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Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerel petersgaffe Nr. 2 lDarmonie).
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28. Jahrgang.
Iuköa, Samstag den l 7. August 1901.
JE 187.
gBerdrehungenüberVerdrehungcn!
Auf geradem Wege können die Gegner der für unsere deutsche Arbeit nothwendigen Schutzzölle den Gründen nicht beikommrn, die für diesen Zollschutz ins Feld geführt werden; deswegen versuchen sie es ohne Unterlaß, auf krummen Schleichwege» ihr Vorhaben auszuführen. Die Unwahrheiten über feindselige Absichten der russischen Regierung Haden die erwünschte Wir- ikung nicht gehabt; jetzt versucht man es mit allerhand Verdächtigungen des Reichskanzlers Grafen Bülow, mit Bangemachen vor Konsiikten und Hebet» rumpelungen im Reichstage, oder mit Scharf- machen des Reichskanzlers. Die freisinnige ,Voss. Ztg/ in Berlin leistet folgende Sätze:
„Man hat gesagt, Graf Bülow rönne nicht „anders, weil er mit einer festen Mehrheit „des Reichstages rechnen müsse .... Eeit „wann aber glaubt ein deutscher Reichskanzler „und preußischer Ministerpräsident dem Willen „eineraugenbticklichenMehrheitnach« „geben zu müssen . . .
Und das aus „freisinniger" Feder: Der Kauz» ler soll die Mehrheit der Volksvertretung bei Seite schieben und einen Konflikt heraufbeschwören, nur um der Handrlsschaft, den Freisinnigen und den Sozialdemokraten eine Freude zu machen! Auf andere Weise versucht es die demokratische »Frankfurter Zeitung'; diese sucht den Glauben zu erwecken, als besände sich Graf von Bülow mit den Zolltarifoorschlägen im unmittelbaren Gegensätze zum Kaiser: von „besonderer Seite" will das Blatt erfahren haben, daß „an allerhöchster Stelle das Entzücken über den vorge- legten Zolltarif-Entwurf nicht eben groß gewesen sei; „man erwarte, daß Graf Bülow in Erzielung neuer Handelsverträge „mehr Glück habe als in der Durchsetzung der Kanal» Vorlage", oder — — —! Hofleute werden sich gerade die »Frankfurter Zeitung' aussuchen, um solche Sachen an die Oeffentlichkeit zu bringen! — natürlich ist das Ganze nichts Anderes als ein kecker Verwirrungs versuch gegen die öffentliche Meinung. Das Aergste dieser Art ist aber ein Kuckucksei, das irgend ein Berliner Zollschutzgegner in einem Wiener Blatte untergebracht hat, um es dann in deutschen Zeitungen als etwas ganz Besonderes ausbrüten zu lasten. Die Berliner ,Nat.-Ztg.' gibt sich zu diesem Dienste her. Danach soll „von einer Aenderung der Geschäftsordnung im Reichstage geraunt und gemunkelt werden, und zwar so, daß das Präsidium diskretionäre Vollmachten erhalte, um die Geschäfte nach dem Willen der Mehrheit leiten zu können. Es lohnt nicht, weiter zu berichten, wie diese Vollmachten augenblicklich beschaffen sein sollen; denn für jeden Verständigen trägt das Ganze den Stempel der ungeschickten Erfindung gar zu deutlich zur Schau. Im Reichstage wird und kann man niemals daran denken, in dieser Weise das Präsidium mit Mitteln der Gewattherrschast auszustatten. Das würde nicht HW>WVWHVDWWWWWWM8!HvBHWWH»s: ■flMHHHHnBI
Weine erste Hkadtour.
Humoreske von Gaspard Genetiv.
11 ------ (Nachdruck verboten.)
Der Mechaniker machte seine Arbeit gut, und endlich saß Korfirius nach all' dem Pech wieder auf einem wohl proportiovirten Rade. Doch fuhren wir einstweilen nur eine kurze Strecke weit; denn die Straße geht in der Nähe eines Maares vorüber; und dieses wollten wir uns denn doch anfehrn.
