perant».: SBr die «edaktion i. v. Karl Schaffer.
»«» Jutrrate 3. Parzelle» in Fulda.
M 185
Juwa, Mittwoch, den 14. August 1901
Daß die Sozialdemokraten gerade gegen die-
Hier find sie! und ich bin der zweite
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Herr, wie können Sie sich unterstehen —
und ohne
Wegen des Feiertags Mariä Himmelfahrt wird die nächste Nummer unseres Blattes erst am Freitag ansgegebe».
einnimmt, die sie auch ftüher in ähnlichen Fällen eingenommen hat. Karl Marx hat einmal gesagt, warum; danach stimmt die Sozialdemokratie nur deswegen für den Freihandel, weil dieser im wirrhschaftlichen und int politischen Sinne revolutionär ist. Und wenn der Reichstag wieder versammelt sein wird, dann wird der jetzt auf- sässige Herr Ealwer gehorsam wieder den Spuren des Herrn Obergenoffen Singer folgen und ge- memfom mit den übrigen Genossen der Börsen- Tchutztruppe alle die Zollsätze bekämpfen, welche zum Schutz- der heimischen Arbeit vorgeschlagen sind.
. . * Ia»er der Prozesse werden
bet allen Genchten des Deutschen Reiches seit dem Jahre 1888 statistische Erhebungen angestellt, die sich einmal auf die Zeit erstrecken, welche von Einreichung der Klageschrift bis zum ersten Ber- Handlungs-Termin vergeht, sodann auf die Zett, welche zwischen der Einreichung der Klageschrift und dem Endurtheil liegt. Nach der amtlichen Justiz - Statistik hat die Dauer der Prozesse bei den Amtsgerichten zugenommen, bei den Landgerichten in erster wie in der Berufungs-Instanz. Bet den Oberlandes-Gerichten hat sich die Dauer der Prozeffe im Jahre 1899 im Vergleiche zu den unmittelbar voraufgegangenen Jahren etwas verkürzt, ist aber immer noch länger als im Jahre 1888. Daß die Gerichte das Bestreben haben, die Prozeffe rasch zu erledigen, zeigt sich im All- gemeinen darin, daß die Frist zwischen Einreichung der Klage und erstem Verhandlungs-Termine ge- ringer geworden ist.
In der Kirche sitzt alles wie auf Dornen. Matthes, der zweite Trauzeuge geht jeden Augenblick hinaus, immer trauriger kehrt er zurück. Die Braut schluchzt laut, die Weiber helfen, der OrtSoorsteher schießt wüth-nde Blicke auf seinen geknickten Eidam.
Eben kommt Matthes zum hundertsten Male unverrichteter Dinge, wie er meint, zurück — er hat wohl oben vor dem Dorfe einen fremden Radfahrer gesehen, aber keinen Reiter — eben erhebt sich der Pfarrer von dem Betschemel und bemerkt mit einem Blick auf die Uhr:
„Es thut mir wirklich recht leid, aber die Trauung kann erst morgen fiattffnden, denn ich kann beim besten Willen nichts anfangen ohne die Papiere, und —"
Damit eile ich sammt dem Briefe hinaus, fliege in meinen Rock und trete dann an die Seite der hochbeglückten Brautpaares als zweiter Trauzeuge. — Der Pfarrer war auch einer meiner Mitschüler in T. gewesen.
Er gab nach der etwas beschleunigten Trau- ung feinem Bedauern Ausdruck, nicht länger mir Gesellschaft leisten zu können, meinte, ich ^rde aber wohl bei dem jungen Paar entschädigt werden, und war fort.
Mit seiner Meinung hatte er sehr recht. Ich wurde der Mittelpunkt deS F-steS; denn daß ich nirgendwo anders hingehen durste, att in's FeflhauS zum Frühstück, daS war klar. Mein wackeres Rad wurde von fchwarzbero<tten Jünglingen und b-kränzten Jungfrauen im Hoch-
i kett vergessen, in der deutschen Heimath den Kern der deutschen Kraft und der deutschen Erwerbsfähigkeit zu erhalten. England hat daS nicht gehörig beachtet, und nun hat England die bitteren Folgen dieser Unachtsamkeit zu tragen.
