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fite jjwatfx P«»3<IU» tu Sau«. mit Anler-attungs -Meilage „IlluArirte Sonntags-Zeitung"

M 234.

JuLöa, Freitag, den 11. Oktober 1901.

28. Jahrgang.

UKrstes Matt-I

G Weiteres zur Zollfrage.

Ohne weiteres sei zugegeben, daß die Be­sprechungen der Zollfrage in de« Zeitungen einen ungewöhnlich breiten Raum einnehmen. Aber die Wichtigkeit der Frage muß diese Thatsache ohne weiteres entschuldige« und rechtfertigen.

Jetzt hat die Besprechung der CentrumS- Interpellation in der bayerischen Ab­geordnetenkammer neuen Anlaß gegeben zu einer Kennzeichnung der dadurch geschaffenen Lage. Vor allen Dingen ist festzustellen, daß mindestens hundert Mitglieder dieser Volksver­tretung mit den Getreidezöllen, wie der Re- gierungsentwurf sie vorschlägt, nicht zuftieden sind, sondern eine wesentliche Erhöhung derselben verlangen; daß ferner neun Zehntel aller Mit­glieder der bayerischen Kammer für eine Erhöhung der bestehenden Getreidezölle eintreten und über­haupt grundsätzlich einen ausreichenden Zollschutz für die Erzeugnisse der deutschen Arbeit ver­langen; daß endlich nur die Sozialdemokraten in der bayerischen Kammer der Abgeordneten Gegner einer geeigneten Zollschutzpolitik sind. Und daS sind doch gewiß sehr wichtige Ergeb- niffe dieser fünftägigen Auseinandersetzung. Dir bedeuten gleichzeitig für Bayern eine vernichtende Vermtheilung des sogenannten Handelsvertrags- Vereins und feiner demokratischen und sozial­demokratischen Gefolgschaft; denn in der parla­mentarischen Vertretung des bayerischen Volkes besitzen die Freihändler Freunde einzig und allein bei der Sozialdemokratie!

Zweiter s war es vom größten Interesse, bei dieser Gelegenheit die Haltung der bayerischen Minister zu beobachten. Bisher hat man die bayerische Regierung in dem berechtigten Ver­dachte gehabt, daß sie in Berlin ihren Einfluß habe spielen lassen gegen eine höhere Bemeffung der Zölle für Getreide, hauptsächlich für Gerste, in dem Zolltarif. Entwürfe der Regierung. Der H-rr Finanzminister Freiherr von Riedel ist wiederholt als der Mann bezeichnet worden, der in diesem Sinne vornehmlich gewirkt habe. Frei­herr von Riedel hat dieser Behauptung als einer unwahren Angabe im bayerischen Landtage widersprochen. Auf dem amtlichen Wege ist er also nicht gegen die Einsetzung eines höheren Gerstenzolles eingeschritten; es fragt sich nur, ob er dies nicht auf andere Weise bewerkstelligt habe, wie ein angesehenes bayerisches Centrums­blatt vermuthet. Darüber finden möglicherweise noch weitere Auseinandersetzungen statt. Einst­weilen ist als kennzeichnende Thatsache zu ver­zeichnen, daß Freiherr von Riet el nicht als der Urheber des niedrigen Gerstenzollsatzes angesehen sein will; und das ist auch schon etwas werth, und nicht minder werthvoll ist das Versprechen des Ministers Freiherrn von Feilitzsch, im BundeSrathe eine Erhöhung dieser Zollsätze für Hopfen und Tabak beantragen zu wollen. Die Freihändler versuchien bis in die neueste Zeit hinein aus den Fischfang mit der Behauptung zu gehen, daß sie für ihre Bestrebungen feine Stütze am

Hit AmtHhmrpriiWu.

Roman von O. Elster.

24 ------ (Nachdruck verboten.)

Als der Beifall verklungen und sie noch einen scheuen Blick nach der Loge warf, war sie leer. Ihre Kraft war zu Ende, rasch zog sie sich zurück.

