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FuldaerMIeitung

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mit Zlnteryaktungs-Meikage „Mustrirte Konntag's-Zeitung" petersgasse Nr. 2 (Harmonie).

JuLöa, Samstag, den 21. September 1901.

M 217.

28. Jahrgang.

® Die Engländer in Südafrika.

Am 15. September sollte nach den ruhm­redigen Ankündigungen der Engländer der Wider­stand der Buren gebrochen sein. Dann sollte man nach der herrlichen Ausdrucksweise des Herrn Kolonialministers Chamberlain nur noch immer zwei oder drei bewaffnete Buren durch die eng­lischen Stellungen sich schleichen sehen, um zu rauben und zu plündern. Wer es ist, dem man den Vorwurf des Raubens und Plünderns machen kann, das weiß jetzt die Welt; aber die Buren sind es nicht nach dem allgemeinen Urtheile der­selben Kulturwelt! Die Buren sind ja auch in ihrem Eigenthume, nicht aber die Briten. In dieselbe Art der Heuchelei und ver geflissentlichen Entstellung der Wahrheit gehören einige Briefe, die der britische Oberbefehlshaber Kitchener an den Präsidenten des Oranje-Staates Steijn und an den Burengeneral Louis Boiha gerichtet hat. In diesen Briefen suchte er ihnen gütlich zum Frieden zuzureden, und er entblödete sich dabei sogar nicht, Worte der Heiligen Schrift zu mißbrauchen in dem Sinne, als wären die Buren die ungerechten An­greifer, die Engländer aber die gemißhandelten Lämmer, die vor den Burenwölfen aus einem Schlupfwinkel ihres Landes in den andern flüchten müßten, um nicht ihrer allerletzten armseligen Habe beraubt zu werden. Wer bis jetzt noch einige Sympathie empfand für die Engländer und ein ehrliches Herz im Busen trägt, muß angesichts solcher widerwärtigen Heucheleien auch diesen letzten Rest von Sympathie aufgellen, weil sie das Maß des für einen Menschen von anständiger Gesinnung Erträglichen durchaus überschreiten.

Hoffentlich bleibt die Strafe nicht aus. Zu­nächst ist gerade das Gegentheil von dem eingr- troffen, was die Engländer erwarteten, oder aber zu erwarten vorgaben. Die Buren kämpften so mutllig und so erfolgreich, wie je zuvor; und wie ein Blitz aus heiterem Himmel wirkr die Nach­richt, daß augenscheinlich General Botha mit einer starken Burenmacht drauf und dran ist, in dem britischen Gebiete Natal einzufallen. Utrecht, in besten Nähe der englische Major Gough soeben eine schwere Niederlage erlitten, viele Mann­schaften und seine Geschütze verloren hat, liegt in dem vorgestreckten Theile von Transvaal, womit dieses nach Südosten hin in das Gebiet von Natal hineinragt; und damit haben nun ver- muthlich die Buren sich den Weg nach Natal freigemacht, um die Engländer im eigenen Ge­biete ebenso zu beunruhigen, wie es lange schon in der Kapkolonie geschieht. Die Engländer leugnen cs zwar hartnäckig; aber ganz augen­scheinlich ist es die Wahrheit, daß die Dinge im Kaplande immer ungünstiger für die Engländer sich entwickeln. Und wenn es in dem Gebiete von Natal ebenso hergehen wird, wie bereits jetzt in der eigentlichen Kapkolonie selbst, dann werden die Engländer einen noch erheblich schwe­reren Stand als jetzt haben.

, Vie KmechnilSMnMu.

Roman von O. Elster.

7 ------ (Nachdruck verboten.)

Er lüftete den graugrünen Jagdhut mit dem Auerhahnstutz, verbeugte sich mit ironischer Ehr­erbietung unv schritt davon, noch einmal belustigt auflachend.

Mit großen Augen starrte Else dem Herrn nach. Der kam auch aus der großen, schönen Welt — man sah e« ihm an — und er lachte über sie, die Armenhausprinzeffin.

Im Armenhause entstand eine hochgradige Aufregung, als gegen Abend Rektor Ahrens mit einem feingekleideten Herrn erschien und nach dem alten Hannecken fragte.

