FuldaerMZettmrg
JK 179,
Jutöa, Mittwoch, den 7. August 1901
28. Jahrgang.
bahnen 1,974,000 M. weniger; Ausgleichungsbeträge für nicht allen Bundesstaaten gemeinsame Einnahmen 4,324,000 M. weniger; Bankwesen 11,093,000, verschiedene Verwaltungseinnahmen 3,267,000 M. mehr. Im Ganzen kamen an ordentlichen Einnahmen, soweit sie im Reiche verbleiben, 18,990,575.80 M. mehr. Die Mehrausgaben betragen 9,240,344.50 M. Da die Mehreinnahmen aus den Reichsstempelabgaben — 11,682,798.79 M. — gemäß dem Reichsstempel- gesctz vom 14. Juni 1900 zur Verstärkung der Betriebsmittel der Reichskaffe zu dienen haben, so ergibt fich für das Rechnungsjahr. 1900 ein Fehlbetrag von 1,932,567.49 M.
* Die Stärke unserer Kriegsflotte. Nach amtlichen Mittheilungen setzt sich unsere Kriegsflotte gegenwärtig zusammen aus 19 Linienschiffen mit 190290 Tonnen Wasserverdrängung, 8 Küstenpanzerschiffen mit 28060 Tonnen, 13 Panzerkanonenbooten mit 13 840 Tonne», 12 großen Kreuzern mit 88220 Tonnen, 29 kleinen Kreuzern mit 60020 Tonnen und 6 Kanonenbooten mit 5370 Tonnen. Zu diesen Kriegsschiffen treten hinzu: 47 Hüchsee - Torpedoboote und 38 Küsten, und Hafen»Torpedoboote. An Kadetten-, Schiffsjungen-, Artillerie- und Torpedoschalschiffen zählt unsere Marine 16 und an Sonderschiffen 13. Das Marinepersonal zählte am 1. April ds. Js. 31090 Köpfe. Darunter befanden fich 939 Seeoffiziere, 526 Seeoffiziersaspiranten, 159 Marine-Ingenieure, 164 Marineärzte und 119 Marine-Zahlmeister. Die Matrosen« Divisionen hatten 12100 Deckoffiziere, Unteroffiziere und Gemeine, die Werftdivisionen 7206, die Matrosenartillerie 2295, die Torpedoabtheilung 3157. Die Zahl der Schiffsjungen betrug 1300. Zur Marineinfanterie gehörten 44 Offiziere, 1229 Unteroffiziere und Gemeine. Ferner wurden gezählt: 61 Feuerwerksosfiziere, 126 Deck- und Unteroffiziere der Artillerie-Verwaltung, 30 Torpedooffiziere, 15 Torpedo-Ingenieure und 175 Deck- und Unteroffiziere des Torpedo- und Minenwesens, 249 Unteroffiziere und Gemeine des Sanitätspersonals, 208 Unteroffiziere und Gemeine der Bekceidungsämter und 20 Deckosfiztere des Vermeffungswesens und der Küftenbezirks- ämter.
ir Aas Aokoniakheer taucht wieder auf, ebenso wie im vorigen Sommer. Diesmal ist es ein liberales Münchener Blatt, das gehört hat, es sei die Absicht der leitenden Kreise, die ostastatische Besatzungsbrigade zum Ausgangs- mnkte für die Bildung eines t eutschen Kolonial- »eeres zu nehmen. DaS dieser oder jener nnerhalb der leitenden Kreise gern an die Schaffung eines eigenen Kolonialheeres denkt, ist zern zu glauben. Ganz gewiß ist es aber auch, >aß solche Gedanken sehr peinlicher Kritik im Reichstage ausgesetzt sein würden; und ferner darf man nicht vergeffen, daß während der letzten Sitzung des Reichstages in der Budget- ommifsion desselben von den berufenen Ber- retern der R eichsregte run g ausdrücklich und m bestimmter Form in Abrede gestellt wurde, daß die Schaffung eines Kolonialheeres geplant sei. Sollten die Ansichten darüber rührend der kurzen Zwischenzeit so vollkommen ich geändert haben? Man kann es kaum an- nehmen!
zahlen soll. Man rechnet mit der Grundsteuer, mit der Salz st euer, und man behauptet, auf diese Weise könnten allein mit Leichtigkeit 300 Millionen Taöl jährlich aus dem Innern von China gezogen werden. Leider fragt es sich nur, ob man dabei auch mit der Ungeheuern Unfähigkeit und der ins Unglaubliche gehenden Bestechlichkeit und Unehrlichkeit der chinesischen Beamten in ausreichendem Maße rechnet. Ja, könnte man die chinesische Beamtenschaft reformiren, sodaß sie wenigstens dem allerschlechtesten Beamtenthum der Kulturstaaten einigermaßen gliche, dann würde es glänzend bestellt sein mit den chinesischen Finanzkräften. Aber eine solche Reform läßt sich im Handumdrehen eben nicht ausführen.
