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28. Jahrgmg.

Iulöa, Freitag, bett 23. August 1901

sich in den beiden letzgenannten Ländern zum

Staatsanwalt kalkulirt so: die anderen Unter»

4- Kaiserreise zur Wettauskekrnng i«

Vaters, zum 91. Geburtstage zu gratuliren; der

° um so berechtigter, als die Verhandlnr t vor dem Oberkriegsgerichte fast keine neuen M^- nente zur Beurtheilung des Falles ergab."

So viel über die Verurtheilung des Marten zum Tode. Der Sergeant Hickel wurde in erster Instanz freigesprochen und entgegen den Bestimmungen des Gesetzes in Haft behalten, weil angeblich neue Verdachtsgründe gegen ihn aufgetaucht sein sollten. Jetzt ist Hickel nichts­destoweniger wieder freigesprochen worden, die neuen Verhandlungen haben keine Spur von solchen neuen Verdachtsgründen ergeben. Man wird nicht fehl gehen mit der Annahme, daß dieser Fall auch im Reichstage noch ein» gehende Erörterung finden werde. Die Mili­tärbehörde ist Verantwortung dafür schuldig, wa­rum gegen Hickel in dieser Weise verfahren wurde.

Verkaufes der Zeitungen auf der Straße, zum kleinsten Bruchtheil durch den ständigen Bezug einzelner Blätter oder eines einzelnen Blattes in den Häusern und Familien. In Deutschland ist das Verhältniß bekanntlich umgekehrt. Der ständige Bezug bildet die Regel, der Sttaßen- verkauf die Ausnahme. Nur für sehr wenige Zeitungen und nur an wenigen Orten gewinnt in Deutschland der Straßenverkauf Bedeutung. Aber die Hervorbringung von Zeitungen hat im Deutschen Reiche einen ungemein großen Umfang angenommen. Die Geschäftsstelle des Vereins ! deutscher Zeitungsverleger hat ganz neuerdings eine Zählung vorgenommen und ist dabei zu dem Ergebnisse gelangt, daß im Ganzen ge­nommen 3452 Zeitungen gegenwärtig bei uns in

„0!" tönte es bedauernd zurück; Bruder und Schwester hatten es zugleich ausgerufen; dann begann der Unterricht auf das neue;, freilich, ob mit großem Erfolg, das war bei der Zerstreut­heit auf allen Seiten eine bedenkliche Frage.

Eben schlug es auf allen Thürmen Zwölf, als die Bernani'schen Kinder, wohlverwahrt und an Fräuleins Hand mit gegen den Wind ge­senkten Häuptern und in Südenpapier einge­

klagten Marten hinfällig.

Die nationalliberale .Nationalzeitung' befürchtet, daß „dieses Urtheil als ein Wider­spruch gegen das Rechtsbewußtsein weitester Volkskreise empfunden wird" und schreibt weiter: „In dem überaus klaren und objektiven«Urtherl erster Instanz ist eingehend dargelegt, daß und wodurch Marten sich verdächtig gemacht; ebenso einleuchtend aber ist dort ausgeführt, daß der mit Minuten rechnende Versuch, Martens Schuld nachzuweisen, nicht gelungen ist, und daß die Annahme, Marten's angebliche That könne durch die ihm vorn Rittmeister von Krosigk zu theil gewordene Behandlung erklärt werden, un­haltbar sei. . . Die endgiltiae Verurtheilung auf Grund der bisherigen Feststellungen werden, wie wir fürchten, auf lange Zeit als eine schwere Verletzung des Rechtsbewußtseins nachwirken. Es ist dringend zu wünschen, daß dieses auf dte eine oder andere Art verhütet werde."

In demselben Sinne läßt die .Germana' fich vernehmen: „Wenn in irgend einem Falle,

n Die Weiluehmer des Hhinafeldzuge» sollen bei der Berechnung ihrer militärischen Dienstzeit besondere Vorzüge genießen. Der wirk- lichen Dauer der Dienstzeit soll ein Jahr hinzu- gerechnet werden, wenn sie mindestens einen Monat

Ter theure Boris schnitt eine Grimasse: die Kinder baten flehentlich, dach Urlaub zu bekommen und mit Onkel fahren zu dürfen, vergebens!

