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reut und Verleg ter Suttaer Mdientntfere! Peteregaüe ttr. 2 CBarmenk).

M 202.

KuLöcr, Mittwoch, dm 4. September 1901.

28. JahrgMg.

O Die Kirche des hl. Hieronymus in Rom.

Alle Kirchenfeinde in Italien und auch ander­wärts reiben sich schmunzelnd die Hände in der Erwartung eines offenen Zwistes zwischen dem Vatikan und dem römischen Königspalaste, wobei ihr freundlicher Hintergedanke natürlich der ist, daß der Vatikan bei dem erhofften Streite der unterliegende und gedemüthigte Tdeil werden möge.

Es handelt sich um dieKirche und das damit verbundene Hospiz des heil. Hieronymus (San Geronimo). Durch eine vatikanische Verordnung vom 1. August wurden Kirche und Hospiz der kroatischen Nation zugewiesen und dementsprechend auch, von den Kroaten in Besitz genommen. Aber die italienischen Dalmatiner glaubten ältere Rechte und solche Rechte darauf zu haben, daß sie gar nicht daraus verdrängt werden könnten; und in diefer Anschauung begingen sie den wenig takt­vollen Streich, die Hilfe der italienischen Regie­rung gegen die Entscheidung des Vatikans anzu­rufen. Zur Ehre dieser Regierung muß man sagen, daß sie augenscheinlich keine Freude an diesem Falle erkennen ließ. Sie ließ im Gegentheil die Dalmatiner warten. Aber deren Ungeduld kannte keine Grenzen, und so suchten sie sich ihres an­geblichen Besitzes durch eine Ueberrumpelung zu sichern; unversehens erschien eine Schaar der Dal­matiner mit ihrem National-Banner (3 Leoparden­köpfe auf blauem Grunde) vor dem Hospiz und drang, da drffen Thore vertrauensvoll offen standen, in das Innere desselben trotz der da­gegen erhobenen Widersprüche ein. Der Rektor Pazmann — ursprünglich Patzmann, von deutscher Abkunft — wurde dermaßen überrascht von diesem Theaterstreichs, daß er ahnungslos von allem, was da vorging, in seinem Arbeits­zimmer saß und Kenntniß davon erst durch die Dalmatiner selbst erhielt, die ihm plötzlich gegen­überstanden und die Urbergabe des Hospizes und der Kirche an sie selbst verlangten. Die Dalmatiner halten einen Pölizeikommiffar mit mehreren Polizisten mitgebracht, der ihren Auf- trag der Besitzergreifung ausführen sollte. Aber auch dem Kommissar war die Angelegenheit nach allen vorliegenden Berichten nichts weniger als willkommen; er machte mit großer Höflichkeit den Rektor Pazmann darauf aufmerksam, daß der Besitzstreit den zuständigen Behörden zur Entscheidung vor! ege, und daß er der amtlichen und ordnungsmäßigen Entscheidung keinesfalls vorgreifen dürfe, worauf er sich wiederum ent­fernte und nur einen Schutzmann zur Aufrecht­haltung der Ordnung zurückließ. Die Dalma­tiner aber versammelten sich in der Aula des Hospizes, veranstalteten ein Festgelage, ließen den König von Italien hochleben und sandten an diesen ein Huldigungstelegramm ab.

Der Vatikan hat aber den Kirchenfeinden nicht die Freude gemacht, in die Sache sich ein­zumischen. Vielmehr haben sich die beiden öster­reichischen Botschaften — die Botschaft beim Vatikan und diejenige am Quirinal — dieser Angilegenheit und ihrer bedrängten kroatischen Landsleute angenommen und Vorstellungen bei der italienischen Regierung gemacht, was zunächst den äußern Erfolg gehabt hat, daß alle Jnsaffen

dieses Hospizes dieses.'verlassen mußten und durch einen königlichen Kommissar Siegel ange­legt wurden; jedenfalls zum nicht geringen Aerger der Dalmatiner, die bereits in aller Form Be­sitz von dem Hospize ergriffen hatten. Die Staatsbehörden haben dem Vertreter der öster­reichischen Botschaft, der Widerspruch erhob gegen das eigenmächtige Gebahren der Dalma­tiner, die Erklärung gegeben, daß sie von der ganzen Sache gar keine amtliche Kenntniß hätten — ganz italienisch!

