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vrna und Verla, der Fuldaer Xct!endru«er«i peterrgaffe Nr. 2 (»armoni«,.

JKE 194.

Jutöa, Montag, den 26. August 1901

28. Jahrgang

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Vor dem Spiegel glättete sie schnell das von Wind und Wetter arg zerzauste Haar, band ein weißes Batlistschürzchen über ihr dunkelblaues Promenadenkleid und lief hin­unter.

Wie ihr die Wangen glühten und wie so anders alles auSsah l Korridor und Treppen die Gemälde an den Wänden und die Statuen in den Nischen! Wie vom Morgen­sonnenschein angestrahlt, und es «ar doch ein trüber kalter Wintertag mit Sturm und Schnee­treiben draußen.

Was doch die Freude vermag! Scharfe blickenden Menschenaugen zaubert sie Märchen- gestalten vor und breitet auf nüchterne Holz- wände rosigen Schimmer.

Freilich schon vor der Thür des Familien. Eßzimmers sanken für Helene die duftigen Schleiergebilde kläglich zusammen, denn drin erklang ein Wirrwarr von streitenden Stimmen • mithin waren Bernani's zurückgekehrt, auch die Kinder; ja, sogar der abscheuliche Neffe, Baron von Rettingshofen war da.

Es war zum Verzweifeln.

gebiete werden ohne Unterlaß von Unruhm aller Art heimgesucht, so daß die ganze Schutz- truppe in der Nähe der Küste festgehalten wird und zunächst auch keine Aussicht auf eine Aenderung dieses Zustandes vorhanden ist. Nichtsdesto­weniger soll jetzt doch endlich der seit Jahren schon gehegte Plan einer Expedition nach dem Hinterlande von Kamerun bis nordwärts zum Benuo-Fluffe ausgeführt werden. Oberleutnant Dominik soll nach seiner be­vorstehenden Rückkehr nach Kamerun mit einer Expedition durch Aamaua dahin vorrückrn und sich in Garua festsetzm. Das soll jedoch nicht eine sogenannte militärische Expedition werden, sondern ein Karawanenzua, der nur von einer sehr kleinen bewaffneten Mannschaft begleitet sein wird. Unter solchen Umständen kann von dem Zuge nach dem Tschad-See vorläufig keine Rede sein. Zur Ausführung dieses Planes gehört eine kräftige bewaffnete Macht über die gegenwärtig nicht verfügt wird.

* A«s der deutschen Armee schieden, nach einer Aufstellung der ,Kreuzzeitung', seit dem 1. März d. I. aus von der Generalität 57 Offi­ziere, darunter 3 durch Tod, der Infanterie 28 Offiziere (2 tobt), der Kavallerie 7 Offiziere (1 tobt), ber Feldartillerie 9 Offiziere, ber Fuß­artillerie 2 Offiziere, bem Jngenieurkorps 3 Offi­ziere (1 tobt), bem Train 3 Offiziere unb von ber Lanbgendarmerie 2 Offiziere, im Ganzen also 111 Offiziere, davon 7 durch Tod.

* Dom Lehrermangel. Seitens der Regierung wird mit aller Energie darauf ge­halten, den Volksschullehrermangel möglichst bald zu beseitigen. Schon im Sommer- Semester 1901 hat sich die Frequenz der staat­lichen Schullehrer- undLehrerinnen- Seminare gegenüber dem Etatsanschlage gehoben. Die Frequenz betrug im Sommer­semester 11,632 gegen 11,477 im Winter­semester 1900—1901. Nach dem Etat soll das Mehr 11 betragen, die Frequenz ist hierüber hinaus also um 144 gesteigert. Ebenso hat der Besuch der staatlichen Präparanden-An- stakt en der Monarchie erheblich zugenommen. Er betrug im Sommersemester 1901 insge- sammt 2967 gegen 2710 im Wintersemester 1900—1901, hat sich also um 257 gehoben. Nach dem Etat sollte das Mehr 125 betragen, die Frequenz ist hierüber hinaus also um 132 gesteigert. Die Gesammtsteigerung über die Etatsmehransähe von 136 Zöglingen in den Seminaren und Präparandenanstalten beträgt demnach im Gommersemester 1901 gegenüber dem Wintersemester 1900—1901 insgesammt 276.

