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mtf Zlnteröaltungs -Meikage „Illufirirle Sonntags-Zeitung"

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178.

Jutöa, Dienstag, den 6. August 1901

28. Jahrgang.

dem Sohne eigen, und nicht minder die hervor­ragende Gabe, die Gedanken, die in reicher Fülle den Geist durchziehen, in das glänzende Gewand kraftvoller und feffelnder Worte zu kleiden. Wir haben der Mutter des Kaisers eine Reihe der glänzenden Eigenschaften zu verdanken, die von aller Welt an ihrem Sohne, dem Kaiser Wilhelm II., bewundert werden.

Und fast bis zum allerletzten Augenblicke des Lebens ist die Kaiserin Friedrich die geistesstarke Frau geblieben, die sie stets gewesen ist: Bis dicht an die Schwelle des Todes hat das volle Bewußtsein, hat die Klarheit der Gedanken sie nicht oerlaffcn. Die furchtbaren Schmerzen, die die hohe Patientin so lange Zeit hindurchertragen mußte, sind nicht im Stande gewesen, den willens­kräftigen Geist zu unterjochen, der in dieser sterb­lichen Hülle gewohnt hat.

Der Mutter unseres Kaisers wird das deutsche Volk stets ein treues Andenken bewahren.

Der König von England, der sich an^Bord seiner Jacht bei Cowes befand, kehrte nach Lon­don zurück und reiste von dort gestern Nachmittag nach Deutschland ab.

Wie Kaiser Wilhelm unversehens von den Berliner Jubiläumstagen im Beginne diesen Jahres an das Sterbelager seiner Großmutter nach England berufen wurde, so mußte er jetzt seine Nordlandsreise jählings unterbrechen, um während der letzten Lebensstunden seiner Mutter an deren Sterbebett zu weilen. Schon einmal bedrohte der Tod das Leben der helden- müthigen Frau mit der Kaiserkrone. Jetzt ist sie vor den Richterstuhl des Allerhöchsten berufen — ihr kräftiger Körper erlag den Qualen des schweren und langwierigen Leidens, das sie be­fallen hatte!

Kaiserin Friedrich war eine Frau mit Heldenmuth! Denn nur eine Frau mit Helden- muth kann mit Gelassenheit das ertragen, was zu ertragen ihr auferlegt war. Man kann nicht der Kaiserin Friedrich gedenken, ohne gleichzeitig vor dem geistigen Auge die Leidensgestalt ihres ritterlichen Gatten aufsteigen zu sehen — lerne leiden, ohne zu klagen! Und wenn man an die Zeit zurückdenkt, in der das deutsche Volk mit banger Erwartung die Telegramme aus San Remo empfing, an die Tage, in denen der auf den Too kranke Kaiser in Berlin einzog, an die letzte Leidenszeit des ritterlichen Hohenzollern, da vergegenwärtigt man sich von Neuem die Schwere der Bürde, die die Gattin des todtwunden Helden zu tragen hatte. Heldenmuth gehörte dazu, das zu tragen, ohne unter dieser Bürde selbst zu- sammenzubrechen; ein Muth und eine Seelen­stärke, wie sie nur sehr wenigen Frauen beschie- den wird. Deswegen allein verdient die soeben aus dem Leben geschiedene Kaiserin die Bewun­derung der Menschen im höchsten Grade!

t Kaiserin Friedrich war noch in einem andern Sinne ein Frauenvorbildsie war eine muster- hafteGattin. Wohl war ihr Charakter in man­chen Stücken mit männlichen Zügen ausgestattet. In ihr wohnte eine bei Frauen seltene Energie, die Hindernisse überwand, die zu überwiioen nicht nur den meisten Frauen, sondern auch manchen Männern schwer wird; und mit bitf^ Energie war eine bei Frauen seltene Ausdauer verbunden. Aber ihrem Gatten gegenüber war sie dl-se Frau nicht. Da traten die zarteren Charaklereigen- schaften des Weibes in ihr volles Recht, und eine reiche Zahl kleiner ansprechender Anekdoten kennzeichnet in anmuthiger Weise das gute und in liebenswürdigster Weise auSgestattete Verhält- niß zwischen den Satten und in der ganzen Familie des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und nach­maligen Kaisers Friedrich. Seit jenen schweren neunzig Tagen hat die aus dem Leben geschiedene Kaiserin die Trauer um ihren Gatten nicht mehr abgelegt.

