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Jutöa, Donnerstag, den 29. August 1901.
28. Jahrgang.
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Zweite öffentliche Generak-Mersammkung.
Wegen des ungeheuren Andranges findet die zweite öffentliche General - Versammlung in zwei Parallel-Fitzungen statt, und zwar im Osnabrücker BereinShause und in der Herz-Jesu-Kirche. Trotz der Vertheilung sind beide Versammlungs-Räume lange vorher überfüllt. Ein unkontrollirbares Gerücht besagt, doß die Eisenbahn-Verwaltung den Verkehr nach Osnabrück nicht habe bewältigen
Versammlung im Vereinshause. Der zweiten öffentlichen General-Versammlung wohnen wiederum die Hochw. Herren Bischöfe Dr. Voß, Dr. Bitter und v. Euch bei. Vizepräsident Frhr. v. Thünefeldt eröffnet kurz nach 5 Uhr die Versammlung mit dem katholischen Gruße. Das Wort erhält zunächst Freiherr v. Wendt zu seinem Vor trage über die Diaspora unter besonderer Berücksichtigung des Bonifatius - Vereins. Redner führt aus, daß der Friede, den Welt und Kirche so sehr brauchen, niemals schwerer gestört worden sei, als durch die Reformation. Befürchten Sie nicht, daß ich die Verhältnisse Andersgläubiger in meine Erörterung ziehe; wo es geschehen muß, soll es im Geists des Friedens ge- schehen.
lang werthloser Gegenstände schon l1/« Millionen Mark zu Gunsten von Kommunikanten aufgebracht hätten. Wenn auch schon viele Mittel eingekommen seien, so reichten sie doch für die vielen Gemeinden, die unterstützt werden müßten, nicht aus. Daher begrüße er es, daß der General-Versammlung ein Antrag unterbreitet werden solle, wonach der Bonifatius-Verein in die Lage gesetzt werden soll, die Lehrer an den katholischen Privatschulen in der Diaspora ebenso gut zu stellen, wie an den öffentlichen Schulen. Die Zahl der katholischen Kinder, die nichtkatholische Schulen besuchen müßten, sei erschrecklich groß. Viele genössen noch nicht einmal einen besonderen katholiscten Religions-Unterricht. Redner weist auf die Vrxationen in Sachsen und Mecklenburg hin und dankt dem Centrum für seinen Toleranz-Antrag. Redner bittet zum Schluffe um rege Unterstützung des Bonifatius-Vereins.
Abg. Herold spricht über die wirthschaftlichen Interessen und ihren Ausgleich. Redner führt aus, bei dem heutigen Anwachsen ver Macht des Kapitals sei es die erste Aufgabe des Staates, den Arbeiter- und Mittelstand lebenskräftig zu erhalten. Das sei von jeher der Leitstern der Centrums- Politik gewesen. Mit seiner Sozial - Politik sei das Centrum den anderen Parteien und der Regierung vorausgeeilt, und dieselbe habe die Industrie nicht geschädigt. In der letzten Session sei noch die Gewerbegerichts. Novelle angenommen worden; in Aussicht genommen sei die Eintragung der Arbeiter - Berussvereine und die Schaffung einer Versicherung für die Hinterbliebenen der Arbeiter. Ferner sei das Centrum bemüht, durch Förderung der korporativen Organisation, durch Einführung des Befähigungs - Nachweises dem Handwerk den goldenen Boden wieder zu geben. Durch die Waarenhaus-Steuer, durch das Gesetz betr. den unlauteren Wettbewerb, durch Maßnahmen gegen die Auswüchse des Konsumoereinswesens habe das Centrum den kleinen Handeltreibenden helfen wollen. ;33on größter Bedeutung sei aber für den Staat ein leistungsfähiger Grundbefitzerstanv. Wenn die Selbsthilfe des Landmanns nicht mehr ausreiche, müffe der Staat helfen. Da das Inland mit fremdem Getreide überschwemmt werde,
Redner gibt ein eingehendes Bild über die Thätig- keit der sogen. Sommrl-Vereine, die durch Samm-
liken vereinsamt da. Um Wandel hierin zu ichaf- fen, wurde der Bonifatius-Verein gegründet. In den 52 Jahren seines Bestehens habe er sich so
