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$eW# |ür Jnjerate I. Parzelle» t« Fulda. *""■ mit Zlirterhallungs-Meilage „Zssnsirirte Sonntags-Zeitung"

M184.

JuLöa, Dienstag, den 13. August 1901.

Dentschrs Keich.

Berlin, den 12. August.

* Der Kaiser und die Kaiserin trafen mit den Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert um 9 Uhr 40 Mm. in Berlin ein. Auf dem Bahnhof waren der Prinz und die Prinzessin Friedrich Leopold zum Empfang er­schienen. — Reichskanzler Graf Bülow ist heute aus Homburg v. d. Höhe in Berlin eingetroffen.

h Zur feierlichen Beisetzung der sterv- licherr Küsse Ihrer Majestät der Kaiserin Iriedrich veröffentlicht, heute der .Reichs­anzeiger' das bei dem Leichenbegängnisse inne zu haltende Reglement. Nachdem die Reihenfolge der am Begräbniß Theilnehmenden bis ins Einzelne skizzirt ist, gibt der .Reichsanzeiger' noch folgende Hofansage bekannt: „Dienstag, den 13. August, Vormittags ll1 /», wird die feierliche Beisetzung der sterblichen Hülle Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Friedrich im Mausoleum an der Friedenskirche zu Potsdam stattfinden. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz, Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzen und die Prinzessinnen de? Königlichen Hauses und die Allerhöchsten und die Höchsten fremden Gäste versammeln sich gegen IO1/» Uhr Vormittags in der Kaiser-Halle der Station Wildpark. Die Obersten Hof-, die Ober-Hof-, die Vize-Ober-Hof- und die Hof-Chargen, die General-Adjutanten, die Generale ä la aifte und die Flügel- Adjutanten, der Minister des Königlichen Hauses, der Geheime Kabinetsratb, der Hof Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin, sowie die Gefolge der Prinzlichen Herrschaften und der fremden Allerhöchsten und Höchsten Gäste, sowie alle anderen eingeladenen Personen ver­sammeln sich um IO1/. Uhr Vormittags auf der Wildparkftation in dem Anbau der Kaiser- Halle. Für die aus Berlin eingeladenen Personen steht ein Sonderzug um Q1!» Uhr auf dem Potsdamer Bahnhof zur Fahrt nach Wild­park bereit, der um 12'/, Uhr von Station Potsdam nach Berlin zurückfährt."

* Gerüchte über einen angevlich Bevor« stehenden Mkektritt des Statthalters Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg entbehren nach der ,Nordd. Allg. Ztq.' jeder Begründung. Am Sonntag Morgen hatte der ,Hann. Kur.' ge­meldet, daß aus Kreisen, die dem Statthalter Fürsten Hohenlohe persönlich nahestehe», Mit­theilungen nach Berlin gedrungen sind, nach denen es keinem Zweifel unterliegen kann, daß der Fürst selbst sich dahin geäußert hat, daß er auf seinen Straßburger Posten nicht zurückzu­kehren wünsche. An dieser Thaisache, daß Fürst Hohenlohe-Langenburg in Bälde seinen Straß­burger Posten verlassen will und wird, werde auch nichts geändert werden, falls rrotzdem der Fürst demnächst wieder nach Straßburg zurückkedrt.

* Aon der 24. ch eu eralv er sam mittag de« Deröandes katholischer kanfmännischer Deretnignngen Dentschkand«. Nachdem am Samstag die Kongreßverhandlungen beendigt worden, fanden die^Festlichkeiteil am gestrigen Sonntage ihren Abschluß durch einen Gottes­dienst in der St. HedwrgSkirche, ein Festmahl

Meine erste Wadtour.

Humoreske von Gaspard Genetiv.

8 ------- (Nachdruck verboten.)

Da standen wir still und ließen Auge und Ohr sich sättigen an den Reizen der Natur. Dann bestiegen wir die Räder und ließen sie hurtig hmablausen in's liebliche Thal. Heute ging eS bester, viel bester; ich brauchte keine Hilfe mehr. Und nun wurde es für mich wahrhaft ein Genuß, so leicht dahin zu fliegen. Zur Rechten begleitete uns noch eine Zeit lang der Wald; allmählich trat er weiter zurück und machte auch hier einem Wiesengrunde Platz. Drei Rehr standen da am klaren Bach, um ihren Morgen- trunk zu schlürfen; wie in staunender Frage ruhte der Blick ihres freundlichen braunen Auges auf den sonderbaren, flüchtig dahin eilenden Gestalten.

