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JE 186.
JuLöa, Freitag, den 16. August 1901.
28. Jahrgang.
Äk Frankreich.
Es ist schon etwas Besonderes, wenn in Frankreich ein Ministerium zwei Jahre lang am Ruder bleibt. Mit dieser Amtsdauer ist das Kabinet des Herrn Waldeck-Rousseau das vierlülteste seit dem Jahre 1870. Länger als 21/* Jahre hat seit 1870 noch kein Ministerium in Frankreich bestanden. Diese Dauer haben an- näherns erreicht das Kabinet Thiers, vom Februar 1871 bis zum Mai 1873, das Kabinet Jules Ferry, vom Februar 1883 bis zum Mat 1885, das Kabinet Meline, vom März 1896 bis Ende Juni 1898. Im übrigen hat die fran- zöfische Republik in den 31 Jahren ihres Bestehens bereits 32 Ministerien gehabt, so da das Durchschnittsalter eines Kabinets die Ze' von IVI» Monaten nicht übersteigt.
Den festen Sitz im Ministersattel verdankt Waldeck-Rouffeau nicht nur politischen Umständen, sondern auch persönlichen Eigenschaften. Bor allen Dingen tst et nicht in den Fehler der Vetlerleswirthschaft verfallen, wie viele seiner Amtsoorgänger, die mit zu allererst daran dachten, allen möglichen Vettern und Freunden gute und einträgliche Stellen zu verschaffen. In diesem Sinne ist Herr Waldeck-Rouffeau unanfechtbar, und außerdem versteht er es meisterlich, durch sein vornehmes Wesen sich die vielen Leute vom Leibe fern zu halten, die es als ihr Hauptgeschäft betrachten, Minister um allerhand Gefälligkeiten zu bitten. Herr Waldeck-Rouffeau benützt die Gunst und Vortheile, die er zu vergeben hat, vorsichtig und klug, und dadurch it es ihm gelungen, die Opposition im Abgeordnetenhause nicht unerheblich zu vermindern. Namentlich hat er viele von denjenigen Abgeordneten zu sich herübergezogen, die zwischen gemäßigten und radikale» Republikanern hin und her schwanken, oder es absichtlich darauf anlegen, durch äußere Vortheile sich von dem Ministerium anlocken zu laffen; und die Zahl dieser Leute pflegt inFrankreich stets groß zu sein. Der Partei der gemäßigten Republikaner ist während der fitzten Jahre zum Vortheile der Radikalen erheblicher Abbruch gethan worden, wie man gerade in neuester Zeit recht deutlich aus den Ergrbniffen der Wahlen zu den Generalräthen entnehmen konnte. Deswegen kann Herr Waldeck-Rouffeau mit Ruhe auf die Verminderung der ministeriellen Sozialisten zu Gunsten der revolutionären Sozialdemokratie blicken: Der Verlust hier ist kleiner, als der Gewinn bei den Republikanern. Im ganzen mögen es etwa fünfzehn Sozialisten sein, die aus dem Kreis der Freunde des Herrn Ministers Millerand zu den ministerfeindlichen Revolutionären übergegangen sind; und das kann Herr Waldeck-Rouffeau noch verschmerzen. Leider nur sind Liese Verluste an die Revolutionäre» niemals wieder gut zu machen, während es sehr die Frage ist, ob die unsicheren Kantonisten dem unbestimmten Grenzgebiete zwischen gemäßigten u. radikalen Republikanern auch immer den Fahnen des Kabinet Waldeck-Rouffeau treu bleiben werden. Auch kann es vorkommen, daß Radikale in das Lager des früheren Minister- Präsidenten Meline abschwenken.
So stehen jetzt die Dinge bei dem Beginne der Agitation für die nächsten Neuwahlen zum
Weine erste Madtour.
Humoreske von Gaspard Genetiv.
10 ------ (Nachdruck verboten.)
