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verantwortlich: Siir die Redaktion Jos. Lau«, für Inierat« I. parzeller in Fulda.

mit AnterAattungs-Meikage „Issustrirte Sonnlags-Zeitung"

M 217.

Deutsches Deich»

Berlin, den 20. SepMber.

h K!« * *enes Wege-Kesetz soll nach halb­amtlicher Inkündipung dem preußischen Landtage während seiner nächsten Tagung zugehen. Eine solche Vorlage wurde ja auch schon in der Thronrede angekündigt, mit der der Landtag im Januar dieses Jahres zu der vorigen Tagung eröffnet wurde. Es soll sich dabei um eine ein­heitliche Regelung der Heranziehung bestimmter Kreise zu Vorausleistungen für den Wegebau durch die ganze preußische Monarchie handeln. Außerdem soll das Wegerecht nach den einzelnen Provinzen neu geregelt werden, wie dies bereits für die Provinz Sachsen durch ein besonderes Gesetz i. I. 1901 geschah. Danach fällt die Unterhaltung der Straßen, die nicht als Kunst­straßen anerkannt sind, der Gemeinde zu. Der Kreis soll nur dann Helsen, wenn die Gemeinde leistungsunfähig ist. Es ist aber noch dir Frage, ob auch dieser zweite Gesetzentwurf den Landtag bereits während seiner nächsten Tagung beschäf­tigen wird.

* Aus Netrievserg-Srrik der preußische« Stautsvaßuerr in dem Monate August d. Js. ist folgendes: Aus dem Personenverkehr, welcher int August vorigen Jahres eine Einnahme von 39,770,000 Mark gebracht hatte, find im August d. Jz. 39,626,000 Mark, also 150,000! Mark weniger eingenommen. Diese Minoer- einnahme findet ihre Erklä'ung einerseits in dem Wegfall der Mehreinnahmen, die die Pariser Welt­ausstellung im Vor jähre brachte, andererseits in ver­schiedenen einschneider den Tarifmaßregeln (allge­meine Herabsetzung des Militärtartfs, verlängerte Giltigkeitsdauer der Rückfahrkarten). Was den Güterverkehr angeht, so hat der Monat August d. IS. allerdings eine Mindereinnahme von 1,777,000 Mark gegen den August des Vorjahres gebracht. Dec Monat August wart im vorigen Jahr sehr verkehrsreich. Er hatte gegen den Vormonat Juli v. I. mit 73,485,000 Mark Einnahme tm Güterverkehr eine solche von 79,811,000 Mark, also eine Steigerung von mehr als 6 Millionen Mark. Auch der August d. Js. hat gegen den Vormonat eine annähernd gleich große Verkehrssteigerung, nämlich gegen­über einer Einnahme von 72,727,000 Mark im Juli d. Js. eine solche von 78.034,000 Mark. Die Verkehrsentwickelung von Monat zu Monat ist fich also in beiden Jahren ungefähr gleich geblieben. Zweifellos verursacht aber die Pro­duktionseinschränkung im rheinisch-westfälischen Industriegebiet z. Z. einen erheblichen Fracht- ausfall.

* Lage des ArSsiismarkLes im Wärmt August. Der Monat August zeigte, wie dies alljährlich der Fall ist, ein günstigeres Gepräge alS der Juli. Der beständige B-darf an Arbeits­kräften in der Landwirthschast unterbricht im August den Zuzug nach den Städten. Während im Juli nach der Berichterstattung der Berliner Halbmonats- schrifr ,Der Arbeitsmarkt' um 100 offene Stellen

Das Kernstsinsteber.

Eine Novelette.

Der Fischer aus dem einsamen Boote hatte laut in die hohe See hirausgerusen: „Nordoft! Nordost!" und das Echo hatte seine langgr- zogenen Worte von fern, von ganz fern beant­wortet, und daS ist dcs Zeichen, daß nun der Nordost kommt.

Das ist doch ein prächtiges Leben und macht rührig, wenn man die Segel klein macht und die Sturzseen ausschöpft; Nordost ist ja da, Nordost macht alles gut; Nordost bringt doch den Häring, zwar keinen Matjes — aber er schmeckt doch, Nordost läßt den Lachs beißen, Nordost bringt den Bernstein.

Den Bernstein! Ja, Mancher hat da sein Glück gefunden.

