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für Inserate I. Parzelle» in Fulda. mit Zlnterhattungs -Meitage „Illuflrirte Sonntags-Zeitung
Jutöa, Donnerstag, den 19. September 1901.
M215.
28. JahrgMg.
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Q Die Aufgaben der Handwerkskammern
find durch das Handwerkergesetz vom Jahre 1897 genau umschrieben worden. Dieselben beziehen sich zunächst im wesentlichen auf die Regelung des Lehrlingswesen« und die Ueberwachung der Durchführung der für dasselbe geltenden Bestimmungen sowie die Bildung von Ausschüssen zur Abnahme der Gesellenprüfung und zur Entscheidung über Beanstandung von Beschlüssen der Prüfungsausschüsse; sodann sollen Re die Behörden in der Verbesserung der Lage des Handwerk» durch Abgabe von Gutachten, Be- rathung und Uebermittelung von Wünschen und Anträgen de« Handwerks und Berichterstattung über die verschiedenen Verhältnisse in demselben unterstützen. Endlich sollen sie Veranstaltungen zur Förderung der gewerblichen, technischen und sittlichen Ausbildung der Meister, Gesellen und Lehrlinge treffen dürfen, vor allem also obliegt ihnen neben der Anregung zur Gründung von Innungen die Pflege des Genossenschaftsund Fachschulwesens. G
Die Kammern sind bereits seit dem 1. April 1900 in Thätigkeit; wie hat sich gegenüber diesen formellen gesetzlichen Aufgaben die praktische Wirksamkeit der Kammern zu entfalten? „Wer", schreibt demgegenüber der diesjährige Bericht der Kammer'für Osnabrück, „für das Handwerk Hilfe auf die Dauer anstrebt, für den kann nur die objektive Untersuchung darüber maßgebend sein, ob und wie heute noch, wenn überhaupt, eine Ent- faltung und gedeihliche Entwickelung des Hand- averks anzubahnen ist. Deshalb kann der materielle Inhalt des Gesetzes nur ein Schema für die Thätigkeit der Kammern bieten, diese muß unter Berücksichtigung der gegebenen Verhältnisse den Weg finden, den sie zu gehen hat." „So noth- meudtg und wichtig die Erfüllung der mehr formellen Aufgaben der Handwerkerkammern auch ist, so wird doch der Soztalpolitiker und vor allem der Handwerker selbst, den Nutzen derselben danach bewerthen, was sie an praktischer Arbeit geleistet und Positives geschaffen haben."
Von diesem Standpunkte aus haben die praktischen Aufgaben der Kammer sich zu beziehen zunächst auf die wirthschaftliche und geistige Kräftigung der Konkurrenzfähigkeit des Hand- «erk«. Neben der Regelung und Beaufsichtigung des Lehrlingswesens kommt als Mittel hierzu in Betracht die „erziehliche Einwirkung auf die Berufsgenossen zum Zwecke der Beschränkung der unverständigen oder böswilligen Konkurrenzen." Der Handwerkskammer als Mittelpunkt der Handwerkerüchen Bestrebungen insbesondere liegt es ob, die -Sffentliche Meinung in der Richtung einer sozialen Preisregulirung zu beeinflussen. „Als rücksichtslos und unbillig ist von der Innung mit Anregung und Hilfe der Handwerkskammer jebe Preiskalkulation zu verpönen, die den gerechten Antheil am Arbeitsertrag so mindert, daß dadurch SSSSS^^^WWSSS^SSSMSSSSSS^S
Bit ArmchMspmMn.
Roman von O. Elster.
3 ------ (Nachdruck verboten.)
