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mit Zlnterhattungs Beilage „Zllustrirte Sonntags-Ieitung" •"

M 220.

Irrköa, Mttwoch, dm 25. September 1901.

28. JahrgMg.

Nadeln

0 Verschiedene Zollsätze

tragenden würden die Einzelstaaten bleiben. ES

* Bezeichnend für die sozialdemokratische«

ihrer Fahrt nach Lübeck einige Stationen vor dem

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Man kann dem konservativen Blatte nur bei- stimmen. Hoffentlich trägt aber der Grundsatz der ausgleichenden Gerechtigkeit, den die Dort- munder nationalltberale Erklärung so stark in

den mageren nach den fetten Jahren warnten. Was soll nun geschehen? In der .National- liberalen Korrespondenz' wird gesagt, die Reichs­verwaltung w-rde sich um die Deckung der Reichsbedürfniss: nicht kümmern, die Leid-

Fehlbetrag in der angegebenen Höhe, denn auch das Fehlen des sonst während der letzten Jahre üblichen Ueberschuffes von 25 oder 30 Millionen ist dabei schon in Rechnung gezogen. Dann wird für die Versorgung der Kriegstnoaliden eine weit größere Summe als früher gebraucht, nämlich um 16 Millionen mehr; die ReichSpost hat geringere Ueberschüsse in Folge der Er­höhung drS einfachen Briefgewichtes, und die Riesenanleihe für den chinesischen Feldzug ist zu verzinsen — es klärt sich also alles ziemlich harmlos auf. Aber die Regierupg hat Unrecht behalten mit ihren Prophezeiungen bei der Be- ratyung des letzten Flottengesetzes, daß an ein Nachlassen der Ueberschüsse gar nicht zu denken sei, und diejenigen haben recht behalten, die vor

X Der Stand der Ileichsüuauzerr wird von den halbamtlichen Federn gegenwärtig so trüb geschildert, daß ängstlichen Gemüthern die Sachlage fast unheimlich vorkommen könnte. Namentlich von der „Spannung" ist die Rede, die für den Etat von 1902 hundert Millionen betragen werde, das heißt also, die Matrikular- beiträge der Bundesstaaten würden um hundert Millionen Mark größer sein müssen, als die Ueberweisungen aus der Kaffe des Ruches an die einzelnen Bundesstaaten. Das ist nun erstens längst keine Ueberraschung mehr; das hat vielmehr der Reichsschatzsekretär annähernd in derselben Höhe schon in öffentlicher Sitzung des Reichstages in Aussicht gestellt. Zweitens aber handelt es sich gar nicht um einen vollen

Jetzt war der Bann der Befangenheit, der Verwirrung gebrochen. Jetzt vermochte sie selbst dem Herzog frei in das ausflammende dunkle Auge zu blicken und mit stolzem Lächeln seine begeisterten Lobsprüche entgegenzunehmen.

Und dann mußte sie singen. Noch niemals, sie fühlte es selbst, hatte sie mit solcher Innigkeit, mit solcher Begeisterung gesungen.

Selbst die Baronin und ihr Lehrer, der Pro­fessor an der Musikakademie, blickten überrascht auf das junge Mädchen, da« gleich einer Göttin der Kunst dastand und die Huldigungen des Fürsten mit königlichem Anstand eutgegennahm. Volkslieder und Opern-Arien mußte Elfe fingen; der Fürst schien nicht müde zu werden, dem weichen Mezzo-

und die Umgebung ringsum einzuhüllen.

General von Hannecken flüsterte ihr einige er­munternde Worte zu. Ihr Stolz erwachte, sie raffte sich empor und mit sicherem Anschlag be­gann sie die Chopinsche Fantasie.

Sie berauschte und begeisterte sich selbst an dem Meer von Tönen, daß sie umwogte. Das Bangen und Sehnen ihres Herzens, das Jauchzen und das Glück ihrer Seele, die stürmische Lebens­lust, die Zukunstsfreudigkeit, die tiefe künstlerische Begeisterung ihre» ganzen Wesens sprach sich in den weichen Tönen des Meisters aus und brausen­der Beifall belohnte am Schluß ihr meisterhaftes Spiel.