Am folgenden Morgen, al» Else eben ihre Toilette beendet hatte, trat Frau Dorette mit wichtiger Miene ins Zimmer. Die treue, alle Seele batte sich im Saufe einiger Monate zu einer vortrksfl.chen Stütze ihrer jungen Herrin empor gearbeitet. Mtt natürlichem Verstand wußte sie sich bald in alle Lagen des abwechslungsreichen Küaftlerlebens einzusinden; sie war der beste Schutz für Elfe; ihr resolutes Wesen scheuchte jede dreiste Annäherung zurück und selbst der Herr Jmprefsario besaß einen heillosen Respekt vor dem „alten Drachen", wie er Frau Dorette zu betiteln be­liebte.

„Nun, Dorette", fragte Else lächelnd, „was gibt es denn? Sie machen ja ein Gesicht, als stände ein König vor meiner Thür."

„Wenigstens ein sehr vornehmer Herr — der Herr Onkel von Ihnen, Fräulein Else."

„Mein Vetter?"

„Hier ist eine Karte. Der Herr Baron bittet um eine kurze Unterredung.

„Freiherr von Hannecken, General z. D., Hof- iheater-Jntendant" las Else aus der goldum­ränderten, wappengeschmückten Karte.

Sollte sie ihn empfangen? Schon wollte sie die Karte bei Seite werfen und Dorette anweifen,

bayerischen Ministerium hätten. Diese Versuche müssen sie jetzt nach der Besprechung der CentrmnS- Jnterpellation in der bayerischen Abgeordneten­kammer als vollkommen nutzlos und unmöglich aufgeben. Im Gegentheil darf man sich jetzt trotz alles Voraufgegangenen wohl doch der Hoffnung hingeben, daß die Vertreter der bayerischen Re­gierung sogar einer Erhöhung der Getreidezölle über die Vorschläge des Tarif-EntwurfeS hinaus keinen ernstlichen Widerstand mehr im BundeS­rathe entgegensetzen würden, wenn nur im Reichs­tage eine ansehnliche Mehrheit dafür eintreten würde. Eine solche Veränderung in der Haltung des bayeri­schen Ministeriums würde in erster Reihe dem er­folgreichen Vorstoße deS Centrums in der Münchener Abgeordnetenkammer zu verdanken sein.

Auch dem Obergenoffen von Vollmar ist augenscheinlich gar nicht recht heimisch zu Mathe gewesen während der fünf JnterpellationStage. Sein Parteifreund, der sozialdemokratische Frei­herr von Haller, donnerte geradezu in wildem Fanatismus gegen dir Landwirthschast loS. Herr von Vollmar hat es aber für gerathen gehalten, ganz andere Töne anzuschlagen und in heuchle­rischer Weise zu behaupten, daß gerade der Bauernstand der Sozialdemokratie alles Mögliche zu verdanken habe, daß diese Letztere bei der Grundentlastung mitthun wolle und den Forde­rungen zustimme, die erhoben würden für länd­liches Bildungswesen, für Genossenschaftswesen, für Bodenkultur. . . . Das läßt tief blicken! aber die Bauern lassen sich nicht htnters Licht führen, am wenigsten von dem Häuptlinge der bayerischen Sozialdemokratie.

Daß die fünftägige Redeschlacht um die land- wirthschaftlichen«Zölle" in der bayerischen Kammer der Abgeordneten einen glänzenden Sieg be­deutet lm Interesse der bedrängten Landwirth- schaft und eine vollkommene Niederlage alles dessen, das Freihandel sich nennt, müssen auch eifrige Verfechter dieses Freihandels zugeben. Wenn Preußen und Bayern einig sind — schreibt betrübten Tones die freisinnige »Vossische Zeitung' in Berlin — muß jeder andere Staat den Versuch für erfolglos erachten, p >en ihre Ansicht aufzutreten. So ist cs! B g xn und Preußen aber, und ebenso auch b - Übrigen Bundesregierungen, werden einig fu-t in der Schaffung eines wirklich ausreichenden Zollschutzes für bie heimische Arbeit, wenn ihnen im Reichs­tage mit derselben Deutlichkeit, wie im bayerischen Landtage, vorgehalten und bewiesen wird, was durchaus «othwendig ist.