Der Korbflechter Pannkuchen, welcher in der Hausthür inmitten einer Menge halbfertiger Körbe saß, stieß, erschreckt aufspringend, die auf­gestapelten Körbe um, daß sie dem Rektor und dem vornehmen Fremden zwischen die Füße rollten und die Herren fast zum Stolpern brachten. Der invalide Waldarbeiter Brendicke rief mit Stentor­stimme nach dem alten Hannecken, daß sich sämmt- liche Thüren und Fenster des Armenhauses, sowei sie überhaupt noch vorhanden waren, öffneten und die Frauen und Kinder erschreckt herbetfiürzten, in der Meinung, es habe sich ein Unglück ereignet.

Auch Frau Dorette Pinkepank eilte herbei und da sie geradewegs vom Waschfaß kam, bot sie nicht den schönsten und saubersten Anblick, sodaß der vornehme fremde Herr sein seidenes Tafchen- tuch hervorholte und an die Nase drückte. '

„Ein naturalistisches Idyll", sagte er lächelnd

Wo auch Engländer und Buren zusammen­stoßen, sind die Engländer in der letzten Zeit stets im Nachtheile geblieben, genau so bei einem Scharmützel am Elandsriver im westlichen Transvaalgebiete, wo der Burensührer Smuts mit einem kühnen Sturmangriffe zum großen Schaden der berittenen Truppen den Ring durch­brochen hat, den diese um ihn herum geschloffen hatten. Also nicht nur zwei oder drei Buren sind bei Nacht und Nebel durch die britischen Stellungen geschlichen, sondern ganz tüchtige englische Truppen sind trotz allen möglichen Anstrengungen nicht in der La>>e gewesen, ein im Verhältniß zu ihrer Uebermacht recht kleines Burenhäuflein festzuhalten. Hoffentlich bringt die neue Zeit nach dem 15. September noch recht viele folche unangenehme Ueberraschungen für die Engländer, bis die Stimmung in Eng­land selbst umschlägt und zum Frieden drängt, zu einem Frieden, den auch die Buren annehmen können.

Die Jahreszeit ist den Buren günstig. Der südafrikanische Sommer beginnt und mit ihm be­ginnen neue Strapazen und Leiden für die eng­lischen Soldaten, die des Klimas ungewohnt sind — Vortheile aller Art für die Buren. Möchten diese doch den kräftigsten und aus­giebigsten Gebrauch davon machen!

Deutsches Ketch.

Berlin. 20. September.

'n, Sri») GfHrm Us^ikong, der Sühne- prinz, hat den Vorzug genossen, als Gast des Kaisers bei den großen, wenn auch freilich arg verregneten Kaisermanövern zu einer festlichen Tafel an Bord der Kaiseryacht Hohenzollern ge­laden zu werden. Wie aus Elbing berichtet wird, wollen die Gefolge des Kaisers und der Kaiserin die Geschenke nicht annehmen, die Prinz Tschun ihnen überreichen lassen wollte. Er hat also da so wenig Glück, wie bei den Hinter- Siebenen des ermordeten Freiherr» oon Rehder, die sich, wie bekannt, seine Kondolenzbesuche höf- ichst verbeten hatten. Der eigentliche ’’otau ist dem Prinzen erspart geMkben. Aber Kotau in übertragener BedeutungWIrd ihm a >o noch in siemlich umfangreichem Maße zu Th tl. Am Freitag haben übrigens die Danziger Kaiser- manöoer ihr Ende erreicht.

X Zkeoifion des Körseugesetzes? Nach einer Zettungsmeldung, die tm Augenblicke auf ihre Richtigkeit nicht untersucht werden kann, sollen die Verhandlungen über die Peränderung einzelner Befl mmungen des Börsengesetzes zu folgenden Ergebnissen geführt haben: es sollen ^bie Mängel des bestehenden Gesetzes beseitigt werden, ohne dos Börsenregister, das Verbot des Terminhandels in Getreide, Mühlen- fobrikaten, Antheilen von Bergwerls- und Fabrikunternehmungen zu beseitigen. Unter anderem soll die Rechiswirksamkeit abge­schlossener Geschäfte durch das Verbot des Börsenterminhandels nicht aufgehoben sein für diejenigen, die zur Zeit des Geschäftsabschlusses 1) berufsmäßig Börsen- und Bankiergeschäste betrieben haben — 2) zum Besuche einer Börse zugelaffen waren — 3) als Kaufleute

zu dem Reklor, „an dem untere modernen Dichter und Bühnenkünstler ihre aufrichtige Freude haben würden."

