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FuldarrMZeitung

Zuferat«: Di« einspaltige Pctit- zeils oder deren Rauml5Pfg.,Re» Hamen die Petit« zeile 25 Pfg.; bet Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

tS» 3. Parzelle» in Suva. ** mit Zlnterhattungs -Anlage „Zssustrirte Sonntags-Zeitung!'

M 220.

JuLöa, Mittwoch, den 25. September 1901.

28. Jahrgang.

SrsttliWk« auf bas 4. (Quartal der »Fuldaer Zeitung« werden fort» während von alle« Postanstatten, Land­briefträger« «nd von nuferer Expedition (Harmonie) entgegeugenommen.

Ku utut de»W fielt »sch Cedi.

Die Nachricht, daß der Norddeutsche Lloyd eine vierzehntägige Dampferverbindung zwischen Bremen und Cuba ins Leben rufen wird, deren erste Expeditionen noch im laufenden Jahre statt­finden sollen, ist von der Bremer Kaufmannschaft mit lebhafter Freude begrüßt worden und wird in denjenigen Jndustriebezirken, deren natürlicher Verbindungsweg über Bremen führt, ebenfalls die gleiche freudige Zustimmung finden. Der Nord­deutsche Lloyd hat bereits einmal, nämlich in den Jahren 1871 bis 1874, eine Linie nach West­indien betrieben, und zwar damals nach Kolumbien und Venezuela, sah sich jedoch im Jahre 1874 ge- nöthigt, die Linie wiederum eingehen zu kaffen, weil der Verkehr, und insbesondere der Paffagier­verkehr, den Erwartungen, unter denen man die Linie eröffnet hatte, nicht entsprach. Seit jener Zeit entbehrt Bremen, trotz der lebhaften Handels­beziehungen, welche zwischen Bremen und West- indien bestehen, einer direkten westindischen Dampfervrrbindung, sodaß der bremische Handels­verkehr bis jetzt darauf angewiesen war, sich des Umweges über andere Häfen oder gewarteter Schiffe zu bedienen. Mit Sicherheit ist zu er­warten, daß die inzwischen erfolgte Wiederherstel­lung geordneter Zustände auf Cuba, das Eingreifen amerikanischen Kapitals in die wirthschastliche Ent­wickelung der Insel, insbesondere zunehmender Plantagenbau, die Aus» und Einfuhr dieser Insel wesentlich steigern werden. Dementsprechend dürfte auch der Güteraustausch Cubas mit Bremen, das seinerseits in dem Handel mit Havana-Tabaken und Cedernholz seine hervorragende Stellung auf dem Kontinent, trotz der fehlenden direkten Dampferverbindung mit Cuba, noch immer be­hauptet hat, einer lebhaften Weiterentwickelung entgegengehen, wie andererseits auch der zweifellos schnell zunehmende Wohlstand der Insel der deut­schen Industrie steigende Absatzgelegenheit in Aus­sicht stellt. In den Dienst werden Dampfer ein­gestellt werden, welche vorwiegend dem Frachtver­kehr dienen und nur in einem beschränkten Um­fange Einrichtungen für Kajüts- und Zwischen­decksreisende enthalten werden.

De«1fches Keich.

Berlin, den 24. September.