müffe ein angemessener Zollschutz der Land- wirlhschaft Hilfe bringen. Wenn man sage, die Großgrundbesitzer hätten die meisten Vortheile davon, so könne man doch nicht Tausende von Landwirthen zu Grunde gehen lassen, nur damit die Großgrundbesitzer keinen Vortheil hätten. Aber jene Behauptung fei nicht einmal wahr; auch der kleinere und mittlere Bauer sei lebhaft intereffirt am Schutzzoll Ebenso falsch sei es, daß der Arbeiter durch den Schutzzoll gesckädigi werde. Wenn die Zollerhöhung eine Erhöhung der Getreidepreise zur Folge habe, so sei er der Meinung, daß das bei den vielen Instanzen, die das Brodgetreide vom Produzenten bis zum Konsumenten durchlaufe, kaum merklich in die Erscheinung treten werde. Aber auch eine solche Wirkung werde das Centrum auszugleichen bemüht sein. Habe es doch schon erklärt, daß die Mehreinnahmen den Arbeitern wieder zu Gute kommen sollten. Was die Behandlung des Zolltarifs im Reichstage anlange, so solle man Vertrauen zum Centrum haben; da es auf dem Boden des Christenthums stehe, werde es den rechten Weg finden, um alle Interessen auszugleichen und zu berücksichtigen. Zam Schluß fordert Redner aus, dem Voiksvnem beizutreten, weil dadurch der Ausgleich der Interessen erleichtert werde. — Präsident Justizrath Trirn- born theilt mit, daß folgendes Telegramm des hl. Vaters eingelaufen sei: „Der hl. Vater hat den Ausdruck der Ergebenheit der Katholiken, welche gegenwärtig dort versammelt sind, mit besonderem Wohlwollen ausgenommen und erneuert den apostolischen Segen, den er vorgestern schon telegraphisch ertheilt hat, in größter Liebe." In das Hoch auf den hl. Vater stimmt die Versammlung begeistert ein. Sodann erhält das Wort Abg. Dr. Schädler. Derselbe weist darauf hin, daß die »Straßburger Post" und die .Kölnische Zeitung" und ihr Anhang von einem BildungSdesizit der Katholiken sprächen. In denselben Angriffen ergehe sich die .Frankfurter Zeitung". Wenn die Katholiken auf wiffen- ichaftlichem Gebiete inS Hintertreffen gerathen seien, so liege das nicht an ihrer Befähigung, nein, die Katholiken sied im Vrrhältniß zu ihrer Zahl in der Wiffenschaft zu wenig vertreten. Redner weist dies im Einzllnen ziffermäßig nach. Diese Scharte müffe ausgewetzt werden. Lehrer, Aerzte, Richter, Verwaltungsbeamte mit christlichen Grundsätzen wollen wir. Wollen wir dies aber, so müssen wir auch dafür sorgen, daß die Wiffenschaft auf dem Boden des Glaubens gefördert werde. Redner richtet einen Appell an die Eltern, ihre Söhne der Wiffenschaft zu- zusühren.' Ein dankbares Feld wäre, wenn Internate errichtet würden für Studirende, die nicht Theologie studiren und in diesem Sinne sei aus pädagogischen Gesichtspunkten die Rückkehr der Jesuiten zu fordern. Ferner müffe man Studenten, die unbemittelt seien, dazu behilflich sein, daß sie in den Ferien untergebracht würden. Auch auf die Stipendien müssen die Smdenten aufmerksam gemacht werden. Der Generalmatsch auf der ganzen Linie sei geschlagen. Thun wir alle unsere Pflicht in diesem Kampfe, dann werden die finsteren Mächte weichen und sie werden am Ende sagen müssen:
Was sollte sie nur thun?
Ging sie nicht in das Theater, opferte sie ihr Lebensglück, und beharrte sie auf ihrem Willen, so verlor sie am Ende ihre gute Stelle im Hause.
„Nun, Fräulein, Sie scheinen zu schlafen," fuhr die Gnädige fie an, „wann bekommt man eigentlich seine paar Schlucke Kaffee?"
_ Helene erschrack und — „krach!" entfiel ihren Händen die feine, kunstvoll gemalte Taffe von Seores-Porzellan; die Scherben sammt Inhalt lagen enlfteUenb auf dem weißen Teppich.
Wie das junge Mädchen sich schämte!
