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für Jnferate r. parzeller iw * mit Anterhaltungs -Meilage „Mustrirte Sonntags-Zeitung

M 205.

• Die Sozialdemokratie j

sorgt dafür, daß ihre Gegner immer Grund und Veranlassung haben, sich mit ihr in einer Weise zu beschäftigen, die ihnen, den Gegnern, gefällt und den Sozialdemokraten die Rolle derer zu­meist, die die Lacher nicht auf ihrer Seite haben.

Kürzlich ist in der ,Fuld. Ztg.' darüber be­richtet worden, wie unverhältntßmäßig hoch die Abgaben sind, die die sozialdemokratischen Gewerk­schaften von ihren Mitgliedern erheben. Diese sozialdemokratischen Gewerkschaften haben die Be­steuerung ihrer Mitglieder von rund l1/io Million im Jahre 1891 auf mehr al» 76/io Millionen im Jahre 1899 erhöht; innerhalb von neun Jahren haben sie ihren Mitgliedern nicht weniger als 32 Millionen Mark abgenommen, und bei den am stärksten belasteten Gewerkschaften beispiels­weise bei den Buchdruckern, steigen die Abgaben bis auf 70 Mark im Jahre an!

Und wohin gehen diese Gelder? Es ist natürlich nicht zu leugnen, daß ein Theil der­selben den Mitgliedern der Gewerkschaften Nutzen bringt. Aber dieser Theil ist im Ver- hältniffe zu der ganzen Summe sehr gering. Die sozialdemokratische Parteikaffe schluckt einen erheblichen Bruchtheil, deswegen nennt man ja diese Gewerkschaften mit starkem Hohne auf die Wahrheit „neutral“! Die Lmte aber, die in dem Dienste dieser Gewerkschaften arbeiten, werden so schlecht wie möglich bezahlt; da zeigt sich wiederum der Sozialdimokrat als ein äußerst geiziger und ausbeuterischer Arbeitgeber gegenüber seinen Angestellten. Aus derGeholts- statistlk der Gewerkschaftsbeamten für das Jahr 1899 ergibt sich, daß die Jahresentschädigung derselben zwischen 2600 und 60 Mark schwankt. Für voll in Anspruch genommene Arbeitskräfte kommen Gehalter bis herunter zu 1200 Mark vor; der Durchschnitt liegt bei! ihnen zwischen 1500 und 1800 Mark. Genau so schlecht sind die Redakteure der sozialdemokratischen Presse bezahlt, und die Klagen der Lagerhalter bet den sozialdemokratischen Konsumvereinen über schlechte Löhne bei übermäßig lange ausge­dehnter Arbeitszeit sind nachgerade allgemein bekannt. Die gelernten Handarbeiter in den größeren Städten und Jndustriebezirken ver­dienen mehr, als diese sozialdemokratischen Be­amten, und ganz ernsthaft wird der Plan er­wogen, eine starke Organisation dieser Art von Angestellten herzustellen, um „das Recht der Enterbten" auSzuüben gegen die — Häupter der sozialdemokratischen Partei und der sozial­demokratischen Gewerkschaften!

Daß unter solchen Umständen vielfach schlechte Arbeit geleistet wird, ist nicht erstaunlich. Wie schlecht, das sagt uns der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Richard (Kairoer in den.Sozialistischen Monatsheften'. Er schreibt dort über die sozialdemokratische Presse und sagt dabei u. a :

Der politische Theil sei oft nicht« weiter, als ein nicht einmal geschickt zusammengestelltes

Am ersten April.

Original-Roman von Ida John-Arnstadt,

17 ------ (Nachdruck verboten.)

„Gibt es leinen Ausweg?"

„Ich wüßte keinen; nein, Herr Baron."

„Ein bittre« Wort! Doch was vermag der stärkste Wille Ihnen gegenüber ! Ich muß mich vorläufig fügen. Aber die Briefe, Ihre unver­gleichlichen Briefe, die lassen Sie mir doch; nicht wahr? Ich schwöre Ihnen, die mir theuren Blätter heilig zu halten; kein andre« Auge soll sie je erblicken . . O bitte, nehmen Sie mir nicht alle«! . . . Darf ich die Briefe behalten?"

„Ich werde e« mir noch überlegen. Die Ihren sende ich morgen an Ihre Adresse zurück."