* I« die Wat «mseHe«» so wird der .Köln. Volksztg.' geschrieben, müssen die deutschen Katholiken die von der Osnabrücker General­versammlung gegebenen Anregungen in mehr als einer Hinsicht. Auch hinsichtlich der katho­lischen Presse bleibt noch sehr viel zu thun übrig. Zwar ist es ja bei uns in Deutschland sowohl hinsichtlich der Zahl wie der Verbreitung der katholischen Zeitungen um vieles besser als in allen übrigen Ländern, wie ja auch die Katho­liken im Deutschen Reiche eine ganz andere Stelling einnehmen, als diejenigen anderer Staaten. Daß dem so ist, verdanken die Katho­liken zum nicht geringen Theile ihrer Preffe. welche die Thätigkeit der parlamentarischen Ver­treter in erfolgreicher Weise unterstützt. Es verlangt daher sowohl die Pflicht der Dank­barkeit wie der Selbsterhaltung, daß die An- Hänger der Centrumspartei in noch nachhaltigerer Weise die Jntereffen der CentrumSpreffe zu den ihrigen machen. Mir will scheinen, daß hier noch viel zu thun übrig bleibt, es wäre sonst kaum erklärlich, daß die sogenannte Partei- lose Preffe, sowohl die der Provinz als die cküs Berlin, auch in katholischen Kreisen so viel Eingang fände. Hierin besteht ohne Zweifel eine Gefahr auch für die Partei. Ein regel­mäßiger Leser parteiloser Blätter wird sicherlich auf die Dauer nicht unberührt von deren Ten­denz bleiben, die bei den Wahlen ja immer die liberale Richtung zeigt. Gerade jetzt ist die günstigste Zeit, um mit der Agitation einzusetzen; der Winter mit seinen langen Abenden und der Vierteljahrswechsel stehe« vor der Thüre. Würde überall mit dem gehörigen Nachdrucke gearbettet, so wäre eS ein leichte-, die Zahl der Bezieher der katholische« Preffe zu verdoppeln. Dieselbe würbe dadurch in der Lage sei», «och

mehr als bisher allen gerechten Ansprüchen zu genüge« und den Forderungen der Neuzeit ent­sprechend sich weiter zu entwickeln — gewiß nicht zum Schaden der Centrumspartei wie der Katholiken überhaupt. In jede katholische Fa­milie eine katholische Zeitung! daS sollte die Parole sein. Daß die auf dem jüngsten öster­reichischen Klerikertage gegebene Anregung, die Presse auch durch Mittheilung bemerkenswerther Vorgänge zu unterstützen, auch bei uns in Deutschland Beachtung verdient, sei bei dieser Gelegenheit nebenbei bemerkt.

h. Slratzeuvahne« in Merlin. Vor einiger Zeit wurde gemeldet, der Oberbürger­meister Kirschner habe vor der letzten Abreise des Kaisers von Berlin eine Audienz nach­gesucht, um die Genehmigung zu erbitten, daß eine Straßenbahnlinie, die der Stadt Berlin gehört, über die Prachtstraße „Unter den Linden" geführt werde, die Audienz sei aber verweigert worden. Jetzt wird berichtet, der Kaiser habe es endgiltig abgelehnt, den Ober­bürgermeister zu einem Bortrage über besagtes Thema zu empfangen.

* Konfinrsstatistik. Nach der vorläufigen Mittheilung des Kaiserlichen Statistischen Amts zur Konkursstatistik gelangten im zweiten Vierteljahr 1901 int Deutschen Reich 2583 neue Konkurse zur Zählung, gegen 2145 im zweiten Vierteljahr 1900. Es wurden 275 An­träge auf Konkurseröffnung wegen Mangels eines auch nur die Kosten des Verfahrens deckenden Maffebetrages abgewiesen und 2308 Konkursverfahren eröffnet; von letzteren hatte der Gemeinschuldner in 1449 Fällen ausschließlich die Konkurseröffnung beantragt. Beendet wurden im zweiten Vierteljahr 1901: 1885 (2. Viertel­jahr 1900: 1689) Konkursverfahren, und zwar durch Schlußvertheilung 1273, durch Zwangs- vergleich 429, infolge allgemeiner Einwilligung 39 und wegen Massemangeks 144. In 642 be­endeten Konkursverfahren war ein Gläubiger­ausschuß bestellt.

Von den 2583 neuen und den 1885

beendeten KonkurS-Ver-

fahren betrafen:

Physische Personen 2037 1584

Nachlässe 393 209

Handelsgesellschaften 114 73

Genossenschaften 13 9

andere Gemeinschuldner 26 io

Die verlängerte Kowte.