Kaiserin Friedrich hatte aber für unser deut­sches Volk noch eine ganz besondere Bedeutung: Sie war die Mutter unseres Kaisers, und in diesem unserem Kaiser sind ohne Zweifel Charakterzüge seiner Mutter in sprechender Aehn- ltchkeit wiederholt. Die rasche Energie des Han­delns, das offene Auge für alles Schöne in der Natur, in der Kunst und im menschlichen Leben, sie sind beide in gleichem Maße der Mutter und

Derrtschrs Keich.

Berlin, den 5. August.

* Hraf Makdersee wird nach seiner dem­nächst erfolgenden Rückkehr in die Heimath vorerst nicht nach Berlin kommen, sondern sich zunächst nach Hannover begeben, wo seine Ankunft am 9. d. M. zu erwarten steht. Später wird Graf Waldersee in Begleitung seiner Gemahlin im bayerischen Hochgebirge einen längeren Erholungs­aufenthalt nehmen. Auf Einladung des Kaisers wird Graf Waldersee der großen Herbstparade auf dem Tempelhofer Felds beiwohnen, nachdem der offizielle Empfang in der Reichshauptstadt voran­gegangen ist.

+ Seit einiger Zeit ist in der nichtkatholi­schen Preffe ein wahrer H:xensabbath entbrannt, der in allerhand SchmäHmtgen ««d ZSer dSH1ig««g-tt gegen die SstHolische Kirche und ihre Lehre. gegen die Priester und OrdenS- geistlichen insbesondere gegen die Jesuiten sich breit- macht. Der Evangelische Bund hat den Ton angegeben, i>r in Zeitungsartikeln und Set» sammlungsreden in so gehässiger Weise wieder- klingt, daß es s-bließlich selbst dem Geduldigsten und Gutmüthig'k n zu arg wird. Neuerdings hat die Katholik«- hetze sogar zu Wahlzwecken her­halten müssen. Vor der Stichwahl in Duisburg- Mülheim hat der nationalliberale Kandidat Ge­neralsekretär Dr. Beumer in der,Rhein- und Ruhrzeitung' einen Artikel über seine Stellung zum Jesuitengesetze veröffentlicht; er vertheidigt seine These, die Jesuitenmoral lehre den Pro- babilismus und die „reservatio mentalis“, mit einer Reihe von Citaten ans Werken der Jesuiten Suarez, Alagona, Burghaber u. s. w, die fast ausnahmslos im 16. und 17. Jahrhundert ge­schrieben sind, und schließt: „Ich glaube, meine Wähler haben an diesen Stellen genug, um be- urtheilen zu können, ob Deutschland ein Jntereffe daran hat, die Jesuiten zurückzuberufen oder nicht. Ich bin nach wie vor gegen die Zurückberufung derselben aus Gründen des konfessionellen Frie­dens." — Die .Köln. Volksztg,' verweist dem­gegenüber auf einen Moralkasus ersten Ranges, nämlich auf die Doppelehe des hessischen Landgrafen Philipp des

0 Kaiserin Friedrich f.

Gestern Abend in später Stunde erhielten wir folgende Depesche:

Cronberg, 5. Aug. Die Kaiserin Friedrich ist heute Abend 6 Uhr 15Min. ge­storben.