Die Mächte haben deswegen ihren Finanzplan nrcht allein auf den Einnahmen aus dem Innern des Landes aufgebaut. Sie haben in diesen Finanzplan vielmehr auch die Seezölle mit ein- bezogen, die im Jahre 1899 mehr als 80 Mill. Mark eingebracht haben. Diese Seezölle führten zu umständlichen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Mächte. Rußland wollte sie um 10 v- H. erhöhen, was gar keine Schwierigkeiten gemacht haben würde, da die gegenwärtig erhobenen Seezölle sehr niedrig sind. Die Engländer sträubten sich aber dagegen, und so hat man sich schließlich dahin geeinigt, daß die Erhöhung der Seezölle erst dann in Kraft treten soll, wenn die Steuereinnahmen aus dem Innern des Landes zur Deckung der jährlichen Zahlungsverpflichtungen China's nicht ausreichen.
Die chinesische Regierung kann mit alledem zufrieden sein. Und wenn dann China, wie geplant, bis zum Jahre 1940 seine Schuld an die fremden Mächte getilgt haben wird, dann fließen die Geldquellen, die die Roth und die überlegene Klugheit der fremden Mächte erschlaffen haben, für China selbst. Das ist kein schlechtes Geschäft!
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Und — es ging. Stolz fuhr ich als Spitze unseres Kleeblattes in Bierburg ein. Am Hotel „Zur Post" wurde die Thüre aufgeriffen und der dicke Wirth schrie mir zu:
„Guten Tag, Herr Genetiv! ei, der Tausend, fahre» Sie auch--."
Das Weitere verstand ich nicht mehr; weiter, I nur weiter, immer weiter:
-----„Em Geist, ein Gott erhebt es fich. Entrollt mit einem Mal in Sturmes Wehen Der Schwingen Pracht; schießt brausend--.
Ja, ich „brause" auch dahin — aber da kam I eine Straßenecke;
„Links! links!!" — so schrien sie hinter mir und da---prallt mein „Pegasus" an die
Mauer! — mit Eleganz hebt es mich aus dem Sattel, ein halber Kopfsprung — und wieder liegt mein Rad zur Rechten, ich zur Linken und mein Cylinder — hängt mit durchlöchertem Boden I am Haken eines Fensterladens.
Und da — ja, da strömt auS dem Thore der gegenüber liegenden Elementarschule die liebe Jugend; aus einer Seitenstraße kommen dazu die Zöglinge der landwirthschaftlichen Schule — und alle, alle find im Nu um mich versammelt. Ich springe auf, laffe das Rad in der Rinne, den Cylinder am Fensterladen und laufe mit aufgesteckten Rückschößen, barhäuptig dahin und wie weiland die Erinyen den Verbrecher
„so jagen fie mich oh»' Ermatten" nämlich die kleinen und großen Schülerinnen durch einige Straßen und Gaffen, bis ich endlich in das Haus der Braut meines Studiengenoffen, des kleinen Dr. Birnbaum, hinein flüchten kann. |
Jefitetn Wfl einspaltige Settfr »eile oder beeee RaumlbPfg.,R» Hamen die PetW zeile M Pfg.; M Wiederholung« wird entsprechens Rabatt gewähM
hoch auf Deinem Sattel thronst. Uebrigens seid Ihr jetzt gleich hier aus der Stadt hinaus, und in Lenzheim kommt Ihr, da Du ja jetzt radelu kannst, in einer halben Stunde an; ich will, nebenbei bemerkt, eine kleine Strecke mitfahren."
„Nun, die Bemerkung, daß ich radeln „ kann", versöhnte mich wieder mit Allen; ich setzte also meinen Cyclinder, der außer mit dem Loch im Boden auch noch mit einigen Beulen geziert war, auf, und bat dann in einem Anfluge von Galanterie den Ddktor, er möge doch lieber seiner Braut Gesellschaft leisten.