Hans Niemeier war nach einem fidelen Stu­dentenleben und einem leidlich herausgequälten Examen in's Philistertum gestiegen, d. h. erhalte als Referendar fein lustiges Leben fortgesetzt, bis endlich sein kleines Vermögen total ebbte und sich aus dem fidelen Kerl ei« Arbeitsmensch entpuppte. Der „Affeffor" gelang ihm über Erwarten gut und wäre nur „mehr Moos in Bänken" gewesen, so hätte unser guter Affeffor Hans Niemeier mit keinem König auf Erden getauscht.

Da erhielt er eines Tages die Nachricht, daß eine alte Tante in der Universitätsstadt, wo er ein so flotter „Normanne" gewesen war, das Zeitliche gesegnet und eine Reihe von Tausendern ihm letztwillig vermacht hatte. Im Nu hatte er sich Urlaub besorgt, seinem Korps, dem er noch als alter Herr angehörte, sein Eintreffen gemeldet und alsdann dampfte er leichten Herzens und fröhlichen Gemüthes gen I. ab.

Auf dem Bahnhof harrte unter dem Publikum, welches auf das Eintreffen des Mittagszuges war­tete, auch eine kleine Schaar von buntbemützten Musensöhnen. Und als Hans Niemeiers wohl­bekanntes Gesicht am Koupefenster des einfahrenden Zuges erschien, da stürmte die ganze Korona dem alten Korpsbruder entgegen und nahm ihn mit herzlichem Willkommen in Empfang. Als aber Hans in fliegender Eile ihnen den Grund feines Kommens mittheilte und das ganze Korps Abends zu einem solennen Festessen mit obligatem „Ge­tränk" in das Hotel de Russie, wo er Wohnung zu nehmen beabsichtigte, einlud, da schallte ein so begeisterndes Hoch! undHurrah! überden Perron, daß es fast den Signalpfiff des weiterfahrende« Zuges übertönte.

Im Triumphe ward Han« Ntemeier in fein Hotel geführt. Eine Stunde später nahm er bei ^?k^^^ENt«vollstrecker schmunzelnd die runde Erbschaftssumme i« glatten Banknoten entgegen und dann konferirte er mit dem vergnügt lächeln- den Hotelier über ein splendide« Abendessen mit noch splendiderem „Getränk".

Der Abend kam und mit ihm rückten die „Nonnminm" vollzMg an. Ein paar alte Herren, di« in der Mhe ansässig waren, hatte man sofort telegraphisch herbeibeordert und der Hotelier sah «ii schmunzelnden Lippen z«, wie sich sein Fest­saal «tii einer triukfrsh «nd trinkfest gestimmte« Menge fällte.

Das Abendessen nahm seinen Anfang. Man aß vortrefflich und trank noch besser. Jubelnde Reden stiegen auf das „Glückskind" und frohe Lieder schallten dazwischen. Immer zahlreicher ward die Flaschenbatterie und Alles athmete Lust und Freude.

Da rief der Oberkellner unfern Hans Nie­meier leise bei Seite. Es war soeben ein dringende« Telegramm für ihn abgegeben worden.

Haus erbrach die Depesche. Sie war von seiner ein paar Meilen entfernt wohnenden Mutter, die plötzlich erkrankt war und ihn baldigst zu kommen bat.

Hans Niemeier war ein guter Sohn. Er überlegte keinen Augenblick. Der Nachtschnellzug brachte ihn in einer knappen halben Stunde an Ort und Stelle. Aber die Freunde hier? Wie sie Alle vergnügt und fidel waren. Sollte er ihre Freuds stören mit der Mittheilung seiner eigenen Sorge? Nein!

„Freunde, Korpsbrüder, hört! Ich bekomme soeben eine Nachricht, die mich eiligst hinwegruft. Aber ich komme zurück — deshalb laßt Euch, bitte, nicht stören!"