Ja, sie wurde stolz auf bleftn Titel I Eine 'Prinzessin — eine Fürstin — reich, vornehm wollte sie werden. Der Spott sollte zur Wahrheit werden — da draußen in der weiten, großen, schönen Welt! Wie sie es anfangen wollte, eine .Prinzessin" zu werden, das vermochte sie nicht zu sagen. Aber sie träumte Tag und Nacht davon; in ihrer kindlichen Einfalt entwarf sie tausend Pläne. Erzählte ihr Frau Ptnkepank an den langen Winterabenden nicht die schönsten Märchen von armen Gänsehirtinnen, die später Prinzessinnen wurden? Von verzauberten Prinzen und Königssöhnen, die durch ein armes Mädchen erlöst wurden, das dann von dem Königssohne zur Prinzessin und Königin gemacht wurde? Konnte nicht auch zu ihr ein Prinz und Königssohn Hommen? War sie nicht ebenso schön und klug wie die Gänsehirttnnen uno die Aschenbrödel der Märchen der Frau Dorette Pinkepank? Ordentlich böse konnte sie werden, wenn Paul sie aus- lachte und behauptete, daß die Märchen nicht wahr seien, daß es heute keine verschwundenen Prinzen mehr gäbe und daß die Königssöhne heute nur noch Königs- und Fürstentöchter heiratheten.
„Weshalb bist Du denn kein Prinz und KönigS- fohn," schmollte Else. „Dann würde ich Dich herrathen und wir lebten herrlich und in Freuden."
Paul lachte. „Eia Königssohn bin ich nicht und kann e» nicht »erden, aber Dich heirathen
die Lebenshaltung de« Meister« und der Gesellen herabgedrückt und die Existenz untergraben wird. Dies ist wohl der berechtigte Kern und Inhalt der vielberufene» Hebung des Korpsgeiste« und Standesbewußtseins." Dem obigen Zwecke dienen ferner Anregung und Ausbildung, sowie »irth- schastliche Förderung des einzelnen Handwerksmeister«, letztere« durch Verbilligung der Herstellungskosten und de« Betriebe« der Produkte sowie des Kredits vermittelst des Genossenschaftswesen».
Der Handwerker bedarf einer gesetzlichen Vertretung seiner Jstereffen. Diese soll durch die Handwerkskammer vermittelt werden durch Beein- flaffung der gesetzgebenden Faktoren. Dazu bedarf eS aber vor allem, daß die Kammer getragen wird von einem verständnißoollen Vertrauen der Handwerker und mit ihnen in stets lebhafter und anregenden Verbindung steht. Zu den praktischen Aufgaben gehört auch die be- rathende Thätigkeit der Kammer, die Abgabe von Gutachten.
Gelingt es der Kammer auf die Dauer, namentlich durch Erfolge auf dem Gebiete der Jnnungs- und Genossenschaftsbildung zu zeigen, was vermtttelst des jetzigen Gesttzes zu erreichen ist, so glaubt der Bericht für Osnabrück, daß auch die Beseitigung der Gleichgiltigkeit unter den Handwerkern, ihre Jntereffen- Zersplitterung und Machtlosigkeit sich von selbst erledigen werden. „Wenn die Kammer ernsthaft praktischen Zielen zustredt, wird es auch gelirgen, die Handwerker für sie zu gewinnen und an einen lebhaften Meinungsaustausch mit der Kammer zu gewöhnen."
Deutsches Keich»
Berlin. 18. September.
* Die im Manöver Sefiadttche« Gruppe« haben diesmal in Folge des schlechten Wetters arge Strapazen zu ertragen und täglich werden eine ganze Anzahl Kranke in die Lazarethe zurückgeschickt. Namentlich viele Fußleidende sind darunter, da durch den anhaltenden Regen die Stiefel so hart wurden, daß bei den an- strengenden Märschen die Füße durch den Druck sehr litten. Auch andere Krankheiten wurden in Folge der durchnäßten Kleidungsstücke hervor- gerufen. Mehrfach haben die Truppen Noth- quartiere beziehen müffe», da das abscheuliche Wetter ein Biwaktren unmöglich machte. Ganz besonders haben die Kaisermanöver in Westpreußen unter der Witterung zu leiden gehabt. Der Kaiser telegraphtrte am Dienstag Nachmittag an die Manöverleitung etwa Folgendes: Die Biwakplätze glichen Sümpfe», die von Bächen gespeist wurden, Feuer anzuzünden sei unmöglich, die Mannschaften seien total durchnäßt, außerhalb der Chausseen sei überhaupt nicht zu passiren; in Folge dessen sei am Mitt- woch Ruhetag. Die Mannschaften sind denn auch nicht im Biwak belassen worden, sondern zum Theil erst nach Einbruch der Dunkelheit todtmüde in Nothquartiere abgerückt. Der Kaiser selbst ist um 6 Uhr nach Danzig auf die „Hohenzollern" zurückgekehrt. Der Kaiser hatte zwar im Biwak am Zdunyer See nächtigen
will ich, wenn ich groß bin und viel gelernt habe und uns ein schöne» große» Hau» bauen fann. Und Du sollst in dem Hause leben, al» wärest Du eine Prinzessin."