Aber nach dem energischen Auftreten des österreichischen Botschaftsrathes konnte die ita­lienische Regierung dem Geronimo-Streite nicht mehr aus dem Wege gehen. Der Minister­präsident Zanardelli berieth sich mit den Ministern des Innern und der Justiz über den Fall, und die Folge davon war eben die An­legung der Siegel. Was nun werden wird, bleibt abzuwarten. Ganz natürlich liest der , Off erntete romano', der die Interessen des Vatikans vertritt, der römischen Polizei gehörig den Trxt, weil diese ohne staatliche Ermächti­gung den Sturmangriff der Dalmatiner unter­stützt hat, und das mit Recht. Aber ein vatikanisches Blatt ist doch noch lange nicht der Vatikan selbst, und bisher liegt nicht das geringste Anzeichen vor dafür, daß eine uu- mittelbare Einmischung des Vatikans bereits er­folgt fei oder bevorstehe. Eme solche dürfte ja auch niemals nötyig sein, da die österreichischen Botschaften als berufene Vertreter ihrer kroati­schen Landsleute mit einem nachdrücklichen Widerspruche gegen die Uebergriffe der Dalma­tiner hervorgetreten sind.

Wenn die italienische Regierung klug ist, überläßt sie den Fall den Gerichten zur Ent­scheidung. Aber man ersieht von neuem aus dem Vorgefallenen, welche unhaltbare Lage in Rom geschaffen worden ist durch die unrecht­mäßige Verdrängung dis Papstes aus seinen an­gestammten und verbrikfren Rechten. Die Ent­scheidung über die Kirchen kommt doch unbedingt dem hl. Vater zu!

♦ *

Nach einem vereinzelten Bericht- soll die Besitzergreifung des Hospizes vom hl. H ronymus durch die Dalmatiner unter ganz wüst königs- setndlichen, wenn nicht gar anarchistisch n Kund­gebungen erfolgt sein, ohne daß die Pouz >i einen Finger krumm gemacht hätte. Ist das wirtlich möglich?

Deutsches Keich»

Berlin, de« 3. September.

X Nrivz Gschnu, der Held der tragi­komischen Geschichte von der chinesischen Sühne­kommission, ist nun endlich am heutigen Dienstag Nachmittag 31/» Uhr in Potsdam eingetroffen. Nach dem Programm ist die Gesandtschaft ohne jegliches Gepränge von dem Potsdamer Stadt­kommandanten und Platzmajor empfangen und in einem Vierspänner mit Spitzenreiter nach dem Orangerieschloffe geleitet worden. Da» Gefolge wurde in Zweispännern befördert. Der Prinz wird allein vom Kaiser empfangen werden, ob am

Am ersten April.

Origmai-Roman von Ida John-Arnstadt.

14 ------ (Nachdruck verboten.)

„Unmöglich! Undenkbar!"

„Wetten!"

„Wetten! .... Ich rühre nie wieder eine Cigarre oder ein Glas Wein an, wenn Du recht hast." , .

„Außer Steinwein und Manuel Garcia Alonso!"

„Scherz bei Seite; ganz gewiß."

„O, Du armer Junge! Nein, so grausam wollen wir nicht Schicksal spielen .... Sßst wollen den Spieß lieber umdrehen und sagen: wenn Du unrecht hast, das heißt, wenn meine Behauptung richtig ist, was ich gar nicht be- zweifle, so stellst Du mir die Kleine diesen Abend noch vor."

„Daran denke nur ja nicht, denn erstens kann sie es nicht sein, und wenn... ja, wenn, dann ... bin ich .. . dann werd' ich verrückt; wahr und wahrhaftig, denn .... Karl, was hast Du da angerichtet! ... Ich wäre ja . . . komm hinaus! Man sieht schon nach uns . . . Kellner, zahlen!"