Ein eigenartiges Gefühl beschleicht mich jedes Mal, wenn ich ein solches Maar sehe: Da liegt die klare, blaue Wasserfläche des kleinen kreisrunden See's. Rundum sieht man noch das schwarze Lavageröll; es will kein Pflänzchen Wurzel darauf fassen: ein Paar magere Grasbüschel sind zwischen den Ritzen eingeklemmt und fristen ein kümmerliches Dasein.
Da, rechts, steht eine Basaltsäule mit der Jn- schrist: „Hier feierteHelmuth von Moltke seinen Geburtstag am 26. Oktober 1847." — Wir können es begreifen, daß der große Denker an diesem Plätzchen eine rechte Freude hatte. So, wie ein solches Maar war er ja auch: ernst, still, ruhig — und verbarg tief im Innern die großen Gedanken seines gewaltigen, schaffenden Geistes.
Ja, hier, wo jetzt die tiefste Ruhe herrscht, da war einst eine geräuschvolle Thätigkeit. Da arbeiteten furchtbare Mächte im Schocße der Erde; sie schmiedeten und hämmerten, daß die Funke» hoch in die Lüfte flogen. Und wenn sie die Este
nur den Heberlieferungen des Reichstages, son- rern denjenigen aller Parlamente der Erde widerspreche». Aber die Gegner verbefferter Ernfudrzölle scheinen allgemach den Verstand in der Beurtheilung aller Dinge einzubüßen, die mit dem Zolltarife in Zusammenhang stehen — den Verstand, oder aber — wenn sie selbst an solche Dinge nicht glauben und dennoch damit krebsen gehen — auch den letzten Rest von Ehrlichkeit n der Behandlung derselben vor der Oeffent- ichkeit. Desto sachgemäßer und ruhiger können die Freunde des für die nationale Arbeit nothwendigen Zollschutzes ihre Grundsätze und For- -erurgen im Interesse des Volkes vertreten.
Deutsches Keich»
Berlin, den 16. August.
ft Die Meise des d-utsHe« Kronprinzen nach England ist nach neueren Zeituvgsmeldungen aus augenscheinlich amtlicher Quelle als eine Erholungsreise aufzufassen. Der Kronprinz benützt die Zeit der Hniversitätsferien, um die Naturschönheiten von Schottland in Augenschein zu nehmen; alle anderen Vermuthungen werden als hinfällig bezeichnet, namentlich aber die, als handele es sich um die Verlobung des Kronprinzen mit einer britischen Prinzessin. Nicht nur Oberst von Pntzelwitz begleitet den Kronprinzen, auch Graf Metternich begleitet denselben.
+ cheheimerath Konrad, bisher Regierungspräsident in Bromberg, ist nach einer Notiz der ,Berl. Reuest. Nacht.' besonders deswegen vorn Reichskanzler dem Kaiser als Leiter der Reichskanzlei empfohlen worden, weil er „ein ausgezeichneter Kenner bet Verhältnisse im Osten der preußischen Monarchie ist und aus feiner Thätigkeit als praktischer Landwirth, Verwaltungsbeamter und vortragender Rath im preußischen Landwirthschaftsministerium über einen reichen Schatz an Erfahrungen auf landwirth- schaftlichem Gebiete verfügt."
4- Wieder eine Garkare« - Nachricht. Kurzer Hand meldet ein Privat-Telegramm des frei,innigen ,Berl. Tagedl.' aus Bernburg: „Die Großindustriellen aus Anhalt und aus der Provinz Sachsen protestire» einstim- mig gegen sämmtliche Zollerhöhungen." Wie sie das gemacht habe» solle», wird nicht getagt, das scheint „unter Kameraden janz ejal zu sein." Eine Versammlung, in der ein solcher Beschluß hätte gefaßt werden können, hat nämlich gar nichtstattgefunden. Hnd hätte sie statt- gefunden, dann würde der Beschluß nichts Anderes bedeute», als daß die Herren auch gegen allen Zollschutz für die Industrie ge- stimmt hätten. . . .Tableau! Die ,Freis. Ztg.' des Abg. Eugen Richter kann sich auch nicht enthalten, über das,Berl.Tagebl.' und seine Leistungen folgendes liebenswürdige Hrtheil zu fällen: „Für das dumme Zeug, das die Redaktion des,Berl. Tagebl.' in ihren Spalten verübe, den Freisinn verantwortlich zu machen, entspricht nicht einem ehrlichen Parteikampfe. Auch die freisinnige Vereinigung glauben wir zu beleidigen, wenn wir es für das Moffeblatt derart verantwortlich machen wollen."