„Exzellenz wollten ja die Umgebung kennen lernen", entgegnete der Rekior lachend, „in der unser Wunderkind aufgewachsen ist. Rach Parfüm und Myrrthen riecht es hier freilich nicht. — Frau Pinkepank, wo ist Hannecken?"

„In seinem kleinen Garten, Herr Rektor", er­widerte Frau Dorette mit einem tiefen Knix, ver­legen die seisenschaumbedeckten Arme in der naffen Schürze verbergend.

„Und Else?"

„Sie ist bei ihm, Herr Rektor. Soll ich sie rufen?" „Lasten Sie nur; mir wollen sie im Garten aussuchen. Wenn ich bitten darf, Exzellenz."

Er führte den vornehmen Fremden durch den Hausflur nach dem kleinen Garten, der unter der Pflege des alten Amerikaners ein sauberes und nettes Aussehen erlangt hatte. Exzellenz schritt vorsichtig durch die Näste und den Schmutz des Armenhauses, blickte neugierig in die Stuben und Kämmerchen, aus denen ihm die Armuth, das Elend entgegenzrinste und tret aufathmend in den kleinen Garten, in Dem die ersten Frühlingsblumen blühten.

„He, alter Freund!" rief der Rektor dem alten Hannecken zu, der auf einem frisch umgegrabenen Beete kniete und Erbsen säete, „hier ist Jemand, der Sie zu sprechen wünscht."

Der Alte wandte sich gleichgiltig um. -Wer konnte etwas von ihm wollen? Er kannte Nie­mand auf der Welt, der sich für ihn interessirte. Als er den vornehmen Herrn erblickte, erhob er sich langsam.

in das Handelsregister eingetragen waren — 4) gewohnheitsmäßig Börsen- ober Bankier­geschäfte betrieben haben".

Nach derselben Meldung ist eine Redak- tions-Kommission eingesetzt worden, die aus den Herren Abg. Dr. Spahn, Abg. Gamp, Justizrath Dr. Staub, Dr. Rießer und Salomonson besteht und die von der Mehr­heit angenommenen Vorschläge in gesetzgeberische Form bringen soll. Die schlimmsten Bedenken gegen eine Aenderung des Börsengesetzes würden wegfallen, wenn die vorstehende Meldung recht berichtet; und gegen die Zusammensetzung der Redaktionskommission würde ebenfalls kaum etwas einzuwenden sein. Aber die Herren von der Spekulation verlangen ja viel mehr, als hier vorgeschlagen ist, und man kann nicht recht be­greifen, daß damit die Gelüste der Börsenfinanz befriedigt werden sollten. Diese Börsenfinanz ist aber gerade die Kraft, die zu einer Revision des Börsengesetzks treibt. Die Befürchtung liegt darum nicht allzu fern, daß diese Treiberei kein Ende finden würde durch eine Aenderung der einschlägigen Bestimmungen des Börsengesetzes n dem Sinne der hier gemachten Vorschläge; und wenn es so sein würbe, dann würde die ian$e gesetzgeberische Aktion vergeblich gewesen ein. Im übrige» wäre vielleicht noch zu be­denke», ob es sich nicht vielleicht empfehlen würde, zum Ausgleiche für die vorgeschlagenen Abschwächungen auch Strafe» einzuführen für böswillige Uebertretungen der Bestim­mungen des Börsengesetzes.

fo, Krhekimges SVer die Sroimklio«. Nach einer Meldung aus amtlicher Quelle wird vom Reichsamte des Innern in einer nahen Zeit die Produktionsstatistik für alle diejenigen Berufszweige wiederholt werden, die sich in ihren Verhältniffen mit der ersten solchen Er­hebung wesentlich verändert haben. Es sollen dabei dieselben Fragebogen wie bei den ersten Erhebungen in Anwendung kommen. Damals hatte man bei einzelnen Industriezweigen nur diejenigen Betrübe berücksichtigt, die den Bemfs- genoffenschafteii angehören; jetzt, sollen in die Statistik auch d e Betriebe außerhalb der Verufs- genoffenschaften cufgenommen werden. Die Er- gebniffe der neuer. Erhebungen sollen mit als Grundlage dienen für die Verhandlungen über die neuen Handelsv.-rträge; sie werden, wie früher auch, streng geheim gehalten werden.