„DaS fehlte gerade noch!" sagte die Dame des Hauses sehr ungnädig, sonst nichts; sie em- pfänd doch Mitleid mit Helene, als fie den Schreckensausdruck auf ihrem Gesichtchen gewahrte und ihr Gemahl winkte mit den Augen herüber: .Schilt nicht!"
Zuerst wankte Helene bis an Frau von Bernanis Stuhl und küßte ihr innig die Hand: „Verzeihen Sie mir die Ungeschicklichkeit," stammelte sie, dann bückte sie sich. Scherben und Flecken von dem Teppich zu entfernen.
Das sah so rührend aus. daß die doch edle, nur ein wenig vom Hauche des Gesellschafts- lebens angekränkelte Frau sich erhob und sie in ihre Arme schließend, meinte, „regen Sie sich nicht auf, mein Kind, eine Taffe — und wenn ste auch in diesem Falle unersetzlich ift, wiegt so viel Schrecken und Reue nicht auf. . . Und nun lachen Sie wieder und reichen mir das ungeschickte Händchen und eine andere Taffe Kaffee . . . Dann aber rasch zu Bett, denn eben schlägt es Eins und wir müssen morgen Beide frisch
fein. Sie für den „Fidelio" und ich . . . für die Serenade.""
„Gnädige grau! . . O, wie lieb von Ihnen!" jubelte Helene und küßte die sie liebkosende, zarte Rechte ihrer Dame noch einmal stürmischer als zuvor. Dazu perlten wirklich und wahrhaftig belle Freudenlhränen über ihre Wangen, so daß Herr von Bernani zuerst sprachlos herüberstarrte, dann aber laut auflachte: „Na, da hört aber alles auf! ... Nein, über Euch Damen! Wozu braucht man noch in das Theater zu gehen, wenn man zu Haus Tragödie, Schau- und Lustspiel umsonst und in einem Akte haben kann! Es ist zum Todtlachen! Ha, Ha, ha! ... Da find die Domestiken doch wohl wieder zu Gnaden angenommen, Julietta?"
„Keineswegs. Sie find mir auf keinen Fall Autorität genug für Franz Joseph und Nesty: am wenigsten des Sonntags, wo sie stets auch allerlei besseres, als Kinderwarten, vor haben . . . Nein; . . . höre und staune: Dein Weib bleibt zu Haus, natürlich mit Dir! Wir lesen und musiziren und laden Boris zu uns ein, und ich singe meine Serenade zu Hause."
„Brillantes Programm! . . . Und meinst Du, daß unser theurer Neffe „Familie simpel»"" wird, wenn er etwas besseres haben kann? Er gibt den Kavalierverein sicher nicht auf; Du wirst Dich schon mit meiner Gesellschaft behelfen müssen.""
„Wir Du dar sagst! Als ob mir Deine Gesellschaft nicht die liebste wäre! . . . Ich möchte ja den Boris nur um Deinetwillen her- zitiren, Du undankbarer Mann; zum Skat-
„Ganz richtig," erwiderte Herr von Bernani, „aber ohne die Rene, die nur morgen noch aastirt. Kann denn Trinchen nickt einmal auf Nesty achten? Der Junge braucht überhaupt keine Aufsicht; der kann bis zur Schlafenszeit mit Friedrich bauen, oder die ganze Gesellschaft spielt Lotto; ich stifte eine ausgiebige Bonboniere und eine Hand voll Nickelmünzen dazu."
„Du bist einzig, Bernani!"
„Donner und Doria! Wenn Du Bernani sagst, dann kann ich mich wappnen, denn da gibt es jedes Mal eine Moralpredigt ohne Ende... Was hast Du denn gegen meinen Vorschlag ein- zrrwenden?"
„Nichts weiter, als daß ich unsere Kinder auf keinen Fall einen ganzen Abend lang in Gesellschaft der Domestiken lasse. Wozu bezahlen wir eine Eczieverin? Wenn Fräulein den „Fidelio" durchaus sehen muß, . . nun dann bleibe ich eben dem Gesangabende fern .... Freilich, was die Freunde dazu sagen werden und der Konzertmeister und Boris?"
Wieder dieser Boris!
