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mit Zlnterhakümgs Anlage „Illufirirte Sonnlags-Zeitung"
Druck und Verlag der Fuldaer Actiendrnckerel petersgaffe Nr. 2 ffcaruronie).
Jtl 214. JuLöa^Mittwoch, den 18. September 1901. 28. Jahrgang.
Zum 18. September 1901.
Geschichtlicher Rückblick auf ein Halbjahrtausend aus der'Familiengeschichte unseres Kaisers uno des Preußischen Königshauses.
Heute, vor gerade 500 Jahren, verheiratete sich aus dem Zollerngeschlechte in der fränkischen Linie Burggraf Friedrich VI, von Nürnberg, unterhalb des Gebirges (oder in Ansbach), mit Elisabeth von Baiern-Landshut, ohne za ahnen, daß er nach einem Jahrzehnt Markgraf und bald (1415 bezw. 1417) Kurfürst von Brandenburg fein würde, und nach dem Tode seines älteren Bruders Johann III. in Calmbach oder Baireuth, 1420 alle fränkischen Lande in einer Hand wieder daneben vereinigen würde; noch weniger war am 18. Sept. 1401 vorauszusehen, daß nach drei Jahrhunderten der letzte oder zwölfte Kurfürst auS Nürnberg Zollernschem Stamme, Friedrich III,, der prachtltebende Sohn des Großen Kurfürsten, am 18 Januar 1701, als erster Preußen König Friedrich I. genannt, zu Königsberg, sich selbst und seine Gemahl-n kröner würde. Und wiederum nach 169 Jahren kam ein 18. Januar heran, da donnerten deutsche Geschütze vor dem umlagerten Paris, dem siebenten Könige von Preußen, Wilhelm dem Siegrrichkn, Salut zu, als er umringt von den deutschen Fürsten, den Vertretern des Norddeutschen Reichstages und der süddeutschen Staaten, umjubelt von den waffenglänzenden Söhnen All-Dmtschlands, im Spiegelsaale zu Versailles für stch und seine Nachfolger an der Krone Preußens den Titel „Deutscher Kaiser" annahm, damit die höchste Sehnsucht der Deutschen erfüllend. Und heute steht sein Enkel, unser geliebter Kaiser Wilhelm II, nach der 99tägigen Regierung seines unvergeßlichen Vaters, des Kaisers Friedrich, f 1888, da, geachtet als Hort des Friedens, oeffen Befehle waffenstarke Schaaren auf deutschen Schlacht- Schiffen über das Weltmeer tragen, bis zum fernsten Osten den Völkern vertündend, daß wieder im Herzen Europas ein deutscher Kaiser gebietet, der gesonnen ist, seinem großen Volke den Platz an der Sonne unter 6en sich neu bildenden Weltmächten zu behaupten; Niemandem zu lieb und Keinem zu leide.
Wahrlich ein stolzer Flug de» Zollern Ablers, der sich etwa um 1001 im Scherragau die seit 1050 hoch ragende Burg in Schwaben, unfern dem Hohenstaufen, als Nest erkoren hatte, und nach zweihundert Jahren weitere Kreise nach Norden ziehend, die kaiserliche Bürgin Nürnberg als Amtssitz dazu erhielt nebst erheirathetem Hausbesitz in Franken, von wo au» es, wieder nach zwei Jahrhunderten, weiter nordwärts ging, nach Brandenburg und Preußen, auf deffen Hausmacht ja im innersten Kern das Kaiserthum im neuen Reiche beruht.
Fürwahr, es ist eine gewaltige Entwickelung von kleinen Anfängen um die Burg Zollern unter den Grafen von Alt-Zollern, gegen 1191 über die Burggrafen von Nürnberg, von denen sich gar bald die heutigen Fürsten von Hohenzollern, als schwäbische Linie von Neu - Zollern abzweigend, etwa um 1225 in die alte Heimath zurückwandten, dann um 1411—17 weiter nach Brandenburg, auf dem ja wieder Preußen und das neue Reich, Schritt für Schritt, sich erheben sollten.