Nordost läßt Niemanden schlafen. — In einer Sylvisternacht, die ich, um der Hauptstadt zu entfliehen, an dem Strande feiext?, traf ich um zwei Uhr Nachts, als ich mutterseelenallein mit meiner Laterne bei starkem Nordost und vierzehn Grad Kälte marschirte, einen alten Bernsteinsucher am Strande, den das Bernstein­fieber und der Neid in meine harmlose Näb<> zog. Während ich, jubelnd darüber, daß ich Jemanden gesunden hatte, welchem ich mein „Prosit Neujahr!" Musen konnte, seine Hand ergriff, fragte er mich, „ob wat upsch'ogen wär".

Das ist die stehende Formel, und dafür gibt es auch eine stehende Antwort. Fragt man den

Ausland.

* Aonsta«ti«opek, 19. Sept. Wie kläglich es mit dem türkischen Postdienst bestellt ist, weiß man zur Genüge. Sonst würden ja auch nicht die fremden Postämter in i-c Türkei errichtet worden sein. Neuerdings ist eine im türkischen Postwesen eingeführte Neuerung kläg­lich gescheitert. Der am 2. ds. Mtt von der türkischen Postverwaltung eröffnete Ppstpacket- und Wrrthbriefdienst hat bisher das ungünstigste Ergebniß geliefert. Im Hauptpostamt in Stambul ist während einer zehntägigen Dauer dieses Dienstes nicht mehr als ein Postpacket und ei« Wrrthbrief aufgegeben worden. Auch von den Provinz-Postanstalten liegen ungünstige Nach­richten vor. — Im türkischen Ministerium sind plötzlich Person alveränderungen eingetreten. Der frühere Finanzminister Reschad Pascha wurde aufs Neue zum Finanzminister ernannt.

* Lisssöorr, 19. Sept. Ueber traurige Zustände in portugiesischen Landen wird der,Köln. Volksztg.' wie folgt geschrieben: In Funchal auf der Insel Madeira ist es zu unglaublichen Ausschreitungen des von der Regierung (!) und den Kirchenfeinden aufge- stachelten Stadtpöbels gekommen. Gleich nach dem Klostersturm in Portugal, der als Nachspiel in Madeira die Ausweisung der Barmherzigen Schwestern aus dem Gtadtspitale hatte, beschlossen

Fischer, der, die Taschen voll Bernstein, uns be­gegnet: „Na, is denn wat upschlogen?" dann wird er allemal antworten: „Nee, et is nich recht wat!"

' So sind diese ehrlichen Hinterpommern beim Bernsteinsuchen kaum wiederzuerkennen, voll Neid, Geiz, Hinterlist.

Steht man mit der ersten Morgendämmerung auf, um Bernstein zu suchen, so wird manschen den Strand voll Leute finden. Geht man in dunkler Nacht an den Strand, so kann man die Lichter einzelner Suchenden sehen. Freilich — die armen Leute müffen. Sie spielen alle sozu­sagen Hazard und setzen ihr Leben auf eine einzige Karte — auf den Nordost. Schlägt sie nicht gut, so schlägt sie ihnen vielleicht den Tod.

* *

Mox Pohl war schon seit fünf Jahren zu seiner Mathilde gegangen; sie liebten sich, das junge Paar, auf echt hintrrpowmerische Weise. Wahrend ihr Spinnrad und die der anderen Frauen und Mädchen schnurrte, spielte er ihnen auf seiner Harmonika Abend für Abend die gleichen drei oder vier Stücke vor, die er kannte, und wenn Alle gingen, nahm Mox sein Instru­ment, sagte sein „Gu'n Nacht ooch!" und ging. Niemals sprachen fie zu einander von Liebe; sie wußten es ja doch, wie all« anderen.

Aber di« Eltern Beider waren arme Büdner, die noch mehr Kinder hatten, und war Max Pohl auch ei« tüchtiger Fischer, er fischte ja doch nur in seines Vaters Tasche. Die Alten hätten zwar nichts wider die Hochzeit gehabt, aber es

Irrtöa, Samstag, den 21. September 1901.

28. Jahrgang.

fich 160,9 Arbeitssuchende bewarben, waren es im August nur 150,2. Ein Vergleich mit den Ziffern des Vorjahres ergibt indessen, daß die leichte Besserung im August den Niedergang keines­wegs aufzuhalten vermag. Obgleich schon im August vorigen Jahres der AcbeitSmarkt deutliche An­zeichen des Rückganges aufwies, so waren die Beschästigungs - Verhält« iffe gegenüber dem lau- senden Jahre doch noch so günstig, daß auf 100 offene Stellen erst 107,5 Arbeitsuchende kamen. Entlastungen fanden im Jahre 1900 nur in geringem Maße statt. Nach der Berichterstattung der Kranken- kaffen nahm die Zahl der Beschäftigten im Vor­jahre um 0,04, in diesem August dagegen um 0,1 Prozent ab.