In Helenens Innern empörte sich alles. Sie flanb während der Auseinandersetzung vor der Kaffeemaschine und bereitete — wie immer nach solchen Abenden — eine Tasse Mokka für Herrn und Fran von Bernani; aber ihre Hände bebten Wie im Fieber und waren doch eifigkalt.
48. Skumlmstmilm- dttKathMk» DMImds |l GmdM.
III
C.P.C. Osnabrück, 27. August.
Zweite geschlossene Generalversammlung.
Am ersten Aprik.
Original-Roman von Ida John-Arnstadt.
--(Nachdruck verboten.)
„Galiläer, Du bast gefugt." Stürmischer Bei« fall lohnte den Redner. Nachdem noch Bischof Dr. Bitter seine Freude ausgesprochen, daß es ihm vergönnt gewesen, der Versammlung beizuwohnen, und daran die Bitte geknüpft, seiner Heerde im Norden im Gebete zu gedenken, wurde die Versammlung um 81/» Uhr geschlossen.
^araffeksstznng bet zweiten öffentlichen Geuerakversammlung.
Gegen 5000 Personen füllen die Herz-Jesu- Kirche, in welcher die Parallelfitzung stattfindet. Die Veriammlung wird eröffnet um 51/* Uhr durch den Konsul Nölting-Hamburg. Derselbe begrüßt die Thatsache, daß eine Nebenoersamm- lung abgehalten werden müffe, als einen erfreulichen Beweis für die Treue und Begeisterung der Katholiken Osnabrücks und der Umgegend für die heilige katholische Sache. Prälat Racke- Paderborn schildert die Thätigkeit des Bonifa- tiusvereins. 1848 sei der Verein begründet worden. Seitdem Deutschland zum Industriestaat zu werden beginne, seien die Aufgaben des Bonifatiusoereins gewachsen. Redner hebt hervor, daß man die Katholiken mit den Waffen der Verleumdung zu bekämpfen suche. Im Süden habe sich sogar ein Verein gebildet zu dem Zwecke, Priester zu verleumden. Ec höre aus Leipzig und Dresden, daß den Pfarrern dort fast täglich Meldungen von Uebertritten aus der Kirche gemacht würden. Redner nppellirt an die Versammlung um dringende Unterstützung des Bonifatiusoereins. Abgeordn. Stützet verbreitet sich über die Pflichten und Rechte des Arbeiterstandes. DaS Wohlergehen des Arbeiterstandes hinge davon ab, auf welchem Boden die Arbeiter ständen. Der katholische Arbeiter müffe überzeugt sein von der Wahrheit seines Glaubens. sVon stürmischem Beifall begrüßt erscheint der Hochwürdigste Herr Bischof, vom Präsidenten Dr. Trimborn und Erbdroste Vischering begleitet.] PräsidentDr. Trimborn theilt das Telegramm des Kaisers mit. s Liehe Bericht aus dem Vereinshause.] Bischof Voß hält eine Ansprache, in der er betont, daß eS keine schönere Vorbereitung für die Konsekration der Kirche gäbe, als die Tagung dieser Versammlung und ertheilt seinen Segen. Mit ge« benoten Knien — das Niederknien war bei der Fülle der Menschenmenge nicht möglich — empfängt die Menge den Bischöflichen Segen. Abg. Stötze! fortfahrend: Der Arbeiter soll seine Kinder gut christlich erziehen. Glück blühe nur in denjenigen Familien, wo Rrligiösität herrsche. DaS größte Verbrechen am Arbeiterstande sei es, wenn man, wie der Umsturz es thue, den Glauben nehmen wolle. Neben den Pflichten habe der Arbeiter auch Rechte. Er sei gleichberechtigt mit den andern Ständen Das Centrum sei stets ein Anwalt der Arbeiter gewesen. (Lebb. Beifall.) Rechtsanwalt Krüse- mann-Krefeld spricht über die Stellung der gebildeten Stände im öffentlichen Leben der Gegenwart. Ec bedauert, daß viele Kreise dem Sport und bergl. huldigten, aber dem öffentlichen Leben fern bleiben. Die Katholiken hätten umsomehr Anlaß, sich am öffentlichen Leben zu beseitigen, als der Feind verborgen gegen uns
spiel und um die Serenase zu begleiten, die ich Dir morgen nun ä tout prix vorfingen will . . . D-r Junge ist ja kein Virtuos, aber zum Liederbegleiten mit angenehmer als der Konzertmeister."