Alle 447 vollbüctigen Sprossen dieser fränkischen Linie der Zollern aber, die man später Hohenzollern benannte (seitdem 15.Jahrhundert), stammen aus dieser gesegneten Ehe des ersten Kurfürsten von Brandenburg und seiner Gemahlin ab bis heute zum jetzigen Kronprinzen des deutschen Reiches und von Preußen, Wilhelm, seinen Geschwistern und Vettern, in 19 Geschlechtsfolgen oder Generationen, denen sich vor 1401 etwa bis 1001 rückwärts, nur höchstens noch 11 Generationen vorgliedern lassen, also daß zur Stunde die Hohen- «stern in 30 Geschlechtsreihen zu verfolgen wären, wa durch 9 Jahrhunderte, geschichtlich sicher.
Es würde aber'den Rahmen unseres schlichten Rückblickes überschreiten, wenn wir vor 1401 die Urgeschichte des Hauses mit ihren vielen Streitfragen berühren würden, ebenso wenn wir alle die weniger bekannten Nebenlinien in Baireuth, Ansbach, Ostpreußen und zu Brandenburg - Schwedt auch nur kurz betrachten wollten. Heute überfliegen unsere geistige» Augen die lange Reihe der 12 brandenburgischen Kurfürsten, denen sich, ein- schließlich des ersten, noch 9 preußische Könige bis heute aus dem Zollernstamm anreihen, von denen die drei letzten seit 1871 auch deutsche Ka.ser sind.
UnserKaiserWilhelm II.,also ist der 20.Mark- graf und Kurfürst von Brandenburg aus Zollern- stamme, der neunte preußische König und der dritte deutsche Kaiser, seit 1401 der 18. Generation angehörig, als Vater der 19., oder mit Einbezug
der zollerischen Ur- und Vorgeschichte der 30. Generation, und damit seit dem ersten Burggrafen um 1200 der 31. Herrscher und etwa der 38. Graf von Alt-Zollern seit 1001. Mit ihm gehört allein neben Ihrer Maj. der Kaiserin noch Se. Kaiser!, und König!. Hoheit der Kronprinz heute, nach dcm Tode der hochseligen Kaiserin Friedrich, dem deutschen Reiche an, während daneben noch 31 preußische Prinzen und Prinzessinnen am 18. September 1901 unter den Lebenden weile», von denen 18 männlichen Geschlechtes sind und unter ihnen wieder 8 mündigen Alters im Ganzen 34 Mitglieder der fränkischen Zollern.
Es sind dies neben dem Kaiser und dem Kronprinzen: 1) Die fünf jüngeren Söhne und das Töchterchen unseres Kaiselpaares, 2) der einzige Bruder des Kaisers, Prinz-Admiral Heinrich von Preußen mit Frau und drei Söhnen, 3) die vier Schwestern des Kaisers, welche bekanntlich in die Häuser Sachsen-Meiningen, Schaumburg-Lippe, Griechenland und Heffen-Caffel hei- ratheten, 4) die Großherzogin Luise von Baden, die einzige Schwester des Kaisers Friedrich, 5) die Wittwe des 1885 verstorbenen Prinzen Friedrich Kar! von Preußen, des Bezwingers von Metz, und 6) eine Schwester, die seit 1886 verwittwete Landgräfin-Mutter Anna von Hessen - Cassel, 7) des Prinzfeldmarichalls einziger Sohn, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, der bis 1900 in Cassel Divisionär war, nebst Gemahlin und 4 Kinoern, 8) deffen Schwester, die Herzogin Luise Margarethe voaConnaught, 9) Prinz Albrecht, seit 1885 Regent des Herzogthums Braunschweig, nebst 3 Söhnen, 10) seine Schwester, die verwittwete Herzogin Alexandrine von Mecklenburg- Schwerin und 11) Prinz Georg von Preußen, der stch als Dichter unter dem Pseudonym „Konrad" birgt, der 1826 geborene Sohn des Prinzen Friedrich von Preußen, welcher 1863 als „Doppelneffe" König Friedrich Wilhelms III. und der Königin Luise verstarb.