Bald belebten sich Thal und Höhen; die Sensen der in blauer Leinentracht gekleideten Mäher blitzten allenthalben zu uns herüber.

„Nun," rief mir KorfiriuS zu, „ist das heute Morgen keine Poesie?"

„Sie haben wirklich recht; das sieht und hört man nicht im engen Coupe."

„Wenigstens kann man es nie so aus kosten, so ruhig und ungestört genießen. Gewiß auch der Radler eilt ja flüchtig vorüber an mancher Schönheit; wenn er aber sehen, hören und be­trachten will, so hindert ihn nichts daran, lang­sam zu fahren, oder auch abzusteigen und mit Muße sich dem Genufie hinzugeben."

und eine Festversammlung. Das feierliche Pontifikalamt, dem außer den Kongreßmitgliedern eine große Anzahl von Gläubigen beiwohnten, celebrirte der hochw. fürstbischöfliche Delegat Herr Prälat Neuber, die Festpredigt hielt der hochw. Herr Pfarrer Abg. Langer. Um l'/s Uhrfand nach einem zwanglosen Beisammensein int Kroll- schen Etabliffement daS Festmahl im Lichtsaale der Philharmonie statt, welches einen animirten Verlauf nahm. Aus der Reihe von Toasten seien her­vorgehoben die Trinksprüche auf Papst und Kaiser, das Ehrenpräsidium des Kongresses, die Geschäfts« Teilung, die Gäste, den hiesigen Katholischen kauf­männischen Verein u. A. Zur Festversamm­lung am Abend im großen Saale der Phil­harmonie hatten sich neben den Kongreßtheil- nehmern die Mitglieder des hiesigen K. K.-V. und der übrigen katholischen Vereine mit ihren Familienangehörigen zahlreich eingefunden. Der große Saal war dichtgefüllt. Die Festrede hielt in bekannt meisterhafter und packender Form Herr Abg. Fuchs. Außerdem sprach noch u. a. das Mitglied des Ehrenpräsidiums des Kongreffes, Herr Direktor Eirund. Heute fand ein Aus­flug der Kongreßtheilnehmer nach Wannsee statt.

* Dänischer kandwiriHschaftticher Ge nossenschaststag 1901. Der diesjährige Deutsche landwirthschastliche Genosserschaftstag findet in den Tagen vom 21. bis 23 August unter dem Ehrenpräsidium des Prinzen Ludwig von Bayern in München int alten Rathhaus­saale statt. Wie immer, so ist auch in diesem Jahre die Tagesordnung sehr reichhaltig und mannigfaltig, und allein für die beiden öffent­lichen Hauptversammlungen am 21. und 22. Au­gust find nicht weniger als 24 Verhandlungs- gegenstände vorgesehen. Eingeleitet werden die öffentlichen Hauptversammlungen durch einen Vortrag des Landesverbandsdirektors Reichs­raths Freiherr,t>on Soden-Frauenhofen über die geschichtliche Entwickelung des landwirthschaft- lichm Genossenschaftswesens int Königreich Bayern, woran sich alt dann der Jrh"kSbericht des Anwaltes Geheimen Regierungsr-" h Haas- Darmstadt anreiht. Unter sonstigen a gemeinen Angelegenheiten des Genoffenschafts esens sei erwähnt ein Vortrag des Verbau sdi.ektors Rechtsanwalt Bangratz Landau über sie Haft- pflicht der Auffichtsrathsmitglieder, ein solcher des Direktors Biernatzki-Kiel über Gerichtliche Bekanntmachungen von Eintragungen in das Sen offenschaftSregister, des Regierungsaffeffors GenneS-Darmstadt über rechtliche Stellung der Revistonsoerbände. Breiten Raum nehmen fernerhin die Angelegenheiten der Bezug« und Absotzgenofsenschaften ein; so werden die bis­herigen Erfolge des genossenschaftlichen Getreide-, Vieh- und Eierverkaufs von den Herren Ver­bandsdirektor Landrath z. D. v. Brockhausen. Stettin, Landtagsabgeordneten Oekonomierath Ring-Düppel, Landwirthschaftslehrer Zolltkofer- Eppingen behandelt werden. Ueber den Ver­kehr der Ein- und Verkaufs-Genoffenschaften mit Nichtgenofsen spricht Major a. D. Endell-Polen, Die Angelegenheiten der Molkerei-GLnossenschaften erfahren durch die Referate des Vrrbands- direktors Oekonomierath Plehn-Berlin über ge- noffenschastliche Organisation des Butterhandels, —III IIII IIWIIIBWJMMMj

„Indessen," machte sich hier Valentin bemerk­bar, „j-tzt müffen wjr machen; denn wir haben noch eine lange Strecke vor uns; All Heil!"