I Sozialdemokratie will ja alle Einfuhrzölle für Lebensmittel überhaupt aufgehoben wissen. I« Nürnberg hat man jetzt das Rezept zusammen- gestellt, nach dem man gemeinsam gegen die hei­mische Arbeit in den Kampf ziehen kann. Das Rezept haben die Freisinnigen erfunden und die „Genossen" von der andern Seite haben es in einer Nürnberger Volksversammlung vor einigen Tagen angenommen: man beklagt „die drohende ungeheuerliche Vertheuerung fast aller nothwen» j btgen Lebensmittel", erhebt Widerspruch gegen „das geplante agrarisch-schutzzöllnerische Attentat" und verlangt von der Reichsregierung und Volks­vertretung, daß „sie von jeder schutzzöllneri- sch en Belastung der nothwendigen Lebens­bedürfnisse Abstand nehme und alles aufbiete, um das bisher bewährte System der Handelsverträge zu erhalten". Aber die gegenwärtigen Getreide- | zölle bedeuten nach dem Sinne der Nürnberger Versammlung doch auch eine solche Belastung, und die Freisinnigen wollen diese bestehenden Tetreidezölle beibehalten? Die Sache erscheint schwierig, ist es aber gar nicht, wenigstens nicht für die gelenkigen Geister der Freisinnigen und der Sozialdemokraten. Die beiden Genossen denken sich eben etwas Anderes bei ihrer Entschließung. Die Sozialdemokraten meinen auch die bestehenden Zölle; die Freisinnigen aber denken für sich, daß diese Letzteren gar keine Schutzzölle, sondern Finanzzölle seien! Etwas Aehnliches ist vorher wohl noch niemals dage­wesen: zwei Parteien mit ganz verschiedenen An­sichten fassen gemeinsam eine Entschließ­ung, denken sich aber dabei ganz andere Sachen — die Oede und die grundsatzlose Wortspielerei der Demokratie und der Sozial­demokratie zeigen sich hier in ihrer ganzen Größe. Man muß nun abwartrn, ob die Gesammtheit der beiden Parteigruppen daS Nürnberger Spiel des gegenseitigen Betrügens mitmachen werden! Uebrigens sieht man immer deutlicher, wohin der sogenannte „HandelsoertragSverein" steuert: sein Ziel ist nichts weiter als eine Vereinigung der Radikalen und der Sozialdemokraten gegen den Schutz der nationalen Arbeit.

Ihr Blick war den Bewegungen de» Herzog» gefolgt; mit magnetischer Gewalt zog e» ihr Auge stet» wieder zu dem Fürsten und jetzt trafen sich ihre Blicke und in den dunklen Augen de» Herzog» flammte e» auf.

Er trat, ohne den Bericht des Oberstjäger­meisters zu Ende zu hören, auf Frau v. Hannecken zu: „Wollen wir nun beginnen, gnädige Frau?" sprach er auffordernd.

Die Baronin verbeugte sich. Der Herzog bot ihr den Arm und führte sie aus ihren Platz, selbst sich neben ihr niederlassend. Herr von Hannecken gab das Zeichen zum Beginn des Konzertes und das berühmte Streichquartett der herzoglichen Hofkapelle begann zu spielen.

Der Herzog schien zerstreut dem meisterhaften Spiel zu lauschen. Sein Auge blickte sinnend in die Weite, dann schweifte er mit träumerischem Ausdruck zu der blonden Mädchengchalt am Flügel hinüber, um seine Lippen spielte ein weiches Lächeln, in seinen Augen ruhte ein träumerischer Glanz.

Als das Streichquartett geendigt, blieb er eine Weile in der sinnenden Stellung sitzen; er schien das Ende de» Spiels kaum bemerkt zu haben. Plötzlich schrak er leicht empor, dann klatschte er lebhaft in die Hände und sagte der Baronin einige dankende Worte.

den Vordergrund rückt, in ehrlicher Ausgestaltung den Sieg davon!

6.

Herzog Ernst war eine kraftvolle, männliche Erscheinung, welcher die grüne Husaren-Uniform (der Herzog war Chef eines preußischen Husaren- Regiment») auf das vortheilhafteste hervorhob Seine dunklen Augen blitzten in Lebenslust um seine etwas vollen Lippen schwebte ein sieghaftes Lächeln und unter dem kurzgehaltenen, dunklen Schnurrbart,7der keck emporgewtrbelt war, schim­merten die Zähne Perlen gleich hervor. Das fast schwarze Haar umgab in natürlichen Locken das Antlitz, welches an eine klassische Darstellung de« jugendlichen Bacchus erinnerte, während die schlanke Gestalt einem Apollo keine Unehre gemacht haben würde.

