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p-?-u7/.n mT”* tttif Anlerßatlungs -Meilage „Iüu^rirle Sonnlags-Ieilung"

Dear and Verlag der L-Idaer MendruckerN veterrgaffe Nr. 2 Harmonie».

M 214.

JuLöa, Mittwoch, den 18. September 1901.

28. JahrgMg.

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gl Erstes Matt.

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® Wahlen in Ungarn

Berlin, 17.* September.

4

mein Pater.

Deutsches Keich«

„Die nächste Session des preußischen Land­tages dürfte an gesetzgeberischen Arbeiten nicht allzu reich sein Insbesondere wird die wasserwirthschastlicye Vorlage zwar den Land­tag sicher roch in der laufenden Legis- laturperi 'de, aber schwerlich in der nächsten Tagung beschäftigen. Die Er­fahrung hat g l hrt, wie unzweckmäßig es ist, so große gesey reberische Vorlage», wie die Feststellung des Zolltarifs und die wafser- wirthschaftliche Vorlage gleichzeitig erledigen zu wollen . . ."

Auf schnelle Abhilfe ist leider auch bei diesem Urbelstande kaum zu rechnen!

Es ist sehr erfreulich, daß die preußische Staats- regierung die Lehren dieser Erfahrung anerkennt. Das Centrum und die Konservativen haben der Regierung aber gleich im Anfänge der letzten Tagung des preußischen Abgeordnetenhauses das- selbe gesagt; sie hätte klüger daran gethan, eh, r auf diesen Rath zu hören und die erlittene Kanalniederlage sich zu ersparen. Nach der An­kündigung des genannten Organs wird, „abge­sehen von dem Etat und der . . . erweiterten Nebenbahnvorlage voraussichtlich das Hauptstück der Verhandlungen der Gesetzentwurf wegen Erhöhung der Prov inzia ldo tati one n bilden."

* Em Fluuderkatz des KiseuVaHummist-rs empfiehlt, angesichts der rückläufigen wirthschaft- lichen Konjunktur die Verminderung der

-s- Die deutsche« Heweröe-Vereine haben noch niemals bei den Liberalen und bei oenLeuten,

ft N-duer im Reichstage. Alljährlich wird eine Zählung veranstaltet, die angibt, welche Redner im Reichstage während eines Tagungsabschnittes gesprochen und wie oft sie das gethan haben. Nach dieser erneuten Zählung war auch während des verflossenen Winters die freisinnige Volkspartei die rede- reichfte — sehr im Gegensatz? zu ihren

wenn die Einnahmen des alten „Mister Hannecken" einmal nicht reichen wollten, dann war Frau Dorette Ptnkepank jeder Zeit bereit, ihre Spar­büchse zu öffnen und dem Freund ihrer Jugend einige Groschen in die Hand zu drücken. „Nimm nur, Heinrich," flüsterte sie gutmüthig, „ich bin ja doch an allem schuld."

3.

Der kleine, verwilderte Garten des Armen- Hauses grenzte an den herrlichen, großen Obst­garten des Rektors, welcher sich den Abhang des Berges hinaufzoz, auf deffen Gipfel das Asyl der Armen und Elenden der kleinen Stadt lag. Elfe spähte oft mit neugierigen, großen Augen durch eine Lücke der Hecke in den Garten hinein, auf deffen zahlreichen Obstbäumen die prächtig­sten, rothdackigen Aepfel und Birnen und dunkel­blauen Pflaumen erglänzten.

das Kind wieder einmal mit sehnsüchtigen Vckcken nach den Herrlichkeiten des Rektorgartens schaute, sah es einen Knaben, der unter einem brertästigen Apfelbaume stand und behaglich einen Apfel verzehrte. Der Knabe mochte einige Jahre älter fein, als Else; er war einfach, aber sauber und geschmackvoll gekleidet, der blaue Kittel mit dem hellbraunen Gürtel, das kleine Strohhütchen, die kurzen Höschen mit den goldenen Knöpfen

darben Schnürschuhe kleideten den dunrellocklgen, braunäugigen Jungen vortrefflich. Auf seinen Wangen lag die Röthe der Gesund- hert, doch in seinen großen, dunklen Augen machte sich ein staunender Ernst geltend, der zu seinen elf oder zwölf Jahren nicht recht paffen wollte.

trat der Knabe auf er.

alten Hannecken im

„Na, brauchst nicht gleich böse zu werden. Willst Du einen Apfel?"

