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28. JahrgMff.
IuLöcr. Freitag, den 4. Oktober 1901.
M 228.
Handlung der Akkordmanrer in Kam- Snrg mit einer Entschließung herumzuschleichen gesucht, die in ihrem zweiten Theile den im ersten Theile ausgesprochenen Grundsätzen widerspricht. Gtreikbruch ist danach wohl zu verdammen; aber man kann ihn nicht immer verdammen — das st der Sinn der Entschließung. Jeder „Genosse" mag sich einen eigenen Vers daraus machen. Lesenswerth ist der VerS, den der .Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker' darauf macht:
G Das Centrum und die Polen.
Das Thema vom Centrum und den Polen gehört leider längst nicht mehr zu den angenehmen. Die Schuld daran, daß es so ist, liegt nur auf der einen Seite. Aber darüber sollen hier nicht erst viele Worte gemacht werden. Es würde das auch ein zweckloses und durchaus undankbares Unternehmen sein. Heule soll nur von einem ganz bestimmten Vorgänge die Rede sein.
In einem polnischen Blatte, dem ,@oniec’, wird gegen den Hochwürdigsten Fürstbischof von Breslau, Se. Eminenz Kardinal Kopp, Klage geführt, und zwar in einer Weise, daß man im Zweifel darüber ist, ob man diese Art des Vorgehens mehr als ungerecht oder mehr als lächerlich zurückweisen soll. Der Herr Kardinal hat sich während der jüngsten Zeit in Oberschlesteu aufgehalten, um dort Firmungen vorzunehmen; und wie der Kardinal das stets gethan hat, bediente er sich auch diesmal durchweg der deutschen Sprache. Noch niemals haben die oberschlesischen Polen Anstoß daran genommen; und man darf ohne weiteres annehmen, daß neunundneunzig Hundertstel derselben diesen Brauch auch diesmal als ganz vollkommen selbstverständlich htnge- nommen haben. Es ist ja auch noch niemals anders gewesen. Aber dne gewisse Richtung unter unseren polnischen Mitbürgern und Glaubensgenossen ist damit auf dnmal nicht mehr zufrieden, sondern verlangt es anders. „Fürstbischof Kopp - so schreibt das genannte Blatt — ist nicht bestrebt, die polnische Sprache zu erlernen, und er ist doch schon fünfzehn Jahre Bischof in Schlesien." Aber bei dieser Zeitungs- klage soll es sein Bewenden nicht haben. Nach der Versicherung des ,Goniec' wollen sich „die Polen" in einer Beschwerde unmittelbar an den hl. Vater wenden. „Wir wissen" (!!) — schreibt der ,Goniec' — „daß der heil. Vater auf die Seite des bedrückten oberschlefischen Volkes treten würde, und der Herr Kardinal müßte sich entscheiden, ob er als katholischer Bischof oder al- preußischer Politiker zu handel« habe.'
Zunächst müßte man wissen, wer „die Polen" denn eigentlich sind, die in dieser bisher unerhörten Weise gegen den Oberhirten der schlesischen Diözese sich vergehen wollen — oder benehmen wolle», wenn ihnen dieser AuSdruc lieber ist. So lange man das nicht weiß und so lange man aus dieser Kenntniß heraus keine Schlüffe ziehen kann auf die Befähigung und Berechtigung derjenigen, die angeblich solche ungebührliche Herausforderungen ihres Bischofes im Schilde führen, kann man auch gar kein bestimmtes llrtheil darüber abgeben. Aber dessen darf man im Voraus sicher sein, daß „die Polen", die derlei angeblich thun wollen, zu dnem ganz unendlich winzigen Bruchtheile der oberschlefischen, polnisch sprechenden Beiölkerung zusammenschrumpfen würden, wenn man sie unter die Lupe nehme« könnte und wollte. Und die weiten Länderstrecken, die zu der Diözese BreSlau gehören, haben eine Bevölkerung, die auch nur zu einem ganz winzigen Bruchthelle polnisch redet. Es sind dieS, wie männiglich bekannt, die preußischen Provinzen Schlesien, Brandenburg und Pommern und außerdem sehr
Die LrNNlhMSpiiPksfiii.
Roma« von O. Elster.