So trat er in der siegenden Gewalt seiner Schönheit, den Stolz de» Fürsten auf der Stirn, da» Lächeln des wohlwollenden Gönners auf den Lippen in den Salon der Frau Baronin von Hannecken, so trat er Else gegenüber, die, sich tief verbeugend, in der Verwirrung und Verlegen­heit ihres Herzens die freundliche Anrede des Fürsten kaum zu beantworten vermochte. Eine tiefe Gluth überflammte ihre Wangen und durch ihr Herz zuckte es wie in schmerzhafter Ahnung nahender Kämpfe drohenden Unheils.

In den dunklen Augen de« Herzogs leuchtete es überrascht auf. Mit raschem, forschenden Blick

Dampfdreschmaschinen, Riihmaschinen 200 „ Andere Dampfmaschinen, Turbinen, । Pumpen, Krähne usw. 100—1000 „ Gerade alle diejenigen Maschinen und Ge- räthe, die nothwendig find zum landwirthschaft. lichen Betriebe, sollen ganz außerordentlich er­höhte Einfuhrzölle erhalten; bei den meisten landwirthschaftlichen Maschinen soll die Erhöhung das Dreifache des gegenwärtigen Zolles be­tragen; bei vielen anderen das Vierfache und Fünffache des heutigen Satzes. Vergleicht man damit die vorgeschlagenen Zollerhöhungen, für die landwirthschaftlichen Erzeugnisse, so sehen diese Letzteren recht klein und bescheiden auS; man begreift dann durchaus nicht, warum die Vertreter der Industrie von einer einseitigen Be­vorzugung der Landwirthschaft in dem Zolltarif.

! entwürfe der Regierung sprechen.

Ja, wenn es der Landwirthschaft glänzend gut und der Industrie, namentlich der Ma- schinen-Jnduftrie, recht erbärmlich schlecht ginge, dann sähe die Sache noch anders aus. Aber die Dinge liegen gerade umgekehrt: der Land­wirthschaft geht es erbärmlich, der Maschmen- Jndustrie geht es glänzend gut. Ein flüchtiger Blick auf die Kursberichte der Börsen belehrt uns darüber, daß die Aktien-Unternehmungen, die mit diesem Industriezweige sich beschäftigen, 10 und 20 und 30 und mehr vom Hundert jährliche Dividende an ihre Aktionäre zahlen, während der Landwirth schon glänzend dasteht, der ein Erträgniß von 5 v. H. seines angelegten Kapitals hat. Der Landwirth arbeitet das ganze Jahr, der Aktionär hat die schwere Arbeit, die Dividende einzustreichen — — wo, so fragen wir nun, bleibt denn da die ausgleichends Gerechtigkeit? Viel eher kann man von einer einseitigen Bevorzugung der Industrie sprechen im Gegensätze zu dem Zollschutze, der den Er- zeugniffen der Landwirthschaft zugedacht wird.

Natürlich bleibt die Herausforderung nicht ohne die entsprechende Antwort. D s leitende Blatt der konservativen Partei, die ,Kreuz- 3 ei tun g' schreibt beispielsweise in die Sinne: Wir erklären und sind dabei der Zustimmung unserer Parteigenossen und aller, o-men ein gerechter Schutz der nationalen Arbeit am H^-liegt völlig sicher: nur Zug um Zug --------------- ----------------8u neuen, »em

wirdverhandelt;k«ine einzige Industrie- werden können, liegt auf der Hand — ja daß Millionär Singer, dem reichen Bebel und anderen Zotlerhöhung wird zugestanven, wenn r"’----r ----- " ‘ ~ । .

nicht auch die Landwirthschaft zu ihrem Rechte gelangt. Kann das nicht sein . . . dann mögen alle Sämme fallen und der reine Freihandel den reinen Schutz der Industrie ablösen. Dabei würde sich die Landwirthschaft vergleichsweise immer noch besser stehen, als wenn die Gewerbe- thätigkeit allein gegen den Mitbewerb des Auslandes gesichert würde, während die hei­mische Ueberzeugung der Ueberschwemmung mit fremder Brodfrucht und fremdem Vieh ausge­setzt bliebe. . .