„Schade!" klang es ringsum. „Jetzt wird's erst recht hübsch! — Aber wenn Du mußt? — Genire Dich nicht! Und komm' wieder!"

„Ich komme wieder!" beschwichtigte Hans Nremeier den Sturm des Bedauerns, der ihn um­brauste. „So lange laßt Euch, bitte, nicht stören!" ,

„Schön!" — „Machen wir!" — „Prosit!" — „Ein Glas noch!" umschwirrte es unseren Affeffor Hans, der eilig hinauf auf sein Zimmer sprang, den Hotelier benachrichtigte, daß er eine kleine Reise unternehme, aber in wenigen Stunden noch einmal zurückkehre und dann in den Hotel­wagen stieg, der ihn rechtzeitig nach dem Bahn­hofe beförderte. Der Nachtschnellzug sauste mit ihm davon.

Zum Glück war die Besorgniß, welche die Depesche verursacht hatte, eine zu weitgehende ge­wesen. Der junge Affeffor fand seine Mutter nach einem allerdings heftigen Unwohlsein wieder wohler. Trotzdem blieb er noch den ganzen nächsten Tag dort, sorgte für genügende Wartung und Pflege und kehrte am Abend des nächstfolgenden Tages nach der Universitätsstadt I. zurück.

„Meine lieben Kouleurbrüder!" sagte er lächelnd vor sich hin, al« er vom Bahnhof hinein in die Stadt schritt. — „Wie werden sie nur mein rasches Verschwinden aufgefaßt haben! Na, bis zum Schluß des Abends habe ich ihnen wenigstens den Genuß nicht verdorben. Und für das erfolglose Warten auf mich werde ich mir Morgen durch ein Katerfrühstück Absolution zu er­langen suchen!"

Auf dem Markt angekommen, an dem das Hotel de Russie lag, fielen ihm Menschengruppen auf, die zu den hellerleuchteten Fenstern des Hotels hinaufblickten und lachende Bemerkungen mit ein­ander austauschten.

„Steh', sieh'", dachte Hans — „dieses Hotel hat ja gewaltig an Beliebtheit gewonnen. Schon wieder ein Fest in den Räumen, wo wir gestern so fidel bei einander waren. Solch' ein Hotel ist doch eine Goldgrube!"

Und weiterschreitend trat er in das Vestibüle des Hotels.

Der Hotelier trat ihm überaus diensteifrig und wie es ihm vorkam, ein wenig verlegen ent­gegen und geleitete ihn persönlich in sein Zimmer.

Dort blieb er an der Thür stehen und schien auf etwas zu warten.

„Danke, mein lieber Herr X " sagte Hans — „ich habe jetzt keinen Wunsch weiter, ich bin müde und werde mich gleich in's Bett legen."

„Um Vergebung", stotterte der Hotelier, „wollen Sie nicht lieber doch einmal in den Saal hinauf —"

Verblüfft starrte Hans ihn an. Dann dämmerte ein schrecklicher Gedanke in ihm auf. „Du meine Güte", tief er —„die sind —noch immer — ?"

Der Hotelier nickte nur.

„Noch immer und — wie!"

Hans Ntemeier stürmte die Treppe hinauf und betrat den Festsaal. Nicht einer war gegangen, Alle waren sie noch da, die Hälfte in trostlos be­zechtem Zustande. Und noch immer schleppten die Kellner neue Bowlen heran.

Während Han« faffnngslos dastand, hob sich )ie schwere Gestalt des ersten Präsidenten am Tische auf und lallend Hub er a«:

„Prosit, Bruder! Da kommst Du ja schon!"

„Ihr — seid noch da?" kam e« Über Hansens Lippen.

„Natürlich! Du sagtest doch. Du kämst wieder — so lange sollten wir «n« nicht stören lasse«! Und da« haben wir auch nicht getha« — »ur ein paar jämmerliche Füchse find abge- allen!"