Wir suchten ein Gasthaus auf, mischten eine Flasche Wein mit Mineralwasser (eigentlich sollte ein Radler das Waffer ungemischt trinken) und ließen uns zu diesem „Schorle Morle" x) einen Theil der Hochzeitswürste wohl schmecken. Dann ging's wieder weiter noch eine ziemlich bedeutende Strecke. Da Korfirus in einem der letzten Häuser von Sprudelschloß noch einen Schneider von der Güte seiner (des Konfirius) Nähmaschinen zu überzeuge» suchte — denn damit handelt er auch —, so bildete ich damals die Vorhut. Als ich aber schon eine ganze Sturide lang gefahren war und nichts vom Hauptheer sich blicken ließ, so hielt ich mich verpflichtet, wenigstens eine Weile zu warten. Denn ich mußte doch annehmen, daß eben das Hauptheer in ein Gefecht verwickelt worden sei.
Ich lagerte mich daher in gedeckter Stellung in's weiche Gras und blickte sehnsüchtig die Straße zurück, die ich gekommen war.
Da — endlich kommt es weit dahinten, langsam, langsam heran.
Hab ich mir's nicht gedacht? — Valentin lenkte wieder mit der Linken sein Rad, hat mit der Rechten den linken Arm seines Vaters ge-
*) Anmerkung: Schorle «Morle: Mischung von Wein und Wasser.
Abgeordnetenhause. Noch neun Monate wird es bis zu diesen Wahlen dauern. Aber gerade diese Neuwahlen sind von außergewöhnlicher Wichtigkeit, und deswegen macht sich ihr Einfluß schon so frühzeitig geltend. Wird doch durch diese Neuwahlen zum französischen Abgeordnetenhause entschieden werden, ob die Republik in dem gegenwärtigen radikal-sozialistischen Fahrwaffer bleiben, oder ob sie etwa noch ausgesprochener sozialdemokratisch werden soll, oder drittens, ob sie vielleicht wieder mehr dem gemäßigten Republikanismus sich zuwenden soll.
Von zwei Seiten her wird der gegenwärtige Zustand der Dinge angefochten.
Die Sozialdemokraten möchten die bürgerliche Republik stürzen und die Herrschaft der Sozialdemokratie an deren Stelle setzen. Die Parteien der Rechten haben es auf die Republik mit der parlamentarischen Herrschaft abgesehen und sehnen ein wieher mehr persönliches Regiment herber, und ihnen wird augenscheinlich bei den Wahlen ein Theil der Republikaner aus dem Lager des früheren Ministerpräsidenten Mvline Hilfe leisten.
Diesem beiderseitigen Ansturm steht nicht eine Regierung gegenüber, die auf fester und unveränderlicher Grundlage aufgebau? ist. Denn die Republikaner sind ja eben in zwei Heerlager gespalten, deren Vereinigung zu einer fest geschloffenen Masse für alle absehbare Zeit außerhalb des Bereiches der Möglichkeiten liegt; und diejenigen Leute unter den Republitanern, dle mit aufrichtiger Ueberzeugungstreue der katholischen Kirche zuge- than sind, fühlen sich aufs tiefste verletzt durch das sogenannte Vereinszesetz des Herrn Waldeck- Rouffeau, das gegen Verabredung und bestehenden Brauch die kirchlichen Ordensgenoffenschaften aller Selbständigkeit beraubte. Und nach der Lage der Dinge ist durchaus nicht anzunehmen, daß die Neuwahlen gerade den radikalen Freunden des Kabinets Waldeck-Rouffeau so unerwartet große Erfolge bringen sollten, daß diese eine Mehrheit allein in der neuen Kammer haben würden.
Herr Waldeck-Rouffeau also hat ohne Zweife mit anerkennenswerthem Geschick fein Kabinet ungewöhnlich lang über Waffer gehali n. Aber daraus kann durchaus noch nicht fcs Schlußfolgerung hergeleitet werden, daß gegenwärtige Ministerium auch die Neuwah en Überstehen und auch noch nach diesen Herr der Lage bleiben werde.
Denlsches Keich«
Berlin, den 15. August.
