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Pt,a r» 3xt«ait 3. parzrller i« Sutte.* ’■ mit Zlntertzaltungs Meilagc „Ilkustrirte Sonntags-Zeitung"

»rack «n» Verlag der Luldaer »ctleudruckeret peteregalle Ur. 2 fBarmotiit).

JK 196.

Jutöa, Mittwoch, den 28. August 1901.

28. Jahrgmg.

O räthselhaftes Menschenherz!

Heute wartete Helene den Nachhauseweg gar nicht erst ab; die Kinder waren ja nilt bei ihr und bis zur Dinerstunde war noch reichlich viel Zeit: wie in Träumen, hochklopfenden Herzens trat sie in die zunächstltegende Konditorei ein, verlangte ein Stück Apfelkuchen mit Schlagsahne und zog sich, durch die Menge lesender, schwatzender und genießender Insassen wandelnd, in eines der kleinen, augenblicklich leer stehenven Nebenzimmer zurück, ihren Brief hervornehmend und entfaltend.

O! Was war nur mit ihren Augen?

Wie Flammenschrift tanzte es ruhelos auf und ab waS da geschrieben stand, und sie brauchte Minuten der Sammlung, bevor sie das zwei- und dreimal mit innerliche« Jubel Gelesene verstand, I »um lieber fluß und ganz gegen die Vereinbarung heute in deutscher Sprache verfaßt.

Es lautete: „Huldin! Sonne meines Lebens! Gehe mir nicht unter, wenn ich « auszusprechen | wage, was ich nicht länger verschweigen kann! Tage, Rächte hindurch habe ich mit mir gekämpft, den, ich wollte unfern grausamen Satzungen nicht untreu werden; aber eS ist stärker als Kraft und Wort, das eine, heiße Verlangen, einmal, nur einmal die Königin meines Herzens von Angesicht zu Angesicht sehen zu dürfen. Seien Sie gnädig, lüften Sie den Schleier, der mir mein Ideal ver­hüllt, auf einer Minute Dauer, wenn e» nicht länger sein darf. Wie ein Gefangener die Frei­heit, so erwarte ich Ihr erlösendes Einwilltgen. Wähnen Sie nicht, daß ich Sie auch nur m't einem Blicke belästigen werde; ich will nichts an­deres, als nur einmal das Antlitz sehen, welches ein solch' lieber, kluger, lustiger Geist beseelt; I

Da man sich in der Heimath Windthorsts be­finde, so sei es besonders angebracht, Golt dafür zu danken, daß er uns diesen großen Mann ge­schenkt hat. Seine, Redners, Aufgabe, über Windthorst zu sprechen, sei eine schwierige, denn Memoiren habe dieser nicht hinterlaffen. Redner weist darauf hin, wie Windthorst mit OSnabrüö' verwachsen sei. 1870 sei et aus der bis dahin beobachteten Reserve hervorgetreten, indem er der Centrumsfraktion des Abgeordnetenhauses beige- treten sei. Der Kulturkampf sei noch zu sehr in Erinnerung, als daß er sich über denselben ein­gehend zu verbreiten brauchte. Wenn man die

„nur von weitem Dich betrachten, hoher Stern der Herrlichkeit." Und damit Sie in keiner Weise kompromittirt werden, schlage ich zu unserer Begegnung einen ganz neutralen Boden vor: das Theater.

Sonntag wird im Opernhause „Fidelio" ge­geben, mit der Rene als Leonore. Aus Ihren Briefen weiß ich, daß dies Ihre Lieblingsoper ist und da wage ich denn die kühne Bitte, Sie wollen, inliegendes Billet benutzend, die Vorstellung durch Ihr Erscheinen für mich zu einer Feier ohne Gleichen verwandeln, denn ich werde neben Ihnen sitzen, Sie sehen, vielleicht sogar sprechen, um dann wieder in das Dunkel meines Daseins zu- rückzufiüchten, ein reicher beglückter Mann, mit Ihrem Bilde im Herzen. Nie wieder, das schwöre ich Ihnen, würde ich ein zweites Wiedersehen er­bitten, fall« Sie selbst mich nicht dazu ermuthigen. Sollten Sie, hochverehrte Freundin meiner Seele aber anders beschließen und nicht kommen, dann verzeihen Sie dem schwer Getäuschten, von welchem Sie niemals wieder hören würden, Ihrem Sie bis an das Ende feiner Tage hochschätzenden Juan."