Die Zeche, die Han« am anderen Morgen «ttbezahlte, »ar eine fürchterliche. Und z« dem

moralischen Kater, den er darob empfand, gefeilt* sich noch ein physischer — er hatte bis in ble Frühe mitgekneipt. Dann waren die „Normannen" auf ihre Buden gefahren, — gehen und stehen konnte Keiner mehr.

- Vermischt--.

* Aus Der militärisch«« LansSaH« des Prä­sidenten Mac Kinley erzählt ,La Bie Illustrer eine Episode, die seine Tapferkeit in ein glänzendes Licht stellt: er erhielt die Feuertaufe als Kämpfer in den Reihen des Regiments des Obersten Rosecrans. Der General Rutherford B. Hayes, der ihn in jener Zeit (er war damals 17 Jahre alt) kannte, sagte ge­wöhnlich von ihm: „He is a man of rare capacijy.“ (Er ist ein Mann von seltenen Fähigkeiten.) Nach der Schlacht von Arietam wurde er zum Unterleutnant er­nannt und zeichnete sich besonders im 23. Ohio-Regi­ment aus. In der Schlacht von Kernstown spielte er eine hervorragende Rolle und lenkte die Aufmerksamkeit seiner Führer auf sich. Kernstown war eine kleine Stadt in der Nähe von Winchester. Die Bundesarmee erlitt dort eine schwere Schlappe, in einem einzigen Gefecht verlor das 24. Ohio-Regiment über 150 Sol­daten und Offiziere. Die Kräfte der Union wurden von dem General Georges Crook, die der Konföderirten von dem General Jubal Early befehligt. Der letztere befand sich auf einem Rückzug in dem Thal Sheman- doah, einige Meilen von Winchester. Da er der Zahl nach überlegen war, mußte der General Hayes vor ihm zurückweichen. Dabei entdeckte Hayes, daß eines seiner Regimenter dem feindlichen Feuer ausgesetzt blieb. Er wandte fich zu dem Leutnant Mac Kinley, und sagte ihm, er solle dem Obersten, der es befehligte, den Befehl überbringen, sich zurückzuziehen, wenn es noch Zeit wäre. Der Leutnant Mac Kinley sprang auf das Pferd und sauste davon, ohne fich um das siegreiche Vordringen des Feindes und die Kugeln, die an seinem Ohre vorbeipfiffen, zu kümmern. Hayes folgte dem braven Jungen, der sorglos in einen sichern Tod zu stürzen schien, mit traurigem Blick. Um den Reiter herum explodirten Bomben und hüllten ihn in Rauch und Flammen, aber wie der Gespensterkapitän eilte er immer vorwärts, stolz, unverwundbar, „as erect as a hussar“, wie Hayes sich ausdrückte, der diese Episode gern erzählte. Plötzlich theilt sich der Rauch, und man sieht Mac Kinley, noch immer zu Pferde, sein Ziel er­reichen. Mac Kinley richtete dem Obersten die Befehle seines Vorgesetzten aus und fügt hinzu: „Der General nahm an, daß Sie sich zurückzichen würden, ohne seine Befehle zu erwarten." „Ich dachte daran," antwortete der Oberst einfach. „Indessen, Leutnant, bevor ich zurückgehe, habe ich große Lust, diesen verfl .... Konföderirten noch ein paar Kugeln zu senden." „Wie Sie denken, aber machen Sie schnell!" Die Helden ves Sezessionskrieges waren nicht so ge­schwätzig wie die Helden -Homers. Nach einer furcht­baren Salve zogen der Oberst und seine Soldaten sich zurück. So rettete Leutannt Mac Kinley ein Regiment. Als er zu seinem General zurückkam, sagte Hayes fröh­lich zu ihm: „I never expected to see you in Ufe again.“ (Ich hoffte nicht, Sie lebend wieder zu sehen.)

