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28. Jahrqanz.

Iukda, Samstag, den 5. Oktober 1901.

M 229.

Aber der Gipfel des Berges vermag sich

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stolz über der verhüllenden Wolke zu eigenen !und der Sturz der Eiche begräbt unter sich

19

Ober»

ihrem

Krone und Hauptstadt.

?)ie städtischen Berliner Fragen, die während der letzten Wochen die öffentliche Meinung in so hervorragendem Maße beschäftigt habe», sind von ganz allgemeinem Jntereffe. Sie sind es nicht deswegen, weil sie wichtige Berliner Sonder» verhältniffe berühren, sondern aus dem anderen Grunde, weil eS sich dabei um gesetzlich ver» briefte Rechte des Monarchen und um die Be- urtheilang und Behandlung derselben durch die städtischen Berliner Körperschaften handelt. Die Sozialdemokratie, in der Berliner Ttadtoer» ordneten-Versammlung zahlreich vertreten, be» nützte im Bunde mit einigen radikalen dürger» lichen Elemente« diefe Gelegenheit, um gegen die Krone und gegen das gute Verhältniß zwischen der Krone und der Stadt Berlin in einer Weise zu Hetzen, wie sie bei uns in Deutsch» land bisher unerhört waren; und eine Zeit lang schien es so, als sollte sie die Mehrheit der Ber­liner Stadtverordneten auf ihre Seite bekommen. Aber die ruhige und gesunde Ueberlegung hat «un doch den Sieg davongetragen: i« der Sitzung der Berliner Stadtverordneten am letzten Donnerstag haben diese sammt und sonders von der Sozialdemokratie sich abgewandt und Beschlüsse angenommen, die in klaren und unzweideutigen Worten für die Nothwendizkeit eines guten Verhältniffes zwischen Krone und Hauptstadt eintreten und damit eine bündige Ab» \fage enthalten an die verderblichen Bestrebungen der Sozialdemokratie, dieses bisher gute Ver«

hältntst zu zerstören.

Es handelt sich, wie bekannt, um zwei An» gelegenheiten: Die Durchquerung der Prachtstraße Unter den Linden mit einer neuen Straßenbahn» linie, die Nordberlin mit Südberlin verbindet, und um die Aufstellung eines KunstbrunnenS in einem der städtischen Parke, in dem Friedrichs» Hain Nach dem Wunsch des Oberbürgermeisters Kirschner wurde die Besprechung der zweiten, bei weitem weniger wichtigen Frage auf eine spätere Sitzung vertagt; bei der Berathung der Straßenbahnfrage erlitt die Sozialdemokratie eine wolle Niederlage. Eine versöhnliche Entschließung wurde mit allen Stimmen gegen diejenigen der Sozialdemokratie angenommen. Ihr Sinn ist der, daß die Stadt Berlin die größte Mühe sich geben soll, um eine befriedigende Lösung dieser Frage „mit allen geeignet erscheinenden Mitteln" herbeizuführen. Die Stadtverordneten versteifen sich also, so wenig wie der Magistrat, auf eigen» sinniges Festhalten an dem ersten, vom Kaiser abgelehnten Plane; sie wollen vielmehr, daß ein anderer Plan ausgearbeitet und der Regierung und dem Kaffer zur Genehmigung vorgelegt werde.

Von besonderer Bedeutung ist eine Rede des Oberbürgermeisters Kirschner, mit der dieser die bewußte Entschließung empfahl und gleichzeitig auch ihrem Sinne nach auslegte. Unter bent-roieber« holten Beifalle bet Versammlung führte Herr Kirschner aus, daß die Vertretung der Stadt Berlin deren Jntereffen mit allen Kräften wahr- 1 Mm—m—MW II"------I