Manchmal steht der Mond am Himmel wie ein lochendes Menschengesicht oder auch wie ein Lichtmännchen, welches nur mit dem Kopfe aus den Wolken herausleuchtet und fröhlich grinst: „Wartet nur, ihr Menschlein da unten. Euch packt es schon, wenn Jhr's auch nicht wißt und

nicht daran denkt, was hier oben über den Sternen für eine gewaltige Luft weht: Schick­salsbestimmung, Allmacht, Vaterhuld, doch erhaben über Menschenverstehen und Bitten! Wartet nut!" Baron von Rettingsholei? schritt am Arme seines Freundes über den Opernplatz und seufzte hinauf nach dem ewig Unerreichbaren; ihn durch­schauerte ein nie gekanntes, seltsames Abhängig­keitsgefühl und deshalb sagte er: „Du, Karl, ich fürchte mich heute vor dem Monde."

Der Baumeister biß sich auf die Lippen: „Und wenn das das Fräulein Haffard wüßte?" lachte er dann.

„Das ist das Einzige, was ich ihr noch nicht mitgetdeilt habe, denn in dieser Minute lerne ich Mondsurcht, als etwas mir ganz Neues, erst kennen."

„Aber Du wirst ihr diese intereffante Wahr­nehmung doch schleunigst noch mittheilen? . . . Hörst Du? . . . Der letzte Akt scheint jetzt be­gonnen zu haben; die Rene singt schon ihre große Arie .... Das Weib hat doch eine brillante Stimme! . . . Schnell!"

„Ach, quäle mich doch nicht; geh' allein; ich . . . kann nicht . . . Wenn Du nämlich recht hättest . .

„Sieh', es leuchtet Dir schon ein . . ."

«Nein, 0 nein; ich sage nur 10 . . . Wenn Du also recht hättest, so könnte ich ihr erst recht nie wieder unter die Augen treten; nie wieder, denn sie haßt mich, . . . haßt mich, wie . . . ich . . . sie . . . und ich habe sie doch auch zu sehr beleidigt all' die Zeit daher!"

„Indem Du ihr in Deinen Briefen Dein ganzes Herz ausgeschüttet hast?"

Mittwoch oder am Donnerstag, istZ'zur Stunde noch unbestimmt. Man hat, wie nunmehr bekannt wird, dem Prinzen Tschun niemals Förmlichkeiten zugemuthet, die nach chinesischen Begriffen ent­ehrend für ihn gewesen sein würden. Nur das Gefolge soll den sogenannten Kotau aufführen Beim Empfange de» Prinzen Tschun werden nur der neu ernannte chinesische Gesandte in Berlin, Jin Tschang, als Dolmetscher und Freiherr von Richthofen, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, zugegen fein. Prinz Tschun bleibt im Orangeriegebäude bei Potsdam bis zum 5. Sept, und bezieht dann das für ihn gemietete Privat­quartier. Er will einige Zeit in Deutschland ver­weilen, um Studien zu machen.

* Mei der Krörterimg des Hsvavrücker KaiHottkeukages hat in der gegnerischen Presse jedes Blatt aus unserem Lager sich einen eigenen „Sühneprinzen" ausgesucht. Mit Vorliebe fiel die Wahl auf die Herren Trim- born. Gröber und Dasbach. Nur die ,Hamb. Nachrichten' machen eine Aufnahme; ihr „Sühne­prinz" ist der Abg. Herold, der es arg mit ihnen verschüttet hat, weil er dasür vlaidirte, den durch die Zollerhöhungen bewirkten Mehr­ertrag der Ledensnitrelzölle ungeschmälert zu Gunsten der Arbeiter zu verwenden. Das ist das schlimmste, was einem arbeiterfeindlichen Scharfmacherblatte geboten werden konnte. In seiner Nr. 206 wandelt es den Abg. Herold unter der lockenden Ueberschrift „Ein dema­gogisches Schaustück" dermaßen ab, daß jeder Leser zu der Ansicht kommen muß, sein Herz sei noch erheblich „schwärzer", als das der Herren Trimborn, Gröber und Dasbach.

ft Die DsrtzöKerrwg de» Iolttarif- Krüwnrfes an die Londoner Finanzchronik soll angeblich, so behauptet die ,Tägl. Rundschau', mit Wissen und Genehmigung des Reichskanzlers Grafen Bülow erfolgt sein. Da darf man wohl einstweilen ein sehr großes und fettes Frage­zeichen daneben setzen. Aber zuverlässige Auf­klärung darüb-r ist recht erwünscht.