Deutsches Keich.

Berlin, 24. September.

das sein muß, wenn es nicht anders zu machen würdigen Vertretern der „Enterbten der Nation" ist- Desto vorsichtiger werden sich in Zukunft steht eine solche Maskerade thatsächlich ganz hübsch! die Regierungen der Einzelstaaten verhalten zu Auf dem Parteitage kommt es zu scharfen Aus- hohen Geldforderungen der Reichsregierung. Daß einandersetzungen zwischen den Bernsteinianern. bei der Gestaltung des nächsten Reichsetats die d. h. der Partei, welche eine gewisse wirkliche denkbar größte Sparsamkeit nothwendig ist, ver- Sozialreform will, und Zielbewußten, welche die steht sich von selbst. bethörte Menge mit dem Zukunftsstaate an ihre

+ Sie Haven sich gefunden! Bis jetzt Fahne fesseln wollen. (Wir werden nur insoweit wußte man nur, daß der freisinnige Abg. Dr. darüber berichten, wie es thatsächlich für weitere Barth mit dem ganzen Aufgebote seiner nicht Kreise Interesse hat. Mit dem ganzen Geschwätz Übeln Beredtsamkeit als Redner des sogenannten und Krakeel unsere Leser zu langweilen, halten Handelsoertragsoereins um die Unterstützung der wir uns nicht befugt. D. R.) Sozialdemokratie warb; aber man wußte noch * Das 3. Vierteljahrs heft zur Statistik des nicht, wie die Vereinigung der Freisinnigen mit Deutschen Reichs bringt einen Nachweis Über den den Sozialdemokraten bewerkstelligt werden sollte. Gaöakva« «ud die Gavakernte des deutschen Denn die Freisinnigen wollen die bestehenden Ge- Zollgebiets im Jahr- 1900, wonach 114,654 treidezölle auch weiterhin bestehen lassen; aber die Pflanzer eine Gesammtfläche von 14,779 ha mit

Oberstjägermeister v. Trautenstein berichtete „Nun möchte ich aber unser Wunderkind über die Jagdaussichten in etwas breiter Weise, hören," fuhr er lächelnd fort. „Ich bin wirklich Ungeduldig flog das Auge des Fürsten durch die gespannt."

Gesellschaft, es suchte die liebliche Erscheinung E se nahm am Flügel Platz. Sie zitterte Else«, die bereits am Flügel stand, der Aufforde- heftig; ein Nebel schien sich aus sie niederzusenken rung zum Beginn des Spieles wartend. und die Umgebung ringsum einzuhüllen.

813 tzandwerkzeuge aller Art

816 Landwirthfchaftliche Geräthe Nägel und Stifte Eiserne Möbel

überflog er die schlanke, liebliche Mädchengestalt und bewundernd blieb sein Auge an dem reizvollen | Antlitz Elses hängen.

„Wahrhaftig, meine gnädige Frau," wandte er sich dann lächelnd zur Baronin, wenn da« musikalische Talent Ihre« Schützling« ihrer Schön­heit entspricht, dann sind Sie glücklich zu preisen, da« Wunderkind entdeckt zu haben."

Ein mißbilligender Zug.zeigte sich auf dem vornehmen Antlitz der Baronin. Sie kannte des jungen Fürsten leicht entflammendes Herz und eine Empfindung leichter Reue schlich sich in ihre Seele, daß sie Else jetzt schon in die Oeffentlichkeit ein­geführt.

Sie wollte erwidern, daß Else noch ein Kind sei, daß Seine Hoheit nicht zu hohe Ansprüche stellen dürften, doch der lebhafte Fürst wandte sich bereit« anderen Herren und Damen der Gesell­schaft zu, sie mit freundlichen Worten begrüßend.

Die erste Gesellschaft der kleinen Residenz war in dem Salon der Frau von Hannecken versam- “ Die Gräfin und Oberhofmeisterin von Bittenfeld stellte dem Herzog einige ihm noch unbekannte Damen vor, Gattinen und Töchter von Offizieren und höheren Beamten. Der Herzog erkundigte sich nach dem Befinden seiner Mutter und. meinte lachend: „Exzellenz find wohl al« Benchterstatteiin hierher gesandt."

„Ihre Hohheit interessiren sich allerdings leb­haft für Musik", erwiderte die Gräfin würdevoll.