Deutsche» Deich«

Berlin, 10. Oktober.

h. Die Disenvahuen i» Hffprevtze« und Mestprenhe« sollten sich nach der Behauptung etnig-r Blätter in jenen Provinzen als unge­nügend erwiesen habe« zur Heimbeförderung der Truppen nach beendigtem Raifeintanöoer. Unter Angabe überzeugender Ziffern wird diese Be­hauptung in einer halbamtlichen Notiz der ,Nordd. Allg. Ztg.' als falsch bezeichnet. Die Heimbeförderung ter Truppen kann danach nur „als wohlgelungen und als eine besonders gute Leistung der Eisenbahn bezeichnet werden". Dieser Auffassung hat auch, derselben Quelle zufolge,

dem General zu bestellen, sie sei nicht zu sprechen, als ihr die Erinnerung an die freundliche Auf­nahme in dem Hause des Generals aufstieg. Es wäre sehr undankbar gewesen, ihn schroff zurück­zuweisen. Deshalb ließ sie ihn bitten einzutreten. Einmal mußte sie ja doch eine Aufklärung ihres raschen Verschwinden» au« der Residenz geben.

An ihrem Schreibtisch stehend, empfing sie den General mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, das die verlegene Erscheinung des alten Herrn hervorgerufen hatte. In tadelloser Besuchstoilette, im Frack, weißer Kravatte, den blitzenden Ordens­stern auf der Brust, erschien der General und ver­beugte sich in ehrerbietigster Weise.

„Ich freue mich unendlich, mein gnädiges Fräulein, daß Sie Güte hatten, mich zu em­pfangen."

Else streckte ihm die Hand entgegen. „Aber Onkel, Exzellenz", entgegnete sie mit leichtem Spott, „wozu solche Förmlichkeit zwischen uns? Ich danke Ihnen, daß Sie mich nicht vergeffen haben."

»Ich Sie vergeffen?" — der alte Herr athmetr tief auf. „Ich werde mein Lebtag an Sie denken, denn — denn Ihretwegen habe ich eine böse Stunde verlebt."

„Meinetwegen?"

»Ja, Else. Weshalb gingen Sie auf meinen Vorschlag nicht ein? Weshalb nahmen Sie mein Engagementsangebot nicht an? Weshalb ver­schwanden Sie bei Nacht und Nebel? Der Herzog war wüihend, Ihre Hoheit, die Herzogin-Wittwe war sehr traurig — man machte es mir zum Vorwurf, daß ich Sie nicht zurückgehalten hatte

die oberste Militärbehörde in anerkennendster Weise der Eisenbahnverwaltung gegenüber Aus­druck gegeben.

* Einen „>m«Mcit0rief" hatte ein bayerisches Amtsblatt, die ,Fränk. Nachr.', veröffentlicht. Es handelte sich um den Brief eines bayerische« Unteroffiziers, der in der Nacht vom 23. zum 24. November vier Stunden von Peking mit 32 Mann seiner Kompagnie einen Angriff der Chi­nesen auszuhalten hatte, in dem es hieß: „Wir hatten 13 Boxer tobt und 32 schwer und leicht verwundet. Diese wurden alle in den Peiho ge­worfen." Die ,Kirchlich.sozialen Blätter' über­mittelten dieses Blatt dem preußischen Kriegs« Ministerium mit der Bitte um Untersuchung und erhielten darauf den Bescheid, daß der Schreiber deS Brieses, nach welchem 32 Ver­wundete in den Peiho geworfen sei« sollen, er­mittelt worden ist und zugestanden hat, den Inhalt deS Briefes zum großen Theil erlogen bezw. stark Übertrieben zu haben. Er hat ausgesagt: „Es ist durchaus unwahr, wenn ich damals geschrieben habe, daß tobte, leicht und schwer verwundete Chinesen, und noch dazu in so hoher Zahl, in den Peiho geworfen worden seien. Außer den beide« Todten, die sofort in Folge des erhaltenen Schlages bei dem nächt­lichen Kampfe Über Bord gingen, ist Überhaupt Niemand in den Peiho geworfen worden."

n Die Dereirre deutscher Katholiken iu Losere haben am letzten Mittwoch eine Delegirtenversammlung in der Prooinzhaupt- stadt Posen abgehalten und dabei eine Aende- rung ihrer Satzungen beschlossen Als Zweck des Verbandes soll in Zukunft nicht nur die Förderung des religiösen Lebens angesehen werden, sondern auch die Pflege deut« schkr Gesinnung und die Wahrung der berechtigten Interessen der Katholiken deutscher Zunge. Schon .früher bestand die Absicht dieser Satzungsbestimmung. Man führte sie aber nicht au*. Der neue Beschluß reiht sich ganz folgerichtig anderen Erscheinungen an, über die jetzt fortgesetzt aus der Provinz Posen, berichtet wird.