+ Watz, Heil! Jetzt endlich hält eS
auch das halbamtliche Wolffsche Telegraphen- bureau in Berlin für nöthig, seine mehrfach voraufgegangenen Falschmeldungen über angeblich beabsichtigte Zollkriegsmaßregeln Rußlands zu berichtigen. Das genannte Drahtbureau verbreitet eine Meldutg der deutschen ,St. PeterS- burger Zeitung', durch die mit allen diesen voraufgegangenen Kriegsnachrichten reiner Tisch gemacht wird. Der wahre Thatbestand sei danach nochmals festgestellt: ES ist nicht wahr, daß der Vertreter des russtschen Finanzministeriums in Berlin die Anweisung erhalten habe, die Vor- arbeiten für den neuen Handelsvertrag zwischen Deutschland und Rußland einzustellen. Das russische Finanzministerium hat vielmehr den deutschen Zolltarifentwurf „so sachlich und kurz behandelt, daß auch die feinste Nase aus diesen Zeitungsartikeln keine Neigung zur Wiederver- gellung herauSwittern könne". Es ist nicht ein Sterbenswörtchen davon wahr, daß die russische Regierung mit der Absicht umgehe oder umgegangen sei, die sogenannte Preußengängerei zu verbieten, also bie Reise russischer Arbeiter nach dem Deutschen Reiche, um hier lohnendere Arbeit zu suchen. Alle diese Behauptungen waren von
Brief triumphirend in der yocherhobenen Hand.
Da vergessen auch die Musikanten gänzlich, wo sie find, und Klarinette, Trompete, Horn und Tuba schmettern einen Tusch, die Orgel fällt eia —
Deutsches Deich.
Berlin, den 13. August.
„Habe ich denn heute Morgen lauter so sonderbare Gruppen zu passiven? — Was quält sich denn da unten wieder herum? — ist das nicht ein Pferd? — und gar auf drei Beinen? — Ah so: da richtet sich ein Mensch aus seiner gebückten Stellung auf und stellt den vierten Fuß des Pferdes, den er eben besichtigt hat, nieder. — Jetzt schaut er auf die Uhr — schüttelt den Kopf — faßt den Zügel und schwankt wie ge- brachen vorwärts und sein Stöglein hinkt hintendrein. — Warum steckt der Mensch denn eigentlich im Sonntagsstaat? — Und was soll das Sträußchen an seinem Hute?"
Dieses Selbstgespräch — ah so, ich vergaß, wtr find wieder zehn Kilometer diesseits von B. — also dieses Selbstgespräch hatte ich, nachdem Valentin fort ist und ich wieder lustig weiter abwärts radele. Jetzt komme ich in die Nähe des traurigen Roffeführers. Ich klingele, er fahrt herum —; wie Sonnenschein geht'- über sein gramdurchfurchtes Antlitz —; er wirkt und ruft mir Halt! zu:
«Herr, Ihr fahrt ja durch B. ?"
„Gewiß, ich will mich dort sogar eine halbe ®»unoe, vielletcht auch noch länger aufhalten."
„O, so nehmt um Gotteswillen diesen Brief fahrt, so schnell Ihr könnt, und bringet ihn in die Klrche; spätestens in dreiviertel Stunden muß er da sein."
„Aber was ist'S denn damit ?"
»O Herr, ich bitte Euch, fragt nicht lang, andern macht vorwärts; nachher sage idf« such."
«Nein jetzt; in einer halben Stunde bin ich unten."
28. Jahrgang.
SÄmS iU<$nb,e unwahr; und alle die vielen Darlegungen, die die deutsche ^«u^erpresse an diese Falschmeldungen ange- knüpft hat, waren von Anfang bis zu Ende auf lügenhaftem Grunde aufgebaut. Die Meldungen des Telegraphenbureaus dieser Art unterliegen emer Zensur im Berliner Auswärtigen Amte. Wer ist nun der Schuldige?