Frau von Bernani gebot, freilich mit zuckenden Mundwinkeln und gerötbeter Stirn: „Schweigt! Fräulein will es nicht; also geschieht es nicht. Dann faßte das Ehepaar den erzürnten langen Mann rechts und links in den Arm und trat mit ihm den Rückzug an. .

Auf der Schwelle drehte er sich noch einmal nach der jungen Lehrerin um und sagte mit schlecht verbiffenem berget: „Es ist kläglich! • . Aber ich werde diese Gewiffenhastigkeit Ihrer- seits zu belohnen bald Gelegenheit haben . . Die zwei Steine, die Sie mir in den Weg gelegt, fallen aus Sie zurück; verlaffen Sie sich daraus ! — Franz Joseph, meine Gratulation an Tante

losen Blättern.

Nach den Mittheilungen des .Zeitungs- verlag' sind die zahlreichsten Zeitungen in Deutschland diejenigen mit sechsmal wöchent­licher Erscheinungsziffer. Man hat ihrer elf­hundert gezählt. Nächstdem kommen die Blatter, die dreimal in der Woche erscheinen, mit einer Ziffer von 979, nachher 618 Zeitungen, die zweimal, und 457, die einmal wöchentlich aus- gegeben werden. Im Ganzen genommen um­faßt die kleine und mittlere Preffe 3359 Zeitungen. Von den großen Blättern, die öfter als siebenmal wöchentlich erscheinen, haben die meisten eine Erscheinungsziffer von zwölf in der Woche; sie machen 73 von im ganzen 93 Zeitungen aus. Ein Blatt erscheint zwaMg Mal in der Woche.

Nach den Aufstellungen von Hjalmar Schacht in den „Jahrbüchern für Nationalökonomie und Statistik" gibt es in ganz Deutschland nicht weniger als 486 Regierungsblätter, das heißt Blätter, deren Dasein bedingt ist durch ihre Eigenschaft als Organe für amtliche Be- kanntmachungen, wie in Norddeutschland die sogenannten Kreisblätter. In Norddeutschland sind diese Blätter durchweg mit vollem Zeitungs- texte ausgestattet, so daß sie im Stande sind, das ZeitungSbedürfniß im kleinen Maßslabe in etwa zu befriedigen. In Süddeutfchland thun sie das Letztere nicht, da sie vielfach ohne Text erscheinen und nur amtliche Bekannt­machungen und bezahlte Anzeigen enthalten.

„Wie Sie hören, ja," antwortete Herr von Rettingshofen statt seines Onkels; „doch zuvor — wenn Sie es durchaus miss n müffen — fahren wir bet Tante Ariadne vor zur Gratu- lation; mithin sind Sie der Visite enthoben, gnädiges Fräulein, und können mir nur dankbar sein." —

Helene blickte ihn von oben bis unten an und antwortete nicht, und er zog mit seinem eisigsten Lächeln die Uhr und wandte sich an Frau von Bernani: „Liebe Tante, es ist gleich elf Uhr; bitte, sprich doch endlich ein Machtwort, damit wir forltommen; die Kinder habin ohnehin keine Andacht mehr zum Lernen ..."

„Nicht ohne Erlaubniß der El sicher in!" ent« schied fein Onkel. „Fräulein, was meinen Sie, wollen wir der Stunde ein fröhliches Ende be­

reiten?"

Das Fräulein neigte den dunkelglänzenden, lockenumspielten Scheitel ergeben: „Wenn Sie es wünschen, muß ich mich ja fügen; aber ... auf­richtig gestanden . . . gern geschieht es nicht; meiner Meinung nach wäre es pädagogisch rich­tiger, wenn die Fahrt bis zu einem lekiionsfreien Tage verschoben würde, denn erst gestern waren die Kinder im Nachmiltagstheater ..."

Herr von Bernani nickte. „Ganz Ihrer Meinung, Fräulein," und zu feinem Neffen, der mit finster zusammengezogenen Brauen am Ka- minsims lehnte, sagte er, „nun dann vorwärts, > ir.,»ru Vuuvicm »,.» m theurer Boris! Gehen wir zum Frühschoppen! schlagenen Riesensträußen von Parmaoeilchen, Freund Wenzel hält Cercle bei Sacher; das ist Hyacinthen und Rosen über die Elisabethbrücke interessanter für Dich, als ei e Partie mit den j schritten, um Tante Ariadne, die Großtante ihres Kindern nach Schönbrunn hinaus." I T 1 " * ...