reinigten, dann warfen sie Feuerkugel» und glühende Lava hinaus; dann kochte und brodelte es, dann sprübte es Tod und Verderben. Doch es hat endlich ausgetobt und ausgerast, und nun herrscht Ruhe und Frieden.
So ist des Menschen Herz; so wühlt, kocht, tobt, rast, zischt und sprüht es auch wohl in ihm. — Hnd kommt auch wieder Ruhe und Frieden?---
Doch hier wird man melancholisch. Weiter, weiter! Die Sonne will sinken. Aber da wir jetzt alle drei wieder gut „beritten" sind, so gelangen wir bald nach Manderholz. Hier bleiben wir nur eine kurze Weile; bann geht's zum letzten Ruhepunkte, zur Trennungsstätte nach Schwarzenbrunn. Unterwegs kommen wir noch an einem „Zunftgerossen" vorbei, ber nebst seinem lendenlahmen Rößlein auf einem simpel» Wagen sich weiter schaffen läßt.
Unb da sitzen wir denn in Schwarzenbrunn, einem ganz kleinen Oertchen, in einem ganz kleinen WirthssMchen, und feiern den Abschied. Denn hier geht bie Straße meiner Begleiter links und die meinige rechts. Die Trennung wurde uns recht schwer; denn wir hatten ja in so kurzer Zeit so viel erlebe Aber was konnte es helfen? Korfirius, der Aeltere, wollte nach „Herwald" zum Besuche seines alten Mütterchens; und da der Jüngere zufällig ihr Enkelkind war, so hieb es diesen zu seinem Großmütterchen.
Nun denn, auf! Unb noch zusammen bis dorthin zu dem Wegweiser! Da stehen wir, drücken immer wieder gerührt einander bie Hände, küssen die letzten Biertropfen schluchzend aus den gegenseitigen Schnurrbärten, unb schwören uns Treue
x No« der Woveve z«m L»ra Lenver- stcherrmgs-GeseHe. Auch der Berliner Mattonal- Z-itunz' erscheint es als „höchst unglauohaft, daß bie Regierungen neben de» großen Resten ber vertagten Session — man denke nur an die Seemannsordnung ! — »eben dem Etat unb dem Zolltarif bemReichstage noch eine neue, umfang- reiche sozialpolitische Vorlage zumuthen sollten". — Diese Vorlage hätte eben bereits vor einem Jahre dem Reichstage zugehen sollen; benn wichtiger als beispielsweise die Seemannsordnung tft sie doch auf jeden Fall! Aber unter den obwaltenden Umständen wird man sich wohl wirklich noch ein weiteres Jahr in Geduld fassen müssen!
* A» der Wsrhö8er«»g des AsMarif- evlwnrkss, in welche bekanntlich auch ber Parlamentsberichterstatter Dr. Hamburger verwickelt ist, macht die Antis. Korrespondenz (Deutsch- oz. Bl.) des Abg. Liebermann von Sonnen- ,erg die bosyaste Bemerkung: .....Nunmehr
hat er sich, wie es scheint, auf Nimmerwiedersehen aus Berlin entfernt und die Mitarbeiter an feiner larlamentarischen Korrespondenz werden sich nach einem anderen Brodherrn umsehen müssen." Gemeint sind die mit dem jüdischen Dr. Hamburger geschäftlich sehr eng Hirten antisemitischen Abgg. Dr. Böckel und Werner!