Er seufzte. „So werden Sie mir auch die alten Mängel und Fehler wieder aufbürden. Schade! Ich war, bei Gott, ein anderer Mensch geworden durch diese Korrespondenz; ich hatte alle« abgelegt, roa« eitel und falsch an mir war; von morgen ab werde ich wieder der alte, tolle, über» liche Boris sein; auch mein Examen mache ich nun nicht, und Sie . . . Sie allein haben e« zu verantworten . . Hören Sie?"

„Ich höre . . und staune."

„So ändern Sie doch Ihre, Entschließung! Noch haben Sie Macht über mich, weiße Taube, breiten Sie die Schwingen Ihrer Seele aus und schirmen Sie mich, auf daß die Schlange der Bosheit Ihrem Juan nichts anhaben kann. Ja? Wollen Sie mich wieder zu Gnaden annehmen oder in Nacht und Elend stoßen?"

IuLöa, Samstag, dm 7. September 1901.

2.8. Jahrgang.

s

Sammelsurium von Artikeln und Notizen ans den wenigen Tageszeitungen, die selbständige Artikel bringen ... In keiner Parteipresse sei der Nachdruck ohne Quellenangabe so ver­breitet, wie in der sozialdemokratischen Presse. „So lange man freilich — schreibt (Kairoer wörtlich — die geistige Arbeit nicht höher einzuschätzen gewillt ist, als körperliche Arbeit, so lange man den geistigen Inhalt einer Zei­tung sich nicht mehr kosten läßt, als es jetzt geschieht, so lange wird es nicht besser werden."

Von der entgeaengesetzten Seite wird fürch­terlich auf die „Opportunisten" in der Partei losgeschlagen. Ein Mann, der unter dem Kciezsnamen „Parvus" schreibt, wohl deshalb, weil ihm selbst sein jüdischer Name nicht gefällt, geht gegen Vollmar und Auer los, als ob es sich um die größten Gegner der Partei handle. In „Neuen Zeit", einer sozialdemokratischen, roiffen- schastlichen Revue, verspritzt Parvus sein G.ft, wobei er dem „Genossen" Vollmar, „Dummheiten über Dummheilen", vorwirst und ihm nur eine gute Eigenschaft zugesteht, nämlich „eine eiserne Stirn". Am nettesten aber kommt Auer bei dieser Kritik weg. „Man hält Auer — schreibt Parvus — für besonders schlau. Er ist es aber gar nicht. Er thut nut so, als ob er es wäre, und das Schönste ist: man glaubt es ihm . . . Er ist zu seht Vollblutgermane, um so Überwältigend schlau zu fein . . ." Die Juden freilich fühlen sich unter Herrn Singer'« Führung allein berufen, über die Sozialdemokratie zu herrschen. Deswegen ist dieser L tzlern auch schon der Ehrentitel einer Schutztruppe der Börse zu theil geworden!

In Hamburg herrscht wülhende Fehde unter den „Genossen" wegen der Akkordmaurer. Die Gewertschaft wollte sie aus der Partei ausge­schlossen sehen; der Parteioorstand hat das nicht zugeloffen. In Lübeck bei dem bevorstehenden Parteitage wird es vermuthlich mehr als lebhaft zugehen. Es ist nur die Frage, ob man die interessantesten Verhandlungen erfahren wird; denn bekanntlich soll ja sehr viel hinter ver­schloss enen Thüren beralhen werden!

Deutsches Deich-

Berlin, den 6. September.

h. Srinz Tlch«« Mais<mg ist ein glücklicher Mann: er hat, rote schon telegraphisch gemeldet, vom Kaiser nunmehr auch eine Einladung zu den Kaisermanövem in den Provinzen Ost­preußen und Wefipceußen erhalten. Während dieser Manöver wird der Kaiser von einem ganz besonders glänzenden Gefolge umgeben sein; eben» so ist das Gefolge der Kaiserin zahlreicher als sonst, so daß Prinz Tschun Gelegenheit haben wird, den rechten Eindruck zu gewinnen von dem Glanze, der den deutsche» Kaiserthron umgibt, und von den großen militärischen Machtmitteln des Deutschen Reiches.

ft Irrr Berliner Mrgermeisterwahl haben die Stadtverordneten am letzten Donnerstag Abend beschlossen, daß die Wahl de« Zweiten Bürgermeisters auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gefetzt werde. Eine Ausfchußberathung soll nicht voraufgehen. Nach den Eiklärungen der

