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JU» JHU» ta Sxlto. * mit Zlnterhaltungs -Anlage „Illukrirte Sonntags-Zeitung" —'tsszrsssr*“
M 182.
Kut-a, Samstag, dm 10. August 1901.
28. JahrgMg.
Ein italienischer Freihändler über die deutschen Zolltarif-
Vorschläge.
In Italien hat man sich vielleicht am feind« -seligsten angestellt von allen auswärtigen Ländern gegen die zukünftige« deutschen Gnfuhrzölle; warum, hätten die Italiener selbst nicht zu er« klären vermocht, aber es war Thatsache. Jetzt find die Zollvorschläge der deutschen Reichs« leitung bekannt geworden, und damit hat die zollkrtegerische Stimmung in Italien eine wesentliche Abmilderung erfahren — auch ein nettes Beispiel aus der Wirklichkeit für die Wahrheits« liebe der deutschen Händlerpreffe in der Schilderung der Stimmung des Auslandes, die nach den Darstellungen dieser P reffe gar nicht bösartig genug gedacht werden kann!
Wenn in Italien wirklich eine Kampfstimmung gegen die in Deutschland vorgeschlagenen Zölle vorhanden wäre, dann müßte einer der allerersten Vorkämpfer der frühere Schatzminifier Luzzati sein, noch einer der wenigen Leute, die dem Grundsätze nach und auS Hebet« zeugung Freihändler sind, nicht auS Eigennutz, wie die Handelsschaft bei unS in Deutschland und anderwärts. Herr Luzzati ist gleichzeitig ein besonderer Gegner der deutschen Landwinde; mehr als einmal schon ist er gegen die ,,Un« ersättlichkeit der deutschen Agrarier" loSgezogen, von deren eigentlichem Wesen er augenscheinlich keine blaffe Ahnung hat. Er spricht von den deutschen Agrariern mit einem Grauen, als handele eS sich etwa um Leute von dem Schlage der allerwüstesten chinesischen Boxerhäuptlinge, die es jemals gegeben hat. Von einem solchen Mann« kann man unmöglich Voreingenommen, hell erwarten zu Gunsten der deutschen Zoll- tartfvorschläae, sondern nur das Gegrntheil. Aber Herr Luzzati ist ein ehrlicher Gegner; und das unterscheidet ihn vortheilhaft von den Leute«, die aus Gewinnsucht im Jnterrffe ihres Geldbeutels jeglich« Erhöhung des ZollschutzeS für die Erzeugnisse der deutschen Arbeit bekämpfen.
Und well Herr Luzzati ehrlich zu Werke geht, muß er zugeben, daß die neue« deutschen Zolltarifoorsckläge eigentlich gar nicht schlimm find. Er äußert sich darüber in einem Aufsatze, der die Ueberschrist „La nuova tariffa tedeaca“ (Der neue deutsche Tarif) trägt und im August- hefte der Zeitschrift .Italia Coloniale' veröffentlicht ist. Wie unehrlich gewisse deutsche Blätter zu Werke gehen, möge man auS dem Urtheile einer demokratischen Berliner Zeitung entnehmen, die einige scharfe Ausdrücke auS der Arbeit Luz- zatt'S herautklaubt und im Anschlüsse daran in ein unsäglich verlogenes Heulen und Jammern ausbricht über „bog Verhängniß, das mit dem neuen Zolltarif über das deutsche Volk hereinbrechen wird . . ."
Meine erste Madtour.
Humoreske von Saspard Genetiv.
'S ------ (Nachdruck verboten.)
Meine beiden Meister hatten vor ihrer Abreise die Schutzbleche ihrer Räder entfernt. Welcher Radler kennt nicht die schlimmen Folge« derarttgen ThunS bei Regenwetter? Die neuen Sportsjoppen waren denn auch mitten auf dem Rücken vom Saume bis zum Kragen handbreit bedeckt mit einer fingerdicken Kruste von Lehm, untermischt mit Häksel, Streichhölzern, Cigarrenstummeln, Heublumen, Federn, Papierschnitzeln, Fischgräten, SchrnetterlingSflügeln und was immer Kühe, Pferde, Hühner, Ente« und sonstige Thiere und Menschen auf Straßen und Plätzen zu vrrlteren oder wegzuwerfen pflegen.
