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mit Ilnterhaltungs -Meilage „Illufiririe Sonntags-Zeitung" ““ Peter»,«Se Nr. r Cboratenit).
28. Jahrgang.
Jutöa, Dienstag, den 8. Oktober 1901.
JE 231
Ist
dort? — „Die Preß-Afsociation!
1897
1898
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Der Meistertitel im Handwerk.
Mit dem 1. Oktober d. I. find die Bestimmungen der § 133 des sogenannten Handwerkergesetzes vom 26. Juli 1897 in Kraft getreten, welche den Meistertitel betreffen.
Den Meistertitel in Verbindung mit der Bezeichnung eines Handwerks dürfen nach denselben Handwerker nur führen, wenn sie in ihrem Gewerbe die Befugniß zur Anleitung von Lehrlingen erworben und die Meisterprüfung bestanden haben. Die Befugniß zur Anleitung von Lehrlingen steht nur denjenigen Personen zu (8 129), welche dar vierundz wanzigste Lebensjahr vollendet haben und in dem Gewerbe oder in dem Zweige des Gewerbes, in welchem die Anleitung der Lehrlinge erfolgen soll, entweder die von der
depeschen; die medizinischen Ansichten der zwei oder drei größten Chirurgen New-Aork«; eine Spalte mit „allgemeinen Eindrücken"; die Wirkung der Attentatsnachricht auf die Hauptwerthe bei New-Yorker Marktes; eine Biographie Roosevelt'» usw. Und das alle» war in einem Zeitraum von 60 Minuten fertiggestellt worden! Der Augen» zeuge, der dieser schwindelerregenden Fertigstellung eines großen Blattes beiwohnte, erzählt, daß es auch nicht eine Sekunde Ablenkung und Verwirrung gab, daß alles wie am Schnürchen ging, ohne daß auch nur ein Wort gesprochen wurde. Jeder war auf seinem Platze und jeder hatte seine innere Energie verzehn-, verhundertfacht. Dai waren nicht mehr menschliche Wesen, das waren Maschinen, die mit Dampf arbeiteten. Das war nicht mehr rapider Journalismus — das war Blitzjournalismus."
fetzung der Kraft zu sichern und sie zu erhöhten Leistungen anzufeuern. Von liberaler Seite wird immer darauf hingewiefen, daß zur Gesundung der Verhältnisse im Handwerk von unten an der Aufbau zu beginnen hat, also bei der Ausbildung der Lehrlinge. Und dies mit vollem Recht! Wenn dazu die Lehrlings- bezw. Gesellenprüfung u. A. ein erkanntes Mittel sei« soll, um so eher sollte man auch erwarten dürfen, daß auch die Meisterprüfung als die letzte Stufe in der Ausbildung will- kommen geheißen würde.
Gesellen, und Meisterprüfung zusammen sollen ein Mittel der Erziehung und ein wirksamer Ansporn sowohl für den Lehrling wie Gesellen, den Meister wie die Innung sein, ihr Bestes zu leisten. Dieser Zweck wird in umso höherem Grade erreicht werden, je ernster die Anforderungen bei der Prüfung find und die Examinatoren selbst ihre Aufgabe auffaffen.
An den Innungen wird eS liege«, wieweit sie Maßnahmen deS Meistertitels praktisch zur Durchführung bringen, indem dieJnnungsmeister hreLehrlinge bezw. Gesellen auch zur Ablegung »er Gesellen- bezw. Meisterprüfung anhalten und anfeuern. Sie find vor Allem dadurch in der Lage, die Redensart von einem „dekorativen Werth" des Meistertitels auf ihre« wahren Gehalt zurück- uführen und letzteren zu einem Ehrentitel, einem Zeichen der Befähigung, emporzuheben.