18 ------ (Nachdruck verboten.)
„Hoheit werden mir das Zeugniß ausstellrn," antwortete die Oberhofmeisterin ernst, „daß ich mein Amt stets mit der größten Gewissenhaftig- leit erfüllt habe."
„Gewiß, gewiß; Sie waren oft zu streng," erwiderte die Fürstin mild lächelnd. „Meine Damen fürchteten Sie saft, liebe Gräfin."
„Ich habe meinen Ruhm darin gesucht, die Ehre dieses Hofes nach allen Seiten hin zu wahre«, Hoheit. Ich mag etwas strenger denken, als andere Leute, aber ich glaube. Euer Hoheit Gesinnung zu entsprechen, wenn ich nicht die geringste Verletzung des Anstandes duldete."
„Js, du lieber Himmel, waS ist denn vor- gefallen?"
„Hohdt haben ein junges Mädchen mit Snadenbewdsen überschüttet, welche unverdient waren, welche mit Undank gelohnt werden."
Die Herzogin wurde zornig. „Sie sprechen von Else?"
„Ja, Hoheit, ich spreche von Fräulein Hannecken. Eurer Hoheit sind vielleicht die Gerüchte entgangen, welche über die junge Dame in der Gesellschaft und in der Stadt im Umlauf find?"
„Ach,' da hinaus wollen Sie! — Nun, beruhigen Sie sich, beste Gräfin. Ich kenne jene Gerüchte, die völlig aus der Luft gegriffen sind. Fräulein Else hat gewiß noch nie im Ernste an
ansehnliche österreichische Gebietstheile, diese etzteren wiederum überwiegend von Deutschen bewohnt. Verlangen die Hintermänner des ,Goniec' vielleicht, daß der bischöfliche Stuhl von Breslau mit einem polnischen Oberhirten besetzt werde? Bei nur geringem Nachdenken werden le sich selbst sagen müffen, daß ein solches Verlangen ganz unglaublich ungerecht sein würde, um nicht zu sagen unsinnig. Damit sei vorläufig dieser besondere Fall hier abgethan. Ver- muthlich wird die Gelegenheit nicht fehle», darauf zurückzukommen.
DaS Vorgehen des genannten polnischen Blattes gehört nun aber in das große Gebiet hinein, daS wir mit der Bszdchnung „Centrum und Polen" zufammenzufaffen pflegen; und da ist es wohl am Platze, auch ein Wörtchen über das besondere Verhältniß zwischen Centrum und Polen inOber- schleflen anzufüge«. Die besondere Richtung unter den Polen, zu der auch der ,@o«iec' gehört, ist augenscheinlich der Ansicht, sie könne das Crntrum zwingen, zu was sie nur irgend wolle. Sie gibt sich den Anschein, als brauche fie nur zu wollen, um alle Centrums - Abgeordneten, die in Oberschlesien gewählt sind, aus ihren Wahlkreisen zu vertreiben und durch Nationalpolen zu ersetzen, und sie ist in dem Jrrwahne befangen, daß das Centrum das gläubig hinnehme und nun in blasser Mandatsfurcht zu Allem ja sagen wolle, was nur von ihm verlangt werden möge.
Erstens glauben die Herren, die dieser besonder« polnischen Richtung angehören, selbst nicht, daß sie die Macht besitzen, die zu besitzen sie nach außen hin vor- geben. Sie wissen vielmehr ganz genau, daß sich das nicht so verhält. Zweitens aber würde diese polnische Sonderrichtung niemals befriedigt werden können. Bekäme sie heute auch Alles zugesagt, was sie sich gerade wünscht, so würden sie sich bis übers Jahr eine ganze Reihe neuer Wünsche ausgedacht haben, um damit von Steuern auf den politischen Krammarkt zu ziehen. Man würde also ganz v- geblich sich bemühen, sie jemals vollkomr, e, und dauernd zuftieden zu stellen; und - swegen muß es wohl schon heute gesagt roe; 'en, daß daS Centrum nicht in der Lage nt, seine Haltung nach der Vorschrift dieser polnischen Sondergruppe einzurichten. Die Folge davon wird nicht ein ansehnlicher Verlust an Centrumsmandaten sein. Angenommen, 6d den nächsten Wahlen zum Reichstage würde hier oder da in Oberschlesteu ein Pole mit einem Centrums- manne zur Stichwahl komme», was würde dann sich ereignen? Sämmtltche Deutschen würden für den Centrumsmann stimmen, und dann würde er dennoch gewählt werden. Dann aber gegen polnische Stimmen. Was ist nun besser im Interesse der polnisch sprechenden Bevölkerung von Oberschlesteu: Die Wahl eines CentrumsmanneS mit der.Unterstützung der polnisch sprechenden Wähler, oder dieselbe Wahl im Gegensätze zu dieser Letzteren?