* DerMrmffer der öffentliche« Arveite« hat in einem an die König!. Eisenbahn-Direktionen gerichteten Erlasse darauf hingewiesen, daß auch die mit der Ausführung von Eisenbahn-Bauten beschäftigten Unternehmer zur Beachtung der lanbes- polizeilichen Vorschriften über die Zulassung ausländischer Arbeiter verpflichtet sind. Gleichzeitig beauftragt ber Minister bie Direktionen, bie Erfüllung biefer Verpflichtung seitens ber Unternehmer in geeigneter Weise zu überwachen. Namentlich stnb bie Unternehmer zu einer rechtzeitigen unb orbnungsmäßigen Anmeldung ausländischer Arbeiter anzuhalten.
* Hine Aeravsetzung der Kehrergehälter tff ««statthaft. Vor einiger Zeit hatte der katholische Schulvorstand in Lehe auf Veranlassung der königlichen Regierung die Alterszulagen der Lehrer von 180 auf 160 Mark herabgesetzt, weil die Regierung einen vom Schulvorstand geforderten erhöhten Zuschuß nicht bewilligen wollte. Die bann erfolgte Herabsetzung der Alterszulagen hat der Minister auf bie Beschwerde der Lehrer für unzulässig bezeichnet und wieder aufgehoben.
h Die Nachfrage «ach ArSeit vermehrt sich fortgesetzt. Nach ben Feststellungen ber Zeitschrift,Arbeitsmarkt' entfielen währenb des Monates Juli auf 161 Arbeitsuchende nur 100 offene Stellen. Im Juli des Vorjahres stellte sich das entsprechende Verhältniß wie 122 zu 100. Namentlich war ber Anbrang von Metallarbeitern unb Bauarbeitern groß.
+ Die A«tterei«ftthr «ach D-vtschla«d hat in neuerer Zeit eine ungemeine Zunahme erfahren. Bis zum Jahre 1895 bezog Deutschlanb ungefähr ebenso viel Butter vom Auslavbe, als es borthin fanbte; nur war bie von Deutschlanb ausgeführte Butter besser, als biejenige, bie es von außerhalb bekam. Dieses Verhältniß hat sich währenb ber letzten fün Jahre erheblich geändert, und während beS Jahres 1900 sind 166000 Doppelzentner Butter
Grabe. — All Heil! — for sind sie! — Immer muß das doch das Ende sein vom Liede:
„Und was daS atme Herz auch sinnt und dichtet - Zum Schlüsse kommt das Voneinander — radeln."
V.
Sturm! Blitz! Donner! Einschlag!
„Die Sonne sank, der Schimmer wich, Des Helden Brust ward schwer!"
Ja, die Sonne ist dort hinter ben Bergen im Westen verschwunden. Drückende Schwüle liegt über der Erde. Kein Lüftchen rührt sich, kein Blättchen, kein Grashälmchen bewegt sich; kein Vöglein singt mehr; bie Natur ist abgespannt unb müde, und hat sich zur Ruhe begeben. Nur ein paar Fledermäuse huschen in der Luft umher; und weit dahinten in der Ferne da bewegt stch's dunkel unb schwer.
Doch inmitten biefer schwülen Stills da schwebt in geräuschloser Eile eines einsamen Menschen Gestalt Über die einsame Landstraße dahin. Unb als habe fein Antlitz bie Ausgabe, das Bild bc§" fernen Horizontes wieder zu spiegeln, so schaut er gar oft nach demselben hin, unb so zeigt es bald tief dunkle Schwer- mutb. bald einen bell fröhliche» Schimmer.