□ Die prinzipielle Stellung der Sozialdemokratie zurHandelspolitik st durch den Lübecker Parteitag vom September 1901 ebensowenig geklärt worden, wie durch den vorhergehenden, der in Mainz stattfand. Bebels Referat in Lübeck beschränkte sich in der Haupt- ache auf maßlose Angriffe des Zolltarifentwurfs; einstimmig beschloß der Parteitag von einer Diskussion abzusehen, „um den Eindruck de« Referats nicht abzuschwächen", wie der Bericht der sozialdemokratischen ,Rhein. Ztg.' agte. Bebels Resolution gegen den Tarifentwurf, welche das gerade Gegenthetl einer ruhigen und besonnenen Kritik, vielmehr auf die Verhetzung der Volksmaflen berechnet ist, gelangte dann zur Annahme — damit soll die Sache erledigt sein. Sie ist es nicht. Genoffe Calwer und eine Reihe anderer „Opportunisten" der Partei, welche an den .sozialistischen Monatsheften' mitarbeiten, denken anders als der radikale Flügel um Bebel, um den ,Vorwärts' und die Heue Zeit'. Sie billigen prinzipiell Schutzzölle — wenn auch nur industrielle — und eine nationale Handelspolitik. |
Aber auch Bebel hat es in Lübeck nicht an be merkenswerthen Zugeständnissen fehle« lassen. Zunächst verwarf er nicht den Schutzzoll an und für sich und wandte sich mit keinem Worte gegen den Crlwer'schen Standpunkt; das Lübecker Protokoll müßte denn eine derartige Stellungnahme unterdrückt haben. Bebel gestand dann zu: „Die Zoll- und Handelspolitik beruht auf Gegenseitigkeit. Gewiß niemals kann eS eine Zoll- und Handelspolitik geben, die nicht für irgend eine Schicht der Bevölkerung ungünstig ist, das muß man in den Kauf nehmen. Woraus es aber ankommt, ist, daß die ungeheure Mehrheit der Nation Vortheil von dieser Handelspolitik hat." Wenn Bebel folgerichtig wäre, so müßte er sich hiernach auch für eine Erhöhung der landwirthschaftlichen Schutzzölle aussprechen. Denn diese kommen nicht nur dem Bauernstände von ungesähr 2 ha Besitzfläche an zu Gute, also 2,296,889 Betriebe« i« der Größe do« 2—100 ha — um von dem Großgrundbesitz ganz abzusehen — sondern auch indirekt, in Folge der Abhängigkeit aller Preise für landwirthschaftliche Produkte von de« Getreidepreisen, de« Besitzern unter 2 ha. Nun rechne« aber zur landwirthschaftlichen Bevölkerung nach der letzten Volkszählung im Hauptberuf ca. 18 Millionen Personen, oder 34,4 pCt. der Gesammtbevölkerung. Ferner waren von den gewerblichen Hauptberufen, die ländlichen Charakter tragen, also von Müllern, Zie- geleibesttzern, Schmiede«, Stellmachern, Maurern, Zimmerleuten rc. je 57—83 pCt. nebenher in der Landwirthschaft thätig und zwar zumeist als selbständige Landwirthe. Sie müssen alle jenen 18 Millionen beigezählt werden, denn auch sie haben mit ihren Angehörigen und Dienstboten ein Interesse an guten Preisen für landwirthschaftliche Produkte aller Art. Ferner haben die Industrie und der Kaufmannistand an einer kaufkräftigen Landwirthschaft ei« LebenS- intercffe. Und nicht zuletzt müssen die In du- striearbeiter eS als in ihremVortheilliegend wünsche«, daß die La«dwirthschast existenzfähig bleibt, damü die Industriegebiete nicht mit dem Angebot ländlicher Arbeitskräfte überschwemmt und die Löhne der heute in der Industrie beschäftigten Kräfte gedrückt werde«.