+ ^- technische Aochschuke in Kresla« in eine Nothwendigkett, anerkannt von allen zu- standtgen Beurtheilern, und deswegen aufs sehn- lichste herbeigewünscht von allen Betheiligten. Im preußischen Abgeordnetenhause ist von Vertretern aller Parteien auf diese Nothwendigkeit hinge-
rx worben, aber die Verwirklichung der Wunsches steht noch immer im weiten Felde. Ein bekanntes halbamtliches Organ läßt sich darüber nut folgenden Worten vernehmen: „Ob es mög- Itch sein wird, schon int nächsten Etat den Wünschen auf Errichtung einer technischen Hochschule in Breslau gerecht zu werden, darüber dürften noch eingehende Verhandlungen geführt werden. Jeden- -X^ r k ’n ^eser Beziehung gegenwärtig noch nichts fest . . . Aus dem halbamtlichen Deutsch m deutliche Ausdrucksweise übertragen, heißt das
• «nx^nbcre5' daß vorläufig auf die Verwirklichung des Planes noch nicht zu rechnen ist.
h. N-«- Oew-Hre. An der Herstellung des neuen Jnfanteriegewehrs Modell 98 wird un- unterbrochen gearbeitet, und mit Recht sagt man von ihm, daß es hinter keinem andern Gewehr mit seinen Eigenschaften zurückstehe. Keinen Augenblick aber stehen die Versuche mit wiederum neuen Systemen und Modellen still. Jetzt studirt man bei der Jnfanterie-Schießschule in Spandau ein neue« Selbstladegewehr, und nach den Aeußerungen von beteiligter Seite, die an die Oeffentlichkeit dringen, scheint die Ausficht darauf zu wachsen, daß in absehbarer Zeit die Heeresverwaltung mit der Forderung der nöthigen Mittel für die Einführung eines Selbstlader« beim deutschen Heere hervortreten werde. Bei den Reitertruppen ist, wie bekannt, eine Selbstladepistole eingeführt worden als Waffe für diejenigen Leute, die bisher auch mit einem Revolver ausgerüstet waren. Daß die entsprechende Neuerung bereits den nächsten Reichshaushaltseiat belasten könnte, ist auf jeden Fall ausgeschloffen.
Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Lierteljährl.
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Hoch Hingt das Lied vom braven Mann
Wre Orgelton und Glockenklang —* zu meinem Glück, denn so höre nur ich des Pfarrers Strafrede:
Flugs war mein Hut herunter: „Ah, Verzeihung; mein Rock hängt draußen an der Lenkstange; einen Augenblick!"
„Nun denn, die Tochter unseres Octsvor- Hier stnd sie' und ick hin h.»
st-h-rs soll heute Hochzeit halten. Da hat nun Trauzeuge.'" - so jubele ick^da in di- Lck der Bräutigam die Bescheinigung seiner Aus- zende Versammlung und ftflrxe tum Altar? d?»
vergessen. Er ist fast anderthalb Stunden von B. zu HauS. Nun konnte heute Morgen die Trauung nicht stattfinden und der Pfarrer sagte, er müsse unbedingt nach zwei Stunden fortfahren zur Bahn; ich galoppirte also schnell in den Heimathsort des Bräutigams, nahm die Papiere, jagte zurück, und nun hat mein Pferd ein Hufeisen verloren, und nach einer Stunde muß der Pfarrer fort, und ich kann nicht mehr zur
näckst??K A“ unterbrach ich ihn; in der i in die Kirche stürmen?^ de? Hut auf "dem^Kopf nächsten Sekunde btn tch im Satte! und, hast1 —v -«-—•• 1 v 1
Du nicht gesehen, mit dem wichtigen Schreiben von dannen.
lMrkchrtheitenundVerlogenheiten bei der Sozialdemokratie.
Wenn alle Politik unter dem Drucke der Spätsommerhitze einzuschlafen droht und der Zeitungsschreiber mit beküminerter Miene nach Stoffen sucht, die er für seine Zwecke noch ausnützen könnte, sorgt schließlich immer wieder die Sozialdemokratie für Unterhaltung — ernste und lustige. Und gerade in diesen Tagen hat das sozialdemokratische Berliner Centralorgan reichlich Arbeit mit der Ertheilung von Rüffeln an allerhand „Genoffen", die abseits wandeln von der vorgeschriebenen Straße'des Parteiprogramms.