X Die Ki««ah«e« der Kisevöahue« werden neben manchen Anzeichen als ein Grad­messer angesehen für unser wirthschastliches Wohlbefinden, und das mit Recht. Deswegen verfolgt man die entsprechenden Zahlen nament­lich dann mit Interesse, wenn unser wirth­schastliches Leben allerhand Schwankungen ausge­setzt ist, wie auch gegenwärtig. Vergleicht man nun die Einnahm-n der preußischen Staats­eisenbahnen in diesem Jahre mit den Einnahmen während derselben Zeitabschnitte des Vorjahres, so erhält man nicht den Eindruck, daß wir uns in einer schlechten wirthschaftticheri Lage be­fände». Der August dieses Jahres hat im Vergleiche zu demselben Monate des Vorjahres allerdings eine Mindereinnahme von 150000 Mark gebracht. Erstens aber will dieser Unter«

„Ist das der Herr, welcher mich zu sprechen wünscht?"

„Allerdings, und Sie sind dem Herrn Dank schuldig, denn durch seine Vermittelung bekamen Sie die Pension."

„Ach, dann sind Sie der Herr General von Hannecken? Freut mich, Sie kennen zu lernen, Herr General, und meinen Bank für Ihre Ver­wendung. Ja, ja, Herr General, sehen Sie mich nur erstaunt an! Der Mensche»Schicksale fallen wunderlich. Sie und ich, wir stammen von demselben Baume, mein Großvater und der Ihrige waren Brüder, aber ich bin ein Bettler und Sie sind General und heißen Herr Baron. Das ist eben Menschenschicksal, Herr General."

Man konnte sich freilich keinen größeren Gegensatz denken, als den alten Sergeanten von der leichten Miffouri-Artillerie und den eleganten General und Hostheatet'Intendanten. Und doch, wenn man sich die Mühe gab, genauer zuzüschen, dann mußte man eine unverkennbare Familien­ähnlichkeit zwischen den beiden Männern ent­decke». Die Gestalt, der Schnitt des Gesichts, die großen grauen Augen, ja selbst das spöttische Lächeln um den feingeschnittenen Mund war bei beiden Männern gleich, und wenn Hans Heinrich Hannecke» frisch gewaschen und fristrt in einer, feinen Anzug gesteckt worden wäre, man hätte ihn für einen Bruder des Herrn Generals Frei­herrn von Hannecken halten können.

„Ich habe meine Abstammung von dem Lehn- bauern auf dem Klosterkawp nicht vergessen," entgegnete Herr von Hannecken freundlich. Das soll Ihnen mein Besuch beweisen. Der Herr Rektor hat mir viel von Ihnen und Ihrer talent-

schied nicht viel sagen, wenn man ihn der großen Gesammtfumme von 392/s Millionen gegenüber« teilt; und außerdem liegen besondere Umstände )or, aus denen die Verringerung der Einnahme ich leicht erklären läßt. Die allgemeine Hrrab- etzung der Fahrpreise für Militärpersonen und sie Verlängerung der Giltigkeit der Rückfahr­karten reichen bereits hin, um diese Verringerung zu erklären. Daß dabei auch die Einschränkung )er Betriebe im rheinisch-westfälischen Jndustrie- rezirke mitgewirkt hat, versteht sich von selbst. Die Mindereinnahme im Güterverkehr beträgt gegen dm August des Vorjahres mehr als neun Millionen. Sie wird ausgeglichen durch den erheblich gesteigerten Personenverkehr. Dieser etztere bietet also keineswegs das une^fiiickliche Bild eines gesunkenen Wohlstandes dar.^Z