Helene erbebte. Was sollte sie antworten? Da« Publikum hatte das Opernhaus längst ver­lassen; die Schließer und Garderobieren standen nur noch herum ünb hie und da fchlüpften Sänger und Sängerinnen schon abgeschminkt und tief in ihre Mäntel gehüllt, die Treppen hinab; stumm schritten ihnen die Beiden nach, Baron von Ret- tingshofen und Helene, und unten, draußen, lehnte im Schatten einer Säule Karl Neideck, doch weder sein Freund noch Helene Lipphold bemerkten ihn, und so geschah e«, daß derselbe — ohne es zu wollen — des jungen Mädchens traurige Ant­wort hören mußte: „Versäumen Sie Ihre Glückr- stunde nicht, Herr von Rettingshofen; gehen Sie nach Hause und vergessen Sie mich. Wir scheiden für immer."

Da« war zu viel für seine Mannesehre; er verbeugte sich kühl und vornehm: „Wie Sie wollen, gnädiges Fräulein!" Daun trat er bei­nahe ehrfurchtsvoll zur Seite und sie eilte mit tiefgesenkten, thränenschweren Lidern an ihm vor­über, sich selbst ein Räthsel, sehnsucht bewegt und verzweifelnd.

Eine Weile blickte ihr der Baron wie betäubt nach und seufzte vor sich hin: „Aus und vorbei!"

„Nein, Boris, das ist erst der Anfang," sagte da eine tieflautende Männerstimme neben ihm und hinter dem Pfeiler hervor trat sein Freund, der junge Baubeflissene, Karl Neideck.

Baron von Rettingshofen fuhr leicht zusammen; dann fragte er: „Hast Du gehört, wie sie mich abfertigte? Wie einen dummen Jungen; das kann ich mir denn doch nicht bieten lassen . . Stolz gegen Hochmuth! Und wenn ich gleich zu Grunde

gehen müßte an dieser Abschiedsstunde, noch ein­mal bitten kann ich nicht . ."

„Nein; Du hast recht; unb Du brauchst da« auch gar nicht; vertraue meiner Erfahrung: es wird alle« noch gut werden!"

„Gut? Da kennst Du mich nicht; da steht Deine Freundschaft zu mir auf thönerneu Füßen und kann jeden Augenblick in Scherben gehen, derm Du glaubst, ich vergäße einem kleinen, trotzigen Mädchen gegenüber meinen Standpunkt als Mann, und damit beleidigst Du mich. Soll ich um Liebe betteln wie ein Tanzstundenschüler, wie ich doch schon mein ganzes Herz hingeworfen habe in meinen Briefen, der Kalten zu Füßen? Nein, ewig nein!"

„Aber sie liebt Dich doch!"

„Glaubst Du?"

„Sicher . . . Sie bringt ihrer Ehre jetzt da« größte Opfer, indem sie Dir Lebewohl sagt, da« arme Kind; indeß sie unterschätzt ihre Kraft und wird sich bald eine« anderen besinnen; laß ihr nur Zeit."

„Im vollsten Maße! Ich reise nämlich heute noch ab und gehe jetzt beim, alle Brücken hinter mir abzubrechen. Willst Du mir helfen, Karl?

„Nein; ich danke."

„Ach so, ich vergaß! . . Deine Brant? Bist Du mit ihr im Klaren?"

„Mit ihr schon längst; nur die verschiedenen Mauern und Wälle unb Abgründe, die ich bis zur Erreichung unseres Zieles noch zu Über­winden habe, werden mir für einige Zeit zu schaffen machen . . Doch Deine Jntereffen, Boris,

verschiedenen Parteiführer soll der abgelehnte Stadtrath Kauffmann allgemein wieder gewählt werden. War die Herren mit einer solchen Kund­gebung bezwecken wollen, ist unklar. Herr Kauff- mann wird ganz einfach wieder nicht bestätigt, und schließlich muß doch ein anderer Bürgermeister ge­wählt werden. Auf dem Boden de« Gesetze« stehen die Berliner Stadtväter mit ihrer Kundgebung nicht.