Für alle diese 34 lebenden Mitglieder der fränkischen Linie des Hauses Hohenzollern ist König Friedrich Wilhelm II., von dessen zweiter Gemahlin, einer geb. Prinzessin von Hessen- Darmstadt, der gemeinsame Stammvater, der, wie bekannt, selbst als Neffe Friedrichs des Großen, der ja kinderlos war, 1786 nachfolgte, als Sohn des schon 1758 gestorbenen Prinzen August Wilhelm von Preußen. Bon dem S^l- datenköntg Friedrich Wilhelm I., der das rreußische Beamtenthum geschaffen hat, ist ebensowenig in der Familiengeschichte zu sagen, als von dessen Vater Friedrich I„ der 1688 als Kurfürst Friedrich 111. dem Großen Kurfürsten nachfolgend, deffen Großthaten den königlichen Namen nachträglich zugesügt hat.
Die Reihe der 10 ersten zollernschen Kurfürsten, aber in 9 Generationen, kann man nach des großen Königs Ausspruch schnell übergehen, da sie nur erhielten und durch Erbschaft mehrten, was jener Friedrich 1, der als Friedrich VI. am 18. September 1401 seine Else -eirathete, sich im märkischen Sande geschaffen -alte. Erst Friedrich Wilhelm, der große Kur- ürst, schuf aus den drei Staaten Brandenburg, Preußen im Osten, das er erst von Polens LrhnShoheit befreite, und dem Cievtsch-märki- chen Lande im Westen einen modernen Eiaheits- taat und das kur-brandenburgische Heer. Erst Friedrich der Große oder Einzige schuf dann durch die Erwerbung Schlesien», das er tm steben- ährigen Kriege gegen eine Welt in Waffen iegreich behauptete,z die Großmacht Preußen, >ie nach dem Zusammenbruch von 1806 erst bei Leipzig (1813), in Paris (1814) und bei Waterloo (1815) wiederhergestelll wurde. Wer nun all diese Geschlechtsreihen klar übersehen will, hat jetzt in der Photographie einer mit den Wappen und dem Bilde von Friedrich VI. von Nürnberg und Else von Baiern geschmückten Stamm- afel dazu ein vortreffliches Mittel, das von der I'geii, von 1001 brs heute alle 34 lebenden Hohenzollern der fränkischen Linie klar darthut, und die sich bei der Billigkeit des Blattes 1 Mark, bei Herrn Hofphotograph Knauff in Fulda, sowie in den Buchhandlungen) jedermann, ür den die,e Stammtafel unseres Kaiserhauses Jntereffe hat, anschaffen sollte.
Man wird dann begreifen, wie stolz Se. Majestät der Kaiser und alle Glieder des könig- tchen Hauses Preußen auf ihr altes, ruhmreiches Geschlecht sind und stets waren, und im Hinblick auf ihre großen Verdienste um Zollern, Nürn- )erg, Brandenburg, Preußen, das Deutsche Reich, a, alle Deutschen in der weiten Welt auch mit Recht fein dürfen. So daß auch in Zukunft es iets mit dem alten Wahlspruch Kaiser Wilhelm II. glückverheißend auf Erden heißen möge: „Alleweg gut Zolre!" Das walte Gott!
F. Sg.
[] Der ständige Ausschuß des deutschen Landwirthschastsrathes und die Getreidezöüe.