Heute noch, ich gestehe es ohne Reue, erfüllt mich eine große Schadenfreude bei der Erinnerung an jenen Anblick.
An diesem Vormsttag aber brachte ich alles zusammen, waS ich nur erdenken konnte von Satire und Bosheit und Neidete eS i« ent« sprechende Bemerkungen und Fragen. Nun, die beiden thaten, was in ihrer Lage daS Vernünftigste war; fie schwiegen und riebe», schüttelten, klopften und bürsteten nach Note« und — ohne Noten. Wohl brachten fie die Kruste hinweg, aber die verschiedene« Substanzen hatten sich in ihrer Gesammtheit zu einer impertinent ätzenden Wirkung verbunden. ES blieb ein handbreiter grünlich-bräunlicher Streife«, der.
Ein anderes demokratisches Organ, die,Frkf. Zig.', geht ehrlicher vor. Sie bringt einen ausführlichen Auszug der ganzen Arbeit Luzzati'S, und daraus ersteht man zunächst, daß dieser mit Genugthuung darauf verweist, daß die Anwendung von Maximal- und Minimalzöllen auf daS Getreide beschränkt werden soll. Im übrige« versteht es LuMtt ganz gut, fich in die zollpo- litsche Lage Deutschlands hinein zu denken, wobei ihm nur ab und zu sein Grauen vor dem ihm unbekannten deutschen Agrarier einen Schelmenstreich spielt. Im Ganzen genommen faßt Herr Luzzati sein Urtheil mit folgenden Worten zusammen:
„Ohne optimistisch zu sein, aber auch ohne allzu düster sehen zu können und zu wollen, glaube ich, daß die beiden benachbarten und befreundeten Länder schließlich zu einer Verständigung gelangenwerden, falls sie sich nicht schon verständigt haben."
Dieser letztere Fall ist natürlich unmöglich. Denn noch nicht einmal der deutsche Bundesrath hat seine Berathung über die ergangenen Vorschläge begonnen ; und dann hat erst der Reichstag zu sprechen. Aber wenn einer der ausgesprochensten Gegner deutscher Schutzzölle so schreibt wie Luzzati, und von vornherein die Ueberzeugung hegt, daß Deutschland und Italien auf der Grundlage der deutschen Vorschläge zu einem neuen Handelsverträge gelangen werden, dann müssen ihm unbedingt diese Vorschläge tnilb erscheinen, wahrscheinlich in Wahr- hrit noch milber, als er aus taktischen Rücksichten öffentlich zugeben will. Unb wer als guter Deutscher vor allen Dingen bet deutschen Arbeit unb dem heimischen Gewerbefleiße einen angemessenen unb wirksamen Zollschutz verschaffen will, bet wird auS den Luzzati'schen Ausführungen für sich den Schluß ziehen, daß dieser Zollschutz ohne Gefahr für daS Zustandekommen neuer Handelsverträge in manchen Punkten auch noch kräftiger genommen werden kann, als die Vorschläge der Reichs- leitung ihn in's Ange faffen.
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Deutsches Deich.
Berlin, den 9. August.
* Ki«e deutsche Strafexpedttto» t« der SSdsee. Bon der Jn;el St. Matthias eingelaufenen Nachrichten zufolge wurde das Kriegsschiff „Kormoran" dorthin gesandt, um die Eingeborenen wegen der Niedermetzelung Menckes und andere Mitglieder seiner Expeditton zu bestrafen. Es sand ei« Gefecht statt, in welchem 80 Eingeborene getödtet und 17 gefangen genommen wurden. Ein amtlicher Bericht über dieses Gefecht liegt noch nicht vor, jedoch wird dem,Lokal-Anzeiger' von zuständiger Seite der Inhalt der Meldung als wahrscheinlich bezeichnet.
ft Keine russischen Kegeumaßregekn! Daß die Meloung von der angeblich beabsichtigten Sperrung der russischen Grenze für den Zug von russischen Arbeitern, sogenannte« Preußengängern, nach Deutschland durchaus grundlos war, wird jetzt auch von einer Zeitung in Memel bestätigt, dem .Memeler Dampfboot.' Dasselbe verzeichnet „auf Grund russischer Auskünfte von behördlicher Seite, daßkeineMaßregelu wegen Verhütung der Preußengängerei erwogen werden."