h Iveihvi/chof Aerrmatt« in Frauenburg will nach eint - «Mittheilung der konservativen ,Elbinger Ztg.' i ine Mandate als Mitglied de« Reichstages und de» Preußischen Abgeordneten­hauses behalten, wenn nicht etwa diese Mandate durch seine Ernennung zum Weihbischof von den genannten Parlamenten al« erledigt erachtet werden sollten. E« ist schwerlich anzunehmen, daß diese Anschauung eine Mehrheit finden könnte. Man darf also hoffen, daß der hochverdiente Herr dem Reichstage und dem Landtage ohne weitere« erhalten bleiben werde.

+ Die Sozialdemokratie gibt sich alle erdenkliche Mühe, ihre Niederlage bei den Wahlmännerwahlen in Karlsruhe zu vertuschen. Sie stellt sich nämlich an, als hätte ihr Sieg in dem anderen Wahlkreise Pforz­heim ganz besondere Bedeutung, nämlich die Bedeutung deS ersten Wahlsieges der Sozial­demokratie auf dem flachen Lande. Aber der Wahlkreis Pforzheim hat durchaus nicht Über­wiegend ländliche Bevölkerung. Vielmehr ist dieser Wahlkreis, wie bekannt, der Sitz einer ausgebreiteten Erzeugung von Bijouterieartikeln,

— ich bitte Sie, Else, habe ich nicht alle» ge» than. Sie zurückzuhalten?"

„Alles, was in Ihren Kräften stand", entgegnete Else bitter. „Nur in Ihr Haus konnten Sie mich nicht ausnehmen."

„Mein Gott, wenn Sie mir alles gesagt hätten!"

„Beruhigen Sie sich. Sie sind wahrlich nicht schuld, daß ich die Stadt so schnell verließ. Die Schuld trägt allein der Herzog."

„Der Herzog?"

„Ja, er brach die Brücke hinter sich ab, er hielt es nicht einmal der Mühe werth, noch ein Wort an mich zu richten. Ec reifte noch an dem­selben Abend fort."

„Ach, Else, Sie wissen ja den Zusammen­hang nicht. Der Herzog reifte ab, nachdem er eine lange Unterredung mit Ihrer Hoheit gehabt. Sie forderte seine Abreise, nur unter dieser Be­dingung wollte sie Sie, Eise, bei sich behalten, für Sie weiter sorgen.

Else erbleichte. Also das war des RäthselS Lösung! O wie thöricht war sie gewesen in ihrem Mißtrauen, in ihrer Verblendung! Sie erkannte die Absicht der Fürstin, ihr den Abschied vom Hofe ehrenvoll und leicht zu gestatten, welche Absicht ihr rascher Schritt vereitelt hatte. Aber es war jetzt nichts mehr zu ändern. Viel­leicht war es gut, daß alles so gekommen; sie hatte sich wenigstens ihre Freiheit und Unab­hängigkeit bewahrt.

„Ich bedauere sehr, die Herzogin betrübt zu haben," sagte sie leise.

„Sie können Ihren Fehler wieder gut machen.

zumeist in hausindustriellem Betriebe. Bei de« letzten Wahlen zum Reichstage siegte dort auch der Sozialdemokrat — ganz charakteristisch für die Urz ifriedenheil, die fast überall da herrscht, wo eine ausgebreitete Hausindustrie betrieben wird. Von einem Eindringen der Sozial­demokratie in einen eigentlich ländlichen und bäuerlichen Wahlkreis mit ihrem Wahlsiege im Wahlkreise Pforzheim ist thatsächlich auch nicht eine Spur vorhanden, alles Renommiren in diesem Sinne vielmehr von A bis Z vollendete Flunkerei.

