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28. Jahrgang.

Jul-a, Dienstag, den 17. September 1901

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und ihrs Umgebung einen katholischen Geistlichen. In diesem Bezirke — also Stadt, Amtsgerichts- >ezirk und Landkreis Blankenburg — wohnen tändig mehr als 900 Katholiken; die Braun» chweigischs Regierung laßt aber keinen Geist­ichen zu, obwohl Mittel dafür aus der Staats- affe gar nicht verlangt werden. Die Kaiho« iken Blankeabuc,;» wandten sich an das Rinisterium mit der Bitte um die Zulassung eines katholischen Gristlichrn im Januar 1888 und bekamen in fünf Zeilen zur Antwort, der Bischof von Hildesheim müßte mit der ent» prechenden Anregung hervortreten. Natürlich )offte man auf Erfolg, wenn der Bischof eben- aüs entsprechende Vorstellungen beim braun» chweigrschen Ministerium erheben werde. Er hat es; aber das Ministerium lehnte es darauf- jin ebenso kurz ab, auf die Erfüllung des so dringende» Gesuches einzugehrn. Im Januar 1890 wandten sich die Katholiken mit ihrem Gesuche von neuem an das Ministerium, aber wiederum mit demselben Mißerfolge. Dann ist n den Jahren 1898 und 1900 der Herr Bischof von Hildesheim von neuem wiederholt ür die Zulassung — nicht Anstellung! — eines katholischen Geistlichen in Blankenburg ein» getreten; aber der Erfolg seiner Bemühungen war stets nur derselbe kurz ablehnende Bescheid. In der französischen Republik wird es selbst den einzelnen Mitgliedern verbotener Orden nach der Auflösung derselben nicht verwehrt sein, in der Art von Wsltgeistlichen in Frankreich zu weilen, wo sie nur wollen. In Braunschweig gestatret aber die Regierung nicht einmal den Aufenthalt eines katholischen Geistlichen, obwohl dem Staate durch einen solchen Aufenthalt nicht die geringste Verpflichtungen erwachsen würden. Ist das nicht der Gipfelpunkt religiöser Unduldsamkeit?

4- Die evarrgekisHen Arbeitervereine haben ihren Verband nicht beisammenhalten können. Der erweiterte Vorstand hat am letzten Sonntag in Volmarstein eine Sitzung abgehalten, die außerordentlich lebhaft und stellenweise sogar lärmend verlief. Mit 102 gegen 62 Stimmen ist die in Köntgssteele gefaßt« Entschließung ver» morsen worden, in der das Ausscheiden des rheinisch»westfälischen Verbandes aus dem Ge» fammtvetbanoe gefordert wurde. Den einzelnen Vereinen sollte es nicht verwehrt sein, ihm weiter anzugehören. Umgekehrt wurde der Be­schlußantrag der Dortmunder Ausschuß-Sitzung angenommen, der das Verbleiben im Gesummt» verbände fordert und den Austritt den einzelnen Vereinen freiitellt. Daraufhin haben nun 33 Vereine die Erklärung abgegeben, daß sie auS dem Gesammtverbande ausscheiden und einen neuen Verband gründen, der am nächsten Sonntag in Bochum seine konstituilende Versammlung ab­halten wird. Der Verlauf dieser Angelegenheit ist aufrichtig zu bedauern. Die Hauptschuld daran trägt bekanntlich die Hetzerei des ^natio­nalen« Pastors Naumann. Die Bedeutung der Vorgänge ist dir Niederlage der soge­nannten Bochumer Richtung, d. h. der entschiedene Gegner der Sozialdemokratie und ihrer sogenannten neutralen G.'werkichaften. Bei dem in Speyer abgehrltenen Pfiagstkongrefse war über die Anlehnung an die Gewerkschaften

«antwortlich: Siir Me Redaktion 0os. Dan«, fiit Inserate I. parz-U-r in Saida.

Roman von O. Elster.

------ (Nachdruck verboten.)