Von einem hervorragenden Landwirlhe wird der „Korrespondenz für die Centrums- presse" geschrieben:
Die Stellungnahme des ständigen Ausschusses des deutschen Landwirthschastsrathes zu der Frage der Fortsetzung der Getreidezölle hat in der Presse sehr umfangreiche Auseinandersetzungen heroor- gerufer». Sie sind bis heute noch nicht beendet, obwohl die entscheidende Sitzung des genannten Ausschusses bereits am 17. August stattgefunden hat. Nach den Anträgen, die damals beschlossen wurden, sollen bekanntlich im Generaltarif die Zollsätze für die vier Hauptgetreidearten mit 7,50 Mk. für den Doppelzentner eingesetzt, die Mindestsätze aber für den Abschluß von Handelsverträgen mit 6 Mk. angenommen werden. Andere landwirthschaftliche Körperschaften haben sich auf einen andern Standpunkt gestellt, so der Badische Bauernverein, der Rheinische Bauernverein, der Ausschuß des Bundes der Lapdwirthe und andere mehr. Alle diese Verein'gungen betrachten den Mindestsatz von 6 Mk., wie er in dem Zolltarif- entwurfe der Regierung vorgeschlagen wird, als unzureichend für die Landwirthschast, wobei sie theilweise unmittelbar einen Mmdestzoll von 7,50 Mark empfehlen. In demselben Sinne haben sich bayerische Centrumsabgeordnete geäußert, namentlich die Herren Domkapitulare Dr. P i ch l e r, Steininger, Dr. Heim; und der Centrumsabgeordnete Herold hat wiederholt geäußert, daß auch nach seiner Ansicht ein Zoll von 7,50 Mark nöthig fei, wenn man die früheren Ge- tretdep.eise wieder Herstellen wolle. Wahr ist also jedenfalls, daß der Ausschuß des Landwirth- schaftsralhes die Mehrheit der deutschen Land- wirlhfchaft nicht hinter sich hat. Aber davon soll- hier weniger die Rede sein, els vielmehr da- von, ob der Ausschuß den Landwirthschastsrathes überhaupt berechtigt war zu seinem Beschlüsse.
Der ständige Ausschuß war nun allerdings vom LandwirlhschaftSrathe bevollmächtigt worden, zu der Höhe der Zölle Stellung zu nehmen. Man hatte dabei im Sinne ge- habt, daß die Höhe der Zölle festzusetzen sei nach Maßgabe deffen, was für nothwendig zu erachten und als genügend begründet anzusehen war. Was sagt darüber der Ausschuß des Landwirthschastsrathes selbst in der Begründung seiner Beschlüsse? Man höre:
Von den landwirthschasilichtn Vertretern ist wiederholt.. zahlenmäßig nachgewiesen worden, daß bei der inzwischen wesentlich verschärften ausländischen Konkurrenz und namentlich der außerordentlichen Verbilligung der See- und Bahnfrachten erst mit Erhöhung der Getreidezölle aus 7,50 Mark für den Doppelzentner Brodgetreide eine annähernde Wiederher- stellung derjenigen durchschnittlichen Brod- getreidepretje zu erwarten fein würde, wie sie in den beiden letzten Dezennien vor Abschluß unserer Handelsverträge im Durchschnitte bestanden haben. Und an sich muß . . . dieser Maßstab und damit die Forderung eines Zolles von 7,50 sür Brodgetreide um so berechtigter erscheinen, als in den letzten beiden Dezennien die Produktionskosten der Landwirihschaft nicht unwesentlich gestiegen sind — ebenso aber auch das durchschnittliche Arbeitseinkommen der deutschen Bevölkerung, so daß sich hieraus, rein wirth- schaftlich betrachtet, sogar die Berechtigung höherer Getreidepreise, als sie vor 20 Jahren bestanden, ergeben würde . . .
Man verlangte und erwartete von dem Ausschüsse eine „rein nirthschaftltche Betrachtung", um mit den Worten seiner eignen Begründung zu reden. Und diese Begründung ist gleichzeitig ein ganz vortrefflicher Beweis dafür, daß die Zollsätze des Regierungsentwurfes den Zollschutz nicht bringen, wie die Landwirihschaft ihn braucht, um aus die Produktionskosten zu kommen. Wenn der Ausschuß des Landwirth- schaftsrathes logisch verfuhr, durfte er also den Zollsätzen des Regierungsentwurfes niemals beistimmen.