Graf v. Bülow der Begegnung des Kaisers mit dem Zaren beiwohnen werde, was (wie das ge­nannte Blatt hinzufügt) „den Wünschen auch Se. Maj. des Kaisers von Rußland entspricht". Da­mit soll ausdrücklich aufmerksam darauf gemacht werden, daß es fatsch sein würde, die Kaiser-Zu- sammenkunst jeglicher politischer Bedeutung zu ent­kleiden, wie manche französische Blätter dies gern thun würden.

h Znm Grrmöinner Mordprozess-. Das Revisionsgesuch des zum Tode verurtheilten Marten stützt sich nach vorliegenden ZeitungS- meldungen aus Gumbinnen auf Paragraph 68 der Militärstrafprozeßordnung, wonach die Offi- ziersmitglieder des Oberkriegsgerichtes vom Ge­richtsherrn alljährlich vor Beginn des Geschäfs- jahres für das Gericht zu bestellen sind. Dies soll hier bei einem militärischen Beisitzer «ich zutreffen, und zwar gerade bei demjenigen, der am meisten durch Fragestellung in die Verhand­lungen eingegriffen hat. Die erste Meldung, daß em Berliner Schutzmann, früher Unter- offizier bei den Dragonern in Gumbinnen, jeine Mitwissenschaft am Morde gestanden habe, ha sich als unzutreffend herausgestellt. Ein Handelsmann hat dem fraglichen Schutzmanns die Mittheilung gemacht, daß er gesprächsweise von Leuten, die bei den Gumbinner Dragonern gedient hatten, die Mittheilung erhalten habe, der Thäter fei nicht Marten, sondern ein anderer Dragoner, der sich gegenwärtig in Ostasien be­finde. Genauere Untersuchungen darüber sind eingeleitet. Ob diese Untersuchungen zu be­stimmten Anhaltspunkten führen werden, ist. natürlich sehr ungewiß.

* Gegenüber den Schnüffeleien der Freisinnigen schreibt die halbamtliche,Berliner Korrespondenz': „Sogar die äußeren Formen, unter denen die Bundesrathsvorlage über den Iolktarifeul- »tttf den einzelnen Bundesrathsmitgliedern zuge­stellt ist, müssen jetzt freisinnigen Blättern Stoff zu hochpolitischen Muthmaßungen her­geben. Es soll dabei eine „besondere Aengstlich- keit" selbst gegenüber den preußischen Ministern geherrscht haben. Jeder, der den Geschäftsgang des Bundesrathrbureaus einigermaßen kennt, wird über solche Darlegungen nur lächeln. Selbst­redend haben die preußischen Minister sich als Bundesrathsbevollmächtigte genau denselben For­malien bei Empfangnahme des Entwurfs unter­zogen, welche für die Geheimhaltung der Druck­sache allgemein vorgeschrieben waren."

* Deutschlands Karrdek mit seine« Schutzgebiete« hat auch im abgelaufenen Jahre 1900 wieder eine Zunahme erfahren. Natürlich aber bewegen sich auch die statistischen Ziffern dieses Jahres noch immer in sehr bescheidenen Grenzen. Die Schutzgebiete von Kamerun und Togo haben nach dem Werthe ihrer Ausfuhr nach Deutschland nach wie vor doppelt so viel zu bedeuten, als alle anderen Schutzgebiete zu­sammengenommen. Die gesammte Kaffeeausfuhr aus Deutsche Ostafrika hatte während des Jahres 1900 einen Werth von nur 2135 Mk. Daraus möge man ersehen, wie gering die Bedeutung des Kaffeebaues in unserem ostafrikanischen Schutzgebiete ist.

+ Kamerrm ist fortgesetzt das Schmerzens­kind unserer Kolonialverwaltung. Die Küsten­

Arrsia«-.

* ch-erz, 24. Aug. Der Sozialisten, führer Uechar au8 Triest wurde wegen Beleidigung der katholischen Kirche zu sechs Wochen strengem, durch Fasten verschärften Arrest verur- t h e i l t.

+ Saris, 25. Aug. Nach den neuesten Mel­dungen ist es wahrscheinlich, daß da» Zarenpaar auch der französischen Hauptstadt einen Besuch ab­statten werde. Es wird interessant sein zu be­obachten, wie Herr Millerand, der sozialdemo-

Am ersten April.