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Der Kongreß der Vereinigten Staaten wird nicht zu einer außerordentlichen Tagung einbe­rufen. Präsident Roosevelt hält dies für unnöthig. Einstweilen bleiben die Minister auf ein Er­suchen des neuen Präsidenten im Amte Wahr­scheinlich aber werden nur die Minister für Krieg, für Ackerbau und für Justiz dauernd im Amte bleiben. Auch Herr H a r>, der Staatssekretär oder Minister für das Auswärtige, wird aller Voraus­sicht nach aus dem Amte scheiden. Er steht sich sehr schlecht mit dem Senator Lodge, der unter dem neuen Präsidenten als deffen nächster Freund eine bedeutende Rolle spielen wird, ob nun mit dem Amte eines Ministers oder ohne solches. Herr Lodge ist ein vollendeter Jingo.

Dsrrtschss Keich.

Berlin, 16. September.

n N-ichsKairzker Aulow ist von Danzig für einige Tage nach Norderney zurück- gekehrt. Von dort wird er sich mit seiner Gattin für einige Zeit nach Flottbeck bei Altona begeben und Ende September nach Berlin zurückkchren.

Mac Kinley's anerkennen, und zwar ganz ein­fach deswegen, weil er sie anerkennen muß, weil die Verhältnisse ihn dazu zwingen; auch dann, wenn er in den obersten Regierungspersonen zu Washington einschneidende Änderungen vor­nehmen sollte, wie vorauszusehen ist. Mit einigen dieser Herren soll er, nach den vor- liegenden Meldungen auf persönlich gespinntem Fuße stehen.

Insbesondere den Deutschen ist Herr Roosevelt persönlich wenig hold. Das beweisen mehrere Beispiele. Ja den Vereinigten Staaten bestand ehedem ein deutscher Rechtsschutzverein. Was er wollte, sagt sein Name: er wollte die Deutschen schützen, "namentlich die neu eingewanderten Deutschen vor der Ausbeutung durch „smarte« — will sagen sehr gerissene Yankee;. Den neuen „Imperialisten« war der Verein längst ein Dorn m Auqe. Nach einem verabredeten Plane mel- leten sich ihrer Viele zum Eintritt in den Ver­ein, angeblich aus Bewunderung für seine Zweck«. Als sie aber ausgenommen waren, sprengten sie den Verein in seiner alten Verfassung und fitzten es durch, daß er anstatt fernes alten deutschen Namens die englische Bezeichnung „Legal Ard Society" erhielt, also nur noch „R-chtsschntzverein". Nachdem dies.geschehen war, beging der Verein die Feier seines sünfundzwanztgjährigen Be­stehens, und dabei war es Herr Theodor Roosevelt, der in einer Rede alle Deutschen in den Vereinigten Staaten in unerhörter Weife verhöhnte. Unter anderem sagte er, der Verein habe damit seine „schönste Thal vollbracht, daß er den deutschen Namen ablegte und einen eng­lischen dafür annahm. So freundlich ist „Teddy« — dies der Yankee-Spitzname des neuen Staats­oberhauptes — unseren Landsleuten gesinnt. Diese Liebenswürdigkeit auf das Gebiet der Po­litik zu übertragen, wird er nichtsdestoweniger kaum Gelegenheit haben; denn daran wird ihn der sprichwörtliche Knüppel hindern, der in diesem Falle auch bei unserem Freunde Teddy

„Schon gut, schon gut. — Lieber Doktor, wollen Sie ein Rezept für den Kranken schreiben und alles Nöthige anorduen — der Gemeinde­diener kann nach der Apotheke gehen, die Kosten übernehme ich auf die Stadtkaffe.

Der Doktor sah seinen Freund Bürgermeister mit großen Augen an. So entgegenkommend und hilfsbereit einem armseligen Landstreicher gegenüber zeigte sich das Stadtoberhaupt sehr selten. Im Gegentheil, es lag in der Gewohn­heit deS Herrn Bürgermeisters und Hauptmann a. D. Wöllner, sich und der Stadtkaffe solche Leute, die nur Last und Unkosten verursachten, vom Halse zu schaffen.

Aber der Arzt war es schon zusrieden und rasch schrieb er das Rezept nieder und gab Frau Pinkepank einige Verhaltungsmaßregeln. Dann entfernte er sich mit dem Bürgermeister, der von dem Korbflechter Pannkuchen und von dem Waldarbeiter Brendicke ehrfurchtsvoll bis zur Schwelle des Armenhauses begleitet wurde.

„Sie scheinen ja ein ganzchesondercs Interesse an diesem Menschen zu nehmen, Bürgermeister?« sagte der Arzt, als sie die sehr steile Gaffe vom Armenhause hinunter der Stadt zuschritten.