»Ah ja."

„So komm in den Garten."

„Darf ich?"

„Natürlich darfst Du, wenn ich Dtt's sage. Ich heiße Paul Ahrens, mein Vater ist der .Rektor Ahrens."

Er bog die Zweige der Hecke etwas zurück: wie ein geschmewiges Wiesel hüpfte Else durch den Zaun und stand aufathmrnd und tief er- röthend vor Paul, der mit lächelndem Wohl- gefallen das hübsche Kind betrachtete.

„Komm, ich will Dir Aepfel geben."

Er ergriff Else bei der Hand und führte sie unter den großen Baum, unter dem viele herr­liche Aepfel lagen.

Setz' Dich zu mir und iß. Wir haben so

$8.®* ^e Zukunft bringen mochte, kümmerte ihn nicht mehr. Er brauchte nichts mehr, und sein Kmd — seine Gold-Else? Sie würde schon werter kommen in der Welt, nahmen sich doch setzt schon der Herr Bürgermeister und der Herr Rektor und der 'Herr Doktor des Kindes an. Und dann der vornehme Vetter in Berlin? Der würde schon helfen! Hatte doch der vornehme Vetter ihm, dem alten Soldaten der Union, eine kleine Pension von der amerikanischen Regierung verschafft, die vollkommen ausreichte, um seine geringen Bedürfnisse zu befriedigen.

Frau Dorette Pinkepank nahm wenig genug für ihre Linsen uns Erbsen und Kartoffeln, aus welchen wohlschmeckenden G-müsen das Mittags­essen und das Abendbrod bestand. Für Tabak und ein Gläschen Schnaps blieb immer noch etwas übrig. Zuweilen verdiente er auch noch einige Groschen, denn er verstand kunstvolle Vogelkäfige anzufertigen, kleine Wagen, Pferde, Schiffe und Kanonen zu schnitzen, die er und Else in der Stadt verkauften. Der hübschen, goldlockigen Else zu ^.iebe kauften die Leute gern die kleinen Sachen, gaben auch noch ein Butterbrod oder einen Teller Suppe dazu und schenkten Else ein Tüchelchen oder ein abgelegtes Kleid.

Es war eine Bettelexistenz — freilich! Aber ohne große Sorge, ohne Roth und Kummer, und

Mit athemlosen Staunen blickte Else zu dem Knaben hinüber; plötzlich schrak sie vor einem ausfliegeuden Vogel zusammen und verursachte dadurch ei» Geräusch in den dürren Zweigen des Zaunes. Der Knabe sah nach ihr hin und entdeckte das kleine Mädchen in der Lücke der Hecke. Eine Weile schauten fich die beiden Kinder stumm an. Dann

Hit ArmchMMiMsfis.

Roman von O. Elster.

------ (Nachdruck verboten.)

Elfe hinzu.

„Wer bist Du?" fragte

„Ich heiße Else."

„Aha, die Tochter des

Armenhause I"

„Mister Hannecken ist

gegnete Else gekränkt durch dos Lachen des Junge».

«I ^ES»»g auch gar nicht allzu reich. I Leistungen. Herr Eugen Richter hat mit t?h"r*PieIr0Urk ^«8 Wahlgeschäft geht glatt 87 Reden den Vogel abgeschoffen; und der ?ot f? f°ß der neue Reichs- zunächst wortreichste Mann ist sein Parteigenosse tag schon im Oktober mit seinen Brrathungen und Freund Dr. Müller-Sagan mit 62 begtnnen, obwohl der alte Reichstag erst am 9. Wortergreifungen. Vom Centrum haben sich September mit einer Thronrede aufgelöst wor- am häufigsten zum Wort gemeldet die Abge- oen2" . .t .... „ , ordnetenPrinzArenberg (49), Dr. Spahn

ungarische (40), Freiherr von Hertling (34);

rxr ganzen genommen

I Chrlstenthum schlecht, und nur Mit allergrößten haben 54 v. H. aller Reichstagsmitglieder das «Ä *? 1“ rSr'mPt nur. möglich ge- Wort ergriffen. Interessant ist auch das Ver.