Damit legte er sich über die Lenkstange, und vorwärts ging's im Fluge. Sein Vater folgte ihm und bald bildete ich wieder die einsame Nach­hut; mir fehlte noch die rechte Schneid „Jnd-ffen, was macht'S? sie warten ja in B. auf mich; dort wollten wir den Kaffee einnehmrn. Und ob ich eine Viertelstunde früher ober später eintreffe, verschlägt nichts. Aber vor Stürzen will ich mich heute doch in Acht nehmen."

So gestatte ich denn meinem „Rößlein" nur eine gemäßigte Eil- und labte mich weiter an den wechselvollen Bildern der Natur und den von allen Seiten herbeiströmenden Düften:

„'S ist wie ein starker Würzewein, Der Haupt und Herzen strömt entgegen Frisch, klar und küb! zur Brust herein."

' (3- Wolff. 1. c.)

Doch, waS ist das da unten ? — eine merk­würdige Gruppe! — Jft'S ein von muthwilligrr Hand umgestürztes Steinbild? — Nein, das Ding da bewegt sich! — Ei, täuschen mich denn meine Augen? — oder bist Du es wirklich, alter Kor- firius^?---Er ist's — er ist's wirklich!--

Aber — was sitzt er denn an dem Straßen­graben? — will er etwa einen großen Gedanken seines weisen Hauptes der Nachwelt zu Nutz und Frommen aufzeichnen? — oder, will er nur ganz ernfach auf mich warten ? — kaum! — Mir ahnt nichts Gutes; ich gebe meines „RößleinS" Zügel frei und sause schnell hinab.--—

Rechte und Pflichten der Vorstands- und Auf- stchtsrathSMitglieder bei Molkereigenossenschaften gebührende Beachtung. Unter den sonstigen Ge­nossenschaften ist ein Vortrag des Akademie- Direktors Dr. Krauß-Weihenstephan über Ge- treidetrocknung, des LandrathS Siegert-Uslar über Obstverwerthung und des Landtagsab­geordneten Oekonomierath Ring-Düppel über genoffenschaftliche Milchversorgung der Städte angemeldet.

* Iravkfml, 12. Aug. Der Zug mit der Leiche der Kaiserin Friedrich traf 10 Uhr 35 Mn. auf Station Bockenheim ein, von wo er umgeleitet wurde und dann seinen Weg mit der Main-Weser-Bahn über Kassel nach Potsdam nahm. Der Zug bestand aus 9 Wagen.

* Aachen, 12. Aug. Oberbürgermeister Veit- mann erhielt vom Oberhofmarschallamt des Kaisers die Mittheilung, der Kaiser könne wegen des tiefen Trauerfalles die Enthüllung deSKaiser Wilhelmden'kmals in Aachen am 16. Okt. nicht vornehmen, habe aber den Kronprinzen mit seiner Vertretung beauftragt. Der Kaiser hoffe in den nächsten Jahren der Stadt einen Besuch ab­zustatten ; er könne in diesem Jahre nur der Ent­hüllung des Kaiser Friedrich-Denkmals in Cron- berg beiwohnen.