Marten gewesen sein. Und der einzige positive Beweis . . . basirt darauf, daß Marten für

Im ersten April.

Original-Roman von Ida John-Arnstadt.

4 ------ (Nachdruck verboten.)

Ohne ein Wori zu sagen, nur um einen Ton bleicher als sonst, schritt das Fräulein um den Tisch herum nach der Thür und drückte auf den Knovs der elektrischen Klingel. i

Bevor die Anderen über das „Warum" nach- denken konnten, erschien Trinchen auf der Schwelle:

„Etwas gefällig?"

Sind Herr und Fran von Bernani noch zu Hause?" fragte Helene. ,

„Gewiß; die Herrschaft ist noch tm blauen Zimmer beim Frühstück." .

„So melden Sie, ich ließe bitten, sich doch gütigst für wenige Minuten in das Schulzimmer bemühen zu wollen."

„Der Herr und Madame?"

„Beide Herrschaften!"

Baron von Rettingshofen richtete einen fast vernichtenden Blick auf das junge Mädchen. „Ich hätte Ihnen mehr Takt zugetraut, trotz aller Erfahrungen, die ich an Ihnen gemacht habe." sagte er dabei, „warum geben Sie nicht selbst, wenn Sie eine Frage auf dem Herzen haben?"

„Weil ich nicht will!" klang es schroff gutÜd.

Er nickte. „S-hr gut! Die Waffe trotziger Schwäche; sie wirkt wie ein Schwert in der Hand eines Kindes, einfach lächerlich; was den

Deutsches Keich.

Berlin, den 22. August.

„Jeder Mensch kann irren" — so lassen sich | die gouvernementalen ,Berliner Neuesten Nachrichten' vernehmen — „und die Disziplin und das Ansehen unseres Heeres stehen so hoch, daß sie ein Todesurtheil in Folge eines Mordes nicht nöthig haben. Besteht auch nur der ge­ringste Zweifel an der Schuld, dann ist es besser, die Schandthat bleibt ungesühnt, als daß möglicherweise ein Unschuldiger sterbe."

„Diese Entscheidung hat — nach dem Ur« theile der freilonferoattoen „Post' — unge­heures Aussehen erregt. So allgemein auch an­erkannt wird, daß das Oberkriegsgericht ganz gewiß nach bestem Wiffen und Gewissen den Spruch gefällt hat, ebensosehr wird doch auch anderseits betont, daß schlüssige und jeden Zweifel ausschließende Beweise für die Schuld Martens nicht erbracht sind . . ."

„Es wird wohl wenige ZeitungSlefer in Deutschland geben, die — so läßt sich die Ion« I servative .Deutsche Tageszeituna * oer-

wurde.

Neue Thatsachen, neue Beweismittel — so urtheilt die ,V o s s i s ch e Zeitung' — hat die Verhandlung in zweiter Instanz nicht zu Tage gefördert. Es ist ein seltenes Vor- kommniß, daß, nachdem ein zuständiger und über jeden Verdacht der Parteilichkeit erhabener Gerichtshof einen Angeklagten freigesprochen hat, weil die wider ihn erhobenen Verdachts- gründe unzureichend seien, ein anderer Gerichts­hof eben diese Gründe für ausreichend hält, die allerschwerste Strafe auszusprechen . . .Im gewöhnlichen Leben rechnet man mit der Mög­lichkeit, daß eine Uhr fünf Minuten zu früh oder zu spät geht; würde für bie Gumbinner i ^eres als esn freispr-chendes

Uhren eine Differenz von auch nur drei etn.ar^e( haben Die Erwan ung war Minuten nachgewiesen, so würde die Berechnung U *h ![ ats die Verhandle i v° *

des Staatsanwaltes in Bezug auf den Ange

Ariadne!" m

„Kommst Du nicht auch hm, Onkel Boris ?

Nein . Die alte Dame wir) sich zu

läse hier gewiß ein Grund vor, das Todesur-1 f.», f

theil nicht zu vollstrecken, sondern den Verur- allergrößten Theile auf dem Wege des Einzel« theilten der Gnade des Königs zu empfehlen." | b-r Rethmaen auf der Straße, zum

„Die Verurtheilung des Marten zum Tode bfitfte — nach der Ansicht der nationalliberalen .Berliner Börsen-Zeitung' — daß größte und peinlichste Aufsehen erregen .... tzberall, wo man dem Verlause dieses Prozesses mit steigender Beunruhigung gefolgt ist. Nicht. daß der zum Tode verurtheilte Marten Anrecht auf besondere Sympathien hätte .... Nur, was I uns alle erschauern macht, ist das Bewußtsein, daß hier auf ein unzulängliches, mühsam zu­sammengekünsteltes Beweismaterial hin der Tod ' eines Menschen beschloffen wurde.... Nur

Deutschland erscheinen.