Aber mit dem liebenswürdigsten Lächeln vs» der Welt erklärte diese mir zu Liebe das kleine Opfer bringen und auf ihres Doktors Gesellschaft eine halbe Stunde verzichten zu wollen. So nahmen wir denn Abschied von ihr, setzten uns auf unsere Räder (»ch natürlich nach mehrere« vergeblichen Versuchen) und fort ging's „Zum Städt'le hinaus!"
Nun, es machte fich; der Doktor, der sich wohl auf den Anblick einiger Stürze meinerseits gefreut hatte, kehrte nach einer Viertelstunde etwas enttäuscht zurück; und nach Verlauf eines weiteren gleichen Zeitraumes kamen wir wohlbehalten in Lenzheim an, und zwar; ohne daß ich einen ferneren Sturz zu verzeichnen hatte.
Zu meiner, unbeschreiblichen Freude war Franziska „oben" beschäftigt, als wir in den Hausflur eintraten; und schnell wie der Blitz hatte ich meinen Cylinder in einen Wandschrank untergebracht und meine Rockschöße geordnet, als sie uns mit ihrer Gegenwart erfreute.
Laut ausschreiend wirft sich Fräulein Klärchen, | als ich in ihr Zimmer stürme, an das Herz ihres i Doktors. Der aber faßt mich muthig an der Brust und donnert: „Was ist los?"
Gebrochen falle ich aus's Sopha, und während meine Augen um Erbarmen flehen, entringt sich der gequälten Brust das geflügelte Wort:
„Ich radele!"
Aber Mitleid, Erbarmen kennen die Beiden | nicht; ich erzähle —, weil ich muß —, in kurzen ! Umriffen meine Erlebnisse. Und da hätten Sie das Gelächter hören sollen! Nun kommen Rot» sirius senior und junior auch herein m«t meinem Cylinder! Ach, wie sieht sie aus, die Bedeckung der Scham meines Scheitels, die Zierde meiner irdischen Pilgerschaft!---
Ooooo! Franziskaaaa!!!----Und
die vier Menschen lachen, und draußen jubelt die liebe Jugend und sieht mit Sehr sucht meinem Wirdererscheinen auf der Bildfläche entgegen. Doch darin bat sie sich verrechnet. Allgemein wird eine LeibeSstärkung als dringend geboten bezeichnet nach den Strapazen der letzten Stunde.
Und fo sitzen wir alle fünf denn bald im trauten Stübchen der holden Braut bei einer Flasche „Mosel" zusammen und stoßen an auf glückliche Heimkehr: „All Heil!"
Bald hatte ich meinen Humor auch wieder gefunden.
„Hätte ich nur einen andern Hut," sagte ich; „ich kann doch mit dem durchlöcherten Cylinder unmöglich weiter fahren!"
„Warum denn nicht?" meinte der Doktor; „es sieht doch kein Mensch das Loch, wenn Du
»hueBringcrlohn «rd Bestellgeld in Gulda und auS«
höheren Civilbamten zur Uniform beflorte Achselstücke bezw. Epauletten, Agraffe und CordonS, be- florteS Portepee, Flor um den linken Oberarm, dunkle Beinkleider und schwarze Handschuhe, dagegen in den letzten zwei Wochen Flor um den linken Oberarm, dunkle Beinkleider und weiße Handschuhe. Bei offiziellen Beranlaffungen, bei welchen die vorgenannten Beamten in Civil- kleidung erscheinen, tragen dieselben während der ersten vier Wochen schwarze Beinkleider, schwarze wollene Westen, schwarze Handschuhe und Flor um den linken Oberarm, in den letzten zwei Wochen hingegen schwarze Beinkleider, schwarzseidene Westen und graue Handschuhe. Alle übrigen Civilbeamten trauern mit einem Flor um den linken Oberarm.
Schloß Friedrichshos, den 5. August 1901.
Wilh elm B.
Für den Präsidenten des Staatsminifteriums: von Thielen.
An das Staatsministerium.
Nachdem Seine Majestät durch allerhöchsten Erlaß vom 5. d. M. eine mit dem heutigen Tage beginnende Landestrauer auf die Dauer von sechs Wochen angeordnet haben, find nach dem Trauerreglement vom 7. Oktober 1797in sämmtlichen Kirchen des Landes die Glocken vierzehn Tage lang Mittags von zwölf bis ein Uhr zu läuten. Die dieserhalb erforderlichen Anordnungen sind getroffen worden.