* Wie wenig friedfertig die neudeutschen Brüder in Afrika sind und welche militärischen Anstrengungen fortgesetzt «öthig werden zur Auf­rechterhaltung auch nur der Ruhe, zeigt das Register der Feldzüge, welches unlängst veröffent­licht worden ist mit der Maßgabe, daß die darin aufgeführten Feldzüge bei der Pensionsberech- nung als Kriegsjahr in Anrechnung kommen. Danach haben in den beiden Jahren 1899 und 1900 folgende Feldzüge stattfinden müffen: t In Ostafrika: 1) Strafexpedition in Groß-Aruscha vom 4 bis 28. Februar 1900, 2) Ueberfall durch die -Wagaya am 17. Februar 1900, 3) Strafexpedition Mbulu-Jraku vom 12. April bis 17, Juni 1900, 4) Strafexpedition gegen die Wabende im September 1900; in Kamerun: 1) Buli-Expedition vom 22. Oktober 1899 bis 17. März 1900, 2) Strafzug gegen die Man- gista vom 4. Januar bis 2. Februar 1900, 3) Expedition gegen die Bangwas und Keakas vom 25. Februar bis 14. April 1900, 4) Ge­fechte im Jemiffengebiet vom 28. Mai bis 8. Juli 1900.

Vmii fit Krbklmz ta Meiter- MlMNgMskNS Md imomdtk Skßnbmgm.

(Fortsetzung.)

An die Wohnstraßen werden nun aber nicht nur gemeinnützige Bauvereine und kleine Leute, sondern auch Spekulanten und reiche Leute bauen; e8 werden dort

fehlte doch an Geld für den Hausstand. — Was Wunder, wenn da das Berasteinfieber die jungen Leute schärfer packte und sie nach jenem Nordost stundenlang suchten. Doch ihr Suchen half nicht viel; es schlug nur wenig Bernstein auf, und für die kleinen Stücke gab der Käufer höchstens einige Groschen.

Dreiundzwanzig Jahre lang hatte die See nun schon ohne besonders großen Sturm gespült, und dreiundzwanzig Jahre laug lag schon das Zeichen ihrer letzten Wuth, ein großer Stein, vor Jochen Hors Haus, und damals war ein ergiebiges Bernstein fund-Jahr geso zt.

Da fing tm Dezember der Nordost zu wehen an; drei Tage vor Weihnachten war's, Abends fünf Uhr.

Von Divenow bis Colberg zieht sich bald nahe, bald etwa dreißig Schritte entfernt vom Rande der See das hohe User entlang; nach unten zum flachen Strande führt bei jedem Dorfe die „Ra- gose", eine Schlucht. Die See übertippte sich laut brüllend, dazwischen tobte der Nordostwind wie rollender Donner, schwarze Wolken jagten land­einwärts. Noch war's nur ein tüchtiger Nordost; um neun Uhr war's schon ein Sturm, der an's hohe Ufer schlug und dis Boote berührte.

Max Pohl stand auf Jochen Hoyes Stein und schaute in die weiße, kochende Masse, in der man von Zeit zu Zeit Schiffstrümmer treiben sah, und träumte, und der Wellenschaum schlug ihm in's Gesicht.

Den Wellenschaum wischte Mox weg. „Nun gibt e» Bernstein!" jauchzte es in ihm.