Wer die politische Ueberlegung noch nicht ganz eingebüßt hat, wird die Frage ohne weiteres zu beantworten verstehen!
eine Verbindung mit meinem Sohne gedacht. Uebrigens habe ich auch schon meine Maßnahme» getroffen: Fräulein Else wird binnen kurzer Zeit daS Schloß verlaffen, in Ehren verlaffen, und ich hoffe, daß Sie und die Gesellschaft mir das Vertrauen schenken, daß ich keine Unwürdige mit meiner Freundschaft beschenke."
„Das Fräulein hat sich aber bereits zu tollen Abenteaern hinreißen laffen, Hoheit."
„Gräfin?!"
„Ich bitte Eure Hoheit um Verzeihung. Eure Hoheit sind schwer getäuichi worden; die junge Dame hat sich Eurer Hoheit Vertrauen unwürdig bewiesen."
„Ich muß um Beweise dieser Behauptung bitten."
„Befehlen Eure Hoheit, daß ich spreche?" „Ich befehle es!"
„Als ich vorhin noch einmal die Gemächer Eurer Hoheit durchschritt, traf ich im Mufik- zimmer Seine Hoheit mit Fräulein Hannecken. DaS Fräulein sprach sehr vertraut mit Seiner Hoheit —"
„Gräfin, Sie haben sich getäuscht!"
„Fragen Eure Hoheit Seine Hoheit selbst. Ich bitte Eure Hoheit nochmals um Ver- zrihung."
„Schon gut, schon gut — Sie thaten Ihre Pflicht."
Das Haupt der Herzogin sank tief herab. In ihren milden Zügen wallte der Zorn nich auf, nur ein unendlich bitterer Schmerzgefühl preßte ihr das Herz zusammen. Sollte Elfe
Deutsches Keich.
Berlin, 3. Oktober.
h Kahrrvau im Schrrtzgeöiete von Kamern». Daß eine Finanzgruppe den Bau einer Eisenbahn in Kamerun von der Küste nach dem Innern plant, ist bereits bekannt und berichtet. Nach neueren Meldungen hat die Gesellschaft an >ie Regierung das Gesuch gerichtet, ihr Land- ionzesstsnen im großen Stile zu gewähren; und angeblich soll das Kolonialamt dieses Gesuch grund- ätzlich bereits al» berechtigt anerkannt und den Zouverneur von Kamerun zur Berichterstattung mrüber aufgefordert haben. Wenn das richtig st und aus dem Wunsche die That wird, dann wird in Kamerun nach den voraufgegangenen Riesenlandvergebungen an Gesellschaften kaum noch freies und bebauungsfähiges Land zu vergeben übrig bleiben.
X Schutz der Kaaford-raase« Im Dezember 1897 sind in Folge eines Beschlusses des Staatsministeriums die Entwürfe eine« Reichsgesetzes, betreffend die Sicherung der Bauforderungen, und eines preußischen Ausführungsgesetzes veröffentlicht worden, um den Vertretern der Rechtswissenschaft und der Rechtspflege wie den Vertretern der von den Entwürfen betroffenen wirthschaftlichen Interessen Gelegenheit zu geben mit ihren Urtheilen und Vorschlägen zur Ver- werthung für die weitere Beschlußfassung über die Entwürfe hervorzutreten. Nachdem zahlreiche Aeußerungen über die Entwürfe eingegangen waren, ist der Entwurf eines Reichsgesetzes, betreffend die Sicherung der Bauforderungen, einer erneuten Berathung durch eine Kommission, bestehend aus Vertretern der behelligten preußischen Ministerien und der Reichsämter der Justiz und de« Innern unterzogen worden. Die Be- rathungen dieser Kommission haben zur Ausstellung zweier neuen Entwürfe geführt. Zufolge eines Beschlusses des Staatsministerium« werden auch diese Entwürfe veröffentlicht. Zu diesem Zwecke ist eine amtliche Ausgabe veranstaltet worden, welche in R. von Deckers Verlag (G. Schenk) in Berlin zum Preise von 1,50 Mk. erschienen ist.