Dazu gelangte er, indem er politische Ueberlegungen vsruahm zu denen er weder befugt, noch berufen war. Der Ausschuß des Landwirthschastsrathes schloß sich den Zollsätzen des Regierungsentwurses an mit dem Hinweise auf die „besonders heftige Agitation" gegen die Eihöhung der Getreidezölle. Diese Agitation richtet sich nun aber, wie sattsam bekannt, gegen jegliche Zollerhöhung, also auch gegen die Zollsätze des Regie- rungstntwurfes. Der Ausschuß des Landwirth schaftsrathes entzieht dieser Agitation also keineswegs den Boden. Das ist aber Nebensache. Die Hauptsache ist, daß der Ausschuß nicht
dieBefugniß hatte, solche politische Ueberlegungen vorzunehmen, die eigentlich erst im allerletzten Moment im Parlament vorgenommen werden können; er hat die Aufgabe, die wirthschaftlichen Jntereflen der Landwirth- schast zu vertreten, und er durfte sich in seiner Stellungnahme dabei nicht durch eine Agitation beirren lassen, die einen ausgesprochen land- wirthschaftsfeindlichen Charakter hat. Dieser Aufgabe ist der Ausschuß nicht gerecht geworden. Das muß jeder Landwirth und überhaupt jeder voiurtheilslose Mann anerkennen, ob er nun die Höhe der Getreidezollsätze auf 7,50 Mark für den Doppelzentner oder anders festgestellt zu sehen wünscht. Der Ausschuß des Landwirthschastsrathes hat mit seinen Beschlüssen aber nur den Freihändlern und den Gegnern der Landwirihschaft eine Freude gemacht, weiter nichts I
NrrmischtKK»
(*) Met«« Nachrichte«. Berlin. Durch eine Benzin - Explosion wurden vor einem Hause in der Charlottenstraße sechs Feuerwehrmänner zum Theil schwer verletzt. — In dem 24-Stunden- rennen im Sportpark Friedenau siegte der Münchener Robl mit 904 Kilometer. Zweiter war Joseph Fischer, Dritter Set ff. — Hannover. Die Hauptversammlung deutscher Gewerbevereine wählte Kaisers- lautern zum nächsten Bersammlungsorte. — Krefeld. Die feit längerer Zeit hier herausgegebene antisemitische .Deutsche Zeitung- ist vor Kurzem eingegaugen, ohne daß ihr Abgang irgendwie einem größeren Publikum bemerklich wurde. — Brünn. Wegen Lohndifferenzen im Kohlenrevier von Zbeschau ist ein Kohlenarbeiterstreik ausgebrochen. — Paris. Das ,Echo de Paris' will von diplomatischer Seite erfahren haben, die Veröffentlichung oer bei Danzig von den beiden Kaisern gehaltenen Reden sei auf Wunsch des Zaren unterblieben.