nehmen müsse, daß dabei aber niemals zwei Dinge vergeßen werden dürfen: „Erstens — so sagt der Oberbürgermeister wörtlich — hat das zu geschehen mit derjenigen Ehrfurcht, die wir dem Staats­oberhaupts schuldig sind; und zweitens hat das immer in dem Sinne zu geschehen, daß die be­stehenden Differenzen, Meinungsverschiedenheiten so bald wie möglich ausgeglichen werden in dem Sinne, daß wir nicht den Streit und den Zwie­spalt zu suchen haben, sondern den Frieden und die Einigkeit . . - Eine Partei, die sich in diesem Saale ausdrücklich als eine republikanische Partei erklärt hat, muß in dieser Beziehung einen andern Standpunkt einnehmen. Aber wenn wir Frieden und Eintracht wollen, so ist es gerade unsere Pflicht, zu ei lernten zu geben, daß wir in dieser Beziehung auf einem völlig andern Standpunkte stehen. Ich glaube, wir stehen um so fester, um so sicherer auf dem Standpunkte, die Jntereffen der Stadt zu vertreten, je mehr wir die Rück­sichten nehmen, die ich erwähnt habe .... Wir dürfen nicht in Abrede stellen, daß bei dieser Frage Se. Maj. der König sich auf einem voll­ständig legalen Boden befindet . .

Dem Oberbürgermeister und den Stadtver» ordneten von Berlin kann man Glück wünschen

zu der verständigen, ruhigen und sachgemäßen Art und Weise, mit der sie dir Straßenbahn- rage behandeln und hoffentlich auch weiterhin »ehandeln werden. Auch die Kunstbrunnen- Angelegenheit ist nicht im Sinne der Sozial­demokratie behandelt worden, die folgenden dringlichen Antrag eingebracht hatte: Den Magistrat um Auskunft darüber zu ersuchen, ob es wahr fei, daß der Kaiser gegen die Bollen- düng und Ausstellung des sür den Friedrichs­hain bestimmten Märchenbrunnens Einspruch erhoben habe. Ueber diesen dringlichen Antrag st die Versammlung der Stadtverordneten zur Tagesordnung übergegangen, indem sie die Be­sprechung dieser Angelegenheit auf eine spätere Sitzung vertagt hat. Also auch in der Stadt Berlin können die sozialdemokratischen Bäume noch nicht in den Himmel wachsen.

gedrückt werden kann.

X Ker-arveiler -Ansstände. Em allge» meiner Ausstand der Bergarbeiter sollte am 1. November in Frankreich beginnen. Die bis- her in den verschiedenen Kohlenbezirken vor­genommenen Abstimmungen unter den Berg» Arbeitern haben auch wirklich Mehrheiten für die Einstellung der Arbeit ergeben, die zum Theil nicht unbeträchtlich find, und die sozial» demokratischen Drahtzieher stellen sich ganz so an, als werde die allgemeine Arbeltseinstellung zur Thatsache werden. Nichtsdestoweniger glaubt man noch nicht allgemein daran, daß daS wirk» lich der Fall sein werde. Bei einer allgemeinen Niederlegung der Arbeit würde es sich in Frankreich um die Unterstützung von 162000 Arbeiter handeln. Die Erfahrungen der neueren Zeit beweisen aber, daß es nichts weniger als einfach ist, solche Maffenunterstützuugen durch­zuführen. Es hat sogar gerade in Frankreich bei allen Ausständen von größerem Umfange in der Neuzeit sehr an den nölhigen Mitteln zur Unter» stützung der ausständigen Arbeiter gefehlt. Wie nun die Riesenzahl von 162000 feiernden Berg» leuten durchgebracht werden fall, ist vorläufig noch das ureigne Geheimniß derjenigen, die für die Aufnahme des Generalstreiks agitiren. In Belgien ist der Ausstand der Kohlenbergleute bereits Thatsache in allen Kohlenrevieren. All­gemein ist der Ausstand aber noch nicht geworden und die Zunahme der Ausständigen ist recht langsam. ES läßt sich im Voraus schwer ein Urtheil darüber abgeben, ob die Absicht wird

„Ja, Hoheit."

„Lasten Sie die Gräfin eintreten.“ Mit stolz erhobenem Haupte trat die

ausgeführt werden können, wenigstens den bel­gischen Ausstand zu einem allgemeinen zu machen.