Ä' Ä $artct '"s Leben zu hältniß der Zahl der Redner einer Partei zu

I Daß das überhaupt gelang, war schon der Gesammtzahl ihrer Mitglieder: Luch hie, em großer Erfolg, und so muß man denn vor- steht die freisinnige Volkspartei ziemlich obenan, läufig zufrieden sein wenn die neue Partei nichts Bei dieser sprachen 77°/0 ihrer Mitglieder, bei verliert von dem Boden, den sie erobert hat. den Antisemiten jedoch 90°/o. Je Heiner die mlVCnUX«l bem ungarischen Klerus sehr Gruppe ist, desto größer wird naturgemäß die wenig Unterstützung findet, ist eine ebenso Verhältnißzabl ihrer Redner, und umgekehrt bekannte wie bedauerliche Thatsache. sinkt diese Verhältnißzah! mit der Zahl der

s. .mger bekannt ist es, daß auch in Ungar» Parteimitglieder. Dementsprechend haben von die mißlichen Verhältnisse der Landwirthschaft den Mitgliedern des Centrums nur 44 v. H eine Agrarbewegung hervorgerufen haben. Man gesprochen, und das ist die kleinste dieser Ver- WUte meinen, derlei sei unmöglich in einem hältnißziffern. Bei den Konservativen beträgt Lande, m dem bte allermeisten Abgeordneten sie 47 v. H.

ÄS An Ungarn, der ,Fulo. Ztg.' darauf hingewiesen worden, daß

ist der beste und deutlichste Beweis dasür^daß väcksten^Taa^n^d^nr öer Kanalvorlage in der die für vollkommen unbeschränHe^werbefrecheit I es sehr vielen Bauern febr fAfo At «eBt in ?ac^en D®8u»g des preußischen Landtages voll- schwärmen, in dem Verdachts gestanden, daß sie ! Ungarn. Während des einzigen^Jchres ^1900 runq'd“s“V^keh3minister^' o on^bSl S “lei KV*® Zündsätze einer verständigen Gewerbe- immer" .«““£*:?■. ÄÄÄfi »""£1 """ einm a“8”“4ä

sä ä sn s* ärÄrwÄWÄ Ausdehnung jüdischer Großgrundbesitz. Die un­garische Hauptstadt Budapest ist im Laufe der letzten Jahrzehnte die judenreichste S'-wt der Welt geworden. Sie beherbergt u'-°r ihre» nur 492000 Einwohnern Nicht w 7 iger als 166 000 Juden, also ein volles Dritt l "der ge- sammten Bevölkerung. Die Folgen di s r Juden­zuwanderung bestehen zum größten Th-.l in der gekennzeichneten Entvölkerung des platten Landes, und wenn nicht sehr bald sehr energische Schritte gethan werden gegen die wüste Auswucherung

Lange Zeit hat es die ungarische Regierung

geheim zu halten gesucht, daß sie den Reichs-, . --------------------------. „wu V|l „uueu „tN,roa)en oie ,„0^-

tag auflösen und Neuwahlen anordnen wolle, schweren Stand wie bei den Wahlbewegungen ordneten Gröber (23) Dr Bachem (241 bevor die Mandatsdauer des alten Reichstages vorher. In dem Ungarn von heute gedeiht das Müller-Fulda (21). Im ganzen genommen abgelaufen sein würde. Diese Mandatsdauer । CKrist-ntt,,,», >—r- »>— —«ei— I ~ «L

des alten Reichstages reichte bis zum 23. Nov.