Das Stadtoberhaupt lächelte geheimnißvoll.

„Mit diesem Hans Heinrich Hannecken hat es seine eigene Bewandtniß," entgegnete er; „er be­sitzt vornehme Verwandte.«

„Ei, das wäre!« ,

Vor einigen Wochen bekomme ich einen Brief von einem Freiherrn HanS Heinrich von Hannecken, General zur Disposition in Berlin. Der General bittet mich, nachzuforschen, ob in

h Ds» Iarenpaar ist Montag Morgen mit der Dacht „Standart« von Kiel nach Dün­kirchen abg dampft, wohin die beiden russischen Kriegsschiffe, die die Yacht begleiten, bereits am Abend vorher in See gegangen sind. Es scheint nunmehr festzustehen, daß das Zarenpaar die Hauptstadt Paris nicht besuchen werde. Wenigstens berichtet der Pariser ,Matin' in einer augenscheinlich halbamtlichen Notiz, es sei jetzt endgiltig entschieden, daß der Zar nicht nach Paris kommen werde. Sehr sonderbar liest sich in mehreren französischen Zeitungen die Angabe, die französische Regierung habe selbst alles Mögliche aufgeboten, um das Zarenpaar von Paris fern zu halten, und zwar aus Abneigung gegen die nationalistische Mehrheit des Pariser Gemeinderaches. Die natiooakstischen Zeitungen fassen die Sache selbst so auf und greifen des­wegen das Ministerium Waldeck-Rousseau heftig an. Von Bedeutung ist ferner, daß die im Schlöffe zu Compisgne angksagt« Theater- vorstellung unterbleiben soll, augenscheinlich aus Rücksicht für die persönliche Sicherheit des Zaren. Die Pariser werden natürlich njchts weniger als entzückt davon sein, d ß ihnen die Ehre des Zarenbesuches nicht zu Theil werden soll. Die Rede, des Kaisers, m der er in Danzig die Bedeutung des Zarenbesuches in Deutschland feierte, wird allgemein im Auslände als eine hochwichtige Kundgebung behandelt. Das .Wiener Fremdenblatt', Organ des Auswärtigen Amtes in Wien, schreibt: „Einen wirkungs- volleren, für Europa erfreulicheren Kommentar konnte Die Danziger Zusammenkunft gar nicht finden. Ganz Europa wird die Worte des Kaisers mit freudiger GermMuung vernehmen und mit Gefühlen des Dankes für die zwei Herrscher, die neuerlich bewiesen haben, welche mächtigen und aufrichtigen Bürgen des Friedens die Welt in ihnen erblicken darf.« In einer augenscheinlich von amtlicher Stelle in Peters­burg beeinflußten Aeußerung stellen die dortigen ,Nowosti' fest, daß „die Danziger Kaiser- zusammenkunst, abgesehen von der Festigung des europäischen Friedens, die Annäherung zwischen Deutschland und Rußland gefördert hat. Die Zusammenkunft sei in allen Beziehungen ein glückliches Sreigniß". Deutschland quittirt dankend. Den Russen muß diese Thatsache mindestens ebenso werthvoll sein.

* Die afltomomifrfktt von

der Pekinger Sternwarte, die gegenwärtig vor rem Potsdamer Orangerie-Gebäude ausge- stellt werden, sollten, wie schon erwähnt, nach der Behauptung einer Berliner Lokal» Korrespon- denz an Deutschland durch Schenkung oder, da diese abgelehnt wurde, durch Kauf überge- gano.en fein. Den Kaufpreis hatte die Korre- spondenz ebenso anzugeben vergeffen, wie den­jenigen, der den Kaufpreis bezahlt hat. An amt­licher Stelle hat der Versuch, eine Bestätigung jener Meldung zu erlangen, der ,Voss. Ztg.' zu­folge, tonen Erfolg gehabt. Die Geschichte von dem „Rauf« wird also wohl geflunkert sein.