Original-Roman von Ida John-Arnstadt.

Er, seinen blonden Schnurrbart zwirbelnd, als hätte er eben einen schweren Strauß ausge­fochten, grüßte ernst, mit gefalteter Stirn, zu ihr herüber, und sie, die gnädige Frau, lächelte gar seltsam: „Da kommen Sie ja doch, mein Kind! . . . Nun, die fatalen Dornen auf ihrem Be­rufswege müffen sich ja schon binnen Kurzem in lauter Rosen verwandeln, denn in Ihrer neuen Stellung werden Sie sich hüten, sich un­vorsichtiger Weise mit allerlei kleinen Nebenbe­schäftigungen belästigen zu lassen, wie hier bei uns. . . Ich hoffe doch, daß Sie es nicht ver­gessen haben, wer Sie damit betraut hat! . . . Wir noch nicht; Sie selbst hatten sich dazu er­boten . .

Als Helene, wie erstarrt dastchend, noch immer kein Wort über die erblaßten, bebenden Lippen brachte, fuhr die Hochgeborene unbarm­herzig fort: „Uebrigens werden wir Ihrer Nach­folgerin, die schon am ersten April antreten soll, dergleichen Dinge gar nicht anoertrauen; das besorgen die Dienstboten viel beffer . . . Zum Beispiel heute, mein Kind, hatten Sie meinen letzten Auftrag nicht ausgrführt ... Wie kommt das?"

„Julietta! . . . Das Versehen ist doch nicht der Rede werth," flüsterte zwar Herr von Ber- nanj erschrocken und bemühte sich, dem Gespräch eine humorvolle Wendung zu geben, indem er ge. zwungen lachte, „a ha, die Dienstboten! Wer sich auf die verläßt, der ist besorgt und aufge­hoben!" . . . Das ist nicht schön von Dir Onkel! Ich könnte mich gleich mit Dir duel- liren! . . ."

- (Nachdruck verboten.)

Aber das war ja nicht möglich!

Der Diener hätte sie doch rufen und den Wein von chr verlangen müssen, da sie auf eigenes Bitten hin den Weinkellerschlüffel stets eigenhändig verwahrt hielt.

Onkel Boris lachte laut auf: „Ich stehe zur Verfügung, kleiner Schwärmer! . . . Also auf Pistolen oder auf Knallbonbons? Ich denke, wir wählen das Letztere. Kommst Du mit zum Zuckerbäcker."

Das war entschieden zu viel für Franz Joseph's Jünglingsseele, er richtete einen wahren Gladiatorenblick nach dem Baron und sagte mit zitternder Stimme: „Onkel Boris, vergiß Dich nicht zu weit. Bedenke: ich bin ein Mann!"

Schallendes Gelächter erhob sich 6ef dieser im tiefsten Ernste geihanen Aeußerung deS Knaben; selbst Helene lächelte, und damit war die allgemeine Verstimmung gebrochen.

„Bitte, Fräulein, reichen Sie mir das Schwarzbrod," bat der Hausherr, „und setzen Sce sich endlich, es schmeckl. uns kein Bissen ohne Ihre liebenswürdige Gesellschaft. . . Meinst Du nicht auch, Boris?"

Boris verneigte sich widerwillig und Ma­dame sagte: „Ja, nehmen Sie Platz, Fräulein, es macht mich ganz nervös, Sie plötzlich so ver­ändert zu sehen."

„Bin ich denn verändert, gnädige Frau?"

„Ja, ungemein; aber zu Ihrem Nachtheil, finde ich."

„Ach nein; das ist unmöglich, ist ein Jrrthum. Meine Verehrung für Sie und das ganze Haus Bernani ist unvergänglich und ein etwa undank- bares Wesen meinerseits daher gänzlich ausge- schlossen."

Die seltsam erregte Frau zuckte mit den Achseln. „Möglich, daß wir uns täuschen! Jedenfalls, lieber Aurel, versäume nicht, recht-

• Die Auflösung des Reichstages.