dieses Jahres. Nun wollte aber die Regierung, daß der neue Etat gleich von dem neuen Reichs­tage in Angriff genommen würde; und zur Ausführung dieser Absicht mußte der alte Reichstag aufgelöst und heimgeschickt werden. In ein Wagniß begibt sich die ungarische Regie­rung damit nicht. Die Ungarn nehmen zwar gern den Mund ein wenig voll mit ihrem ver- fassungstreuen und vortrefflichen politischen Leben. Aber es ist und bleibt deswegen doch Thatsache, daß im größten Theile des König­reiches Ungarn die Wahlen genau so avsfallen, wie die Regierung sie haben will. Darin steht Ungarn noch genau auf demselben rückständigen Punkte wie die Länder noch weiter unten an der Donau, Serbien und Bulgarien, obwohl die Magyaren sich bekanntlich nicht wenig erhaben dünken über jenes „Halbasien". Natürlich ver­sichert die ungarische Regierung jedesmal von Neuem, daß sie auf die Wahlen keinen Einfluß ausübe, daß „die Nation ihren Willen zum Ausdrucke bringen solle ohne jegliche Berin- fluffung von oben her". Aber mag diese Ver- sicherung noch so sehr im Brusttöne der lieber« Zeugung abgegeben werden, wahrer wird sie dadurch nicht um ein Jota; und nach wie vor arbeitet der Wahlapparat der Regierung in der althergebrachten und mehr als nachdrück- ^7. W-Üe . . . „Schurke, wähle liberal oder du bist des Todes!" f ^Arettich, die Minister und obersten Räthe selbst brauchen sich mit dieser lästigen Arbeit nicht mehr abzugeben. Die Regierung hat ja die große „liberale Partei hinter sich, und deren Organe besorgen schon das Nöthige, damit alles nach Wunsch gehe. Einen kleinen Begriff von dem ungeheuerlichen Schwindel, der in Ungarn mit otefen angeblich „reinen Wahlen" getrieben wird, bekommt man, wenn man liest, daß bisher nur I « ------- ... «unwuu,cluI,H

tn bem einen Wahlkreise Zichyfaloa schon mehr des ungarischen Bauern, wirb Ungarn halb auf« cw 200,000 Kronen für Wahlzwecke ausgegeben I gehört haben, eine Kornkammer Europas zu sein worben sinb. Daß man nicht für 200,000 Kronen ar"t *■* • -

Wahlflugblätter und Stimmzettel hat drucken taffen, ist klar. Der weitaus größte Theil dieser Gelder wandert in seinem ganz ursprünglichen Metallzustande in die Taschen findiger Leute, die das Wahlgeschäft verstehen und geeignet sind, in intern Bezirke die Wahlen zu „machen". Daß auch anregende Getränke in Strömen für das kleine Volk fließen, versteht sich von selbst; und daß in allen paffenden Fällen auch nachdrück­lichst mit Drohungen gearbeitet wird, ist sattsam bekannt. Nichtsdestoweniger erklärt die Regie­rung ledesmal von neuem, es sei ferne von ihr den Willen der Nation beeinflussen zu wollen!

Unter solchen Umständen läßt man eben für

genöthigt, gegen irgend einen Auswuchs derselben Widerspruch zu erheben. Diesmal hat der Ver- bandstag der deutschen Gewerbe-Vereine in Han­nover stattgesunden, und diesmal ist es derMiß- brauch gewesen, der mit den Ausverkäufen ge­trieben wird, gegen den der Verbandstag Wider­spruch erhebt. Einstimmig hat derselbe eine Ent- schließuiig angenommen, in der die baldige Vorlage eines Gesetzentwurfes Über das Ausoerkaufswesen für geboten erachtet wird. Durch diesen Gesetzentwurf soll der Nachschub von Maaren unbedingt verboten werden. Man kann nur wünschen, daß recht bald dem Sinne dieser Entschließung gemäß verfahren werde.

ft Der Keide. „Wann endlich, schreck- kicher Wahn, wird die Zeit dich vernichten? Wann wird deine letzte Spur verwischt fein vom wieder heitern Antlitz der Er»e? Wann wird in einem reinem Glauben die Menschheit wieder sich einen, bet Erbe und bem Leben