+ Die politische Stille wird noch eine längere Zeit anhalten. Das Kaiserpaar hat sich von Berlin nach Schloß Wilhelmshöhe bei Raffel begeben; Reichskanzler Graf Bülow ist nach der Insel Norderney zurückgereist, um dort nach länger in erfrischender Seeluft sich zu erholen von den Strapazen der voraufgegangenen Zeit, und neue Kräfte zu sammeln für die Arbeite» der kommenden Tage. Wahrend seines kurzen Aufenthaltes in Berlin hat Graf Bülow Berathungen gehabt mit den in Berlin anwesenden deutschen Botschaftern und auch mit den Berliner Vertretern des Zarenreiches. Daß diese Berathungen Haupt
packt und schleppt diesen mit. — Koifirius, der Aeltere. hat ein Bein eingkbüßt, wie ich bei seiner Annäherung deutlich bemerkte; denn er tritt nur müde das linke Pedal —, vom rechten ist nichts zu erblicken. — Aber — das Bein — scheint doch noch vorhanden zu sein; wenigstens liegt es auf dem Rahmen und quer über der Lenkstange — Jetzt find sie bei meinem Lagerplatz angekommen. Da bonwere ich ihnen ein gebieterisches „Halt" entgegen.
Sie steigen ab; — ei Korfirius geht doch mit beiden Beinen — aber das rechte Pedal armnt zugehöriger Stange trägt er in der Hand.
„Freund", erkundige ich mich voll inniger Theilnahme, „haben Dich böse Buben verfolgt? — Oder haben noch ein paar Franzosen von Anno siebzig aus einem Gebüsch mit Kartätschen Dein rechtes Pedal zerschmettert? — au! — au! oslaffen!"
Das hat man von seiner Theilnahme; der Mensch hat mich am Schluffe meiner Rede am Halse und droht mir das Genick zu zermalmen.
„Ich werde Dir spotten," so zischt er durch die Zähne.
Als ob ich spotten könnte!
Was geschehen war? Ei, die rechte Pedal- lange war an der Nabe durchgebrochen. — Vor allem lagerten sich Beide zu mir in's Gras und dann machten wir's, wie es von den Eltern des „Peter in der Fremde" heißt:
„Bekämpften ihren Gram durch Gfsen Und tranken tief gerührt dazu."
sächlich dem zukünftigen Zolltarif gegolten haben, versteht sich von selbst.
'n. Der deutsche Iroupriuz trifft an diesem Freitag in England ein. Er ist begleitet von dem Obersten von Piitzelwitz.
+ IckdmarschallHras Waldersee ist vom Kaiser von Rußland in ganz besonderer Weise ausgezeichnet worden. Nach der Meldung eines Berliner Blattes hat der Zar dem Feldmarschall den Andreas-Orden mit Brillanten und Schwertern verliehen, d. h. die höchste russische Ordens-Auszeichnung. Mit Schwertern ist er bisher überhaupt nur zweimal verliehen worden. Graf Waldersee war bereits im Besitze zweier hoher russischer Orden. Auf diese Weise würde der Feldmarschall nicht ausgezeichnet worden sein, wenn der Zar nicht wirklich mit dem Verlaufe der Dinge in China unter dem Einflüsse des deutschen Feldmarschalls vollkommen zufrieden wäre.
x Leiter der Ikeichskauzlei ist an Stelle des Freiherrn von Wilmowrki Regierungspräsiden Conrad geworden, bisher Regierungspräsident in Bromberg. Der neue Leiter der Reichskanzlei stammt aus Westpreußen und ist jetzt 49 Jahre alt. Er war früher einige Jahre Landraih in seiner Heimathsprovinz, nachher vortragender R-tth im preußischen Landwirthschastsministerium. Zum Regierungspräsidenten in Bromberg wurde er erst im Dezember 1899 berufen.
® Der Kranz des Neichslages, den der Präsident deffelben, Abgeordneter Graf von Ballestrem, am Sarge der Kaiserin Friedrich niedergelegt hat, ist aus Lorber und weißen Rosen gewunden. Er trug Bänder und Schleifen in den deutschen Farben mit der Inschrift; „Dem gesegneten Andenken der zweiten deutschen Kaiserin, Kaiserin und Königin Friedrich, Viktoria, Prinzeß- Royal von Großbritannien und Irland, Herzogin zu Sachsen. In tiefster Ehrfurcht der Deutsche Reichstag." Ein Band trug die Worte der hl. Schrift: „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröfter werden."