Wie Helene das Schriftstück zusammengefaltet, und ohne ihre Lieblingsbäckerei zu berühren, aus der Konditorei herausgekommen war; wie sie über­haupt den Tag verlebt hatte, da« wußte sie jetzt, Nacht« gegen zwölf Uhr, beim besten Willen nicht zu sagen; mehr als dreimal schon hatte sie den Brief gelesen und immer dasselbe empfunden: „hier gibt e« keinen Ausweg; man muß sich er­geben."

Wie leicht der Entschluß ihr wurde, also morgen, Sonntag, in das Theater zu gehen!

daran, wie Bismarck Anfang der siebziger Jahre dem Centrum den Frieden angeboten habe, falls es sich von Windthorst trenne, und wie vom Centrumsführer Mallinckrodt dies Ansinnen zu­rückgewiesen sei mit dem Bemerken, man habe mit dem Abgeordneten von Meppen eine Perle annrktirt und diese sei in die richtige Fassung gebracht worden. Die Perle sei in der Fassung

I des Centrums von Jahr zu Jahr glänzender ge- | worden (Lebh. Beifall) und der Name Windt­horsts sei weit über Deutschland hinaus so populär geworden, wie kein anderer. (Bravo!) Habs doch v. Levetzow gesagt: Windthorst habe den Weltruhm eines Politikers uno Parlamen­tariers ! Darum fei Windthorsts Tod von Freund und Feind als ein schwerer Verlust empfunden worden, und eS gelte von Windthorst das Wort des Prrikles: „Der Haß ist von kurzer Dauer, unvergänglich jedoch der Ruhm!" Unser großer Kleiner habe, als er im Staube des Erdenkampfes gestanden habe, den Haß zu durchkosten gehabt wie kein anderer. Windthorst sei von so makellosem Charakter gewesen, daß selbst seine sckl mmsten Gegner nichts an seinem Leben herauSscynüffeln könnten, was zu seinen

I Ungunsten spräche. Windthorst sei im Gegen­satz zu anderen Leuten keine Persönlichkeit ge­wesen, die den Haß geliebt habe. Auch sei Windthorst kci l konfessioneller Hasser gewesen, wie das daraue hervorgeht, daß er als Gegen­wehr gegen den Evangelischen Bund nicht für einen katholischen Bund zu haben gewesen wäre. Seine letzten Kräfte habe er auf die Schulfrage, auf die Bekämpfung des Goßler'schen Schul­gesetzentwurfes verwandt und dessen Verwerfung auch erreicht. Hier in Osnabrück müssen die Katholiken für Windthorst beten, beten mit In­brunst — bann aber die Thränen aus den Augen und das Schwert wieder heraus, und im Gerste Windthorst's ungebrochenen Muthes weiter gekämpft mit Gott für Wahrh-it, Freiheit, Recht! (Brausender Beifall.)

Sodann spricht Msg. Baumgarten über das Misfiorswesen in den Kolonien. Redner weist zunächst die Angriffe zurück, die aus An- laß der chinesischen Wirren gegen die katholischen Missionen erhoben worden sind, und gibt dann einen geschichtlichen Ueberblick über das Missions- wesen in China. Ebenso verhalte es sich mit den Angriffen gegen die Missionare auf den Philippinen. Redner weist nach, daß letztere auf

eigenen Sachen beschäftigen uns sosehr, daß wir keine Lust haben, uns mit den Verhältnissen an­derer Konfessionen zu befassen. Wir können uns aber nicht davon abhalten lassen, berechtigte Ab­wehr zu üben! Das ist unser Recht! Wir müssen kritisch die Lage der Katholiken tn Deutschland prüfen; wir schauen uns um, ob die errichteten Positionen noch standhaft sind. Aber auch neue Gefahren drohen und neue Mittel müssen ins Auge gefaßt werden. (Sehr richtig!) Neue Stürme drohen uns — ein neuer Kulturkampf, nicht amtlicher Natur, sondern in Form einer Art Los von Rom-Bewegung! Man macht die Kirche lächerlich und stellt unfern Glauben als veraltet hin. Unsere Presse hat

48. EnikkMchmlW der KM,litt» MMIaids )« OsmdrSck.

II.

C.P.C. Osnabrück, 26. August.