-j- Aeve Il-ichssteuer,» sollten angeblich von der Reichsregierung bereits erwogen worden sein. Daß gereifte neue Reichssteuerpläne fertig ausgearbeitet im Reichsschatzamte liegen, ist Thatsache; namentlich ist dies der Fall mit dem Plane einer neuen Bierbesteuerung. Aber vor­läufig denkt man wohl nicht an das Einbringen entsprechender Vorlagen im Reichstage, nament­lich nicht während des bevorslkhenden Taaungs« abfchnittes. Deswegen darf man eine Meldung der .Nationallib. Korresp.' als zutreffend be­trachten, daß an eine Erhöhunz der Tabaks­steuer, roie einige Zeitungen reissen wollten, jetzt nicht gedacht reeröe.

* Dermehrvng des ZLnrearr Mersossks der Laudrsttzs-Aemter. Dem Vernehmen nach dürfte demnächst im preußischen Staatshaushalts- Etat auch eine Vermehrung des Bureau-Personals der LandrathS - Aemter vorgesehen werten. Die Nothwendigkeit dieser Maßnahme ist bereits seit längerer Zeit von der Regierung und dem Parla­mente anerkannt worden.

* Die zunehmende ArSettslostgkeil. Zuverlässigen Prioatmeldungen der.Frankfurter Zeitung' aus dem rheinisch-westfälischen, sowie den Siegerländer Industrie­gebiet zu Folge nehmen die Betriebsein- schränkungen und die Feierschichten auf den Zechen wie auf den industriellen Werken zu. Aus den westfälischen Stahlwerken bei Bochum wird in der Satzdrehrrei wegen Absatzmangels wahrend der nächsten elf $age gefeiert. Aus zahlreichen Zechen fallen bereits zwei Feiertage auf eine Woche. Die Bergwerksgesellschaft Dahlbusch ließ Ende der vorigen Woche den Betrieb auf vier Schächten ruhen. Da die Magazine stark mit Vonäthen ungefüllt sind, wird die Zahl der Feierschichten sich wohl weiter erhöhen. Verschiedene Ortschaften sind durch die um­fangreichen .Arbeiterentlassung en bereits stark in Mitleidenschaft gezogen.

+ Die Iaht der Ausstäude hat in der jüngsten Zeit sehr abgenommen. Die Zeitschrift .Der Arbeitsmarkt' hat die Zahl der Streiks in Deutschland, England und Frankreich zusammen­gestellt und ist dabei zu dem Ergebniffe gelangt, daß in diesen drei Ländern zusammengenommen während des Monates Juni 131, während des Monates Juli aber nur 86 Streiks vorgekommen sind. Die Zahl der Streiker in England und Frankreich fiel von 18,006 auf 13,367; in Deutsch­land rechnet man dagegen auf eine Vermehrung der Ausständigen wegen des Streikes der 3000 Flaschenarbeiter. Die Abnahme der Streiks ist ein weiteres Kennzeichen für die gegenwärtige wirth- schaftliche Lage; bei einem Niedergänge der In­dustrie und des Handels haben Arbeits - Nieder- tegungen viel weniger Aussicht auf Erfolg, als in den Zeiten des Aufschwunges. Denn fehlende Arbeitskräfte laffen sich dann viel leichter ersetzen.

* Dom Gesetz zur Aekämpsuug ge> meiugesShrkicher Krankheiten sind bis jetzt nur die Anssührungsbestimmungen wegen der Pest in Kruft getreten. Es steht zu erwurten, daß demnächst uuch die Ausführungsbestimmungen über die Pocken vom BundeSruth gut geheißen und bann publizirt werden.

