JIS 223.
IrrL-a, Samstag, den 28. September 1901
28. Jahrgang
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von
•mmtwrili*: Für dir Redaktion Iol. Ban*, füt Inserate I. Parzelle» in Fulda.
,,©sr Sohn des Riktois?" fragte Frau Hanmcken.
„Ja — gnädige Frau erlauben?"
„Gewiß. Gehen Sie nur." Else eilte in den Salon.
was von feiten des Reichs-Marineamts für noth- wendig gehalten wird, um sich in dieser Beziehung die Unabhängigkeit vom Auslande zu sichern. Kapitänleutnant Wedding soll die Führung der Kompagnie übernehmen. Für später ist au* eine Vermehrung der ständigen Verrneffungs- schiffe geplant, von denen die deutsche Flotte nur drei hat, die britische z. B. dagegen über elf verfügt. Gleichfalls am 1. Oktober findet die Errichtung einer Telegraphen-Kom- pagnie für die bayerische Armee statt, womit eine Kaoallerie-Telegraphenschule verbunden sein wird. Die neuerrichtete Kompagnie gilt als selbständige Abiheilung, garnifotiirt in München und wird dem Generalkommando des I. Armeekorps sowie der Inspektion des Ingenieur- korps und der Festungen unterstellt Die Sollstärke beträgt einen Kon pagnie Ches, vier Leutnants, einen Zahlmeister und 170 Mann. Ihre Unisormirung gleicht der des Eisenbahn-Bataillons mit dem Unterschiede, daß statt des E em Blitz' bündel auf den Achselstücken bezw. Achselklappen geführt wird. Mit dieser Neusormation hört das Bestehen der bisherigen Militär-Telegraphen- schule auf, und die Ausbildung im Telegraphen- bier.ft = bei dem Pionier-Bataillon fällt gleichfalls weg.
* In der deutschen Armee wurden feit dem 15. August d. I. peustanirt : 1 Generalleutnant, 7 Generalmajore, 6 Ob-rste, 1 Oberstleutnant, 15 Majore, 25 Hauptleute, 6 Oberleutnants, 9 Leutnants. In Summa 70 Offiziere. Kosten pro Jahr cr. 265 000 Mark, Ohne Pension wurden verabschiedet 1 preußischer Oberleutnant und 3 preußische Leutnants. Zur Reserve und Landwehr übergeführt, also ohne Pensionaus der aktiven Armee ausgeschieden wurden 1 Oberleutnant und 11 Leutnants, sämmtliche in Preußen. Der Gesammtabgang an Offizieren beträgt somit im oben angegebenen Zeitraum 86. Von den Pensionirten treffen aus Pr eußen 1 Generalleutnant, 4 Genera'maj ire. 5 O irrste, 1 Oberstleutnant, 12 Majore, 23 Hauptleute, 4 Oberleutnants, 8 Leutnants (Summa 58); auf B ay er» 2 Generalmajore, 1 Oberst, 2 Majore, 2 Hauptleute, 2 Oberleutnants, 1 Leutnant (Summa 10); auf S ach sen 1 Major; aus Württemberg 1 Generalmajor. Im eben ablaufenden dritten Quartal wurden im Ganzen pmsionirt 120 Offiziere (93 preußische, 22 bayerische, 3 sächsische und 2 wütttem- bergische). Ohne Pension wurden verabschiedet bezw. zur Reserve und Landwehr über« geführt 22 Offiziere (19 preußische, 2 bayerische und 1 württembergischer).
h N-liMann verkößchiedet! Die evangelischen Arbeitervereine in Rheinland und Westalen, die den Rumpf des alten Verbandes ausmachen, sind zu einem sehr v-rnünstigen Entschluß gelangt: der „nationalsoziale" Herr Pastor Naumann soll nicht mehr bei den Arbeitervereinen umberreisen und Agitationsvorträge halten. Der Ausschuß des alten Verbandes hat vielmehr Vorkehrungen dagegen getroffen, daß das nochmals vorkommen könne; und überhaupt soll „Raumann's Einfluß auf das ihm gebührende Maß beschränkt werden". Ganz wird dieser Einfluß nur beseitigt werden können, wenn Naumann nicht mehr in den Ausschuß gewählt wird.