* A-r MiuisterrveHfel i« Kkfast Loth- rittge« wird heute Abend von der,Nordd. Allg. Ztg/ halbamtlich mitgetheilt. Hiernach hat der Kaiser dem Staatssekretär für Elsaß-Lothringen v. Puttkamer den erbetenen Abschied unter Verleihung des Rothen Adlerordens 1. Klasse zu bewilligen und den Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-HolstM v. Köller zum Staatssekretär für Elsaß-Lothringen zu ernennen geruht. Als Nachfolger des Herrn v. Köller in Schleswig- Holstein ist der bisherige Chef der Reichskanzlei, Wirklicher Geheimer Ober-Regierungsrath Freiherr von Wilmowski in Aussicht genommen.
* Der ,Reichsanzeiger' meldet: Die Krgev- | niste des At tchsHaushalts für 1900 stellen sich nach dem Frnalabschluß der Reichshauptkaffe, abgesehen von den auf außerordentliche DeckungS- mtttel angewiesenen Ausgaben, im Vergleich zum Etat in runden Summen, wie folgt: Beim Reichsheere stellte sich das Gesammtergebniß von 2,444,000 M. günstiger gegen den Etat. Die Marineverwaltung erforderte 5,490,000 M. mehr, der Reichstag 88,000, das Auswärtige Amt 1,156,000, Reichsamt des Innern 1,189,000, Reichsschuld 1,312,000, der allgemeine Pensionsfonds 55,000 M. mehr. Beim Reichsinvalidenfond» war der Kapitalszuschuß 1,051,000 M. geringer. Im Ganzen 9,240,344.50 M. Mehrausgaben. Zölle und Tabakssteuer brachten 7,958,000 M. weniger ein; Verbrauchsabgabe für Branntwein 1,213,000 Mark; Reichsstempelabgaben 11,682,798.79 M. mehr. Im Ganzen wurden an die Einzelstaaten 6,467,222.52 M. weniger überwiesen. Die Zuckersteuer erbrachte 21,442,000 Mark, Salzsteuer 1,783,000 Mark, Brausteuer 1,313,000 M., Spielkartenstempel 63,000 M., Wechselstempelsteuer 2,040,000 M., statistische Gebühr 93,000 M. mehr; Maischbottich und Branntweinmaterialsteuer 502,000 M., Brenn- steuer 786,000 M. weniger, Post- und Telegraphenverwaltung 25,434,000 M., Reiche isen-
G Die Lage der Dinge in China.
Die Chinesen haben ihren Pekinger Kaiser- palast wieder. Auch der letzte Theil desselben, den noch deutsche Truppen besetzt hatten, ist von diesen geräumt und den Chinesen übergeben worden. Außerdem haben die Chinesen die Er- laubniß erhalten, in einiger Entfernung von Peking eine reguläre Truppen macht von 3000 Mann in Quartiere zu legen. Das Alles sieht sehr hübsch und friedlich aus, und manche Kenner der chinesischen Verhäliniffe und Eigen- thümlichkeiten sind im Ernste der Meinung, daß nunmehr die Chinesen wirklich Frieden und Verträge halten würden. Sie meinen, wenn der Chinese etwas in aller Form unter schreibe, halte er sich auch daran. Es kann aber nicht verschwiegen werden, daß die Ausländer, die in Peking leben, den Abzug der europäischen Truppen und die Uebergabe des Kaiserpalastes bedauern und sich schon jetzt wieder durch ungebührliches Benehmen der niedrigen chinesischen Volksschichten gegen sie beklagen. Man muß mit^Ruhe abwarten, ob diese Klagen als wirklich berechtigt sich erweisen werden.