* Kannovrr, 12. Aug. Feldmarschall Graf Waldersee wurde heute von dem Osfizierkorps und den Spitzen der Verwaltungs­behörden bei seiner Ankunft auf dem Bahnhof feierlich begrüßt. Auf dem Bahnhofe hatte das gesammte Offizierkorps Aufstellung genommen unter Führung des Generalleutnants von Rosenberg für den beurlaubten komman- direnden General von Stünzner. Ferner waren zur Begrüßung erschienen: Der Chef deS Generalstabes von Soden, General z. D. von Knobelsdorff und der Chef des Militär- Reitinstituts von Mitzlaff. Von den Verwal­tungsbehörden waren Polizei-Präsident. Graf Schwerin u. A. erschienen. Kurz nach 1 Uhr erschien Grast - Waldersee in Begleitung der Frau von Wö ter. Da die Absperrung durch die Polizeibelö de mit größter Milde vorge­nommen wurr e, war dem größten Theil des Publikums die Möglichkeit gegeben, am Empfang des Grafen Wai'ersee Th'il zu nehmen. Graf Waldersee wurde beim Einfahren des Zuges mit lautern Jubel und brausenden Hurrahrusen willkommen geheißen. Einen herrlichen Blumenstrauß in der Hand begrüßte er zunächst seine Gemahlin und trat dann an das Offizierkorps heran. Generalleutnant von Rosenberg begrüßte den Feldmarschall, hieß ihn im Namen des ganzen Osfizierkorps herzlich willkommen und führte aus, daß die großen militärischen und politischen Ersolge, welche der Generalfeldmarschall im fernen Osten unter denkbar schwierigsten Verhältniffen errungen habe, mit besonderem Interesse und Stolz von den Offizieren in Hannover ve> folgt worden sind. Sie seien erfreut Über die Errettung des Felrmarschalls aus höchster Lebensgefahr und Über die ruhmvolle Lösung der ihm gestellten hohen Aufgabe. Der Redner schloß mit einem brausend aufgenommenen Hurrah auf den Grafen Waldersee. Graf Waldersee

Jetzt wendet er mir fein edles Antlitz zu und läßt ein tieftrauriges Augenpaar sehen. — Armer Korsirius! — Da fitzt er, wie einst der große Scipio auf den Trümmern Karthago's. — Und Trümmer find es auch, die fein umflorter Blick betrachtet, — die Trümmer seines Zweirades! —.

„Aber, alter Freund, was ist denn los?" —

Keine Antwort; — er nickt — er schüttelt die ehrwürdigen Locken. — Da wird's mir un­heimlich ; — soll's gar, in KorfiriuS' Gestalt, ein verspäteter Burggeist sein, der die Stunde der Rückkehr verpaßt hat, und nun hier bis zur nächsten Mitternacht warten muß? —Wieder nickt er — da fasse ich Muth, ihn anzureden:

„Mensch ober Geist bekenne m t

Die Summe deiner Leiden!

Bei Radlerwort, ich Helse Dir, So du'S verdienst, mit Freuden!"

Da entquillt feiner Brust ein Seufzer so bang, so schwer; dann steht er auf — also wenigstens nichts an ftinem Knochengerüste zerbrochen —, und mit dumpfer Stimme antwortet er:

„Freund, Deine Theilnahme ist wohl Balsam für mein Herz, aber meinem Rade kann ste nicht helfen. Fahre, so schnell Du'S vermagst und sende mir Valentin!"

„Nicht eher weich' ich von der Stelle, ich kannte denn zuvor des Schaden« ganzen Umfang 1"

„Nun denn, zum T...... die Kette sprang

mir ab; ich streckte aber nicht, wie „andere Leute", hilflos alle vier von mir, sondern ich hielt tapfer die Lenkstange fest und blieb sitzen. Da hat sich denn der ganze Rahmen verbozen; hier, sehen Sie die Bescheerung!"

28. Jahrgang.

dankte für die Ueberraschungen, die ihm bereite* worden seien und für die überaus herzlichen Worte der Begrüßung:

„Mir ist es ausgezeichnet gut gegangen. Ich bin frisch an die Arbeit gegangen und gesund wiedergekehrt. Wenn mir einiges gelungen ist, so ist es allein dem Umstande zuzuschreiben, daß ich Se. Ma­jestät den Kaiser hinter mir gehabt habe und nach seinen Intentionen habe handeln können. Was da ge­schaffen worden ist in China für Deutschland wird hoffentlich recht bald an den Tag kommen. Wir danken alles allein Seiner Majestär. Nochmals herzlichen Dank, meine Herren, für die überaus schöne Begrüßung. Un­sere Truppen haben sich ausgezeichnet gehalten bei allen Gelegenheiten. Es ist viel von ihnen verlangt worden. Es hat zwar keine großen Schlachten gegeben, aber es war doch viel zu thun unter schwierigen Umständen. Nie hat einer versagt. Die jungen Herren von der be­rittenen Artillerie haben Leistungen vollbracht, wie solche noch nie dagewesen sind. Patrouillenritte sind ausgeführt worden, wie solche im letzten Kriege kaum vorgekommen sind. Wir können sicher sein, daß unsere Freunde uns jetzr noch mehr achten gelernt haben, als vorher. Unsere Feinde kennen uns jetzt aber ganz ge­nau. Denen haben wir Achtung gründlich beigebracht. Sie wissen, daß mit Deutschland schlecht anzubinden ist und daß der Kaiser eine starke Macht hinter sich hat."