„Böt' upbord'n!" tönte eine rauhe Stimme

einflußreiche Männer der Insel, die bisher einer der beiden liberalen Parteien gedient hatten, sich völlig loszusagen und das Centro National auch auf Madeira zu gründen mit einem katholischen Tageblatt Correio da Tarde. Da dasselbe überall Anklang fand und man für die am 6. Oktober stattfindenden Neuwahlen Gegenkandi­daten aufstellte, mußte um jeden Preis gegen dasselbe eingeschritten werden. Auf den 28. August hatte die katholische Partei eine Ver­sammlung in Funchal anberaumt. Da die Ver­anstalter erfuhren, daß Unruhestifter gedungen waren, in derselben Streit zu erregen, und daß das 27. Regiment in Bereitschaft gehalten wurde, um dann einzuschreiten und die katholischen Leiter der Versammlung gefangen zu nehmen, so wurde noch am 27. in allen Zeitungen bekannt gemacht, daß die Versammlung an einem noch zu be­stimmenden späteren Tag stattfinden solle. Re­gierungsleute und Begünstiger der hiesigen Spiel­hölle ließen nun eine Musikbands mit bekannten Schreiern und dem üblichen Pöbel durch die Straßen der Stadt ziehen mit stetem: Es lebe die Freiheit! um so ihre Freude an der Ver­eitelung der Versammlung zu bekunden. Nette Freiheit! Dem Regierungspräsidenten, dem man begegnete, wurde ein Hoch ausgebracht, und dieser, Inhaber des Großkreuzes des Ordens der un­befleckten Empsängniß, schämte sich nicht, mit dem Pöbelhaufen zu fraternifiren — gerade wie es in Saragossa geschehen ist. In der Nähe des Klosters Santa Clara wurden Reden gegen Katholiken und Klöster von einem Zahnarzt gehalten, der als Redner der Logen allgemein bekannt ist. Unter erneutem „Es lebe die Freiheit!" und „Tod den Schwestern!" wurde an der Klosterpforte ein höllisches Gebrüll voll­führt. Man machte sogar Anstalten, dieselbe zu erbrechen. Dann nahm die Kundgebung ein Ende; die Musikbande wurde entlassen. Jetzt aber zog der Pöbel zur Redaktion des,Correio', die Thüren wurden erbrochen, man drang in die Maschinen- räume, zerschlug die Presse, zerstörte alles Druck­material und hätte Feuer angrtegt, wenn nicht einer daran erinrert hätte, daß das Gebäude be­wohnt sei. So begnügte man sich, die Kasse ihres Inhaltes, etwa 150Milreis, zu berauben und die Trümmer bei Druckerei in das vorüberfließende Flüßchen zu wert n. . .Es lebe die Freiheit! Darauf ging man zur Wohnung des Domherrn Homem, der fich um die Gründung des,Centro Nacional' in Madeira besonders verdient gemacht hatte und wollte in dieselbe eindringen. Mit Mühe gelang es einigen Freunden desselben, die Gewalt- thätigen fernzuhalten, aber ohne ihre Steinwürfe verhindern zu können. Da erst ließ sich die Polizei blicken, nicht um gegen die Uebelthäter einzuschrei­ten, sondern gegen die Vertheidiger des Haus­rechtes! . . .Es lebe die Freiheit!

nicht nur Einfamilienhäuser für Arbeiter, sondern auch solche für die Reicheren, daneben auch Häuser für meh­rere Familien bis zu den Miethskasernen hinab ent­stehen. Sie alle gleichmäßig zu den Straßenkosten heranzuziehen, erscheint nicht als den Geboten der Ge­rechtigkeit und Billigkeit entsprechend, da unzweifelhaft der gleiche Satz an Straßenkosten das kleine Einfamilien­haus des Arbeiters mehr belastet, als jenes des Reichen oder gar die Miethkaserne.

Ein ähnliches Berhältniß wird sich bezüglich der Verkehrsstraßen ergeben, da auch hier der wirthschaft- liche Werth der Häuser sehr verschieden ist.

Es ist demnach eine weitere Abstufung etwa nach dem Ertrags- oder Miethwerthe dcs einzelnen Hauses noth wendig, oder richtiger ausgedrückt, der Ertrags- oder Miethwerth hat den Maßstab zu bilden für die Vertherlung der nach den einzelnen Straßenkategorien abgestuften Straßenkosten auf die einzelnen Typen der Häuser. In gleicher Weise müßten dann auch die Unterhaltungskosten während,deS fünsjährigen Zeit­raums vertheilt werden.

Es will mir scheinen, als wenn durch eine solche Abstufung 'der Straßenkoften und bei der Wahl des Ertrags- oder Mielhswerthes als Maßstab für die Ber- rheilung derselben allen Wünschen auch bezüglich des gemeinnützigen Wohnungsbaues Rechnung getragen werden könne, ohne daß dabei diesem selbst eine Aus­nahmestellung gegeben würde.

Selbstverständlich können auch noch andere Maß­stäbe für die Verth eilung der Straß.nkosten auf die ein­zelnen Häuser in Betracht kommen, z. B. der Werth der zu Wohnzwecken benützten Grundfläche nach dem ge­meinen Werthe u. s. w. Es muß hier dem Urtheile der einzelnen Stadtverwaltungen überlassen bleiben, den­jenigen Maßstab zu finden, der für ihre Verhältnisse am besten paßt und am leichtesten anwendbar ist. In dieser Beziehung zu generalistren wäre vom Nebel.