das Aller, was Sie wissen?" — „Absolut Alles!" — „Schön, besten Dank!" Der Journalist hängte das Hörrohr auf und legte feinen Mund an ein Sprachrohr; feine Stimme war wieder klar und deutlich geworden. Ec ordnete an: „In der Setzerei soll man ein Extrablatt vorbereiten . . . „Mac Kinlky ermordet." Die größten und fettesten Buchstabe« . . . Druckfarbe so roth wie möglich . . . Der Text: „Der Präsident hat in Buffalo zwei Revolverschüsse in die Brust erhalten. Er ist tödtlich verwundet." Sieben Minuten später, genau 4 Uhr 36 Minute«, eilte« 200 „NewsboyS" durch die Straßen mit einem Haufen Nummern unter dem Arm: Es war das rothe Extrablatt mit der von einem Trauerrand umgebenen Depesche. . . Inzwischen hatte der stellvertretende Chefredakteur zwei Laufbursche« rufen lassen und ihnen Befehle gegeben: Der eine sollte augenblicklich den Chefredakteur des Blattes holen, der andere ebenso unverzüglich den Verleger. Der Chefredakteur war nur nebenan beim Barbier und ließ sich gerade rafiren. Natürlich kam er mit einer rasirten und einer unrastrten Wange an. Der Verleger war in seinem Klub; sechs Minuten später stieg er vor seinem Blatte aus einer Droschke. Der Chefredakttur ging direkt ans Telephon, ohne an feinen Stellvertreter auch nur eine Frage zu richten. Das elekttische Läutewerk ertönte sofort: „Halloh! Verbinden Sie mich mit irgend einem Blatte in Buffalo 1" Dann „Halloh! Dort ist der „Buffalo Herald"? Schön. Ich gebe Ihnen 100 Dollar für jede Minute unseres Gesprächs. Sagen Sie mir Alles, was Sie wiffen." Und zu gleicher Zeit diktirte er: „Mac Kinley wurde im Musiktempel getroffen . . . Der Mörder hielt ein Taschentuch in der lirken Hand . .." usw. Zwölf Minuten später, um 4 Uhr 48 Minuten, erschien ein neues Extrablatt. Es hatte die Aufschrift: „Mac Kinley — Extra — Nr. 2", gab eine halbe ©patte Einzelheiten über das Attentat, das Bild des Präsidenten und einen Plan der Ausstellung von Buffalo . . . Inzwischen telephonirte der Verleger des Blattes: „Ist dort der Direktor der . . . Bahn? Ich bin der Verleger der „. . . News". Können Sie mir einen Sonderzug nach Buffalo geben ? In welcher Zeit? . . . Wie viel? . . . Gemacht!" Und fünfundzwanzig Minuten später sauste ein Sonderzug nach Buffalo mit zwei Photographen, drei Zeichnern und fünf Redakteuren. Einer von den letzteren, der Berichterstatter, der besonders mit den Schilderungen betraut war, war in Hemdsärmeln. Der Befehl zur Abfahrt war ihm ganz unerwartet gekommen; er mußte sich, ohne eine Sekunde zu verlieren, in eine Droschke werfen und hatte keine Zeit mehr gehabt, seinen Rock anzuziehen. Unterdessen hatte schon lange das Extrablatt Nr. 4 das Extrablatt Nr. 3 abgelöst, und genau eine Stunde, nachdem die schreckliche Nachricht telephonirt worden war, wurde bereit« da« Extrablatt Nr. 5 auf der Straße verkauft. E« enthielt zwei ganze Seiten Einzelheiten über den Mord: eine Spalte Telephonirte«, eine Spalte Biographie, zwei Spalten Porträt«, Pläne und Zeichnungen, Interview« mit Senatoren, Gouverneure«, Mitgliedern de« diplomatischen Korp«, Polstikern usw., 15 Listen mit Protestkundgebungen, von denen jede von mehr a!« hundert Namen unterzeichnet war; zwei- oder dreihundert »elleid«-, Enttüstung»- und Sympathie-
• Die amerikanische Presse beim Tode Mae Kinleys.