+ Die Kandelsgärlnerei befindet fich gegenwärttg in einer nicht erfreulichen Lage. DaS sagen nicht nur die HandelSgärtner selbst, sondern auch andere Leute, die diese Lage kennen. Namentlich zu beachten find die Berichte der Handelskammern i« denjenigen Bezirken, in denen viel Handelsgärtnerei betrieben wird. Manche davon, so namentlich die Handelskammer zu Frankfurt am Main, wird niemand in dem Verdachte haben, daß fie nur aus Freude an der Vor- stellung von neuen Einfuhrzöllen fich so äußern, wie fie eS thun. Sie kennen aber die Lage der Handelsgärtnerei ans eigener Anschauung und müffen darum der Wahrheit die Ehre geben. Klipp unb klar sagt der letzte Jahresbericht der Handelskammer zu Frankfurt am Main, daß die Hauptursache der schlechten Geschäftslage im Gartenbau- und Gemüsehandel die südländische und die holländische Konkurrenz ist, die namentlich die Preise für Schnittdlumen unb Gemüse — Frühgemüse unb Spätgemüse — so herunterbrückt, daß diese Zwrtae der Gärtnerei keine Erträge mehr bringen. Genau dasselbe ist zu lesen in dem letzten Jahresberichte der Leipziger Handelskammer, nämlich wie folgt: „Die Einfuhr von Blumen . . . aus Frankreich und Italien steigt fortwährend; ebenso nimmt die Einfuhr von Pflanzen auS diesen Ländern unb auS Belgien und Hollanb zu. Die Ausfuhr geht mit jebem Jahre zurück, waS feine« Grunb darin haben soll, baß baS Ausland sich durch Zölle schützt, während in Deutschland die Einfuhr von Blumen unb Pflanzen frei ist." Unb in bem Berichte bet HanbelSkammer von Wiesbaden heißt eS: „Die Maffeneinfuhr französischer unb italienischer Blumen läßt eine rentable Anzucht vieler Schnittblumen nicht aufkommen. Die große Mehrzahl bet beutschen Handelsgärtner verlangt nach einem wirksamen Schutzzoll für alle gärtnerischen Erzeugniffe." Ganz genau so äußert sich bet Bericht bet Handelskammer von Oberbayern: „Im BetriebSjahre 1900dürste ein lohnender Verdienst kaum in einem Geschäfte erz'elt worden sein." Me diese Stimmen können unmöglich lügen; Daß vor einigen Tagen der Verbandstag der deutschen HandelS- gärtner mit allen gegen zwei Stimme« eine Entschließung angenommen hat zu Gunsten von Schutzzöllen für die Erzeugnisse der Handels- gärtnerei, ist berichtet worden. Man kann fich nicht gut vorstellen, daß eS mit der vollkommenen Zollfteiheit nach dem vorliegenden Zolltaris- entwurfe sein Bewenden haben sollte. Habe» sich doch sogar die Blumenhändler und Kranzbinder Berlins in einer Eingabe an den Herrn Staatssekretär des Inner« für einen Zoll von 30 Mark für Blumen und BlÜthen, 20 Mark für Blätter und Gräser und 50 Mark für CycaSwedel ausgesprochen, obwohl daS nicht in ihrem Interesse liegt. Aber die Gerechtigkeit erfordert die Einführung solcher Zölle gebieterisch.