X Katholik«« t« Mrauvschw-ig. Die Behandlung der Katholiken in Braunschweig ge­hört zu den unerfreulichsten Kapiteln kon­fessioneller Unduldsamkeit. Die Stadt Blanken­burg am Harz braucht nothwendig für sich

etwa 30 Jahren fortgelaufen fei, trotzig und wild, weil er das Mädchen seiner Liebe, die Tochter einer armen Waschfrau, nicht hatte hei- rathen sollen; wie seine Schwester den Hof auf dem Klosterkawp erhalten, wie diese sich ver-' heirathet, wie sie gestorben, wie der Hof dann verkauft und wie Hans Heinrich nunmehr voll­ständig verarmt und mittellos, ohne Freunde, ohne Verwandte dastehe in der Welt.

Die Thränen rannen der braven Frau Über die hageren, gefurchten Wangen und aufschluch­zend verhüllte sie das Gesicht in die zerrissene und oft geflickte blaue Kattunschürze.

Da schlich sich Klein-Else zu der Weinenden, deren Schmerz die Herren mit Erstaunen sahen, weil sie ihn nicht verstehen konnten, legte die Aermchrn um die Gestalt der alten Frau, schmiegte sich an sie und flüsterte: „Weine nicht, gute, liebe Frau — ich will bei Dir bleiben."

Urberrascht schauten der Bürgermeister und auch der Doktor auf die zarte Schönheit des Kindes.

„Ist das sein Kind?«

„Ja, Herr Bürgermeister — und ein liebes, gutes Kind ist es.«

„Hm, Frau Pinkepank, Ihr Mitleid macht Ihnen alle Ehre. Ich habe nichts dagegen, daß der Mann hierbleibt, bis er wieder gesund ist — 'S ist ja noch ein Stübchen im Armenhause vorhanden, das kann er vorläufig bewohnen und wenn Sie, Frau Pinkepank, den Kranken ver­pflegen wollen, so denke ich, wird eine kleine Entschädigung für Sie schon abfallen.«

„O, Herr Bürgermeister, ich brauche keine Entschädigung!«

G Zum Regierungswechsel in Nordamerika.

Der neue Präsident der Vereinigten Staaten hat unmittelbar nach seiner Rückkehr von einem Jaqdausfluge den vorgeschriebenen Eid aus die Verfassung geleistet und camit sein Aust Gi5 Nachfolger Mac Kinley's angetreten, bevor deffen sterblichen Reste bestattet waren. Nie- mand hatte vorher an die Möglichkeit gedacht, daß Theodor Roosevelt berufen fein könnte, an die Spitze der Regierung der großen ameri­kanischen Staatenunion zu treten; man hat ja in Kolge deffen außerhalb der Grenzen dieser Staatenunwn wenig und nichts von ihm gehört. Auch seine Thaten als Oberst in dem Feldzuge gegen Cuba waren ziemlich verborgen geblieben.

Nach den Meldungen, die jcht Über den neuen Präsidenten von Nordamerika aus ver­breitet werden, hat man es augenscheinlich mrt einem Manne zu thun, der in dem po irischen Fahrwasser seines ermorditen Vorgängers segelt, was selbstverständlich ist, der aber diese Politik noch ausdrücklicher als sein Vorgänger zu vertreten wünscht. Roosevelt wird als ein amerikanischer „Imperialist" vom Scheitel bis zur Sohle geschildert, als Einer von denen, die nicht dulden wollen, daß irgend eine andere Macht, als die Yankee-Republik, in irgendwelche Verhältnisse von ganz Amerika sich einmifche, Südamerika mit einbegriffen; kurz und gut ein Panamerikaner in der höchsten Potenz. Die Earcpä-r kann das aber vorläufig kalt lasten; denn einstweilen gibt cs keine Streitfragen in Südamerika, in die ein europäischer Staat sich einzumischen Veranlassung oder Lust hätte. Auch der Krieg zwischen Venezuela und Kolumbien gehört nicht dazu. Wenn Venezuela das Eigen- thum von Ausländern in unberechtigter Weise angegriffen hat, so muß es Entschädigung dafür leisten und von den beteiligten Staaten dazu gezwungen werden, wenn es das nicht gutwillig thun will; aber das ist keine politische Sache, und die Yankees dürften daran genau ebenso be- theiligt fein, wie die Europäer. In Fragender Handelspolitik kann Roosevelt den Bogen nicht mehr gut schärfer spannen, als er bereits ge­spannt ist. In den leitenden Rsgierungskreisen zu Washington scheint man eher zu einem kleinen Rückzüge auf diesem Gebiete bereit zu fei«; wenigstens legte die letzte öffentliche Kundgebung Mac Kinley's diesen Schluß nahe. Er sagt darin, daß die Vereinigten Staaten in Folge ihrer riesenhaft und schnell gesteigerten Ausfuhr darauf bedacht fein müßten, auf dem Gebiete der Handelspolitik mit den anderen Ländern in den oesten Beziehungen zu leben. Daß das zu­trifft, ist bekannt genug. Die Vereinigten Staaten haben sehr triftige Gründe zur handels­politischen Bescheidenheit, was gegenwärtig für unser Deutsches Reich und für den Abschluß seiner neuen Handelsverträge von besonderer Be­deutung ist. Der Hochschvtz-öllnrr Mac Knley Hat damit von neuem bewiesen, daß die Angst­meierei, die unsere deutschen Freihändler mit an­geblich drohendim Zorne der Yankees in Zoll­sragen treiben, auf trügerischem Grunde beruht. Auch Theodor Roosevelt wird diese Anschauungen