X Der K tw«rrf des ZoKtarifes soll dem Reichstage sofort nach seinem Zusammentritte im November zugeben, so wird einem süddeutschen Blatte von „wostinformirter parlamentarischer Seite" mitgethefik; alle sonstigen gesetzgeberischen Arbeiten sollen zurückgehalten werden. Diese Versicherung des sofortigen Erscheinens des Zolltarifentwurfes im Reichstage erscheint ein wenig auffallend. Bisher hat man doch noch gar nichts Anderes angenommen. Will die „wohlinformirte parlamentarische Seite" der Regierung etwa nur auf den Zahn fühle», ob es auch wirklich dabei bleiben werde? lieber das Zurückhalten aller sonstigen gesetzgeberischen Arbeiten lauten die Meldungen recht verschieden.' Erst am letzten Mittwoch versicherte die .Tägl. Rundschau' auch au« angeblich sicherster Quelle, daß die Novelle zum Krankenversicherungsgesetze bestimmt kommen werde. Man weiß nun nicht, was richtig ist, und ist so klug wie zuvor.
X Irrm Itzörserrgesetz. Ein eigenartiger Vorfall ist aus Glatz zu verzeichnen. Dort hat ein angesehenes Bankhaus seineZahlungen eingestellt, weil nach dem Beispiele einer der größten und reichsten Firmen der Stadt eine ganze Anzahl von Kunden sich geweigert hat,
„Schon wieder?" meint ein lieber Leser. — Warum denn nicht? bei einer solchen Tour! ich bitte ! —
Wir aßen den zweiten Theil der bräutlichen Wurst und tränte« eine Flasche Bier, welche die Beiden irgendwo aufgegabelt hatten.
„Aber was nun?" war meine bange Frage.
„Wir sind hier nahe bei Hochfels; jeden- falls ist doch eine Schmiede in dem Nest; da wird dann ganz einfach ein neues Loch in die Pedalstange gebohrt."
Alfo weiter, und zwar zu Fuß; denn ich konnte mein mitleidiges Herz nicht verleugnen und wollte nicht von ihnen weichen: es ging nämlich viel zu steil bergan zum Fahren.
Nach einem halbstündigen Marsche in der glühenden Sonnenhitze langten wir in Hochfels an. Im ersten Hause ist schon die ersehnte Schmiede. Mit vieler Mühe wird ein „neues Loch" über dem Bruch durch die Pedalstange gebohlt, und bald fitzt fie wieder an der Achse. Arg dünn finde ich zwar die Wände dieser neuen Nabe, schweige aber ganz still; denn waS verstehe ich denn davon? —
Die Höhe ist erstiegen, wir setzen uns wieder auf. Diesmal bleibe ich aber in der Nachhut und habe vor mir das Bild eines hinkenden Radlers.
Eines hi «kennen Radlers?! —
Jawohl! Denn die rechte Pedalstange war ;a tflrjer geworden und das wirkte genau, wie sonst ein kürzeres Bein. Und so hinkte mein alter Korfirius buchstäblich; es war ein drolliger Anblick.