„Also meinetwegen! wenn es ohne den Unvermeidlichen nicht geht, mag er mit seinem Vio-, vio-, violinkasten anrücken . . . wenn er nämlich will!"
„O, darüber bin ich nicht im Zweifel; gleich in aller Morgenflühe werde ich thm ein Billet schreiben und durch Friedrich hinauS- senden."
„Bediene Dich doch des Telephons; es führt ja zu seinem Hauswirlh.""
„O, ich werde mich hüten! ... Da müßte sich der edle Boris, der keinen Tag vor neun aufsteht, viel zu bald aus den Federn erheben, um mit mir zu reden; nein, nein; laß nur den Friedrich gehen; daS ist das bequemste für uns beide."
„Wie Du denkst! . . . Abgemacht! . . . Fräulein, nun reichen Eie mir die Friedenspfeife herüber."
„Aber Aurel! Mitten in der Nacht!" tadelte Frau von Bernani; doch er beruhigte sie. „Nur ein paar Züge, Kind! Du weißt, ich schlafe bester darauf. . . Uebtigens bitte ich- .sich meinetwegen nicht aufzuhalten; ich arbeite noch ein halbes Stündchen in meinem Zimmer . . . Ich wünsche den Damen eine gute Nacht."
Für Helene ging der Gruß »gute Nacht" nicht in Erfüllung; trotz aller Versuche einzuschlafen, gelang es ihr nicht.
Präsident Justizrath Trimborn theilt mit, daß vom Kaiser folgendes Telegramm eingelaufen sei: „Se. Maj der Kaiser und König loffen der dort tagenden Versammlung der Katholiken Deutsch- lands für den Ausdruck der Theilnahme an Allerhöchst Ihrem schweren Verluste und daS Gelöb- niß der Treue und Ergebenheit bestens danken. Auf Allerhöchsten Befehl: Der Geh. Robinets« rath v. Lucanus." Während das Telegramm verlesen wird, hat sich die Versammlung erhoben. Präsident Justizrath Trimborn bringt ein Hoch auf den Kaiser aus, in das die Versammlung dreimal begeistert einstimmt.
Frhr. v. Wendt (fortfahrend): Während die protestantischen Minoritäten sich sofort der staat- lichen Unterstützung erfreuten, standen die Katho-
Die zweite geschloffene Generalversammlung wurde um 11 Uhr eröffnet. Trotzdem der Volks- Verein in zwei überfüllten Versammlungen tagt, ist der Saal so überfüllt, daß nur ein Bruchtheil der Menschenschaar Platz findet. ES wurden folgende Anträge angenommen: Betr. Unterstützung der Missionshäuser der in Deutschland zugelassenen Missionsgesellschaften; em Antrag betr. Berufung einer jährlich ober öfter zusammentretenden allgemeinen Missionskonferenz; ein Antrag, der dem Centrum Dank aussprickt für die __ ,.........______
Einbringung des Toleranzantrags; ein Antrags entwickelt, daß er das ganze Deutschland umfaffe. welcher den Bau des neuen deutschen Pilger-^«*- ' ........ - - — - — -----
Hauses vor dem DamaskuSthore in Jerusalem empfiehlt; ein Antrag, der die deutschen Boni- fatiusmtsfionen und das in London befindliche Mädchen- und Kinderheim empfiehlt; ein Antrag, der die zu Paris bestehende deutsche St. Elisabeth- Mission der deutschen Lazaristen empfiehlt; ein Antrag, welcher die ungehinderte Thätigkeit der Ordensgenossenschasten, namentlich mit Rücksicht auf das Fürsorgegesetz fordert; ein Antrag, welcher die Abhaltung der 50. Generalversammlung für Köln wünscht; endlich Anträge, welche die kaihol. kaufm. Vereinigungen und den St. Franziskus- .Arverius-Verein empfehlen. Vizepräsident Frhr. v. Thünefeldt theilt mit, daß die zweite öffentliche Versammlung in zwei Parallelsitzungen statt- ffndet. Im Vereinshause sprechen Wendt, Herold und Schädler über die bereit» mitgetheilten Themata; in der Herz-Jesu-Kirch-, in welcher eine Parallelsitzung stattfindet, Prälat Nacke-Paderborn über den Bonifatiusverein. Schluß 123/4 Uhr.