unserer Stadt noch Nachkommen eines Hans Heinrich Hannecken leben, der im Jahre 1578 von dem Herzoge von Stetienburg mit einem Sattelhof allerer, auf dem Klosterkamp gelegen, belehnt worden ist. Die Abschrift der Lehens- urkunde, welche im Staatsarchiv von Hannover noch vorhanden ist, fü ge der General bei, ebenso einen Stammbaum seiner Familie, die in direkter Linie von jenem Hans Heinrich Hannecken ab« stammt. Ein jüngerer Sohn des Sattelhof» besitzrrs ist als "Soldat in brandenburgische Kriegsdienste getreten, er hat e8 bis zum Haupt» mann gebracht; deffen Sohn hat unter dem Großen Kurfürsten gedirrn, ist General geworden und hat den Freihermtitel bekommen. Die Nachkomme., dieses Generals des Großen Kur- fürsten leben jetzt in Berlin, der General zur Disposition Freiherr von Hannecken und sein Sohn Leutnant Hans Heinrich von Hannecken bei den Gardedragonern. Und der letzte Nach- komwe jenes Hans Heinrich Hannecken, des ersten Besitzers des Sattelhofes auf dem Klosterkamp, des gemeinsamen VorfahrS liegt da in dem Armen» Hause von Benneckenstein und kämpft mit dem Tode." ' '

„Alle Wetter, Bürgermeister, das ist ja eine ganz romantische Geschichte!"

„Ist es auch, lieber Doktor. Der General bat mich, ihm alle Urkunden, Kirchenbuchnach« richten und dergleichen mehr über die Familie Hannecken zukommen zu taffen. Das habe ich nun gkthan, aber über die Nachkommen deS alten Sattelhofbesttzers konnte ich ihm nichts melden."

Auf dem Hausflur lärmte die geschlagene Partei noch eine Weile umher. Plötzlich ward es mäuschenstill da draußen; eine laute, ernste Stimme sprach einige ermahnende Worte, Frau Mnkepank athmete auf: „Gott sei Dank, der Herr Bürgermeister und der Herr Doktor!"

In der That kamen die beiden Herren, um sich nach dem seltsamen Fremdling zu erkundigen. Der Herr Doktor machte ein sehr bedenkliches Gesicht, als er den Zustand Mister Hanneckens untersuchte und entschied, daß eine Lungenentzün­dung den Mann ergriffen habe.

„Er kann wieder aufkommen, lieber Bürger­meister," meinte der Doktor, indem er den Finger an die sanft geröthete Rase legte, wie er immer that, wenn ein besouders wichtiger Fall ihn be­schäftigte. „Aber er bedarf aufmerksamer Pflege."

„Dafür lasten Sie mich nur sorgen, Herr Doktor," warf Frau Dorette ein.

„Ja, wollen Sie denn den Mann hier be­halten, liebe Frau?" ,

„Freilich, Herr Bürgermeister, 's ist ja ein alter Bekannter von mir und er gehört hier ins Armenhaus von Benneckenstein ebensogut, wie jeder andere Benneckensteiner."

Und dann erzählte sie d:m aufmerksam lau­schende» Bürgermeister und dem Doktor die Ge­schichte Hans Heinrich Hanneckens; wie er vor

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