+ Das ^rovlem: Agrar- oder In dnstriestaat? wird infolge der Geireidezollfrugen immer mehr au« den wissenschaftlichen Instituten unserer Hochschulen und den gelehrten Schriften in den TageSkampf der wirthschaftlichen Interessen gezogen. Unsere« Erachtens geschieht die« zum Schaden einer klaren Anschauung und klarer Stellungnahme der Masse der Bevölkerung in den schwebenden wirthschaftrpolitischen Fragen. Eine theoretische Frage, die sich, wie so viele VolkS- wirthschaftsfragen in allgemeiugiltiger Weise gar nicht lösen läßt, wird damit zum Schlagworte ge­macht und in den Bann der Mißverständnisse ge­rückt, dem alle „Schlager" unterworfen sind. Ge­eignet zur Aufklärung eines gebildeten Publikum« über den Kern der Debatte bezüglich unserer Ent­wickelung vom Agrarstaat zu einem zukünftigen Industriestaat nach freihändlerischem Ideal erscheint die Schrift de« bekannten Berliner Professors der Nationalölonomie Adolph Wagner mit dem langen Titel: Agrar- und Industriestaat. Eine Ausein­andersetzung mit den Nationalsozialen und mit Professor L. Brentano (in München) über die Kehrseite des Industriestaates und zur Recht­fertigung agrarischen Zollschutzes (bei Fischer in Jena. Preis 1 Mk.). Der allseits geachtete Ge­lehrte geht in dieser Broschüre, welche in der Hauptsache eine frühere Zeitungspoleniik wieder- gibt, ziemlich ausführlich auf das Bevölkerungs­problem ein, dessen Hereinztehung in die Getreide- zollfrage von sozialdemokratischer und sonst frei» händlerischer Seite in ganz unwürdiger Weise au«- gebeutet unb ihm auch von schutzzöllnerischer Seite. verübelt worden ist. Wagner hat Recht, wenn er den Freihändlern zugibt und auch die Schutz­zöllner darauf hinweist, daß in unserer zukünftigen Handelspolitik das große zu lösende Problem sei: rote bei einem weiteren Bevölkerungszuwuchse gleich dem heutigen deutschen (800000 Köpfe pro Jahr) und überhaupt westeuropäischen und bei steigerd'n Lebensansprüchen der Bevölkerung un'ere Menschen sicher, genügend und nicht zn theuer mit agrarischen Nahrungsmitteln unb anderen Stoffen versorgt werden könnten. Hierbei unterschätzen die Jndustriestaatler die Pi oduktion«- fähigkeit unserer Landwirthschast, die Vortheile, welche eine Steigerung dieser Produktion für da« laudwirthschaftliche Drittel unsere« Volke«, für die gesicherte, konkurrenzlose Beschäftigung der Industrie- arbeitet und die Aufnahmefähigkeit der Industrie- Produkte hat. Dagegen sind die Agrarier geneigt, die Bedeutung der Landwirthschast zu überschätzen. Leitartikel in extrem-agrarischen Blättern, wie im Organ des Bunde« der Landwirthe, der ,Deutschen Tageszeitung', beweisen dies jede Woche wenigsten« einmal. Sie sind auch nicht davon erbaut, daß Wagner S. 84 seiner Schrift sagt, der Zolltarif­entwurf der Regierung entspreche im Ganzen wohl der Auffassung, die er zu rechtfertigen gesucht habe, namentlich in Betreff der Erhöhung der agrarischen Schutzzölle, besonder« derjenigen für Getreide.

steb-7. jetzt in dem Vordergründe unseres Da­seins: reden rohe von Deiner Flamme."

„Flamme?"

„fcty, ~ lagen: Sonne."

„Sag' lieber Gletscherköaigin."

„Ha, ha. ha, köstlich!"

„Lache nicht, sondern komm! Ich muß zum 2 Uhrzuge schon auf dem Nordbahnhofe fein und vorher noch einige Briese schreiben, bann packen, meine Hauswtrthin bezahlen, Bernani'S benachrichtigen ec. Ich komme nämlich nicht roieber nach Wien, sondern gehe in die Mand­schurei . ."

„Um im Amur Düne Liebe zu versenken; ein hübsches Vorspiel wäre daraus zu machen.. Wie aber willst Du in drei Stunden zu dieser Weltreise fertig werden? Und Deine Ver- wandten, was werden sie angeben, wenn ihr edler Boris ohne Abschied daoonfliegt?"

„Das wird alles gemacht. Wozu leben wir im Jahrhundert des Fortschritts? Ich benutze das Telephon."

„Thu' das nur, lieber Freund; die feinen Fäden von Seele zu Seele arbeiten noch schneller unb exakter wie alle Drähte ber Welt . . Daß Du morgen noch hier in Wien fitzest, vielleicht als glücklichster Mensch ber Erde, dafür möchte ich die Hand in das Feuer legen . . . Kommst Du nicht lieber mit in den Kavalierorrein?"

„Mach' mich nicht rasend, Karl!"

„Ich gehe noch hin, ich muß bin; hab's ihr versprochen. Aus dem Rückwege komme ich noch einmal bei Dir vorbei und schaue, ob Du Licht hast; wenn, dann stiefele ich zu Dir hinauf;