* Ikechl marktschreierisch kündigt sich heute auf knallrothem Papier ein neues Mach­werk einer Münchener Buchhandlung für die nächste Zeit an. Die Schrift soll heißen: „LoS von Rom oder Revolution?" Der Ser- taffer rühmt sich mit feinem gottlosen Mund nicht etwa, er wolle nehmen die Stadt Stral­sund, wie es in Wallensteins Lager heißt, als vielmehr „den Papst von Rom vom Stuhle zu stoßen." Er theile die Anschauung der römischen Tradition, so führt die Anpreisung weiter aus, daß der Papst der Nachfolger Petri ist und gründe auf diese Annahme seine scharfen und unerhörten Angriffe gegen das Papstthum. Er sei dagegen, daß den Oesterreichern von den Protestanten das Evangelium gepredigt werde, und wolle vielmehr, daß die Protestanten in den Schooß der katholischen alleinseligmachende« Kirche zurückkehren. Wie der Verfasser sich die katholische Kirche ohne Papst vorstellt, ist in dem Reklamezettel nicht gesagt. Zum Schluffe for­dert er zu einer allgemeinen Revolution gegen den unfehlbaren Papst und die protestantischen Heiligen auf. Recht geistreich hat er sich fol­gendes Motto für seine Schrift gewählt: „Im Oktober pflegt man die Leute nicht in den April zu schicken," Uns scheints nach bem ungereimten Zeug auf dem rothen Reklamezettel, daß beim Verfasser im Oberstübchen nicht alles in Ord­nung ist und ihm eine Kaltwasserheilanstalt noch thut.

* Bei der Landtagswahk für die dritte Klasse der Städte Detmold, Sage, Horn erhielten Wißmann (freisinnig) 400, Domscheidt (Soz.) 348, dessen Wahl für ungiftig erklärt war, Dr. Neumann-Hofer (lib.-soz.) 340 Stimmen. Wißmann und Domscheidt kommen also in die Stichwahl. Die Wähler werden nunmehr zum sechsten Male an die Wahlurne schreiten müssen.

Römische Briese.

XXXII.

□ 9iom, 7. Oktober 1901.

Der in unserem letzte« Briefe gemeldeten Aeußeruug deS Vatikans über die Nationalfrage des vielumstrittenen Jnstituis von Sa« Girolamo degli Schiavoni ist die Lösung der unerquickliche« Angelegenheit auf dem Fuße gefolgt. Zwischen den Regierungen Oesterreich-Ungarns und Italiens wurde rin Abkommen geschloffen, nach welchem das genannte Institut (welches selbstverständlich niemals aufgehört hat, unter österreichisch-unga­rischen Schutz zu stehen) seinem alten Zwecke nicht entfremdet werden soll, daß die Thätigkeit des italienischen außerordentlichen Kommiffars

Else!" rief der General lebhaft. „Sie könne« den Herzog, Sie können Ihre Hoheit versöhnen! Sie brauchen nur auf meinen Vorschlag ein­zugehen."

„Ich verstehe Sie nicht."

„Wir haben Ihre Ruhmeslausbahn verfolgt, Else. Der Herzog und die Herzogin sind hoch erfreut, daß Sie sich so rasch Anerkennung er­rungen. Gestern Abend hörte Sie der Herzog, ich war mit ihm in Ihrem Konzert — ach Else, welch eine Bühnenkünstlerin würden Sie werden!"

„Wollen Sie mir ein Engagement anbteten?" fragte Else lächelnd.

„Allerdings will ich das!"

„Kommen Sie etwa im Auftrage des Herzogs?" _ , , ,

Nein, Else, ich komme aus eigenem Antnede. Aber ich weiß, daß der Herzog, daß die Her­zogin alles, was vorgekommen, vergessen würden, wenn Sie sich entschließen könnten, an unser Hoftheater zu kommen."

„Wenn sie alles vergessen könnte«, lch ver­mag nichts zu vergessen."

„Ach Else, Sie thu« uns, Sie thun dem Herzog unrecht! Der Herzog ist ein edler Mensch, er würde Ihnen mit der größten Ach­tung begegnen und die Herzogin würde Sie freudig begrüßen. Meine Gattin und ich, wir würden Sie in der Gesellschaft einführen, Sie würden in unserem Hause Wohnung nehmen. Else, ich bitte Sie, überlege« Sie mein Angebot. Auf die Gage kommt es nicht an — fordern Sie nur! Wenn es auch nur auf ein Jahr wäre!