+ Die Sozialdemokratie soll nach einer Meldung der.Kreuzztg.' Gegenstand von Maß­regeln sein, welche die thüringischen Regierungen gemeinsam beschlossen haben und gemeinsam an* wenden wollen. Es soll, wie die Meldung lautet, in gleichmäßiger Weise gegen die Sozialdemokratie vorgegangen werden — wie etwa, ist nicht gesagt. Auf die Art dieses Vorgehens darf man gespannt fei». Die Vermuthung liegt nahe, daß die ge­planten Maßnahmen in erster Reihe auf dem Ge* biete des Vereins- und Versammlungswesens liegen. Daß die Sozialdemokratie gerade in den thürin­gischen Landtagen und Gemeinde - Verwaltungen in neuerer Zeit nicht unbeträchtliche Fortschritte gemacht hat, ist ja leider bekannt genug. Das sind die Folgen der liberalifirenben Regierungs­weise.

(Weitere politische Nachrichten befinde» sich im zweiten Blatte.)

ArrsLarrd»

h. Kompibgae, 20. Sept. Ueber den Auf­enthalt des russischen Kaisers dahier meldet das Wolff'sche Bureau unter dem heutigen Datum: Die Audienz des Ministerpräsidenten Waldeck-Rousseau beim Kaffer Nikolaus dauerte eine Stunde. General Boisdeffre wird um 2 Uhr Nachmittags empfangen werden. Später wird der Kaiser der Taufe deS Enkels des Botfchafters Grafen Montebello in der Ka- p-lle des Schlaffes von Comptägne beiwohnen und das Kind selbst über die Taufe halten. — Gras Lambsdorff und Minister Selcaffe hatten heute Vormittag eine längere Besprechung. — Der Kaiser von Rußland hat im Laufe des Nachmittags auch Loo» Bourgeois, den französischen Vertreter auf der Haager Konferenz, empfangen. Hierauf unternahm der Kaiser mit der Kaiserin eine Spazierfahrt im Walde von Compiogne. — Der Kaiser von Rußland hat >em Ministerpräsidenten Waldeck-Rousseau, dem Kammerpräsidenten Deschanel und dem Senatsprästoenten Fallier es den Alexander- Newski-Orden und den übrigen Ministern den Weißen Adlerorden verlahm; demnach hat sich auch Minister Millerand, der sozialistifche Obergenosse, nicht gescheut, seine Proletarierbrust mit Ordensauszeichnungen umhängen zu laffen. Präsident So übet hat dem Zaren kostbare Gobelins und der Kaiserin eine Gruppe a»8

vollen Tochter erzählt. Ich will Ihne» helfen. Sie sollen heraus aus dem Armenhause."

„Danke, Herr General," sagte der Ameri­kaner trocken, „hab' gar keine Sehnsucht heraus- zukommen."

„Aber, mein Lieber —"

„Ich habe hier mein Stübchen, mein Gärt­chen, meine gute, alte Freundin Dorette Pinke- pank — ich brauche nichts weiter auf der Welt für die paar Jahre, die ich noch lebe. Noch­mals — ich danke Ihnen, Herr General."

Er wandte sich wieder seiner Arbeit zu.

„Sagte ich es Ihnen nicht, Exzellenz," meinte achselzuckend der Rektor.

„Wo ist Ihre Tochter?"

„Dort in der Fliederlaube, Herr General."

Rasch wollte dieser nach der Laube gehen, als ihm Else entgegentrat, mit glühenden Wangen und leuchtenden Augen.

Sie hatte die Herren kommen sehen, hatte den Fremden wieder erkannt und die Unterredung mit ihrem Vatek gehört. Ihr Herz klopfte zum Zerspringen. Sollte ihr Traum Wirklichkett werden? War der Königssohn, der Märchen- prinz gekommen, sie zu erlösen?

Exzellenz reichte dem jungen Mädchen dte Hand.

„Wir sind uns schon begegnet, Fräulein Nse " sprach et höflich mit freundlichem Lächeln. „Der Herr Rektor hot mir von Ihrem must- kalischen Talent erzählt, ich wäre in der That begierig, eine Probe Ihres Talentes zu hören. Mein Name ist General von Hannecken, Inten« baut des herzoglichen Hoftheaters. Sie haben wobl schon von mir gehört, Sie wissen, daß wir