In früheren Jahren wußte man es kaum anders, als daß eine Zeitung für politische Grundsätze eintritt. Diese Gepflogenheit ist in der Neuzeit sehr in den Hintergrund gedrängt worden: von den gezählten 3452 Blättern sind nur 1087 als zu einer bestimmten Partei ge­hörig bezeichnet worden. Nicht weniger als 792 Zeitungen haben sich selbst als parteilos be« zeichnet, und der Rest hat über feine politische Richtung keine Angaben gemacht. Da nun ge» trabe die parteilosen, sogenannten Sensetions- blätter unter allen Zeitungen auch die stärksten Auflagen aufzuweisen haben, machen diese Biälter einen sehr erheblichen Bruchtheil des deutschen Preffewaldes aus. Nach einer ober» I flächlichen Schätzung von Hjalmar Sacht in einer volkswirthschaftlichen Zeitschrift wird inner­halb des Deutschen Reiches für das Halten von Zeitungen die stattliche Summe von 63 Milli­onen Mark jährlich ausgegeben, also jedenfalls mehr als eine Mark für den Kopf der Bevöl- e—,------- . -

terung; die Herausgeber dieser sogenannten! Louis. Die genaueren Mtttheilungeu über farblosen Blätt r heimsen also vom deutschen hje Unterhandlungen wegen einer Reise des deut- Volke eine s hr bedeutende Ernte ein. Mau scheu Kaisers zur Weltausstellung in St. Louis könnte sagen, ie Thatsache bedeute einen lassen bie ganze Sache in einem etwas verdach- I Triumph der Charakterlosigkeit. Aber zunächst tigen Lichte erscheinen. Den Anstoß sollte bekannt- scheint ein Kra-tt dagegen nicht gewachsen zu sein, lich eine Anfrage deS Leiters der.Westlichen Post Diese Art Bia ter hat, wie sehr richtig ein Ber- in St. Louis an bas Auswärtige Amt in Berlin liner Blatt bev> ikt, „zwei mächtige Bundesge-1 gegeben haben. Herr Schroers, so ift ber Jtame «offen, bie Eitel k it und die Verständuißlostgkeit dieses Herrn, hat nun genauer «sitgetheilt, wie der Kreise, die wohl in der Lage wären, solche die Sache vor sich gegangen sein soll: Er habe, Vorkommnisse zu verhindern. Wenn man sieht, so meint er, im Auswärtigen Amte zu -öeritn wie Herren, von denen man eine andere „einen vertrauten Korrespondenten", und an diesen Anschauung erwarten sollte, bereitwillig nicht will er die vertrauliche Anfrage gench-et haben, nur ihr eigenes Bildniß, sondern auch die In« ob wohl „Aussicht darauf vorhanden fet, daß der tetna ihres Familienkreises der Öffentlichkeit! Kaiser die Weltausstellung besuche". Die Angabe preisgeben, so kann man nicht das Vertrauen von dem „vertrauten Korrespondenten" klingt stark gewinnen, daß in diesen Kreisen gegenüber den Yankee-Reklame. Außerdem ist es ein mindestens Geschäftsinteressen des Herrn Scherl (Verleger sehr taktloses Beginnen, über einen Besuch deS des .sarblosen" .Berliner Lokalanzeigers') ge- Kaisers bei der Weltausstellung tm Jahre 1903 rügende Widerstandsfähigkeit besitzt, vielmehr schon jetzt in breitester Oeffentlichkeit zu verhan- wird man berechtigt fein, mit einer durch Eitel- dein. Die Yankees werden wohl bald etnsehen leit bewirkten Abstumpfung des Gefühls für die müffen, daß daS nicht die richtige Art und Weise Grenzen der Oeffentlichkeit zu rechnen .... ist, einem mächtigen europäischen Monarchen zu So lange Beamten und Offiziers kreise in dieser begegnen. „

I Gesinnungslosigkeit noch etwas Rühmenswerthrs und sür die Regierung mindestens Bequemes sehen, kann man sich nicht wundern, daß amt­liche Stellen sich unfähig erweisen, dem Preß- ; urfuj zu steuern und groben Vertrauensbrüchen

G Die deutschen Zeitungen.