* Der ,Reichsbote' hatte in einem Artikel über die Konversion der Landgräfin von Hessen die Mitglieder der Familie deS katholischen Hofchefs Aothmer als diejenigen bezeichnet, welche „die katholischen Neigungen der Fürstin systematisch genährt" hätten. Hierauf hat Herr
v. Bothmer folgende Berichtigung an daS genannte Blatt geschickt:
Der Berichterstatter, welcher obige Angaben gemacht hat, wahrscheinlich derselbe, der auch vor acht Tagen die unwahren Nachrichten der Oeffentlichkett übergab, spricht eine thatsSchltche Verdächtigung auS, die darauf berechnet zu sein scheint, meinen Ruf und mich, bezw. meine Familie ganz ungerechter Weife zu chädigen. Für mich wäre eS unmöglich, jemand zu einem Religionswechfrl zu bewegen, dasselbe gilt von meinen Angehörigen. Glaubenssache» hat jeder mit ich selbst abzumachen. Ich bin gewohnt, unter Protetanten friedlich zu leben, habe unter denselben meine nächsten Verwandten und besten Freunde, hatte eine leider vor wenigen Jahren verstorbene, protestantisch« Mutter und einen protestantischen Schwiegervater, da wären wohl sogenannte Belehrungsversuche eher am Platze gewesen, al8 daß ich solche an meiner hohen Herrin gewagt hätte. Jemand, der Ihre Königlich« Hoheit, die Landgräfin von Hessen näher kennt, würde so etwaS nicht schreiben. Die Muthmaßungen sind mrchauS falsch. HochachtungSvollst v. Bothmer, Hofchef I. K. H. der Landgräfin von Heffen.
* Kronberg, 9. Aug. Die Großhetzogi» von Baben ist heute Nachmittag um 3 Uhr in Stenberg eingetroffen. — Das englische Königs» paat wirb morgen Abenb ober Sonntag früh hier eintreffen. Es wird begleitet sein von bet Prinzeß Viktoria, bet ältesten Tochter, unb vom Prinzen Nikolaus von Griechenland. — Wegen befonöeren Verdienstes um die verstorbene Kaiserin Friedrich bat bet Kaiser bem Hosmarschall Herrn v. Reischach ben Stern der Komthure be8 Hohenzollernschen Hausordens, bem Leibarzt Dr. Spielhagen baS Komthurkreuz beSfelben Ordens und dem Profeffor Dr. RenoerS den Titel „Geheimer Medizinalrath" verliehe«.
Ausland»
* Leitmeritz, 8. August. Wie die mährischen Katholiken eine große Versammlung in Olmütz abzuhalteu gedenken, so werden die Böhmen eine Katholikenversammlung hier in Leitmeritz veranstalten und zwar am 25. August. In der Einladung zu dem Katholikentag heißt e$: „Diese Versammlung hat keinerlei politischen Charakter, dient keinen politischen Zwecken und Absichten, sondern soll alle im Glauben stärken, in Eintracht versöhnen, in Liebe vereinen; sie soll ein lauter Protest gegen die „LoS von Rom-Bewegung", gegen religiöse Hetze und vaterlandSlose Gesinnungslumperei sein, aber auch ein energischer Weckruf für alle Gutgesinnten, die Fahne Chttsti unb beS österreichischen Vaterlandes zu entfalten und stolz zu trage«. Einigkett macht stark, und dieser erste deutsche Katholikentag in Leitmeritz wird ohne Zweifel fich zu einem Ehren- und SegenStage für daS ganz« katholische Volk Böhmens gestalten."
* Aon do«, 9. Aug. Vom Kriegsschauplätze in Südafrika wird heute von einem Erfolge und von einem Mißerfolge der Engländer berichtet. Eine Depesche des Lord Kitchener auS Pretoria vom 8. August besagt: Kommandant DevillterS und zwei FeldkornetS haben fich in WarmbathS ergeben. DevillierS war der zweite Befehlshaber der unter dem Kommando von Beyers stehenden Truppen. Eine zweite Depesche Lord KitchenerS aus Pretoria vom Donnerstag besagt: Ein zu SteinackerS Reitern gehöriger Posten von 25 Mann wurde am Sabyfluff« von Buren über-
wie mir im letzten Sommer KorfiriuS der Aeltere berichtete, nie wieder verging.
Während sich also KorfiriuS Vater und Sohn vergebens abmühten, die Spuren der Eifelwege aus ihren Joppen zu entfernen, begab ich mich, dem Rufe der Wirthin gehorsam, in die Küche und bearbeitete meinen mit dem Bügeleisen. Da ich s. Z. viel in einer Schneiderwerkstatt verkehrt hatte, so brachte ich ihn leidlich wieder i« Ordnung; freilich, neu war er gewesen.
Mit diesen Arbetten verging der Rest des Vormittags. Nach Tisch lud mich Valentin nochmals zu dem AuSfiuge ein; doch ich blieb dabei, schreiben zu wolle«. So verabschiedeten fie sich denn mit dem Versprechen, mich gegen sechs Uhr Abends abholen zu wollen zum Besuche des Kasinos.