die aus ihrem Bankkonto sich ergebenden Äffe' renzen von Spckulationsgeschäftm herauszazahlen, vielmehr auch die Herausgabe der bereit« geleisteten Einzahlungen erftritten hat. Dar ist nun ohne Zweifel keine noble Handlungsweise. Aber auf der andern Seite sind auch die Schlußfolgerungen falsch, die in mehreren Blättern aus diesem an sich bedauerlichen Falle gegen die Bestimmungen des Börsengesetzes gezogen werden. Es handelt sich hier durchaus nicht nm eine „verkehrte Gesetzgebung", wie ein Berliner Börsenblatt sich ausdrückt, sondern es handelt sich um Unvorsichtigkeiten, die von dem Glatzer Bankhause ebenso begangen worden sind, wie von jeher von anderen ähnlichen Firmen auch. Wenn das Gesetz ganz klipp und klar gestimmt, daß alle diejenigen, die nicht im Börsenregister eingetragen sind, nicht verpflichtet sein sollen-zur Zahlung solcher Spieldifferenzen, warum machen dann Bankfirmen noch immer Spielgeschäfte dieser Ar t mit solchen Personen? D .ese Bestimmung wurde gerade zu dem Zwecke in das Börsengesetz ringe» fügt, um die Differenzeinspiele einzuschränken und die Mnksirmen nach Möglichkeit davon abzuhalten, mit Unberufenen Spielgeschäfte dieser Art zu machen. Wer nun geflissentlich diese gesetzlichen Bestimmungen unbeachtet läßt, muß sich selbst die Folgen davon zuschreiben. Es kommt noch etwas Anderes hinzu, worauf erneut die ,Kreuz-Ztg.' aufmerksam macht: durch die gedachte und von den Spekulanten herbeigewünschte Aendernng des Börsengesetzes würde an dem gegenwärtigen Zustande gar nichts geändert werden, denn durch die Paragraphen 762 und 764 des Bürgerlichen Gesetzbuches wird die Hinfälligkeit aller derjenigen Geschäfte ausgesprochen, die auf Spiel und Wette beruhen — genau ebenso, wie dies in der Gesetzgebung anderer Länder geschieht. Man wird nicht glauben, daß im Reichstage eine Mehrheit sich finden sollte, die zur Aendernng des Bürgerlichen Gesetzbuches im Interesse des Börsenspielgeschäfte bereit wäre. Man sollte darum aushören, gegen einzelne Bestimmungen des Börsengesetze« Sturm zu laufen, deren Beseitigung noch immer nichts ändern würde an der Hinfälligkeit der börsen- mäßigen Spielgeschäfte.
+ Kirr allgemeiner denkscher Aröeit- gevervnnd sollte angeblich im Werke fein. Die Nachricht war von Deffau aus verbreitet worden, wird nunmehr aber im,Anhaltischen Staatsanzeiger' für unbegründet erklärt.
k— HsnaSrÜck, 14. August. Ein erfreuliches Zeichen und eine gewiffe Garantie für das Gelingen der diesjährigen 48. General- Versammlung der Katholiken Deutschlands ist der Umstand, daß unsere gesummte katholische Bürgerschaft einmüthig zusammenwirkt, unsere Gäste herzlich zu empfangen und ihnen die Tage ihres hiesigen Aufenthaltes so angenehm als möglich zu machen. Die städtische Verwaltung hat der Ausschmückungskommission ihre sämmtlichen Dekorationsstücke zur Verfügung gestellt. Ueberall werden die Besucher das größte Entgegenkommen finden. Seinem Rufe als gastliche Stadt will ober Osnabrück auch besonders dadurch Ehre machen, daß die Bewohner, ohne Unterschied des Bekenntnisses, in großer Zahl für die Gäste Quartiere bereitstellen, sowohl Freiquartiere, als auch gegen
Das muß wohl auch der Fuchs finden, der dort in der Wiese sitzt; denn wie er uns erblickt, springt er auf, aber das Staunen feffelt ihn an seine Stelle. Er sperrt das Maul auf bis hinter die Ohren. — Jetzt wendet er sich zum Walde —, drei Schritte —, da macht er wieder kehrt und schaut —; er schüttelt den Kopf —, sitzt setzt er sich gar auf die Hinter- äufe, um deutlich fthrn zu können. — Und —, ei, dieser Racker I — jetzt hinkt er wahrhaftig ganz gravitätisch mit dem rechten Hinterlauf genau in demselben Tempo, wie Korfirius.
Hart am Waldesrande bleibt er stehen und beschattet die Augen mit der Vorderpfote, um nur nichts von dem interessanten Anblick zu verlieren. Nein —, abe ein solch boshafter Kerl! — Sieh! — jetzt verzieht er gar die spitzbübische Schnauze zu einem höhnischen Grinsen;
Das ärgert KorfiriuS; mtt aller Energie tritt er auf das rechte Pedal — knack —! Da liegt es an der Erde, und Korfirius auch!
Der Fuchs aber — hm! wie sagt doch Weber:
„Füchslein greinte: „Lachen muß ich,
Traun, am längsten lebt der Lacher!"
Dann springt er in den Wald und wedelt mit der Fahne den Abschiedsgruß.
Siehst Du, theueres Bruderherz und wackerer Korfirius, „wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen." — Und das war ein Spötter! aber ich--.
Doch — so leicht läßt stch kein deutscher Man»