Da kam zuerst Herr Poersch, ehedem Mitglied der Redaktion des Centralorgans selbst, jetzt „Vorstand des Verbandes der in Gemeindebetrieben beschäftigten Arbeiter", und wusch der Sozialdemokratie die Kappe wegen der schlechten Behandlung der Arbeiterbeamten. Ausgenützt wird deren Arbeitskraft so sehr, wie es nur irgend möglich ist, weit mehr, als dies in der „kapitali- Mchen Gesellschaft" zu geschehen pflegt; aber die Besoldung ist im Gegensätze dazu eine viel geringere, und deswegen ist der sozialdemokratische Arbeiter nach dem richtigen Urthetle des Herrn Poersch, der das wissen muß, ein Arbeitgeber, der in höherem Maße mit denjenigen Fehlern behaftet ist, die die Sozialdemokratie gerade an den kapitalistischen Unternehmerthum tadelt: feudale Behandlung der Angestellten und Ausbeutung der Arbeitskraft derselben ohne hinreichende Besol- bung.
lieber „Arbeitsmarkt und Handels-Verträge" hat der sozialdemokratische ReichrtagS-Abgeordnete E a l w e t eine recht lefenswerthe Schrift erscheinen lassen. Darin lieft man beispielsweise folgende Satze: „Die Sozialdemokratie als eine sreihänd- lensche Partei ansprechen zu wollen, zeugt von einer vollständigen Verkennung des Wesens deS Sozialismus. Denn Freihandel bedeutet, auf dem Weltmärkte den Starken gegen den Schwachen, den Gerüsteten gegen den Ungerüsteten, den Ausbeuter gegen den Ausgebeuteten losgehen zu lassen, ohne daß die Staatsmacht in diesem Wettstreite irgendwie mäßigend ober ausgleichend einspringen dürfte. Nun liegt eS aber int Wesen des Sozialismus, in dem Konkurrenzkämpfe Aller gegen Alle zu Gunsten des schwächeren TheileS zu inter« veniren . Es ist also gar k-ine Frage, daß der Frechandel dem sozialistischen Gedanken geradezu entgegengesetzt ist. . .« Gleichzeitig legt Herr Ealwer einen starken Nachdruck auf die nationalen Gesichtspunkte; kurz und gut, er stellt sich mit seinen Grundgedanken in unmittelbaren Gegensatz ju der Haltung, welche die sozialdemokratische Partei gegenwärtig zu den herrschenden Zollfragen
+ Derrtschland in Khina. Deutschland hat in Ostasten während der letzten Zeit unleugbar sehr große Fortschritte gemacht. Diese That- fache ist nichts Neues mehr. Indessen hat man im allgemeinen doch nur unbestimmte Vorstellungen non dem wirklichen Umfange des deutschen Handels in China und überhaupt in dem östlichen Asien. Ein englischer Kaufmann, der in Bangkok ansässig ist, hat interessante Beobachtungen ver-
uit «ujiaioemotraren gerade gegen die-1 battes'der J^lfte des Tonnenge-
j-nigen Zölle erpicht sind die unsere Land- s 7m? J®{am verkehren, ist
sollen, hat noch andere Gründe. Man braucht nur ß J "a^en Jahre noch erheb-
die Berichte des Breslaus» ^rfchieben zum Schaden Englands und zum
nachzusehen, um da» zu verstehen. Damals rourbe ^rKfdiX^bte1'^. b.ebe*£f^et über das sozialdemokratische Agrarproaramm be- bte ^"ifchland tnt Gebiete des
rachen, und damals hieß es offenherzig genug- ?a^re 1899
»Wir können die Bauern nicht gewinne" so lange ffl? mit ®tnemf Raum-
fi- im Vollbesitze ihres Eigenthnms sind' und sich L 1900 bat fiwJSr
wirklich als Bauern fühlen M» ($7= I «T«. , 0 hat sich ber Antherl der deutschen
Haltung des Bauernstandes einzutreten, haben wir ^tfeschifffahrt nahe-
feinen @mnb benn hns mtr öetjunijGc^t. vtut nod) (Snglnnb unb (Sfyinci
indem wUfie ch ihrem Besitze befestigt also M tzben mit ihrer, SchiMhrt während des ganz entgegengesetzt verfahren wie sonst 9. '. ^ r troffen'^äenau haben gar keinen Grund diese elenden ®ena“ dasselbe äußerte in diesen Tagen
Existenzen au fristen " Der Rnu-r fnft ! Pich o n, der französische Gesandte in Peking, Grunde geben nach dem S^ntoT ber So ial Let augenblicklich in Frankreich weilt. Nach dessen bann wird er reif dann a ird er neue« Onnnnpn Eong die siegreichen Konkurrenten der Engländer, futter für bie Smialdemokrati- Er m-nn -r .ba8 man d-n zweiten Hasen der Welt nennt und al» Bauer erhalten bleibt, kann die Sozialdemo- j»8 ^S^StmWeTuna^’beV^^A "ra kratie nichts mit ihm anfangen, und deswegen ?eS ?eu!!5.en ?on?,el8
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stand zu erhalten oeupcyen mauern-, reit oeraesten in h»r henHA»« s«.