Es ist ein Radler. Vor einer halben Stunde hat er sich weit da oben von zwei lieben Gefährten getrennt. Dort ist's noch so freundlich hell am Himmel; und so oft seine Gedanken dorthin zurückfliege», leuchtet hell fein Antlitz, und um so heller, je weiter bie Gedanken zurück- kehren.
im Werthe von 25Vs Millionen Mark nach Deutschland ei» geführt worden, während bie Ausfuhr nur etwa 25 000 Doppelzentner mit einem Werthe von 5*/, Millionen Mark betrug. Allein 58000 Doppelzentner Butter kamen aus Holland, und nach Prozesse», die gegen 23er« äufer von Butter holländischer Herkunft geführt worden sind, ist die Annahme berechtigt, daß zroße Mengen dieser Butter nicht rein sind, andern mit Margarine vermischt. Bei dem Heberschreiten der Grenze wird nicht die geringste Kontrolle über die fremde Butter ausgeübt, so daß Betrug sehr leicht auszuführen ist. Durch dieses Fehlen der Untersuchung kann ber guten deutschen Butter ein unlauterer Wettbewerber erstehen, dessen Abwehr gar nicht schwer sein würde. WaS in Deutschland nach dem Margarine-Gesetze Recht st, sollte unbedingt auch der fremden Buttereinfuhr gegenüber Recht sein.
4- Das DerSol der Kirrfnh* vo« keöe«- dem Keffüge! a«s Dentfchkand «ach Dänemark vorn 16 März d. Js. ist durch den Dänischen Landwirthschafts Minister heute aufgehoben worden. Die Verfügung tritt sofort in Kraft.
X Freiherr vo« Nordenskjöld f.J!» 13. August ist in Stockholm ber berühmte Norb-
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landsfahrer Professor Nordenskjöld im Alter von 68 Jahren gestorben. Mit ihm scheidet einer jener Helden, welche sich die Erforschung Iber Polargegenden zur Lebensaufgabe gemacht haben. Wenn auch Nansen weiter als Nordenskjöld gegen den Nordpol vorgedrungen ist, so ist e8 doch letzterem gelungen, die nordöstliche Durchfahrt zur Behringstraße zu entdecken. Am 18. November 1832 in Helnngfors geboten, begleitete er seinen Vater, der Chef des finländischen Berg- und Hüttenwesens war, auf Reisen in Fiuland unb im Ural. Hierdurch angeregt, widmete sich er geologischen Studien und wurde 1858 Professor unb Vorsteher ber mineralogischen Sammlungen in Stockholm. Von 1858—1880 nahm er an allen wissenschaftlichen arktischen schwedischen Expeditionen theil. Seine ersten Reisen, bie er in den Jahren 1858, 1861,
Aber da vor ihm, da ballt es sich zusammen: so schwarz, so unheimlich, so drohend, so grollend! und wenn er vor sich sieht und denkt — bann werden sorgenschwer unb dunkel ferne Züge. Denn dort hangt ein Gewitter am Himmel und — eins auf der Erde ; er fürchtet nicht ohne Grund, es möchten Beide sich übet fein Haupt endaben.
„Wie so?"
„Liebe Leserin, das kommt nachher." — Jetzt macht er kurze Rast in Kyllfeste. Während er am Hotelfenster sitzt und gedankenschwer hinausschaut, da erlaubt hoch auf dem Berge der alte Aeolusseinem ungezogenen Buben, dem Boreas^), einen Spaziergang zu machen. Der ist im Nu an der berühmten Stiftskirche vorbei und stürmt die schmale Straße hinab; dabei schlägt er einige offene Fenster zu, daß die Scheiben klirren, andere stößt er auf unb zerrt bie Vorhänge heraus, so daß sie wie zerrissene Segel in ber Lust herumflattern. Dann fddeubert er etliche Blumentöpfe von Altanen unb Fensterbänken unb zerrt an Lianen unb Weinrcmken, als wollte er alles hinab unb in Stücke reißen.
Jetzt rennt er mit bem Kopfe ah ben Thür- psosten des Hotels „Zur Sonne"; schnaubend macht er kehrt, rast rund um den freien Platz, scharrt Staub unb Papierschnitzeln zusammen unb wirbelt barauS Trichter in bie Höhe. Mit einem heulenben Pfeifen gleitet er bann an ber Ecke hinab zur Kyll. Da stürzt et sich hinein
l) Aeolos, der Gott des Windes. l 2) Boreas, der
Nordwind.