Wie der Yankee-Journalismus beim Tode Mac Kinley'« „alle Records brach", wie schon eine Stunde nach dem Attentat von Buffalo edes Kind in Newyork und in Brooklyn durch >ie Presse das traurige Drama i« allen seinen Einzelheiten erfuhr, das wird in einem Londoner Blatte von einem Augenzeuge«, bet sich am 6. September in ben Redaktionsräumen des größten Newyorker Abendblattes befand, in recht an» chaulicher Weise geschildert. ES war genau 4 Uhr 29 Minuten Nachmittags, und der stellvertretende Chefredakteur war gerade dabei, einen Brief zu schreibe«, als die Telephonglocke ertönte. „Halloh!" — „Halloh! Präsident Mac Kinley zat in Buffalo zwei Revolverschüffe in die Brust erhalten und ist tödtlich verwundet!" Die Stimme »es stellvertretenden Chefredakteurs zitterte ein wenig, und die Lippe unter dem blonden Schnurr- »art wurde blaß; aber mit bewundernswerther Kaltblütigkeit faßte er sich und fragte: „Wer ist
HlerWtschtes»
(') Kleine Nachricht". Hamburg. Der in sozialpolitischen Fragen bekannte Generalsekretär deS Hamburg-Altonaer Arbeitgeberverbande«, Dr.M a rt e n «^ gibt seinen Posten auf, um Sekretär der Handelskammer in Dortmund zu werden. An seine hiesige Stelle tritt ein bisheriger Redakteur der Münchener,Allgem. Ztg/, Herr v. Reiswitz. — Rom. In Genua wurde der Anarchist Baschiert verhaftet, der in Buenos Ayre» wegm Komplotts gegen den König Viktor Emaimel früher bereits verhaftet, dann aber wieder freigelaffen wurde. — Neapel. Die Befierung des Zustande^ aller im Lazareth von Nisida befindlichen Kranke», mit Ausnahme eines, hält an. In Neapel und Umgegend ist kein weiterer verdächtiger Krankheitsfall vor- gekomme». — Budapest. In der Ortschaft Radicim Komitat Abauj brach Feuer aus, wodurch zwei Drittel des OrteS eingräschert wurden. — In Adorjanhaza im Komitat Beßprim brannten 18 Häuser sammt den Nebengebäuden nieder. — Sydney. In Ioung ist der aus Braunschweig stammende Züchter uns Landwirth Herr Louis Breymann, 65 Jahre alt, gestorben. Derselbe hat sich namentlich um die Einfuhr deutscher Zuchtschafe Verdienste erworben.
X Di« Anpskanzung von NuschoSstSSnmen empfiehlt in ferner letzten Nummer der praktische Rathgeber im Obst- und Gartenbau, indem er auf die günstigen Erträgn.sse und die zunehmende Anpflanzung solcher Buschobstbäume hinweist. Sehr günstige Ernten wurden z. B. auf dem Hedwigsberg, der großen Ver- fuchSplantage deS prakt schen RathgeberS erzielt. Ein jeder im Jahre 1893 gepflanzte Wintergoldparmänen- Buschbaum erzielte im Durchschnitt
im Jahre 1896 ... 4 Pfund
Hanbwerkskammer vorgeschriebene Lehrzeit, ober, solange bie Handwerkskammer eine Vorschrift über die Dauer ber Lehrzeit nicht erlassen hat, min- besten« eine breijährige Lehrzeit zurückgelegt unb bie Gesellenprüfung bestanden haben, ober fünf Jahre hinburch persönlich ba« Hanbwerk selbstänbig auflgeübt haben, ober al« Werkmeister ober in ähnlicher Stellung thätig gewesen finb. Zu ber Meisterprüfung sind bie Handwerker in ber Regel erst zuzulassen, wenn sie minbestens brel Jahre al« Gesellen (Gehilfen) in ihrem Gewerbe thätig gewesen sind. Die Abnahme ber Prüfungen erfolgt durch Prüfungskommissionen, welche aus einem Vorsitzenden unb vier Beisitzern bestehen. Die Errichtung ber Prüfungskommissionen erfolgt nach Anhörung ber Handwerkskammer burch Verfügung ber höheren Verwaltungsbehörde, welche auch bie Mitglieder ernennt; die Ernennung erfolgt auf 3 Jahre. Die Prüfung hat ben Nachweis ber Befähigung zur selbständigen Ausführung unb Kostenberechnung ber gewöhnlichen Arbeiten be« Gewerbe», sowie ber zu dem selbständigen Betriebe derselben sonst nothwendigen Kenntnisse, insbesondere auch ber Buch- unb Rechnungsführung, zu erbringen. Da» Verfahren vor ber Prüfungskommission, ber Gang ber Prüfung werben burch eine von ber Handwerkskammer mit Genehmigung der Landes-Centralbehörbe zu erlassenden Prüfungsordnung geregelt.
