sie muß sich an- und ausziehen lasten. Der Knabe will keine unbeweglichen Bilder oder seinbemalte Sachen, die er nicht anfasten darf; am liebsten ist ihm ein Spielzeug, an dem er durch Ausetnandernehmen und Wiederzusammensetzen seine Geschicklichkeit er­proben kann Deshalb sind mit Recht die Baukasten, insbesondere die Richter'schen Stetnbaukasten, und für Mädchen die Kvchschulen, Nähschulen, Puppenschneiderin, Blumenarbeiten re., wie sie der aus diesem Gebiete rühmlichst bekannte Spielverlag von Otto Maier in Ravensburg tn den Handel bringt, bei allen ver­ständigen Erziehern und besonders auch bei den Kindern selbst so sehr beliebt.

* Aeiteres ans dem Dureuliriege In allen Witzblättern muß der Burenkrieg den Stoff liefern. Gute und schlechte Witze werden über dteses Thema ge­macht, ja selbst englische Witzblätter stehen ihren übrigen europäischen Witzblättern nicht nach. In letzter Zeit wird namentlich Lord Kitchener in höchst satirischer Form heruntergeristen und seine lügenhaften und sich widersprechenden Berichte bespöttelt. Aus der Fülle dieser Satiren seien hier einige wieder gegeben: Kit- cheners neuester Wochenbericht: Montag: Wir griffen mit Erfolg an und bewerkstelligten darauf einen glätt, ,enden Rückzug. — Dienstag: Oberst O'Conner sah sich plötzlich drei Buren gegenüber. Er machte 45 Ge­fangene und brach hierauf das Gefecht ab, um nicht von der Uebermacht erdrückt zu werden. — Mittwoch: Oberst Elliot meldet mir, daß er fünf Kilometer von Rhinozerossontein auf keinen Feind gestoßen sei und stck in dieser Situation siegreich behauptet habe. — Donnerstag: Zum Beweise, daß die Buren überall fliehen, melde ich, daß von den 45 gefangenen Buren 43 ausgeriffen sind. — Freitag: Die übrigen zwei Buren fvrmirten sich zu acht starken Kolonnen, die den General French bedrohen. Bitte dringend um Set« pärkungen, da die hier verfügbaren Kräfte zur Be­kämpfung des total niedergeworfenen Femdes nicht aus­reichen. — Samstag: Ich habe eine neue Proklamation erlassen und einen Trupp Rindvieh erbeutet. Die Ochsen sind nunmehr auf meiner Seite. — Bon Krt- chener selbst telegraphirt. 1. September: Gestern ge­lang es uns, ein Burenlager zu überraschen. Die be­stürzten Buren liefen uns in wildem Schrecken nach. — 2 September: Heute schickte ich eine Abtheilung schottischer Hochländer aus, um eine Burenabtheilung gefangen zu nehmen, die in unserer Nähe streifte. Die Hochländer nahmen die Buren gefangen und brachten sie ins Hauptquartier Dewet's, um diesen zu verhöhnen. — 3. September: Unsere Maulesel sind wahre Pracht- thiere. Eine Schaar diebischer Buren raubte einige dieser Thiere und führte sie dem Kommandanten De­lorey vor. Selbst dieser Feind Englands mußte, wie ich erfahren habe, ausrufen: „Nein, solche Esel wie im englischen Hauptquartier kann man nirgends finden."

* Gute Empfehlung. Gnädige Frau (zur stelle­suchenden Zofe): „Haben Sie Empfehlungen von der letzten Herrschaft, bei der Sie waren?" — Zofe: „O, gewiß, gnädige Frau, während ich dort war, haben sich drei Töchter aus der Familie verheirathei."