Heeresordnung ist nicht die Spur vorhanden. Am häufigsten kommt es vor, daß der Beseh des einen „Generals" sofort durch Gegenbefehle anderer „Generäle" widerrufen wird. Eine große Maffe von Weibern begleitet das Heer, um dafür zu sorgen, daß die edlen Streiter keine Langweile bekommen und immer zu rechter Zeit Wasser und andere Erfrischungen erhalten. Selbst während der Schlacht gehen diese Weiber ab und zu, um diese Obliegenheiten zu erfüllen. Seh; schweren Dienst pflegen die verschiedenen und nicht wenig zahlreichen Militärkapellen zu haben; sie müssen nämlich zur Erheiterung und zur Anfeuerung der Krieger unaufhörlich Musik machen, lieber die Art und Weise, wie das Aushebungsgeschäft besorgt wird, gibt am besten ehe kleine Erzählung Auskunft, die sich in der Reisebeschreibung eines kürzlich erst in Venezuela zu naiurwiffenschaftlichen Studien anwesenden Forschungsreisenden vorfi >det.
Man kann (so schrebt Dr. Paul Preuß) von den oenezulanischen Soldaten nicht verlangen, daß sie mit Lust und Liebe bei der Sache sind. Blickt eine Staatsumwälzung aus, dann werden alle jungen Leute, die irgend Waffen tragen kön. neu, zu Soldaten gepreßt und müssen „freiwillig" in das Heer der einen ober andern Partei ein« treten. Was das für die bürgerliche Arbeit in einem Lande bedeutet, das so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen ist und dabei nur eine äußerst dünne Bevölkerung aufweist, liegt auf der Hand. Es liegt ein grausamer Humor darin, wenn erzählt wird, ein „General" habe eine Anzahl Rekruten einem andern „General" überschickt unb in dem Begleitschreiben gesagt: „Anbei sende ich Ihnen eine Anzahl Freiwilliger, erbitte jedoch Stricke und das übrige Bindematerial zurück."
Venezuela, ist ein Land, das mit Naturschätzen geradezu überschüttet ist. Aber man kann es sich ohne Weiteres vorstellen, daß eine regelrechte Bebauung und Ausbeutung des Landes durch die unaufhörlichen politischen Wirren vollkommen unmöglich gemacht wird.
X Nur nicht Slöde! Mit welcher rühren« • den Dreistigkeit die Gegner einer geeigneten Be- meffung der Schutzzölle mitunter Vorgehen, beweist wieder einmal ein Beispiel eines Berliner Jndustrieblattes, genannt ,Der Konfektionär'. Kurz und bündig schreibt dieser den Satz nieder: „Wichtiger als die Interessen der Lrndwirth« schäft ist für das deuifche Volk das Wohl der deutschen Industrie uns des deutschen Handels." 8ut gebrüllt, Löwe! Aber solche Löwen thun sich j tzt leicht mit Brüllet-; der Zolltarifentwurf der Regierung enthält nämlich ganz außerordentlich stark erhöhte Zollsätze für die Erzeugnisse derjenigen Industrie, die das genannte Blatt vertritt. So soll nach dem Vorschläge der Regierung der Zoll für baumwollene Kleider von 150 auf 400 Mark für den Doppelzentner steigen, aljo auf beinahe das Dreifache des gegenwärtigen Satzes erhöht werden; ja für einige andere billige Kisiderarten betragen die neu vorgeschlagenen Zöle das Sechsfache der bisher erhobenen Sätze. Wenn es nun gälte, mit hohen Zollsätzen einen Arbeitszweig zu schützen, der gegenwärtig schwer bedrückt wäre und eine hohe und edle volks wirthschaft- liche Bedeutung hätte, dann könnte man sich das noch gefallen lassen. Aber es handelt fich um einen Industriezweig, in dem die Ausbeutung der Arbeitskräfte zum Vortheile der Unternehmer^ und der Vermittler zwischen diesen und den" armen Arbeikerinnen und Näherinnen schon viel zu häufig gegründeten Anlaß gegeben hat zu entrüsteten Klagen und Beschwerden; die arme Konfektionsnäherin in der Großstadt, die in Folge ihrer häufig bitteren Noth der Prostitution anheimsällt, ist eine leider nur allzu bekannte Figur geworden, als daß man noch besonders daran zu erinnern brauchte. Wer im deutschen Volke hat ein Interesse daran, daß gerade dieser sogenannten Industrie so ungeheure Vortheile gewährt werden, die, wie saltsam bekannt, fast gar nicht in eigenen Fabrikanlagen, sondern fast nur von Heimarbeitern und vorzugsweise von Heimarbeiterinnen sich bedienen läßt, um dann zu Schleuderpreisen auf dem inländischen Markt Kleider von zweifelhafter Güte auszubieten und große Massen solcher Maaren nach dem Auslande abzusktzrn? Niemand! Nur die Unter« nehnnr würden den Nutzen davon haben und sich nachher schön .hüten davor, ihre Arbeiter auch nur um einen Deut besser zu bezahlen, als vorher. Schaden aber würden alle Verbraucher von Konfektionsartikeln haben und zwar nicht die wohlhabenden, sondern gerade wiederum die ärmeren Verbraucher. Und das soll eine gesunde Wirthschaftspolitik sein? Wir danken ergeben st!