-f- gilt Kongreß der Iranenvererne. wie er jetzt alljährlich im Herbste abgehalten wird, hatte im Reichstagshause seine Tagung begonnen, hat sie aber urplötzlich wieder ab» brechen wüsten. Das Berliner Polizeipräsidium ist der Ansicht, daß diese Versammlungen der Frauenvereine öffentliche und politische sind und deswegen nach den Bestimmungen des VereinS- gesetzes polizeilich überwacht werden müssen. Derartige Versammlungen dürfen aber nach der Ueberlieferung des Reichstages in besten Gebäude nicht abgehalten werden; und so blieb nichts anderes übrig, alS die Verhandlungen einstwellen abzubrechen und in einem anderen Saale ortzufetzen. Auch bann, wenn man den Aus- ührungen und Grundsätzen der meisten Redner­innen dieser Versammlung nicht zustimmt, kann man das Vorgehen deS Berliner Polizei- Präsidiums nur bedauern. Es wird unfehlbar ausgelegt werden als eine Feindseligkeit gegen die Bestrebungen der Frauen­vereine ohne Ausnahme, und eine solche grund­sätzliche Feindseligkeit kann nicht anders, als durchaus unzeitmäßig bezeichnet werden. Die vernünftigen unter den Bestrebungen, den Wirkungskreis der Frauen zu erweitern, habe« beispielsweise auch bei den General- Versamm­lungen der Katholiken Deutschlands warme Für­sprache und Befürwortung gesunden.

Die ungarische« Wahlen haben für den neuen Reichstag bereits 225 sichere Mandate der liberalen Regierungspartei geliefert. Die Kostuth-Partei verfügt bisher über 61 Mitglieder, die Katholische Volkspartei über 18. Von In- tereste ist der Sieg des Grasen Albert Apponyi im Wahlkreise Jaszbereny. Graf Apponyi ist der Führer der aufkeimenden ungarischen Agrar­

hosmeisterin ein.

„Wo ist Fräulein Else?"

„Ich weiß es nicht, Euer Hoheit!"

„Was soll daS heißen, Exzellenz?"

„Fräulein Hannecken ist nicht auf ihrem Zimmer — sie hat heimlich daS Schloß verlaffen. durch den Park, wie man mir sagte."

Die Herzogin erbebte. Ueber bas Gesicht ber Gräfin zuckte ein triumphirendes Lächeln boch plötzlich erschrak sie heftig, benn mit einem leisen Schmerzenslaut sank die Herzogin t« den Sessel zurück, mit der Hand krampfhaft nach dem Herzen greifend.

„Hoheit, Ihre Herzkrämpse! — Ach, ich wußte eS!"

Kinde." ä e v ,

Sie drückte auf den Knopf der Klingel. Die Kammerfrau erschien mit sehr bekümmerter Miene.

„Ist Fräulein Else da?"

„Ach, Hoheit!"

„Was gibt es?"

„Ihre Exfellenz die Frau Oberhofmeisterin hat Euer Hoheit eine Nachricht zu bringen."

„Von Fräulein Else?"

bewegung.

-P Eine Empfehlung von Lehilingsheime« finden wir in mehreren Handwerkskammerberichten. Der Bericht für Breslau weist darauf hm, daß durch die Lehrlingsordnung vielfach den Lehr­lingen unter 16 Jahren der Wirthshausbesuch ver­boten sei. Letzterer kann auch von denjenigen ver­mieden werden, welche entweder bet ihren Ange» hörigen wohnen ober in die häusliche Gemein­schaft des Lehrherrn ausgenommen find. Viele aber entbehren diese» Inhalt», „bei manchen wieder ist leider die Häuslichkeit nicht derartig, daß sie den jungen Mann einladen könnte, seine Mußestunden in ihr zu verbringen". Erlassen also die Innungen Verbote obiger Art, so erwächst ihnen auch die Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß die Lehrlinge Stätten finden, die ihnen zur Erholung und zur anregenden Belehrung dienen können. Zu diesem Zweck empfiehlt sich für diejJnnungen, Lehrlingrheime zu gründen. „In diesen Heim­stätten sollen die Lehrlinge gemüthliche Erholungs­orte für ihre freie Zeit, namentlich die Sonn-und Feiertage finden, wo sie unter Aussicht sich fröh­licher Geselligkeit bingeben können, ohne den Ver- führungen des Wirthshaufe» und Tanzboden« ausgesetzt zu fein." Auch die Düsseldorfer Kammer hat, wie sie in ihrem Bericht mittheilt, den Lehr- lingsheimen ganz besondere Aufmerksamkeit zuge­wandt und die Innungen wiederholt auf die Zweckmäßigkeit der Errichtung von Lehrlings-

Hit LmtchausptiiWu.