Wie die Begründung zu dem Handwerker- gesetz vom Jahre 1897 erkennen läßt, finb die Befiimmungen über den Meistertitel deshalb er« lassen worden, weil „weite Kreise des Handwerk- großen Werth darauf legen, den alten Meistertitel dadurch wieder zu Ehren zu bringen, daß seine Führung nur solchen Handwerkern gestattet wird, welche nach Zurücklegung der Lehr- und Gesellen- zeit eine förmliche Meisterprüfung bestanden haben. Dtesem im Hinblick auf die Traditionen des Handwerk» erklärlrchen Wunsch kann eine gewisse «ereqjttgung nicht abgesprochen werden. Seine Erfüllung wird in Verbindung mit der Herstellung einer festen Organisation be« Handwerk» dazu bei» tragen, da» Standesbewußtsein zu kräftigen unb einen soliden Geschäftsbetrieb zu fördern; sie liegt insofern auch im Interesse des Publikums, als dadurch ein Mittel gegeben wirb, biejenigen Hanb- ^ker, welche ihre Fähigkeit burch einen förm-
Nachweis dargethan haben, auch äußerlich Tür Jedermann kenntlich zu machen."
liberalen, bem Großbetriebe nahe- pflegt man ben obigen Worten ÄÄT” dekorativen Werth beizulegen. Das Publikum lege kein Gewicht barauf, ob ber Hand- «il? es eine Bestellung mache, Meister nicht, es sehe auf geschmackvolle unb tüchtige Arbeit, angemessene Preise unb reelle Be- d'-nung. Letzteres ist gewiß richtig; wo aber hierfür tn höherem Grade bie Vorbedingungen vorhanden sind, ob bei demjenigen Handwerker, ei"e Abschluß-Prüfung seine wirkliche Leistungsfähigkeit zeigt, oder demjenigen, welcher sich einer Prüfung aus irgend einem Grunde nicht unterzieht und bei welchem bie Leistungsfähigkeit et«e« Versuches seitens des Publikums bedarf, dürfte unseres Erachtens doch unschwer zu ent- scheiden sein. Ersterer Handwerker dürfte immer- hü« den Vorzug finden. Oder wird man im Allgemeinen nicht im Leben dem geprüften Arzte, dem geprüften Lehrer oder Rechtsbei- fla^d em größeres Vertraue« entgegenbringen? Was für die freien Berufe das Staatsexamen als ^egttimation ist, soll dem Handwerker seine Meister- ES soll nicht geleugnet werde«, daß Handwerker auch ohne be« Ansporn der Prüfung au8 «i^b'ulflntriebe, durch eigene Kraft sich zu tüch- n^'«i^?«Eerfesten Geselle« und Meistern (auch ohne Meistertttel) emporringen können. Das stößt aver die allgemeine Regel nicht um, daß Prüfun- fflt die Jugend, da« geeignetste Mittel sind, um die volle allseitige Ein-
„ „ 1901 ... 30 „
Leser, welche sich für die Einzelheiten interessiren, finden Nähere? in Nr. 40 der genannten Wochenschrift, welche vom Geschäftsamte in Frankfurt a. Oder kostenfrei ver» sandt wird. D-m betreffenden Artikel stad zwei Abbildungen beigegeben, deren eine einen mit Früchten reich behangenen Buschbaumast, die andere den Blick in eine Buschbaumanlage zeigt.