+ Vermehrte Aaattzättgkeit der tStsen- tzahnvermatt««g hat der preußische Verkehrs- rnintster von Thielen in einem Runderlaffe an die Eisenbahndirektionen angeordnet. Der Rückgang des Verkehrs verursacht Einschränkungen des Betriebes. Die dadurch erübrigten Arbeitskräfte können dann durch die erhöhte Bauthätig- leit Beschäftigung und Verdienst finden. Das ließt im Interesse der Bahnverwaltung und »och mehr in dem andern Interesse der frei gewordenen Arbeitskräfte. Denn diese Letzteren behalten hinreichendes Verdienst, und die Eisenbahnverwaltung bekommt gerade jetzt billigere Arbeitskräfte, als in den Zeiten industriellen Aufschwungs. DrS- wegen dürfte auch gerade jetzt der Bau von weiteren Arbeiterwohnungen von neuem tn Empfehlung zu bringen sein. Auf diesem Gebiete ist schon Manches gethan werden. ES ist aber noch sehr viel mehr zu thun übrig geblieben.
X Der sozialdemokratische Parteitag in Lübeck hat sich, wie bekannt, um die Frage der Me
wirklich so falsch sein, wie die Oberhofmeisterin eS andeutete, sollte fie wirklich den Herzog Helm- lich zu einer ganz unmöglichen, zu einer im höchsten Grade kompromiltirenden Heirath veranlassen wollen?
Noch vor kaum einer Stunde hatte Else vor ihr gekniet, hatte ihre« ernst-milden Worten mit Thränen der Rührung, der Ergebung in ihr Geschick gelauscht, hatte ihr in kindlichem Gehorsam und Vertrauen dir Hände geküßt; und von ihr, der mütterlichen Freundin, die nicht ein hartes Wort zu ihr gesprochen, sollte fie fortgegangen fdn, um sich in die Arme des Herzogs zu werfen? Nein, nein, das war unmöglich ! Hier spielte der unglückselige Zufall. Ah, die Herzogin kannte das menschliche Herz viel zu gut, al« daß fie Else und ihren Sohn, den Herzog, sogleich verdammen sollte! Statt Zorn und Verachtung empfand fie nur ein tiefes, menschliches Mitleid mit ihnen, die das allge- meine Menschenschicksal heilten, schwächer als ihr Herz, als ihre Leidenschaft zu fein.
Aber es mußte etwas geschehen. Eine Zeit lang saß die Herzogin in ernstes Sinnen versunken. Endlich athmete fie auf.
„Rufen Sie Fräulein Else!"
„Wollen Eure Hoheit" nicht mir überlassen, die Angelegenheit mit der jungen Dame zu regeln ? Eurer Hoheit könnte die Aufregung schaden."
Die Herzogin erhob stolz das Haupt. „Fürchten Sie nichts, Exzellenz." sprach sie falt. „Ich danke Ihnen für Ihre Milthdlung, ich ersuche Sie indessen, dafür zu sorgen, daß diese Mittheilung nicht in weitere Kreise gelangt."
„Der Parteitag — so schreibt das Buchdrucker-Organ — hat sich mit der Annahme dieses Antrages auf den Boden der Motive zum verflossenen Zucht- Haus-Gesetze gestellt, daß die Arbeitswillige«, richtiger Streikbrecher, als nützliche Stützen des Staates geschützt werden müffen, und zugleich auf den Unternehmer-Standpunkt, daß man zwar diese Leute aus sittlichen Gründen verachten, aber, so lange sie unbedingte Heeresfolge leisten, nicht strafen kann."