Roman von O. Elster.

------ (Nachdruck verboten.)

„Du willst Else fortschicken?! Dann werden die Menschen erst recht über mißglückte Liebes­pläne spötteln."

„Du hast recht," entgegnete die Herzogin lächelnd. „DaS würde der thörichste Schritt sein, den wir thun könnten. Ich wollte sie fort- schicken, ich wollte ihr einen anderen ehrenvollen Platz verschaffen, ihr die Wege ebnen zu Ruhm und Ehre — jetzt kann ich diesen Plan vorläufig nicht aus führen, Du hast diesen Plan durch Deine Leidenschaft unmöglich gemacht. Glse bleibt noch einige Wochen bei mir, aber Du wirst verreisen — Du wirst einen Brief an meine Schwester, die Königin Elisabeth überbringen."

„Nein, Mutter, nur das nicht! Es Über­steigt meine Kraft!" rief der Herzog leiden­schaftlich aus. „Ich kann nicht zum Lügner werden! Ich kann nicht heucheln! Die Königin, die Prinzessin Charlotte Elisabeth, sie würde mich durchschauen, ich kann sie nicht betrügen!"

„Du wirst nicht abreisen?"

Der Herzog ging einigemal erregt irn Zimmer aus und ab. Dann blieb er stehen und stampfte leicht mit dem Fuße auf, während eine düstere Lomeswolke in seinem Antlitz emporstieg.

„Und wenn ich abreife, was wird au» Else?" fragte er grollend.

„Ich sagte Dir es schon. Ich beschütze fie ich werde für sie sorgen."

hunderte von Blumen und Gräsern.

Es muß fein," sprach die Herzogin tief aufathmend. „Und nun zu ihr, meinem armen

Die Kammerfrau war bereits an der Seite ihrer Herrin und versuchte sie empor«* zuheben.

Matt lächelnd richtete sich die Herzogin äUs.

„Es ist nichts," flüsterte fie. „Nur eine Saite ist zersprungen im Herzen — es ist nichts".

AlS Tlse ihr Z mmer erreichte, sank fie halb bewußtlos an etrem Seffel nieder, drückte das Gesicht in die Arme und blieb regungslos lit0S’ie vermochte ft* selbst nicht klar zu werden Über die GesÜhle, welche ihre Seele durch- stürmten. War es Glück, war es grenzen- loser Schmerz, war es Reue oder Scham, war eS aufjubelndes Hoffen oder vernichtende Ver- zweifiung, war es heiße Sehnsucht nach dem geliebten Mann ober die Furcht ihn wiederzu- sehen — fie wußte es selbst nicht.

War es denn Sünde, dem allgewaltigen Zuge des Herzens zu folgen, hier wo nur irdische Schranken sich zwischen ihnen ausbauten? Konnte eS Sünde und Verbrechen sein, Glück zu nehmen. Glück zu geben, ewiges unvergäng­liches Glück, wenn auch die armseligen vergäng» lichen Satzungen der Mensche« dieses Glück nicht zulaffen wollten? Aus wen in der Welt hatte sie Rücksicht zu nehmen? Auf 'hren alten Vater? — Er würde sie nicht gescholten haben. Er würde sie verstanden haben, batten doch auch sein Lebens- und Liebesglück die Satzungen der Menschen, der Stolz, der Hochmuth, die kleinliche Sorge um Hab und Gut zerstört. Und weiter Niemand

aus Termingeschäften rechtsverbindlich gemacht werden sollten sür solche Leute, die zur Zeit des Geschäftsabschluffes berufsmäßig Bankier» und Börsengeschäfte betrieben haben oder zum Besuche einer Börse zugelaffen waren. Alle weiteren Fragen sollen nun erst durch die eingesetzte Kom­mission weiter geprüft und berathen werden, namentlich auch die wichtige Frage, ob die gesetz­mäßige Berechtigung zu Termingeschäften auch auf alle Personen auSzudehnen sei, die int Handels- register eingetragen sind. Zu bedauern ist, daß nicht ein vollständiger Bericht über den Gang i)er Berathnngen veröffentlicht worden ist.