* Das Kriegsministerium theilt mit: Da bei dem auf dem Dampfer „Bat via" heimge- kehr ten Transport ostasiatifcher Truppen einzelne GypßkxfäKe vorgeksmmrn sind und auch der Transport auf Dampfer „Nrckar" nicht gänzlich frei von solchen ist, sollen diese Transporte von den später eintrrffenden getrennt gehalten werden. Von den letzteren werden daher die Transporte auf den Dampfern „Alesia", „Silvia", „König Albert", „Pisa" und „Tuku- man" auf dem Trnppenübungrpsgtz Lockstedt in Holstein, da? über Wien zmückkchren.de Bataillon
Hand in Hand saßen sie unter den breit- blätterigen Palmen, die sich über dem kleinen Eckd'.van wölbten, Hand in Hand und Auge in Auge, wie sie früher im Rek o «garten, unter der breitästigen Buche am Saumr des heimathlichen Waldes geftssen halten.
Unb Eis; erzählte von ihrem Leben und Streben. Von ihrer Kunst ur d ihren Triumphen. Don dem Herzog und der gükigm Herzogin, die sie fitzt zu fich auf das Schloß nehmen wollte, die für sie sorgen wollte, daß sie eine große, berühmte Künstlerin werden konnte. Ihre L ppm flösse» über von Begeisterung für ihre Kunst, flr das herrliche Leben in der großen Welt, füt )en Herzog, für die Herzogin, die gütige, milde, großherzige Fürstin.
Else bemerkte bei ihren begeisterten Worten nicht, doß Paul ihre Hände freigelassen, daß er den Kopf sinken ließ und daß sein Antlitz einen ernsten, trüben Zug angenommen.
Als Elfe geendet und den Freund erstaunt ansah, seufzte dieser auf und sprach leise: „Du gehst einem herrl chen Siben entgegen, Else — )a ist das beste, ich reife, so rasch ich v-rmag, weiter."
„Aber Paul!"
„Da wirst mich vergessen!"
„Niemals!" .
„Du mußt mich vergessen, Else. Du kannst. Du darfst den Traum unserer Jugend nicht weiter träumen, w.llst Du Dein Ziel erreichen. Ich würde Dich hemmen, ich würde Dir eine Fessel fein auf 5em Fluge zur Sonne. — Lebe wohl, Else
Beide Hände streckte sie mit herzlicher Gelt erde dem schlanke», jungen Manne entgegen, der freudig erregt auf sie zutrat und ihre beiden Hände ergriff. Wie feine Augen leuchteten! Wie erstaunt, erschreckt und doch b;wund».rad sein Blick auf der herrlich erblühten Gestalt der Jugendfreundin ruhte.
„Eise!" rief er halblaut.
„Endlich sehe ich Dich wieder, Paul!" stieß Else, mit den Thmnen der Rührung kämpfend, hervor. „O, wenn Du wüßtest, wie oft ich an Dich gedacht habe!"
„Wirklich? Ja dieser Umgebung, in diesem Leben voll Glanz und Glück hast Du an den armen Studenten gedacht!"
Sie drückte seine Hände.
„Setze Dich zu mir, Paul. Ich habe Dir viel, unendlich viel zu erzählen."
Die Herzogin wandte sich dann an die O'öe;- hofmessterin: „Tragen Sie dafür Sorge, daß einige Immer für Fräulein Else in Bereitschaft gesetzt werden. Wann wollen Sie in das Schloß über ft'Dein, mein Kind?"