I. öffentliche Oeuerakversammknng.

Die erste öffentliche Generalversammlung wurde kurz nach 5 Uhr durch den Präsidenten Trimborn-Köln mit dem katholischen Gruße eröffnet. Lange vorher hatte sich der Saal be­reits bis auf den letzten Platz gefüllt gehabt, so­daß zahlreiche Personen keinen Zutritt mehr fanden. An Mitgliedskarten sind bereits über 3000 verkauft worden. Kurz vor Eröffnung der Sitzung betreten die Hochw. Herren Bischöfe Voß, Dr. v. Euch und Dr. Bitter den Saal. Präsident Justizrath Dr. Trimborn: Gelobt sei Jesus Christus! Das ist das Alpha und Omega aller Reden und Beschlüffe, die hier gehalten und gefaßt werden. Mit diesem Ru werden die Ziele in hellstes Licht gestellt, die uns hier zusammengeführt; dieser Gruß ist der katholische Brudergruß! (Bravo!) Als Brüder, als Söhne der hl. Kirche, des inniggeliebten Vaterlandes wollen wir uns fühlen. (Bravo!) Ich verfehle nicht, in den Brudergruß die Herren von der Presse einzuschließen — denn was wäre die Generalversammlung ohne die Presse! — Obwohl wir hier in einer Über­wiegend evangelischen Stadt tagen, ist es uns nicht schwer geworden, uns hier heimisch zu fühlen. Kein Wunder, denn die Hannoveraner sind ein äußerst liebenswürdiges Volk. Der Empfang, der uns hier zu Theil geworden, kann nch messen mit jedem anderen aus früherer Zeit. Erfreulich ist, daß auch Andersgläubige so hervorragend an diesem Empfang theilgenommen haben. — Redner wirft nunmehr einen Rück­blick auf die Geschichte Osnabrücks und kommt zu dem Schluffe, daß die Kirche heutzutage im Osnabrück'schen mit derselben Lebenskraft dastehe, wie vor 1100 Jahren. Redner dankt sodann dem Bischöfe von Osnabrück für sein Erscheinen; der bischöfliche Stuhl sei seit Jahrzehnten der Stützpunkt der so wichtigen nordischen Mission. Zeugniß dessen sei die Anwesenheit der Bischöfe von Schweden und Dänemark, die Söhne des Osnabrücker Landes seien. Redner gedenkt im Weiteren der dahingeschiedenen Mitglieder frü- herer Katholikentage, deS Leg.-Raths v. Kehler und deS Dechanten Hammer. Redner fährt dann fort: Wir tagen hier im Geiste des Ge­horsam« gegen die weltliche Obrigkeit. Innigste Liebe erfüllt uns, und tn ihr lassen wir uns von Niemandem übertreffen. Wir wünschen, daß der katholische VolkStheil die ihm zukommende Mit­arbeit auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens leisten kann. Der ernste Eifer für des Volkes Wohl durchbebt uns. Wir wollen hier den Frieden der Konfessionen nicht stören; unsere

Am ersten April.

Original-Roman von Ida John-Arnstadt.

8 ------ (Nachdruck verboten.)

Unir taktloser Weise ersparte er dem armen, bebenden, von Scham erglühenden Mädchen nicht ein Jota der peinlichsten Verlegenheit, denn er — der sie sonst nicht beachtet hätte — blieb spöttisch lächelnd stehen und fragte in einem Tone der sie empörte: „Ah, Fräulein korrespondiren restante?"

WaS sollte sie thun?

Sich zur größten Ruhe zwingend, sogar recht backfischhast schnippisch, antwortete sie: „Gewiß, Herr Baron, genau wie Sie!"

DaS wirkte: „Ganz etwas andres," meinte er, streifte sie mit einem verächtlichen Blicke und ging.

Wie gut! Nun konnte sie unbeobachtet an den Schalter treten und das erwartete Schreiben in Empfang nehmen.

Ach, die ganze Woche Über freute sie sich auf diesen Augenblick; der Gedanke daran beseelteste zur peinlichsten Pflichterfüllung; solch eine muster­hafte Erzieherin, wie sie infolgedessen jetzt war, gab es gegenwärtig nicht in ganz Wien. Ja, mehr als sie sich eingestand, begeisterte sie die Sprache der Briese, und allmählich und immer öfter, tief in der innersten Tiefe ihres Herzens, «wachte der Wunsch, einmal nur ein einziges Mal, den Schreiber, ihren heimlich und unbe­wußt angebeteten „Juan" von Angesicht zu An­gesicht zu sehen.