+ Aege»u»8 der Ainderarveit. Halb­amtlich wird t rauf hingewiesen, daß die gegen­wärtig in Vor h Teilung befindlichen Maßnahmen zur weitern R a-lnng der Kinderarbeit nichts zu thun haben mit der Kinderarbeit in den Fabriken, da ja schon seit dem Jahre 1881 keinem schul­pflichtigen Kinde mehr Arbeit in einer Fabrik gestattet ist. Die neuen Vorbereitungen beziehen sich vielmehr nur auf die hausindustrielle Beschäftigung, wie schon sehr häufig in der Presse angeführt worden ist, so daß man fast meinen sollte, der erneute Hinweis darauf fei überflüssig. Gesetzlich stehen die neu vorbe­reiteten Maßregeln auf der Grundlage, daß die eine Bestimmung der Novelle zur Gewerbe­ordnung aus dem Jahre 1891 noch nicht durch - geführt ist, worin der Bundesrath ermächtigt wird, auch auf nicht mit Motoren versehene haustr dustriells Betriebe die Arbeiterschutz- beft.mmungen dieser Novelle auszudehnen. Der Bundesrath könnte darum selbständig hier vor- gehin, ohne Mitwirkung des Reichstages, wenn nicht in der Novelle von 1891 vorgeschrieben wäre, daß Betriebe von der Regelung freige- laffen werden sollen, wenn nur eigene Kinder

„Du kannst einem umbringen mit Dnner Ironie!.....Ich habe das seltsame

Mädchen . . . ."

„Ah, j-tzt ist sie schon seltsam, nicht mehr abstoßend, intrigant rc. es macht sich l"

„Geistloser Schmatz! . . . Also ich Hobe sie gequält und geäraert, wo ich nur konnte; mit jedem Worte, jedem Blick; ohne Gruß ging ich seit drei Monaten täglich an ihr vor­über, als wäre sie Luft."

„Sehr ritterlich, das muß ich sagen! Und warum feit drei Monaten, da sie hoch, wie Du mir mitlheiltest, schon seit drei Jahren im Hause Deiner Verwandten lebt?*'

„Sie hat mich die Zeit daher zu sehr Über die Achsel angesehen und ihre kleine Person in den Vordergrund gestellt; zuerst an einem Ge- sellschaftsabende, einem Kostümfeste bei Bernarfi's jo Mitte Januar."

„Bevorzugte ste einen Andern?"

„Was fällt Dir ein?" Als Erzieherin kommt ste doch nicht in unsere Kreise. Sie war wie stets bei den Kindern und sollte die Beiden, Franz Joseph und Nesty, kostümirt in den Saal bringen; sie hatte nämlich am Ge­burtstage meines Onkels niedliche Schnada­hüpfln gedichtet und zur Zither einstudirt, und mit dem kleinen Tirolerdueti wollte ich die Gäste überraschen. Glaubst Du, daß die einfältige Person das zugegeben hätte?"

„Bravo, das war höchst pädagogisch von ihr und Du, Boris, bist ein Narr, wenn Du das nicht anerkannt hast. Und seitdem datirt die Feindschaft?"

des Hauses darin beschäftigt werden. Jetzt will man in sehr verständiger Weise auch solche Hausbstriebe unter die Schutzvorschriften stellen, und darum ist die Einbringung eines neuen Gesetzes im Reichstage und Beschlußfassung durch diesen Letzteren nöthig. Leider st die Geschäftslage ja derart, daß auf eine Vorlage des entsprechenden Gesetzentwurfes schon im nächsten Tagungsabschnitte des Reichstages nicht zu rechnen ist. Diese Tagung des Reichstages ist schon im voraus überlastet.