X Mind-stzolk- für di-Aemdwirthfchaft. Bei einer Versammlung der Cmtrums-Wahlmän- ner des Wahlkreises Neuß-Grevenbroich hat sich der bekannte Centrums - Abgeordnete Dr. am Zehnhoff in ausführlicher Rede über die wich- : igfte politische Frage der Gegenwart ausgesprochen: über die Frage der neuen Gestaltung der Zölle. Die Ausführungen auch dieses Redners bestätigen )ie allgemein gehegte Annahme, daß die Centrums- partei durchaus sür einen angemeffenen Zollschutz der landwirthschastlichen Erzeugniffe eintritt. Noch edes Mitglied der Centrumspartel, das bisher zu rieser Frage das Wort ergriffen hat, hat in diesem Sinne sich geäußert, wie es auch vorher Niemand anders erwartet hatte. Von besonderer Bedeutung st gerade in diesen Tagen eine Aeußerung des Herrn Dr. am Zehnhoff über die gesetzliche Fest­egun g von Mindestbeträgen für die land­wirthschastlichen Zölle. Auch nach dieses Redners Ansicht muß diese Festlegung stattfinden, damit die Landwirthschast wiffe, woran sie ist und die ganze Zollhöhe kenne, die ihr dann auch durch den Abschluß von Handelsverträgen nicht herunter»

Deutfches Keich.

Berlin, 4. Oktober.

h, DeichsKanzler Kral Bülow wird in diesen Tagen zu dauerndem Aufenthalte wieder nach Berlin zurückkehren. Von Floitbeck aus hat er sich noch für einige Tage zum Besuche bei einigen Verwandten in Preetz begeben.

Dom Körsengel-tze. Nunmehr find die protokollarischen Auszüge erschienen aus den neulich abgehaltenen Besprechungen über die Ab­änderung des Börsengesetzes. Sie bringen kaum noch etwas, daS wir nicht schon wüßten. ES sei also wiederholt, daß nach den Erklärungen der anwesenden Vertreter der Regierung drei der Forderungen, die der Börsenausschuß aufgestellt hatte, als vollkommen aussichtslos angesehen und behandelt wurden, nämlich die Beseitigung des Börsenregisters, die Aufhebung des Verbotes des Börsenterminhandels, die deklaratorische Aus­legung des Begriffes „Termingeschäfte" in 8 48 des Börsengesetzes. Sie Mehrheit der Ver- sammelten war der Ansicht, daß Forderungen

„Nun denn — ich reife ab — noch heute Abend--“

„Keine neue Uebereilung!"

„Ich reife ab — wann ich wiederkehre, ich weiß es nicht! Ich füge mich Deinem Willen, Mutter, ich opfere meine Liebe mein Glück — ob sich dieses Opfer lohnte, Du, Mutter, hast es zu verantworten!" Er stürmte davon.

Die Herzogin vermochte ihn nicht zurück- zuhalten. Erschöpft sank sie in den Seffel zurück und schloß die Augen. Heiß und schmerzend quollen die Thiänen empor und perlten, brennende Furchen ziehend, über ihre bleichen, eingesunkenen Wangen.

Menschenglück und Fürstenglück! Gab eS denn einen Unterschied zwischen beiden? War nicht der Fürst eher Mensch als er Fürst wurde? War nicht des Fürsten Herz aus demselben weichen Stoff geschaffen, wie das Herz deS Menschen? Ach, fie hatte eS wohl erfahren, wie zerbrechlich das Fürstenglück ist! Wie das Herz deS Fürsten dieselbe Liebe, das­selbe Glück, denselben Schmerz, dasselbe Leid fühlt, wie das Herz des geringsten, deS nied­rigste« Menschen. Nur schwerer lastet das Schicksal auf dem Leben der Fürsten als auf dem Leben der Menschen, wie die Wolke undurchdringlicher lastet auf der Berges- höhe, als auf der sonnenhellen Ebene. Nur vernichtender trifft das Schicksal das Mrsten- loS, als das Menschenlos; wie der Blitz die hochragende Eiche zerschmettert und die lieb­lich duftende, bescheidene Blume verschont.

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