Die gegenwärtige Unsicherheit der Sachlage wird am besten dadurch gekennzeichnet, daß man sich in der Presse bereits mit der Frage zu be­schäftigen beginnt, was denn werden solle, wenn der Zolltarif der Regierung keine Mehrheit im Reichstage finden würde. Diese Unsicherheit ist hauptsächlich die Folge des Vorstoßes des Cen- tralverbandes der Industriellen gegen den Doppeltarif für kandwirthschaftliche Erzeugnisse. Diesem Vorstoße ist es zuzuschreiben, daß die Gegner ausreichender Schutzzölle für die Erzeug­nisse der heimischen Arbeit von neuem Hoffnung geschöpft haben auf einen Erfolg ihrer Wühlerei. Sie betreiben diese Wühlarbeit nicht etwa, um die Gegner zu überzeugen, denn sie wiffen ganz genau, daß ihnen das ja doch nicht gelingt und auch gar nicht gelingen kann. Dazu sind sie sich ihrer eigenen Schwäche viel zu genau bewußt. Aber sie handeln nach der bekannten Art dessen, der dem Ertrinken nahe ist: sie greisen nach dem Strohhalm, der bei ihnen vorüberzieht; vielleicht, daß das doch irgend eine günstige Wirkung für ihre Zwecke hervorbringen könnte! Und schließ­lich könnte es sich zeigen, daß der Centralver­band der > Industriellen den Freihändlern nicht nur einen Strohhalm, sondern einen ganz derben Strick geliefert hat, mit dem sie mög­licherweise die ganze Zollvorlage der Regierung zu Boden reißen können.

Der Gesetzentwurf der Regierung befriedigt die Landwirthschaft nicht und kann sie nicht be­friedigen. Und wenn die Handelswelt im Verein mit der Sozialdemokratie, wenn die Kommerzienräthe Arm in Arm mit den Herren Bebel und Singer das Jahrhundert in die Schranken fordern und nun gar auch die Groß­industrie ihnen helfen will, den Entwurf noch weiterhin zum Schaden der Landwirthschaft zu verschlechtern, dann tritt der Fall, daß der Zolltarisentwurf der Regierung im Reichstage abgelehnt werde, thatsächlich in den Kreis des Wahrscheinlichen ein. Die Industrie hat sich während der letzten Jahre zu vorher ungeahnter Blüthe entwickelt, dank der ihr günstigen Ein- suhrzölle, die ihr im Reichstage auch von den Vertretern der Landwirthschaft zugestanden wurden. Die Eisenzölle bringen der Landwirth­schaft keinen Nutzen sonder» Schaden. Dennoch hat ehedem kein einziges derjenigen Mitglieder des Reichstages, deren Aufgabe es ist, die Interessen der Landwirthschaft zu wahren, gegen die Erhöhung dieser Eisenzölle gestimmt. Die • Landwirthschaft aber hat den ihr unbedingt nothwendigen Zollschutz nicht erhalten, ist in ihrer Ertragsfähigkett stetig zurückgegangen, und nun will umgekehrt die Industrie ihre Vergeltung für empfangene Wohlthaten dadurch ausübe», daß sie einen für die Landwirthschaft schlechten Zolltarif noch schlechter zu machen hilft? Der Tarif ist ungenügend für die Landwirthschaft, das bezeugen alle landwirthschaftlichen« Körper­schaften im ganzen deutschen Reiche ohne jede Ausnahme, während er wiederum für die Industrie vollkommen befriedigend ausgefallen ist; und dabei soll auch noch auf der deutschen Landwirthschaft der gehässige Vorwurf des „Brodwuchers" lasten! DaS heißt große An-