/<?- Eserin

Die Trauerbotschaft kam nicht unerwartet, denn schon am Samstag und Sonntag lauteten die Nachrichten von Cronberg hoffnungslos. Die Kaiserin Friedrich, Prinzeß Royal Viktoria von Großbritannien und Irland, war bekanntlich die älteste Tochter der jüngst verstorbenen Königin Vlktorra von England, geboren am 21. November 1840, vermählte sie sich am 25. Januar 1858 mit dem Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, der als Kaiser Friedrich III. am 9. März 1888 den Thron bestieg, aber schon am 15. Juni des­selben Jahres starb. Die 13 Jahre ihres Wittwen- standes hat die Kaiserin meist auf Schloß Cron- berg im Taunus zugebracht. In den letzten Jahren war die hohe Frau von schwerer Krank­heit heimgesucht. In den ärztlichen Bulletins ist der Name der Krankheit mit keinem Worte ge­nannt worden, man glaubt allgemein, es sei Krebs gewesen, wie ja auch Kaiser Friedrich diesem tückischen Leiden erlegen ist.

Kaiser Wilhelm ist auf die schlimmen Nach­richten über das Befinden seiner Mutter hin sofort aus den nordischen Gewässern an das Sterbelager geeilt. Samstag früh trat die „Hohenzollern" mit forcirter Fahrt die Heimreise von Bergen nach Kiel an. Dort ist der Kaiser am Sonntag Vormittag 10'/. Uhr eingetroffen und schon um 12 Uhr erfolgte die Abreise des Kaisers nach Friedrichshof. In Homburg traf der Kaffer Montag früh 31/. Uhr ein, begab sich ms Schloß und fuhr dann mit der Kaiserin und dem Kronprinzen nach Schloß Friedrichshof, wo­selbst die Ankunft nach 51/. Uhr erfolgte.

Krankenlager der Kaiserin Friedrich weilten außer dem Kaiserpaare der Kronprinz, sowie die Prinzen Eitel Friedrich und August Wilhelm, ftrner Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe, Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Heffen und der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland.

Die Kaiserin und die kaiserlichen Prinzen waren Sonntag Abend 7 Uhr in Schloß Fried- richShof eingetroffen und fuhren dann zu Wagen nach Homburg, um den Kaiser an das Sterbe- lager seiner Mutter zu geleiten.

„Großmüthigen" und die höchst „probabi­listische" und „mentalreseroirte" Stellung, welche Luther, Melanchthon uud eine lange Reihe her­vorragender protestantischer Theologen dazu eingenommen haben. Nach einer ausführ­lichen Darlegung der Aussprüche dieser prote­stantischen Moraltheologen schließt die.Köln. Volks­ztg.' ihren Artikel mit den Worten: „Es macht uns wahrlich kein Vergnügen, in diese alten Geschichten hineinzusteigen, aber mehr noch als der Streich des auf nicht bekanntem Terrain spazierenden Herrn Generalsekretärs nöthigt uns dazu die wachsende Illoyalität der konfessionellen Polemik. Wir haben in früheren Fällen, in denen namentlich der .Reichs­bote' und die hinter ihm stehenden Liberalen ihr Handwerk gar zu toll hieben, hier uud da ein­mal mit Pröbchen aus Luthers Werken geantwortet, und die Antwort pflegte ein tiefes Schweigen zu sein. Aber offenbar hat das nur ganz vorübergehend geholfen, und so wider­wärtig uns diese konfessionellen Zänkereien sind, wir werden die Lektion jetzt von Fall zu Fall wiederholen müssen. Will man diese Repressalien vermeiden, so soll's uns freuen; wenn nicht, so können wir auch an­ders und an Material fehlt es nicht. Die Herren sind also gewarnt: Fahren sie bei­spielsweise fort, sich in der bisherigen Weise speziell über die katholische Moral zu entrüsten, so behalten wir uns vor, ihnen mit prote­stantischer Moral aufzuwarten, daß ihnen die Augen übergehen."