So träumten die Kinder zusammen, wenn sie unter dem breitästigen Apfelbaum im Garten saßen, in Wald und Flur umherstreiften oder am Bücherschrank des Rektors kauerten und die große» Atlanten und Bilder in den Büchern aufmerksam betrachteten. Der Rektor saß vor seinem Schreibtisch und lauschte lächelnd auf daS Gespräch der Kinder.
Eines TageS, als Else wieder einmal ihrer Sehnsucht nach der Welt, nach dem großen Leben, nach Wissen, Schönheit und Reichthum Ausdruck verlieh, erhob sich der Rektor, stellte die lange Pfeife in die Ecke und begab sich geradewegs zu dem alten Hans Heinrich Hannecken, der damit beschäftigt war, im Garten des Rektors die hochstämmigen Rosen aufzubinden.
„Hannecken," redete der Rektor den alten Mann an, „haben Sie schon einmal über die Zukunft Ihrer Tochter nachgedacht?"
Der Invalide auS dem nordamertkanischen Bürgerkriege lachte leise in sich hinein.
„Hab wohl schon darüber nachgedacht, Herr Rektor," entgegnete er. „Aber waS hilst'S? das Mädel muß sich halt durchs Lebe» schlage», so gut eS gehen will."
„Sie dürfen nicht so sprechen, Hannecken," mahnte der Rektor. Man muß seine Kinder mit guten Waffen für den Kampf mit dem L.ben auSrüsten."
HanS Heinrich, der alte Sergeant von der
wollen, wo ein Theil feines bei der Jerusalemfahrt benutzte» transportablen Wohnhauses aufgestellt worden war. Er gab indeffen feine Absicht im Hinblick auf die bösen gesundheitlichen Folgen, die sich hieraus für ih» hätten ergeben können, wieder auf.
* Dr. $. Jörg und die Aistorisch- Nolitifche« Akätter. Am Schluffe des soeben erschienenen sechsten HesteS der),Hist. Pol. Bl.' befindet fich folgende Mittheilung:
Wegen hohen Alters und sonstiger Obliegenheiten sehe ich mich genöthigt, au» der Redaktton der Hist.r.» Politischen Blätter auszuscheiden, in «eiche ich nach dem Hinscheiden deS Dr. Euido Görres durch Profeffor Dr. Phillips am 14. Juli 1852, also vor 49 Jahren, eingeführt worden war.
Edmund Jörg.
Die Administration (vr. Georg Jochner) und die Redattiou (Dr. Franz Binder) fügen hinzu:
Wir können diesen Zeilen, ■ ie in ihrer lapidaren Einfachheit und Bescheidenheit für stch selbst sprechen, nur den Ausdruck unseres schmerzlichsten Bedauerns beifügen, daß eS uns trotz eindringlichster Bemühungen nicht gelungen ist, Herrn Jörg zu weiterem AuSharren zu bewezen. Unsere Leser werden stch mit unS einS fühlen in der Beurtheilung dessen, was der Berfaffer der Zeitläufe für die gelben Hefte gewesen ist, und daher auch ermeffen können, wie viel Dank wir ihm schulden.
* Uever die ZLergarveiterkögne, die im zweiten Vierteljahre 1901 in den Hauptbergbaubezirken Preußens verdient worden find, veröffentlicht der.Reichsanzeiger' eine Zusammenstellung. Daraus ergibt sich, daß in Folge der Verschlechterung der Lage der Industrie allein im Steinkohlenbergbau der von den Bergarbeiter» verdiente reine Lohn (nach Abzug aller Arbeitskosten, sowie derJnvaliditätsversicherungSbeiträge) gegenüber dem 1. Vierteljahr um mehr als zwei Millionen Mark gesunken ist.