Bischof Dr. Voß-Osnabrück weist auf die Gnaden hin, die die Katholikenversammlun^en brächten, und dankt, daß man Osnabrück für die Tagung gewählt habe. Ferner dankt er feinen Amtsbrüdern, die die weite Reife nicht gescheut hätten. Unser Ziel fei, daß wir in Glaube, Hoffnung und Liebe dem Höchsten an» hingen. Und da seien die Generalversammlungen dazu bestimmt, den Glauben zu vermehren und die Hoffnung zu befestigen. Das thue gerade jetzt Noch, da wir int Zeichen eines neuen Kampfes ständen. Da aber die Koryphäen des Centrums schon seit Jahren für die Jntereff.n der Kirche einträten, dürfe man mit Hoffnung in die Zukunft sehen, und um sie zu stützen, müsse man ihnen zurufen: Wir stehen hinter Euch! Auch unsere Presse streite im Kampfe für die Kirche, und man dürfe wo i fragen, waS aus der katholischen Kirche getm r»en wäre, wenn man nicht die katholische Pr sie gehabt hätte! Ferner kämpften in dem Kamp cs mit die Lehrer, die Gesellen- und Arbeitervereine, die katholischen Kaufleute und die katholischen Stu­denten. Nicht minder werde auf den General­versammlungen die christliche Liebe entzündet; die Theilnehmer der Katholikenverfammlungen seien ei« Herz und eine Seele, so daß die Draußenstehenden es mit Bewunderung sehen. Er bitte feine Konfratres, bei der hl. Messe ein besonderes Memento für das Gelingen der gegen­wärtigen Versammlung zu machen, wie auch er Gott um den Segen antufen werde. In diesem Sinne ertheile er der Versammlung seinen Bischöflichen Segen. Kuieend empfängt die Ver­sammlung den Bischöflichen Segen. Präsident Justizrath Trimborn bringt ein Hoch auf den Bischof auS, in das die Versammlung begeistert einstimmt.

Sodann spricht über das Thema: „Ludwig I Windthorst" Justizrath Dr. Porsch, von leb­haftem Beifall begrüßt. Redner führt aus:

Bernani's waren, einer Einladung folgend, zu einer befreundeten Familie gefahren, welche ihren Theeabend mit Tanz veranstaltet hatte; sicher wurden sie bi« zum frühen Morgen dort fest- gehalten; Franz Joseph und Nesty, sowie sämmt- liche Dienstboten schliefen längst, somit war Helene ganz ungestört; natürlich benutzte sie den feier­lichen Moment, da« wichtige Schriftstück noch ein­mal — zum allerletzten Male — wie sie sich ge­lobte, durchzulesen.

Wie e« in ihrer Hand auf- und niederflog beim Lesen! Wie dem entzückten Mädchen di« Augen aufstrahlten!

War e« da, da« vollkommene Glück der Liebe ?

Ein Jubellaut drängte sich auf ihre Lippen: in einer Anwandlung von Seligkeit hob sie beide Arme zum sternenbesäten Nachthimmel empor.

Ja, war sie denn plötzlich ein wenig „unsinnig" geworden vor Freude und Begeisterung?

Sie verstand sich selbst nicht mehr; wie trunken kam sie sich vor.

„Rerrreh!" tönte es scharf durch die Stille der Nacht: Da« war die Korridorklingel unten; Bernani's kehrten vom Balle zurück.

Helene schwebte mehr, als sie ging, zu ihrem Schreibtische, barg ihren unvergleichlichen Glücks­brief darin und eilte hinunter, den Heimkehrenden die Thüre zu öffnen und ihnen, wie immer an solchen Abenden, noch ein wenig Gesellschaft zu leisten.