X Dem Gvarrgelischerr Kunde schreibt eine Mittheilung, die die .Kreuz-Zeitung' aus Baden erhält, unter Anderem Folgendes ins Stammbuch:

»Wenn man in der neuesten Erklärung des Esangelischen Bundes gegen die Adels­genossenschaft liest, die Behauptung der letztem, der Bund halte nicht treu fest am apostolischen Glaubensbekenntnisse, sei „eine völlig aus der Luft gegriffene Verdächtigung" — so muß man sich doch wirklich fragen, wie die Männer deS Evangelischen Bundes so etwas sagen können! Sie halten ent­gegen, der Bund bekenne sich „zu Jesu Christo, dem eingeborenen Sohne Gottes" u. s. w. . . Wenn man int Lande Baden diese Betheue« rung des Bundes liest, weiß Jedermann ganz genau, was davon zu halten ist; nämlich, daß der Bund auf dem Programm der „Mittelpartei" steht, welche genau dieselbe Formel, wie der Bund, auf ihr Panier ge­schrieben hat und zwar mit der ausge­sprochenen Absicht, daß alle vorhandenen Richtungen darunter Platz haben sollen, also auch die, welche daS Apostolikum ganz oder zum Theil ablehnt, die Gottheit Christi leugnet u. s. w. . . . Mit vollem Rechte sprach die «Eoangel. - luther. Kirchevzeitung' jüngst aus, daß der Bund absichtlich sein Be- kenntnißso zweideutig gewählt habe, damit es auch jeder Protestantenvereinler und Ritsch- lianer unterschreiben könne. Da diese, wie auch der Bund weiß, am Apostolikum nicht treu fest halten, kann der Bund dies auch nicht von sich selbst sagen ... Es wäre wahrlich Zeit, daß man endlich allgemein und in den

Weine erste Aadlour.

Humoreske von Gaspard Genetiv.

2 ------- (Nachdruck verboten.)

II.

Der erste Tag.

„Wohlauf Kameraden, aus's Rad, auf'S Rad!"

Am anderen Morgen verließ ich um halb acht Uhr (M. E. Z.) meine Wohnung, bekleidet mit schwarzer Hose, langem, schwarzem Gehrock und Cylinder. So begab ich mich zur Bahn, um meinen Freund und mein Rad in Empfang zu nehmen. Sie lachen, liebe Leser, über meinen Anzug? Ja, glauben Sie denn, ich sollte einen Sportsanzug anlegen? ich — bei meiner Repu­tation! ich bitte Sie!

Um neun Uhr kam ich in Ehrlichrdorf an; da e« noch dreiundzwanzig Minuten währte bis zum Eintreffen des Zuges, so suchte ich ein Gasthaus ouf in der Nähe des Bahnhofes, um nach dem anderthalbstündigen Marsche den innern Menschen wijuiden und den Aeußern zu bürsten. Plötzlich ertönte das Einfahrtssignal; ich eilte nach

I und richtig, da kamen mir Freund und fein Sohn, der Kunstfahrer, ent» = Ede im bekannten Sportsanzug. Etwas f!n "Eiöses Lächeln schien über das Gesicht ^?»^schoffenen Mannes zu gleiten : . ^"dllck. Sein Vater aber schüttelte

mir kräftig die Hand und zeigte mir dann mein Rad; es war so neu, so blank! Marke Brennabor- Halbrenner; Kontinentalpneumatik; Preis: zwei­

hundertzwanzig Mark! — Ach wie wurde mir so schwül zu Muthe!

„Na, aber hören Sie mal, lieber Genetiv, Sie hätten doch etwas anderes avziehen sollen," sagte Korstrius senior; „in dem Anzug können Sie doch nicht radeln."

„Ich kann ja überhaupt noch nicht radeln; ich denke, wir genehmigen uns einen Frühtrunk und marschiren dann nach Lenzheim, ich habe das Mittagessen für 1 Uhr bestellt; dann können wir bequem dort fein."

„Warten Sie mal, lieber Genetiv, wie weit ist es denn eigentlich nach Ihrem Lenzheim?"

„Durch den Wald anderthalb, über Bierbnro, Chaussee, 2 Stunden."

„Und Sie glauben, wir sollten diese Strecke gehen!"

„Ja, was denn?"

„Radeln, mein Lieber, radeln!"

„Und ich?"

„Sehr einfach! Sie radeln mit."