* Der berühmte 1000jährige Aosenfio« in Hildesheim war vor einiger Zeit im Wachsthum be­denklich zurückgeblieben und hatte namentlich keine Blüthen mehr getrieben. Eine genaue Untersuchung er­gab, daß er über und über bis an die Wurzeln mit Schildläusen bedeckt war. Um dieselben zu vertilgen, bestrich man Wurzeln, Stamm und Aeste mit Kalkmilch. Jndeffen half dieses Mittel dem Uebelstande nicht gründlich ab. Die Schildläuse vegetirten weiter. Es wurde darauf das Gutachten einer hervorragenden amerikanischen Autorität auf diesem Gebiew einqeholt, welche Bestreichen mit einer Petroleumlösung empfahl. Nach Anwendung dieses Mittels sind die Schildläuse nunmehr verschwunden und dem Rosenstock ist sein früheres Wachsthum zurückgegeben worden.

* Gin droMges Heschichtche« vom Besuch des Kronprinzen in Lowther Castle erzählt,Vanith gatt': Der Zug, in dem der Kronprinz fuhr, wurde lange, ehe er erwartet wurde, auf der Station signalifirt. Der Stationsvorsteher drahtete daher eine eilige Bot­schaft nach dem Schloß. Lord Lonsdale, der sah, daß er unmöglich die Station zu der Zeit erreichen konnte, die der ängstlich- Beamte angegeben hatte, drahtete zu­rück: „Schibt ihn auf ein Nebengeleise" — ein glück­licher Einfall, der sofort befolgt wurde. Der nichts­ahnende Prinz wurde von einem Nebengeleise auf ein anderes geschoben und fuhr erst in die hübsche kleine Station ein, als der Wagen aus Lowther mit seinen berühmten Postillonen und Vorreitern draußen vorge­fahren war, während Lord Lonsdale ruhig auf dem Bahnsteig wartete, als ob er schon lange da wäre. Der Prinz erfuhr nichts von der kleinen List.

* Don einem Studentenfireich wird ausAmster« dam berichtet: In den dortigen Reichshallen in der Warmoesstraat trat jüngst ein Gaukler auf, der sich er­bot, im Cylinder eines der Anwesenden eine Omelette anzurühren und zu backen. Er empfing einen gut, schlug die Eier hinein, fügte Mehl hinzu und begann zu rühren. „Das kann ich auch", rief ein Student und bestieg unter ermunterndem Gelächter der Anwesenden das Podium. Er erbat fich ebenfalls einen funkemden Cylinder, schlug die Eier und rührte fie eifrig herum. Plötzlich hielt er inne, kraute fich hinter den Ohren und gab den Hut an den Eigenthümer zurück mit den Worten: „Nehmen Sie's nicht übel, aber ich habe faktisch mein Kochbuch vergessen." Sprach'« und entfernte fich unter brüllendem Gelächter des Publikums. Der Mann unter dem Cylinder voll Rühreier machte wirklich kein gescheidtes Geficht.

• Gin «euer Hewehrmodelk hat ein Beamter der königlichen Gewehrfabrik in Spandau der Militär­verwaltung zur Prüfung vorgelegt. Die von ihm er- Kbene Waffe ermöglicht das hintereinander zu et« lenbe Abfeuern von zehn Patronen, die sich in einem Behälter im Gewehr vorfinden. Das Laden ge­schieht auf automatischem Wege. Die Echießleistunge» dieses Gewehre« find, was die Schnelligkeit des Feuern« anbetrifft, zweifellos bedeutender, al« die« der bisher bekannten Systeme; wie die vorgelegte Waffe sich indeß in der Praxi« bewahrt, bleibt abzuwarten. Ohne zwingende «eranlaffun, wird unsere Militärverwaltung von dem Modell 98, daß fich gegenwärtig in der Her­stellung befindet, nicht abgehen, zumal e« gegenüber dem. Modell 88 wesentliche Verbesserungen aufweist.