„Wann Euer Hoheit befehlen
„Nun dann, so denke ich bereits übermorgen. Sind Sie einverstanden, Exzellenz?"
Frau vm Hannecken verbeu te sich zustimmend.
„Auf W edersehen denn und nochmals meinen Dank."
Die Herzogin reichte Else die Hand, welche diese tiefbe orgt küßte.
F au von Hannecken verneigte sich tief, der Herzog geleitete die Damen bis gut Thür. — „Auf Wiedersehen, auf baldiges Wi dersehen/' flüsterte er Else zu; dann verbeugte er sich artig und trat zurück.
Dte Thür schloß sich und hochauf dhmend stand Else wi-rer in dem Hellen, in kaltem Glanz prangenden Vorzimmer.
Frau von Hannecken zeigte ein sehr ernstes Gesicht. E st al« man im Wagen saß, begann sie zu sprechen.
„Sie haben Glück, mein Kind," sagte sie in ernstem Ton. „Im Schutz der gütigen Herzogin werden Sie Ihr Ziel bald erreichen. Aber ich möchte Sie warnen, auf Jhrm E.folg, auf
XS3BCMSM:
Dir ArMchmprinM.
Roman von O. Elster.
------ (Nachdruck verboten.)
□ Venezuela und Columbia.
Die Welt wird durch eine Drahtmeldung aus Am r>.ka, batirt aus Port of Spam auf der Insel Trinidad, überrascht, wonach „die R-publi Venezuela voraussichtlich am 28. September der Republ k Columbia den Krieg erklären werde". Man glaubte, dis beiden feindlichen Republiken befänden fich schon geraume Zsit im Kriegszustände ; thatsächlich hat bet Draht auch bereits Nachrichten verbreitet von Schlachten und Gefechten auf colmnbischem Gebiete, in denen Re- gieruvgstruppen der Republik Columbia große Siege erfochten haben sollten über Streitkräfte der verbündeten cslumbischen Empöret und der Venezulaner. I tzt soll nun „voraussichtlich" der Krieg erst erklärt werden; unb es wird der Meldung hinzugefügt, i« Venezuela herrsche „Finanzkrisis". Präsisent Castro habe die Bark von Venezuela und die Handelsbank dazu bewegen meßen, eine Zwangsanleihe zu zeichnen; aber diese hätten das Ansinnen zurückgewiesen.
An heillosen Zuständen fehlt es weder in Venezuela, noch auch in Columbia; und ver- muthlich rst auch die Staatskasse der einen 'Republik so arm, wie die andere. Da? ist aber keine Erklärung für den höhst merkwürdigen Umstand, daß die Republiken einander bekriegen, (Schlachten schlagen, Blut vergießen und dann .„voraussichtlich" erst den Krieg erklären wollen. Man dachte eher, sie würden aus Mangel an dem nöth-g n Eielmetall baldigst wieder Frieden schließen; denn das Strohfeuet solcher Kriege in Südamerika pflegt sonst außeroid vtlich schnell zu ve flackern. Und nun wollen sie erst mit der Kriegserk ärung beginnen!
Der Urheber der Streitigkeiten ist ohne Zweifel der Präsident Castro von Venezuela. Et ist noch nicht lange Präsident dieser Republik. Erst kürzlich hat ihn eine der zahlreichen Reoo- lutionen auf den Prästdentensttz erhoben. Sein Vorgänger Andrad-e wurde mit Gewalt von ihm Vertrieben.
So häufig nun auch solche Streitigkeiten, Kriege und Revolutionen in Südamerika jbb, allzu gefährlich pflegen sie nicht zu fein. Die Truppen find nicht danach angrthan, sind im Gegenthkil in den allermeisten Fällen herzlich froh, wenn der Krieg wieder vorbei ist und si; zu ihrer g°wohnten Hartirung zurückkehren dürfen, aus der sie gemeinhin durch Zw mgsrekcutirungen herausgerissrn werde». Von irgendwelcher geordnet n Ausrüstung dieser Leute ist niemals die Rede. Sagar die sehr zahlreichen „Generäle" tragen bürgerliche Kleidung, und man kennt die Leute als Krieger nur dadurch heraus, daß sie irgend ein Abzeichen tragen, z. B. eine gelbe Binde um den Arm oder um den Hut mit einer Inschrift, etwa wie „Viva Cfastro“ — „Es lebe Castro". Die Herren Offiziere tragen ihren Säbel wie einen Spazierfiock in der Hand. Die Mannschaften pflegen als ganze Kriezsausrüstung ein Gewehr und eine wollene Deck; zu besitzen. Von einet planmäßigen
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geborenen Armenhaus - Pdrzrssin. die Bevorzugung mißgönnte, zu überwinden.