x MettfaHkle« mit AraflfaHrzengerr, oder Automobilen, wie man gewöhnlich noch mit dem Fremdworte sich ausdrückt, sind fürPreußen durch den Minister des Innern auf allen öffent­lichen Straßen, Wegen und Plätzen verboten worden, und zwar mit dem ausdrücklichen Hin­weise auf die unangenehmen Erfahrungen, die man bei der Wettfahrt von Paris nach Berlin gemacht hatte. Die Provinzial- und Ortsbe­hörden sind angewiefen worden, solche Fahrten nicht mehr zu gestatten. Es ist recht sehr zu wünschen, daß dasselbe Verbot gleichmäßig durch ganz Deutschland erlassen werde. Nichtsdesto­weniger hat der Mitteleuropäische Automobil- Klub soeben erst wieder eine große Zusammen­kunft nach Rostock ausgefchrieben, wobei jeder fahren soll, wie es ihm beliebt. Aber da gleich­zeitig jeder Fahrer auch Beobachtungen machen soll Über die Schnelligkeit der Fahrt, so werden die „Töff-Töffs" wohl auch bei dieser Gelegen­heit nicht allzu sanftmüthia die Landstraßen ent­lang eilen. Auch solche Veranstaltungen sollten im Interesse des öffentlichen Verkehrs von einer besonder» Erlaubniß der zustänoigen Behörden abhängig gemacht werden. „Ein echter Gentleman muß einen Kraftwagen besitzen und ihn zu lenken verstehen" — so soll König Eduard von England jüngst gesagt haben. Hoffentlich beweisen die nachfolgenden Ereignisse, daß der Ausspruch niemals Wahrheit erlangt ... Jeder Gentleman mit einem Kraftwagen die Straßen unsicher und die Gäule scheu machend — Gott bewahre uns vor diesem ebenso fürchterlichen wie staubigen Ungemach! Es ist unbegreiflich, wie Leute, die feinen Geschmack haben wollen, an diesen stinken­den Ungethümen Freude empfinden können.

X Die gesammten gewerkschaftliche« Heganisatione« Deutschland» ergeben nach einer Zusammenstellung in Nr. 34 des ,Korre- spondenzblattes der Generalkommission der Ge­werkschaften Deutschlands' im Jahre 1900 folgendes Bild: Organistrt waren im Jahre 1900 in den sogenannten freien gewerkschaftlichen Centralorgani- jationen 680,427, in den sozialdemokratischen lo­kalen Vereinen 9860, in den Hilsch-Dunckerschen Gewerkvereinen 91,661, in den christlichen Ge­werkschaften 159,770, in den unabhängigen Ver­einen, d. h. solchen mit „mehr ober weniger ge­werkschaftlicher Tendenz" 53,717 Personen. Ein Mehr ergibt sich bei der ersten Gruppe von 99,954, der dritten von 4884 und der vierten von 47,610, ein Minus bei der zweiten von 6086 und der fünften von 15,277. Jnsgesannnt betrug die Mitgliederzahl in allen Organisationen im Jahre 1900 995,435, gegenüber dem Vor­jahr beläuft sich der Mitgliederzuwachs auf 131,085 oder 15,16 pCt. Die Zahl der Berussangehörigen, ........ ..........

„Eigentlich ja; doch haben wir uns von Anfang an nicht leiden können."

„Drum I"

„Drum?"

„Nun ja! Du hast mir, Deinem bestem Freunde, noch nie etwas gesagt von dem Dasein dieser Dame, trotzdem ich schon ein Jahr lang hier in Wien baue."

Daraus sichst Du, wie gleichgiltig sie mir stets gewesen ist, sogar höchst unsympathisch; bei jedem barmlosen Scherze meinerseits verzog sie den Mund wie eine beleidigte Königin, während ste doch mit den Kindern lachte und tollte und auch O M und Taute gegenüber von einer bezaubernden . . . wollte sagen unge­meinen Lustigkeit war. Im Verkehr mit der Gesellschaft habe ich ste natürlich nie gesehen, immer nur mit ihren zwei Zöglingen, und wenn Gäste da waren, an der Kaffee- und Thee- maschine."

„Unglaublich und schlimm genug! Ich hatte Deine Tante für vernünftiger gehalten; eine aufgeklärte Frau und so kurzsichtig! Solch ein gebildetes Mädchen wiÜ doch auch als vollgiltige Person aufgesaßt und behandelt fein. Die Urberhebung der Gesellschaft bildet die Klipp?, daran unsere besten, höchsten Ideale scheitern; dieser Zug geht durch alle Kreise . .

„Schreib' Deine salbungsvolle Rede auf und laß ste drucken; mich aber verschone, denn Du weißt nicht, wa8 alles diese Helene geleistet hat an Anmaßung und Bosheit."

„Nun? Das vor allem möchl' ich hören."

„Ach, laß das Examen! Hochmuth! Tücke!