Wenn dem Deutschen Reiche der Chinakrieg auch recht viel Geld gekostet hat und keine Aus-1 ffcht ist, die Auslagen bald wieder zu erhalten, so können die Deutschen im Uebrigen doch mit der Rolle zufrieden sein, die das Reich während der ganzen Dauer der kriegerischen Verwickelungen gespielt hat. Namentlich dem Grafen Waldersee gebührt Dank und Anerkennung für sein ebenso vorsichtiges, wie in allen geeigneten Fällen auch energisches Eingreifen. Ihm ist es in erster Reihezu danken, daß in China keineZwistig- feiten unter denVertretern und Truppen der verschiedenen Mächte entstanden; und gerade dieser Punkt hat eine ungemein hohe Bedeutung. Die Chinesen waren im Anfänge nur deswegen so kühn in ihrem Auftreten, um nicht frech zu sagen, weil sie mit Bestimmtheit annahmen, das europäische Konzert der Mächte werde in die Brüche gehen, und sie würden dadurch in die Lage kommen, für sich im Trüben zu fischen. In diesen Hoffnungen find fie getäuscht worden. Mit wachsendem Erstaunen und mit steigender Niedergeschlagenheit mußten sie wahrnehmen, daß die Kulturmächte der Welt mit ihren diplomatischen Vertretern und mit ihren Truppen in China einig blieben und einig den chinesischen Herausforderungen gegen« übertraten. Da fte aber gleichzeitig einsehrn lern« ten, daß keine der Mächte der Selbständigkeit des chinesischen Reiches zu nahe treten, keine sich auf Rofien des Reiches der Mitte durch Gebietserwerb bereichern wollte, gesellte fich allgemach zu dem Gefühle der Niedergeschlagenheit auch das Gefühl des Vertrauens; und auf diese Weise ließe es sich schon erklären, daß die Chinesen es nun wirklich i mit dem Friedensschlüsse und mit der Erfüllung der abgeschloffenen Verträge ehrlich meinen. Die | von China geforderte Entschädigungs-Summe be- deutet ja auch thatsächlich nichts weiter als eine knappe Deckung der Baarauslagen, welche den Mächten durch die Wirren in China verursacht worden find.
Man sagt uns auch, daß die Staatseinnahmen sicher find, aus denen China die geforderten und vertragsmäßig zugestandenen Entschädigungen
Deutsches Keich.
Berlin, den 6. August.
+ Larrdesttawer. Eine Sond ausgabe des .Reichs- und Staatsanzeigers' on heute (Dienstag) Mittag bringt eine an da? preußische Staatsrntnisteriurn gerichtete Robinett ocdre fol- genben Wortlautes:
Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Friedrich, meine innigst geliebte Mutter, ist nach GotteS unerforschlichem Rathschluffe heute ver- schieden. Ich bestimme, daß um die Verklärte eine mit dem morgigen Tage beginnende Landestrauer von sechs Wochen etntritt. Oeffentliche Mustk, Lustbarkeiten und Schauspiel-Borstellungen sind btS zum Ablaufe des Tages der Beisetzungsfeier einzustellen. Das Staatsministerium hat hiernach das Wettere zu veranlassen.
Schloß Friedrichshos, den 5. August 1901.
Wilhelm.
Ferner veröffentlicht der,Reichsanzeieer' noch folgende Erlasse:
Im Verfolg Meiner telegraphischen Ordre vom heutigen Tage über die Landestrauer um Ihre hochselige Majestät die Kaiserin und Königin Friedrich bestimme ich hierdurch Folgendes: Während der ersten vier Wochen tragen die
Weine erste Aadtonr.
Humoreske von Gaspard Genetiv.
3 ------- (Nachdruck verboten.)
-,Na, dann ist's ja gut; also flott auf st eh en und aufsitzen! und dann," fügte er mit wichtiger Miene hinzu, „merken Sie sich die erste goldene Regel des Radlers: Immer treten! und dir zweite: Hände und Füße müssen immer das Letzte fein, das Sie vom Rade entfernen dürfen!"
Seufzend vernahm ich diese Weisheit, raffte mich, meinen Cylinder und mein Rad auf, und als ich jegliches betrachtete, da brachte ich fast unter Thränen nur mehr dis Worte heraus: „Mein Hut! mein Rock! — meine Reputation! — Oooo! Franziska!"---r
. Doch was half mein Schmerz, mein Stöhnen, meine Qual? Es mußte wieder aufgestiegen sein. Nachdem sich dann das eben beschriebene Schauspiel vier bis fünf Mal in allerdings immer größeren Zwischenräumen wiederholt hatte, kamen wrr nach einer Stunde in die Nähe des Städtchens Bierburg. Da packte mich der Muth der Verzweiflung :
„Hören Sie, Herr Korfirius," sagte ich zu meinem jugendlichen Lehrmeister Valentin, dem Kunstfahrer, jetzt, sobald ich wieder fest sitze, taffen Sie mich gefälligst los! es muß gehen!"
. „Bravo! bravo! so ist's recht; nur Kourage!" so lobte mrch das edle Paar.
Ich aber saß bald wieder im Sattel, korn- manbirte „los!" und zählte selbst; „eins — zwei!--eins — zwei!"
"2^22222^"' E Zlnterßattungs Beilage „Ilkustrirte Sonntags-Zeitung!' *