" ent-

Güterzüge unb des Personals, bie Her- adsetzung des Lohnaufwandes, die Einführuna des Stücklohnes, eine bessere Ausnutzung des Lokomotivpersonals unb eine bem allgemeinen LohnrÜckgange entsprechende Herabsetzung der Löhne. Gegen die Empfehlung einer Lohn- Herabsetzung hat sogar die .Deutsche Tagesztg/ lebhafte Bedenken. Die Löhne der preußischen Eisenbahnarbeiter seien im Allgemeinen nicht so hoch, daß sie eine wesentliche Herabsetzung ver- tra^en könnten. Man sollte niemals vergeffen, daß oie Staatsbetriebe nicht nur eine fiskalische, sondern auch eine soziale Aufgabe hätten. An- । dererfeits dürfe auch unter keinen Umständen die Auch hier Sparsamkeit so weit getrieben werden, daß eine " Verminderung der Betriebssicherheit die mögliche Folge sein würde.' Die ,Berl. N. N/ und an­dere Blätter heben hervor, daß die Verfügung auf bedenkliche Wege führen könne. Gerade in Zeiten wirthschaftlicher Depression sollten Ver­kehrserschwerungen vermieden werde». Jedenfalls müsse ,m Jntereffe eines ausreichenden sicheren Betriebes und der Angestellte», welche nicht Über­lastet werden dürfe», der dringliche Wunsch ausgesprochen werde», daß bei allen Maßregeln das Schlußwort der Verfügung „unbeschadet der prompten und sichern Bewältigung des Verkehrs" vor allem beherzigt werde.

dienend, ungeschreckt von den grausigen Zei­chen der gespenstischen Macht, die zwei Jahrtausende schon die Wahrheit gefälscht, das f Schöne besudelt, das Leben befeindet . . ." Doch i genug von diesen Gemeinheiten, mit denen eine »eue, in Berlin herausgegebene Zeitschrift „Der Heide" sich ankündigt. (Auch uns ist ein Probe- I heft zugegangen. D. Red) Der Gemeinheiten in dieser ersten Nummer besagter Zeitschrift gibt es »och mehr und noch viel scheußlichere, deren Wiedergabe in einem anständigen Blatte unmög­lich ist. Der Name des Herausgebers sei ein wenig niedriger gehängt: er heißt Martin Hildebrandt, in Schriftstellerkreisen nicht un­viel Obst, sagt Mama, daß wir nicht wtffen, wohin damit."

„Else ließ sich nicht zweimal auffordern. Sie setzte sich in das hohe Gras und biß herzhaft in einen rothwangigen Apfel hinein.

Seit dieser Stunde wor Else täglicher Gast in dem Rektorshause. Rektor Ahrens und die Frau Rektorin nahmen sich ver kleinen Waise liebevoll an und Paul, der Untertertianer auf dem städtischen Gymnasium, hing mit knaben­hafter Schwärmerei an bem hübschen, blonben I Kinde, das mit den großen, tiefblauen Märchen­augen so erstaunt-neugierig, so scheu-erschrocken in dir Welt hinaussah.

Das stille Rektorhaus, der weite Garten mit den herrlichen Blumen, den Obstbäumen, Stachelbeer- und Johannisbeer-Sträuchern, der ernste Rektor, die sanfte Frau Rektorin, der dunkeläugige Paul, der Bergesabhang mit dem undurchdringlichen Gestrüpp wilder Rosen und Brombeerranken, der majestätische Buchenwald, welcher die Kuppe des Berges klönte bis zur höchsten Spitze hinauf, auf der die Trümmer der alten Ritterburg Benneckenstein lagen — alles das war für Klein-Else eine neue Welt, welche ihr täglich neue Eindrücke, täglich neue Stimmungen, neue Anregungen brachte. Unb wenn Paul ihr von seinen Studien erzählte, von den alten Griechen unb Römern, den alten Germanen, von deutschen Kaisern und Fürste», und von einer reichen und schönen Zukunft voller hochherziger Thaten, kühner Gedanken und edlem Wiffen schwärmte, dann erzählte Klein-Slse von der wetten, weiten Welt da draußen, dem rol-