* Präsident Dtoosevelt hat am 24. September formell Besitz vom Weißen Hause genommen; er schlief zum ersten Male im Weißen Hause und zwar in dem Zimmer, das den Namen „Garfield-Room" hat, da darin Präsident Garfield gestorben ist. Selbstverständlich beschäftigte der neue Herr die Aufmerksamkeit der Dienerschaft in hohem Grade, und ist man allgemein der Anficht, daß die „gemächlichen" Tage nunmehr zu Ende seien, und daß an die Stelle bürgerlicher Einfachheit militärische Strammheit und Strenge treten werde. Allgemein bemerkt wurde die Art und Weise, wie der neue Präsident die Grüße erwidert. Mac Kinley, dessen gewinnende Freundlichkeit im Gruße besonders hervortrat, hatte jeden Gruß durch Lüftung feines hohen seidenen Hutes erwidert, wobei seine Augen freundlich und gewinnend leuchteten. Der neue Herr grüßt durch eine kaum merkliche Handbewegung, sodaß man oft glaubt, er erwidere den Gruß überhaupt nicht; den militärischen Gruß der Wachen erwidert er ebenfalls in militärischer Form. Die Angestellten deS Weißen Hauses haben die Weisung erhalten, den Präsidenten in streng militärischer Haltung zu grüßen, und ein strenger, musternder Blick des Präsidenten fällt auf die dieses Grußes zi mltch ungewohnten Zivilisten. Nicht weniger als nenn Stunden des ersten Tages im Weißen Hause waren der Arbeit gewidmet, d. h. der Präsident empfing tine Unmenge von Würdenträgern, Abthrilungsvorständen, Senatoren, Kongreßmitgliedern und Politikern, von denen jeder nur zwei bis drei Minuten weilen konnte; der Präsident gab das Zeichen de» Abbruches der Audienz durch ein leichtes Nicken mit dem Kopfe, das in jedem europäischen Fürstensaale Staat gemacht hätte. AIS der Präsident das Weiße Haus für seinen gewohnten Spazierritt verließ, folgten ihm einige Radler, dir sich ziemlich in seiner Nähe hielten. Roosevelt, der dec Meinung war, es seien Geheimpolizisten, wandte sich unwillig um und erkannte, daß es einige Knaben waren, die ihm gefolgt waren. Strenge wandte er sich zu ihnen und rief ihnen zu: „Sie würden mir einen Gefallen erweise», wenn Eie mich allein ließen. Ich bin kein -chaustück!' Diese Worte verfehlten ihren Zweck nicht; der Präsident konnte seinen Ritt beenden, ohne weiter gestört zu werden. ES ist vurch eine Mittheilung des Schwagers deS Präsidenten nunmehr bekannt geworden, weshalb er die Be» gleitung von Geheimagenten perhorreszirt: er ist der Ansicht, daß sie nicht ,up to date* stad, er nennt sie „ungeschickt, unfähig und taktlos* und ist der Anficht, daß das Verbrechen in Buffalo hätte verhindert werde» können. Herr Roosevelt hat diesbezüglich eine gewichtige Meinung, denn er war bekannllich Polizeipräsident der Stadt New Uckrk gewesen, woselbst er sich durch feine Strenge und Wawsamkeit ausgezeichnet hatte. Der Präsident wird die Neu-Organisatto» deS Geheimdienste» demnächst einer sorgfältige» Prüfung unterziehen, und eine allgemeine Auftüttrurng de» ganzen System« wird die Folge sei», denn der Präfident weiß uuge.chtet seines so oft bewiesenen versönltchen Muth^, daß die Bewachung der Person de» ersten Beamten der Arpnbltk rin Gebot sn, da» nicht umgangen werde« darf.
So hat bie ungeheure Mehrheit ber Nativ« Vortheil von einer Handels- jolitit, welche bie Lanbwirthschaft >ei uns lebensfähig erhält. Konsequenter Weise müßte fich also auch Bebel für benLanb- wirthschaftsschutz unb zwar für ben bes Taris- entwarf«, wenigstens aber für bie bestehenben Zölle aussprechen. Wenn er es nicht thut, so i t bas bie einseitigste Politik, bie sich denken läßt.