Das Berliner sozialdemokratische „Centralorgan" ist darüber in helle Wuth gerathen und schimpft alle möglichen Register herunter von „klassischen Beweisen für die Unfähigkeit der 6o mitten Gewerkschaftszünftlerei" und dergleichen mehr. Augenscheinlich hat sich das .Centralorgan' getroffen gefühlt. Denn wer schimpft, hat unrecht!
♦ Laudrslh n«d Kreis-Latt. Der Landrath des westpreußischen Kreises Rosenberg erläßt folgende Bekanntmachung im amtlichen Theile des Kreisblatts:
Dem vorigen Kreisblatt hat eine Abonnements- empsehlung für die (freisinnige) Danziger Zeitung beigelegen. Ich bitte die Leser derselben, nicht zu glauben, daß ich ein Abonnement auf die Danziger Zeitung empfehle. Die Beilegung der Abonnementsempfehlung ist ohne mein Wissen erfolgt, Rosenberg, 22.September 1901. Der Landrath.
Die Bekanntmachung ist jedenfalls von In- tereffe zur Würdigung des Verhältnisses zwischen Landräthen und Kreisblättern.
* Darmstadt, 3.Oft. Die hessischen Handelskammern find vsn den oberen Verwaltungs-Behörden ersucht worden, Erhebungen Über oie von Seiten der Kammern gemachten Wahrnehmungen Über die gegenwärtige Lage des Arbeiterstandes und der Industrie zu veranstalten, und zwar insbesondere über die Lage des ArbeitSmarktes, Produktions- und Arbeitet- Verhältnisse, sowie Lebenshaltung der arbeitenden Klaffen.
* Kremerhaven, 3. Oft. Der Hamburger Dampfer „Alesia" landete heute die 2. und 3. Eskadron deS Ostasiatischen Reiter - Regiments, 7 Offnere und 156 Mann, sowie 400 Pferde und Maulthiere. Der Hamburger Dampfer „Tvcuman" landete das erste See-Bataillon, die Marine-Pionierkompagnie und daS Marinelazareth des Ostastatischen Expeditionskorps, zusammen 22 Osfiz'ete und 753 Mann.
* Mü«che«, 3. Oft. In der Kammer begründete heute, der Abg, Dr. Heim die Interpellation Über die Stellung der Regierung zum Zolltarif. Ministerpräsident Graf Crailsheim antwortete zunächst Namens der Staatsregierung unter Berufung auf frühere Erklärungen der Regierung, er erkenne vollständig an, daß die heimische Landwirthschast eines stärkeren Zoll- schutzes bedürfe. Diese finde seine Grenze an den Interessen bet Konsumenten, deö Handels und der Industrie. Im Zollentwurf fei dieser
„Euer Hoheit könnten glauben?"
„Was ich glaube, ist meine Angelegenheit. Ich wünsche jedoch, daß man Fräulein Else mit aller Achtung begegnet, die man ihr als meiner treuen Dienerin schuldig ist. Und nun kaffen Sie Fräulein Else bitten, zu mir zu kommen."
Mit einem leichten Neigen des Hauptes verabschiedete sie die Oberhofmeisterin, die sich stumm verneigte. In diesem Augenblick trat die Kammerfrau wieder ein, auf ihrem Gesicht den Ausdruck der Unruhe.
„Hoheit!"
„WaS gibt es, Marie?"
„Seine Hoheit der Herzog wünschen Hoheit zu sprechen."
»Ah. er kommt zur gute« Stunde. Ich lasse bitten." ,
Der Herzog öffnete berdts die Thür; hastig trat er ein, sein dunkles Auge ruhte einen Mo- ment mit finsterem Ausdruck auf der sich ehr- erbietig verbeugenden Gräfin.
„Ich komme also doch schon zu spät?" fragte er grollend.
„Euer Hoheit!"
„Gehen Sie. Ich habe mit Ihrer Hoheit allein zu sprechen."
Er wandte sich mit einer fast verächtlichen Geberde ab. DaS Gesicht der Oberhofmeisterin Überzog eine fahle Bläffe. Schweigend entfernte sie sich.
Die Herzogin hatte die kleine Szene stumm beobachtet. Schweigend blieb sie auch fitzen, die leicht geballte Hand auf den Brief gelegt, den sie vorhin gelesen, als die Oberhofmeisterin das