Nur wird auch dieser Kampf in verlogener Weise geführt. Man stellt sich an, als führe man ihn einzig und allein für den Arbeiter, damit diesem „daS Brot nicht vertheuert werde", gegen den angeblich beabsichtigten „Brot -uche r". Das Flugblatt, das in diesem S nne angekündigt wurde, ist nunmehr erschienen, und zunächst in Berlin und Umgegend in 700 000 Exemplaren vertheilt worden. Nun sollen auch andere Gegenden damit beglückt werden. Mtt welcher Unverfrorenheit in diesem Flugblatte gelogen wird, steht auch in der großen Reihe der ozialdemokrattschen Leistungen dieser Art einzig da: eine Arbeiterfamilie mit 800 Mark Jahreseinkommen soll danach schon jetzt 200 Mark in- »irekte Steuern zahlen! Und mit solchem Wahn- inn zieht die Sozialdemokratie auf den Fang mS — eine Beleidigung für den Berufsstand »er Arbeiter, den sie mit solchen Mitteln ein. angen wollen, heißt ihren Verstand in unver-1 schämt niedriger Weise einschätzen!
Da begreift man, daß bei dem bevorstehenden ozialdemokrattschen Parteitage die Serathungen über Presse unb Kolportage luter verschlossenen Thüren abgehalten sollen. Denn so ungeheuerliche Lügenmeterei scheut daS Helle Licht der Oiffentlichkeit.
FuidaerMIetlung
mit Mnterljattungs-Meikage „Illüstrirte Sonntags-Zeitung
Weine erste Mabtour.
Humoreske von Gaspard Genetiv.
9 ------- (Nachdruck verboten.)
Der Küster steigt von der Seite zum Altäre hinauf und flüstert mit dem Pfarrer. Dann steigt er wieder hinab und flüstert mit Bräuti- gam unb Braut, unb ber Pfarrer geht mit leicht gerunzelter Stirn in die Schiftet zurück. — Der Bräutigam winkt einen feiner Trauzeugen heran und flüstert mit diesem. Der schaut betroffen auf die Uhr, nickt und verläßt die Kirche.
Dann erhebt sich das Brautpaar; der Bräuti- gam kehrt niedergeschlagen und bleich, die Braut ichluchMd und gestützt von den Brautjungfern auf ihren Platz zurück.
^Ietzt geht ein leis Geflüster durch die ganze Ktrche —, und draußen hört man plötzlich den Galopp eines Pferdes. — Nun tritt der Pfarrer wteder an den Altar — ach, nicht zur Trauung, londern emstweilen nur zur Feier der vraul-
.Die Orgel spielt, aber der Gesang will gar ntcht ans den beklommenen Kehlen Die LK ? zu Ende der Pfaner fttllem Gebet, bekleidet mit Albe und Stola, auf einem Betschemel neben dem Altar, — tiefe, tiefe Stille lagert über der ganzen, in ängstlicher Spannuna harrenden Versammlung. Der zweite Trau,euae wrläjt die Kirche und blickt die Straße hinauf — kehrt zurück —, und auf den fragenben Blick de» Bräutigams antwortet er mit einem traurigen, verneinenden Schütteln des Kopfes.--
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Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckere! petersgaffe Nr. 2 <Dar«onie>.