Beim Betreten des Fürstenzimmers wurde Graf Waldersee von den Verwaltungsbehörden begrüßt. Hierauf fuhr er unter stürmischem Jubel der Volksmenge in offener Equipage in seine Villa, wo noch verschiedene Begrüßungsanreden wechselten.

A«sLa«d.

* ZSrüssek, 12. Aug. Auf eine Anfrage der Senatskommission erklärte sich die Regierung be­reit, der Stadt Ostende 5 Millionen und der Stadt Spaa 3 Millionen Franken Entschädigung zu bewilligen, falls der Senat die sofortige Abschaffung der Glücksspiele verfügen würde. Dieses Angebot der Regierung hat Aussicht auf Annahm-, sodaß die endgiltige Beseitigung der Spielhöllen in Belgien zu ge­wärtigen ist. — Nach dem Antwerpener Blatt ,Mötropole' sind durch den Dampfer „Albert­ville" neue Nachrichten vom Kongo Überbracht worden, welche besagen, daß die Batetelas sich wieder in der östlichen Zone zeigen. Man versichert, daß ein Aufstand im Kuilugebiet ausgebrochen ist. Die Aufständischen würden von Truppen verfolgt.

• Kopenhagen, 12. Aug. Der längst ge­plante V 'kauf der Antillen seitens der Re­gierung durch das neue Kabinet wieder einen Schritt vorwärts erfahren. Es soll zwischen der Regierung in Kopenhagen und den Vereinigten Staaten der Verkaufspreis auf 4 Millionen Dollars festgesetzt worden sein. Zur Zeit wird über die zukünftige Stellung der Bevölkerung verhandelt. Der Vertrag dürste aller Voraussicht nach bereits im Oktober dem dänischen Reichstage vorgelegt werden.

* Neapel, 12. August. Der Tod Crtspt's erfolgte, wie schon telegraphisch ge­meldet, am Sonntag Abend 78k Uhr. Die starke Natur. Crispis täuschte seine Leibärzte, die den Tod bereits für Morgens 7 Uhr prophe­zeiten. An seinem Sterbebette weilte, außer Donna Lina Crispi, seine Tochter, Fürstin Linguagloffa, deren Gemahl und einige intime Freunde der Familie, darunter der sizilianische

„Ah, so war's; hören Sie, Freund KorfiriuS, ich kenne eine Radlerregel und die lautet:

„Wenn's abwärts geht, so jage nicht. Dieweil der Rahmen sonst zerbricht!"

Da mußte er doch lachen; ich aber schwang mich auf mein wackeres „Rößlein", und heidi! ging's hinter Valentin her. Bald sah ich ihn, auch er saß, — aber auf einem Brückengeländer, und sein Rad stand unversehrt neben ihm.

„Wo ist Papa?" rief er mir schon aus der Ferne entgegen.

„Fünfzehnhundert Meter hinter mir am Straßengraben, versunken in den Anblick der Ruinen seines Rades und sehnt sich nach der Gegenwart des treueren Sohnes!"

Mehr wollte Valentin nicht hören; so schnell es die ansteigende Straße erlaubte, jagte er zurück und rief mir nur noch nach, ich solle in B. warten.

Bis B. waren et noch immerhin zehn Kilo- meter. Doch wollen wir, verehrte Leserinnen und Leser, den Geist voraussenden in das freund­liche Dörfchen. Es ist so still, so feierlich darin; die Straßen sind so rein gefegt; Fahnen flattern von einzelnen Gebäuden im Morgenwinde; am großen Gemeindeplatz ist gar ein Haus von oben bis unten behangen mit Kränzen und Guirlanden. •

Da fährt ein geschloffener Wagen zur Dorf­straße herein; im selben Augenblick krachen Böllerschüsse vom nahen Hügel, und vom Thurrne de8 ebenfalls geschmückten Kirchleins läuten die Glocken heiter und ftöhlich in den jungen Morgen. Der Wagen hält an der Kirche und