„Ein junger Herr, ein Bekannter des gnädigen Fcäuleirs, wünscht das gnädige Fräulein zu sprechen," meldete der Diener, welcher Else den Mantel abnshm.
„Ein Herr?"
„Hier ist seine Karte. Der Herr wartet im Salon."
Else erschrak freudig. „Pau! Ahrens?!" tief sie halblaut.
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^Erscheint täglich, Im. Ausnahme der 'Sonn- und Feier- ‘tagc. Vierteljahr!.
-ijugsprris »hneBrmgerlohn
i anb Bestellgeld in । Fulda und auswärts 1 M.50 Ps.
Insrrr»»: Dft» , einspaltige P-tit» i »eile oder Cer em ' RaumlSPfg.Me- i Hamen die Petit- zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend- Rabatt gewährt
Drrrtsches Deich
Berlin, 27. September.
* In Betreff der persönlichen GßeikuatzWe des Kaisers a« KisrveiHungsfeier« schreibt )ie halbamtliche ,Brrl Korresp.': „Seine Maje- !ät der Kaiser und König hat anläßlich der in etzter Zeit eingetretenen Häufung der Gesuche von Städten, Gemeinden unb Kirchengemeinschaf- en um persönliche Theilnahme an Einweihungseiern bestimmt, baß diese Gesuche und Ein- adungen künftig zunächst an die Oberpräsidenten eingereicht unb von diesen an die Minister )er geistlichen, Unterrichts- und Meöizinal-Ange- egen beiten ober des Innern je nach der reffort- mäßigen Zuständigkeit zur Prüfung weiter gegeben werden sollen."
* lieber AenMdrmzerr Sei Ilotte «ttd Keer wirb der ,D. Warte/ geschrieben: Am 1. Oktober d. I. wirdeinebesondereVerme ssun gS- Kompagnre bei d r F'slts gebildet werden. Dis Thäligkeit des neuen Truppenthrils wird in bet Ausnahme von eigenen Seekarten lnst hsn, Ihr Glück nicht stolz zu werden. Der Boden eines Fürsterchofts ist ein gefahrvolles Terrain, lefonberS für ein so lebhaft empfi dmb-s und chöns Manchen, wie Sie. Denken Sie stets an Ihre Zukunft. Denken Sie stets daran, doß Sie aus niederem Stande entsproffm sind, daß nur die Gnade einer edlen Fürstin Sie auf diesen erhöhten Platz gestellt hat, von dem ein en zizir Fehltritt Sie wieder entfernen kann auf ewige Zeit. Halten Sie sich fern von Stolz und ehrgeizigen P äien. Bleiben Sie, was Sie bisher wLre?: ein einfaches, bescheidenes Mädchen, das nichts besitzt, als feine Schönheit, eine Kunst und — feine Ehre."
Noch mehr sprach die Generalin in strengem, ernsten Tone.
Aber Elfe hö te kaum auf ihre Worte, die wie fernes Windeswehen an ihrem Ohr vor- überravschten.
Schweigend ward der letzte Theil der Fahrt zurückgelegt.
. Als, zu Hause a^ getaugt, Elfe der Generalin beim Adligen des Mantels behilflich fdn wollte, »ehrte bieje dem jungen Mädchen und meiste m’.t etwas bitterem Lächeln: „Eme Dame Ihrer Hoheit der H-rzogin braucht solch- Dienste nicht mehr zu leisten."
Eife neigte schweigend das Haupt. Die halb scherzenben Worte verletzten sie und erweckten in ihrem Herzen ein trotziges Gefühl.
S'.e ahnte, daß die Gnade der Herzogin ihr manche Kämpfe, Neid urrd Haß eintrazen würbe, aber si; fühlte auch Kraft und Muth, alle diese Feindseligkeiten der Welt, die ihr, der niedrig
mit Ilnlerhalttmgs-Weikage „Mustrirte Sonntags-Zeitung!'