Ich hatte «och das Vergnügen zu sehen, wie männliche und weibliche Paffanten, Fenster- und Eckensteher die „modernen" Streifen der Beide« kopfschüttelnd betrachteten, und wie bald ein ansehnliches Gefolge von Schulbuben fich ihnen anschloß. Dann bat ich den Wirth um Feder, Tinte, einige Bogen Papier und zuletzt um eine Ansichtskarte nebst Fünfpfennig-Marke. Damit begab ich mich aus mein Zimmer, verriegelte dasselbe sorgfältig, schrieb schnell eine Ansichtskarte an Franziska, die Meldung meiner glücklichen Ankunft und morgige« Heimkehr, entkleidete mich, legte mich zu Bett und schlief, schlief, schlief — ah! — so gut! — btS halb sechs am Abend.
„Ei," so höre ich da eine sehr neugierige Leserin fragen, „Sie wollte« doch wohl Briefe schreiben?"
„Iwo!"
„Aber wozu gebrauchten Sie denn das viele Papier?"
„Zur Schreibunterlage."---
Kurze Zeit «ach meinem Eintritt in die Gaststube kamen KorfiriuS senior und junior von ihren refpettiven Ausflügen zurück.
„Sind fie fertig mit Schreiben?" inqui- tirten sie.
„Was ich schreiben wollte ist erledigt," lautete meine diplomatische Antwort.
„Na, dann aus zum Kifino!"
Meine Gelenkschwerze« hatten fich durch dir ausgiebige Ruhe bedeutend gemindert. Dennoch war mein Gang über das holperige Pflaster Primelsteins den Paffanten auffällig und ich sah manch mitleidigen Blick mir folgen.
Im Kasinogarten trafen wir eine mir fremde Gesellschaft an. Aber kaum hatten wir u«S an einem kleinen Tisch niedergelassen, da trat ein junger Herr zu uns, pflanzte fich vor mir auf unb rief:
„Aller Genetiv! bist Du es oder bist Du eS nicht?"
„Wenn der Löwenwkth keinen andern geweckt hat und mich liegen ließ, so bin ich'S," war meine Antwort; „ich habe indessen nicht die Ehre, Sie zu kennen."
„Nun fieh, mir einer diesen Hornfrosch an," replizirte mein Gegenüber, „so hochnäsig zu fein und alte Freunde ignoriren wollen!"
»Mein Herr, find fie satiSsakttonSfähig?" donnerte ich loS.
„Ruhe, altes HauS! ober ich fthe schon, ich muß Dir den Star steche«, sonst forderst
Du mich gar auf Regenschirme. Also meine drei Barthaare verhindern Dich wirklich, daS liebliche Antlitz Seines Nachbars auf den Bänken d«S Gymnasiums zu T . . . wieder zn erkennen? muß mich also vorstellen: „Dr. Schwatz, wohlbestallter Symnafiallehrer ht Primelstein.*
„O Freund, verzeihe mir!* bat ich reu* müthig; dann sank ich sanft an seine Männetbrust.
DaS wat eine Freude; zehn Iahte waren vergangen seit unserer Trennung nach Absolvierung des Gymnafiums zu T ... und nun hier, mitten in der Eifel, dieses unerwartete Wiederfinden!
Nach Erledigung der Vorstellung und der bekannten Vorfragen nach Befinden, Stellung, Gehalt und alten, gemeinsamen Freunden, meinte Schwarz endlich: „WaS führt Dich den« eigent- ltch hierher?*
„Bergnügungstour per Rad durch die Eifel."
„So, Du radelst?"
Und wie!"
^WaS hast Du Dir denn für einen eigen« thümlicheu Gang angewöhnt? Du schienst mir oorbiii bei jedem Schritte zusammen knicken zu wollen."
„Hatte Gelenkrheumatismus; leibe noch an ben Rachwehen."
„So, so!"
KorfiriuS bet Aeltere bekam einen Erstickungsanfall, unb bet Jüngere schien plötzlich von einem Nasen- unb Rachenkatarrh befallen zu sein.
„Hast Du Dich benn noch nicht zu einem „Original" ausgewachsen?" lenkte ich das Gespräch auf ein anderes Gebiet.