Das deutsche Zeitungswesen unterscheidet sich wesentlich von demjenigen in Frankreich und in England. Der Absatz von Zeitungen vollzieht

Mann stark und mächtig macht, der eiserne Wille, entkleidet das Weib seines schönsten Schmuckes, der hingebenben Sanstmuth. . ."

Helene blickte betroffen aus; war das der läppische, lachende Boris des Hauses, der nichts Vernünftiges denken und treiben konnte? Für­wahr, ber ehrliche Ernst ber Entrüstung Hetbete ihn besser, als das bisher stets zur Schau ge­tragene alberne Wesen.

Sie wollte ihm eben antworten; bock es tarn nicht dazu, denn Arm in Arm trat das Ehepaar Bernani über die Schwelle. „Nun?" fragten sie beide zugleich und er, ber Hausherr, lachte, „hatten wir recht, Boris? Nicht wahr, Fräulein bleibt unerbittlich unv gibt Dir die Kinder nicht mit?"

„Oho! Hier haben doch lediglich bie Eltern zu bestimmen!" brauste ber junge Mann auf. „Gefahren wirb doch! Nun erst recht!"

„Gefahren? Ei, wohin denn, Onkel Boris?" riefen die Kinder erwartungsvoll und F-au von Bernani blickte das junge Mädchen lächelnd an und meinte: „Fräulein, werden Sie Gnade vor Recht ergehen laffen und die Kinder beur­lauben ?"

Das Fräulein schien plötzlich um einige Zentimeter zu wachsen und ihre Stimme bebte ein wenig, als sie antwortete: „Zunächst hat mich Herr Baron noch gar nicht mit seinen Zielen und Zwecken bekannt gemacht . . ."

Der Hausherr unterbrach sie: „DaS sieht ihm ähnlich! Nach Schönbrunn hinaus will er mit den Kindern "

„Ueber Mittag?"

Es kann nicht bie Aufgabe ber Preffe fein, so etwas wie eine Agitation zu entfalten gegen das in Gumbinnen gefällte Todesurtheil. Die Richter, bie geurteilt haben, finb dabei ohne Zweifel ihrer innersten Ueberzeugung gefolgt. Aber verschiedene Menschen können verschieden urtheilen; und das ist ahne Zweifel Thatfache, daß nach den Berichten, die in den Zeitungen über den Verlauf des Prozesses erstattet wurden, allgemein ein Freispruch erwartet wurde, auf keinen Fall ein TodeSurtheil gegen den Unter» «cumuii». ....

offtjier Marten Vielfach man den Ent« s bag nicht auf das Vermuthen hin «ickelunasgang des Prozesses lebenfa^ auch so ,in Todesurtheil gefällt werden ... Der aufgefaßt daß der Staatsanwalt se bst einen Staatsanwalt kalkulirt so: die anderen Unter- Freispruch vorbereiten wollte als « die Anklag ftnb e§ nicht gewesen, folglich muß , es

wegen überlegten Mordes fallen ließ und eine 4Jgden ' efen fein. Und ber einzige positive anbere Anklage wegen Tobtschlages erhob yeroei§ . . basirt darauf, baß Marten für Dennoch, es sei nochmals wiederholt soll. hi« Minuten des Nachmittags des 22. Januar nichts von einer Agitation gegen Urtjeit 1901 frfn m nicht nachweisen kann.» und gegen das Oberkriegsgericht selbst ange» i ' — -- - " - - ---------

zettelt werden. Nur deswegen sollen hier einige Preffestimmen über das Urtheil zusammengestellt fein, um zu zeigen, daß ganz allgemein, ohne Unterfchied der Partei der einzelnen Blätter, von diesen die Meinung getheilt wird, die in der,Fuld. Ztg.' von Anfang an ausgesprochen

einen Riegel »orzuschieben . . . ." Was hier vom .Berliner Lokalanzeiger' gesagt ist, gilt natürlich genau ebenso von allen anderen färb«

M 192.

G Stimmen der Preffe über das Gumbinner Todesurtheil.