spräche erheben an die Opferfreudigkeit der Landwirthschaft; unmittelbaren Selbstmord kann man von der Landwirthschaft nicht verlangen. Deswegen würde sich Niemand zu wundern brauchen, wenn im Reichstage das Blättlein sich wenden und gegen den Zolltarifentwurf der Regierung auch Sturm gelaufen werden sollte von den Vertretern der Interessen der Land­wirthschaft. Gar kein Einfuhrzoll, sondern vollkommener Freihandel würde vor- theilhafter fein für die Landwirth- schaft, als hoher Zollschutz für die Industrie ungenügende Schutzzölle für die Landwirth­schaft. Die Landwirthschaft würde ihre Erzeug­nisse alsdann auch nicht beffer bezahlt be­kommen, als jetzt; aber ihre Bedürfnisse an Maschinen und anderen Erzeugnissen der Industrie würde sie weit billiger als jetzt decken können, da alsdann die billigeren Erzeug­nisse der ausländischen Industrie ungehindert ihren Weg in das Deutsche Reich finden würden. Das Rechenexempel ist so klar, daß man nicht recht begreifen kann, wie manche Leute glauben können, die Freihandels - Drohungen der Landwirthschaft feien nicht ernsthaft gemeint. Die Landwirthschaft ist ganz und gar nicht mehr in der Lage, auf allerhand Kompromisse sich einzulassen, um nur wieder einmal „etwas zu Stande zu bringen". Sie ist es.nicht nur sich selbst, sie ist es bem ganzen Volke und dem Reiche schuldig, daß sie jetzt mit unbeugsam^ Energie und mit fester Ge- schloffenheit auf diejenigen Forderungen besteht, die zu ihrer Erhaltung ganz und durchaus noth- wendig find. Denn ein völliger Ruin der deutschen Landwirthschaft würde gleich- zeitig von unberechenbarem Nachtheil für die militärische Leistungsfähigkeit und damit für die Machtstellung des Deutschen Reiches sein.

Nun sucht man Schrecken zu verbreiten durch die Drohung, ber Reichstag würde aufgelöst werben, wenn ber Zolltarifentwurf ber Regierung keine Annahme im Reichstage finben sollte. Mit Verlaub, welchen Freunb guter Schutz,ölle soll benn bas schrecken? Die Ersatzwahlen ?um Reichs­tage währenb ber letzten Zeit haben > ur Schutz­zöllner geliefert, auch in ber Hoäourg ber rheinisch-westfälischen Industrie; und in denjenigen Wahlkreisen, in denen die Landwirthschaft über­wiegt, wird doch ohnehin ein vernünftiger Mensch nicht auf die Wahl von Freihändlern rechnen. Das Centrnm namentlich fitzt fest im Sattel und am allerfestesten da, wo es ländliche Wähler hinter sich hat. Die Schreckschüsse mit der Auf­lösung des Reichstages kany man sich also sparen; sie bleiben vollkommen wirkungslos bei den Freunden eine» ange­messenen Zollschutzes für die heimische Arbeit.

Deutsches Keich«

Berlin, den 24. August.

h, Die Kaiser - Zusarumerrkrmfl vor dem Besuche des Zaren in Frankreich ist nun auch amtlich als bevorstehend angekündigt. In der oberosfiziö sen ,Nordd. Allgem. Zig/ wird im Gegen­sätze zu anderen Blätter-Meldungen ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß Reichskanzler

Soeben trat ber Diener heraus und sagte mit einem höhnische« Lächeln auf den L'ppen zu ihr: „Es ist angerichtet, Fräulein. Auch möchte ich um den Kellerschlüffel bitten; der gnädige Herr wünscht seinen Rothwein. . . ."

Helene zuckte auf wie unter einem körper­lichen Schmerz und erröthete tief.

«Gehen Sie nur hinein; ich hole ihn sofort," antwortete sie, doch dann besann sie sich anders und meinte: „Ober nein, leuchten sie mir glsich 1 • • • aber, sagen Sie, warum haben sie mich nicht gerufen, Friedrich?"

Friedrich grinste verlegen. „Pardon, Fräu­lein .. . Zuerst hieß es, Fräulein seien mit den Kindern zum Geburtstage bei dem alten Fräu­lein Ariadne und dann . . . dann litt es die gnädige Herrschaft nicht, daß ich störte."

Helene seufzte. „Schon gut! . . . Soll es nur Rothwein sein?"

. „Nein; auch eine Flasche Bocksbeutel Stein­wein für den Herrn Baron."

„Nun, die können Sie tragen! kommen Sie mit!"

Als st--Friedrich mit den Flaschen hinter sich, das Eßzimmer betrat, empfing sie feierliche Stille, jene beklemmende Stille, ber bem Sturm voraus geht; der liebenswürdige N.ffe schien sie überhaupt nicht zu sehen, während Franz Joseph und Nefiy — noch in ihren Besuchskleidern, sich «n wenig erhoben und ihr betrübt zunickten, als wollten sie sagen, warte nur, wir wissen was Dir bevorsteht unb bemitleiden Dich.

Nesty hatte sogar Thränen in den Augen und löffelte, ohne zu essen, in ihrer Suppe her­um. Ach unb Bernani's!