„Nun, Fräulein!" lachte die Gnädige, „wun­dern Sie sich gar nicht, daß wir schon kommen? Wir waren heute die Solidesten von allen; die Andern schwärmen noch; . ." doch Herr von Bernani unterbrach seine Gemahlin: „Nein,

wissenschaftlichem Gebiete hochbedeutsame Ver bienjle haben. Leider reichen die Mittel nicht aus, um nur den thatsächlichsten Misstons« bedürfniffen Rechnung zu tragen. Zwar könne man mit Stolz auf die Leistungen der Katho« Hten Deutschlands Hinweisen, denn dieselben bringen pro Jahr und Kopf eine freiwillige Misstonssteuer von 20 Pfennig auf. Ein Ver­dienst habe sich Deutschland durch Entsendung der Missionen in die Kolonien erworben. Be­dauerlich sei, daß auch in den Kolonien viele unserer Orden noch keinen Zutritt hätten; diesem Zustande müsse ein Ende gemacht werden. Wenn die Regierung auch im Ganzen und Großen das Bestreben zeige, den Forderungen gerecht zu werden, so genüge daS nicht. Die Zeit des Experirnentirens sei vorüber; die maßgebenden Stellen müssen erkennen, daß man zum Beispiel Muhamedaner nicht der christlichen Kultur gewinnen könne, wenn man ihnen durch Errichtung muharnedanischer Schulen eine Art Ausnahmestellung einräumte. Es thut noth, daß sich die maßgebenden Stellen näher mit dem Missionswesen befaßten. Redner schließt mit einem Appell, das Miffionswesen tatkräftig zu unterstützen. (Lebhafter Beifall.)

Abgeordneter Dr. Bachem spricht dann über das Thema: Der Katholik und die heutige Zeit und ihre Einwirkung auf dem praktischen Gebirte.besonders auf dem Gebiete desHandels, der Industrie und der Technik. Man werfe den Katholiken immer Rückständigkeit vor; wo diese begründet sei, müsse man die Rückständigkeit be­seitigen. Freilich, von der Rückständigkeit des Protestanten auf wirtschaftlichem Gebiete gegen­über dem Juden spreche man nicht. Verfolge man die Geschichte der Kirche, so werde man sehen, wie die Missionare stets die Kultur ge­fördert hätten. Noch jüngst habe man von den berühmten astronomischen Instrumenten gehört, die von den Jesuiten s. Z. auf den Mauern Pekings errichtet wurden. Es heißt, sie seien sortgenommen und sollten nach Deutschland ge­bracht werden. Hiergegen müsse protestirt werden, statt ihrer Instrumente solle man lieber >ie Jesuiten selbst im Land lassen. An den höheren Lehranstalten, Gymnasien wie Real- chulrn nehmen die Katholiken nicht die Stelle ein, die ihnen zukomme. Den Realanstalten müsse besondere Aufmerksamkeit angesichts der Entwickelung des wirthschaftlichenLebenS zugewandt werden. Wenn z. B. gesagt werde, der Religions­unterricht sei an den Gymnasien besser, so müsse eben für besseren Religionsunterricht an den flealaustalten gesorgt werden. Redner erwähnt odanu, daß in Berlin neulich beim Kongreß kath. kaufm. Vereine die städtischen und kauf­männischen Behörden es abgelehnt hätten, an »en Verhandlungen theilzunehrnen. Das sei ein Zeichen von Rückständigkeit. Es sei aber auch o gegangen und wenn der Katholikentag in Berlin stattfinde und die Behörden nicht erscheinen öllten, so werde es auch gehen. (Lebh. Beifall.) Die kath. kaufm. Vereine unterließen nichts, um hre Mitglieder fortzubilden. Redner fordert >ie kath. Kaufleute zum Besuch der Handelsfach- 4 ulen auf und wiederlegt das Schlagwort: „Der Handel ist nicht katholisch." Der kath.

zu haben. Angesichts dieser Gefahr sollen hier apologetische Vorträge gehalten werden; mit Rücksicht auf die Diaspora soll die Bedeutung deS BonifatiuSvereins hervorgehoben werden; die Jnteressenkärnpfe machen uns uneinig: daher soll über den Ausgleich der Interessen gesprochen werden; auch soll in der Heimath Windthorst's dieses Führers in einem besonderen Referat ge­dacht werden. Möge der allmächtige Gott unfern Verhandlungen feinen Segen verleihen. (Lebh. Beifall.)

Geschichte des Kulturkampfs lese, so finde man . ,, , . auf jeder Seite den Namen Windchorsts. Letzte- daS^Verdienst, wachsam diese Strömung beobachtet rer sei stets ein treuer Anhänger des Preußi- • I schen Königshauses gewesen. Redner erinnert