„Ich kann ja doch nicht."

„Sie lernen, mein Lieber, Sie lernen."

„Aber wo denn? wie denn?"

„Wo? unterwegs! — und wie? Das werden Sie sehen; das besorgt hier mein Valentin, der Kunstfahrer."

„Nur keine Angst," meinte ziemlich selbstbe­wußt der junge Mensch, „das wird sich schon machen."

„Aber," schrie ich entsetzt, „Sie werden doch nicht glauben, daß ich auf der Landstraße ernen soll, ich,-bei meiner Reputation, ich bitte Sie!"

„Ach was! Ihre Reputation leidet dabei kernen Schaden; vorwärts, da steht Ihr Rad; wir wollen zu Ihrem Gasthause fahren und da vor allem das meinige flicken; ich habe unterwegs zur Bahn ein paar Nägel hineingefahren."

So redete Korfirius senior; ich aber konnte mich unmöglich dazu verstehen, das Rad anzu- faffen und es die fünfzig Schritte weit zur Wirth- schast zu drücken; was sollten die Leute denken, die mich hier alle so gut kannten?

Auf mein Bitten ließ Korfirius junior sich denn auch bewegen, das Ra) jetzt zur Wirth- schäft und später wenigstens aus dem Orte zu führen.

„Dann müssen Sie aber aussitzen," sagte er, und wieder spielte das eigenthümliche Lächeln um seine Lippen.

In der Wirthschaft entlieh er sich dann von )er Wirthin Töchterlein eine blaue Küchenschürze, mnd sie um und nahm das Hinterrad der Maschine eines Vaters aus dem Rahmen, um den durch- tochenen Schlauch zu flicken.

„Geben Sie Acht," bemerkte er dabei zu mir, „das müssen Sie nämlich auch lernen."

„Ach! als ich den jungen Mann sah in Hemdsärmeln und blauer Schürze, — als ich ah, wie er sich plagte im Schweiße seines An- ;esichtes, — als ich ihn sah, die verschiedenen Schrauben und Schräubchen, Mantel und Schlauch lösen, — als ich alle die Manipulationen äh zur Reparatur des Schadens — und mir >abei vorstellte, welch einen Anblick ich wohl in einem solchen Fall bieten möchte, wenn ich ein­mal im schwarzen Rock und Cylinder, die

Lenden umgürtet mit der blauen Küchenschürze Franziskas, einen durchbohrten Gummischlauch repartren müßte — da wurde mir so ängstlich, so wehmükhig, so schauerig zu Muthe, und da wünschte ich alle Fahrräder ins Pfefferland!

Meine Gefühle rnüffen ziemlich deutlich in meinem Gesichte zu lesen gewesen sein, denn Freund Korsirius fragte theilnehmend, cb ich Magenschmerzen habe.

„Ach!" seufzte ich, „wären wir nur schon in Lenzheim."

Da schlug der Mensch ein lautes Gelächter an, in welches sein Sprößling, der Kunstfahrer, pflicht schuldigst ein stimmte.

Endlich war die Reparatur beendigt, und nun hieß es: „los!"

„Aber," meinte Korfirius senior, „Valentin! Herr Genetiv kann doch unmöglich so fahren; die Rockschöße mfiffen sich ja mit dem Rade verwickeln."

„Sehr einfach," versetzte Valentin, „Sie Madame!" wandte er sich an die eben ein» tretende würdige Hausfrau und Wirthin, „haben Sie wohl einige Stecknadeln?"

„O gewiß; hier sind welche."

„Schön, danke! so, Herr Genetiv, jetzt neh­men Sie Ihre Rockschöße auf und stecken sie an der Taille fest."

„Ah!" meinte die Wirthin, „radeln Sie denn auch, Herr Genetiv?"

O! warum gibt's kein Faustrecht, keine Selbsthilfe mehr? mit welcher Wonne hätte ich den lächelnden Korfirius erwürgt! ich fühlte es örmlich, wie Scham, Verlegenheit, Aerger und