' Weder ZSureankrak««- uni) Juristendeutsch ist so oft Klage geführt worden, daß man annehmen sollte, die Behörden würden nunmehr bestrebt sein, wenigstens bei den sür Arbeiter bestimmten Schriftstücken einer kurzen, klaren Ausdrucksweise stch zu bedienen und alle schwerfälligen Sätze zu vermeiden. Selten aber sind wir einem solchen Satzungeheuer begegnet wie dem nachstehenden, das wir einem an die Arbeiter- beisitzerder Schiedsgerichte gerichteten Rundschreiben des Retchsversicherungsamtes entnehmen: „Demzufolge Hal der Bundesrath in seiner Sitzung vom 29. Juli 1901 beschlossen: daß bei der Bemessung des Stin.menver- hältniffes an der Neuwahl der nichtständigen Mitglieder des Reichsveisicherungsamtes auS dem Stande der Berstcherten und ihrer vetheiligten SchiedSger:chtsbeisitzer die aus Grund der Berussstattstrk vom 14. Juni 1895 ermittelte Zahl der verstcheruogspflichtigen Personen, wie sie stch aus der Anlage II der Begründung des Jnvattdenvetsicherungsgesetzes (Drucksachen d,s Reichstags 10. Legislaturperiode erste Session 1898/99, Nr. 93, Seite 202 und 368) und aus der vom Reichsver- rcherunj,samle besonders zu oieffm Zwecke vorge- nommenen Auszählung ergibt, U der Werse zu Grunde zu legen ist, daß jeder Schiedsgerichlbetsitzer diejenige Anzahl von Stimmen erhält, welche sich bet der Tyeilung der Zahl in dem B^rke der betreffenden Veistcherungs- anstatt oder die Kaffeneinrichtung gebildeten Schiedsgerichte ergibt." Man wird auch einem recht intelligenten Menschen keinen Vorwurf machen können, wenn er erklärt, den Satz zweimal lesen zu müffen, um zu wissen, was derselbe besagen wolle.
♦ Der Bau eines Hunnels zwischen Schottland und Irland wird schon seit längerer Zeit geplant. Man hat stch jetzt für eine Lmie entschieden, die von der Eisenbahnstation in Stranraer (Schottland) nach der Insel Magee (Irland) gehen soll, von wo aus dann die bereits vorhandenen Schienenstränge nach Belfast benutzt werden würden. Die Gesammtenl- ernung zwischen Slanraer und Belfast beträgt 51'/- englffche Meilen und davon entfallen 34'/, auf den Tunnel, der 25 Meilen unter dem Meere läuft und jrout in einer Tiefe von 150 Fuß unter der Sohle. Die Züge werden elektrisch betrieben werden und in möglichst kurzen Zwischenräumen verkehren.
* Di« Wuvrike« des Wolkszählungsvogens üllte in einem kleinen deutsch-böhmischen Orte ein Gemischtwaarenhändler folgendermaßen aus: Namen: Wenzel Hrubaczek. — Beschäftigung: Greisler. — Alter: Auch Greisler. - Nebengeschäft: Epängler. — Hausthiere: grün. — Die Kommission ermittelte, daß er unter „Alter" seinen Vater, unter „Nebengeschäft" das Geschäft nebenan und die Farbe seiner Hausthüre angegeben hatte.
. > i. ti——!&■«—tirtiiiw1 nniiiwamm i
Literarisches.
Erfahrungsgemäß entstehen gerade am Quartalswechsel die meisten Differenzen über das Miethver- hältniß Es wird Miethern wie Beimierhern deshalb die bereits in zwanzigster mehrfach verbesserter Auflage erschienene Broschüre: Di« Wechte «nb Wskichi«« des Wiethers, Verlag von Rich. Lipinski, Leipzig, Geudnitzer-Slr. 11 sehr w llkommen fein, jumal die ehr volksverständlich geschriebene Broschüie nur 23 Pfg. einschließlich Porto koktet. Mehr wie lange Empfehlungen spricht wohl für die Güte der Schrift, daß in verhältnißmäßig kurzer Zeit nahezu Einhundert Tausend Exemplare abgesetzt worden sind; die zwanzigste Auflage ist also eine Jubiläums-Ausgabe.
Reklamen und Anzeigeulheil.
MW- 100 000 Mark baar -w Ist der Haupttreffer der Metzer Dombau - Geldlotterie, welche außerdem mit bedeutenden Geldgewinnen reich ausgesialtet ist. — Es werden die Metzer Dvmbau-Loose wie immer überall sehr begehrt. Die Ziehung beginnt in wenigen Tagen. — Wer die Gewinngelegenheit zu benutzen gedenkt, möge ich bald ein Loos, sichern. Ganze Loose 4 Mark, halbe Loose 2 Mark in A. Maier’s Buchhandlung in Fulda.