Doch der Herzog hörte nicht mehr, er trat auf den Oberstjägermeister zu: „Wie ist's, lieber Trautenstein!" rief er, „wann werden wir die erste große Jagd auf Schwarzwild abhalten können?"

Hit AmellhsllMilljHll.

Roman von O. Elster.

------ (Nachdruck verboten.)

Die Stellung, die der Zentralverband der Industriellen, oder wenigstens fein Vorstand, zu der Frage der zukünftigen Gestaltung der land- wirthschastlichen Zölle eingenommen hat, ist die Veranlassung geworden zu erneuten und theil- weise ziemlich erregten Auseinandersetzungen iw bet Presse. Ob der ganze Zentraloerband in seiner demnächst bevorstehenden Generakversamm- lang ohne weiteres seinem Vorstande sich an- schließen wird, bleibt abzuwarten. Einstweilen hat die nationalliberale Partei der Provinz Westfalen für «röthig befunden, dem Vor- stande des Zentralverbandes beizu­springen. Der geschäftsführende Ausschuß des nationalliberalen Zentralkomitees der genannten Provinz hat in Dortmund getagt und beschlossen, der Gesammtheit des Zentralkomitees eine Er­klärung zur Annahme zu empfehlen, in oer un­gefähr dasselbe gesagt wird, wie in der Kund- gebung des Vorstandes des industriellen Zentral- verbandes. Die Einführung gesetzlich festgelegter Mindestzollsötze für die Getreidezölle wird ver­worfen als -eine „Gefahr für den Abschluß günstiger Handelsverträge" und als eine „ein­seitige Bevorzugung bet landwirthschaftlichen Erzeugnisse vor denen der Industrie."

Daß nicht alle Nationalliberalen auf diesem Standpunkte stehen, ist gewiß. Namentlich die süddeutschen Mitglieder der nationalliberalen Partei stehen aus einem andern Standpunkte, was man ganz besonders deutlich sehen konnte an der Haltung des Vorsitzenden des kürzlich in Darmstadt abgehaltenen hessischen Bauerntages, des nationalliberalen Reichstagsabgeordneten Ge- hetmrach Haas. Und daß auf jeden Fall die Reichs^gierung die Festlegung landwirthschaft- licher Mmdestzölle nicht als eine Gefahr für den Abschluß günstiger Handelsverträge betrachtet, steht auch fest; sonst würde sie ja diese Fest- legung nicht vorgeschlagen haben.

Darauf aber kommt es un8 hier weniger an. In den nachfolgenden Zeilen soll vielmehr ge. ?etgt »erben, daß es vollkommen fehlt an einer Berechtigung zu der Behauptung, die Landwirth- Ichast werde in den Zollvorschlägen der Re­gierung emfeitig bevorzugt. Um sich davon so- fort zu Überzeugen, braucht man sich nur die Zoll- erhöhungerr anzusehen, die der Tarifentwurf der Negierung den industriellen Erzeugnissen zuge- dacht hat. Da handelt es sich um Zollerhöhungen bis zu tausend Prozent im Vergleiche zu den gegenwärtigen Vertragszollsätzen, so bei- Mels weise in den nachfolgenden Positionen der Eisen, und Maschinen-Zölle des neuen TarifentwurseS:

' Borg rschlagene

Nummer. ZoUerhöhung:^

Ferner Guß 400°,

Schmiedbarer Suß und rohe Schmiede- waaren 4C0

Bearbeiteter Guß 400 "

, sticheln, Strohmefier 50 *

Feilen und Raspeln 150

würde „von I lereffe fein, wahrzunehmen, welche

Steuerreform-Vorschläge etwa aus den einzel- . „ ., .... ,__________________________

staatlichen Paramenten heraus gemacht werden Marleitzärrpter ist, daß sie am Sonntag auf würden". Gar z so sorglos wird nun das ihrer Fahrt nach Lübeck einige Stationen vor dem Reichsschatzamt nicht dabei bleiben. Aber daß Ziel ihrer Fahrt aus den Abtheilen II. in solche in vorübergehenden Nothlagen der Reiches die III. Klaffe übergingen, um so wenigstens für die Einzelstaaten mehr als bisher herangezogen große Menge als „Proletarier" zu gelten. Dem

801 Dampfkessel

810 Sensen, Stb

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