Aus den eingangs erwähnten Gründen konnte ich Ihnen hier nur skizzenarttge Andeutungen geben. Ich glaube jedoch wenigstens so viel geboten zu haben, daß auf Grund derselben eine ersprießliche Diskussion statt­finden kaWi, und von dieser hoffe ich, vaß sie uns von dem bedenklichen Wege der prinzipiellen „Privilegirung" und „Subventior.irung" der gemeinnützigen Baugesell­schaften bezüglich der Straßenkosten hinweg auf den sicheren, ein ruhiges Fortschreiten verbürgenden Weg der Unterstützung der gemeinnützigen Bauthätigkeit aus allgemeiner Grundlage führen werde. (Lebh. Beifall).

Vorsitzender: Ich darf wohl aussprechen, daß diese Erwartungen, mit denen der Herr Redner seinen Vortrag geschlossen hat, in Erfüllung gehen werden. Die Form, die er seinen Darlegungen gegeben hat, ist für solche Versammlungen, wie wir sie hier haben, gerade die richtige. Das Referat soll im wesentlichen nur die Grundlage für die Diskussion abgeben.

Aus ber nun folgenden Debatte, welche auch für hiesige Verhältnisse manches Interessante bot, bringen wir im Folgenden das Wesentlichste:

Oberbürgermeister Dr. Adtckes-Frankfurt: Ich kann mich im allgemeinen durchaus den grundsätzlichen Anschauungen des Herrn Referenten anschließen. Ich bin mit ihm der Meinung, daß es richtig ist, allgemeine, gleiche Grundsätze aufzustellen. Die Gestaltung an sich ist im einzelnen verschieden, je nachdem eine ttetoe oder große Gemeinde in Frage kommt. In größeren Städten, wo sehr viele Wohnungen gebaut werden müssen und die Aufschließung des Geländes in der Weise erfolgt, daß mit Unternehmern Verträge abgeschlossen werden, ge­winnt die Sache ein anderes Gesicht als da, wo die Ge­meinde die Straße herstellt. Im ersteren Falle haben die Unternehmer es in der Hand, die Bauplätze frei von Straßenkosten zu verkaufen und können die Preise so oder so stellen. Im letzteren Falle wird sich in großen Städten die Sache so vollziehen, daß Straßen angelegt werden, um bestimmte Kategorien von Wohnungen zu bauen:c.

Vorsitzender: Die heute zu erörternden Fragen sind mit Rücksicht darauf auf die Tagesordnung gefetzt worden, daß wir gewisse Unterlagen liefern wollen für gesetzgeberische Maßnahmen, die auf dem Gebiete des Wohnungswesens erwartet werden. Deshalb ist es auch für die Vertreter der Centralbehörden erwünscht, wenn sich gewisse Grundsätze als communis opinio bilden. So meine ich, daß wir im Prinzip mit der Eintheilung der Straßen, wie sie der Herr Bertcht-

tjinter ihm, und lustig, als ginge es zum Tanz, sprang Mox am Ufer entlang zur Ragose, um mit den anderen Fischern die Boote höher auf den Strand zu ziehen, denn sie waren in Gefahr.

Was kümmerte e» Max Pohl, daß der Sturm ihn Über und über mit kaltem Wasser übergoß, er lachte nur um so lauter.

„Nanu, Mox, wat is denn bat mit dien Lust­hastigkeit?" fragte ein alter Fischer.

„Na, ick lache man bloß!" war die kurze Antwort.

Der Sturm wurde zum Orkan; um Mitter­nacht hatte er bereits furchtbar gearbeitet, die ver­schiedenen Landzungen überschwemmt und vielen Schaden angerichtet. Jochen Hoyes Stein war verschwunden. Nun legte der Sturm fich allmählich.

Zwei Tage später konnte man erst den Strand unten erblicken, so rollten die Wogen noch immer. Da war gewiß viel Bernstein aufgewühlt.

Max war der Erste, welcher am frühen Morgen des ersten Weihnachtstages hinuntersprang an den Strand, wo soeben ein schmaler Streifen zum Gehen bloßgelegt war.

Da lag denn auch Bernstein, kleine Stücke genug; aber es kamen auch andere Fischer hinzu. Alle suchten und fanden, und der Käufer hatte kaum so viel Geld, um zu bezahlen,' trotz seiner geringen Preise. Einer hatte ein Stück für zehn Mark, ein Anderer eins für zwanzig Mark. Ans der nächsten Ortschaft kamen Leute herüber und standen oben am hohen Ufer, denn unten ging noch zu hohe See, und die brachte auch noch für ungefähr hundert Mark. Max fand an diesem Tage für fünfzig Mark Bernstein.