* Aever 100 Aaugerrosserrlchafter» berichtet das „Jahrbach des Allgemeinen Verbandes der Erwerbs- und Wirthschaftsgenoffenschaften" im Einzelnen nach Maßgabe des Geschäftsberichts. Die Mitgliederzahl dieser Genossenschaften betrug 1900 27880, die Geschäftsguthaben derselben 5499122 M.; zu diesen kommen 30375719 Mk. angeliehene fremde Gelder, das Betriebskapital von 36869909 Mk. bildend. Seit Er- rtchtung derselben wurden von 92 dieser Genossenschaften 2395 Häuser fertiggestellt zur Der- miethung der Wohnungen an die Mitglieder, theilweise zum Erwerb für die Genossen.
* Das Arbeitsministerium hat den königlichen Eisenbahndirektionen einen Entwurf zu „Bedingungen für die ZLeförderung vo« Ae0e«smi1tel« (frischem Obst, Gemüse, Blumen, Milch in Flaschen, Bäcker-, Konditorund Fteischerwaaren) „im Abonnement" zugehen lassen, mit der Aufforderung, über die Nutzbarmachung dieser Vorschriften für einzelne Strecken der preußischen Staatsbahnen (etwa zur besseren Versorgung isolirt gelegener Badeorte, Sommerfrischen usw.) fich zu äußern. Nach dem Entwurf sollen für die Beförderung der vorgenannten Gegenstände und die Rückbeförderung der leeren Gefäße zwischen zwei bestimmten Stattonen Abonnements auf einen Monat ober einen längeren Zeitraum gewährt werden, sofern der Versand täglich erfolgt und die Fracht für mindestens 1000 Kilogramm monatlich
leichten Miffouri-Artillerie, grinste gemächlich in den struppigen Bart.
„Herr Rektor," erwiderte er, „das Leben kümmert fick den Kuckuck um unsere Waffen, die es hohnlachend zerbricht, als waren es Strohhalme. Ich glaubte wunder wie stark und wohlgerüstet ich war. Ich wollte Offizier und General werden, Herr Rektor, uud ich hätte es erreicht, wen» die Büchsenkugel bei Brandy- Station nicht meine Waffen mit einem Schlage zerschmettert hätten. Aber ich gab die Hoffnung nicht auf, ich fing ein neues Leben an, nahm mir ein Weib und gründete mir im Htnterwald an der Kalifornischen Grenze eine Heimath. Da kam dar Leben und schickte mir die rothhäutigen Teufel auf den Hals. Sie zündeten mein Haus an, tödteten meine» Sohn, quälte» mein Weib zu Tode, machten mich zum Bettler und Armenhäusler. WaS halfen mir meine Waffen? Der Teufel — verzeihen Sie, Herr Rektor, aber das Leben scheert fich den Kuckuck um uns und unsere Massen."
Der alte Hinterwälder spuckte seitwärts und steckte ei» frisches Stück Kautabak in den Mund.
„Sie haben nicht mit den rechte» Waffen gekämpft, Hannecken." sprach emst der Rektor. „Ihnen fehlt die beste Waffe: Der Glaube, das Vertrauen auf die ewige Gerechttgkeit."
Hannecke» lachte heiser auf. Ich glaube, daß eS da« beste ist, Herr Rektor, wenn der Mensch einen Winkel auf Erde» hat, in dem er ruhig feinem Ende entgegen vegetiren kann."
„Hannecken, welche lächerlichen Worte."
„Alles andere ist Unsinn, wie man da drüben
bezahlt wird. Die zu oetfenbenben Gefäß« müffe» handlich und gut verschlossen fein; sie müssen äußerlich in dauerhafter und leserlicher Weise eine Aufschrift, beziehungsweise Papp- marke tragen, aus welcher die Versand- und Empfangsstation, die Name» des Versenders und Empfängers, daS Eigengewicht der Gefäße und daS Gewickt der völlig gefüllten Gefäße ersichtlich ist. Der Abonnent hat eine Kaution im Betrage der monolithen Frachtkosten zu hinterlegen. Bei Auflieferung der Gegenstände ist ein Verfandfchein einzuliefern. Bei Aufstellung der Verfandrechnung fettens der Eisenbahn wird daS Gefäß stets als völlig gefüllt angerechnet.
* Die deutsche Auswaudernus ist auch im letzten Monat etwas geringer gewesen al« in der gleichen Zeit de« Vorjahres. Bremen hatte allerdings eine gesteigerte Auswanderungszahl aufzuweisen; insgesammt gingen aber im August 1901 über deutsche und fremde Häfen nur 1988 deutsche Auswanderer gegenüber 2025 im August 1900. lieber Bremen und Hamburg wurden in bet gleichen Zeit 10,000 Angehörige ftemder Staaten besörbert.
* MSuche«, 18. Sept. Nach einer Mel- düng oer »Freien Volkszeitung' ist gestern der Bauernbundführer und ehemalige Landtags- abgeordnete Wieland in Mitterharthausen bei Straubing gestorben.
Arrslarr-,
* Aaag, 18. Sept. Die holländischen Generalftaaten find am Dienstag von der Königin Wilhelrnina eröffnet worden. Die Thronrede betont u. a., daß sich neuerdings für die Regierung mehr als bisher die Nothwendig- kett herausgestellt habe, beständig darauf zu achten, daß das Christenthum die Grundlage des Volkslebens werde. Die Revision deS Gesetzes betreffend die Sonntagsruhe und ein wirksamerer gesetzlicher Schutz der Volksmoral seien nothwendig; ebenso eine wirksamere Bekämpfung des öffentliche» HazardspielS und des AlkoholiSmuS ohne Beeinträchtigung der individuellen Freiheit, ferner die Aufrechthaltung der Freiheit deS Unterrichts in den verschiedenen Zweigen desselben. Es werde de» Kammern ein Gesetzentwurf über eine direkte Vertretung der Landwirthe unterbreitet werde», damit die Regierung, von dieser unterstützt, stch besser über die Interessen der Land- wirthschaft unterrichten könne. Die Fälschung der Nahrungsmittel und der unlautere Wettbewerb müßten bekämpft werden. Für die Entwickelung des praktischen Volksschulunterrichts und die Regelung des Lehrlingswesens werde die Beihilfe der Volksvertretung verlangt werden. Die Acciseabgaben und die Abgaben auf neue ElfindungeH würden auf einer neuen Grundlage wieder eingesührt werden. Das Konfularwesen werde mehr als bisher den Interessen der Land- wirthschaft, der Industrie und des Handels dienstbar gemacht werden. Die Arbeitsoerhältnisse erforderten eine Neuregelung. Die obligatorische Unfallversicherung werde eingesührt werden und auch die Geefischer und ländlichen Arbeiter umfassen. In Vorbereitung fei ferner die obliga-
sagt. Die Jagd nach dem Dollar da drüben, die Wissenschaft, die Kunst oder wie die schönen Dinge alle heißen — alles Unsinn, Herr Rektor. Einen Winkel um ruhig zu sterben — das ist daS beste."
„Und in dieser LebmSanfchauung wolle» Sie Ihr. Kind erziehen?"
„Das Mädchen wird die LebenSanschauung schon selbst gewinnen, Herr Rettor. Vorläufig fehlt ihm ja nichts, und später — pah, wer wird an später denken!"
„Haunecken, Eure Else hat Gaben und Talente —"
„Teufels Blendwerk, Herr Rektor!"
„Sie können zu Teufels Blendwerk werden, aber auf die richtige Bahn geleitet, zum Gottes- fegen für Ihr Kind und die Menschheit."
„WaS kümmert mich die Menschheit."
„Hannecken, wollen Sie mir Ihr Kind anvertrauen ?"
„Wie meinen Sie das, Herr Rektor?"
„Ich will Ihr Kind in mein Haus nehmen, ich will es unterrichte», ich will es erziehen, als wäre eS meine eigene Tochter, damit eS dereinst ein wahrhaft nützliches Mitglied der menschliche» Gesellschaft w.rd."
Hans Heinrich blickte eine Weile finnend zu Boden, bann richtete er seine gebückte Gestalt straff empor unb sagte mit leicht bebenber Stimme:
„Herr Rektor, Else ist das Einzige, was mir da« Leben gelassen hat, wollen Sie es mir nun nehmen?"
„Aber wer spricht davon? Ich »ill Else in treuer Liebe zu Gott und zu Ihnen erziehen."